"Ein Mann des Worts und der entschiedenen Tat"

Die VELKD trauert um ihren ehemaligen Leitenden Bischof Horst Hirschler, der im Alter von 89 Jahren gestorben ist.

Schwarz-Weiß-Bild eines alten Mannes mit Brille.

„Horst Hirschler war ein Mann des Worts und der entschiedenen Tat“, würdigt Ralf Meister, der Leitende Bischof der VELKD, den verstorbenen Theologen, der in drei Funktionen einer seiner Amtsvorgänger war: als erster Geistlicher der VELKD, als Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers und als Abt des Klosters Loccum. „Er war berühmt für seine lebendigen Predigten und für seinen entschlossenen Gestaltungswillen. Wir haben ihm viel zu verdanken. Nun gilt seiner Familie unsere Anteilnahme.“ Dr. Stephan Schaede, der Leiter des Amtsbereichs der VELKD, ergänzt: „Hirschler wird uns mit seinen Verdiensten um die Ökumene und die Aktualisierung von Luthers Verständnis der Rechtfertigung weiterhin in Erinnerung bleiben. Er war ein lutherischer Typ im besten Sinn. Er konnte jedes Gespräch mit einer treffenden Bemerkung zuspitzen und retten.“
 
Hirschler verwies stets darauf, dass es mehr Verbindendes als Trennendes zwischen den Konfessionen gebe und dass die gemeinsame Ausrichtung auf Christus das Fundament jedes ökumenischen Gesprächs sein müsse. Die seelsorgerliche Dimension des Glaubens lutherischer Prägung ist ihm stets ein Herzensanliegen gewesen.
 
Von 1990 bis 1997 war Horst Hirschler Vizepräsident des Lutherischen Weltbunds (LWB) und setzte sich in dieser Zeit mit viel Engagement für die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ ein, die in mühevollen Beratungen zwischen dem LWB und der römisch-katholischen Kirche entstand und 1999 unterzeichnet werden konnte.
 
In der erstmals 2008 erschienenen VELKD-Publikation „Christus vertrauen – was Rechtfertigung heute bedeutet“ schrieb Hirschler über Martin Luthers Rechtfertigungslehre: „Innerlich frei von dem Druck, das Gelingen unseres Lebens selbst bewerkstelligen zu müssen, werden wir allein durch jenes Gottvertrauen, das sich der Begegnung mit Jesus Christus verdankt.“
 
Horst Hirschler wurde am 4. September 1933 in Stuttgart geboren und absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Elektriker in Hildesheim. 1955 bis 1959 studierte er Theologie in Bethel, Tübingen, Heidelberg und Göttingen. Nach seinem Vikariat wurde er zunächst Schülerpastor im Landesjugendpfarramt der Landeskirche Hannovers, anschließend Gemeindepfarrer in Lüneburg und Deutsch Evern. 1970 folgte dann die Ernennung zum Konventualstudiendirektor im Predigerseminar des Klosters Loccum. Ab 1977 war er Landessuperintendent für den Sprengel Göttingen, bis er 1988 von der Landessynode der hannoverschen Landeskirche zum Landesbischof gewählt wurde. 1993 folgte die Wahl zum Leitenden Bischof der VELKD. 1999 ging Horst Hirschler in den Ruhestand und war anschließend von 2000 bis 2020 Abt des Klosters Loccum.
 
Horst Hirschler ist in der Nacht vom 8. auf den 9. August 2023 im Kreis seiner Familie verstorben. Er hinterlässt eine Witwe und vier erwachsene Söhne. 

Hannover, 9. August 2023

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Sebastian Stein
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