Pressemitteilungen 2019

Mehr als blühende Narzissen
Osterbotschaft des Leitenden Bischofs der VELKD, Landesbischof Ralf Meister - Donnerstag, 18. April 2019

Der Tod hat nicht das letzte Wort. Deshalb feiern wir Ostern. Es bleibt die Frage, wie unser Leben ohne den Schrecken des Todes aussehen soll. Der Tod wird in der Osterbotschaft ja nicht verneint oder für ungültig erklärt. „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier“, sagt der Engel zu den Frauen, die an das Grab Jesu kamen (Markus 16,6). Der Tod bleibt real. Für die Frauen damals. Und für uns. Er baut sich unser Leben lang mächtig vor uns auf. Er will alles beherrschen mit Gedanken, die er uns beständig einflüstert: „Du lebst nur einmal.“ – „Nach deinem Leben kommt nichts.“ – „Was du nicht hier gehabt, erlebt und gehortet hast, wird dir für immer verloren bleiben.“ – „Diese Jahre sind deine letzte Gelegenheit.“ Das sind die Argumente des Todes. Darin ist er verführerisch und stellt unsere Seele auf die Probe. Er will beweisen, dass Ostern nichts als eine schöne Illusion ist.

„Entsetzt euch nicht! Er ist auferstanden.“ Das kann uns der Verstand nicht sagen. So können nur Herz und Seele sprechen. Daraus will die Kraft wachsen, das Leben neu zu sehen, schon vor dem Tod. Denn Ostern entführt uns nicht in ein Irgendwann in einer anderen Welt, sondern mitten ins Hier und Jetzt. Die Auferstehungshoffnung ist das erfolgreichste Mittel gegen Resignation. Ein Ereignis, das der einzigen Sicherheit im Leben, nämlich seiner Endlichkeit, zugleich widerstandsfähig und mutig gegenübersteht. Der Vorwurf, Christen und Christinnen würden vertröstet und mit Blick auf das Jenseits leben, weil die entscheidenden Gotteserfahrungen noch in der Zukunft liegen, ist falsch. Das Gegenteil ist richtig. „Christen sind Protestleute gegen den Tod“, predigte der schwäbische Pfarrer Christoph Blumhardt im 19. Jahrhundert. Christen und Christinnen legen nicht die Hände in den Schoß und warten auf das jenseitige Leben, sondern versuchen, in diesem Leben etwas sichtbar zu machen von dem, was es heißt, gegen den Tod einzustehen.

Dieser Aufruf zum Protest gegen den Tod zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Christentums. Schon in der Antike waren die Leidensbereitschaft der Christinnen und Christen und ihr soziales Gewissen eine Überraschung für die Menschen in ihrer Umgebung. Dass christliche Gemeinden alle, die sich zu Christus bekannten, in ihre Gemeinschaft aufnahmen, ganz unabhängig von der sozialen Stellung, der Herkunft und dem Geschlecht, löste Verwunderung aus. Und dass sie sich mutig gegen die Mehrheit der Gesellschaft stellten, führte zwar zu Verfolgungen, wurde aber zugleich mit großem Respekt von antiken Schriftstellern notiert. „Entsetzt euch nicht!“ ist mehr als eine Beruhigung. Es ist eine Aufforderung zum aktiven Einsatz gegen die Herrschaft des Todes in dieser Welt. Christlicher Glaube ist nicht das bisschen Glücksgefühl, das dem Leben noch fehlt, sondern eine grundsätzliche Erfahrung, die das Leben verändert. Eine Erfahrung, dass es unsere Aufgabe ist, Trost und Gerechtigkeit und Frieden in diese Welt zu bringen. Eine solche Glaubenserfahrung hat viele Christen und Christinnen bis in den eigenen Tod widerstehen lassen und bleibt bis in unsere Tage ein spiritueller Motor für Veränderungen. Die sichtbaren österlichen Zeichen sind nicht der Osterhase und die blühenden Narzissen, sondern der mutige Einsatz gegen die Todesschatten in dieser Welt. Das eint Christen und Christinnen in der ganzen Welt. Wo Menschen anderen Menschen mutig zur Seite stehen und dafür Ansehen riskieren und Bequemlichkeiten verlassen, wird Auferstehung sichtbar, mitten in Todeslandschaften. Das ist unsere Aufgabe, unsere Würde.

Ich wünsche Ihnen gesegnete und lebensfrohe Ostern!

Hannover, 18. April 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Tränen sind Fürbitten ohne Worte
Landesbischof Ralf Meister, Leitender Bischof der VELKD, zum Karfreitag - Mittwoch, 17. April 2019

Weinen müssen wir nicht lernen. Das ist angeboren. Was wir lernen, ein Leben lang, ist das Unterdrücken der Tränen. Mal gelingt es besser, mal schlechter. Aber jeder Mensch weint. Meist tun wir das im Verborgenen, denn es gibt nur ein paar Gelegenheiten, in denen das Weinen in der Öffentlichkeit erlaubt ist: Bei einem traurigen Abschied, am Grab, einem großen Schmerz. Ansonsten gilt: Tränen sind Zeichen von Schwäche – „Jungs weinen nicht!“ Gott sei Dank stimmt das nicht, und es wird wohl viel, viel mehr geweint, als wir denken. In Kinos und Theatern, aber vor allem dort, wo es niemand sieht: zuhause, im Stillen, manchmal unter der Bettdecke.

Wir müssen unsere Tränen nicht verstecken. Auch die Bibel ermutigt uns zum Weinen. Wir erinnern uns am Karfreitag an das Leiden und den Tod Jesu. An das stumme, stille Ertragen des Schmerzes, aber auch seine gebrüllte Klage. Als Jesus am Karfreitag sah, dass Frauen um ihn weinten, sagte er: „Weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.“ (Lukas 23,28) Über was weinen wir?

Ich denke, es gibt Vieles, über das wir keine einzige Träne vergießen, obwohl es doch zum Heulen ist. Wer weint darüber, dass ein ungerechtes Wirtschaftssystem und unsere Gleichgültigkeit tagaus, tagein abertausende von Menschen verhungern lassen? Wer weint darüber, dass Gerechtigkeit auf diesem Planeten für die Mehrheit der Menschen nur ein Wort ist und eine ferne Hoffnung bleibt? Um was weinen wir?

Denken wir zurück an die Tränen der letzten Monate. Welche Trauerfälle, welche Abschiede ließen im vergangenen Jahr unsere Tränen fließen? Mit wem haben wir eng umschlungen geweint? Welche Nachrichten rührten uns zu Tränen, so dass wir uns öffneten, ob wir wollten oder nicht, und unser Innerstes zeigten?

All diese Tränen waren Traurigkeit und Entlastung für uns selbst, aber auch eine ganz persönliche Botschaft an andere – auch an Gott.

Tränen sind Fürbitten ohne Worte. Und auf diese Fürbitten antwortet Gott. Die Bibel erzählt, wie Gott einmal dem kranken König Hiskia antwortet: „Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.“ (2. Könige 20,5)

Tränen sind Fürbitten ohne Worte. Und sie halten die große Hoffnung fest, dass das Weinen einmal ein Ende haben wird, so wie es ganz am Ende der Bibel steht: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4) 

Hannover, 17. April 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Kirchen für Europa
VELKD-Bischofskonferenz in Straßburg bekräftigt kirchliches Engagement in Europa - Montag, 18. März 2019

Die Mitglieder der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und internationale ökumenische Gäste haben während ihrer Klausurtagung in Straßburg ihr Engagement für Europa bekräftigt. In der Diskussion mit den Europaabgeordneten Arne Lietz und Rainer Wieland, die in der Konferenz zu Gast waren, zeigte sich: Wahlaufrufe allein reichen nicht aus. „Wir schulden einem Europa in der Krise unsere Erfahrungen aus der Versöhnungsarbeit. Die Ökumene der Kirche muss daran arbeiten, Europa als Friedensprojekt mitzugestalten“, sagte der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister. Frank-Otfried July, württembergischer Landesbischof und Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, machte die Netzwerke der Kirchen in Europa stark: „Die Kirchen in Europa müssen mit ihren Netzwerken zeigen, dass Europa eine Gemeinschaft ist. Gegen neuen Nationalismus, gegen Rassismus, gegen Sprachunfähigkeit setze ich auf Kommunikation der Kirchen untereinander.“

Die Klausurtagung der Bischofskonferenz der VELKD fand vom 15.-18. März 2019 in Straßburg statt. „Straßburg, die europäischste der Städte Europas, ist ein Symbol dafür, dass Frieden und Versöhnung möglich sind“, sagte der Leitende Bischof auf einem Empfang der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen (UEPAL). Meister würdigte die Gründung der UEPAL vor 13 Jahren als wichtige Stärkung der protestantischen Stimme in Europa. „Ökumenisch und europäisch: Diese Merkmale sollten alle Kirchen in Europa auszeichnen“. So könnten sie ihrem Auftrag folgen und „für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde eintreten, damit es keinen Konflikt, keinen Krieg, keine Gewalt zwischen den Völkern in Europa mehr gibt“.

Die Klausurtagung wurde gemeinsam mit dem Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg veranstaltet. Der Studientag am Samstag beschäftigte sich mit dem Thema „Bischöfliches Amt, lutherische Identität und Leitung in der Kirche“ aus biblisch-reformatorischer, ökumenischer, systematisch-theologischer und organisationslogischer Sicht. Die Vorträge werden veröffentlicht.

Hinweis: Fotos mit Impressionen der Tagung.

Straßburg, 18. März 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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25 Jahre Liturgiewissenschaftliches Institut Leipzig
Festakt am 19. März 2019 im Alten Senatssaal der Universität - Freitag, 15. März 2019

Das Liturgiewissenschaftliche Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland (VELKD) bei der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Seit 1994 leistet das Institut einen entscheidenden Beitrag zu Forschung und Lehre, Beratung und Mitgestaltung gottesdienstlicher Entwicklung: „In der Arbeit des Instituts verbinden sich reflektierte Praxis und praxisbezogene Forschung zu den Gottesdiensten in den evangelisch-lutherischen Kirchen“, sagt Leiter Prof. Dr. Alexander Deeg von der Universität Leipzig. „Die Schönheit des Gottesdienstes der Tradition gilt es immer neu zu entdecken – ebenso wie es sich lohnt, neue sprachliche, symbolische und rituelle Formen zu erproben. Für beides steht die Arbeit des Liturgiewissenschaftlichen Instituts.“ Auch 25 Jahre nach seiner Gründung sei das Leipziger Institut das einzige evangelische im deutschsprachigen Raum, das praktische Fragen zu den Gottesdiensten und ihrer Feier mit wissenschaftlichen Reflexionen im universitären Kontext verbinde.

Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens findet am 19. März 2019 um 18:30 Uhr im Alten Senatsaal der Universität Leipzig ein Festakt statt. Landesbischof Ralf Meister, Leitender Bischof der VELKD, spricht ein Grußwort. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck, Professor für Praktische Theologie und Vorsitzender der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema „Wohin geht die Liturgiewissenschaft?“, ihm antwortet der katholische Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann.  Im Rahmen eines Podiumsgesprächs diskutieren Landesbischöfin Ilse Junkermann (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) und der wissenschaftliche Geschäftsführer des Liturgiewissenschaftlichen Instituts, Pfarrer und Dichter Dr. h. c. Christian Lehnert, mit zeitzeichen-Chefredakteur Reinhard Mawick die Frage „Liturgie und Liturgiewissenschaft – zwei Krisengeschöpfe?“ Der Abend wird musikalisch gestaltet von Jazzmusiker Uwe Steinmetz am Saxophon.

Zum Angebot des Instituts, das im Spannungsfeld zwischen Kirche, Universität und kulturellem Leben arbeitet, gehören liturgiewissenschaftliche Lehrveranstaltungen an der Universität und Tagungen wie das jährliche Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch, das Kirchenliedseminar oder die „Tage gelebter Liturgie“. „Das Institut ermöglicht Studierenden, Pfarrerinnen und Pfarrern, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern Kenntnisse zu Gottesdiensten in Geschichte und Gegenwart zu erwerben, Sensibilität für ästhetische Herausforderungen des Liturgiefeierns zu stärken und so Tradition und die Herausforderungen der Gegenwart zu verbinden“, sagt Alexander Deeg. Dabei sei das Liturgiewissenschaftliche Institut von Anfang an ökumenisch vernetzt: „Fragen zur Zukunft des evangelisch-lutherischen Gottesdienstes lassen sich nur im Austausch mit Praktikerinnen und Praktikern, Forscherinnen und Forschern aus anderen Konfessionen und kulturellen Kontexten klären.“ In Zukunft werde deshalb auch die Kooperation mit dem Lutherischen Weltbund vertieft.

Der Festakt findet im Zusammenhang des 23. Liturgiewissenschaftlichen Fachgesprächs statt. Das Fachgespräch vom 18. bis 20. März 2019 beschäftigt sich mit dem Thema „Stille. Liturgie als Unterbrechung“.

Mehr Informationen unter:
www.velkd-liturgie.de 
23. Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch
25 Jahre Liturgiewissenschaftliches Institut

Hannover
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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VELKD-Bischofskonferenz tagt in Straßburg
Themen: Leitung in der Kirche, Gespräche mit Europa-Abgeordneten - Montag, 11. März 2019

Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) trifft sich vom 15.-18. März 2019 zu einer Klausurtagung in Straßburg. Die Tagung, die gemeinsam mit dem Institut für Ökumenische Forschung Straßburg vorbereitet und durchgeführt wird, beschäftigt sich mit dem Thema „Bischöfliches Amt, lutherische Identität und Leitung in der Kirche“. Neben wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen zum Tagungsthema treffen sich die Mitglieder der Bischofskonferenz und ihre Gäste am Sonntagabend mit zwei Mitgliedern des Europäischen Parlaments zur Diskussion über Perspektiven, Populismus, Visionen und Werte für Europa wenige Wochen vor der Wahl zum Europäischen Parlament.

„Leitung in der Kirche geschieht im vielfältigen Miteinander von Personen und Diensten. Wie in den Gliedkirchen der VELKD Leitungshandeln wahrgenommen und theologisch reflektiert wird und wie eine zukunftsfähige Kirche geleitet werden kann, ist für den Austausch innerhalb der evangelischen Kirche ebenso wichtig wie für den ökumenischen Dialog“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister. Der Tagungsort Straßburg und das Gespräch mit den Parlamentsmitgliedern Arne Lietz und Rainer Wieland sei gerade angesichts der bevorstehenden Europawahl von besonderer Bedeutung: „In ökumenischer Verbundenheit stehen die Kirchen in Europa dafür ein, dass der Glaube an Gott nationale Grenzen überschreitet“. Die Kirchen seien herausgefordert, dafür einzutreten, dass die Menschen in Europa im Geist der Gerechtigkeit und Menschlichkeit verbunden blieben.

Die Vorträge während der Klausurtagung beschäftigen sich mit dem lutherischen Verständnis kirchlichen Leitungshandelns (Prof. Dr. Jennifer Wasmuth) und mit Kirchenleitung in lutherischen Kirchen aus ökumenischer Perspektive (Prof. Dr. Theodor Dieter). In seinem Beitrag „Kirche ohne Leitung“ nimmt PD Dr. Stefan Dienstbeck am Beispiel des Theologen Paul Tillich kritische Anfragen an die lutherische Kirche auf. PD Dr. Holger Böckel fragt danach, welche Erfordernisse kirchliches Leitungshandeln zukünftig prägen müsse.

Weitere Programmpunkte neben der thematischen Arbeit sind ein Empfang beim Präsidenten der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen, Christian Albecker, und eine Führung durch das Straßburger Münster. Im Gottesdienst am Sonntag, 17. März 2019 in der Kirche St. Thomas wird der Leitende Bischof der VELKD ein Grußwort sprechen.

Das Institut für Ökumenische Forschung Straßburg wurde 1965 im Auftrag des Lutherischen Weltbundes (LWB) gegründet. Es hat die Aufgabe, ökumenische Dialoge zu führen und theologische Forschung und Beratung zu betreiben. Die Leiterin des Instituts ist seit 2018 Prof. Dr. Jennifer Wasmuth. Die Tagung im Institut für Ökumenische Forschung drücke die große Bedeutung der Ökumene für die Arbeit der VELKD und die Verbundenheit mit dem Institut aus, das seit mehreren Jahrzehnten die ökumenischen Dialoge auf internationaler Ebene maßgeblich begleite, sagt Oberkirchenrat Johannes Dieckow vom Amtsbereich der VELKD.

Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Straßburg auch zwei Vizepräsidenten des LWB, die Hamburger Pröpstin Astrid Kleist und Erzbischof Urmas Viilma von der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, als Gäste teil. Weitere ökumenische Gäste sind Bischöfe aus Island, Norwegen, der Schlesischen Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses und von der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland.

Medienkontakt: Telefon +49 (0) 151 46 10 15 20, Mail: mueller@velkd.de

Hannover, 11. März 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Konsens und Dissens in der Ethik. Wie weit reicht die katholisch-evangelische Ökumene?
Ökumenisches Symposium der Deutschen Bischofskonferenz und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands - Montag, 25. Februar 2019

Unter der Überschrift „Konsens und Dissens in der Ethik. Wie weit reicht die katholisch-evangelische Ökumene?“ veranstalten die Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing und der Katholischen Akademie in Bayern vom 7.-8. März 2019 ein ökumenisches Symposium.

Gerade in der Ethik sind in den letzten Jahren zwischen den Kirchen immer wieder Unterschiede deutlich geworden. Diese zeigen sich zum Beispiel in der Frage der Stammzellenforschung und bei dem Thema der nichtinvasiven Pränataldiagnostik. Besteht die in diesem Zusammenhang möglicherweise die Gefahr, dass unterschiedliche Positionierungen in ethischen Einzelfragen die Kirchen voneinander trennen und dadurch die Ökumene beeinträchtigen können? Wie können die Kirchen auch angesichts ihrer teils unterschiedlichen Bewertung von ethischen Einzelfragen gemeinsam ihrer Aufgabe gerecht werden, für die unverlierbare Würde des Menschen und den Schutz der Schwachen einzutreten?

Diesen Fragen geht die prominent besetzte Fachtagung nach. Sie nimmt Bezug auf die Studie „Gott und die Würde des Menschen“, die 2017 von der dritten Bilateralen Arbeitsgruppe der DBK und der VELKD vorgelegt wurde. In ihr wird die These vertreten, dass ein weitreichender Konsens zwischen den Kirchen in der Anthropologie und in der ethischen Argumentation auch Unterschiede in der Bewertung ethischer Einzelfragen zulasse, die aber diese fundamentalen Gemeinsamkeiten nicht aufheben, sondern von ihnen getragen sind und daher keine trennende Wirkung zwischen den Kirchen haben müssen.

Im Verlauf der Tagung wird zunächst jeweils ein Mitglied der Bilateralen Arbeitsgruppe die Position der Studie zu den Themen „Wer ist der Mensch? Grundelemente des christlichen Menschenbildes“ (Prof. Dr. Thomas Söding), „Prinzipien ethischer Urteilsbildung im Lichte konfessioneller Traditionen“ (Prof. Dr. Miriam Rose) und „Das Modell des differenzierten Konsenses und begrenzten Dissenses in ethischen Einzelfragen“ (Prof. Dr. Wolfgang Thönissen) darstellen und kritisch reflektieren. Ergänzende Beiträge von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Konfessionsfamilien (katholisch, evangelisch, orthodox, freikirchlich) werden die Perspektive erweitern. Am Beispiel der „Ehe für alle“ und dem Umgang mit Geflüchteten wird ausgelotet, inwieweit das Prinzip des differenzierten Konsenses auf aktuelle ethische Fragstellungen anwendbar ist.

Am Samstag, 7. März, hält Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joas im Rahmen der Tagung einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Menschenrechte – alte und neue Herausforderungen“.

Die Tagung schließt mit einem Podium über die Perspektiven der Ökumene mit dem Catholica-Beauftragten der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, und dem Vorsitzenden der Ökumenekommission der Deutschen Bischofs­konferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige.

Hinweis: Das genaue Programm können Sie dem Flyer entnehmen unter http://www.velkd.de/downloads/2019_Tagungsflyer-Konsens-Dissens.pdf. Anmeldungen sind bis zum 28. Februar 2019 bei der Akademie Tutzing möglich unter https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/konsens-und-dissens-in-der-ethik-wie-weit-reicht-die-katholisch-evangelische-oekumene-2/.

Hannover, 25. Februar 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Ehrendoktorwürde für Landesbischof Ulrich
Leitender Bischof der VELKD gratuliert seinem Vorgänger zur Auszeichnung durch die Universität Kiel - Mittwoch, 30. Januar 2019

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister, gratuliert Landesbischof Gerhard Ulrich anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Theologische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel am 1. Februar 2019. Die öffentliche Würdigung und Anerkennung seiner Verdienste und seines vielfältigen und prägenden Wirkens in Kirche und Gesellschaft in der Nordkirche und weit darüber hinaus zeige, „dass Kirchenleitung und pastoraler Dienst nur möglich sind auf einem geistlich gegründeten und theologisch reflektierten Fundament“.

„Theologisches Denken und pastoraler Dienst müssen aufeinander bezogen bleiben“, so der Leitende Bischof. Die Theologische Fakultät Kiel ehre mit Landesbischof Ulrich einen Menschen, dem dies an den vielfältigen Stationen seines beruflichen Lebens stets gelungen sei. Persönliche Frömmigkeit, pointierte Sprache, gesellschaftspolitisches Engagement und ökumenische Weite verbinde Landesbischof Ulrich in seiner Person zu einem klaren Profil: Er sei „zugewandt den Menschen, mit einem besonderen Herzen für die am Rand der Gesellschaft, stets auch im Blick auf die, die nach uns kommen und mit einer geradezu spielerischen Freude am Dialog mit anderen Künsten und Wissenschaften“.

Landesbischof Ulrich, der von 2011 bis 2018 auch Leitender Bischof der VELKD war, erhält die Ehrendoktorwürde für besondere Verdienste um Theologie und Kirche. Der Senat der Universität würdigte den ehemaligen Leitenden Bischof in seiner Begründung als einen „herausragenden Botschafter in Kirche und Gesellschaft“, da er „theologische Forschung als Landesbischof und Vorsitzender Bischof der VELKD stets auf einem aktuellen Niveau bekannt gemacht und verbreitet“ habe. Außerdem habe er sich aktiv für die Aufnahme der drei theologischen Fakultäten Kiel, Rostock und Greifswald sowie des Hamburger Fachbereichs in die Verfassung der neugegründeten Nordkirche eingesetzt und das Theologiestudium in einem über das übliche Maß hinausgehenden Umfang gefördert.

Die Ehrendoktorwürde wird Landesbischof Ulrich am 1. Februar 2019 in einer Feierstunde im Kieler Landeshaus verliehen.
Weitere Informationen unter http://www.velkd.de/velkd/ehrungen.php

Hannover, 30. Januar 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

 

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