Sie stellt zugleich eine Art Konstrastprogramm zur lärmigen, besinnungslosen Geschäftigkeit dar, die die Begehung des Jahreswechsels weithin kennzeichnet: »Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.« Auch die Tagesgebete nehmen durchweg auf den Jahreswechsel Bezug, akzentuieren aber stärker den Gedanken der göttlichen Führung. Nur das dritte Gebet nimmt auch die kritischen Töne auf, wie sie in den Lesungen anklingen: »Du tröstest uns, Gott, und du forderst uns heraus ... Über Verlorenes und Zerbrochenes dürfen wir vor dir trauern, für Gutes und Schönes dir danken.«
Liturgische Farbe: weiß
Evangelium: Lk 12,35-40
Predigt: Ex 13,20-22
Wochenlied: Das alte Jahr vergangen ist (EG 59)
Gütiger Gott,
wir schauen auf dieses Jahr zurück.
Du hast uns aufgetragen,
uns nicht vom Bösen überwinden zu lassen.
Wir bekennen:
Wir sind immer wieder gescheitert.
Wir haben versucht, dem Bösen zu widerstehen.
Wir haben uns bemüht.
Wir bitten dich:
Schau nicht auf unser Scheitern.
Schau auf unsere Versuche, das Böse mit dem Guten zu überwinden.
Schau auf unsere Sehnsucht.
Schau auf unser Hoffen.
Verwandele unser Scheitern in Gelingen.
Gütiger Gott,
wir schauen auf dieses Jahr zurück.
Es war gefüllt mit Bösem und mit Gutem.
Vor unseren Augen geschah es.
Bilder der Grauens und Bilder der Zerstörung
haben uns in diesem Jahr begleitet.
Wir denken mit Trauer an die zahllosen Toten:
die Opfer der Erdbeben und Überflutungen in Neuseeland, Japan, der Türkei.
die Strahlenopfer von Fukushima,
die Verhungerten,
die Flüchtlinge, die keine rettende Aufnahme fanden,
die Opfer von Anschlägen,
die Toten von Oslo und Utoya,
die Toten des arabischen Frühlings,
die Kriegstoten.
Lebendiger Gott,
schau auf die Trauer,
schau auf die zerbrochenen Leben,
schau auf den Schmerz.
Nimm dich der Toten an,
überwinde du den Tod – hab Erbarmen!
Gütiger Gott,
wir schauen auf dieses Jahr zurück.
Es war gefüllt mit Bösem und mit Gutem.
Wir denken an die Mutigen,
die aufgebrochen sind, um Diktaturen abzuschütteln,
die sich dem Unrecht verweigert haben,
die sich für andere hingeben, damit diese weiterleben können.
Wir denken an die schuldig Gewordenen,
die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft.
Wir denken an den fortgesetzten Egoismus der Reichen,
der den Armen das Leben raubt.
Gerechter Gott,
nimm dich der Mutigen an.
Überwinde die Ungerechtigkeit – hab Erbarmen!
Gütiger Gott,
wir schauen auf dieses Jahr zurück.
Es war gefüllt mit Bösem und mit Gutem.
Kinder wurden geboren.
Liebende haben einander gefunden.
Freunde haben einander gestärkt.
Es gab Versöhnliches,
Momente des Friedens,
Glück.
Mit Dankbarkeit erinnern wir uns.
Liebender Gott,
Breite deinen Segen aus – hab Erbarmen!
Gütiger Gott,
in deine Hände geben wir dieses Jahr zurück.
Überwinde du mit dem Guten, was wir an Bösem angehäuft haben.
Schenke uns deine Weisheit,
auch im neuen Jahr das Gute zu suchen,
das Böse zu überwinden
und dir an allen Tagen zu vertrauen,
durch Jesus Christus, deinem Sohn und Herrn unseres Lebens.
Amen
Einführende Informationen zum Wochengebet
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