Pressemitteilungen 2019

Bedauern und Respekt
Leitender Bischof der VELKD Ralf Meister zum angekündigten Rücktritt von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover) zur Rücktrittsankündigung von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (Dresden):

 "Mit tiefem Bedauern und großem Respekt nehme ich die Ankündigung von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, sein Amt zur Verfügung zu stellen, zur Kenntnis. Ich wünsche sehr, dass das von ihm mit dieser Entscheidung verbundene Ziel, die Einigkeit in seiner Landeskirche zu stärken, erreicht werden kann. 

Als stellvertretender Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat Bischof Dr. Rentzing zusammen mit mir als Leitendem Bischof die Vielfalt des theologischen Spektrums innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland in klaren Positionen mit abgebildet. Um die Wahrheit des Evangeliums in unserer Welt ringen wir fortwährend im Dialog – auch im Streitgespräch – vor Gott und den Menschen. 

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens seit vielen Jahrzehnten in guter Partnerschaft verbunden. Wir sind in der Fürbitte bei unseren Geschwistern in der sächsischen Landeskirche. 

Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit danke ich Landesbischof Dr. Rentzing von Herzen und wünsche ihm und seiner Familie Gottes Segen für ihren weiterem Weg." 

Hannover, 11. Oktober 2019
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller
 

Seite drucken
Jahresprogramm 2020 des VELKD-Gemeindekollegs und „Kirche in Bewegung“ erschienen
„Die Route wird neu …“: Veränderungsprozesse stehen im Mittelpunkt - Freitag, 11. Oktober 2019

Das Jahresprogramm 2020 des Gemeindekollegs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sowie die aktuelle Ausgabe des Gemeindekolleg-Magazins „Kirche in Bewegung“ sind erschienen. Der Titel des Magazins „Die Route wird neu …“ spielt auf die Neuausrichtung in Navigationsprozessen an. Die Texte beschäftigen sich mit der geistlichen Begleitung und Durchdringung von Veränderungsprozessen in der Kirche. 

„Die Beiträge im Magazin erzählen von konkreten Veränderungen in Gottesdienst und Gemeindearbeit. Es geht um die Frage, warum wir Dinge anders anders machen müssen. Und es geht um Neugier auf eigene Erkundungswege. Auch die Angebote im neuen Jahresprogramm unterstützen Menschen darin, neue Routen zu begehen“, sagt Prof. Dr. Reiner Knieling, der Leiter des Gemeindekollegs. „Die großen Herausforderungen unserer Zeit lösen wir nicht durch die Verstärkung dessen, was schon in der Vergangenheit nicht geholfen hat. Wir brauchen Lust, Lösungen anders zu finden, als wir es bisher getan haben.“

Zum Programm gehören zum Beispiel eine dreiteilige Fortbildungswerkstatt für spirituelle Prozessarbeit, ein Seminar für die Begleitung von Erneuerungsprozessen in der Kirche, eine Übung zur Förderung des Dialogs mit Konfessionslosen oder kontemplative Kloster-Tage. Die Seminare, Kurse und Fortbildungswerkstätten des Gemeindekollegs richten sich an ehren- und hauptamtlich Verantwortliche in Kirchen und Gemeinden, die kirchliches Leben gestalten und Erneuerungsprozesse anstoßen, durchführen und begleiten. Sie werden von Prof. Dr. Reiner Knieling und Studienleiterin Isabel Hartmann gemeinsam mit fünf Co-Workern aus verschiedenen Landeskirchen und Arbeitsfeldern gestaltet und finden deutschlandweit an unterschiedlichen Orten mit geistlicher Geschichte und Prägung statt. 

Das 1986 gegründete Gemeindekolleg in Neudietendorf bei Erfurt entwickelt und vernetzt Ideen und Impulse zur Gemeindeentwicklung, öffnet Foren für experimentelles Lernen und begleitet Veränderungsprozesse. 

Hinweis: Die aktuelle Ausgabe von „Kirche in Bewegung“ und das Jahresprogramm 2020 des Gemeindekollegs sind direkt unter www.gemeindekolleg.de abrufbar. 

Hannover,
Pressestelle der VELKD, Henrike Müller
 

Seite drucken
Wege zum gemeinsamen Abendmahl
Catholica-Beauftragter auf dem 33. Friedenstreffen von Sant’Egidio - Montag, 16. September 2019

„Bis 2018 waren die Kirchen der Grund zur Trennung und keine Hilfe für die Menschen“ – das hat der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), mit Blick auf die Frage des gemeinsamen Abendmahls für Ehepaare unterschiedlicher Konfessionen festgestellt. Vor diesem Hintergrund sei es zu begrüßen, dass die katholische Kirche in Deutschland nach harten inneren Debatten dazu gekommen sei, den Angehörigen ihrer Kirche in konfessionsverbindender Ehe eine Möglichkeit zum gemeinsamen Kommunionsempfang aufzuzeigen. 

In seinem Vortrag auf dem Friedenstreffen von Sant’Egidio in Madrid am 16. September 2019 betonte Manzke die Bedeutung dieser Frage für die ökumenische Situation in Deutschland. Insbesondere die Orientierungshilfe der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur“ ist für den Catholica-Beauftragten ein klares Signal für einen möglichen Weg hin zum gemeinsamen Kommunionsempfang konfessionell verbundener Ehepartner: So sei „die Entscheidung über die Kommunionsteilnahme vom Kommunionsspender (dem Priester) auf den Kommunionsempfänger“ verlagert worden. Damit werde das persönliche Gewissen des Gläubigen „geachtet und ernst genommen“. Allerdings sei der kirchenrechtliche Zugang, den die Orientierungshilfe zu dem Thema wähle und der einen evangelischen Ehepartner nur dann „am Tisch des Herrn“ willkommen heiße, wenn die Ehe als „schwere geistliche Notlage“ interpretiert werde, für konfessionsverbindende Paare auch schmerzlich und kritisch zu sehen, so Karl-Hinrich Manzke.

Dennoch schließe die Orientierungshilfe eine Tür auf und bedeute einen „Paradigmenwechsel im seelsorgerlichen Umgang“, so Manzke. Sie zeige, dass sich Beharrlichkeit und Geduld im ökumenischen Gespräch lohnten: „Es wird, um mit Papst Franziskus zu formulieren, höchste Zeit, dass die Kirche sich daran erinnern lässt, dass sie keine Zollstation und keine bloße Behörde ist, sondern ein Ort, wo Menschen aufgerichtet und zu Christus geführt werden.“

Hinweis: Vom 15.-17. September 2019 findet in Madrid das 33. Internationale Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio zum Thema „Peace with no Borders“ statt. Die Treffen, die seit 1986 an wechselnden Orten veranstaltet werden, haben das Ziel, den Dialog der Religionen zu fördern und dabei besonders das Thema Frieden in den Blick zu nehmen. Weitere Informationen finden Sie unter: https://preghieraperlapace.santegidio.org/pageID/31024/langID/it/event/1324/Panel-9--È-ancora-il-tempo-dell-Ecumenismo.html. Den Vortrag von Landesbischof Dr. Manzke im Wortlaut finden Sie unter: www.velkd.de/velkd/catholica-berichte-vortraege-texte.php.

Hannover, 16. September 2019

Pressestelle der VELKD

Gundolf Holfert

Seite drucken
Lebensfroh und glaubensstark
Einführung von Friedrich Kramer als Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland - Samstag, 7. September 2019

In einem Festgottesdienst im Magdeburger Dom ist Friedrich Kramer am Samstag,
7. September, durch Kirchenpräsident Dr. h. c. Christian Schad (Speyer) und Landesbischof Ralf Meister (Hannover) in sein Amt als Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) eingeführt worden.
 
Landesbischof Meister würdigte Kramer, der zuletzt Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt war, als einen lebensfrohen und glaubensstarken Menschen, der „im Osten Deutschlands geprägt worden ist und eine große Weite mitbringt, um Menschen für die Frohe Botschaft zu begeistern“. Seine zahlreichen Begabungen, vielfältigen beruflichen Stationen und die Fähigkeit zur intensiven Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit der Menschen würden Kramer im bischöflichen Amt zu Gute kommen, das ein Amt mit vielfältigen Dimensionen sei: „evangelisch, ökumenisch und in der tiefen Verbundenheit mit dem Judentum“.
 
Kirchenpräsident Schad bestärkte den neuen Landesbischof in dem „evangelischen Grundvertrauen, dass die Kirche aus dem Wort Gottes lebt und deshalb die Bibel kräftig gelesen und ausgelegt sein will“: „Gerade in unruhigen Zeiten dürfen wir in diese Lebensquelle immer wieder einkehren, um dort Trost und Orientierung zu finden“. Und er ermutigte den Weinbergbesitzer und leidenschaftlichen Sänger: „Seien Sie ein singender Landesbischof, der mit seiner Begeisterung ausstrahlt auf Andere!“
 
Landesbischof Friedrich Kramer folgt auf Landesbischöfin Ilse Junkermann, die im Juli nach zehnjähriger Amtszeit verabschiedet worden war. Die EKM gehört sowohl der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (UEK) als auch der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) an. Die Einführung liegt deshalb in den Händen der Leitenden Geistlichen von UEK und VELKD. Beteiligt war auch Marianne Christiansen, Bischöfin im Bistum Haderslev der Dänischen Volkskirche.
 
Hannover, 5. September 2019 
Pressestelle der VELKD       Pressestelle der UEK      
Henrike Müller                   Carsten Splitt                                                                       

Seite drucken
Erinnerung an den Beginn des 2. Weltkriegs
Leitender Bischof der VELKD: „Dieser Krieg mahnt die europäische Politik bis heute“ - Mittwoch, 28. August 2019

Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Zum 80. Jahrestag sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover):

„Am 1. September gedenken wir des Beginns des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Mehr als 60 Millionen Menschen starben, unzählige Menschen wurden an Leib und Seele verwundet. Dieser Krieg war ein Angriffskrieg aus Deutschland. So bleibt die Geschichte unseres Landes bis heute besonders verbunden mit den Ursachen, die zu diesem globalen Gewaltakt geführt haben: Ein aggressiver, expansiver Nationalismus, eine brutale Diktatur mit systematischer Unterdrückung der Freiheitsrechte, eine massive Verrohung der Sprache und die Entwürdigung, Diskriminierung und Ermordung von sechs Millionen Menschen, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und zahlreichen Widerständlern.

Dieser Krieg mahnt die europäische Politik bis heute. Er fordert einen starken gemeinschaftlichen Einsatz für Humanität, Gerechtigkeit und Frieden. Christinnen und Christen haben einen klaren Auftrag: Weil wir aus dem Licht der Liebe Gottes und seinem Frieden leben, setzen wir uns für Versöhnung und Frieden ein. Wir bekennen unsere Schuld und übernehmen Verantwortung für einen Frieden, der über politische und militärische Vorstellungen hinausweist. Ein Frieden, der im biblischen Sinne des ‚Schalom‘ die Bewahrung der Schöpfung und eine gerechte Verteilung der Lebensressourcen für alle Menschen umfasst.“

Für die Gottesdienste am 1. September schickt Landesbischof Meister ein Fürbittengebet an die Kirchengemeinden (s.auch unter www.velkd.de/gottesdienst/Gebet-aus-aktuellem-Anlass.php). Die Evangelische Friedensarbeit hat einen Aufruf zum Gedenktag an den Beginn des Zweiten Weltkriegs veröffentlicht unter www.evangelische-friedensarbeit.de.

Hinweis: Diese Pressemitteilung wird gleichzeitig von den Pressestellen der VELKD und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verschickt. Mehrfachsendungen bitten wir zu entschuldigen.

Hannover, 28. August 2019
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

Friedensgebet zum 1. September 2019
 

Gott,
Jahre ist der Krieg her, den unser Land zu verantworten hatte.
Lebendig ist er immer noch, in den Köpfen und Herzen vieler Menschen.
In Erinnerungen. Erzählungen.
Es bleibt erschreckend, sich bewusst zu machen, zu was der Mensch fähig ist.
Die diese Gräueltaten miterlebt haben, werden weniger.
Ihre Schicksale mahnen uns weiter.
Halte in deiner Hand,
die jetzt noch unter ihren Erinnerungen leiden,
die Verletzungen und Verluste in sich und an sich tragen.

Noch immer nehmen Kriege kein Ende.
Noch immer sind Menschen auf der Flucht.
Vor Systemen. Vor Gewalt. Um zu überleben.
Halte in deiner Hand,
die voller Ungewissheit und Angst auf eine Zukunft hoffen,
die sich sehnen nach Frieden und Freiheit.

Für die, die sich für friedvolle Begegnungen und die Verständigung zwischen den Völkern einsetzen,
die um politische Lösungen ringen,
die Frieden auch im Kleinen suchen,
bitten wir dich
um Kraft und Ausdauer,
um Ideen für Ihre Arbeit
und Lust, sie zu gestalten.
….

Vater unser im Himmel ...

Amen.

 

Seite drucken
Liturgie – Körper – Medien
Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft - Mittwoch, 21. August 2019

Wie wirkt sich die zunehmende digitale Durchdringung des täglichen Lebens auf die gottesdienstliche Praxis aus? Ist ein Tablet als liturgisches Buch geeignet? Braucht es für liturgische Vollzüge menschliche Begegnung und Interaktion? Sind Sakramente digitalisierbar? Und bietet der digitale Wandel Chancen, gottesdienstliche Realitäten neu wahrzunehmen und zu gestalten?

Diese und andere Fragen thematisiert die neue Veröffentlichung „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“ des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Leipzig. Sie dokumentiert die Vorträge des 22. Liturgiewissenschaftlichen Fachgesprächs, das vom 5.-7. Februar 2018 in Leipzig stattfand und Experten aus Theologie, Philosophie, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie aus digitaler und künstlerischer Praxis (unter anderen Kristina Fiedler, Christian Grethlein, Ferenc Herzig, Kristin Merle, Volkmar Mühleis, Dirk Pilz (†), Christian Walti und Katharina Wiefel-Jenner) versammelte.

Entsprechend weit gespannt ist die thematische Bandbreite der Beiträge der vorliegenden Dokumentation: Sie folgen Gottesdienstgestaltungen im digitalen Raum, beleuchten den Zusammenhang von Körper, Medialität und Erfahrung, suchen theologische Wegmarken und kulturwissenschaftliche Vergleichspunkte.

Wie Digitalisierung auch Frömmigkeit und liturgische Formen verändere, sei „in unseren Kirchen kaum bedacht“, so Dr. Alexander Deeg, der Leiter des Instituts und Professor für Praktische Theologie in Leipzig. Leitend für das Fachgespräch seien grundlegende Fragen gewesen: „Was bedeutet die Kultur der Digitalität für unsere Wahrnehmung von Gottesdienst, für unser Verständnis grundlegender liturgischer Kategorien wie Leib und Raum, Gemeinschaft und Kommunikation?“

Hinweis: „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“, Bd. 32 der Reihe „Beiträge zu Liturgie und Spiritualität‘ des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD, herausgegeben von Alexander Deeg und Christian Lehnert, 152 Seiten, Leipzig 2019, ISBN 978-3-374-06028-3, 24,00 Euro.  Das Buch ist ausschließlich über den Buchhandel erhältlich. Mehr unter www.velkd.de/liturgie-koerper-medien.

Hannover, 21. August 2019
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Wohin geht die Liturgiewissenschaft?
Vorträge zum 25-jährigen Jubiläum des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD veröffentlicht - Mittwoch, 14. August 2019

„Wohin geht die Liturgiewissenschaft?“ – Das war die Leitfrage der Vorträge beim Festakt anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) an der Universität Leipzig. Die Vorträge sind nun in der aktuellen Ausgabe Nr. 183 der „Texte aus der VELKD“ erschienen.  

Der Vorsitzende der Liturgischen Konferenz, Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck (Bonn), bietet in seinem Festvortrag einen Rückblick auf 25 Jahre Liturgiewissenschaft und schaut von dort aus in die Zukunft: „Die Liturgiewissenschaft der nächsten 25 Jahre wird (...) noch differenzierter, noch empirischer, noch internationaler und noch interreligiöser zu Werke gehen.“ Die Antwort des römisch-katholischen Liturgiewissenschaftlers Prof. Dr. Benedikt Kranemann (Erfurt) unterstreicht, dass Liturgiewissenschaft nur ökumenisch unterwegs sein kann. Er beschäftigt sich in seinem Vortrag unter anderem mit dem Verhältnis von Liturgie und Macht und zeigt, dass Liturgiewissenschaft nicht nur ein Randgebiet ist, sondern immer das Ganze der Theologie im Blick hat.

Ergänzend zu den Vorträgen enthalten die aktuellen „Texte aus der VELKD“ ein Geleitwort des Leiters des Liturgiewissenschaftlichen Instituts,
Prof. Dr. Alexander Deeg (Leipzig), der anlässlich des Jubiläums als „Unterwegskasualie“ die aktuelle Arbeit des Instituts darstellt. Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister, rückt in seinem Grußwort die Schönheit des Gottesdienstes in den Mittelpunkt und würdigt die Arbeit des Instituts.

Das Liturgiewissenschaftliche Institut der VELKD an der Universität Leipzig wurde 1994 gegründet. Es ist das einzige evangelische Institut im deutschsprachigen Raum, das praktische Fragen zu den Gottesdiensten und ihrer Feier mit wissenschaftlichen Reflexionen im universitären Kontext verbindet.

Hinweis: Die Ausgabe 183 der „Texte aus der VELKD“ kann unter http://www.velkd.de/velkd-texte-183-25Jahre-Liturgiew-Institut  heruntergeladen werden. Mehr Informationen: www.velkd-liturgie.de.

Hannover, 14. August 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Theologie als Antwort auf die Herausforderungen der Zeit
Jahresprogramm 2020 des Studienseminars Pullach erschienen - Montag, 15. Juli 2019

Das neue Kursprogramm des Theologischen Studienseminars der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Pullach für das Jahr 2020 ist erschienen. Die 21 ein- und zweiwöchigen Studienkurse richten sich an Pfarrerinnen und Pfarrer und an religionspädagogisch Mitarbeitende sowie an Personen im kirchenleitenden Amt und an Prädikantinnen und Prädikanten. Die Anmeldung zu den Kursen ist ab sofort online möglich.

„Das neue Programm reagiert auf die Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft, indem wir vor allem Theologie treiben“, beschreibt Rektor Dr. Detlef Dieckmann das Anliegen der Pullacher Studienkurse. „Theologie heißt Vertiefung, manchmal auch Verlangsamung; sie schafft Freiräume für neues Nachdenken, für ungewohnte Perspektiven auf Bekanntes, für frische Ideen.“ Die theologischen Studienkurse werden je zur Hälfte von der Studienleiterin Dr. Christina Costanza und von Dr. Dieckmann geleitet.

„Theologie des Betens“, „Theologische und philosophische Perspektiven auf Ambivalenz“ und „Sünde, Schuld und Scham“ sind Beispiele aus dem Kursprogramm. Wie jedes Jahr gibt es einen Studienkurs für Pfarrerinnen und Pfarrer mit Kindern, dieses Mal zum Thema „Glück“. „Es ist uns wichtig, eben die Fragen gedanklich zu durchdringen, die im alltäglichen Leben von Menschen aufbrechen“, sagt Studienleiterin Dr. Christina Costanza. „Deshalb findet in vielen unserer Studienkurse auch der Dialog mit der Gegenwartskultur Raum, wie im Literaturkurs und im Filmkurs.“ Besonders bereichernd für die Teilnehmenden sei auch der Austausch über landeskirchliche Grenzen hinweg.

Die Studienkurse für ordinierte und nichtordinierte Kirchenleitende verbinden theologische Themen mit dem Blick auf die Praxis, wie der Studienkurs „Rechtfertigung, Anerkennung und Wertschätzung“ oder der Kurs „Theologie in Gremien“, der die gemeinsame theologische Arbeit in Kreissynoden oder Pfarrkonventen in den Fokus nimmt.

Das theologische Studienseminar der VELKD liegt in Pullach im Isartal vor den Toren Münchens. Die 28 Gästezimmer im 2016 sanierten Haus können von Ende Juli bis Mitte September auch privat gemietet werden.

Anmeldungen zu den Kursen und Buchungen für Privataufenthalte unter www.theologisches-studienseminar.de.

Hannover, 15. Juli 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

 

Seite drucken
Mutig, unerschrocken und mit klarer Stimme
Leitender Bischof der VELKD und Vorsitzender der UEK entpflichten Landesbischöfin Ilse Junkermann - Samstag, 6. Juli 2019

In einem Festgottesdienst im Magdeburger Dom ist am 6. Juli die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, nach zehn Jahren im bischöflichen Amt entpflichtet worden. Die liturgische Handlung zum Abschied aus dem Bischofsamt übernahmen der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover) und der Vorsitzende der Union Evangelischer Kirchen (UEK), Kirchenpräsident Dr. h. c. Christian Schad (Speyer), da die EKM sowohl der VELKD als auch der UEK angehört.

Landesbischof Meister würdigte Ilse Junkermann, die als erste Bischöfin das Leitungsamt in der 2009 gegründeten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland übernommen hatte: „Mutig und unerschrocken hast Du Dich mit Jesu Jüngerinnen und Jüngern senden lassen, in die besonderen Herausforderungen der mitteldeutschen Kirchen als Bischöfin. Mit Deinem persönlichen Stil hast Du Deinen Mund aufgetan für die Stummen. Und Du hast das Risiko, anzuecken und Widerspruch zu erregen, nicht gescheut.“ Ilse Junkermann sei eine „klare Stimme“ für die Kirchen in den neuen Bundesländern gewesen und habe immer wieder an die besondere Situation dieser Kirchen und an ihre Geschichte erinnert.

Als „Impulsgeberin“ habe sie Initiativen für eine zukunftsfähige Kirche in einer Minderheitensituation gefördert und sich als Seelsorgerin für die Gemeinden der EKM und ihre Menschen engagiert. Als stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD in den Jahren 2011-2018 habe sie zudem nicht nur die Geschicke der VELKD mitgeprägt, sondern auch viel für das Miteinander von VELKD und UEK getan.

Kirchenpräsident Schad würdigte die unterschiedlichen Stationen der beruflichen Laufbahn von Ilse Junkermann, die nun an der Universität Leipzig einen Forschungsauftrag zur Geschichte der Kirche in der DDR übernimmt: „Du bist auf Deinem Lebens- und Berufsweg mit Deinen Charismen, Deinen Ideen und Fähigkeiten, selbst eine Gabe Gottes an seine Kirche und in seiner Kirche eine Gabe an uns alle geworden.“

Hannover, 4. Juli 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Mut, Offenheit und Freude auf das Neue
Leitender Bischof führt Kristina Kühnbaum-Schmidt als neue Landesbischöfin der Nordkirche ein - Montag, 10. Juni 2019

In einem Festgottesdienst im Schweriner Dom am Pfingstmontag, 10. Juni, ist Kristina Kühnbaum-Schmidt in ihr Amt als Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) eingeführt worden. Die Einführungshandlung vollzog der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister (Hannover).

In seiner Ansprache würdigte er seine neue Kollegin im bischöflichen Amt als eine einfühlsame, kluge und mutige Frau, deren „aufmerksame und achtsame Art“, auf Menschen zuzugehen, schnell ersichtlich sei. Kühnbaum-Schmidt sei geprägt von der „Lust an Theologie“ und jener „intellektuelle(n) Durchdringung all dessen, was uns im Glauben zum Verstehen drängt“. Gott sei für sie nicht nur eine geistliche, sondern auch eine geistige Lebensform.

Der Schritt ins Amt einer Landesbischöfin erfordere Mut. Offenheit und Freude auf das Neue aber zeichne die neue Bischöfin aus: „Das Neue ist ein Geschenk aus den Möglichkeiten Gottes. Christinnen und Christen sind Möglichkeitsmenschen, die mit dem Unmöglichen leben. Und diesem Unmöglichen wollen Sie im Leben anderer Menschen Gestalt geben, sie begleiten zu einem beschenkten, einem gerechten, einem barmherzigen Leben“, sagte Landesbischof Meister.

Kristina Kühnbaum-Schmidt, zuvor Pröpstin (gleichbedeutend mit dem Regionalbischofsamt) in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, war am 27. September 2018 von der Landessynode der Nordkirche zur Landesbischöfin gewählt worden. Sie folgt auf Landesbischof Dr. h.c. Gerhard Ulrich, der im März in den Ruhestand verabschiedet wurde. Kühnbaum-Schmidt war von 2015-2019 Mitglied der Kirchenleitung und der Generalsynode der VELKD.

Hannover, 10. Juni 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Der Geist und die Geister
Pfingstbotschaft von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, stellvertretender Leitender Bischof der VELKD - Freitag, 7. Juni 2019

„Der Heilige Geist macht es uns nicht eben leicht, über ihn zu reden. Wenn man über ihn spricht, dann landet man schnell bei seinen Wirkungen. Und diese wiederum erfährt man am Besten in seinem eigenen Leben“, schreibt der stellvertretende Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Dr. Carsten Rentzing (Dresden), in seiner Pfingstbotschaft für die VELKD.

„Wir Menschen können von vielem be-geistert sein. Und manchmal wundert es uns vielleicht, was bei unserem Nachbarn Begeisterungsstürme auszulösen vermag. Viele solcher Geister sind gewiss harmlos. Aber wir kennen auch die anderen, die Menschen für Ideen und Ideologien einnehmen, die Fragen aufwerfen. Als Christenheit vertrauen wir auf den Heiligen Geist. Den Geist, der durch das Wort Gottes zu uns spricht und der so davor bewahrt bleibt, mit falschen Geistern vermischt zu werden“, schreibt der sächsische Landesbischof.

Weiter fragt er: „Was treibt uns an? Worauf zielen wir? Liebe, Barmherzigkeit und Gemeinschaft? Oder Hass, Selbstsucht und Zertrennung? Die Heilige Schrift lehrt uns hier sehr eindeutig, wo dabei der Heilige Geist am Werk ist und wo nicht! Insofern lohnt es sich, wieder einmal bei Martin Luther in die Lehre zu gehen und darauf zu vertrauen, dass der Heilige Geist auch heute noch in diese Welt kommt und ‚erleuchtet, heiligt und erhält‘.“

Hinweis: Die Pfingstbotschaft im Wortlaut lesen Sie unter www.velkd.de/downloads/190609_Pfingstbotschaft.pdf .

Hannover, 7. Juni 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Das Kirchenjahr erleben
VELKD und Partner auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund - Mittwoch, 5. Juni 2019

Unter dem Motto „Das Kirchenjahr erleben“ präsentiert sich die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) mit einem Gemeinschaftsstand auf dem Markt der Möglichkeiten während des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund. Ebenfalls am Stand vertreten sind das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), der Martin-Luther-Bund (MLB) und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB).

Das Standkonzept bezieht sich auf die im Herbst 2018 erschienene App „Kirchenjahr evangelisch“ mit allen Texten und Liedern zu den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres, die die VELKD gemeinsam mit der ELKB herausgibt. Die digital verfügbaren Informationen zum Kirchenjahr werden auf dem Kirchentag greifbar und anschaulich. Vier Elemente machen den Stand aus: Der „Extra-Platz zum Kirchenjahr“ lädt ein, einen Feiertag des Kirchenjahres konkret zu erleben: mit Texten, Liedern, Farben, mit Stille und Gebet. Am „Ver-Steh-Tisch“ kann man die Schätze des Kirchenjahres entdecken. Die Voting-Wand des DNK/LWB regt zum Gespräch über die weltweite Ökumene an. Das Café ist ein Zentrum zum Austauschen und Auftanken. Der große Café-Tisch ist auch der Ort für ein tägliches, kurzes Innehalten: Jeweils um 10.30 Uhr, 12.30 Uhr und 17.30 Uhr gibt es eine kurze „Zeit mit Gott“ mit Stille und Gebet, Lied und Segen.

Die für Kaffee und Tee erbetene Spende kommt der diesjährigen Diasporagabe des MLB zugute. Das Projekt „Bienen und Bauen für die Jugend in Kirgistan“ fördert die Kinder- und Jugendarbeit in der Lutherischen Kirche in Kirgistan. Unter anderem werden Baumaßnahmen für Jugendräume und die Ausweitung einer Bienenzucht gefördert, deren Ertrag wiederum der Kinder- und Jugendarbeit zu Gute kommt.

Hinweis: Den Gemeinschaftsstand der VELKD, ihrer Einrichtungen und Partner finden Sie auf dem 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund auf dem „Markt der Möglichkeiten“ in Halle 8, Stand A20. Aktuelle Bilder und Eindrücke gibt es online auf der Homepage der VELKD (http://www.velkd.de/kirchentage.php), auf Facebook (https://de-de.facebook.com/ekd.de) sowie Twitter (https://twitter.com/EKD und https://twitter.com/velkd_presse). Das Standkonzept wurde in Kooperation mit den Agenturen Kerygma (www.kerygma.de) und Studio Komplementaer (www.studio-komplementaer.de) entwickelt und umgesetzt.

Hannover, 5. Juni 2019
Pressestelle der VELKD
Henrike Müller

Seite drucken
Mehr als blühende Narzissen
Osterbotschaft des Leitenden Bischofs der VELKD, Landesbischof Ralf Meister - Donnerstag, 18. April 2019

"Der Tod hat nicht das letzte Wort. Deshalb feiern wir Ostern. Es bleibt die Frage, wie unser Leben ohne den Schrecken des Todes aussehen soll. Der Tod wird in der Osterbotschaft ja nicht verneint oder für ungültig erklärt. „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier“, sagt der Engel zu den Frauen, die an das Grab Jesu kamen (Markus 16,6). Der Tod bleibt real. Für die Frauen damals. Und für uns. Er baut sich unser Leben lang mächtig vor uns auf. Er will alles beherrschen mit Gedanken, die er uns beständig einflüstert: „Du lebst nur einmal.“ – „Nach deinem Leben kommt nichts.“ – „Was du nicht hier gehabt, erlebt und gehortet hast, wird dir für immer verloren bleiben.“ – „Diese Jahre sind deine letzte Gelegenheit.“ Das sind die Argumente des Todes. Darin ist er verführerisch und stellt unsere Seele auf die Probe. Er will beweisen, dass Ostern nichts als eine schöne Illusion ist.

„Entsetzt euch nicht! Er ist auferstanden.“ Das kann uns der Verstand nicht sagen. So können nur Herz und Seele sprechen. Daraus will die Kraft wachsen, das Leben neu zu sehen, schon vor dem Tod. Denn Ostern entführt uns nicht in ein Irgendwann in einer anderen Welt, sondern mitten ins Hier und Jetzt. Die Auferstehungshoffnung ist das erfolgreichste Mittel gegen Resignation. Ein Ereignis, das der einzigen Sicherheit im Leben, nämlich seiner Endlichkeit, zugleich widerstandsfähig und mutig gegenübersteht. Der Vorwurf, Christen und Christinnen würden vertröstet und mit Blick auf das Jenseits leben, weil die entscheidenden Gotteserfahrungen noch in der Zukunft liegen, ist falsch. Das Gegenteil ist richtig. „Christen sind Protestleute gegen den Tod“, predigte der schwäbische Pfarrer Christoph Blumhardt im 19. Jahrhundert. Christen und Christinnen legen nicht die Hände in den Schoß und warten auf das jenseitige Leben, sondern versuchen, in diesem Leben etwas sichtbar zu machen von dem, was es heißt, gegen den Tod einzustehen.

Dieser Aufruf zum Protest gegen den Tod zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Christentums. Schon in der Antike waren die Leidensbereitschaft der Christinnen und Christen und ihr soziales Gewissen eine Überraschung für die Menschen in ihrer Umgebung. Dass christliche Gemeinden alle, die sich zu Christus bekannten, in ihre Gemeinschaft aufnahmen, ganz unabhängig von der sozialen Stellung, der Herkunft und dem Geschlecht, löste Verwunderung aus. Und dass sie sich mutig gegen die Mehrheit der Gesellschaft stellten, führte zwar zu Verfolgungen, wurde aber zugleich mit großem Respekt von antiken Schriftstellern notiert. „Entsetzt euch nicht!“ ist mehr als eine Beruhigung. Es ist eine Aufforderung zum aktiven Einsatz gegen die Herrschaft des Todes in dieser Welt. Christlicher Glaube ist nicht das bisschen Glücksgefühl, das dem Leben noch fehlt, sondern eine grundsätzliche Erfahrung, die das Leben verändert. Eine Erfahrung, dass es unsere Aufgabe ist, Trost und Gerechtigkeit und Frieden in diese Welt zu bringen. Eine solche Glaubenserfahrung hat viele Christen und Christinnen bis in den eigenen Tod widerstehen lassen und bleibt bis in unsere Tage ein spiritueller Motor für Veränderungen. Die sichtbaren österlichen Zeichen sind nicht der Osterhase und die blühenden Narzissen, sondern der mutige Einsatz gegen die Todesschatten in dieser Welt. Das eint Christen und Christinnen in der ganzen Welt. Wo Menschen anderen Menschen mutig zur Seite stehen und dafür Ansehen riskieren und Bequemlichkeiten verlassen, wird Auferstehung sichtbar, mitten in Todeslandschaften. Das ist unsere Aufgabe, unsere Würde.

Ich wünsche Ihnen gesegnete und lebensfrohe Ostern!"

Hannover, 18. April 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Tränen sind Fürbitten ohne Worte
Landesbischof Ralf Meister, Leitender Bischof der VELKD, zum Karfreitag - Mittwoch, 17. April 2019

"Weinen müssen wir nicht lernen. Das ist angeboren. Was wir lernen, ein Leben lang, ist das Unterdrücken der Tränen. Mal gelingt es besser, mal schlechter. Aber jeder Mensch weint. Meist tun wir das im Verborgenen, denn es gibt nur ein paar Gelegenheiten, in denen das Weinen in der Öffentlichkeit erlaubt ist: Bei einem traurigen Abschied, am Grab, einem großen Schmerz. Ansonsten gilt: Tränen sind Zeichen von Schwäche – „Jungs weinen nicht!“ Gott sei Dank stimmt das nicht, und es wird wohl viel, viel mehr geweint, als wir denken. In Kinos und Theatern, aber vor allem dort, wo es niemand sieht: zuhause, im Stillen, manchmal unter der Bettdecke.

Wir müssen unsere Tränen nicht verstecken. Auch die Bibel ermutigt uns zum Weinen. Wir erinnern uns am Karfreitag an das Leiden und den Tod Jesu. An das stumme, stille Ertragen des Schmerzes, aber auch seine gebrüllte Klage. Als Jesus am Karfreitag sah, dass Frauen um ihn weinten, sagte er: „Weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.“ (Lukas 23,28) Über was weinen wir?

Ich denke, es gibt Vieles, über das wir keine einzige Träne vergießen, obwohl es doch zum Heulen ist. Wer weint darüber, dass ein ungerechtes Wirtschaftssystem und unsere Gleichgültigkeit tagaus, tagein abertausende von Menschen verhungern lassen? Wer weint darüber, dass Gerechtigkeit auf diesem Planeten für die Mehrheit der Menschen nur ein Wort ist und eine ferne Hoffnung bleibt? Um was weinen wir?

Denken wir zurück an die Tränen der letzten Monate. Welche Trauerfälle, welche Abschiede ließen im vergangenen Jahr unsere Tränen fließen? Mit wem haben wir eng umschlungen geweint? Welche Nachrichten rührten uns zu Tränen, so dass wir uns öffneten, ob wir wollten oder nicht, und unser Innerstes zeigten?

All diese Tränen waren Traurigkeit und Entlastung für uns selbst, aber auch eine ganz persönliche Botschaft an andere – auch an Gott.

Tränen sind Fürbitten ohne Worte. Und auf diese Fürbitten antwortet Gott. Die Bibel erzählt, wie Gott einmal dem kranken König Hiskia antwortet: „Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.“ (2. Könige 20,5)

Tränen sind Fürbitten ohne Worte. Und sie halten die große Hoffnung fest, dass das Weinen einmal ein Ende haben wird, so wie es ganz am Ende der Bibel steht: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4)"

Hannover, 17. April 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Kirchen für Europa
VELKD-Bischofskonferenz in Straßburg bekräftigt kirchliches Engagement in Europa - Montag, 18. März 2019

Die Mitglieder der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und internationale ökumenische Gäste haben während ihrer Klausurtagung in Straßburg ihr Engagement für Europa bekräftigt. In der Diskussion mit den Europaabgeordneten Arne Lietz und Rainer Wieland, die in der Konferenz zu Gast waren, zeigte sich: Wahlaufrufe allein reichen nicht aus. „Wir schulden einem Europa in der Krise unsere Erfahrungen aus der Versöhnungsarbeit. Die Ökumene der Kirche muss daran arbeiten, Europa als Friedensprojekt mitzugestalten“, sagte der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister. Frank-Otfried July, württembergischer Landesbischof und Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, machte die Netzwerke der Kirchen in Europa stark: „Die Kirchen in Europa müssen mit ihren Netzwerken zeigen, dass Europa eine Gemeinschaft ist. Gegen neuen Nationalismus, gegen Rassismus, gegen Sprachunfähigkeit setze ich auf Kommunikation der Kirchen untereinander.“

Die Klausurtagung der Bischofskonferenz der VELKD fand vom 15.-18. März 2019 in Straßburg statt. „Straßburg, die europäischste der Städte Europas, ist ein Symbol dafür, dass Frieden und Versöhnung möglich sind“, sagte der Leitende Bischof auf einem Empfang der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen (UEPAL). Meister würdigte die Gründung der UEPAL vor 13 Jahren als wichtige Stärkung der protestantischen Stimme in Europa. „Ökumenisch und europäisch: Diese Merkmale sollten alle Kirchen in Europa auszeichnen“. So könnten sie ihrem Auftrag folgen und „für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde eintreten, damit es keinen Konflikt, keinen Krieg, keine Gewalt zwischen den Völkern in Europa mehr gibt“.

Die Klausurtagung wurde gemeinsam mit dem Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg veranstaltet. Der Studientag am Samstag beschäftigte sich mit dem Thema „Bischöfliches Amt, lutherische Identität und Leitung in der Kirche“ aus biblisch-reformatorischer, ökumenischer, systematisch-theologischer und organisationslogischer Sicht. Die Vorträge werden veröffentlicht.

Hinweis: Fotos mit Impressionen der Tagung.

Straßburg, 18. März 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
25 Jahre Liturgiewissenschaftliches Institut Leipzig
Festakt am 19. März 2019 im Alten Senatssaal der Universität - Freitag, 15. März 2019

Das Liturgiewissenschaftliche Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) bei der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Seit 1994 leistet das Institut einen entscheidenden Beitrag zu Forschung und Lehre, Beratung und Mitgestaltung gottesdienstlicher Entwicklung: „In der Arbeit des Instituts verbinden sich reflektierte Praxis und praxisbezogene Forschung zu den Gottesdiensten in den evangelisch-lutherischen Kirchen“, sagt Leiter Prof. Dr. Alexander Deeg von der Universität Leipzig. „Die Schönheit des Gottesdienstes der Tradition gilt es immer neu zu entdecken – ebenso wie es sich lohnt, neue sprachliche, symbolische und rituelle Formen zu erproben. Für beides steht die Arbeit des Liturgiewissenschaftlichen Instituts.“ Auch 25 Jahre nach seiner Gründung sei das Leipziger Institut das einzige evangelische im deutschsprachigen Raum, das praktische Fragen zu den Gottesdiensten und ihrer Feier mit wissenschaftlichen Reflexionen im universitären Kontext verbinde.

Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens findet am 19. März 2019 um 18:30 Uhr im Alten Senatssaal der Universität Leipzig ein Festakt statt. Landesbischof Ralf Meister, Leitender Bischof der VELKD, spricht ein Grußwort. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck, Professor für Praktische Theologie und Vorsitzender der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema „Wohin geht die Liturgiewissenschaft?“, ihm antwortet der katholische Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann.  Im Rahmen eines Podiumsgesprächs diskutieren Landesbischöfin Ilse Junkermann (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) und der wissenschaftliche Geschäftsführer des Liturgiewissenschaftlichen Instituts, Pfarrer und Dichter Dr. h. c. Christian Lehnert, mit zeitzeichen-Chefredakteur Reinhard Mawick die Frage „Liturgie und Liturgiewissenschaft – zwei Krisengeschöpfe?“. Der Abend wird musikalisch gestaltet von Jazzmusiker Uwe Steinmetz am Saxofon.

Zum Angebot des Instituts, das im Spannungsfeld zwischen Kirche, Universität und kulturellem Leben arbeitet, gehören liturgiewissenschaftliche Lehrveranstaltungen an der Universität und Tagungen wie das jährliche Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch, das Kirchenliedseminar oder die „Tage gelebter Liturgie“. „Das Institut ermöglicht Studierenden, Pfarrerinnen und Pfarrern, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern Kenntnisse zu Gottesdiensten in Geschichte und Gegenwart zu erwerben, Sensibilität für ästhetische Herausforderungen des Liturgiefeierns zu stärken und so Tradition und die Herausforderungen der Gegenwart zu verbinden“, sagt Alexander Deeg. Dabei sei das Liturgiewissenschaftliche Institut von Anfang an ökumenisch vernetzt: „Fragen zur Zukunft des evangelisch-lutherischen Gottesdienstes lassen sich nur im Austausch mit Praktikerinnen und Praktikern, Forscherinnen und Forschern aus anderen Konfessionen und kulturellen Kontexten klären.“ In Zukunft werde deshalb auch die Kooperation mit dem Lutherischen Weltbund vertieft.

Der Festakt findet im Zusammenhang des 23. Liturgiewissenschaftlichen Fachgesprächs statt. Das Fachgespräch vom 18. bis 20. März 2019 beschäftigt sich mit dem Thema „Stille. Liturgie als Unterbrechung“.

Mehr Informationen unter:
www.velkd-liturgie.de 
23. Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch
25 Jahre Liturgiewissenschaftliches Institut

Hannover
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
VELKD-Bischofskonferenz tagt in Straßburg
Themen: Leitung in der Kirche, Gespräche mit Europa-Abgeordneten - Montag, 11. März 2019

Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) trifft sich vom 15.-18. März 2019 zu einer Klausurtagung in Straßburg. Die Tagung, die gemeinsam mit dem Institut für Ökumenische Forschung Straßburg vorbereitet und durchgeführt wird, beschäftigt sich mit dem Thema „Bischöfliches Amt, lutherische Identität und Leitung in der Kirche“. Neben wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen zum Tagungsthema treffen sich die Mitglieder der Bischofskonferenz und ihre Gäste am Sonntagabend mit zwei Mitgliedern des Europäischen Parlaments zur Diskussion über Perspektiven, Populismus, Visionen und Werte für Europa wenige Wochen vor der Wahl zum Europäischen Parlament.

„Leitung in der Kirche geschieht im vielfältigen Miteinander von Personen und Diensten. Wie in den Gliedkirchen der VELKD Leitungshandeln wahrgenommen und theologisch reflektiert wird und wie eine zukunftsfähige Kirche geleitet werden kann, ist für den Austausch innerhalb der evangelischen Kirche ebenso wichtig wie für den ökumenischen Dialog“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister. Der Tagungsort Straßburg und das Gespräch mit den Parlamentsmitgliedern Arne Lietz und Rainer Wieland sei gerade angesichts der bevorstehenden Europawahl von besonderer Bedeutung: „In ökumenischer Verbundenheit stehen die Kirchen in Europa dafür ein, dass der Glaube an Gott nationale Grenzen überschreitet“. Die Kirchen seien herausgefordert, dafür einzutreten, dass die Menschen in Europa im Geist der Gerechtigkeit und Menschlichkeit verbunden blieben.

Die Vorträge während der Klausurtagung beschäftigen sich mit dem lutherischen Verständnis kirchlichen Leitungshandelns (Prof. Dr. Jennifer Wasmuth) und mit Kirchenleitung in lutherischen Kirchen aus ökumenischer Perspektive (Prof. Dr. Theodor Dieter). In seinem Beitrag „Kirche ohne Leitung“ nimmt PD Dr. Stefan Dienstbeck am Beispiel des Theologen Paul Tillich kritische Anfragen an die lutherische Kirche auf. PD Dr. Holger Böckel fragt danach, welche Erfordernisse kirchliches Leitungshandeln zukünftig prägen müsse.

Weitere Programmpunkte neben der thematischen Arbeit sind ein Empfang beim Präsidenten der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen, Christian Albecker, und eine Führung durch das Straßburger Münster. Im Gottesdienst am Sonntag, 17. März 2019 in der Kirche St. Thomas wird der Leitende Bischof der VELKD ein Grußwort sprechen.

Das Institut für Ökumenische Forschung Straßburg wurde 1965 im Auftrag des Lutherischen Weltbundes (LWB) gegründet. Es hat die Aufgabe, ökumenische Dialoge zu führen und theologische Forschung und Beratung zu betreiben. Die Leiterin des Instituts ist seit 2018 Prof. Dr. Jennifer Wasmuth. Die Tagung im Institut für Ökumenische Forschung drücke die große Bedeutung der Ökumene für die Arbeit der VELKD und die Verbundenheit mit dem Institut aus, das seit mehreren Jahrzehnten die ökumenischen Dialoge auf internationaler Ebene maßgeblich begleite, sagt Oberkirchenrat Johannes Dieckow vom Amtsbereich der VELKD.

Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Straßburg auch zwei Vizepräsidenten des LWB, die Hamburger Pröpstin Astrid Kleist und Erzbischof Urmas Viilma von der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, als Gäste teil. Weitere ökumenische Gäste sind Bischöfe aus Island, Norwegen, der Schlesischen Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses und von der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland.

Medienkontakt: Telefon +49 (0) 151 46 10 15 20, Mail: mueller@velkd.de

Hannover, 11. März 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Konsens und Dissens in der Ethik. Wie weit reicht die katholisch-evangelische Ökumene?
Ökumenisches Symposium der Deutschen Bischofskonferenz und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands - Montag, 25. Februar 2019

Unter der Überschrift „Konsens und Dissens in der Ethik. Wie weit reicht die katholisch-evangelische Ökumene?“ veranstalten die Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing und der Katholischen Akademie in Bayern vom 7.-8. März 2019 ein ökumenisches Symposium.

Gerade in der Ethik sind in den letzten Jahren zwischen den Kirchen immer wieder Unterschiede deutlich geworden. Diese zeigen sich zum Beispiel in der Frage der Stammzellenforschung und bei dem Thema der nichtinvasiven Pränataldiagnostik. Besteht die in diesem Zusammenhang möglicherweise die Gefahr, dass unterschiedliche Positionierungen in ethischen Einzelfragen die Kirchen voneinander trennen und dadurch die Ökumene beeinträchtigen können? Wie können die Kirchen auch angesichts ihrer teils unterschiedlichen Bewertung von ethischen Einzelfragen gemeinsam ihrer Aufgabe gerecht werden, für die unverlierbare Würde des Menschen und den Schutz der Schwachen einzutreten?

Diesen Fragen geht die prominent besetzte Fachtagung nach. Sie nimmt Bezug auf die Studie „Gott und die Würde des Menschen“, die 2017 von der dritten Bilateralen Arbeitsgruppe der DBK und der VELKD vorgelegt wurde. In ihr wird die These vertreten, dass ein weitreichender Konsens zwischen den Kirchen in der Anthropologie und in der ethischen Argumentation auch Unterschiede in der Bewertung ethischer Einzelfragen zulasse, die aber diese fundamentalen Gemeinsamkeiten nicht aufheben, sondern von ihnen getragen sind und daher keine trennende Wirkung zwischen den Kirchen haben müssen.

Im Verlauf der Tagung wird zunächst jeweils ein Mitglied der Bilateralen Arbeitsgruppe die Position der Studie zu den Themen „Wer ist der Mensch? Grundelemente des christlichen Menschenbildes“ (Prof. Dr. Thomas Söding), „Prinzipien ethischer Urteilsbildung im Lichte konfessioneller Traditionen“ (Prof. Dr. Miriam Rose) und „Das Modell des differenzierten Konsenses und begrenzten Dissenses in ethischen Einzelfragen“ (Prof. Dr. Wolfgang Thönissen) darstellen und kritisch reflektieren. Ergänzende Beiträge von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Konfessionsfamilien (katholisch, evangelisch, orthodox, freikirchlich) werden die Perspektive erweitern. Am Beispiel der „Ehe für alle“ und dem Umgang mit Geflüchteten wird ausgelotet, inwieweit das Prinzip des differenzierten Konsenses auf aktuelle ethische Fragstellungen anwendbar ist.

Am Samstag, 7. März, hält Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joas im Rahmen der Tagung einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Menschenrechte – alte und neue Herausforderungen“.

Die Tagung schließt mit einem Podium über die Perspektiven der Ökumene mit dem Catholica-Beauftragten der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, und dem Vorsitzenden der Ökumenekommission der Deutschen Bischofs­konferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige.

Hinweis: Das genaue Programm können Sie dem Flyer entnehmen unter http://www.velkd.de/downloads/2019_Tagungsflyer-Konsens-Dissens.pdf. Anmeldungen sind bis zum 28. Februar 2019 bei der Akademie Tutzing möglich unter https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/konsens-und-dissens-in-der-ethik-wie-weit-reicht-die-katholisch-evangelische-oekumene-2/.

Hannover, 25. Februar 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

Seite drucken
Ehrendoktorwürde für Landesbischof Ulrich
Leitender Bischof der VELKD gratuliert seinem Vorgänger zur Auszeichnung durch die Universität Kiel - Mittwoch, 30. Januar 2019

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister, gratuliert Landesbischof Gerhard Ulrich anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Theologische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel am 1. Februar 2019. Die öffentliche Würdigung und Anerkennung seiner Verdienste und seines vielfältigen und prägenden Wirkens in Kirche und Gesellschaft in der Nordkirche und weit darüber hinaus zeige, „dass Kirchenleitung und pastoraler Dienst nur möglich sind auf einem geistlich gegründeten und theologisch reflektierten Fundament“.

„Theologisches Denken und pastoraler Dienst müssen aufeinander bezogen bleiben“, so der Leitende Bischof. Die Theologische Fakultät Kiel ehre mit Landesbischof Ulrich einen Menschen, dem dies an den vielfältigen Stationen seines beruflichen Lebens stets gelungen sei. Persönliche Frömmigkeit, pointierte Sprache, gesellschaftspolitisches Engagement und ökumenische Weite verbinde Landesbischof Ulrich in seiner Person zu einem klaren Profil: Er sei „zugewandt den Menschen, mit einem besonderen Herzen für die am Rand der Gesellschaft, stets auch im Blick auf die, die nach uns kommen und mit einer geradezu spielerischen Freude am Dialog mit anderen Künsten und Wissenschaften“.

Landesbischof Ulrich, der von 2011 bis 2018 auch Leitender Bischof der VELKD war, erhält die Ehrendoktorwürde für besondere Verdienste um Theologie und Kirche. Der Senat der Universität würdigte den ehemaligen Leitenden Bischof in seiner Begründung als einen „herausragenden Botschafter in Kirche und Gesellschaft“, da er „theologische Forschung als Landesbischof und Vorsitzender Bischof der VELKD stets auf einem aktuellen Niveau bekannt gemacht und verbreitet“ habe. Außerdem habe er sich aktiv für die Aufnahme der drei theologischen Fakultäten Kiel, Rostock und Greifswald sowie des Hamburger Fachbereichs in die Verfassung der neugegründeten Nordkirche eingesetzt und das Theologiestudium in einem über das übliche Maß hinausgehenden Umfang gefördert.

Die Ehrendoktorwürde wird Landesbischof Ulrich am 1. Februar 2019 in einer Feierstunde im Kieler Landeshaus verliehen.
Weitere Informationen unter http://www.velkd.de/velkd/ehrungen.php

Hannover, 30. Januar 2019
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

 

Seite drucken
Seite drucken