Weigels Schwarm und schnöde Rotte
von Paul Gerhardt (1607 – 1676)
1. Weigels Schwarm und schnöde Rotte
ehrt ja zwar noch immerhin
ihre Nacht und finstern Sinn.
macht sich aber selbst zum Spotte.
Denn sobald das Licht nur scheint.
sieht man den verdammten Feind.
2. Nimm zur Hand, o frommes Herze!
(Wie es sich denn auch gebürt
dem, der Christi Namen führt)
Gottes Wort, die edle Kerze,
und beleuchte Weigels Schmuck,
so befindst du den Betrug.
3. Nimm zu Hilf Herrn Spenglers Lehren,
und hier diese schöne Schrift,
da er, was den Hauptzweck trifft,
Freund und Feinden lässet hören!
Folgst du dem, was hier gesetzt,
bleibst du frei und unverletzt.
4. Folge doch du armer Haufe,
den der Irrweg hat betört,
ehe Gott sich von dir kehrt,
und sein Zorn dich überlaufe,
was versehn, wird wieder gut,
wenn man nur bald Buße tut.
5. Aber wer bisher im Glauben
treu und rein verbleiben ist,
lass ihm ja des Satans List
diesen teuren Schatz nicht rauben.
Sei getreu bis in den Tod,
so entgehst du aller Not.

