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Buchtipp

   Fendler, Folkert: 

   Kundenhabitus und Gottesdienst
   Zur Logik des protestantischen Kirchgangs
   Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 2019 - 254 Seiten
   (Arbeiten zur Pastoraltheologie, Liturgik und Hymnologie; Band 94)
   ISBN 978-3-525-57132-3, 70,00 €

 

Zum Inhalt:
Sind Menschen im Gottesdienst Kunden? Ist der Gottesdienst eine Dienstleistung? Eine große Mehrheit der Gottesdienstbesucher beantwortet diese Fragen mit "Nein". Solche ökonomischen Kategorien widersprechen offenbar stark dem eigenen Selbstverständnis als Kirchgänger und dem Verständnis des Gottesdienstes als ein Geschehen, in dem theologisch gesehen vor allem Gott handelt.

Nun ist die Einschätzung und Beurteilung von Kundenvokabular und Dienstleistungsbegrifflichkeit eine Sache – das tatsächliche Denken und Verhalten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Sonntagsgottesdiensten eine andere Sache.

Die vorliegende Studie zielt darauf, mit Hilfe eines Fragenkatalogs hypothetische Merkmale eines "Kundenhabitus" auch beim Kirchgang empirisch zu belegen. Dabei geht es um Wahlverhalten, Bedürfnis- und Nutzenorientierung sowie Ansprüche an Professionalität und Qualität.

Das Resultat: Auch bei regelmäßigen Kirchgängern ist ein „Kundenhabitus“ deutlich erkennbar und ein Unterschied zwischen "Stamm"- und "Laufkunden" feststellbar.
Der Studie liegt die Befragung von knapp 2000, der Kirche überwiegend nahestehende Personen zugrunde. Die empirischen Auswertungen werden gerahmt durch eine kurze Geschichte des Kundenbegriffs, einen Überblick über dessen theologische Bewertung im Zuge der Diskussion um das sog. "Kirchenmanagement" sowie durch praktisch-theologische Erwägungen zum Verhältnis von Auftrags- und Bedürfnisorientierung im Gottesdienst.
 

Eine Empfehlung von Evelyn Tannhäuser,
Sekretariat und Bibliothek des
Liturgiewissenschaftlichen Instituts

„Ausgehend von eigenem Verhalten bei der Wahl des Gottesdienstbesuches regte mich das Buch an, intensiver über meine „Kunden“wünsche an den Gottesdienst nachzudenken und herauszufinden, wo ich mich in der Studie wiederfinde; würde ich mich überhaupt als „Kunden“ definieren? Wer dient hier eigentlich wem?“

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