Während die Epistel 1 Petr 1,3-9 (aus der auch der Wochenspruch genommen ist) mit dem Stichwort ›Wiedergeburt‹ das Taufthema aufgreift, stellt das Evangelium Joh 20,19-29 — der Chronologie des Johannes folgend, der von einer Erscheinung Jesu ›nach acht Tagen‹ berichtet — die Gestalt des ›ungläubigen Thomas‹ in den Mittelpunkt. Das zweite Tagesgebet spricht dieses Thema an (»Gott, wir haben deinen Sohn Jesus Christus nicht mit eigenen Augen gesehen und unsere Hände haben seinen Leib nicht berührt«), während das dritte wieder ganz existenzielle, diesmal recht depressive Töne anschlägt (»Müde waren wir und verzagt, sprachlos gemacht und ohne Hoffnung«). Wochenlied ist die knappe, theologisch jedoch sehr gefüllte Osterleise Martin Luthers (EG 102).
Liturgische Farbe: weiß
Evangelium: Joh 20,19-29
Predigt: Joh 21,1-14
Wochenlied: Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand (EG 102)
Halleluja, du Gott des Lebens,
du zeigst unseren Augen die Schönheit deiner Schöpfung.
Neues Leben dürfen wir sehen,
die Natur ist wieder aufgelebt,
aufatmen können wir,
Kälte und Dunkel sind vorbei.
Wie neugeboren sind wir.
Halleluja, wir danken dir, du treuer Gott.
Doch wir können unsere Augen nicht vor den Mächten des Todes verschließen.
Es herrscht weiter Krieg.
Vor dich, Gott des Lebens, bringen wir unsere Sorge um die Menschen in den Kriegsgebieten.
Schau auf die Opfer, ihre Wunden, ihre Schmerzen, ihre nicht vergehende Angst.
Schau auf die Toten und ihre abgerissenen Lebensfäden, ihre unvollendeten Pläne.
Schau auf die Flüchtlinge und ihr sehnliches Hoffen.
Schau auf die Friedensstifter.
Erbarme dich.
Halleluja, du Gott des Lebens,
du belebst uns mit deiner Liebe.
Neugeborene dürfen wir in die Arme schließen.
Kinder werden auf deinen Namen getauft.
Paare wollen unter deinem Segen ein Leben lang zusammen bleiben.
Unserem Tun schenkst du Gelingen.
Halleluja, wir danken dir, du treuer Gott.
Doch wir erleben auch, wie wir scheitern.
Familien zerbrechen.
Unser gutes Wollen endet in Schuld.
Vor dich, Gott des Lebens, bringen wir unsere Hoffnung auf Versöhnung und Vergebung.
Du siehst unser Versagen.
Du siehst die bösen Folgen unseres Tuns.
Du siehst die, die uns zur Umkehr mahnen.
Erbarme dich.
Halleluja, du Gott des Lebens,
du sprichst zu uns.
Du berufst uns.
Du bist in unserer Mitte.
Du schenkst uns Menschen, die dich durch ihre Worte und Taten bezeugen.
Halleluja, wir danken dir, du treuer Gott.
Doch wir hören auch, wie deine Liebe verachtet wird.
Deine Gemeinde wird an vielen Orten verfolgt.
Verunglückte, Trauernde, Kranke zweifeln an deiner Treue.
Vor dich, Gott des Lebens, bringen wir unser Vertrauen auf deine Verheißung.
Schau auf die Kranken und Sterbenden.
Schau auf die Erdbebenopfer und die Opfer des Tsunami in Japan.
Schau auf die Verzweifelten und Missbrauchten.
Schau auf die Hoffnung aller, die sich nach Liebe sehnen.
Schau auf deine Gemeinde.
Erbarme dich.
Du hast Jesus Christus von den Toten auferweckt.
Du schenkst der Welt neues Leben.
Du bist das Leben.
Höre uns und gib uns und allen, für die wir dich bitten, Anteil an deinem Leben.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen