LWB und Vatikan hatten am Reformationstag 1999 in Augsburg in einem Festgottesdienst bekräftigt, dass die jahrhundertelang wiederholten gegenseitigen Verurteilungen in der entscheidenden Frage nach der Rechtfertigung nicht länger Gegenstand gegenwärtiger Lehre in den beteiligten Kirchen sind. Im Jahre 2006 beschlossen die Mitgliedskirchen des Weltrates der Methodistischen Kirchen auf ihrer Vollversammlung in Seoul, die GE mit zu unterzeichnen.
Über den theologischen Dialog hinaus empfahl der Leitende Bischof der VELKD, niemals die geistliche Ökumene zu vergessen. „All das, was auf dem weiten Feld der Spiritualität, des Gebets und des Gottesdienstes bereits möglich ist, müssen wir auch miteinander tun zum Lob und zur Ehre Gottes.“ Friedrich bekräftigte, dass „wir mit der ,Gemeinsamen Erklärung‘ gemeinsam sagen können, dass sie ein unverzichtbares Kriterium ist, das die gesamte Lehre und Praxis der Kirche unablässig auf Christus hin orientieren will“. Es sei notwendig, den Festakt zur Selbstverpflichtung zu nutzen, die Rechtfertigungsbotschaft immer wieder neu für die Gegenwart zu erschließen. „Ich bin dankbar für die Gelegenheit, dass wir uns gemeinsam die Bedeutung der ,Gemeinsamen Erklärung‘ in Erinnerung rufen und neue Motivation tanken, um an den von der Erklärung aufgeworfenen Fragen weiter zu arbeiten.“
Bei der Feierstunde sagte der Bischof des Bistums Augsburg, Dr. Walter Mixa, in seinem Grußwort: „Freilich steht Augsburg auch für eine bewegte Geschichte, was die Einheit der Kirche anbelangt. So markiert das Jahr 1530 mit dem Augsburger Bekenntnis, der Confessio Augustana, einen letzten Versuch, die Kirchenspaltung zwischen Katholiken und Protestanten zu vermeiden. Leider ist dieser Versuch gescheitert. Trotzdem steht Augsburg nicht nur da als Stadt der Trennung, sondern auch als Symbol für erfolgreiche Bemühungen, Christen verschiedener Konfessionen einander wieder näher zu bringen."
In weiteren Beiträgen würdigten Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper (Rom), und der Generalsekretär des LWB, Pfr. Dr. Ishmael Noko (Genf), das mit der GE ökumenisch Erreichte. Den Festvortrag hielt Prof. em. Dr. Eberhard Jüngel (Tübingen) zum Thema „Was hat des Menschen Glück mit seiner Seligkeit zu tun?“
Am 31. Oktober schließt sich um 9.00 Uhr eine Veranstaltung an, in der der langjährige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland (EmK), Dr. Walter Klaiber (Tübingen), sowie der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann (Mainz), Vorträge zur GE halten werden. Schlussworte sind vorgesehen von Kardinal Kasper und LWB-Generalsekretär Noko.
Hinweis: Weitere Informationen zum Thema sind im Internet unter www.velkd.de zu finden sowie unter diesen Links: http://www.velkd.de/pressemitteilung-vom-21-09-2009.php und http://www.velkd.de/1621.php