David sang in seiner Sprachen
von Paul Gerhardt (1607 – 1676)
1. David sang in seiner Sprachen
manches schönes, liebes Lied,
wenn die Feind’ ihm sein Gemüt
und betrübtes Herze brachen,
Und so oft er also sang,
kam der Feind’ ihr Untergang.
2. Wir, die wir in Deutschland wohnen,
singen David fröhlich nach,
ehren Gott mit unsrer Sprach’
auf des Psalters schönsten Tonen.
Hierzu weckt Gott manchen Mann -
jeder macht’s, so gut er kann.
3. Was Herr Heintzelmann gesungen,
da er Davids Harfe nahm
und ihm auf die Spure kam,
ist ihm wahrlich wohl gelungen.
Deutsch zwar singt er, aber schön,
wie die Himmels-saiten gehn.
4. Gott verleihe seine Gabe,
dass dies deutsche Psalterspiel
in dem Himmel oft und viel
große Kraft und Nachdruck habe.
Der des Davids Stimm’ erhört,
hör auch, was dies Buch uns lehrt.
Hintergrund
Beim in der dritten Strophe erwähnten „Herr Heintzelmann“ wird wohl Johannes Heintzelmann (1626 – 1687) gewürdigt, der 1658 Diakon in der Nicolai-Kirche in Berlin war, also während Paul Gerhardts dortiger Zeit als Pfarrer (1657-1669).
Als Heintzelmanns kleine Tochter Elisabeth 1659 starb, schrieb Paul Gerhardt zudem das Lied „Leid ist mirs in meinem Herzen".

