Neu in der Bibliothek

Buchtipp

  Meyer-Blanck, Michael:

  Das Gebet

  Tübingen 2019, Mohr Siebeck
  ISBN 978-3-16-154554-2
  435 Seiten, 44.00 €

 

Zum Inhalt:
Michael Meyer-Blanck bietet in seinem Buch eine vielseitige und fundierte Reflexion über das Beten, wie sie in dieser Weite bisher nirgends zu lesen war. Ausgangspunkt bilden die Psalmen, und christliches Beten erscheint wesentlich als gelebte Hermeneutik derselben. Ein Fundgrube sind Meyer-Blancks historische Tiefenbohrungen und die flächige Analyse der Phänomene des Betens. Leiblichkeit und Raum und Musik, Übungsformen und  Rituale treten neben die Sprache, die fast in den Hintergrund zu treten scheint. Gebet durchbricht die Autonomiebehauptung des modernen Menschen – somit ist es schambehaftet, zeigt Verletzlichkeit und die Sehnsucht nach einem Ganzen der Welt, in der wir uns vorfinden und in „Resonanz“ stehen. Für Meyer-Blanck ist Beten ein „Lernprozess“ wie auch eine „Lesegeschichte biblischer Texte“. Vor allem aber ist Beten eine Haltung, „die auf Antwort wartet“: „Die Suche nach Gott ist die eigentliche Form, die Urform des Betens.“ Das hat Folgen für die Sprache: „ …jedes sprachlich geformte Gebet muss diesen ihm eigentlich zugrundeliegenden Suchvorgang reaktivieren“. Die „Suche“ wird zum Schlüsselbegriff und zum Weg zu plausiblen Formen öffentlichen Betens heute -  eine Herausforderung für alle, die Gebete formulieren.

Empfehlung von Pfarrer Dr. theol. h. c. Christian Lehnert,
Wissenschaftlicher Geschäftsführer
des Liturgiewissenschaftlichen Instituts

Für weitere Informationen kontaktieren Sie:
Evelyn Tannhäuser,
Bibliothek und Sekretariat des
Liturgiewissenschaftlichen Instituts

 

Seite drucken