Die aktuelle Lesepredigt

3. SONNTAG NACH EPIPHANIAS
- Sonntag, 23. Januar 2022
JAHRESLOSUNG 2022
Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Joh 6,37)

I.

Von dem großen Theologen des 20. Jahrhunderts, Karl Barth, wird eine Anekdote berichtet: Eine Frau sprach ihn nach einem Gottesdienst an, in dem er über das ewige Leben gepredigt hatte. »Verehrter Herr Professor Barth, Sie als großer Theologe müssen es doch wissen: Werde ich im Jenseits meine Lieben wiedersehen?« Darauf Karl Barth: »Ja, aber die anderen auch!« Es ist nicht überliefert, mit welchem Gesichts- ausdruck die Dame reagierte. Vermutlich hat sie verblüfft, vielleicht auch ein wenig unglücklich ausgesehen. Wer weiß, wer alles vor ihrem inneren Auge stand!
   Die Frage, wer am Ende bei Gott angenommen wird und wer nicht oder ob vielleicht doch alle, diese Frage hat die Menschen schon zur Zeit des Neuen Testamentes beschäftigt. Das Matthäusevangelium mit seinem Gleichnis von den zehn klugen und den zehn törichten Jung- frauen vertritt eine...

(Hinweis: Die vollständige Lesepredigt steht als Download zur Verfügung.)
 

WAHRNEHMUNGEN AUF DEM WEG ZUR PREDIGT | Joh 6,37

Während ich diese Zeilen schreibe, wird von Raketen auf Jerusalem berichtet. Ein Beschuss Jerusalems war bislang tabu, birgt es doch heilige Stätten aller drei abrahamitischen Religionen. Eine neue Stufe der Eskalation der Gewalt offenbar. Dazu die stärker werdenden Polarisierungen bei uns und in vielen Gesellschaften der westlichen Welt. Zusammenhalt ist das »Zauberwort« geworden...

LITURGISCHE VORSCHLÄGE

Tagesgebet: An der Schwelle zu einem neuen Jahr treten wir vor Dich, Gott, mit dem Blick zurück auf das Vergangene, mit dem Gepäck, das wir zu tragen haben, mit dem Glück, das wir erfahren haben. So schauen wir voraus, auf den Weg, der vor uns liegt. Begleite uns, halte Deine Hände unter uns, und führe uns zu Dir. Bei Dir, Gott, sind wir am Ziel und Zuhause. Stärke uns für diesen Weg und halte uns in der Liebe, die Dein Sohn Jesus Christus in die Welt gebracht hat, in Deinem Geist, der uns leitet in Ewigkeit.
   Amen. 

Fürbitten: Gott, Du bist der Herr über Leben und Tod, zu Dir führt uns Christus, Dein Geist erfüllt uns. Erfülle uns mit Freude über Dich und schenke uns mutige Herzen. Sei mit denen, die voller Hoffnung in das neue Jahr blicken, die eine neue Liebe feiern, die Veränderungen vor sich haben: Lass ihre Hoffnung durchtragen durch Höhen und Tiefen, durch Glücksgefühle und die Mühen des Alltags.
   Sei mit denen, die voller Sorgen sind um ihre Zukunft, finanziell, existenziell, gesundheitlich; die bangen für sich oder für andere. Schenke ihnen Mut, durchzustehen, was vor ihnen liegt; lass aus Sorgen Hoffnungen und gangbare Wege werden.
   Lass uns vor den großen Zukunftsaufgaben nicht verzagen. Das Klima, die Pandemie, Wasser und Brot für alle Menschen. Lass uns beherzt Schritt für Schritt gehen im Wissen, dass Du aus vielen kleinen Schrit- ten ein Ganzes machen kannst.
   Lass Frieden werden, wo der Krieg kein Ende nehmen will. Führe die Herzen derer, die die Kriege anheizen, die ihre Vorteile darin suchen, zur Einsicht und zum Frieden. Bewahre die Menschen, die unter der Gewalt leiden. Stehe allen bei, die flüchten müssen, und lass sie Hei- mat finden an einem anderen Ort.
Mir Dir, Gott, kann es gut werden. Mit Deinem Geist im Herzen. Mit Christus an unserer Seite, der niemanden von sich weist, ob in Schuld, Versagen oder Zweifel. Mit Dir, Gott, wächst unser Leben neu und ebnen sich Wege. Dafür preisen wir Dich, Vater, Sohn und Heiliger Geist, voller Freude, heute und alle Zeit.
   Amen.

Eingangslied:                              Hilf, Herr Jesu, lass gelingen. 61, Mel. 166.
Lied des Tages:                          Der du die Zeit in Händen hast. 64.
                                                    Oder: Du bist der Weg (EG.E 23).
Predigtlied:                                 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 397,1.3. 
Lied zum Ausgang:                    Möge die Straße uns zusammenführen. 
Epistel-Lesung:                         Jak 4,13-15.
Evangelien-Lesung:                  Lk 4,16-21.
Liturgische Farbe:                     weiß.

Als Segen kann ein in Irland überliefertes Segenswort gesprochen werden:
Möge ein Engel vor dir hergehen und dir die Richtung weisen, in der du Erfüllung findest Schritt für Schritt.
 
Möge ein Engel hinter dir stehen, um dir den Rücken zu stärken, da- mit du aufrecht und wahrhaftig leben kannst.
Möge dich ein Engel begleiten, zu deiner Rechten und zu deiner Lin- ken, damit du bewahrt bleibst vor den Angriffen derer, die es nicht gut meinen mit dir.
Möge ein Engel unter dir stehen, um dich zu tragen, wenn du keinen festen Boden mehr unter dir spürst.
Möge ein Engel in dir sein, um deine Tränen zu trocknen und dein Herz mit dem Licht der Zuversicht zu erhellen.
Möge ein Engel über dir sein, um dich zu behüten vor den alltäglichen Gefahren, damit kein Unheil dein Leben bedroht.
Mögen dich alle Engel des Himmels mit ihrem Segen erfüllen und umhüllen an allen Tagen deines Lebens und in jeglicher Nacht.
   Amen.
 

Verfasser: Dr. Horst Gorski, Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Leiter des Amtsbereiches der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover, E-Mail: gorski@velkd.de

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Die Lesepredigt 2021/2022

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