Pressemitteilungen 2020

Kirche auf Sendung
VELKD fördert missionarische Projekte - Freitag, 7. August 2020

Auch unter dem Eindruck der Pandemie zeigt sich, dass Kirche wesentlich immer auch Kirche für andere ist. Sie zieht sich nicht auf sich selbst zurück, sondern wirbt um die Menschen, lädt ein – geht hinaus in die Welt. Dieses „Hinausgehen“ fördert die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) mit ihrem Fonds zur Förderung missionarischer Projekte.

Der Fonds unterstützt finanziell Einzelprojekte, die in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und Regionen der VELKD-Gliedkirchen durchgeführt werden. Dabei sind missionarische Ideen und Initiativen gefragt, mit denen Gemeinden und Regionen sich an ihrem jeweiligen Ort methodisch und inhaltlich auf neue Wege begeben.

Wie können Menschen ohne Kirchenbindung eine solche Bindung aufbauen? Wie kann die Kirche auf die Menschen zugehen? Das sind Fragen und Herausforderungen, denen sich jede Gemeinde immer neu zu stellen hat. Anliegen des Fonds ist es deshalb, Angebote und Ideen für Räume und Ereignisse zu unterstützen, in denen Religiosität in lebendiger Vielfalt und Teilhabe gelebt werden kann. Gefördert werden insbesondere Projekte mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und mit generationsübergreifender Ausrichtung.

Unter der Überschrift „Kirche auf Sendung“ ist ein Faltblatt erschienen, das über die Intentionen und Rahmenbedingungen des Fonds informiert.

Zum Hintergrund: Der Fonds der VELKD zur Förderung missionarischer Projekte besteht seit 1998. Ziel war es, kirchenübergreifende Strukturmaßnahmen der östlichen Gliedkirchen der VELKD zu fördern. Seit 2012 ist die Förderung auf alle Gliedkirchen der VELKD ausgeweitet worden.

Hinweis: Weitere Informationen zum Fonds und zur Antragsstellung finden Sie unter www.velkd.de/gemeinden/fonds.php sowie im Flyer „Kirche auf Sendung“ www.velkd.de/Flyer_Missionsfonds.

Hannover, Pressestelle der VELKD
Urs Christian Mundt
 

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„God and the Dignity of Humans“
Studie zur ethischen Urteilsbildung erscheint in englischer Übersetzung - Dienstag, 4. August 2020

„Gott und die Würde des Menschen“ ist eine Studie zur ethischen Urteilsbildung der Dritten Bilateralen Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Jetzt erscheint der Text erstmals in englischer Übersetzung als zweiter Band der Reihe „Lutheran Theology: German Perspectives and Positions“. Damit soll die Wahrnehmung der Studie im internationalen ökumenischen Kontext erleichtert werden.
Ist trotz einzelner Differenzen in ethischen Fragen ein gemeinsames Eintreten der Kirchen für Menschenwürde möglich? Das war die Leitfrage, mit der sich die Dritte Bilaterale Arbeitsgruppe von VELKD und DBK seit 2009 beschäftigt hat. Die Studie, die 2017 als Abschlussdokument veröffentlicht wurde, erprobt neue Wege für den ökumenischen Umgang mit ethischen Fragestellungen: Mit der Methode des „differenzierten Konsenses“ werden die theologischen Gemeinsamkeiten der Kirchen in der Lehre vom Menschen und in der Ethik aufgezeigt, ohne die Unterschiede in der Bewertung einzelner Fragen zu übergehen. Diese Herangehensweise ermöglicht es, theologisch fundiert gemeinsam Position zu beziehen.
Die Reihe „Lutheran Theology: German Perspectives and Positions“, die von der VELKD und dem Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) herausgegeben wird, soll zum Austausch theologischer Literatur vor allem in den Gliedkirchen des Lutherischen Weltbundes und zur Förderung des internationalen und interkulturellen Diskurses beitragen.

Hinweis: God and the Dignity of Humans. Lutheran Theology: German Perspectives and Positions, Vol. 2, Dritte Bilaterale Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (Ed.), Leipzig, 2020, ISBN 978-3-374-06430-4, 20,00 €, zu beziehen über den Buchhandel oder www.eva-leipzig.de

Hannover, Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

Diese Pressemitteilung wird zeitgleich von den Pressestellen der VELKD, der DBK und des DNK/LWB verschickt. Mehrfachsendungen bitten wir zu entschuldigen.

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Erschöpfte Schöpfung
Henning Theißens „Theologische Aufsätze aus der Corona-Krise“ erscheinen in den „Texten aus der VELKD“ - Donnerstag, 16. Juli 2020

Welchen eigenen Beitrag kann die Theologie zur Auseinandersetzung mit der Corona-Krise leisten? Dieser Frage geht Henning Theißen, Verwaltungsprofessor für Systematische Theologie an der Leuphana-Universität Lüneburg, in sieben „Theologischen Aufsätzen aus der Corona-Krise“ nach, die jetzt in der aktuellen Ausgabe der „Texte aus der VELKD“ (Nr. 187) erschienen sind.

  Dazu setzt er bei Alltagsbeobachtungen und Themen an, die sich für die mit Corona gestellten Fragen als wichtig erwiesen haben und entfaltet ihr theologisches Potential. Er eröffnet die Aufsatzsammlung mit einem Text zu Digitalisierung und Theologie in Zeiten von Corona, zeigt sodann, wie viel Theologie in Themen wie der Maskenpflicht oder der Reden von den „Helden des Alltags“ steckt, fragt am Beispiel des Wortes „Quarantäne“ nach Spiritualität in Zeiten von Corona, greift die Frage nach Grundversorgung und Seelsorge auf und schließt mit einem Aufsatz zu Hoffnung und Geduld in Zeiten von Corona.

Die Aufsätze sind Tagebuchnotizen und theologische Grundsatzreflexionen zugleich. Sie seien ein Stück „theologisches Alltagsgeschäft“, heißt es im Vorwort, weil die Theologie ihre Bemühungen nicht auf einen für sie reservierten Raum am Sonntagvormittag konzentrieren dürfe. Theologie könne zwar aus ihrer eigenen Expertise keine unmittelbaren Handlungsempfehlungen geben, sehr wohl aber eine zusätzliche Dimension hinzufügen, die den Blick über die eigenen Aussichten und Befürchtungen hinaus zu öffnen vermag.

Hinweis: Henning Theißen, Erschöpfte Schöpfung. Theologische Aufsätze aus der Corona-Krise, Hannover 2020 (Texte aus der VELKD, Nr. 187). Zum Download verfügbar unter www.velkd.de/velkd-texte-187-Erschoepfte-Schoepfung , Bestellung von Printexemplaren zu 2.00 € unter versand@velkd.de.

Hannover, 16. Juli 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

 

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Befreit! Martin Luthers Hauptschriften von 1520
Den reformatorischen Aufbruch neu verstehen - Montag, 6. Juli 2020

Vor 500 Jahren sind Martin Luthers Schriften an den christlichen Adel, über die Babylonische Gefangenschaft der Kirche und über die Freiheit eines Christenmenschen erschienen, die als Klassiker protestantischen Christentums gelten. In ihnen bringt Luther sein neues Verständnis der christlichen Religion auf den Punkt. Dieses Jubiläum nimmt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) zum Anlass, mit der Publikation „Befreit! Martin Luthers Hauptschriften von 1520“ neu zur Auseinandersetzung mit Luthers Hauptschriften anzuregen.

„Auch 2020, genau 500 Jahre danach, haben diese Texte an sprachlicher und theologischer Kraft nichts eingebüßt. Es waren zentrale Themen damals für Luther und sind zweifelsohne auch Themen für uns heute. In welcher Gefangenschaft befindet sich die Kirche heute? Wie frei ist mein Wille und was bestimmt mein Verhältnis zu Gott? Wem bin ich gehorsam und wie ordnet sich das Verhältnis von Glauben und politischer Haltung?“, schreibt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover), in seinem Geleitwort. Die Beschäftigung mit Luthers Schriften lade dazu ein, gemeinsam mit anderen „in der Lektüre und Auseinandersetzung Anregung und Inspiration für den eigenen Glauben zu bekommen.“

„Befreit!“ besteht aus einem Werkbuch und einem Arbeitsheft und eröffnet lebensnahe Zugänge zu Luthers Texten. Arbeitsheft und Werkbuch können in allen Zusammenhängen evangelischer Bildungsarbeit genutzt werden: in Kirchengemeinden, Schulen, in der evangelischen Erwachsenenbildung, in Glaubenskursen sowie in der Arbeit mit Lektorinnen und Lektoren, Prädikantinnen und Prädikanten.

Hinweis: Befreit! Martin Luthers Hauptschriften von 1520, im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD, herausgegeben von Heiko Franke und Georg Raatz, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig. Erscheint Anfang September 2020, zu beziehen über den Verlag oder den Buchhandel. Weitere Informationen finden Sie unter www.velkd.de/publikationen-befreit. Auskünfte erteilt auch Oberkirchenrat Dr. Georg Raatz, E-Mail: raatz@velkd.de, Tel. +49 (0)511 2796-439.  

Hannover, 6. Juli 2020
Pressestelle der VELKD
Urs Christian Mundt

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Liturgie als Unterbrechung
Beiträge zu einer Theologie der Stille und des Hörens - Donnerstag, 2. Juli 2020

Stille als Element des Gottesdienstes ist das Thema des eben erschienenen Bandes „Stille. Liturgie als Unterbrechung“ aus der Reihe „Beiträge zu Liturgie und Spiritualität“ des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) mit Beiträgen des 23. Liturgiewissenschaftlichen Fachgesprächs, das im März 2019 stattfand.

„Als wir aus unterschiedlichen Perspektiven das Thema ‚Stille‘ in den Blick genommen haben, war nicht abzusehen, dass dieses Thema ein Jahr später auf so bedrängende Weise aktuell werden würde“, sagt der Leiter des Leipziger Instituts, Professor Dr. Alexander Deeg. „Die Corona-Krise machte Gewohntes unmöglich, es wurde erfreulich viel liturgische und homiletische Kreativität im digitalen Raum und darüber hinaus sichtbar. Aber es kann auch gefragt werden, ob manchmal nicht zu viel und zu schnell geredet und gedeutet wurde und ob die Erfahrung der erzwungenen Stille und des liturgischen Fastens nicht manchmal zu schnell durch viele Worte übertönt wurde. Andererseits aber wurde gerade im notwendigen Verzicht auf gemeinsames Singen deutlich, dass Stille auch Schmerz bedeutet und nicht nur Verinnerlichung, Ruhe und spirituelle Resonanz.“ Gerade die Krise mache die Bedeutung des Themas „Stille“ in seiner Ambivalenz deutlich. Das Buch bilde so auch eine Grundlage für die weitere liturgische und theologische Reflexion im Rückblick auf die vergangenen Monate.

Der neu erschienene Band versammelt Beiträge von Liturgie- und Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, Musikerinnen und Musikern sowie evangelischen, katholischen und orthodoxen Theologinnen und Theologen. In Essays und Berichten unternehmen die Autorinnen und Autoren, darunter Oswald Bayer (Tübingen), Daniel Benga (München), Hanns Kerner (Erlangen-Nürnberg), Maike Schult (Marburg), Peter Zimmerling (Leipzig) und Katharina Wiefel-Jenner (Berlin), den Versuch einer Sichtung und Deutung dessen, was mit „Stille“ in Theologie, Spiritualität und Gottesdienst verbunden wird.

Hinweis: Alexander Deeg, Christian Lehnert (Hrsg.): „Stille. Liturgie als Unterbrechung“, Beiträge zu Liturgie und Spiritualität, Bd. 33, 180 Seiten, Leipzig 2020, ISBN 978-3-374-06652-0, 24,00 Euro. Zu beziehen im Buchhandel oder unter www.velkd.de/stille.

Hannover, 2. Juli 2020
Pressestelle der VELKD
Gundolf Holfert

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Bischofskonferenz der VELKD besorgt über Annexionspläne der israelischen Regierung
Leitende Geistliche bekräftigen Solidarität mit den Menschen im Heiligen Land und rufen zu friedlicher Konfliktlösung auf - Mittwoch, 1. Juli 2020

Mit Sorge hat die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) auf die Ankündigung der israelischen Regierung reagiert, Teile des Westjordanlandes zu annektieren. Sie befürchtet, dass dieser Schritt die politische Konfliktlage im Heiligen Land weiter verschärft.

„Die Umsetzung der Pläne hätte fatale Folgen für die Perspektive des Friedensprozesses im Heiligen Land“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover). „Deshalb rufen wir die israelische Regierung auf, ihre Annexionspläne zu verwerfen. Das Ziel des Friedensprozesses muss eine gemeinsam verhandelte Zweistaatenlösung sein, die zu Frieden und Stabilität beiträgt.“

Die Bischofskonferenz bekräftigt die Stellungnahme der Evangelischen Mittelost-Kommission (EMOK) der Evangelischen Kirche in Deutschland. Auf der Grundlage der Verbundenheit der Kirche mit dem Judentum und zugleich in Solidarität mit den christlichen Kirchen in Israel und Palästina hatte sich die EMOK, deren Mitglied auch die VELKD ist, am 28. Mai 2020 kritisch zu der „aktuell von der israelischen Regierung geplanten und im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Annexion des Jordantals sowie weiterer Teile des besetzten palästinensischen Gebiets“ geäußert: „Eine solche Annexion würde gegen das Völkerrecht verstoßen.“

In Übereinstimmung mit der EMOK-Stellungnahme bekräftigt die Bischofs­konferenz die international anerkannte Perspektive einer Zweistaatenlösung. Sie unterstützt die Aufrufe in der Stellungnahme – unter anderem an die israelische Regierung, die von ihr vereinbarten Annexionspläne auszusetzen, also zu verwerfen; an die palästinensische Führung, interne Streitigkeiten zu beenden und sich mit einer Stimme gegen die Annexionspläne der israelischen Regierung zu wenden sowie an die Bundesregierung, sich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft für eine zentrale Vermittlerrolle der Europäischen Union zu engagieren und sich weiterhin für eine verhandelte Lösung des Israel-Palästina-Konflikts auf Basis des internationalen humanitären Völkerrechts einzusetzen.

„Die Gliedkirchen der VELKD bleiben dem Heiligen Land und all seinen Bewohnerinnen und Bewohnern eng verbunden und lassen nicht nach, für Frieden und Versöhnung zu beten und zu arbeiten“, heißt es abschließend.

Hinweis: Download des vollständigen Statements unter: www.velkd.de/downloads/200701_Stellungnahme-Annexionsplaene-Israel.pdf. Download der Stellungnahme der EMOK unter: www.ekd.de/EMOK-Texte-22521.htm

Die Pressemitteilung und das Statement in englischer Sprache. Siehe auch: Verlautbarungen der Bischofskonferenz.

Hannover, 1. Juli 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

 

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Auf der Grundlage der Bibel und der klaren Vernunft über den Glauben streiten
Catholica-Beauftragter der VELKD zum 500. Jahrestag der Bulle Exsurge Domine - Freitag, 12. Juni 2020

Am 15. Juni 2020 jährt sich der Jahrestag der Bannandrohungsbulle Exsurge Domine („Erhebe dich, Herr!“) gegen Martin Luther zum 500. Mal. Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), bezeichnet dies als „Wendepunkt in der Reformationsgeschichte“. Aus einem „Streit um den Glauben“ sei auch eine „Auseinandersetzung um Macht und Autorität“ geworden. Das Statement des Catholica-Beauftragten im Wortlaut:

„Am 15. Juni 1520 veröffentlichte Papst Leo X. seine Bulle Exsurge Domine. In ihr drohte er damit, Martin Luther aus der Kirche auszuschließen, wenn dieser eine bestimmte Reihe seiner zuvor veröffentlichten Thesen nicht widerruft. Die Bulle ist u. a. eine Reaktion auf die 95 Thesen gewesen, mit denen Luther Missstände in der Kirche seiner Zeit kritisiert hatte.

Ohne Zweifel kann die Bannandrohungsbulle vom 15. Juni 1520 als ein Wendepunkt in der Reformationsgeschichte und in der persönlichen Entwicklung Luthers angesehen werden. Für Luther wurde an dieser Stelle deutlich, dass sein Anliegen, sich über zentrale Einsichten des Glaubens und der Theologie zu verständigen und von da aus die dringend nötige Reform der Kirche zu erreichen, von der römischen Seite nicht aufgenommen werden sollte. Die Tür für eine Verständigung war von diesem Zeitpunkt an verschlossen. Bis heute löst es Bewunderung aus, dass Martin Luther sich dem Druck nicht gebeugt hat. Auf die Androhung von Sanktionen reagierte er, indem er seine Überzeugungen und den christlichen Glauben klar und mit verständlichen Worten dargelegt hat. In kurzer Zeit sind die reformatorischen Hauptschriften „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ und „An den christlichen Adel deutscher Nationen“ entstanden. Weit über den Bereich der lutherischen Kirchen hinaus werden sie heute als gemeinsamer Schatz und Quelle der Theologie gewürdigt. Im Dezember 1520 hat Luther die Bannandrohungsbulle mitsamt dem Gesetzesbuch der römischen Kirche öffentlich verbrannt. Darauf reagierte die römische Kirche im Januar 1521 mit dem Bann.

Die heutige Perspektive erlaubt es, einen neuen Blick auf die Ereignisse von 1520 zu werfen. Längst haben katholische Theologen und Amtsträger im Handeln der Kirche der damaligen Zeit einen Fehler erkannt. Die konstruktive Auseinandersetzung katholischer Theologen wie Peter Manns und Otto Hermann Pesch mit Luther hat wesentlich zur ökumenischen Verständigung beigetragen und dabei neue Zugänge eröffnet. Es kann als Tragik des Reformationsgeschehens angesehen werden, dass sich der Konflikt zwischen Luther und der Papstkirche von 1520 an auf die Frage nach der Autorität in der Kirche zuspitzte und damit letztlich auch zu einer Machtfrage wurde. Luthers Anliegen, gemäß der Heiligen Schrift und der klaren Vernunft darüber zu streiten, was für den christlichen Glauben als wahr und richtig gelten soll, ist dadurch allzu oft in den Hintergrund getreten.

Die ökumenische Bewegung hat in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts diesen Faden wieder aufgenommen. Das gemeinsame Reformationsgedenken von Lutheranern und Katholiken 2017 in Lund, das unter dem Motto „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ stand, ist ein vorläufiger Höhepunkt auf diesem Weg gewesen. Genauso ist das gemeinsame Gedenken der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) im April 2017 in Hildesheim zu nennen. Dass der Päpstliche Rat für die Einheit der Christen gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund am 25. Juni 2021 in Rom mit einem ökumenischen Gottesdienst des Kirchenbanns gedenken möchte, zeigt, dass dieser Weg noch lange nicht an seinem Ende angekommen ist. In einer Zeit, in der unsere Kirchen gleichermaßen vor großen Herausforderungen stehen, werden wir gemeinsam auf diesem Weg weiter vorangehen.“

Hinweis: Das Statement von Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke steht unter www.velkd.de/velkd/catholica-berichte-vortraege-texte.php zum Download zur  Verfügung.

Hannover, 12. Juni 2020
Pressestelle der VELKD
Gundolf Holfert

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Kontrollverlust und Gottvertrauen
„Texte aus der VELKD“ zum Beitrag der Theologie zur Deutung der Corona-Pandemie - Freitag, 12. Juni 2020

Die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus sind tief in unseren Alltag eingedrungen: Industrie und Handwerk wie das öffentliche Leben insgesamt sind weiterhin stark eingeschränkt. Das schafft gesamtgesellschaftlich ein hohes Maß von Angst und Verunsicherung und fordert auch die Kirchen in besonderer Weise heraus. Wie lässt sich diese Zeit der Pandemie einordnen und deuten? Und was könnte der spezielle Beitrag der Kirchen dazu sein? Diese und andere Fragen werden seit Ausbruch der Corona-Krise kirchenintern und auch medial breit diskutiert.

Mit ihrem Aufsatz „Kontrollverlust und Gottvertrauen – Corona und der Beitrag der Theologie“ („Texte aus der VELKD“ Nr. 186) reflektieren Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke und Pastor Lutz Gräber (beide Bückeburg) den aktuellen Stand der Debatte und beteiligen sich daran mit einer eigenen theologischen Deutung.

Ihr Beitrag zeichne sich dadurch aus, dass er zunächst verschiedene gängige Deutungsangebote diskutiert und anschließend im Rückgriff auf Martin Luther und Gottfried Wilhelm Leibniz unterschiedliche Zugänge, Glaube, Vernunft und Daseinsdeutung aufeinander zu beziehen, darstellt, schreibt der Leiter des Amtsbereichs der VELKD, Vizepräsident Dr. Horst Gorski, in seinem Editorial.

„Konkret schlagen die Autoren schließlich vor, den Beitrag des christlichen Glaubens in einem Selbstvertrauen zu sehen, das durch Gottvertrauen gehalten wird und einem Verständnis menschlicher Freiheit als Freiheit zur Selbstbeschränkung und Selbstkritik“, so Gorski weiter. Eine solche Haltung könne es ermöglichen, „mit den Herausforderungen der Pandemie umzugehen und auch ihre Hintergründe – die mit unserer Art, zu leben, zu wirtschaften, zu reisen, zu konsumieren usw. zu tun haben – selbstkritisch zu reflektieren.“

Hinweis: Die Ausgabe 186 der „Texte aus der VELKD“ mit dem Beitrag von Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke und Pastor Lutz Gräber kann unter www.velkd.de/velkd-texte-186-Kontrollverlust-Gottvertrauen-Corona-und-Theologie heruntergeladen werden. Die Reihe „Texte aus der VELKD“ können Sie unter texte-vi@velkd.de  abonnieren.

Hannover, 12. Juni 2020
Pressestelle der VELKD
Gundolf Holfert

 

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Seelsorge und Dienstvorgesetztenverhältnis
Vorträge der Tagung „Self-Management in role?“ veröffentlicht - Mittwoch, 27. Mai 2020

Auf allen Ebenen kirchlicher Organisation sind Ordinierte – zum Beispiel als Pastorinnen, Dekane, Regionalbischöfinnen – zumeist sowohl Dienstvorgesetzte als auch Seelsorgerin oder Seelsorger. Um beiden Rollen gerecht zu werden, braucht es Rollenklarheit und Transparenz: Was kann wo zur Sprache kommen? Wo sind Grenzen erreicht oder überschritten?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Tagung „Self-Management in role? – Seel­sorge und Dienstvorgesetztenverhältnis“, die im Mai 2019 vom Seelsorge­ausschuss der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) durchgeführt wurde. Die Vorträge dieser Tagung sind nun in der aktuellen Ausgabe der „Texte aus der VELKD“ erschienen.

Als Psychologin und Psychotherapeutin beschäftigt sich Prof. Dr. Anne Grohn mit Profession, Rolle, Identität und Professionalität und plädiert für „Klarheit in Rollenkonflikten durch den richtigen Abstand“. Aus praktisch-theologischer Perspektive nimmt Prof. Dr. Christian Grethlein das Thema in den Blick. Prof. Dr. Traugott Roser setzt den Seelsorgebegriff in Beziehung zum Konzept des „Spiritual Care“. Juristin Katrin Anton macht deutlich, dass – jenseits des Regelbaren – Ordinierten Spielräume bleiben, in denen sie verantwortlich mit ihren Rollen als Seelsorgerinnen und Dienstvorgesetzte umgehen können. Abschließend beschreibt Coach und Berater Michael Zirlik Trends in der Wirtschaft und Managementtheorie, wonach eine Renaissance von Fürsorge und eine neue Sensibilität für Salutogenese und gesundheitsförderliches Führen zu beobachten seien.

Mit der Veröffentlichung in den „Texten aus der VELKD“ werden die Beiträge der Tagung all denen zur Verfügung gestellt, die mit dem Thema theologisch-wissenschaftlich oder dienstlich befasst sind.

Hinweis: Angela Grimm, Kerstin Lammer, Georg Raatz (Hg.): Self-Management in role? Seelsorge und Dienstvorgesetztenverhältnis, Texte aus der VELKD Nr. 185, Mai 2020. Zu beziehen unter versand@velkd.de oder als Download unter: www.velkd.de/velkd-texte-185-self-management-in-role.

Hannover, 27. Mai 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

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Jahresprogramm 2021 des Studienseminars Pullach erschienen
Studienkurse verbinden Theologie mit dem Blick auf Kultur und Gesellschaft - Dienstag, 26. Mai 2020

Das neue Kursprogramm des Theologischen Studienseminars der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Pullach für das Jahr 2021 ist erschienen. Die Studienkurse richten sich an Pfarrerinnen und Pfarrer und an religionspädagogisch Mitarbeitende sowie an Personen im kirchenleitenden Amt und an Prädikantinnen und Prädikanten. Die Anmeldung zu den Kursen ist ab sofort online möglich.

„Wir leben in einer Zeit weitreichender Veränderungen. Die gegenwärtige Krise hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir kirchliches Leben gestalten, wie wir vom Glauben reden, wie wir einander begegnen. In diesen Zeiten Theologie zu treiben heißt, sich der Grundlagen zu vergewissern, mit wachem Geist nachzudenken und neue Perspektiven einzunehmen“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover). Das Theologische Studienseminar leiste durch sein vielfältiges und qualifiziertes Kursangebot hierzu wichtige Beiträge.

„Viele Planungen stehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt unter einem gewissen Vorbehalt“, sagt Rektor PD Dr. Detlef Dieckmann. „Doch wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Kurse 2021 auch unter veränderten Bedingungen gut gestalten und Freiräume für theologische Bildung schaffen können.“

Das theologische Studienseminar der VELKD liegt in Pullach im Isartal vor den Toren Münchens. Die vom Rektor und von der Studienleiterin Dr. Christina Costanza konzipierten Studienkurse verbinden theologische Themen mit dem Blick auf Kultur und Gesellschaft zum Beispiel in Literatur- und Filmkursen oder vertiefen die Auseinandersetzung mit der eigenen Tradition in Bibel- und Lektürekursen. Ein besonderer Schwerpunkt sind die Angebote für ordinierte und nichtordinierte Kirchenleitende.

Hinweis: Anmeldungen zu den Kursen unter www.theologisches-studienseminar.de.

Hannover, 26. Mai 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

 

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Ein Wegweiser für die Ökumene
Catholica-Beauftragter der VELKD würdigt Enzyklika Ut unum sint - Montag, 25. Mai 2020

Anlässlich des 25. Jahrestages ihres Erscheinens hat der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), die Enzyklika Ut unum sint („dass sie eins seien“) von Papst Johannes Paul II. als einen „der grundlegenden Texte der Ökumene seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil“ gewürdigt.

In dem am 25. Mai 1995 veröffentlichten Hirtenbrief führt Papst Johannes Paul II. einen ökumenischen Leitgedanken des Zweiten Vatikanischen Konzils weiter. Der Text zeige die Verwurzelung des „ökumenischen Gedanken“ im Neuen Testament und im „Willen und Beten des Herrn“. Dadurch werde deutlich, dass die ökumenische Ausrichtung zu den unverzichtbaren Wesensmerkmalen der christlichen Kirche gehöre. „Hinter diese Erkenntnis können unsere Kirchen heute nicht zurückfallen“, so der Catholica-Beauftragte.

Dabei habe Johannes Paul II. die ökumenischen Beziehungen seiner Kirche nicht im Bewusstsein für die vermeintlichen Defizite der anderen Kirchen und Gemeinschaften begründet, sondern in einen Geist der Offenheit, der auch bestehende Unterschiede als gegenseitige Bereicherung ansehen kann, hebt Landesbischof Manzke hervor. Dieser richtungsweisende Ansatz sei zuletzt in der Orientierungshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zum Kommunionsempfang konfessionsverbindender Ehepaare und in dem Studiendokument „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen aufgegriffen und weitergeführt worden.

Durch seine Gesprächsbereitschaft und auch theologische Offenheit habe der Text eine Dynamik ausgelöst, die richtungsweisend gewesen sei. So wäre die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ ohne das ökumenische Engagement von Johannes Paul II. kaum verwirklicht worden. Dass Katholiken, Lutheraner, Methodisten, Reformierte, und Anglikaner gemeinsam am 31. Oktober 2019 deren zwanzigjähriges Jubiläum feiern durften, sei auch Johannes Paul II. und seiner-Enzyklika zu verdanken.

Das dynamische Potenzial dieses Impulses sei jedoch noch nicht ausgeschöpft. So hat Papst Franziskus für die Bischofssynode im Oktober 2022 das Thema „Synodalität der Kirche“ auf die Tagesordnung gesetzt. Das zeige, dass das „Nachdenken über die evangeliumsgemäße Leitung der Kirche“ weitergehe. „Wir dürfen mit Spannung darauf schauen, welche ökumenischen Impulse von diesen Überlegungen weiterhin ausgehen“, so Landesbischof Manzke.

Hinweis: Das Statement von Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke steht unter www.velkd.de/velkd/catholica-berichte-vortraege-texte.php zum Download zur Verfügung.

Hannover, 25. Mai 2020
Pressestelle der VELKD
Gundolf Holfert

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Garant für Freiheit und Glaubensvielfalt
Ansprache des Leitenden Bischofs der VELKD zur Einführung von Landesbischof Tobias Bilz - Samstag, 25. April 2020

In einem Gottesdienst im Dom zu Meißen am Samstag, 25. April 2020, wird Tobias Bilz als Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens eingeführt. Die Einführungshandlung übernimmt der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover). Aufgrund der Einschränkungen in Corona-Zeiten dürfen nur 15 Personen an dem Gottesdienst teilnehmen. Der Gottesdienst wird um 12.00 Uhr live im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) übertragen.

In seiner Ansprache sagt der Leitende Bischof: „Eigene Stationen und persönliche Glaubensentwicklungen geben Ihnen einen weiten Blick, auf die unterschiedlichen Weisen zu schauen, in denen christlicher Glaube in einer lutherischen Landeskirche gelebt werden kann. (…) Die große Vielfalt in den Landeskirchen kann kein Bischof bändigen, es ist auch nicht seine Aufgabe. Doch Sie werden als geistlicher Anreger, als beständiger Gewährsmann diese Freiheit, jene Glaubensvielfalt garantieren. Diejenigen, die aus ihrem Glauben ein Gesetz machen und es – manchmal ohne Rücksicht auf die Schwachen – anwenden, verwirken diesen Freiheitsgedanken.“

Im Blick auf die langjährige Tätigkeit von Landesbischof Bilz als sächsischer Landesjugendpfarrer sagt Meister: „Wer die Wege junger, glaubender Menschen in einer weitgehend säkularen Gesellschaft über Jahre kennengelernt hat, der weiß viel darüber, wie wenig manche kirchlichen Altherrengewohnheiten heute noch überzeugen. Das Haus, in dem ein Bischof Verantwortung übernimmt, ist ein religiöses Haus, und es ist ein Haus, in dem der Glaube seine Formen findet. Auch neue Formen, ungewöhnliche, vielleicht sogar anstößige. In diesem religiösen Haus geht es nicht um social distancing, Kontaktsperren und Abstand. Unfug! Dieses Haus ist kein Hygieneinstitut, sondern der Ort der Heilsverheißung. Und hier wurde die unendliche Entfernung zwischen Gott und Mensch zerbrochen, in Jesus Christus. Gott berührte diese Welt in einer nie gekannten geistlichen Intimität. (…) Aus dieser Zuneigung entspringt unsere Freiheit. Die Freiheit, angstfrei auf die Zukunft des Evangeliums zu schauen und sich nicht in Sorge über die Kirche tagaus, tagein zu grämen.“

Ab Samstag, 12.00 Uhr, können Sie die vollständige Ansprache unter www.velkd.de/velkd/bischof_berichte_predigten_texte.php lesen. 

Hannover, 24. April 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

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Zum Tod von Johannes Hempel
Leitender Bischof der VELKD würdigt den früheren sächsischen Landesbischof - Freitag, 24. April 2020

Zum Tod von Landesbischof i. R. Dr. Johannes Hempel, der von 1972 bis 1994 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens war, spricht der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), den Angehörigen seine Anteilnahme aus und würdigt die zahlreichen Funktionen und vielfältigen Verdienste des Verstorbenen.

„Landesbischof i. R. Johannes Hempel hat mit viel Engagement und Leidenschaft, mit Gottvertrauen und geistlicher Wirkkraft seinen Dienst ausgeübt. Er war ein Experte für Ökumene und hat unter großen Herausforderungen in unterschiedlichen politischen Systemen Kirchengeschichte gestaltet und geprägt. Die Verkündigung des Evangeliums in klaren Worten sowie sein Engagement für Demokratie und Frieden waren ihm ein großes Anliegen. Wir gedenken seiner mit Achtung und großem Dank. Als Landesbischof der hannoverschen Landeskirche spreche ich auch den Geschwistern in unserer sächsischen Partnerkirche unsere Anteilnahme aus.“

Dr. Johannes Hempel war unter anderem Leitender Bischof der VELKD – Bereich Ost (VELK DDR), stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und einer der sieben internationalen Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen. Er verstarb am 23. April 2020 im Alter von 91 Jahren in Dresden.

Hannover, 24. April 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

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Klarer Kurs in bewegten Zeiten
Leitender Bischof der VELKD und Ratsvorsitzender der EKD gratulieren Jochen Bohl zum 70. Geburtstag - Freitag, 17. April 2020

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), gratuliert dem früheren Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, zum 70. Geburtstag am kommenden Sonntag, dem 19. April. Im Namen der Bischofskonferenz der VELKD übermittelt er Glück- und Segenwünsche.

„Mit geistlicher Kraft, theologischer Klarheit und einem Blick für die Vielfalt innerhalb der Kirche hast Du Deinen Dienst ausgeübt und auch in bewegten Zeiten einen klaren Kurs gehalten“, schreibt der Leitende Bischof.

Meister würdigte, dass Landesbischof i. R. Bohl auch die gesamtkirchliche Perspektive nie aus dem Blick verloren habe und dankte ihm für die Fülle der Aufgaben, die er während seiner Amtszeit übernommen habe. Bohl, der von 2004 bis 2015 sächsischer Landesbischof war, war auch Mitglied der Bischofskonferenz der VELKD und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Stellvertretender Ratsvorsitzender der EKD und Stellvertretender Leitender Bischof der VELKD.

Auch der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm (München), gratuliert dem früheren Landesbischof: „Zu Jochen Bohls 70. Geburtstag denke ich mit großer Dankbarkeit an sein segensreiches Wirken als sächsischer Landesbischof und als Mitglied des Rats der EKD und Stellvertretender Ratsvorsitzender. Seine Menschlichkeit, sein trockener Humor und seine geistliche Ausstrahlung haben unserer evangelischen Kirche gutgetan.“

Hannover, 17. April 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

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„Ostern ist das Fest der Befreiung“
Osterbotschaft von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt - Donnerstag, 9. April 2020

Ostern ist laut Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Schwerin), die zugleich stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD ist, eine welt- und lebensverändernde Kraft, die zu einem Leben aus Hoffnung und Mitmenschlichkeit befreit. „Besonders dankbar bin ich in diesen Tagen all denen, die in ihrer täglichen Arbeit für andere Menschen trotz hoher Belastung täglich Hoffnungszeichen setzen“, so die Leitende Geistliche. In ihrer Botschaft zum bevorstehenden Osterfest schreibt die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche):

 „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ (Mk 16,3)

Wann kommt sie, die befreiende Nachricht? Wann kommt sie, die erlösende Botschaft, die verschlossene Türen wieder öffnet und die Arme füreinander wieder weit ausbreiten lässt? Wann wird verkündet, dass Ängste ihr Ende haben können? Wann kommt die befreiende Nachricht?

Die Sehnsucht nach Befreiung ist groß in diesen Tagen. Denn so viele Begrenzungen, so viele Verneinungen prägen unser Leben: Keine Gottesdienste in den Kirchen. Kein Familienbesuch. Kein Osterausflug. Kein Wiedersehen am Osterfeuer. Viele erzählen, wie sehr ihnen diese „Neins“ zu schaffen machen: Auf Kontakte und Nähe zu verzichten, geht an die Substanz. Die Angst, einen lieben Menschen zu verlieren, lässt die eigene Ohnmacht spüren. Die Angst vor Arbeitslosigkeit raubt den Schlaf. Die Angst, dass die Kräfte nicht reichen, lässt verstummen. Wann kommt sie, die befreiende Nachricht?

„Fürchtet euch nicht“, sagt der Engel am Ostermorgen den Frauen, die den toten Christus suchen. „Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ (Mk 16,6) Diese befreiende Nachricht kommt am Ostermorgen: Eine neue Kraft ist in der Welt. Eine Kraft, die gegen alle Todesmächte das letzte Wort hat: Gottes unbeirrbare Liebe. Sie lässt uns aufatmen! Sie lässt uns hoffen! Sie verwandelt Tod in Leben. Ganz am Ende des Lebens und mitten im Leben. Gott sagt sein großes Ja zum Leben als öffentlich sichtbaren und hörbaren Widerspruch gegen das Nein des Todes.

Ostern ist ein Fest der Befreiung. Was an Ostern geschieht, befreit von der Macht des Todes zu einem neuen Leben aus Gottes Liebe. Unser Leben und Handeln kann sich neu ausrichten, sich an Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Gerechtigkeit orientieren. Und wir können füreinander zum Hoffnungszeichen werden.

Besonders dankbar bin ich in diesen Tagen all denen, die in ihrer täglichen Arbeit für andere Menschen trotz hoher Belastung täglich Hoffnungszeichen setzen: im Lebensmittelhandel, in Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen, in Kliniken, insbesondere auf den Intensivstationen. Wir alle können täglich füreinander Hoffnungszeichen sein: verbunden und füreinander da sein, auch wenn wir nicht nebeneinander sitzen können. Singen und beten, auch wenn das jetzt nicht gemeinsam in unseren Kirchen möglich ist. Einsame trösten, mit Briefen, mit Anrufen, weil viele von uns Gemeinschaft vermissen. Und darum sollten wir auch jetzt Menschen bei uns aufnehmen, die vor Lebensbedrohung und Krieg flüchten. Wir erleben ja gerade selbst, wie dringend und notwendig Hilfe, Unterstützung und Rettung für die Schwächsten der Schwachen sind.

Wann kommt sie, die befreiende Nachricht? Sie ist schon da. Mitten unter uns bricht sie sich Bahn: Gottes Liebe ist größer als unsere Angst und stärker als unser Tod. Das ist die befreiende Nachricht von Ostern. Sie lässt uns hoffend leben. Und wahrhaft menschlich, nämlich mitmenschlich sein. Ja, Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden! Ich wünsche Ihnen frohe und gesegnete Ostern!

Hinweis: Ein Foto der Landesbischöfin steht zum Download bereit unter www.velkd.de/images/Kuehnbaum-Schmidt.jpg .

Hannover, 9. April 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

 

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Menschenliebe und Glaubensstärke
Leitender Bischof gratuliert dem Ratsvorsitzenden der EKD zum Geburtstag - Freitag, 27. März 2020

Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover), gratuliert dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), zum 60. Geburtstag am 30. März 2020 und drückt seine große Wertschätzung aus:

„Ich schätze an Heinrich Bedford-Strohm seine große Menschenliebe und Glaubensstärke. Ihm gelingt es, die Evangelische Kirche in Deutschland öffentlich zu repräsentieren und zugleich den Einzelnen persönlich anzusprechen. Durch sein hohes Maß an gesellschaftspolitischem Engagement, das in seinem theologisch reflektierten und persönlich gelebten Glauben gründet, verleiht er der Evangelischen Kirche eine starke Stimme. Möge Gott ihm weiterhin Kraft und Zuversicht schenken und ihn im neuen Lebensjahr behüten!“

Landesbischof Meister gratuliert dem Ratsvorsitzenden mit einem persönlichen Glückwunschschreiben.

Hannover, 27. März 2020
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

 

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Absage des Kirchenliedseminars „Singbar oder nicht?“
- Freitag, 13. März 2020

Angesichts der sich weiter verschärfenden Lage im Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus und erhöhter Vorsichtsmaßnahmen für größere Veranstaltungen wurde das für den 25. bis 28. März 2020 geplante Kirchenliedseminar „Singbar oder nicht?“, das das Liturgiewissenschaftliche Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Loccum und anderen Kooperationspartnern in Loccum geplant hatte, abgesagt.


Hannover   
Pressestelle der VELKD
Urs Christian Mundt

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Absage der VELKD-Bischofskonferenz
Auch Festgottesdienst und Empfang in Flensburg finden nicht statt - Mittwoch, 11. März 2020

Angesichts der sich zuspitzenden Lage im Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus und erhöhter Vorsichtsmaßnahmen für große Veranstaltungen wurde die für den 14. bis 17. März 2020 geplante Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) kurzfristig abgesagt. 


„Als Einladende und Gastgeber empfinden wir eine Verantwortung nicht nur für uns selbst, sondern für unsere Gäste und Mitarbeitende und meinen, aus dieser Verantwortung heraus angesichts der angespannten Lage gar nicht anders zu können, als die Tagung abzusagen“, schreiben der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover), seine Stellvertreterin, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Schwerin) und der Leiter des Amtsbereichs der VELKD im Kirchenamt der EKD, Vizepräsident Dr. Horst Gorski (Hannover), an die Teilnehmenden und Gäste. Sie bedauerten diese Entscheidung sehr. 


Auch der für den 15. März 2020 geplante Festgottesdienst in Flensburg mit anschließendem Empfang aus Anlass des 100. Jahrestages der deutsch-dänischen Grenzabstimmung, an dem die Mitglieder und Gäste der Bischofskonferenz sowie Bischöfinnen und Bischöfe der dänischen Folkekirke teilnehmen wollten, wurde aufgrund der Empfehlungen und Anordnungen des Kreises Schleswig-Flensburg und des Landes Schleswig-Holstein gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus abgesagt.


Hannover
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller
 

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Kirchenbilder der kommenden Generation
VELKD-Bischofskonferenz trifft sich zur Klausurtagung in Breklum – Begegnung mit Bischöfinnen und Bischöfen der Dänischen Folkekirke - Montag, 9. März 2020

Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) trifft sich vom 14. bis 17. März 2020 zu einer Klausurtagung im Christian Jensen Kolleg in Breklum (Schleswig-Holstein). Im Mittelpunkt stehen „Kirchenbilder derer, die nach uns kommen“ und die Frage nach den theologischen und soziologischen Grundlagen für eine zukunftsfähige Kirche. Am Sonntag, 15. März 2020, nehmen die Mitglieder und Gäste der Bischofskonferenz am Festgottesdienst und einem Empfang anlässlich des 100. Jahrestages der Grenzabstimmung zwischen Dänemark und Deutschland in der Sankt Marienkirche in Flensburg teil.

„Welche Bilder prägen den Glauben und das Kirchenverständnis der Generationen nach uns, und wie können wir in leitender Verantwortung schon heute darauf reagieren? Ich hoffe auf eine offene Diskussion, die uns ermutigt, auch kritisch auf tradierte Kirchenbilder zu schauen. Kirche ist eine lernende Institution, und wir sollten stärker von jungen Menschen lernen“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover).
 
Den Hauptvortrag hält der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prof. Dr. Georg Lämmlin. Weitere Impulse tragen Landesjugendpastorin Annika Woydack (Plön), Landesjugendpfarrer Georg Zimmermann (Dresden) und Oberkirchenrätin Stefanie Hoffmann aus der EKD-Stabsstelle Digitalisierung bei. Am Samstagabend lädt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) als gastgebende Kirche zu einem Begegnungsabend ein, an dem anlässlich des 100. Jahrestages der Abstimmung über die deutsch-dänische Grenze auch Bischöfinnen und Bischöfe der Dänischen Folkekirke teilnehmen. Die Landesbischöfin der Nordkirche und stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hält eine Rede zum Thema „Bereichernde Netzwerker und Brückenbauer – zur Rolle und Bedeutung von Minderheiten“. 

Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfinnen und Bischöfe der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung ökumenische Gäste aus Österreich, Polen, der Slowakischen Republik, aus Schweden und von der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland teil.

Hannover
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Bischof Georg Bätzing als neuem Vorsitzenden der DBK
Catholica-Beauftragter der VELKD: „Er wird die vertrauensvollen Beziehungen weiter vertiefen.“ - Dienstag, 3. März 2020

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, gratuliert Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg) anlässlich seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK):

„Die Position des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ist eine anspruchsvolle und herausfordernde Aufgabe. Mögen die neuen Wege, die vor Ihnen liegen, zukunftsweisende und segensreiche Perspektiven für die Kirche eröffnen. Viele Christinnen und Christen aus der Ökumene schauen erwartungsvoll auf den Synodalen Weg der römisch-katholischen Kirche. Drängende Konfliktfelder sind im Blick. Vom Missbrauch bis zur Geschlechtergerechtigkeit, vom Nachwuchsmangel bis zur Partizipation finden sich diese Themen auch bei uns in der evangelischen Kirche. Es sind Herausforderungen, die eine intensive Bearbeitung innerhalb unserer Kirchen erfordern. Deshalb wünsche ich Ihnen viel Kraft und Ausdauer, um den Prozess des Synodalen Weges voranzubringen und das Vertrauen in die Kirche zu erneuern. Im Blick auf die zunehmende Entfremdung von gelebter Religion müssen wir in geschwisterlicher Ökumene Wege für den gemeinsamen Auftrag suchen. Der Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main wird dafür hoffentlich ein gutes Zeichen setzen.“

Der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), sagt anlässlich der Wahl: „Ich freue mich, dass mit Bischof Georg Bätzing eine Person den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz übernimmt, die einen klaren Blick für die aktuellen Herausforderungen der Kirchen in Deutschland hat. Bischof Bätzing hat die Fähigkeit, zu integrieren und unterschiedliche Meinungen zusammenzuführen. Das hat er im Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen und als Vorsitzender der Unterkommission für den interreligiösen Dialog immer wieder unter Beweis gestellt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm, denn er wird dazu beitragen, die gewachsenen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen unseren Kirchen weiter zu vertiefen. Möge ihm gelingen, was sein bischöflicher Wahlspruch zum Ausdruck bringt: ‚Congrega in unum‘ – führe zusammen!“

Hannover, 3. März 2020
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Singbar oder nicht?
Ökumenische Tagung zum Neuen Geistlichen Lied - Montag, 2. März 2020

„Singbar oder nicht?“ Das ist die Frage beim ökumenischen Kirchenliedseminar, das die Evangelische Akademie Loccum in Zusammenarbeit mit dem Liturgiewissenschaftlichen Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und anderen Kooperationspartnern vom 25.–28. März 2020 veranstaltet. Die Tagung stellt sich der Aufgabe, das Neue Geistliche Lied in der Kultur der Gegenwart zu verorten, und fragt danach, welche Erwartungen sich mit dem Neuen Geistlichen Lied verbinden und welche Stellung es in der zeitgenössischen Kirchenmusik einnimmt. Akademiedirektor Dr. Stephan Schaede (Loccum), der die Tagung leitet, sieht das Neue Geistliche Lied als eine Art Prüfstein: „An ihm wird sich zeigen, welche Perspektive der Gemeindegesang in den Kirchen haben wird. Kann es gelingen, im gemeinsamen Singen die Suche nach Gott zu teilen?“ Für Dr. h. c. Christian Lehnert, den wissenschaftlichen Geschäftsführer des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD, markiert das Neue Geistliche Lied eine liturgiegeschichtliche Epochenschwelle: „Das Singen im Gottesdienst betritt damit neue Wege. Es wird kulturell enger und zugleich diffuser, es wird kurzlebiger, und es wird beweglicher.“   

Mit dem Neuen Geistlichen Lied verbinden sich vielfältige Hoffnungen und Ansprüche: auf Singbarkeit, auf Eingängigkeit, auf mitreißende Atmosphären, auf eine gegenwartstaugliche Theologie. Kritiker beklagen die Verflachung des musikalischen, theologischen und literarischen Anspruchs. Diese Ambivalenz nimmt die Tagung aus multidisziplinären Perspektiven in den Blick. Zunächst spricht Christian Lehnert über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Neuen Geistlichen Lied. Außerdem kommt er mit dem Lyriker Norbert Hummelt (Neuss) zum Thema „Kirchenlieddichtung in dürftiger Zeit“ ins Gespräch. Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Christiane Schäfer (Mainz) und der Liturgiewissen­schaftler und Jazzmusiker Uwe Steinmetz (Leipzig) erkunden die Top Ten des Neuen Geistlichen Liedes. Der Germanist Prof. Dr. Wolfgang Braungart (Bielefeld) reflektiert über das Verhältnis von Kunst und Religion in der Moderne. Aus musikwissenschaftlicher Sicht fragt Prof. em. Dr. Mechthild von Schoenebeck (Dortmund): „Was ist neu am Geistlichen Liedgut?“

Weitere Kooperationspartner des Ökumenischen Kirchenliedseminars sind die Evangelische Kirche in Deutschland, die Forschungsstelle Kirchenlied und Gesangbuch an der Universität Mainz und der Verein Kultur – Liturgie – Spiritualität e. V. Mainz.

Hinweis: Das vollständige Programm und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter: www.velkd.de/leipzig/downloads/singbar-oder-nicht-loccum.pdf.

Hannover, 2. März 2020
Urs Christian Mundt
Pressestelle der VELKD

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Tobias Bilz
Dresdner Oberlandeskirchenrat wird Landesbischof in Sachsen - Samstag, 29. Februar 2020

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), hat Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz (Dresden) anlässlich seiner Wahl zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gratuliert. Im Namen der Kirchenleitung und der Bischofskonferenz der VELKD wünschte er ihm Gottes Segen für den Dienst im bischöflichen Amt.

„Sie bringen vieles mit, um die Kirche als Weggemeinschaft, Ermutigungsgemeinschaft und Suchgemeinschaft mitzugestalten: pfarramtliche Praxis aus der Kirchengemeinde, Leitungserfahrung und eine gute Kenntnis landeskirchlicher Themen und Strukturen aus Ihrer Tätigkeit als Dezernent im Landeskirchenamt. Ihre lange Zeit als Landesjugendpfarrer wird Sie dafür sensibilisiert haben, auf die Stimmen junger Menschen zu hören, gemeinsam Kirche zu gestalten mit denen, die nach uns kommen, und denen Raum zu geben, die eigene Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen möchten.“

Im Blick auf die Situation der sächsischen Landeskirche schreibt der Leitende Bischof: „Viele unterschiedliche Erwartungen richten sich an Sie. Das Bischofsamt ist ein Amt der Einheit, und doch kann auch dieses Amt seinen Beitrag zum Zusammenhalt einer theologisch vielfältigen Kirche nur im Zusammenspiel mit allen anderen leisten, die in der Kirche Dienst tun. Dazu wünsche ich Ihnen Kraft und zugleich Gelassenheit, die aus Gottes Geist kommen.“

Tobias Bilz ist am 29. Februar 2020 von der Landessynode der sächsischen Landeskirche im 3. Wahlgang gewählt worden. Er folgt als Landesbischof auf Dr. Carsten Rentzing, der im November 2019 aus dem Amt verabschiedet wurde.

Hannover, 29. Februar 2020             
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

 

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„Unsere Kirchen werden Teil Europas bleiben“
EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm und der Leitende Bischof der VELKD Meister bedauern die britische Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen - Donnerstag, 30. Januar 2020

In einem gemeinsamen Schreiben an Erzbischof Justin Welby und Bischof Jonathan Gibbs anlässlich des Austritts des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 haben der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister als Co-Vorsitzender der Meißen-Kommission, ihre tiefe Überzeugung bekräftigt, dass die enge Verbindung als Kirchen in Europa und die geschwisterliche Gemeinschaft in Christus jetzt umso wichtiger seien. 

Sie betonen in ihrem Schreiben: „Gemeinsam sind wir berufen, das Evangelium von Gottes Liebe in Jesus Christus allen Menschen zu bezeugen. Wir bleiben und gehören zusammen in unserem Auftrag, nach dem Gemeinwohl für unsere Gesellschaften, für Europa und darüber hinaus zu streben, und uns für ein friedliches, respektvolles und solidarisches Zusammenleben einzusetzen – vor Ort, in der Region, national und darüber hinaus.“

Zudem stellen sie heraus, wie wichtig die Zusammenarbeit auch in Zukunft sein wird: „Als Kirchen treten wir für eine Gesellschaft ein, die Vielfalt und unterschiedliche Meinungen erlaubt und respektiert, und die von der Überzeugung lebt, dass alle Mitglieder der Gesellschaft zusammengehören. In unserer konfliktbeladenen Welt sind Gemeinschaft und Zusammenarbeit umso wichtiger, weil sie ein Zeichen von Gottes Gegenwart unter uns im Evangelium sind. […] Für die EKD ist die Europäische Union das Mittel, mit dem die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit angemessen angegangen werden können. Wir bedauern die britische Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen, aber respektieren diesen souveränen demokratischen Beschluss. Unsere Kirchen sind Teil Europas und werden Teil Europas bleiben. Durch das Evangelium von Jesus Christus, dem Menschgewordenen, Gekreuzigten und Auferstandenen, gehören wir zusammen und sind berufen, unsere gemeinsame Zukunft in Europa zu gestalten. In ihm bleiben wir verbunden.”

Hannover, 30. Januar 2020             
Pressestelle der VELKD                                        Pressestelle der EKD
Henrike Müller                                                      Annika Lukas

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Impulsgeber für das ökumenische Miteinander
Leitender Bischof Meister gratuliert Christian Krause zum 80. Geburtstag - Montag, 6. Januar 2020

Als „wachen Beobachter der ökumenischen Entwicklungen“ hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover), den Braunschweiger Altbischof Dr. h. c. Christian Krause gewürdigt, der heute seinen 80. Geburtstag feiert.

Krause, der von 1997 bis 2003 auch Präsident des Lutherischen Weltbundes war, habe die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre mit der römisch-katholischen Kirche maßgeblich mit auf den Weg gebracht. „Entscheidend war dabei für Sie das gemeinsame Bekennen von Lutheranern und Katholiken sowie mittlerweile weiteren Konfessionsfamilien. Hier haben Sie Impulse gesetzt, die die ökumenische Landschaft nachhaltig prägen“, so der Leitende Bischof in seinem Gratulationsschreiben.

Konflikte beilegen und Möglichkeiten für Verständigung und gegenseitiges Verstehen zu eröffnen, sei für den Jubilar bis heute leitend. So habe Krause erst kürzlich darauf hingewiesen, „dass wir Christen angesichts der gesellschaftlichen Umbrüche auf andere zugehen, Räume öffnen und einander einladen müssten. Dazu braucht es einen weiten Horizont und einen selbstbewussten, lutherischen Blick auf die Ökumene, der Verschiedenheit als Chance begreift und lebt“, stellt Landesbischof Meister fest. „Gottes Segen begleite Ihre Wege auch im kommenden Lebensjahr, Gott schenke Ihnen weiterhin wachen Geist, Gesundheit und guten Mut.“

Dr. h. c. Christian Krause war von 1994 bis 2003 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und Mitglied der Bischofskonferenz der VELKD. Von 1997 bis 2003 amtierte er als Präsident des Lutherischen Weltbunds (LWB).

Pressestelle der VELKD
Gundolf Holfert

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