O wie wohl ist hier zu lesen

von Paul Gerhardt (1607 – 1676)

1. O wie wohl ist hier zu lesen
das verfluchte Lästerwesen,
welches, wie ihr Nam es gibt,
Frau Calumnia verübt.

2. Wollte Gott dass unser Streiben
diesen Schandbalg könnte treiben
dahin, wo ihr Vater wohnt,
wo er seinen Dienern lohnt.

3. Ach zu was für großem Frommen
würden unsre Schriften kommen,
ach wie friedlich, ach wie schön,
würd’ es unsern Leben gehn!

4. Aber weil doch hier auf Erden
nie wird alles richtig werden,
hab’ inmittelst Dank und Preis
Lipsius und Sacers Fleiß.

5. Lipsius redt im Lateine
kurz und zierlich rund und reine,
und Herrn Sacers deutsche Sprach
ist ihm gleich und tut’s ihm nach.

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