Allmächtiger Gott,
unergründlich und unvorstellbar,
erschrocken stehen wir vor dir und fragen:
Woher ist das Böse?
Woher kommen Tod und Zerstörung?
Warum wenden sich Menschen von dir ab?
Überwinde das Böse,
den Mangel an Liebe,
wo eigener Vorteil über Verantwortung gestellt wird,
wo Natur und Mensch zur Ware werden,
wo wir uns verschließen in uns selbst.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.
Überwinde das Böse,
den Mangel an Glauben,
wo Menschen nur noch sich selbst vertrauen,
wo Kirchen die Sprache für deine Gegenwart verlieren,
wo die Kraft fehlt, nach dir ins Offene zu lauschen.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.
Überwinde das Böse,
den Mangel an Frieden,
wo Krieg und Bürgerkrieg Menschen einander
zu Todfeinden werden lassen,
wo Gewaltherrschaft keine Rücksicht mehr kennt,
wo wir hetzten und weiter hetzen und doch nicht wissen wohin,
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.
Überwinde das Böse,
den Mangel an Wahrheit,
wo Täuschung und Kalkül die Sprache bestimmen,
wo Menschen manipuliert werden,
wo festgefügte Bilder, Enttäuschungen und Resignation
die Wahrnehmung der Welt verzerren,
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.
Überwinde das Böse,
den Mangel an Hoffnung,
wo Menschen sich zurückziehen,
wo niemand mehr sich einbringen will,
wo Lebensräume zerstört werden und Beziehungen veröden.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.
Gott,
unergründlich und tiefer als alle Gedanken,
wir vertrauen dir,
dass du niemanden sich selbst überlässt,
auch uns nicht,
sondern in deiner Liebe verwandelst.
Wir werden still vor dir:
Stille
Du lässt dein Reich wachsen,
wo das Böse überwunden ist,
du verborgener,
du in allem naher Gott.
Wir beten,
wie Christus uns gelehrt hat:
Vater unser