Archiv: Pressemitteilungen 2010

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DNK/LWB: „Migration und Konfession“
DNK/LWB veröffentlicht Tagungsband im Gütersloher Verlagshaus - Mittwoch, 29. Dezember 2010

Hannover - Unter dem Titel „Migration und Konfession. Konfessionelle Identitäten in der Flüchtlingsbewegung nach 1945“ (361 Seiten, 49,95 Euro) ist jetzt im Gütersloher Verlagshaus die Dokumentation einer Tagung der Historischen Kommission des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) erschienen. Bei der Veranstaltung standen die konfessionellen Prozesse und Verschiebungen im Mittelpunkt, die die Fluchtbewegung seit Ende des Zweiten Weltkrieges in den westdeutschen Landeskirchen sowie in Österreich ausgelöst hatte. „Die Aufnahme der Vertriebenen, die oft seit vielen Generationen in Pommern, Ostpreußen, Westpreußen, Schlesien, Sudetenland, Siebenbürgen, Donauschwaben, Karpaten, Wolhynien, Galizien, Bessarabien und anderswo gesiedelt hatten, hat auch die deutschen Kirchengemeinden in den west- und mitteldeutschen Landeskirchen grundlegend verändert. Die konfessionelle Landschaft Deutschlands geriet so stark in Bewegung wie seit Reformation und Dreißigjährigem Krieg nicht mehr“, schreiben der Herausgeber des Bandes, PD Dr. Uwe Rieske (Bonn/Aachen), und der Vorsitzende der Historischen Kommission, Prof. Dr. Wolfgang Sommer (Neuendettelsau), in ihrem Vorwort. Die Eingliederung von zwölf Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen aus deutschen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa in die alliierten Besatzungszonen und in die spätere Bundesrepublik und in die DDR habe das vom Weltkrieg belastete Deutschland vor eine geschichtlich bislang unbekannte Aufgabe gestellt. Die damit aufbrechenden Probleme, Chancen und Veränderungen hätten nicht allein politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung gehabt. Auch die konfessionellen Veränderungen, die mit der Einwanderung begannen, verdienten eine historische Aufarbeitung, heißt es im Vorwort.
 
Der Band enthält neben den Vorträgen von Uwe Rieske und Wolfgang Sommer auch die Texte von Helmut Baier, Michael Hirschfeld, Wilhelm Hüffmeier, Jürgen Kampmann, Werner Klän, Ernst Kreutz, Rudolf Leeb, Inge Mager, Hans Otte, Bernhard Parisius, Friedrich-Otto Scharbau, Christof Schorling und Marion J. Wetzel.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 29. Dezember 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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„Säkularisierung – Eine ökumenische Herausforderung für die Kirchen“
VELKD veröffentlicht Studie - Mittwoch, 22. Dezember 2010
Hannover – Unter dem Titel „Säkularisierung – Eine ökumenische Herausforderung für die Kirchen“ (128 Seiten) hat jetzt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) eine Studie des Ökumenischen Studienausschusses der VELKD und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) veröffentlicht. Sie wird herausgegeben vom Vorsitzenden des Ausschusses, Prof. Dr. Joachim Track, sowie von Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf, Referent für Ökumenische Grundsatzfragen und Catholica der VELKD, im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD.

Im Vorwort der Herausgeber heißt es: „In den gegenwärtigen soziologischen, philosophischen und theologischen Diskursen wird eine intensive Debatte um das Verständnis der gesellschaftlichen Vorgänge von Säkularisierung in ihren weltweiten Gemeinsamkeiten und Differenzierungen geführt. Auch in gegenwärtigen ökumenischen Begegnungen und Dialogen werden die Themen Säkularisation und Säkularisierung häufig angesprochen. Besonders die Folgen für das Selbstverständnis und die Situation der Religionen und spezifisch des Christentums sowie der christlichen Kirchen sind im Blick. Pauschalthesen wie die Be­hauptung, dass die Säkularisierung das Ende der Religion und Religionen heraufführe, haben sich ebenso als unzutreffend erwiesen wie Thesen vom Ende des Säkularisierungsprozesses durch die ,Revitalisierung‘ der Religion und der Religionen. Neue differenzierende soziologische, philosophische und theologische Deutungen wurden vorgelegt.“

Für den Ökumenischen Studienausschuss (ÖSTA) sei dies der Anlass gewesen, sich mit dem Thema „Säkularisierung“ intensiver und aus kritischer Perspektive zu befassen. Eine Arbeitsgruppe des ÖSTA habe sich von 2006 bis 2010 mit den unterschiedlichen Einschätzungen von Säkularisierung, insbesondere mit Augenmerk auf die evangelischen Kirchen auseinandergesetzt. Wie der Untertitel der Studie deutlich mache, wurde der Blick immer wieder auch auf die Diskussion in den anderen Kirchen – Orthodoxe Kirchen, Römisch-Katholische Kirchen, evangelische Freikirchen – ausgeweitet. Nach Vorlage bei der Kirchenleitung der VELKD und mit deren Zustimmung veröffentliche der ÖSTA seine Studie in der Hoffnung, damit einen weiterführenden Beitrag im ökumenischen und gesellschaftlichen Diskurs über das Verständnis von Säkularisierung zu bieten.

Hinweis: „Säkularisierung – Eine ökumenische Herausforderung für die Kirchen“ ist unter der ISBN 978-3-9812446-7-0 über jede Buchhandlung erhältlich bzw. kann direkt im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, E-Mail: versand@velkd.de) zum Preis von 8 Euro (zzgl. Versandkosten; Staffelpreise auf Anfrage) bestellt werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 22. Dezember 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Berührungspunkte zwischen Theologie und Medizin
Grußwort des Leitenden Bischofs der VELKD bei der Besetzung der Stiftungsprofessur „Spiritual Care“ - Dienstag, 21. Dezember 2010

München/Hannover – „Es gibt mittlerweile genügend Berührungspunkte und Überschneidungen zwischen Theologie und Medizin, bei denen der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele wahrgenommen wird.“ Diese Auffassung hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), vertreten. In seinem Grußwort anlässlich der Einrichtung der deutschlandweit ersten Professur für das Fach „Spiritual Care“ am Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin am Klinikum der Universität München am 21. Dezember sagte Friedrich, er sei „froh, dass dieser Graben aus meiner Sicht heute an vielen Stellen überwunden ist“. „Besonders am Ende des Lebens ist es wichtig, den Menschen als Ganzes wahrzunehmen mit seinen körperlichen und seinen seelischen Bedürfnissen. Im Umgang mit Sterben und Tod ist es unabdingbar das Miteinander von Theologie und Medizin in den Blick zu nehmen“, betonte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Den Graben zwischen den Disziplinen in genau diesem Bereich zu überwinden halte er für „besonders wichtig“.

Breit und tief, nahezu unüberwindbar schien der Graben zwischen Theologie und Medizin lange Zeit zu sein. Teilweise belächelt und oft als unseriös oder nicht beweisbar abgetan worden seien die theologischen Ansätze im Umgang mit Krankheit und Tod. Mancherorts sei das Miteinander der beiden Disziplinen schlicht von Unkenntnis oder gar Ignoranz geprägt gewesen. Über diesen Graben werde mit der Stiftungsprofessur jetzt eine Brücke geschlagen. Die beiden Professoren, der evangelische Theologe Dr. Traugott Roser und Dr. Eckhard Frick SJ hätten die Aufgabe, als Brückenbauer, angehenden Ärztinnen und Ärzten einen Zugang zu theologischen Fragestellungen am Ende des Lebens, beim Sterben eines Menschen zu vermitteln. Beide hätten eine „herausgehobene Aufgabe: Menschen zu befähigen und sensibel zu machen für die seelischen Bedürfnisse Sterbender“.

„Spiritual Care“ – „Sorge um die Seele“ finde er als Begriff „sehr passend, drückt er doch die Nähe zur Seelsorge aus und ist zugleich davon deutlich unterschieden“. Denn Ärztinnen und Ärzte sollten ja nicht in erster Linie Seelsorger sein, sondern lediglich kompetent mit den seelischen Bedürfnissen ihrer Patientinnen und Patienten umgehen können.

„Ich erhoffe mir, dass ,Spiritual Care‘ kein zeitlich und regional begrenztes Phänomen bleibt, sondern von München ausgehend möglichst alle medizinischen Fakultäten in unserem Land erreichen wird“, sagte Friedrich. Je besser das Miteinander der Disziplinen hier in München gestaltet werde, desto eher werde die Chance dieser Verbindung auch an anderen Fakultäten wahrgenommen.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Ökumenische Weihnachtsbotschaft des Catholica-Beauftragten der VELKD
Die Botschaft von Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel) im Wortlaut: - Samstag, 18. Dezember 2010

Die Weihnachtsbotschaft, dass Gott selbst in unsere Welt gekommen ist, ist in der Tat die zentrale Botschaft, die wir gemeinsam und in Eintracht weiterzugeben haben. In dem jüngsten Apostolischen Schreiben hat mich ein Satz Benedikt XVI. besonders angerührt: Der Papst schreibt, dass sich das ewige Wort klein gemacht habe – „so klein, dass es in eine Krippe passte. Es hat sich zum Kind gemacht, damit uns das Wort fassbar werde.“

Auch Martin Luther hat immer wieder die Selbstbewegung Gottes in die Tiefen der menschlichen Endlichkeit und das Kommen Gottes in die menschliche Niedrigkeit der Krippe leidenschaftlich verfochten. In seinem wohl bekanntesten Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“, heißt es z.B.: „So merket nun das Zeichen recht: / die Krippe, Windelein so schlecht / da findet ihr das Kind gelegt, / das alle Welt erhält und trägt.“ (EG 24,6). So werden es viele Gemeinden – ganz gleich ob evangelisch oder katholisch –  am Heiligen Abend in ihren Gottesdiensten singen.

Merken wir die Zeichen der Zeit? Auch im neuen Jahr  müssen wir alles versuchen, unsere noch bestehenden Differenzen so klein zu machen, dass wir in unserem ökumenischen Handeln diesem „Vorlauf“ Gottes nicht widersprechen. Das Kind in Windeln hat kein Verständnis für Kriteleien, Machtspiele oder konfessionalistische Selbstprofilierung.

Der unfassbare, unbegreifliche Gott kann uns nicht näher kommen als in einem gewöhnlichen, machtlosen Baby. Gemeinsam dürfen wir uns ihm nähern mit all unseren Schwächen und Stärken, aber auch Unterschieden. Denn allein er trägt und erhält alle Welt. Dies sollte uns Christinnen und Christen Ermutigung und Ansporn sein, auch im neuen Jahr gemeinsam von der heilvollen Weihnachtsbotschaft Zeugnis zu geben.

Hinweis: Zu Ihrern Information wir Ihnen den Text der Weihnachtsgrußbotschaft 2010 von Bischof Gerhard Ludwig (Regenburg) im Wortlaut zur Verfügung:

Wir freuen uns, Ihnen gemeinsam einen herzlichen Weihnachtsgruß zu senden. Weihnachten geht uns alle an, Christen wie auch alle Menschen guten Willens. Diese Botschaft verpflichtet uns zur Einheit untereinander. Denn Gott ist in seinem Sohn zu uns allen, zu Ihnen wie auch zu mir, gekommen.

Gott ist Mensch geworden und hat unsere Würde als Menschen grundgelegt. Nun ist es an uns, uns für die Würde aller Menschen stark zu machen, besonders aber für die Würde der Menschen, die in Armut und Unterdrückung leben. Der Mensch wurde als Abbild Gottes geschaffen, aber  weltweit ist seine Menschenwürden bedroht. Verlieren wird dies an Weihnachten nicht aus den Augen!

In ökumenischer Eintracht sind wir stark, gemeinsam für die Würde eines jeden Menschen einzutreten. Unsere regelmäßigen Gespräche mit den Partnern der Ökumene haben nicht zuletzt dies zum Ziel. Wir haben den festen Willen, die Trennungen und das, was unsere Einigkeit in Deutschland noch hindert, zu überwinden.

Die Hirten von den Feldern und die Weisen aus dem Morgenland sind in den Stall von Bethlehem gekommen. Hier finden wir alle den Raum für ein menschenwürdiges Leben. Die ökumenische Einheit ermöglicht Hoffnung miteinander. Geteilte Hoffnung ist doppelte Hoffnung. Versammeln wir uns um den Urheber der Menschenwürde, Gottes Sohn in der Krippe. So kann uns das Weihnachtsfest stärken, so können wir alle zusammen auf ein gutes Jahr 2011 hoffen.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Catholica-Beauftragter der VELKD zu Papst-Schreiben „Verbum Domini“
Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber: Wort-Gottes-Feiern am Sonntag ökumenisch begehen - Montag, 13. Dezember 2010

Die Stellungnahme im Wortlaut:

Im Oktober 2008 tagte die XII. Ordentliche Versammlung der Bischofssynode im Vatikan. Die Bischöfe kamen zusammen, um das Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sen-dung der Kirche“ zu erörtern. Zwei Jahre später hat nun Papst Benedikt XVI. am 30. September 2010 (veröffentlicht am 11. November 2010) in einem nachsynodalen Aposto-lischen Schreiben den Ertrag dieses Treffens zusammengefasst. Der Text trägt entsprechend dem eröffnenden Zitat aus dem Petrusbrief (Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit) den Titel „Verbum Domini“. Bereits der Titel erinnert an die dogmatische Konstitution „Dei Verbum“ des Zweiten Vatikanischen Konzils, die sich ebenfalls mit Fragen des Schrift- und Offen-barungsverständnisses beschäftigt hatte und entsprechend häufig von dem Apostolischen Schreiben aufgegriffen wird.

Auch wenn sich das Schreiben an die römisch-katholische Weltkirche richtet, verdient es, in den evangelischen Kirchen Beachtung zu finden, wird doch mit dem „Wort Gottes“ ein Thema aufgegriffen, für das das Herz evangelischer Theologie auf besondere Weise schlägt. Daher möchte ich exemplarisch auf einige Aspekte der Ausführungen des Papstes hinweisen.

a) Völlig im Einklang mit evangelischem Nachdenken über das Wort Gottes ist in „Verbum Domini“ Jesus Christus das Zentrum und der Ausgangspunkt aller weite-ren Überlegungen. Er ist das sichtbar gewordene Wort des Lebens (§ 2). Entspre-chend wird die Fleischwerdung des Wortes Gottes betont: Das ewige Wort „hat sich klein gemacht – so klein, dass es in eine Krippe passte. Er hat sich zum Kind gemacht, damit uns das Wort fassbar werde“ (§ 12). Auch Martin Luther hat immer wieder die Selbstbewegung Gottes in die Tiefen der menschlichen Endlichkeit und das Eingehen des Wort Gottes in die menschliche Niedrigkeit der Krippe leiden-schaftlich verfochten. In einem seiner Weihnachtslieder heißt es z. B.: „Den aller Weltkreis nicht beschloss, der liegt in Mariens Schoß / er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein“ (EG 23,2).

b) Für Benedikt XVI. ergibt sich daraus für die Bibel: „Das Christentum ist die »Reli-gion des Wortes Gottes«, nicht »eines schriftlichen, stummen Wortes, sondern des menschgewordenen, lebendigen Wortes«. Daher muss die Schrift als Wort Gottes verkündigt, gehört, gelesen, aufgenommen und gelebt werden“ (§ 7). Dieser Aus-sage kann evangelischerseits nur zugestimmt werden, allerdings führt der Satz fort: „... und zwar in der Spur der apostolischen Überlieferung, mit der es untrennbar verknüpft ist“ (ebd.). Damit ist das kontroverstheologisch so umstrittene Thema „Schrift und Tradition“ angesprochen. Zur rechten Verhältnisbestimmung der bei-den verweist das Schreiben an anderer Stelle auf die Aussagen des Zweiten Vatika-nischen Konzils: Das Evangelium sei treu bewahrt worden, sowohl durch die Apostel, die durch mündliche Predigt und Beispiel die Botschaft Christi weiterge-geben haben, als auch durch jene Apostel, die unter der Inspiration des Heiligen Geistes dieselbe Botschaft niederschrieben (siehe § 17).
Das reformatorische Schriftprinzip „sola scriptura“ hingegen weist der kirchlichen Überlieferung eine deutlich andere Rolle zu. Allerdings hat sich mit dem Konzil in der römisch-katholischen Theologie die These durchgesetzt, dass das römisch-ka-tholische „sowohl ... als auch“ nicht die materiale Suffizienz der Schrift in Frage stellen kann: d. h. die Heilige Schrift enthält alle heilsnotwendige Wahrheit des Glaubens und kann daher als Kriterium für die Evangeliumsgemäßheit aller kirch-lichen Verkündigung und allen kirchlichen Lebens fungieren. Die Annahme einer mündlichen Tradition, die als eigenständige Offenbarungsquelle die Schrift ergän-zen könnte, ist damit korrigiert. Ökumenisch wegweisend ist hierbei auch die Un-terscheidung, die Papst Johannes Paul II. in seiner Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“ 1995 eingeführt hat: Er differenziert zwischen der „heiligen Tradition als unerlässlicher Interpretation des Wortes Gottes“ und diesem selbst und bezeichnet die Heilige Schrift als „oberste Autorität des Glaubens“ (Ut unum sint, § 79).
Und auf evangelischer Seite ist es seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu einer Neubewertung der Tradition gekommen. Zudem wurde die Einbindung der Schrift in einen umfassenden Überlieferungsprozess besser erkannt. Auf diesem Hinter-grund konnte der ökumenische Dialog in den letzten Jahrzehnten fruchtbare An-näherungen in der Frage des Offenbarungsverständnisses vorlegen. Leider wird in dem Apostolischen Schreiben mit keinem Wort auf diese ökumenische Diskussion eingegangen.

c) Das Offenbarungsverständnis hat natürlich auch Konsequenzen für eine Hermeneu-tik (Verstehenslehre) der Bibel. Papst Benedikt XVI. entfaltet diese als eine Her-meneutik des Glaubens und damit auch als eine Auslegung der Heiligen Schrift in der Kirche (§ 29). Für ihn folgt daraus, dass „wir die Schrift niemals alleine lesen können“ (§ 30). Auch der gerade in 8., neu bearbeiteter Auflage erschienene Evangelische Erwachsenenkatechismus der VELKD betont, dass die Bibel ein „Buch der Gemeinschaft“ und die Kirche „eine Auslegungsgemeinschaft“ der Schrift ist (EKK, S. 72f). Das gemeinschaftliche Auslegen der Schrift geschieht im sonntäglichen Gottesdienst, den weiteren vielfältigen Gottesdienstformen, aber auch in Bibelkreisen u. v. m. Darüber hinaus ist jedoch den reformatorischen Kirchen immer auch die persönliche Bibellektüre wichtig gewesen, auch wenn diese längst nicht mehr den Stellenwert hat, den sie einmal für die Glaubenslehre und die Kirche genoss. Allerdings ist an die weiterhin besondere Rolle der Herrenhuter Losungen oder des Neukirchner Kalenders für die persönliche Frömmigkeit zu erinnern.
Evangelischerseits abzulehnen wäre jedoch jede Auffassung, die in Fragen des rechten Schriftverständnisses letztlich dem kirchlichen Lehramt als Hüter von Tra-dition und Überlieferung die Vollmacht der Entscheidung zukomme ließe. In diese Richtung könnten einige Aussagen des Dokumentes verstanden werden, wie etwa die folgende: „Letztendlich ist es lebendige Überlieferung der Kirche, die uns die Heilige Schrift als Wort Gottes angemessen verstehen lässt“ (§ 18). Denn damit untersteht die Deutungshoheit der Schrift letztlich dem (lehramtlichen) Urteil der Kirche (vgl. II. Vatikanum, Dei Verbum, § 12,3). Für das evangelische Verständnis hingegen ist es grundlegend, dass innerhalb der Interpretationsgemeinschaft Kirche jeder einzelne Christ/jede einzelne Christin die Aufgabe und das Recht hat, seine Stimme einzubringen: Das Predigtamt in der Kirche ist darauf ausgerichtet, das ihm aufgetragene Wort Gottes öffentlich zu bezeugen. Doch zugleich ist allen Gliedern der Gemeinde kraft des Priestertums aller Gläubigen aufgetragen, die ihnen durch die Taufe zugeeignete Verantwortung, über rechte Lehre zu urteilen, wahrzuneh-men und auszuüben.

d) In erfreulicher Ausführlichkeit widmet sich das Apostolische Schreiben der Bedeu-tung der Heiligen Schrift für alle Bereiche des kirchlichen Lebens. Die Seelsorge und die Katechese sind ebenso im Blick, wie die Ausbildung oder Diakonie. Er-freulich ist auch, welcher hohe Stellenwert der Heiligen Schrift in all den verschie-denen Formen des Gottesdienstes zugewiesen wird. Dieser wird beschrieben als dauernde, volle und wirksame Verkündigung des Wortes Gottes. Auch wenn evan-gelische Theologie wohl nicht von der „Sakramentalität des Wortes“ sprechen würde, wie Paragraph 56 überschrieben ist, wird in diesem Abschnitt die besondere Bedeutung der Schrift für den Gottesdienst auch in der römisch-katholischen Kir-che nochmals deutlich: „Christus, der unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich gegenwärtig ist, ist in analoger Weise auch in dem Wort gegenwärtig, das in der Liturgie verkündet wird“ (§ 56).
Das Dokument weist zudem darauf hin, dass – da die ganze Kirche missionarisch sei – auch alle Getauften in ihrem eigenen Lebensstand berufen sind, „einen ent-scheidenden Beitrag zur christlichen Verkündigung zu leisten“ (§ 94).

Leider widmet sich nur ein einziger Paragraph des fast 100 Seiten starken Dokumentes dem Thema Bibel und Ökumene. Dabei wird die Bedeutsamkeit des Bibelstudiums im ökumeni-schen Dialog betont: Der Papst ist überzeugt, „dass das gemeinsame Hören und Meditieren der Schrift uns eine reale, wenn auch noch nicht volle Gemeinschaft leben lässt.“ (§ 46). Ge-meinsam sollen sich Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen von der Neu¬heit des Wortes Gottes überraschen lassen. In diesem Zusammenhang findet auch der Wort-gottesdienst eine besondere Würdigung, wobei aber sogleich betont wird, dass er kein Ersatz für die Heilige Messe, die unter das Sonntagsgebot falle, sein könne. Es ist schade, dass trotz dieser Würdigung und dem Aufruf zu vermehrten gemeinsamen Wortgottesdiensten die öku-menischen Chancen dieses Aufrufes nicht weiter explizit ausgeleuchtet werden. Daher möchte ich dies auf zweifache Weise zu tun versuchen:

a) In Paragraph 65 werden die Wort-Gottes-Feiern nochmals aufgegriffen und konk-rete Vorschläge für ihre liturgische Gestaltung gemacht. Die ökumenische Dimen-sion ist hier nicht mehr im Blick. Vielmehr wird deren Bedeutung betont, um den Reichtum der Heiligen Schrift kennenzulernen. Zudem werden sie als Vorbereitung für die Eucharistie bezeichnet. Zugleich wird aber auch offen angesprochen, dass es aufgrund des Priestermangels nicht in allen Gemeinden mehr möglich ist, die Eucharistie an den gebotenen Feiertagen zu feiern. Dann seien Wort-Gottes-Feiern anzubieten. Da wir uns gemeinsam verpflichtet haben, in der Ökumene zu tun, was schon geht, sehe ich in dieser eucharistischen Notsituation eine Chance, – we-nigstens im Einzelfall – auch den Sonntag gemeinsam zu begehen. Denn die von Laien geleiteten Wort-Gottes-Feiern sind nicht von den Auseinandersetzungen um Amt und Eucharistie betroffen. Ohne ihren Charakter als Notsituation zu kaschie¬ren und ohne unsere gemeinsame Sehnsucht nach der Gemeinschaft im Herrenmahl aufzugeben, könnten doch auch evangelische Christen zu diesen römisch-katholi-schen Wort-Gottes-Feiern eingeladen werden! Umgekehrt laden wir gerne unsere römisch-katholischen Geschwister an „Sonntagen ohne Priester“ auch gezielt zu nicht-eucharistischen Gottesdiensten in unsere Kirchen ein.

b) Schließlich möchte ich noch etwas ausführlich auf das Stundengebet eingehen. Papst Benedikt XVI. selbst weist auf die „hohe theologische und kirchliche Würde“ des Stundengebetes hin, „in dem die Kirche das Priesteramt ihres Hauptes“ ausübt (§ 62). Ich kann den Wunsch des Papstes und der Bischofssynode nur begrüßen, „dass sich das Stundengebet im Gottesvolk stärker verbreiten möge.“ (ebd.) – und m. E. könnte und sollte dies ökumenisch geschehen. In der Feier der Stundengebete liegt ein ökumenischer Schatz, der bislang noch nicht ausreichend gehoben wurde. Denn die Feier des Stundengebetes lässt sich schon heute ohne jede Einschränkung ökumenisch begehen. Dies hat eine Initiative der VELKD mit ihrem Liturgie¬wissenschaftlichen Institut in Leipzig, des katholischen Deutschen Liturgischen In¬stituts, der Bildungsstätte Burg Rothenfels und der Monatsschrift Magnificat auf dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag eindrucksvoll bewiesen. An drei Tagen wurde zu den vier Gebetszeiten deutlich, dass im gemeinsamen Hören auf das Wort Gottes, Singen und Beten eine Kernaufgabe der Kirche zusammen wahrgenommen werden kann. Zu Recht wurde in den Liturgie-Heften für diese Ökumenischen Stundengebete auf folgenden Sachverhalt hingewiesen:

Im Stundengebet wird die Einheit der Kirche real.
Gemeinsam in den Lobpreis Gottes einstimmen
und Fürsprache für die Welt halten,
das sind zentrale Lebensvollzüge der Kirche.
Durch die gegenseitige Anerkennung der Taufe
können wir im Stundengebet schon heute
gemeinsam Kirche, gemeinsam Leib Christi sein!

Die Kirche ist nicht nur in der Feier der Eucharistie der Leib Christi, sondern auch in der Feier der Tagzeiten. Solange uns der Weg zum einen noch versperrt ist, soll-ten wir umso mehr die Chancen des anderen nutzen. Hier steht uns die Amtsfrage nicht im Weg. Denn im katholischen Stundengebet können „die Amtsträger der an-deren Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften den Platz einnehmen und die litur-gischen Ehren empfangen, die ihrem Rang und ihrer Aufgabe entsprechen” (so das Ökumenische Direktorium, § 117–119). Die auf dem Münchner Kirchentag er¬probte Form der Alltagsspiritualität, die mit geringer personeller und finanzieller Ausstattung möglich ist, könnte also auch in den Gemeinden ökumenische Nachahmung finden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Segenswünsche zur Einführung von Bischof Guib
VELKD für Fortsetzung der guten Partnerschaft mit der Evangelischen Kirche in Rumänien - Sonntag, 12. Dezember 2010

 Hannover – Zur Einführung des neuen Bischofs der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Reinhart Guib, hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), seine herzlichsten Glück- und Segenswünsche übermittelt. „Wie Sie wissen, stehen wir als VELKD mit unserem Diasporawerk Martin-Luther-Bund und als Deutsches Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes in einer langen, guten und vertrauensvollen Partnerschaft zu Ihrer Kirche“, heißt es in dem Schreiben Friedrichs. „Mit Ihrem Amtsvorgänger, Bischof Dr. Christoph Klein, verbindet uns eine verlässliche und freundschaftliche Beziehung. Gern möchten wir diese gute Verbundenheit weiter mit Leben erfüllen.“ Die Aufgabe der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, Menschen über Sprach-, Kultur-, Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg miteinander ins Gespräch zu bringen, sei anspruchsvoll. Er freue sich schon jetzt auf den Erfahrungstausch mit Guib, etwa im Rahmen einer der nächsten Sitzungen der Bischofskonferenz der VELKD, so Friedrich.

Die Landeskirchenversammlung der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien hatte am 27. November 2010 in Sibiu/Hermannstadt Bischofsvikar Reinhart Guib zum Nachfolger von Christoph Klein gewählt, der nach zwanzig Jahren im Amt des Bischofs im September in den Ruhestand gegangen war. Guib, 1962 in Mediasch/Mediaş geboren, studierte Evangelische Theologie in Sibiu/Hermannstadt. Nach seinem Vikariat in Fogarasch und seinem Dienst als Pfarrer in Tekes wurde er Stadtpfarrer in Mediasch/Mediaş. 2002 übernahm er als erster Präsident die Leitung des Gustav-Adolf-Werkes in Rumänien. Zuletzt war Guib Bischofsvikar.

Der Leitende Bischof wird bei der Einführung am 12. Dezember in Sibiu/Hermannstadt durch den Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), vertreten.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Reformationsjubiläum in globaler Weite und ökumenischer Offenheit feiern
LWB-Generalsekretär Martin Junge warb um Beteiligung an Strategieprozess - Donnerstag, 2. Dezember 2010

Hannover – „Das Reformationsjubiläum 2017 darf nicht einfach eine Erinnerung an eine bedeutende Vergangenheit sein. Es muss uns erinnern an Gottes Zukunft für die Welt.“ Darauf hat der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfarrer Martin Junge (Genf), aufmerksam gemacht. In seinem Grußwort vor dem Deutschen Nationalkomitee des LWB, das am 2. Dezember zu seiner Sitzung in Hannover zusammengekommen war, sagte Junge, er erwarte von diesem Jubiläum „eine Feier aus Dank über die gnädige Zuwendung unseres Gottes, aber auch das Eingeständnis unser Fehler“. Es solle ein Jubiläum „in globaler Weite und ökumenischer Offenheit“ werden, „in dem wir nicht die Macht von Institutionen in das Zentrum stellen, sondern die Zuwendung Gottes zu uns Menschen – gerade zu denen, die es am meisten brauchen“. Die vergangenen Jahrzehnte hätten global ein nie gekanntes Maß an Ungleichheit gebracht. Junge wörtlich: „Das aktuelle Weltwirtschaftssystem macht immer noch Menschen zu Verlierern und zerstört die Lebensgrundlagen der nächsten Generationen. Grundsätzlich scheint eines der Grundübel heute darin zu bestehen, dass wir von Ressourcen leben wollen, die es in dieser Form gar nicht gibt. Das gilt für die Finanzkrise, das gilt aber auch für die ökologische Krise. Beide sind Ausdruck einer ähnlichen Maßlosigkeit. Religionen – nicht nur die christliche – gehören nach meiner Auffassung zu einer ungeahnten Ressource, um dieser Maßlosigkeit zu begegnen.“ Die Kirchen müssten für die Schwächsten einstehen und neue Ideen entwickeln, wie sie dieser Verantwortung gerecht werden könnten.

Nach Junges Worten befinde sich der LWB aktuell in einem Strategieprozess. Er warb dafür, dass sich alle Mitgliedskirchen an ihm beteiligten. Er verstehe den LWB als eine „Weggemeinschaft im Dialog“. Dies sei seit jeher eines seiner Markenzeichen. „Wir müssen Prioritäten setzen und unsere Aufgaben so benennen und in Programme umsetzen, dass sie sowohl relevant sind für unseren gemeinsamen Weg als LWB-Gemeinschaft als auch nachhaltig im Hinblick auf die anzuwendenden Ressourcen.“ Ziel sei es, weltweite Diakonie zu betreiben.

Im Blick auf 2017 führte Junge aus, dass die Reformation in Deutschland ihren Anfang genommen habe, aber heute der Welt gehöre. „Wenn wir auf 500 Jahre Reformation zurückblicken, dann darf diese globale Bedeutung nicht einfach nur benannt werden. Kirchen aus der ganzen Welt müssen das gemeinsame Reflektieren und Feiern gestalten. Sie müssen sich in ihrem theologischen Denken und praktischen Handeln gegenseitig herausfordern.“ Martin Luther sei ein zentrales Instrument der Reformation, dennoch gehöre die Reformation nicht allein den Lutheranern. In den Vorbereitungen auf das Jubiläum spiele deshalb die ökumenische Dimension eine „wichtige Rolle“.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Ralf Meister
Berliner Generalsuperintendent wird neuer Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers - Donnerstag, 25. November 2010

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat Ralf Meister anlässlich seiner Wahl zum Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers seine herzlichsten Glück- und Segenswünsche übermittelt. Mit dem 48-jährigen Pfarrer, der zurzeit noch als Generalsuperintendent von Berlin tätig ist, bekomme die hannoversche Landeskirche einen Leitenden Geistlichen, der „über fundierte Erfahrung im Umgang mit und der Führung von Pfarrerinnen und Pfarrern“ verfüge, so Friedrich in seinem Glückwunschschreiben. Gerade jetzt bräuchten „die Kirchen Leitungspersönlichkeiten, die es verstehen, in einer Zeit des starken Wandels das Evangelium fröhlich, substantiell und zugleich verständlich“ darzulegen und so die Gemeinden zu ermutigen. Dies und die Fähigkeit „zu motivieren, sensibel zu leiten und über den theologischen Tellerrand zu schauen, kann Ihnen in Ihrem neuen Amt nur nutzen“, führte Friedrich aus. „Wir freuen uns für die Hannoversche Landeskirche und wir freuen uns in der VELKD, nicht zuletzt in der Bischofskonferenz, auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Segenswünsche zur Einführung des neuen LWB-Generalsekretärs
DNK-Vorsitzender Landesbischof Friedrich würdigt Pfr. Martin Junge - Donnerstag, 25. November 2010

Hannover – Zur Einführung von Pfr. Martin Junge in das Amt des Generalsekretärs des Lutherischen Weltbundes (LWB) am heutigen Tag (17.00 Uhr) in Genf hat der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des LWB, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), die herzlichsten Glück- und Segenswünsche übermittelt. Nach seiner Wahl zum Generalsekretär auf der Ratstagung im Oktober 2009, seiner eindrucksvollen persönlichen Vorstellung auf der Vollversammlung im Juli 2010, der Phase des Übergangs in enger und guter Kooperation mit Generalsekretär Dr. Ishmael Noko und der Übernahme der Aufgaben zum 1. November erfolge nun der liturgische und feierliche Akt der Einführung durch den Präsidenten des LWB, Bischof Dr. Munib Younan, so Friedrich in seinem Glückwunschschreiben. „Diese Phase bis zur vollen Übernahme der Amtsgeschäfte hat uns bereits ein intensives persönliches Kennenlernen und einen vertieften fachlichen Austausch ermöglicht.“ Er sei von der „konsequenten Umsetzung der Ergebnisse des Erneuerungsprozesses sowie von der kollegialen Art der Zusammenarbeit beeindruckt“, schreibt Johannes Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. „Wir erleben Sie als profilierten und zugleich an Kooperation interessierten Gesprächspartner. Mit besonderer Erwartung sehen wir der Entwicklung entgegen, die gewachsene Gemeinschaft im LWB auch stärker in den und durch die Regionen und Mitgliedskirchen zum Tragen zu bringen.“ Besonders freue man sich auf die Begegnung mit Generalsekretär Junge am 1./2. Dezember, wenn das DNK/LWB zu Beratungen in Hannover zusammentrete.

Aus Deutschland nehmen an der Einführung teil: Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July, der auch einer der LWB-Vizepräsidenten ist und wie auch die anderen Teilnehmenden Anna-Maria Tetzlaff (Greifswald) und Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer (Hannover) dem Exekutivkomitee angehört.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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Leitender Bischof der VELKD würdigt Maria Jepsen
Hamburger Bischöfin in den Ruhestand verabschiedet - Freitag, 19. November 2010

Hamburg/Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen anlässlich ihrer Verabschiedung in den Ruhestand gewürdigt. Sie habe ihr Amt „zum Wohle der Kirche wahrgenommen“, sagte Friedrich. Sie sei nicht nur die erste lutherische Bischöfin weltweit gewesen, 1992 gewählt, sondern zum Zeitpunkt ihres Eintritts in den Ruhestand die dienstälteste Leitende Geistliche innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Hervorzuheben sei, so der Leitende Bischof in seiner „geistlichen Laudatio“, ihre „sagenhafte Treue zu den Menschen im Sprengel Hamburg der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und ihre Warmherzigkeit“. Sie sei den Menschen in Stadt und Land nahe gewesen, „hörend, handelnd und betend“. Auch ihr „großes ökumenisches Engagement“ verdiene Anerkennung – etwa ihre „unkomplizierte Art und Weise mit dem römisch-katholischen Erzbistum umzugehen, ihr unverkrampftes Verhältnis zu den Orthodoxen hier und in Russland“. Sie sei als „eine angesehene Partnerin der christlichen Denominationen in der Stadt Hamburg“ wertgeschätzt worden. Eine enge Verbindung zu den jüdischen Gemeinden zu halten, sei ihr „ganz wichtig“ gewesen. Auch habe sie „um die Wichtigkeit der Verbindung zu den Muslimen und zu den Moschee-Gemeinden gewusst“. Ihr „unerschrockenes Eintreten für die so genannten Randgruppen der Gesellschaft“ müsse ebenfalls hervor gehoben werden. Für diese habe sie gekämpft – in der Kirche und in der Politik. Öffentlich sichtbar gewesen als Repräsentantin ihrer Kirche sei sie auch im politischen Bereich – gesprächsbereit gegenüber Parteien und Gewerkschaften.

Als erste lutherische Bischöfin der Welt habe sie Frauen ermutigt, „in Kirche und Gesellschaft ihren Platz zu beschreiben und mutig einzunehmen“. Wenn er sie charakterisieren sollte, so Friedrich, würde er zu allererst sagen, dass sie eine „zutiefst fromme Frau“ sei.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 19. November 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Online der Verstorbenen gedenken
VELKD unterstützt trauernetz.de - Chatandacht zum Ewigkeitssonntag - Freitag, 12. November 2010

Hannover - Auch dieses Jahr können Trauernde am Ewigkeitssonntag online verstorbener Freunde und Angehöriger gedenken. Ab sofort ist unter evangelisch.de/ewigkeitssonntag ein Trauerbuch geschaltet, in das bis zum Ewigkeitssonntag die Namen von Verstorbenen eintragen werden können.

Unter der Überschrift „Gott kennt alle unsere Namen“ findet am Ewigkeitssonntag, 21. November 2010,  um 18.00 Uhr eine Chatandacht auf evangelisch.de statt, bei der die Namen der Verstorbenen nacheinander eingeblendet werden. Danach sind alle eingeladen, im Chat gemeinsam das Vaterunser zu beten und so Gedenken und Fürbitte zu verbinden.

Im Gottesdienst am Ewigkeitssonntag gedenken Christinnen und Christen ihrer Verstorbenen. Oft werden zu diesen Gottesdiensten die Angehörigen der Gemeindeglieder eingeladen, die in diesem Jahr gestorben sind. Ihre Namen werden im Gottesdienst verlesen und die Gemeinde schließt sie und ihre Angehörigen in die Fürbitte ein.

Diese Art des Gedenkens wurde 2009 erstmals auch im Internet angeboten. Viele Besucher der Online-Andacht hatten das Bedürfnis, auch namentlich der Menschen zu gedenken, die bereits vor längerer Zeit verstorben waren. Da in Kirchengemeinden nur die Namen der in diesem Jahr Verstorbenen verlesen werden, hatten Trauernde im Internet die Möglichkeit, Klage und Trauer vor Gott bringen können – auch wenn der Tod eines geliebten Menschen lange zurückliegt.

Über das Gedenken im Internet möchten die Verantwortlichen von trauernetz.de und evangelisch.de Trauernden eine Möglichkeit des Gedenkens an Verstorbene eröffnen, die aus verschiedenen Gründen den Weg in die Kirchengemeinde nicht finden und ihnen so im Internet einen Raum für Trauer und Gedenken ermöglichen.

Hinweis: trauernetz.de ist ein Online-Projekt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Kooperation mit den Landeskirchen Bayern, Hannover und Rheinland.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD bringt neue Osternacht-Agende
Generalsynode gibt „Gottesdienstfeiern von Aschermittwoch bis Ostern“ frei - Freitag, 12. November 2010

Hannover – Nach genau fünfzig Jahren ist die so genannte Osternacht-Agende überarbeitet und damit ein weiterer Teilband des Agendenwerkes der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) revidiert worden. Sein Titel – „Gottesdienstfeiern von Aschermittwoch bis Ostern“ (Agende II, Teilband 1) – zeigt den weiten Gestaltungsbogen. „Der Vorgängerband galt noch als Handbuch für Spezialisten“, so die Gottesdienst- und Liturgiereferentin der VELKD, Oberkirchenrätin Christine Jahn. „Inzwischen gehört die Feier der Osternacht in vielen Gemeinden zu den Höhepunkten des gottesdienstlichen Lebens und die Passions- bzw. Fastenzeit zu den besonders intensiv begangenen Phasen des Kirchenjahres.“

Mit der Beratung und Beschlussfassung durch die Generalsynode der VELKD fand jetzt ein zwölfjähriger Arbeitsprozess seinen Abschluss. Verschiedene Entwürfe waren gesichtet und liturgische Entwicklungen ausgewertet worden. Die Vorarbeiten der Fachgremien wurden in den acht Gliedkirchen der VELKD erprobt und aufgrund der Rückmeldungen korrigiert. Dabei sei das Miteinander von bewährten Gestaltungsformen aus der Tradition und neuen Texten aus dem Gemeindeleben der Gegenwart prägend geworden, erklärte Christine Jahn. Der Vorsitzende des Gottesdienstausschusses der Generalsynode, Dr. Olaf Richter, hob hervor, dass durch die neue Agende „der Weg durch die Passions- und Osterzeit sowohl für Liturgen bzw. Liturginnen als auch für die Gottesdienstgemeinde als geistlicher Weg erfahrbar“ werde.

Die Agende soll rechtzeitig vor Beginn der Passionszeit 2011 erscheinen. Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), wird sie in einem Gottesdienst am Karfreitag vorstellen.

Hinweis: Die Agende „Gottesdienstfeiern von Aschermittwoch bis Ostern“ erscheint im Lutherischen Verlagshaus (Hannover).


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Generalsynode der VELKD zu „Pfarrerbild und Pfarrerbildung“
- Dienstag, 9. November 2010

Die einstimmig gefasste Entschließung zum Schwerpunktthema im Wortlaut:

„Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen.“ Psalm 92,14

I. Wahrnehmen
Pfarrerinnen und Pfarrer sind hoch angesehen, aber auch belastet

Pfarrerinnen und Pfarrer sind in der Öffentlichkeit hoch angesehen und genießen große Wertschätzung. Sie sind als Verkündiger und Seelsorger sehr sprachfähig und in der Lage, auch schwierige Situationen zu deuten, Menschen spirituell zu begleiten und diakonisch angemessen zu handeln. Deshalb werden sie in vielen Lebenslagen, in den Übergängen wie in den Hoch- und Krisenzeiten des Lebens gerne als Begleiter in Anspruch genommen.

Gemäß dem im Ordinationsversprechen genannten Grundauftrag der Kirche, das Evangelium zu verkündigen, sind sie bereit, sich mit vollem Einsatz ihrer Person einzubringen zum Wohle der Menschen und der Kirche. Sie widmen sich ihren Aufgaben fröhlich, mit persönlicher Überzeugung und in christlicher Freiheit. Es ist der Synode bewusst, dass ein großer Teil der pastoralen Arbeit still und unspektakulär geschieht und nicht in Erfolg und Qualität zu erfassen ist. Die Generalsynode nimmt die hohe Dienstbereitschaft mit großem Dank und Anerkennung wahr. Sie schätzt das, was Pfarrerinnen und Pfarrer an ihrem jeweiligen Ort leisten, und sieht die Komplexität der Anforderungen und die Vielfalt der Aufgaben.

Sie sieht auch die Belastungen der Pfarrerschaft. Mit Sorge beobachtet sie, dass Aufgabenkataloge anwachsen, ohne dass klar geregelt ist, wie andere Aufgaben losgelassen werden können.
Der gesellschaftliche Bedeutungs- und Traditionsverlust von kirchlich gebundener Religiosi¬tät führt zu verstärkten Herausforderungen. Die Verkündigung der frohen Botschaft von Gottes heilsamem Handeln erfordert heute ein hohes Maß an sprachlicher und kultureller Vermittlungskompetenz. Außerdem zeigen sich erhöhte Arbeitsbelastungen nicht allein im Verwaltungsbereich. Auch gesellschaftlich und kirchlich bedingter Reformdruck wächst.


Kritisch nimmt die Synode wahr, dass Konflikte in Gemeinden mitunter nicht angegangen und bearbeitet werden. Ehrenamtliche beklagen nicht selten, dass es Pfarrerinnen und Pfarrer an der Bereitschaft mangelt, Aufgaben abzugeben. Die Abgrenzung gegen überzogene Ansprüche aus der Gemeinde fällt ihnen bisweilen schwer, zudem werden die Chancen zur Teamarbeit nicht immer ausreichend genutzt.

II. Orientieren
Konzentration auf die öffentliche Wortverkündigung

Die Generalsynode hat sich im Rahmen ihrer 3. Tagung dem Schwerpunktthema auf vielfältige Weise genähert. Eröffnet wurde die Arbeit mit fünf synodalen Statements. In humorvoller Weise griffen diese das bekannte Motto „Frisch – fromm – fröhlich – frei“ auf. Ein fünfter Beitrag gab zu bedenken, ob Pfarrerinnen und Pfarrer manchmal nicht auch faul sein dürfen oder sogar müssen. Anschließend hielt Prof. Dr. Michael Herbst den Hauptvortrag mit dem Titel „Was bin ich? Pfarrerinnen und Pfarrer zwischen Zuspruch und Zumutung.“

Den Synodalen wurde deutlich, dass es für die aufgezeigten Probleme, die den Pfarrberuf gegenwärtig belasten, keine einfachen Lösungen gibt. Kirche und wissenschaftliche Theologie befinden sich diesbezüglich vielmehr in einem laufenden Prozess. Es ist nicht mehr möglich, zu einem einheitlichen Pfarrerbild vergangener Jahrhunderte zurückzukehren, da wir neben dem gemeindlichen Pfarramt auch Pfarrerinnen und Pfarrer in besonderen Pfarrämtern und Funktionen tätig sind. Gerade deshalb bedarf es einer Konzentration auf biblisch-theologische Grundaussagen im Hinblick auf das Amt der Verkündigung und auf die sich daraus ergebenden praktischen Konsequenzen.

Prof. Michael Herbst wies in seinem Vortrag darauf hin, dass Pfarrerinnen und Pfarrer in erster Linie „allgemeine Priester“ sind. „Sie gehören mithin zuerst zur Gemeinde, mit der sie die Taufe und den Glauben teilen. Sie sind Gemeindeglieder. Sie leben aus derselben Quelle. Sie stehen Christus, dem Haupt des Leibes, ebenso gegenüber. Sie bedürfen der Lehre, des Trostes, der Vergebung, der Ermutigung und der Ergänzung.“ Dabei wurde klar, dass neben dem entlastenden Votum von Prof. Herbst auch der Aspekt des Amtes in seinem Gegenüber zur Gemeinde und allen, denen die Verkündigung gilt, bedacht werden muss.

Es ist nach evangelischem Verständnis ein Amt, das allen Christen anvertraut ist. Pfarrerinnen und Pfarrern nehmen dieses jedoch in einer besonderen Weise wahr. Gemäß dem Augsburger Bekenntnis (Artikel 14) sind sie ordnungsgemäß berufen, den allen Christen anvertrauten Auftrag, das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen, öffentlich wahrzunehmen.

III. Gestalten
Mündige Gemeinde fördern und Freiräume nutzen

Christliche Gemeinde ist mündige Gemeinde. Sie ist eine Gemeinschaft von Menschen, die allezeit bereit und fähig sind, über ihren Glauben Auskunft zu geben und für das gemeindliche Leben Verantwortung zu übernehmen. Pfarrerinnen und Pfarrern obliegt die Aufgabe, dies zu fördern.

Im Anschluss an die Bearbeitung des Schwerpunktthemas gibt die Synode außerdem zu bedenken, dass die weit verbreitete Pfarrerzentrierung in den Gemeinden wie auch im öffentlichen Bewusstsein der Gesellschaft dem Verhältnis von allgemeinem Priestertum und dem Amt der öffentlichen Wortverkündigung, wie das Augsburger Bekenntnis es in den Artikeln 5 und 14 bestimmt, nicht entspricht. Es ist und bleibt eine wichtige Aufgabe für die Zukunft, daran zu arbeiten, dass das eine Amt der Verkündigung des Evangeliums von Gemeindegliedern und ordnungsgemäß berufenen Amtsträgern gemeinsam wahrgenommen und verantwortet wird.

Eine weitere Aufgabe besteht darin, den im Augsburger Bekenntnis (Artikel 14) beschriebenen Auftrag zur öffentlichen Verkündigung der Ordinierten immer wieder neu in den Blick zu nehmen. Die Synode sieht es als Aufgabe, eine Konzentration auf den Grund-auftrag auf verschiedenen Ebenen der Kirche zu bedenken. So können Kriterien gewonnen werden, die es ermöglichen, die Fülle der Aufgaben, Anforderungen und Zumutungen an das Pfarrerbild und die Pfarrerbildung zu ordnen und Prioritäten zu setzen.

Kirchenleitungen wie auch Gemeindeleitungen sind dafür verantwortlich, Rahmen-bedingungen zu schaffen, in denen Pfarrerinnen und Pfarrer ihre vorrangigen Aufgaben klären und sachgemäß wahrnehmen können. Dazu gehört es, dass Pfarrerinnen und Pfarrer über Frei-räume für Fortbildung und persönliches Selbststudium, geistliche Einkehr und gelebte Spiri-tualität verfügen. Ein geregelter Austausch in der Gemeinschaft der Ordinierten sowie Beglei-tung und Beratung - wie zum Beispiel Supervision   sollten jederzeit möglich sein.

Die Synode hält fest, dass eine geregelte Aus-, Fort- und Selbstbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer unverzichtbar ist.

In diesen Perspektiven erschließt sich die Verheißung des 92. Psalms: „Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, dass sie verkündigen, wie der HERR es recht macht.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Missverständnisse und Vorurteile abbauen
Generalsynode der VELKD hofft auf „praktische Verbesserungen“ in der Ökumene - Dienstag, 9. November 2010

Hannover – Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) unterstützt alle Bestrebungen, die erreichten theologischen Annäherungen in der Abendmahlslehre in einen gemeinsamen, interkonfessionellen Text zu fassen, der dann auch kirchlicherseits rezipiert werden könnte. In einer einstimmig beschlossenen Entschließung heißt es, das Aufzeigen eines differenzierten Konsenses in den dogmatischen Fragen der Abendmahlslehre könne nach wie vor bestehende Missverständnisse und Vorurteile zwischen den Kirchen abbauen. Auch wenn es wenig Spielräume für die offizielle Rezeption eines solchen gemeinsamen Textes in naher Zukunft gebe – hierin stimmt die Generalsynode mit ihrem Catholica-Beauftragten, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber, überein –, solle das Thema weiter verfolgt werden.

Die Generalsynode ist sich bewusst, „dass die Lehrüberzeugungen im Amt- und Kirchenverständnis der römisch-katholischen Kirche im Moment eine generelle eucharistische Gastfreundschaft noch nicht möglich erscheinen lassen“. Dennoch bekräftigten die Mitglieder der Generalsynode die Hoffnung, „dass die erreichten Klärungen im theologischen Verständnis auch zu ersten Fortschritten im praktischen Vollzug führen werden“. Ausdrücklich gewürdigt wurden die Signale „einiger deutscher Bischöfe, zu verlässlichen und weitherzigen Absprachen für den gemeinsamen Abendmahlsempfang für Eheleute unterschiedlicher Konfessionen zu kommen.“ Auch die Einbeziehung engerer Familienmitglieder sei wünschenswert. Die Generalsynode bittet ihren Catholica-Beauftragen, mit der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz hierzu „weiter im Gespräch zu bleiben, welche praktischen Verbesserungen und ersten Schritte möglich sind, bei denen die römisch-katholische Seite dennoch ihren eigenen dogmatischen Überzeugungen treu bleiben kann“.

In diesem Zusammenhang wurde die 25-jährige Praxis der eucharistischen Gastfreundschaft zwischen dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland und den deutschen evangelischen Kirchen als ein Versuch, „den eigenen konfessionellen Überzeugungen treu zu bleiben und zugleich ökumenisch fortzuschreiten“. Die durch die Vereinbarung gewonnene Vertrautheit und Verbundenheit habe sichtbaren Ausdruck in der Teilnahme des alt-katholischen Bischofs Dr. Matthias Ring an dem Eröffnungsabendmahl der diesjährigen Generalsynode gefunden.

Die Generalsynode begrüßt, dass im Einheitssekretariat die Früchte der ökumenischen Dialoge unter römisch-katholischer Beteiligung „geerntet“ wurden und dankt Walter Kardinal Kasper für die verdienstvolle Arbeit, das bereits Erreichte in dem Buch „Harvesting the fruits“ festgehalten zu haben. Es sei die Hoffnung der Generalsynode, dass das ökumenische Vermächtnis Kardinal Kaspers nicht in Vergessenheit gerate, sondern von Einheitsrat und auch Glaubenskongregation unter Einbindung der ökumenischen Partner weiter verfolgt werde, heißt es in der Entschließung.

Die Generalsynode dankt ihrem Leitenden Bischof, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, und ihrem Catholica-Beauftragten für ihre Berichte über den 2. Ökumenischen Kirchentag. Sie bittet die zuständigen Gremien darüber zu beraten, wann und wie der nächste Ökumenische Kirchentag gefeiert werden könne.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Sorge über wachsende Infragestellung des Religionsunterrichts
Generalsynode begrüßt Neubearbeitung des Evangelischen Erwachsenenkatechismus - Dienstag, 9. November 2010

Hannover – Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat das Erscheinen der 8., neu bearbeiteten und ergänzten Auflage des Evangelischen Erwachsenenkatechimus (EEK)* begrüßt. In einer einstimmig gefassten Entschließung würdigte sie ihn als „wesentlichen Beitrag“ zu einem Orientierungswissen, das aus dem christlichen Glauben schöpfen könne, der allen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Gute komme.

„Mit Sorge“ beobachtet die Generalsynode, dass die Notwendigkeit des Religionsunterrichts immer wieder in Frage gestellt werde. In einer einstimmig beschlossenen Entschließung heißt es, die Kirchen müssten wachsam sein und selbstbewusst den Wert des Religionsunterrichtes in der Öffentlichkeit vertreten.

Die Generalsynode hat anlässlich des Besuchs des neuen Präsidenten des Lutherischen Weltbundes (LWB), Dr. Munib Younan, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, dessen „unermüdlichen Einsatz für gewaltfreie Lösungen in seiner Heimat“ gewürdigt. „Mit Bischof Younan, mit der Gemeinschaft der lutherischen Kirchen und mit allen christlichen Kirchen beten wir für den Frieden im Nahen Osten und treten dafür ein“, heißt es in der Entschließung.

* Evangelischer Erwachsenenkatechismus, 1.020 Seiten mit CD-ROM, Gütersloher Verlagshaus 2010, 29,95 Euro


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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In der Ökumene Erreichtes verstetigen
Landesbischof Weber hielt Catholica-Bericht - Samstag, 6. November 2010

Hannover – Wenn es um das Zentrum des Glaubens geht, „ist kein Platz, sich in unseren jeweils besonderen kirchlichen und konfessionellen Gestalten zu profilieren und in konfessionalistische Beharrlichkeit zurückzufallen“. Darauf hat der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), aufmerksam gemacht. Wenn es um die befreiende Botschaft der Bibel gehe, „müssen wir Christinnen und Christen gemeinsam Zeugnis ablegen“, sagte Weber in seinem Bericht vor der Generalsynode der VELKD. Er stand unter dem biblischen Motto „…damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt“. Ohne diese bleibende Hoffnung sei seine Arbeit in der Ökumene nicht möglich. „Für mich findet sie in der ‚Leidenschaft für das Mögliche‘ Ausdruck.“ Seine Hoffnung sei, „dass es uns gelingt, unser Miteinander als selbstverständlichen Teil des jeweiligen Kirche-Seins zu verstehen und das Erreichte zu verstetigen“.

Beim Abendmahl/Eucharistie sieht Weber Möglichkeiten für einen Fortschritt. In den traditionellen Kontroversen bei diesem Thema „ist nach Einschätzung der Experten mittlerweile durch die diversen Lehrgespräche ein differenzierter Konsens erreicht, der eigentlich die Feststellung ermöglicht, dass in der Lehre vom Herrenmahl zwischen römisch-katholischer Kirche und evangelisch-lutherischen Kirchen keine aktuellen Gegensätze von kirchentrennender Bedeutung vorliegen“. Inhaltlich liege man im Abendmahls- bzw. Eucharistieverständnis „nicht mehr weit auseinander“. Darauf habe er im Vorfeld des 2. Ökumenischen Kirchentages (ÖKT) hingewiesen. „Aus lutherischer Sicht wäre es also an der Zeit, einen Prozess zu einer Gemeinsamen Erklärung zum Abendmahl bzw. zur Eucharistie in Gang zu setzen, analog der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre.“ Eine solche Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl könne unter anderem zeigen: Der Streit und die gegenseitigen Verurteilungen in der Frage um die Darreichung in beiderlei Gestalt, also Brot und Kelch, sei durch die Bestimmungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und durch Grundsatzüberlegungen zum stiftungsgemäßen Gebrauch des Herrenmahls im Wesentlichen behoben. Auch in der Frage der wirklichen Gegenwart Jesu Christi, der sich in der Kraft des göttlichen Geistes unter Brot und Wein zum Empfang darbiete, sei ebenso grundsätzliche Übereinstimmung erzielt wie in der Messopferfrage. Erste Entwürfe zu solch einer neuen Gemeinsamen Erklärung lägen bereits vor. Der Münchner Theologieprofessor Gunter Wenz habe bereits einen konkreten Textvorschlag veröffentlicht.

Ein Hauptproblem solch einer Gemeinsamen Erklärung sei sicherlich, dass die Lehre vom Abendmahl in engem Sachbezug zur Ekklesiologie (Anm.: Lehre von der Kirche) und zur Amtstheorie steht, von der sie sich nicht isolieren lasse. „Die zwischen unseren Kirchen bisher ungelösten Differenzen in der Lehre von der Kirche und vom kirchlichen Amt wirken sich entsprechend auch auf Theorie und Praxis des Herrenmahls aus. Dennoch wäre eine Gemein-same Erklärung zum Abendmahl weder in theoretischer noch in praktischer Hinsicht über-flüssig und vergeblich“, betonte Weber. „Für das öffentliche Bewusstsein von Kirche und Gesellschaft wäre es von erheblicher Bedeutung, verbindlich zu erfahren, dass in den dogmatischen Fragen der Abendmahlslehre im engeren Sinn ein differenzierter Konsens besteht. Viele Vorurteile und Missverständnisse, die sich auf beiden Seiten hartnäckig halten, ließen sich dadurch beheben. Aber auch in praktischer Hinsicht wäre von einer Gemeinsamen Erklärung zum Abendmahl ein wichtiger Motivationsschub zu erwarten.“ Schließlich könnte auch in festgefahrene Fronten der überkommenen Amtslehre Bewegung gebracht werden. Zugleich sei die ökumenische Enttäuschung und Frustration bereits program¬miert, wenn es nicht auch im Vollzug zu ersten Fortschritten komme. Eine theologische Erklärung ohne irgendwelche Folgen in Fragen der eucharistischen Gastfreundschaft oder des gemeinsamen Abendmahls in konfessionsverbindenden Ehen dürfte evangelischen Christinnen und Christen und wohl auch weiten Kreisen in der römisch-katholischen Kirche kaum vermittelbar sein. Letztlich müssten solche Gespräche um eine Gemeinsame Erklärung und substantielle Fortschritte im Vollzug auf Weltebene angesiedelt sein – zwischen dem Lutherischem Weltbund und Rom, so wie auch schon die entsprechende Erklärung zur Rechtfertigungslehre. „Ich gebe jedoch zu, dass ich eher skeptisch bin, ob im Moment ein solcher Prozess auf Weltebene unmittelbar möglich wäre. Es ist nicht zu sehen, dass für Rom im Moment Spielräume denkbar sind, die auch einen Fortschritt im Vollzug ermöglichten. Doch das darf uns nicht daran hindern, auf nationaler Ebene an diesem Thema intensiv und geduldig weiterzuarbeiten. Auch der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre gingen lange Vorarbeiten auf verschiedenen nationalen Ebenen voraus. Wir müssen bereit sein, wenn die Zeit reif ist.“ Weber will auszuloten versuchen, „was wir im Moment vielleicht bereits auf deutscher Ebene praktisch verbessern können“. Es habe ihn ermutigt, dass Bischof Gerhard Ludwig Müller während eines gemeinsamen Presseauftritts vor Beginn des ÖKT erkennen ließ, dass er der theologischen Debatte nicht abgeneigt sei, auch wenn er sich nicht dazu geäußert habe, ob er Chancen für Fortschritte auf der Ebene des Vollzugs sehe.

Im Blick auf fünf Jahre Pontifikat Benedikt XVI. hält es der Catholica-Beauftragte „insgesamt nicht für ausgeschlossen, dass es in der Ökumene noch zu Weiterentwicklungen kommt; das traue ich Papst Benedikt durchaus zu. Schnelle Fortschritte in ekklesiologischen und sakramentstheologischen Lehrfragen sehe ich allerdings im Moment nicht“.

Hinweis: Der Bericht des Catholica-Beauftragten kann im Internet unter:
http://www.velkd.de/downloads/Weber_Catholica_Bericht2010_DS_8.pdf
herunter geladen werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Pfarrerausbildung zu wenig auf Berufswirklichkeit ausgerichtet
Prof. Herbst: Ungesunde Pfarrerzentrierung in der Kirche - Freitag, 5. November 2010

Hannover – Als „nicht hinreichend“ hat Prof. Dr. Michael Herbst (Greifswald) die theologische Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarren bezeichnet. Ohne einer Preisgabe akademischer Theologie das Wort reden zu wollen, halte er die Ausbildung „zu wenig auf die Berufswirklichkeit ausgerichtet“. Zwar habe sich schon einiges getan, doch würde nach wie vor nicht ausreichend berücksichtigt, dass Theologen auch Leitung wahrzunehmen hätten. „Wir gehen als Gelehrte aus dem Studium und treffen auf eine Berufswirklichkeit, in der von uns obendrein Führungsqualitäten verlangt werden, die wir weder theologisch reflektiert noch praktisch erworben haben“, so Herbst in seinem Vortrag zum Schwerpunktthema der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) „Pfarrerbild und Pfarrerbildung“. Die Ausbildung genüge auch nicht im Blick auf die Sprachfähigkeit für unterschiedliche kulturelle Kontexte und Milieus. Wenn dies alles nicht von der akademischen Theologie isoliert geschehen solle, dürfe die Antwort nicht lauten: Das komme im Vikariat und werde in Pastoralkollegs behandelt. Er sei davon überzeugt, dass dies bereits im Studium bearbeitet werden müsse. Prof. Herbst, der Praktische Theologie lehrt, stellte seinen Vortrag unter das Thema „,Was bin ich?‘ Pfarrerinnen und Pfarrer zwischen Zuspruch und Zumutung“.

Pfarrer wollten nicht „die Prügelknaben der Kirche sein“, sondern erwarteten mehr Anerkennung für ihren Dienst. Umfragen zu Folge bringe ihnen die Gesellschaft immer noch ein „relativ hohes Vertrauen“ entgegen. Kritisch setzte er sich mit aktuellen pastoraltheologischen Ansätzen auseinander. Sie retteten nicht aus der „ungesunden Pfarrerzentrierung unserer Kirche“, sie „verstärken tendenziell den Druck auf Pfarrer und damit die drohende Erschöpfung“.

Angesichts der massiven Veränderungen in der kirchlichen Landschaft werde sich auch das Pfarramt verändern, zeigte sich Herbst überzeugt: „Es muss und wird pluraler werden. Auch wenn niemand ernsthaft die parochiale Gemeinde mit einem Gemeindepfarrer als Grundmodell in Frage stellt, ist es notwendig, über eine größere Vielfalt von gemeindlichen Pfarrämtern nachzudenken. Damit meine ich zum Beispiel, dass in den bevölkerungsarmen und strukturschwachen Gebieten vor allem im Osten nur noch mit Mühe so etwas wie flächendeckende Versorgung stattfindet. Eine tatsächliche Präsenz, die persönliche Beziehungen ermöglicht, eine wirkliche Regelmäßigkeit des gottesdienstlichen Lebens ist kaum noch gegeben, und wo um sie gerungen wird, fordert es die Pfarrerinnen und Pfarrer bis weit über die Schmerzgrenze. Die Förderung von lebendigen Gemeindekernen, die selbst Verantwortung übernehmen, nach dem Maß ihrer Gaben und Möglichkeiten, ist nach meiner Überzeugung die einzige Zukunftschance für viele dieser Gemeinden. Das bedingt aber auch neue Formen des Pfarrdienstes.“ Mehr noch als dies werde etwas benötigt, was es in der anglikanischen Kirche seit einigen Jahren bereits gebe. Auch dort differenziere sich der pastorale Dienst weiter aus. Nicht nur, dass es voll bezahlte, teilbezahlte und in großer Zahl auch unbezahlte Pfarrerinnen und Pfarrer gebe. Vor allem gebe es seit einigen Jahren auch so genannte pioneer ministers, Missionspastoren, die auch speziell in den anglikanischen Colleges ausgebildet würden und einen eigenen Studiengang durchliefen. „Dies ist ein Baustein, der nach der Wiederentdeckung der Mission als Grundauftrag der Kirche noch fehlt: Pfarrerinnen und Pfarrer, die freigesetzt werden, um in bestimmten kulturellen Kontexten als evangelische Pfarrer zu wirken, das Evangelium in kulturelle Segmente zu tragen, in denen es nicht mehr oder noch nicht bekannt ist, um dort neue Gemeinden zu pflanzen und zu leiten.“ Er sei gespannt, ob Kirchen in Deutschland den Mut finden, mit einigen wenigen Stellen zu beginnen.

Zuvor hatte der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), seinen Bericht vor der Generalsynode zum Anlass genommen, Pfarrerinnen und Pfarrern „sehr herzlich für ihr Engagement danken, das sie in ihre Arbeit, sei es in Gemeinden, sei es in Spezialpfarrämtern, investieren“. Die Tätigkeit als Pfarrer sei eine „besonders schöne, weil sie immer mit Menschen zu tun hat und gerade in existentiellen Lebenssituationen gefragt ist“. Sie sei zugleich schwierig, weil sich sehr unterschiedliche und diffuse Erwartungen an sie richteten, der Erfolg nur schwer messbar sei und ein hohes Maß der Selbstdeutung erfordere. Friedrich bestätigte, dass sich viele Pfarrerinnen und Pfarrer über Gebühr belastet fühlten und es schwierig sei, auch für Kirchenleitungen, zusammen mit den Pfarrern Strategien und Lösungen zu finden, die als hilfreich empfunden würden. Insbesondere die verstärkten Qualitätsanforderungen im Zuge des Reformprozesses würden von vielen als Kritik an der bisherigen Amtsführung und als zusätzliche Belastung angesehen. Sie sollten aber nicht demotivieren, sondern motivieren.

Er wisse, dass für eine gelungene pastorale Tätigkeit – neben akademischem Studium und Vikariatsausbildung – „auch persönliche, weiche Faktoren wie Glaubwürdigkeit, Freundlichkeit, Ausstrahlung wichtig sind, die nicht einfach in einem Ausbildungsgang gelernt werden können“. Angesichts der hohen und in sich sehr uneinheitlichen Erwartungen an einen Pfarrer/eine Pfarrerin sei es eine „wichtige Fähigkeit, sich auch der eigenen Grenzen bewusst zu sein und gerade mit ihnen verantwortlich und überzeugend umzugehen“. Das Amt erforder auf der einen Seite die Fähigkeit zu leiten, auf der anderen, mit anderen Menschen – seien sie haupt-, neben- oder ehrenamtlich tätig, gut und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Zusammenarbeit bedeute nicht notwendigerweise zeitliche Entlastung, Leitung aber auch nicht, alles selbst machen zu müssen. Es gelte immer wieder, das rechte Maß zu finden, Prioritäten, und damit auch Posterioritäten, zu setzen, zu entscheiden, was in den eigenen Händen liegen müsse und was sich delegieren lasse. „Das ist bei der Fülle der Aufgaben und Anforderungen schwierig. Wesentlich ist, die pastoralen Kernaufgaben nicht aus dem Blick zu verlieren, Verkündigung, Seelsorge, Unterricht und Gemeindeaufbau – das meint besonders: die Förderung des Ehrenamtes – den ersten Platz einzuräumen. Wie viel Zeit, Energie und auch Freude an der Arbeit durch Verwaltungstätigkeiten genommen wird, können wir nur schätzen. Mir erscheint es allerdings höchste Zeit, dass wir uns in den kommenden Jahren tragfähige Alternativen überlegen, wie die Verwaltung so gestaltet werden kann, dass die geistlich-spirituelle Kompetenz von Pfarrerinnen und Pfarrern stärker in den Vordergrund steht und sie sich diesen Aufgaben in verstärktem Maß widmen können.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 5. November 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Bildung ist mehr als Wissensvermittlung
Leitender Bischof der VELKD unterstreicht Bedeutung des Religionsunterrichts - Freitag, 5. November 2010

Hannover – Das Bild der Bedeutung von Religion in der Gesellschaft hat sich nach Auffassung des Leitenden Bischofs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), „enorm verändert“. Dies habe in starkem Maße mit der sehr begrüßenswerten Integrationsdebatte zu tun, die den Blick verstärkt auf den Islam und seine rechtliche Stellung in Deutschland lenke. Hier sei noch ein weiter Weg zu gehen, sagte Friedrich in seinem Bericht vor der Generalsynode. Die Frage nach der Bedeutung des Islam für unsere Kultur und auch im Bezug auf den christlichen Glauben stehe im Raum. Ihr müsse man sich stellen. Auch das Verhältnis von Staat und Kirche sei Thema. Dabei falle auf, dass die besondere Rolle der Kirchen längst nicht mehr unhinterfragt sei. Das beginne bei den Kreuzen in öffentlichen Räumen und ende noch lange nicht bei der wissenschaftlichen Theologie an den staatlichen Universitäten oder dem Kirchensteuersystem. Er vertrete die Auffassung, „dass wir alle miteinander hier viel offensiver und deutlicher reagieren müssen.“ Er sei empört, dass in den Medien immer wieder der Eindruck erweckt werde, als gebe es Staatsleistungen nur an Kirchen und dass staatliche Leistungen für im Rahmen des Subsidiaritätssystems erbrachte Leistungen wie ungerechtfertigte Zahlungen an Religionsgemeinschaften dargestellt würden. Staatsleistungen gebe es beispielsweise auch für jeden Opernbesucher, für Besucher einer Fußball-Weltmeisterschaft oder einer Olympiade, für Sportvereine und für Parteienstiftungen. „Denn sie alle leisten für die Gesellschaft wichtige Arbeit – wie die Kirchen“, so Friedrich.

Ausführlich ging der Leitende Bischof in seinem Bericht auf das Thema „Bildung“ ein: „Bildung, auch Schulbildung, muss den ganzen Menschen im Blick haben und ist deswegen immer mehr als Wissensvermittlung.“ Bildung dürfe nicht in der Weise verzweckt werden, dass sie letztlich nur dazu diene, Menschen für Wirtschaft und Industrie passend zu machen. Zur Bildung gehörten auch Musik, Kunst, die Liebe zur Natur sowie der Religionsunterricht. „Mit Sorge“ sei zu beobachten, dass angesichts der Veränderungen im Zuge der Einführung der achtjährigen Gymnasialzeit in den alten Bundesländern gerade im künstlerischen und affektiven Bereich „sehr schnell gestrichen wurde und gerade die Plausibilität des Religionsunterrichts angesichts der sonstigen Stofffülle immer wieder in Frage steht“. Johannes Friedrich wörtlich: „Hier müssen wir wachsam sein und unverdrossen den Wert des Religionsunterrichts in der Öffentlichkeit vertreten.“ Der Staat sei gut beraten, wenn er dafür Sorge trage, dass Kinder ganzheitlich gebildet würden, also auch im religiösen Bereich durch die im Staat vertretenen Religionen – gerade im Sinne der positiven Religionsfreiheit. Die Alternative, dass der Staat selbst einen weltanschaulichen Unterricht verantworte, könne niemandem gefallen. Dann seien die Einflussmöglichkeiten des Staates auf Kinder „viel zu hoch“. Der Marxismus-Leninismus-Unterricht in der DDR sei dafür nur ein abschreckendes Beispiel.

Der Leitende Bischof würdigte in seinem Bericht die Bedeutung evangelischer Schulen, die sich „zunehmender Beliebtheit erfreuen“. Ein Grund liege sicherlich darin, dass bei kirchlichen Schulen der Gedanke im Vordergrund stehe, den ganzen Menschen mit seinen Gaben und Eigenheiten im Blick zu haben. Hinzu komme das bewusste Einüben von sozialem Verhalten, die Ermutigung zu sozialem Engagement und die Förderung musischer Interessen. Dahinter stehe ein klares Bekenntnis zu christlichen Werten und zu einem evangelischen Profil. Dass auch in Kindergärten, Kinderkrippen und Kindertagesstätten der Aspekt der Bildung stärker im Blick sei, wertete Friedrich positiv. Dabei dürfe es aber nicht um die Anhäufung von Kenntnissen und Lerninhalten schon im Kleinkindalter gehen. Vielmehr gehe es darum, so früh wie möglich eigene Begabungen zu erkennen und diese zu fördern. Eine zu frühe Konzentration auf Lerninhalte und abprüfbares Wissen würde dem einzelnen Kind und seinen Begabungen nicht gerecht.

Über den eigenen Glauben Auskunft geben zu können – vor dem Hintergrund dieser Herausforderung habe die VELKD zahlreiche Bildungsangebote entwickelt, etwa das Gemeindekolleg in Neudietendorf bei Erfurt, das Liturgiewissenschaftliche Institut in Leipzig und das Theologische Studienseminar in Pullach bei München. Als „Beitrag zur religiösen Bildung und zu einem Orientierungswissen, das aus dem christlichen Glauben schöpfen kann“, verstehe er den Evangelischen Erwachsenenkatechismus (EEK), der erst vor wenigen Tagen in 8., neu bearbeiteter und ergänzter Auflage im Gütersloher Verlagshaus erschienen sei.

Vor der Generalsynode hat sich der Leitende Bischof dafür ausgesprochen, dass es „in absehbarer Zeit“ zu einem 3. Ökumenischen Kirchentag kommt. „Mir erscheint dabei das Datum 2017 mehr als passend, weil wir davon ausgehen, dass sich die Reformation an die ganze Kirche gerichtet hat. Deshalb sollen die Vorbereitung und die Gestaltung der Jubiläums-Feierlichkeiten nicht im Alleingang, sondern soweit möglich, gemeinsam mit den anderen Kirchen, insbesondere mit der römisch-katholischen abgestimmt werden. Es ist mir ganz wichtig, dass nicht der Eindruck aufkommt, wir wollten dieses Jubiläum gegen die katholische Kirche feiern. Wir wollen es mit ihr zusammen feiern.“ Die Bereitschaft hierzu sei „nicht Ausdruck eines schwachen, sondern gerade eines starken reformatorischen Selbstbewusstseins. Wir sind so selbstbewusst, weil wir unser Selbstbewusstsein nicht der Gegnerschaft zu Rom verdanken, sondern dem Versuch, dem nachzufolgen, was unser Herr Jesus Christus von uns will.“

Hinweis: Der Bericht des Leitenden Bischofs kann hier herunter geladen werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 5. November 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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„Bewegende Zeugnisse, die zum Nachdenken anregen“
VELKD zeichnete Preisträger des Brotgeschichten-Wettbewerbs aus - Freitag, 5. November 2010

Hannover – Als „bewegende Zeugnisse, die die zum Nachdenken anregen“ hat Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk die Erzählungen der Preisträger des Erzählwettbewerbs „Unser tägliches Brot gib uns heute“ gewürdigt. Bei der Verleihung der Preise im Rahmen des Ökumenischen Abends der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) am 4. November sagte Frau Barraud-Volk, die ausgezeichneten Geschichten eröffneten „neue Horizonte“ bei der Interpretation der Brot-Bitte des Vaterunsers. Aus dem Thema der letztjährigen Generalsynode, das auch als Motto über der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in diesem Jahr in Stuttgart stand, war die Idee dieses Erzählwettbewerbs entwickelt worden.

Der 1. Preis – eine Reise für zwei Personen zum Besuch des Museums für Brotkultur in Ulm – ging an Pastor i. R. Dietrich Otto (Hamburg) für seine Erzählung „Und der Christus lächelt nicht“. Den 2. Preis – ein Warengutschein im Wert von 100 Euro für eine Brotzeit – erhielt Wolfgang Kopplin (Plettenberg). Seine Einsendung trug den Titel „Pausenbrot“. Den 3. Preis – je ein Exemplar des Bildbandes „Unser tägliches Brot – Rezepte, Gebete und Geschichten zum Recht auf Nahrung“ – teilten sich Gisela Bröckel (Bielefeld) für „Sie teilten das Brot“ und Wolfgang Osterhage (Wachtberg-Niederbachem bei Bonn) für „Der Preis des Brotes“.

Die Preise waren von Pfarrerin Barraud-Volk (Mitglied der Generalsynode) und dem Präsidenten der Generalsynode, Prof. Dr. Dr. h. c. Wilfried Hartmann, überreicht worden. Neben ihnen gehörten zur Jury der Leitende Bischof, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, die stellv. Geschäftsführerin des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), Oberkirchenrätin Inken Wöhlbrand, sowie die Referentin für Theologische Grundsatzfragen der VELKD, Oberkirchenrätin Dr. Mareile Lasogga.

Zur Begründung des Erzählwettbewerbs hieß es: „Die Bitte um das tägliche Brot beten Menschen heute in ganz unterschiedlichen Situationen: in der des Überflusses und des Mangels. Für viele Menschen in allen Regionen der Welt – selbst in Deutschland – geht es ausschließlich um die Sicherung ihrer Nahrung und damit des täglichen Überlebens. Brot ist im Vaterunser aber auch als Synonym zu verstehen für unsere Bedürfnisse, die über das Essen und Trinken hinausgehen: Leben in Gemeinschaft untereinander und mit Gott, Solidarität und gegenseitiger Achtung.“ Vor diesem Hintergrund waren Gemeinden und Einzelpersonen eingeladen, ihre „Brotgeschichte“ zu erzählen – Erlebnisse und Erfahrungen des Mangels sowie geschenkter Fülle. Bis zum Einsendeschluss am 15. August 2010 waren mehr als siebzig Texte eingereicht worden. Sie sind im Internet nachlesbar unter www.velkd.de/brotgeschichten.php.

Hinweis: Die Texte der Preisträger sind unter diesen Links abrufbar:
http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte39_Otto_1.pdf

http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte16_Broeckel_1.pdf

http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte32_Osterhage_1.pdf

http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte34_Kopplin_1.pdf


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Einbindung in lutherische Weltgemeinschaft wichtig
Landesbischof July würdigte LWB-Vollversammlung - Donnerstag, 4. November 2010

Hannover – Als „bedeutsames Ereignis“ hat der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Dr. h. c. Frank O. July (Stuttgart), die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) bezeichnet. Sie tagte vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart und stand unter dem Motto „Unser tägliches Brot gib uns heute“. July, der zu einem der Vizepräsidenten des LWB gewählt worden war, sagte in seinem Grußwort vor der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die Vollversammlung habe „das Stärkende der lutherischen Weltgemeinschaft erfahrbar gemacht“. International sei der LWB eine beachtete Größe. Auch im Blick auf die ökumenische Wahrnehmung sei der Weltbund wichtig. Dies habe die Anwesenheit unter anderem von Vertretern der römisch-katholischen Kirche, der Anglikaner, Orthodoxen, Alt-Katholiken, Reformierten, Mennoniten sowie der Methodisten sichtbar gemacht. Vor dem Hintergrund der Beziehungen zu anderen Konfessionen habe sich gezeigt, wie wichtig Konfessionalität sei. Allerdings wolle er keiner Rekonfessionalisierung das Wort reden, aber eben auch nicht dafür, dass Ecken und Kanten abgehobelt würden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Superintendent Meyer neuer 1. Vizepräsident der Generalsynode
- Donnerstag, 4. November 2010

Hannover – Das Präsidium der Generalsynode der Vereinigten Evangelischen Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist wieder komplett: Superintendent Philipp Meyer (Hameln) wurde auf der Tagung in Hannover zum neuen 1. Vizepräsidenten der Generalsynode gewählt. Er löst in dieser Funktion den früheren Uelzener Propst Wolf v. Nordheim ab, der in das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewechselt war.

An der Spitze der Generalsynode steht als Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Wilfried Hartmann (Hamburg). Neben Meyer fungiert als zweiter Vizepräsident Pfr. Dr. Carsten Rentzing (Annaberg-Buchholz). Beisitzerinnen des Präsidiums sind: die Biologin Dr. Annekathrin Preidel (Erlangen) sowie die Medizinstudentin Pauline Voß (Jena).


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Christen im Nahen und Mittleren Osten unterstützen
LWB-Präsident Younan hielt Rede vor Generalsynode der VELKD - Donnerstag, 4. November 2010

Hannover – Die „bleibende Notwendigkeit des christlich-jüdischen Dialogs insbesondere in Deutschland“ hat der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Dr. Munib Younan, betont. Dieser Dialog sei „nötig“, nicht nur aufgrund der Geschichte Deutschlands, sondern auch angesichts der gemeinsamen Aufgaben in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts. Die jüdische, muslimische und christliche Gemeinschaft seien als die drei monotheistischen Religionen „in besonderer Weise miteinander verbunden“, sagte Younan in seinem Grußwort vor der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Christen, Juden und Muslime seien Verbündete im Glauben an den einen Gott und in der Liebe zu ihm, die ihren Ausdruck finde in der Liebe zum Nächsten als Ebenbild Gottes. „Uns verbindet das Streben nach den gemeinsamen Werten der Achtung der Menschenrechte, der Förderung der Religionsfreiheit, des Schutzes der Minderheitenrechte, der Überwindung der Armut, der Bewahrung der Schöpfung und vor allem der Schaffung von Gerechtigkeit und Frieden im Nahen und Mittleren Osten. Gemeinsam werden wir unsere Welt in eine Oase der Multikulturalität verwandeln.“ Als palästinensischer Christ, dessen Leben Tag für Tag von Begegnungen mit jüdischen und muslimischen Mitmenschen geprägt sei, könne er nur voll und ganz diesem jüdisch-christlichen Dialog – sowohl auf lokaler wie internationaler Ebene – wie gleichzeitig auch dem muslimisch-christlichen Dialog verpflichtet sein.

In seiner Rede rief Younan zur Unterstützung der Christinnen und Christen im Nahen und Mittleren Osten auf. Die fortdauernde Emigration der christlichen Bevölkerung aus dieser Region, insbesondere jüngerer und gebildeter Bevölkerungsteile, bedrohe die Existenz des Christentums in der Region. Die Gründe lägen in der Last der Besatzung, dem Mangel an Wohnraum und Arbeitsplätzen sowie dem Extremismus auf allen Seiten. Krieg, Konflikt, wirtschaftlicher und politischer Druck wirkten zusammen und drängten die Menschen dazu, die Region zu verlassen, so der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Christliche Entscheidungsträger sowie alle Menschen guten Willens müssten Einfluss nehmen auf die politisch Verantwortlichen, damit sie sich für eine Beilegung des israelisch-palästinensischen Konflikts und ein Ende der fortdauernden Gewalt und Instabilität im Irak einsetzen. Ein gemeinsames Datum für das Oster- wie auch das Weihnachtsfest sei eine seelsorgerliche Notwendigkeit, insbesondere angesichts der großen Zahl von Ehen zwischen Angehörigen unterschiedlicher christlicher Kirchen und aufgrund des machtvollen Zeugnisses christlicher Einheit in der Region, das damit einhergehe. „Die christliche Bevölkerung im Nahen Osten muss deutlich machen, dass sie darum weiß, dass ihr Schicksal auch das Schicksal ihrer muslimischen und jüdischen Mitmenschen ist, indem sie nämlich nicht nur die christlichen Rechte verteidigt, sondern sich einsetzt für das Gemeinwohl“, hob Younan hervor. „Es ist notwendig, die christlichen Schulen im Nahen und Mittleren Osten zu unterstützen, denn sie vermitteln nicht nur christlichen Kindern Bildung und die Instrumente, die sie für das Überleben in der Region brauchen, sondern sie sind auch der Ort, an dem die Kirche vorrangig unter Beweis stellt, dass sie bereit, willens und in der Lage ist, sich gemeinsam mit der muslimischen Bevölkerung für das Wohl der Gesellschaft einzusetzen, und der Ort, wo christliche und muslimische Kinder lernen, Seite an Seite zu leben und zu arbeiten.“ Die lutherischen Schulen in Palästina leisteten Bildungsarbeit für die gesamte Gesellschaft. In ihnen lernten christliche Kinder unterschiedlicher Konfession und fünfzig Prozent muslimische Kinder das gemeinsame Leben und Arbeiten. Die arabisch-christliche Bildungsarbeit habe im Nahen Osten ein Fundament gelegt, auf dem eine moderne Zivilgesellschaft mit ihren Kernwerten wie Menschenrechten und Frauenrechten, demokratischem Denken und Redefreiheit aufbauen könne.

„Ernste Sorge“ bereite ihm, „dass der Extremismus inzwischen in viele Bereiche der Gesellschaft vordringt und die Kontrolle übernimmt“. Solange im Nahen Osten Unrecht herrsche, werde es schwierig sein, dem Vormarsch eines solchen Extremismus etwas entgegenzusetzen. Solange Israelis und Palästinenser in Furcht, Unsicherheit und Unrecht lebten, werde es am Fortschritt zu Friedensvereinbarungen hin fehlen. „Aus meiner Sicht kann Extremismus nicht anders als mit den Waffen der Bildung und des interreligiösen Dialogs bekämpft werden“, so der LWB-Präsident.

Hinweis: Der vollständige Wortlaut der Rede ist hier abrufbar.


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PID überschreitet Grenze des ethisch Verantwortbaren
Leitender Bischof predigt im Eröffnungsgottesdienst der Generalsynode - Donnerstag, 4. November 2010

Hannover – Die Präimplantationsdiagnostik (PID) überschreitet nach den Worten des Leitenden Bischofs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), „die Grenze des ethisch Verantwortbaren“. In seiner Predigt zur Eröffnung der Generalsynode der VELKD sagte Friedrich, Gott allein sei Herr über Leben und Tod. Menschen dürften sich „niemals anmaßen, zwischen ,lebenswert‘ und ,lebensunwert‘ zu unterscheiden und menschlichem Leben das Lebensrecht absprechen“. Er wisse, dass manche Eltern noch vor der Einpflanzung eines Embryos über seine Gesundheit oder Krankheit Bescheid wissen wollten, um diesen dann zu erwählen oder zu verwerfen. „Ich weiß, dass manche Menschen darauf hinweisen, dass es aus seelsorgerlichen Gründen für manche Eltern wichtig wäre, diese Möglichkeit zu haben“, so der Leitende Bischof. In konkreten ethischen Konfliktfällen müsse immer auch seelsorgerlich gedacht werden. „Das hindert aber nicht, deutlich zu sagen, dass alles menschliche Leben – und dieses beginnt mit der Vereinigung von Ei und Samenzelle – von uns zu schützen ist.“

In seiner Predigt ging Johannes Friedrich auch auf die Integrationsdebatte ein. Sie sei „längst überfällig“ gewesen – „und es ist nötig unbequeme Wahrheiten an- und auszusprechen“. Allerdings habe er „mit Schrecken“ eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Kenntnis genommen, dass gerade in evangelischen Kreisen ein Überlegenheitsgefühl gegenüber Migranten sowie Ausländerfeindlichkeit überhaupt höher verbreitet seien als im Rest der Gesellschaft – und zwar bei Menschen, die ansonsten politisch ganz offensichtlich in der Mitte stünden und wahrscheinlich nicht rechtsradikale Parteien wählten. „Beides, ein Überlegenheitsgefühl aufgrund von Herkunft und Feindseligkeit gegenüber Ausländern, ist zutiefst menschenverachtend und verträgt sich nicht mit der Liebe Gottes zu allen Menschen“, betonte der Leitende Bischof. Weil Gott uns zugeneigt sei, müssten auch Menschen christlichen Glaubens, evangelische Christinnen und Christen, eine Haltung anderen Menschen gegenüber entwickeln, die Fremde willkommen heiße. „Gegenüber rechtem Gedankengut darf es in unseren Kirchen keinerlei Toleranz geben“, Friedrich wörtlich.

Als „bleibend aktuell“ bezeichnete es der Leitende Bischof der VELKD, „von der uneingeschränkten Liebe Gottes zu sprechen, der uns in seiner Hand hält, und ihm zu vertrauen“. Wie die Menschen handelten, sei aber nicht unwichtig. „Glaube und Werke, das Vertrauen auf die Liebe Gottes und das rechte Tun gehören untrennbar zusammen.“

Die Generalsynode tagt vom 4. bis 6. November sowie am 9. November in Hannover. Sie steht unter dem Schwerpunktthema „Pfarrerbild und Pfarrerbildung“.

Hinweis: Der vollständige Wortlaut der Eröffnungspredigt ist hier abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Neuer Evangelischer Erwachsenenkatechismus der VELKD erschienen
Leitender Bischof stellte „Kursbuch des Glaubens“ vor - Mittwoch, 3. November 2010

Hannover – Der neue „Evangelische Erwachsenenkatechismus“ (EEK) der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist nach den Worten ihres Leitenden Bischofs, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), ein „Beitrag der lutherischen Kirchen zu einer Bildung in evangelischer Perspektive“. Bei der Vorstellung der 8., neu bearbeiteten und ergänzten Auflage (Gütersloher Verlagshaus, 1020 Seiten, mit CD-ROM, 29,95 Euro) im Rahmen einer Pressekonferenz sagte Friedrich, die VELKD sehe im EEK einen „Dienst, der allen evangelischen Christinnen und Christen in Deutschland zu Gute kommen soll“. Ziel sei es, die Urteilsfähigkeit in religiösen und ethischen Fragen zu schärfen. Der Erwachsenenkatechismus verstehe sich als „Navigationshilfe“, als „Kursbuch des Glaubens“ sowie als „Standardwerk“, das sich als eigene Marke etabliert habe, den evangelischen Glauben „für Menschen unserer Zeit verständlich darzulegen und lebensnah zu bezeugen“. 

Vor Journalisten führte der Leitende Bischof aus: „Unsere Zeit ist geprägt davon, dass Menschen sich in einer Fülle von Informationen und Sinnangeboten orientieren müssen. Das Verfügungswissen ist enorm und oft unübersichtlich. Um sich in unserer modernen und pluralen Welt zurechtzufinden und verantwortlich zu handeln, bedarf es deshalb einer Mündigkeit, eines freien und zugleich kritischen Sich-Einlassens auf die Wirklichkeit. Es entspricht dem lutherischen Profil des EEK, dass er sich dieser Mündigkeit – nicht nur des Christenmenschen – verpflichtet weiß. Von seinem lutherischen Standpunkt aus hat er das Ziel, den ,Orientierungssinn‘ von Menschen in einer pluralen Welt zu fördern.“ Mündigkeit beginne dort, wo Menschen ihre Welt wahrnehmen und sich nicht mit Mutmaßungen und Vorurteilen zufrieden geben. Zur Mündigkeit in einer multireligiösen und pluralen Welt gehöre es, um das Eigene zu wissen, es in Sprache fassen zu können und es zu beziehen auf das eigene und das gesellschaftliche Leben. „Der Evangelische Erwachsenenkatechismus stellt sich daher der Aufgabe, die Grundlagen des Glaubens in verständlicher Weise zu entfalten und aktuell zu reflektieren. Wer wissen will, wie sich evangelischer Glaube heute versteht, was uns trägt und bewegt, woraus wir Hoffnung schöpfen und woran wir uns orientieren, wird hier fündig werden“, so Johannes Friedrich. Mündigkeit bedeute schließlich auch, Verantwortung zu übernehmen. Die einzelnen Kapitel des EEK endeten daher jeweils mit einem Nachdenken über die Gestaltung christlichen Lebens in der Welt. Der EEK wolle Impulse geben, wie ein Leben in evangelischer Freiheit und Verantwortung Gestalt annehmen könne.

An vielen Stellen bilde der Erwachsenkatechismus einen Konsens innerhalb der evangelischen Kirche ab. Doch er scheue nicht aufzuzeigen, an welchen Stellen die Kirchen noch auf der Suche nach einem Konsens seien. Er gehe dabei Spannungsfeldern nicht aus dem Weg, etwa der Frage nach homosexuellen Partnerschaften oder auch Fragen zur Wirtschafts- und Friedensethik, zur Medizinethik oder zur Biotechnologie.

Erarbeitet wurde der EEK vom Katechismusausschuss der VELKD unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Rothgangel (Wien). Auf der Pressekonferenz wies Rothgangel darauf hin, dass die neue Ausgabe das Ergebnis eines intensiven Überarbeitungsprozesses sei, der drei Jahre in Anspruch genommen habe. Mit dem Dreischritt „Wahrnehmung – Orientierung – Gestaltung“ hätten alle Kapitel eine „grundlegende Neugliederung“ erhalten. Unter anderem habe man auch vermehrt empirische Ergebnisse aufgenommen. Zahlreiche Kapitel seien aktualisiert, einige völlig neu bearbeitet worden. Verständlichkeit und Elementarisierung seien der Leitmaßstab gewesen. Schließlich habe sich der Katechismusausschuss entschieden,  den EEK mit einem theologisch grundlegenden Kapitel zu eröffnen.

„Der EEK ist ein Nachschlagewerk und auch ein Studienbuch“, führte Rothgangel aus. „Er hat die einzelne Leserin und den einzelner Leser im Blick, wird aber auch im schulischen Unterricht verwendet. Deshalb muss er nutzerorientiert sein. Zu diesem Zweck findet sich ein umfangreiches Register, ein kleines theologisches Lexikon, der farblich abgesetzte Einschub kirchlicher Bekenntnisse und Lehrzeugnisse, aber auch die beigefügte CD-Rom mit der Möglichkeit, den Registerverweisen im Text per Mausklick nachzugehen.“ 

Der neue Evangelische Erwachsenenkatechismus, stelle sich den Fragen nach dem Woher und Wohin des Lebens, auch des eigenen, nach Ursprung und Ziel der Welt sowie nach dem rechten Handeln und Gestalten. In der Vergangenheit sei in unserem Kulturkreis die Antwort auf solche Fragen vor allem bei den christlichen Kirchen gesucht worden. In unserer heutigen Gesellschaft gebe es eine Vielzahl von religiösen und weltanschaulichen Angeboten, unter denen die Menschen auswählen könnten. „In dieser Situation ist es wichtig, den christlichen Glauben so ins Gespräch zu bringen, dass er verständlich ist und sich für das eigene Leben als weiterführend erweist“, hob der Vorsitzende des Katechismusausschusses hervor. „Deshalb versucht dieses Buch, die Situation des Menschen aufzunehmen, Fragen zu benennen und mit den Antworten des christlichen Glaubens in Beziehung zu bringen. Der christliche Glaube, der hier ins Gespräch gebracht wird, ist in sich vielgestaltig und voller Dynamik: Er begegnet uns als gemeinsamer Glaube der Kirche, wie er im Bekenntnis seinen Niederschlag gefunden hat, und zugleich als persönlicher Glaube mit unterschiedlicher individueller Färbung. Diese Spannung von Einheit und Vielfalt prägt auch dieses Buch. Es lädt dazu ein, angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und im Blick auf die christliche Überlieferung den eigenen Weg des Glaubens zu gehen.“

Diedrich Steen, Programmleiter im Gütersloher Verlagshaus, würdigte den EEK, der 1975 erstmals erschien und seither mehr als 250.000 verkaufte Exemplare ausweist, als „Flaggschiff“ für das Unternehmen. „Wir sind stolz darauf und glücklich darüber, dieses Buch so lange im Programm haben zu dürfen. Wir danken der VELKD für das Vertrauen und wir freuen uns auf die Zukunft, in der man – ohne Zweifel – wieder von einer neuen Auflage des EEK hören wird.“

Hinweis: Der Evangelische Erwachsenenkatechismus wird herausgegeben von Martin Rothgangel, Manfred Kießig und Andreas Brummer im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD. Er ist unter Mitarbeit von Peter Hirschberg, Ingrid Wiedenroth-Gabler, Ralf Tyra, Wiebke Bähnk, Norbert Dennerlein, Heiko Franke, Michael Kuch und Jutta Krämer entstanden. Die Publikation kann über den Buchhandel oder direkt beim Verlag (http://www.guetersloher-verlagshaus.de/isbn=978-3-579-05928-0) erworben werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Empirische Studie zur Perikopenordnung
EKD und VELKD legen Abschlussbericht als epd-Dokumentation vor - Dienstag, 2. November 2010

Hannover – Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Union Evangelischer Kirchen (UEK) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) planen eine Revision ihrer Ordnung gottesdienstlicher Lesungen und Predigttexte. Welche Verwendung die bisherige Perikopenordnung aus dem Jahr 1978 erfährt, wird unterschiedlich beurteilt. Um subjektive Einschätzungen mit empirischem Material abzugleichen, führte die Theologische Fakultät der Universität Leipzig unter Leitung der Professoren Wolfgang Ratzmann und Gert Pickel und mit Beteiligung des Liturgiewissenschaftlichen Institutes der VELKD im Auftrag der EKD und der VELKD eine empirische Studie durch. Sie ist jetzt unter dem Titel „Empirische Studie zur Perikopenordnung – Abschlussbericht“ (68 Seiten, 5,40 Euro) als epd-Dokumentation Nr. 44/2010 erschienen.

Die kirchliche und gesellschaftlich-kulturelle Situation in Deutschland hat sich nach den Worten von Prof. Ratzmann seit Einführung der Ordnung gottesdienstlicher Lesungen und Predigttexte (OLP) 1958 und seit deren revidierter Fassung von 1978 „deutlich verändert“. Ratzmann wörtlich: „Die ehemals großen Volkskirchen haben an Einfluss verloren. Im Gebiet der früheren DDR sind sie zu Minderheitskirchen geschrumpft. Die Kirchen stehen in Ost und West vor ganz ungewohnten Schwierigkeiten, biblisches Wissen den heranwachsenden Generationen weiter zu vermitteln. Fast unüberwindbar scheinen die Schwierigkeiten, Menschen, für die Konfessionslosigkeit zur selbstverständlichen Kultur geworden ist, für die Bibel zu interessieren und ihnen existenzielle Zugänge zu biblischen Texten zu eröffnen. Wenn die Gottesdienste wesentliche Orte darstellen, an denen das biblische Zeugnis heute laut wird, dann sollte diese Perspektive auch für Auswahl und Vortrag der biblischen Lesungen mitbestimmend werden.  Dabei kann es nicht darum gehen, vor allem solche Texte zu favorisieren, die dem Zeitgenossen von heute leicht verständlich gemacht werden können. Aber die tiefere Frage nach der Relevanz der Texte angesichts der heutigen Lebens- und Glaubenserfahrungen sollte dabei dennoch eine Rolle spielen.“

Unter dem Titel „Auf dem Weg zur Perikopenrevision“ (312 Seiten, 17 Euro, ISBN 978-3-9812446-6-3) erschien vor wenigen Wochen die Dokumentation einer wissenschaftlichen Tagung, die vom 30. April bis 2. Mai 2010 in Wuppertal stattfand. Mit diesem Fachgespräch von 75 Wissenschaftlern und kirchenleitend Verantwortlichen eröffneten die drei gliedkirchlichen Zusammenschlüsse gemeinsam das Verfahren einer Revision der in den evangelischen Kirchen in Deutschland in Geltung stehenden Perikopenordnung.

Hinweis: Die epd-Dokumentation kann zum Preis von 5,40 Euro (zzgl. 2,30 Euro Versandkostenpauschale) beim GEP-Vertrieb, Postfach 50 05 50, 60394 Frankfurt, Tel.: (069) 58 098-191, Fax: (069) 58 098-226, E-Mail: vertrieb@gep.de bestellt werden.
Die Publikation „Auf dem Weg zur Perikopenrevision“ kann über den Buchhandel erworben sowie direkt beim Kirchenamt der EKD (Herrenhäuser Str. 21, 30419 Hannover, E-Mail:
versand@ekd.de) zum Preis von 17 Euro bzw. für kirchliche Institutionen 10 Euro (zzgl. Versandkosten) angefordert werden.


Pressestelle der EKD und UEK
Reinhard Mawick
Pressesprecher

Pressestelle der VELKD
Udo Hahn
Pressesprecher

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Nordkirche soll Bewährtes konstruktiv weiterführen
Grußwort des Leitenden Bischofs bei der verfassunggebenden Synode - Samstag, 30. Oktober 2010

Travemünde/Hannover – Als „für alle Beteiligten sehr bereichernd“ hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), den Prozess gewürdigt, der zur Bildung der künftigen Nordkirche geführt hat. Bei der verfassunggebenden Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche sagte Friedrich am 30. Oktober in Travemünde, es sei immer wieder zu spüren gewesen, dass es um ein „ehrliches Ringen“ gegangen sei, wie aus unterschiedlichen Kirchen mit ihren Eigenheiten und Traditionen ein Neues werden könne. Zweierlei halte er für eine gute, gemeinsame Zukunft wesentlich: „entschlossen Neues zu wagen, wo es sinnvoll und geboten ist und bewährte Traditionen zu bewahren und konstruktiv weiterzuführen“.

Fraglos bleiben werde die reformatorische Einsicht in das Evangelium und das Zeugnis der Apostel als Grund und Grundlage des Glaubens. Denn letztlich gehe es uns als evangelische Christen stets um die Botschaft von der befreienden Gnade Gottes. „Diese Erkenntnis ist auch bei den großen Veränderungen der Bildung einer Kirche im Norden deswegen befreiend, weil sie den Blick immer wieder auf das Wesentliche richtet: So wichtig Strukturen und deren Anpassung an die tatsächlichen Gegebenheiten sind, sind sie doch nur ,irdische Gefäße‘ des göttlichen Schatzes.“ Der Leitende Bischof bekräftigte, dass für alle Ordnungs- und Strukturfragen entscheidend sei, „ob diese geeignet sind, Freiraum bereitzustellen und zu sichern für die Begegnung des Menschen mit Gott und dem Nächsten“. Das Wichtigste sei vielleicht dies, dass nicht diverse Sachzwänge, sondern allein das Evangelium kirchliches Handeln motivieren sollte.

Die Gemeinden, die in dieser Kirche zusammenleben wollen, seien von der lutherischen Reformation geprägt, wie dies im Verfassungsentwurf auch deutlich zum Ausdruck komme. Eine klare konfessionelle Bestimmung sei hilfreich in der Ökumene. Darüber hinaus sei die Kirche im Norden Deutschlands eine wichtige Brücke zu den lutherischen Kirchen Skandinaviens und des Baltikums. „All diese Gründe lassen es für mich – und ich rede hier nur als Gast und als Bischof einer lutherischen Kirche ganz aus dem Süden, für die diese Bezeichnung seit langem selbstverständlich ist – hilfreich erscheinen, die Bezeichnung ,lutherisch‘ im Namen zu führen. Das würde auch alle anderen Kirchen in der VELKD freuen, aber es ist natürlich Ihre Entscheidung.“

Er wünsche der Kirche im Norden „einen guten Weg in die Zukunft: dass diese Kirche Erfahrungen aus Ost und West fruchtbar aufeinander bezieht, dass sie auch in einer zunehmend säkularisierten Umwelt Räume eröffnet und verbindet, in denen das Zeugnis des Glaubens wirksam wird; dass sie eine Brücke ist in den Norden und den Osten; dass sie ihre Gaben, ihre Traditionen und ihre besonderen Sichtweisen einbringt in das Ganze unserer Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands; auch die wichtigen Traditionen aus der Union Evangelischer Kirchen; dass diese Kirche vor dem Hintergrund des lutherischen Erbes das Zeugnis von Barmen ernst nimmt als mutiges Zeugnis aus einer Situation, in der moderner Irrglaube und Ideologie die Wahrheit des Evangeliums zu verdunkeln drohten; dass die Kirche in ihrem Reden und Handeln das verwirklicht, was sie im Verfassungsentwurf schon festgeschrieben haben, dass sie Gottes bleibende Treue zu seinem Volk Israel bezeugt“.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 30. Oktober 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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VELKD will Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen stärken
„Pfarrerbild und Pfarrerbildung“ als Schwerpunktthema der Generalsynode - Donnerstag, 28. Oktober 2010

Hannover – Sonntags auf der Kanzel, den Rest der Woche frei; ein paar Stunden Konfirmandenunterricht, aber keine Zeit für Gemeindebesuche; jederzeit ein offenes Ohr und ein hilfreiches Wort, aber innerlich kurz vor dem Burnout: Ansprüche, Erwartungen, Vorurteile, mit denen sich Pfarrerinnen und Pfarrer heute konfrontiert sehen. Die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) will nach den Worten ihres Präsidenten, Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann (Hamburg), bei ihrer Tagung vom 4. bis 6. sowie am 9. November „Klischees aufbrechen, bewusst machen, wie neben der Kernaufgabe  – Verkündigung und Sakramentsverwaltung – jeder Ort und jede Zeit weitere spezifische Kompetenzen erfordert, und fragen, wie man dieser Vielfalt in Aus- und Weiterbildung gerecht werden kann“. Hartmann wörtlich: „Die Beratungen zum Schwerpunktthema ,Pfarrerbild und Pfarrerbildung‘ sollen so zu einer Stärkung des Miteinanders von Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden beitragen.“ Den Hauptvortrag zum Thema mit dem Titel „Was bin ich? Pfarrerinnen und Pfarrer zwischen Zuspruch und Zumutung“ hält Prof. Dr. Michael Herbst, der in Greifswald Praktische Theologie lehrt.

Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (Marktbreit), die dem Vorbereitungsausschuss der Generalsynode angehört, erwartet, „dass der Dienst von Pfarrerinnen und Pfarrern in seiner Komplexität und seinen sehr differenzierten Anforderungen wahrgenommen und neu wertgeschätzt wird“. Auch sollten alte Klischees aufgebrochen werden. „Es gibt nicht mehr das eine Bild vom Pfarrer oder der Pfarrerin“, so Barraud-Volk. „Außerdem bedarf es einer theologischen Präzisierung, was elementar zum Dienst am Wort gehört und wie es geschieht, einer Befreiung vom ,Machertum‘ des Pfarrberufs und Mut zu mehr konzentrierter Tiefenstruktur in Form und Inhalt.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD zeichnet Preisträger des Brotgeschichten-Wettbewerbs aus
Verleihung am 4. November im Rahmen des Ökumenischen Abends der Generalsynode - Dienstag, 26. Oktober 2010

Hannover – Die Preisträgerinnen und Preisträger des von der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) initiierten Erzählwettbewerbs zum Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ stehen fest: Den 1. Preis – eine Reise für zwei Personen zum Besuch des Museums für Brotkultur in Ulm – erhält Pastor i. R. Dietrich Otto (Hamburg) für seine Erzählung „Und der Christus lächelt nicht“. Der 2. Preis – ein Warengutschein im Wert von 100 Euro für eine Brotzeit – geht an Wolfgang Kopplin (Plettenberg). Seine Einsendung trug den Titel „Pausenbrot“. Den 3. Preis – je ein Exemplar des Bildbandes „Unser tägliches Brot – Rezepte, Gebete und Geschichten zum Recht auf Nahrung“ – teilen sich Gisela Bröckel (Bielefeld) für „Sie teilten das Brot“ und Wolfgang Osterhage (Wachtberg-Niederbachem) für „Der Preis des Brotes“.

Die Bitte aus dem Vaterunser stand im Mittelpunkt der Generalsynode der VELKD vor einem Jahr in Ulm und war Motto der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), die vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart tagte. Zur Begründung dieser Initiative hieß es: „Die Bitte um das tägliche Brot beten Menschen heute in ganz unterschiedlichen Situationen: in der des Überflusses und des Mangels. Für viele Menschen in allen Regionen der Welt – selbst in Deutschland – geht es ausschließlich um die Sicherung ihrer Nahrung und damit des täglichen Überlebens. Brot ist im Vaterunser aber auch als Synonym zu verstehen für unsere Bedürfnisse, die über das Essen und Trinken hinausgehen: Leben in Gemeinschaft untereinander und mit Gott, Solidarität und gegenseitiger Achtung.“ Vor diesem Hintergrund lud die Generalsynode Gemeinden und Einzelpersonen ein, ihre „Brotgeschichte“ zu erzählen – Erlebnisse und Erfahrungen des Mangels sowie geschenkter Fülle. Bis zum Einsendeschluss am 15. August 2010 waren mehr als siebzig Texte eingereicht worden. Sie sind im Internet unter www.velkd.de/brotgeschichten.php nachlesbar.

Die Preise werden am 4. November, 20.00 Uhr, im Rahmen der Generalsynode während des Ökumenischen Abends im Alten Rathaus in Hannover überreicht. Der Jury gehörten an: der Präsident der Generalsynode, Prof. Dr. Dr. h. c. Wilfried Hartmann, der Leitende Bischof, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (Mitglied der Generalsynode), die stellv. Geschäftsführerin des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, Oberkirchenrätin Inken Wöhlbrand, sowie die Referentin für Theologische Grundsatzfragen der VELKD, Oberkirchenrätin Dr. Mareile Lasogga.

Hinweis: Die Texte der Preisträger sind unter diesen Links abrufbar:

http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte39_Otto_1.pdf
http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte16_Broeckel_1.pdf
http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte32_Osterhage_1.pdf
http://www.velkd.de/downloads/Unser_taeglich-Brot-Geschichte34_Kopplin_1.pdf


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Theologische Fragen im Dialog mit Rom offen ansprechen
Internationale Lutherisch/Römisch-Katholische Kommission für die Einheit tagt in Regensburg - Sonntag, 24. Oktober 2010

Regensburg/Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat den Dialog zwischen Lutheranern und Katholiken auf internationaler Ebene gewürdigt. Bei einer Begegnung mit den Mitgliedern der Internationalen Lutherisch/Römisch-Katholischen Kommission für die Einheit anlässlich ihres Treffens in Regensburg am 24. Oktober sagte Friedrich, er sei „sehr froh, dass der Dialog zwischen unseren beiden Kirchen national wie international intensiv geführt wird“. Dieses Gespräch dürfe nicht nachlassen. Es könne durch die Basisökumene, so wichtig sie sei, nicht ersetzt werden. Beides sei nötig. „Deswegen danke ich Ihnen von Herzen, dass Sie sich dieses Dialogs annehmen, weil wir ihn brauchen“, so Friedrich. „Mir wird in Gesprächen und Veranstaltungen immer wieder bewusst, dass wir nicht nachlassen dürfen, theologische Fragen offen anzusprechen und um die Einheit zu ringen. Gerade in diesem Jahr ist mir deutlich bewusst geworden, wie sehr die Menschen in unseren Gemeinden darauf hoffen, dass wir in der Ökumene um des Glaubens und unserer Glaubwürdigkeit willen mutig weitergehen. Ich habe mir sagen lassen, dass Sie sich in Ihren Beratungen intensiv mit zwei Themen beschäftigen: Der theologischen Bedeutung der Taufe, gerade auch unter dem Aspekt der wachsenden Gemeinschaft und dem Reformationsjubiläum 2017.“ Ihm sei es in diesem Zusammenhang besonders wichtig, auf das Jahr 2017 ökumenisch zuzugehen, „weil wir meinen, dass wir nur so dem Anliegen der Reformation gerecht werden können und dies auch dem guten ökumenischen Miteinander entspricht, das wir zum Beispiel in Bayern seit langem pflegen“.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Reformationsjubiläum nicht gegen die römisch-katholische Kirche begehen
Leitender Bischof der VELKD sprach Grußwort zur Einführung von Bischof Zdarsa - Samstag, 23. Oktober 2010

Augsburg/Hannover – Das Reformationsjubiläum im Jahre 2017 sowie die vorausgehende Luther-Dekade werden kein evangelischer Alleingang. Darauf hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hingewiesen. In seinem Grußwort zur Einführung des neuen römisch-katholischen Bischofs von Augsburg, Dr. Konrad Zdarsa, sagte Friedrich am 23. Oktober: „Wir möchten, dass das reformatorische Erbe und die ökumenische Ausrichtung unserer Kirche auch in diesem Jubiläum deutlich sichtbar werden. Wir wollen nicht gegen die römisch-katholische Kirche dieses Jubiläum begehen, sondern mit ihr. Deswegen sollen auch die anderen Kirchen, und insbesondere die römisch-katholische an den Vorbereitungen und den Feiern beteiligt sein, wo immer es möglich ist. Dabei hoffe ich sehr auf Ihr Verständnis und Ihr ökumenisch gesonnenes Mitwirken.“ Mit seinem Umzug nach Augsburg sei Zdarsa an einen Ort gekommen, der für die lutherische Kirche von großer Bedeutung ist. Dies umso mehr, als sich die bayerische Landeskirche schon jetzt intensiv auf das Jahr 2017 vorbereite. Augsburg als Ort der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis, 1530) stehe dabei besonders im Rampenlicht. Hier sei 1999 auch die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ zwischen Lutherischem Weltbund (LWB) und der römisch-katholischen Kirche im Jahre 1999 öffentlich unterzeichnet worden.

In seinem Grußwort wünschte Friedrich Bischof Zdarsa „alles Gute, Gottes Geleit und Segen und ein gedeihliches Zusammenwirken als Brüder und Schwestern in dem Einen Herrn“.

Anlässlich der Einführung Zdarsas übermittelte der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), einen schriftlichen Gruß mit Glück-und Segenswünschen „in ökumenischer Verbundenheit“. Auch er würdigte Augsburg als Stadt, die für Lutheraner und Katholiken sowie ihre ökumenischen Beziehungen von besonderer Bedeutung sei. Dabei erinnerte er an den hier geschlossenen Religionsfrieden. Die Augsburger Parität sei zu einem Modell geworden, das zivile Zusammenleben zweier Konfessionen in einem Gemeinwesen zu regeln.

Hinweis: Diese Meldung wird auch von der Pressestelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern versandt.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: LWB-Präsident pflanzt Baum im Luthergarten
2. Internationales Seminar im Rahmen der Lutherdekade in Wittenberg - Freitag, 22. Oktober 2010

Hannover – Der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Dr. Munib Younan, wird am 5. November im Luthergarten in Wittenberg einen Baum für seine Heimatkirche – die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) – pflanzen. In dem vom LWB initiierten und unter Mitwirkung des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Kooperation mit der Lutherstadt Wittenberg entstehenden Luthergarten sind bisher fünfzig Bäume von Kirchen und Gemeinden aus Amerika, Afrika, Asien, Australien und Europa gepflanzt worden. Wie der Direktor des LWB-Zentrums Wittenberg, Pastor Hans W. Kasch, informiert, werde Younan an diesem Tag von der Lutherstadt Wittenberg empfangen und sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Die Baumpflanzung findet zwischen 14.00 und 14.45 Uhr im Rahmen einer Andacht im Luthergarten statt, in der Bischof Younan die Predigt hält.

Anschließend trifft Younan mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 2. Internationalen Seminars des LWB in Wittenberg zu einem Gespräch zusammen. Vom 30. Oktober bis zum 14. November werden sechzehn Pastorinnen und Pastoren aus sechzehn LWB-Mitgliedskirchen aus sechs Erdteilen in der Lutherstadt erwartet. Die eine Hälfte der Teilnehmenden kommt aus den Regionen Nordamerika, Nordische Länder und Mittel- und Westeuropa, die andere aus Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika. „Mit diesen Seminaren in Wittenberg wird die internationale Dimension der Lutherdekade unterstrichen”, so Kasch.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Theodor Dieter und Prof. Dr. Sarah Hinlicky Wilson, beide vom Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg, würden Texte Martin Luthers und Philipp Melanchthons studiert. Das Seminar stehe unter dem Thema „Die Lehre der Rechtfertigung bei Luther und Melanchthon“. Darüber hinaus  seien Begegnungen mit Oberbürgermeister Eckhard Naumann und kirchlichen Repräsentanten geplant sowie Gemeindebesuche und Ausflüge zur Wartburg und nach Torgau. Ziel der Internationalen Seminare ist es nach den Worten Kaschs, dass die Teilnehmenden „in ihren jeweiligen Heimatkirchen zu Multiplikatoren für lutherische Theologie im reformatorischen Kontext werden, die Lutherdekade und die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Reformationsjubiläum bekannt machen und die eigenen Kirchen in die Vorbereitung einbeziehen“.

Hinweis für Medienvertreterinnen und -vertreter: Zur Teilnahme an der Baumpflanzung mit LWB-Präsident Younan ist eine Akkreditierung erforderlich. Ansprechpartner, auch für weitergehende Fragen, ist Pastor Hans W. Kasch, Direktor des LWB-Zentrums Wittenberg, Töpferstrasse 9, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Tel.: +49 (0)3491/69 54 84, Fax:
+49 (0)3491/69 54 85, E-Mail:
kasch@dnk-lwb.de, Internet: www.luthergarten.de.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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VELKD gratuliert Erzbischof Koch zur Aufnahme ins Kardinalskollegium
Vertrauensvolle Beziehungen zwischen Lutheranern und Katholiken gewürdigt - Mittwoch, 20. Oktober 2010

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), und der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), übermittelten dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Erzbischof Kurt Koch, zur heute bekannt gegebenen Aufnahme in das Kardinalskollegium die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. In dem gemeinsamen Schreiben heißt es: „Die vertrauensvollen Beziehungen, die der Einheitsrat mit dem Lutherischen Weltbund pflegt, und die intensiven Gespräche, die unsere beiden Konfessionsfamilien auf Weltebene führen, sind für die VELKD ein wichtiger Referenzpunkt in ihrer ökumenischen Arbeit. So ist es ein Schwerpunkt unserer VELKD-Arbeit, auch auf nationaler Ebene unsere beiderseitigen Beziehungen zu gestalten und voranzubringen. Die Dritte Bilaterale Arbeitsgruppe, die letztes Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat, leistet dabei zum Beispiel einen wichtigen Beitrag. Wir freuen uns auf die persönliche Begegnung mit Ihnen während der Rom-Reise der Kirchenleitung der VELKD im Januar nächsten Jahres. Es ist gut, dass wir so auch mit Ihnen die regelmäßigen Kontakte zwischen VELKD und Einheitsrat fortsetzen können, die wir bereits mit Kardinal Kasper gepflegt haben.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Erzbischof Marx zur Aufnahme ins Kardinalskollegium
- Mittwoch, 20. Oktober 2010

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat Erzbischof Reinhard Marx zur heutigen Aufnahme in das Kardinalskollegium der römisch-katholischen Kirche gratuliert.

Er freue sich besonders, so Friedrich in einem Glückwunschschreiben, weil diese Auszeichnung „Ihre Arbeit im Erzbistum würdigt, die Veränderungen, die Sie eingeleitet haben und Ihr beherztes Handeln, auch gegen erheblichen Widerstand, in einer Zeit der Lähmung“. Ausdrücklich dankte Friedrich für das „brüderliche ökumenische Verhalten mir gegenüber“.

Der bayerische Landesbischof schloss mit dem Wunsch, dass Erzbischof Marx den eingeschlagenen Weg gut weiterführen könne, „damit aus den Veränderungen eine Erneuerung in den Gemeinden“ ausgehe.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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LWB-Präsident besucht Generalsynode der VELKD
Pfarrerbild als Schwerpunktthema der Tagung - Mittwoch, 20. Oktober 2010

Hannover – Vom 4. bis 6. sowie am 9. November 2010 tritt die 11. Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Hannover zusammen. „Die jährlichen Tagungen der Generalsynode der VELKD sind eine großartige Gelegenheit, im Gedankenaustausch mit den Synodalen zu erleben, dass alle Struktur- und Verwaltungsfragen im Dienst des Evangeliums stehen. Sie unterstützen uns dabei, aus unserem Glauben angemessene Antworten auf Fragen unserer Zeit zu finden“, charakterisiert der Präsident der Generalsynode, Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann, die synodale Zusammenkunft. Zu dieser 3. Tagung der laufenden Amtsperiode haben sich wieder zahlreiche ökumenische Vertreter christlicher Kirchen aus dem In- und Ausland angesagt, unter anderen der neu gewählte Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Dr. Munib Younan, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Der LWB-Präsident wird von der Elften Vollversammlung der lutherischen Weltgemeinschaft berichten, die vom 20. bis 27. Juli 2010 in Stuttgart stattfand. Auf der Agenda der Tagung stehen die Berichte des Leitenden Bischofs der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), sowie des Catholica-Beauftragten, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel). Hinzu kommen die Beratungen über den Doppelhaushalt 2011/2012, der Bericht der Kirchenleitung sowie das Schwerpunktthema der Tagung „Pfarrerbild und Pfarrerbildung“.

Zum Auftakt der Generalsynode steht die Wahl des/der 1. Vizepräsidenten/tin auf der Tagesordnung. Daran schließt das Grußwort des LWB-Präsidenten an.

Ort des Eröffnungsgottesdienstes, der am 4. November unter Beteiligung ökumenischer Gäste gefeiert wird, ist die Kreuzkirche in der Altstadt Hannovers. Die Predigt hält der Leitende Bischof der VELKD. Im Anschluss findet der „Ökumenische Abend der Begegnung“ im Festsaal des Alten Rathauses statt. In diesem Rahmen werden die Preisträger des „Brotgeschichten-Wettbewerbs“ ausgezeichnet, den die Generalsynode auf der letzten Tagung in Ulm 2009 initiiert hatte.

Nach der Morgenandacht am Freitag, 5. November, die den Tagungsort einbezieht und im Flughafen Hannover gestaltet wird, stehen zunächst die Berichte des Leitenden Bischofs und der Kirchenleitung sowie die Agende zu Palmsonntag und Osternacht auf dem Programm. Danach diskutieren die Mitglieder der Generalsynode das Schwerpunktthema. Den Hauptvortrag wird Prof. Dr. Michael Herbst (Greifswald) halten. Eingeleitet wird sein Referat durch kurze Statements von Synodalen, die sich mit Eigenschaften auseinandersetzen, die dem Pfarrerbild zugeschrieben werden können.

Am Samstag, 6. November, hält Landesbischof Weber seinen Catholica-Bericht. Am Vormittag folgen weitere Berichte und Beschlussvorschläge, ehe die Tagung der Generalsynode am Mittag bis Dienstag, 9. November, unterbrochen wird.

Die Fortsetzung der 3. Tagung der 11. Generalsynode, am 9. November steht ganz im Zeichen abschließender Beratungen, Beschlüsse und Entschließungen zum Thema der Tagung, den Berichten von Kirchenleitung, Leitendem Bischof und Catholica-Beauftragten sowie zum Haushalt 2011/2012 und weiteren Vorlagen. Um 18:30 endet die Tagung der Generalsynode 2010 in Hannover.

Die Generalsynode ist das gesetzgebende Organ der VELKD. Sie besteht aus 50 Mitgliedern. Die Mitglieder der Generalsynode sind zugleich Mitglieder der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 42 Mitglieder, davon 15 ordinierte, werden von den Landessynoden der Gliedkirchen der VELKD gewählt, die 8 übrigen Mitglieder werden vom Leitenden Bischof berufen. Die Generalsynode wird alle sechs Jahre neu gebildet. Sie tagt in der Regel einmal pro Jahr in Verbindung mit der Bischofskonferenz der VELKD. Seit der konstituierenden Tagung 2009 finden die Tagungen der 11. Generalsynode verbunden mit den Tagungen der Synode der EKD (7. bis 10. November) und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK (9. und 10. November)) statt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.velkd.de/generalsynode2010_hannover.php

Hinweis: Die Einladung an die Journalisten inklusive Akkreditierungsunterlagen für die verbundene Tagung wurde bereits Mitte September versandt. Wenn Sie zur Berichterstattung über die verbundene Tagung von Generalsynode, Synode der EKD und Vollkonferenz der UEK anmelden wollen, können Sie die Unterlagen in der Pressestelle der EKD 0511/2796-268 oder per E-Mail an pressestelle@ekd.de anfordern


Udo Hahn / Gundolf Holfert
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Deutsche Lutheraner bewerten LWB-Vollversammlung positiv
Auswertungstreffen mit internationaler Beteiligung beriet über Weiterarbeit in den Mitgliedskirchen - Donnerstag, 14. Oktober 2010

Hannover – Das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) hat ein positives Fazit der Elften Vollversammlung des LWB gezogen. Diese fand vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart statt und stand unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Bei einer Zusammenkunft von Delegierten und Beratern der dreizehn deutschen Mitgliedskirchen des DNK/LWB am 14. Oktober in Hannover wurde besonders hervorgehoben, dass die Arbeit des LWB in Deutschland einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt habe. An dem Auswertungstreffen, bei dem über die Aufnahme der Impulse der Vollversammlung in den Mitgliedskirchen beraten wurde, nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter lutherischer Kirchen aus Frankreich, Großbritannien, dem Fürstentum Liechtenstein, den Niederlanden und der Schweiz teil.

Der Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), sagte, die Vollversammlung habe gezeigt, „dass der LWB als Communio der lutherischen Kirchen weltweit seine Verantwortung sieht, indem er die Themen angesprochen und angeschnitten hat, die die Welt bewegen und innerkirchlichen Klärungsbedarf an die zweite Priorität gesetzt hat, wo dies auch hingehört. Durch die Wahl eines palästinensischen Bischofs zum neuen Präsidenten des LWB, der klar für eine friedliche Lösung des Nahostkonfliktes in einer Zweistaatenlösung eintritt, hat der LWB auch deutlich gemacht, dass der Friede in diesem Erdteil für ihn ganz wichtig ist.“ Am meisten beeindruckt habe ihn in Stuttgart die Vergebungsbitte an die Mennoniten und dass und wie diese von ihnen angenommen worden sei. Es sei zu fragen, ob es nicht gut wäre, wenn der LWB etwas Ähnliches auch gegenüber den Juden initiieren würde.

Im 48-köpfigen Rat des LWB, der die Geschicke zwischen den Vollversammlungen lenkt, sind die lutherischen Kirchen in Deutschland erneut mit sechs Personen vertreten: Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg), Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer (Hannover), Superintendentin Martina Berlich (Eisenach), Pröpstin Frauke Eiben (Ratzeburg), Landesbischof Dr. h. c. Frank O. July (Stuttgart) und Jugenddelegierte Anna-Maria Tetzlaff (Greifswald). Als Präsident amtiert Dr. Munib Younan, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Zu einem der sieben Vizepräsidenten war Landesbischof July gewählt worden.

Hinweis: Unter dem Titel „Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes – Eine Nachlese“ ist ab sofort ein Heft zur Nacharbeit in den Gemeinden verfügbar. Es dokumentiert die wichtigsten Ergebnisse der Vollversammlung sowie Berichte und Hintergrundinformationen und kann im Internet unter http://www.dnk-lwb.de/download/Nachlese_Vollversammlung.pdf herunter geladen sowie kostenlos bei der Geschäftsstelle des DNK/LWB, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, (E-Mail: huebner@dnk-lwb.de) angefordert werden.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Nachlese zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes erschienen
DNK/LWB veröffentlicht 16-seitiges Heft - Dienstag, 12. Oktober 2010

Unter dem Titel „Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes – Eine Nachlese“ ist jetzt ein Heft zur Nacharbeit in den Gemeinden erschienen. Herausgegeben wurde es vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Es dokumentiert kurz gefasst die wichtigsten Ergebnisse der Vollversammlung sowie Berichte und Hintergrundinformationen. Die Vollversammlung der weltweiten Kirchengemeinschaft tagte mit mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 20. bis 27. Juli 2010 in Stuttgart und stand unter dem Motto „Unser tägliches Brot gib uns heute“.

Die Vollversammlungsnachlese enthält u. a. ein Portrait des neu gewählten LWB-Präsidenten Bischof Dr. Munib Younan aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL) und ein Interview mit dem neuen Generalsekretär des Weltbundes, Pfarrer Martin Junge. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die inhaltlichen Beschlüsse und Resolutionen sowie die Botschaft der Vollversammlung. Neben persönlichen Eindrücken von Teilnehmenden finden sich auch Hinweise auf weiterführende Informationen zur Arbeit des LWB

Hinweis: Das Heft kann im Internet unterhttp://www.dnk-lwb.de/download/Nachlese_Vollversammlung.pdf oder http://www.velkd.de/downloads/Nachlese_Vollversammlung.pdf heruntergeladen sowie kostenlos bei der Geschäftsstelle des DNK/LWB, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover (E-Mail: huebner@dnk-lwb.de) angefordert werden.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Friedrich-Otto Scharbau
Langjähriger Präsident des Lutherischen Kirchenamtes wird 75 Jahre alt - Montag, 4. Oktober 2010

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat in einem Glückwunschschreiben den langjährigen Präsidenten des Lutherischen Kirchenamtes der VELKD, Dr. h. c. Friedrich-Otto Scharbau (Preetz), gewürdigt. Scharbau feiert am 4. Oktober seinen 75. Geburtstag. In dem Brief heißt es: „In wichtigen Positionen haben Sie Ihrer schleswig-holsteinischen Heimatkirche und dann der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche gedient. Von 1983 bis 2000 haben Sie das Lutherische Kirchenamt geleitet. In Ihrer Dienstzeit sind die drei östlichen lutherischen Gliedkirchen in die VELKD zurückgekehrt. Das Agendenwerk, der Evangelische Erwachsenenkatechismus und das Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen sind in Ihrer Amtszeit fortentwickelt worden. Das Gemeindekolleg und das Liturgiewissenschaftliche Institut wurden gegründet. Neben der theologischen Arbeit hatten Sie immer auch einen Sinn für die rechtliche Verfasstheit unserer Kirche. In der Leuenberger Kirchengemeinschaft und im lutherisch-römisch-katholischen Dialog haben Sie maßgeblich mitgearbeitet. Dafür danken wir Ihnen von Herzen! Mit Ihrem Engagement für die Luther-Akademie Ratzeburg sind Sie aber auch über Ihren Ruhestand hinaus aktiv für die lutherische Theologie eingetreten. 2005 hat die Theologische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Ihr Wirken durch die theologische Ehrenpromotion gewürdigt.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: LWB hat hohe Bedeutung für Deutschland
Grußwort des DNK-Vorsitzenden Landesbischof Friedrich vor der Vollversammlung des LWB - Freitag, 23. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – Für die Kirchen in Deutschland hat der Lutherische Weltbund (LWB) seit seiner Gründung „hohe Bedeutung“. Durch ihn hätten die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur materielle, sondern auch geistliche Unterstützung erfahren, sagte der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des LWB, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), vor der Elften Vollversammlung des LWB. „Bis heute sind wir dankbar, dass wir durch den LWB in einer weltumspannenden Gemeinschaft lutherischer Kirchen stehen dürfen, was unsere theologische und speziell ökumenische Arbeit bereichert.“ Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist, wies darauf hin, dass die Vollversammlung „auch ein wichtiger Schritt“ bei den Vorbereitungen auf das 500-jährige Gedenken der Reformation im Jahr 2017 sei. Gemeinsam mit dem LWB habe man das LWB-Zentrum Wittenberg gegründet, das regelmäßig Seminare zur Theologie Martin Luthers durchführe, zu denen Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus allen Regionen des LWB eingeladen würden. Darüber hinaus sei der Luthergarten entwickelt worden – ein Park, in dem Kirchen aus aller Welt einen Baum am Ort der Reformation 1517 pflanzen könnten. Dabei würden die Kirchen gebeten, auch im Zentrum ihrer Kirche einen Baum zu pflanzen, um die weltweite Verbreitung und die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen zu dokumentieren. „Als Deutsches Nationalkomitee haben wir uns fest vorgenommen, das Jahr 2017 mit weltweiter und ökumenischer Ausrichtung zu begehen“, erklärte der DNK-Vorsitzende. „Wir wollen es als ein Ereignis feiern, das ja weit über Deutschland und weit über das Luthertum hinaus wichtig ist. Denn alle Kirchen haben sich seit der und durch die Reformation verändert. Und so können wir nicht 1517 einfach ,uns‘ feiern. Wir wollen feiern, dass Gott uns und seine Kirche liebt und uns immer wieder den Mut zur Veränderung schenkt.“

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Zeugnis und Dienst gemeinsam ausrichten
Grußwort des UEK-Vorsitzenden Landesbischof Fischer vor der Vollversammlung des LWB - Freitag, 23. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – „Die Verkündigung der Kirchen gewinnt in der Welt an Glaubwürdigkeit, wenn sie das Evangelium in Einmütigkeit bezeugen. Das Evangelium befreit und verbindet die Kirchen zum gemeinsamen Dienst.“ Mit diesem Zitat aus der „Leuenberger Konkordie“ aus dem Jahre 1973 leitete der Vorsitzende des Präsidiums der Union Evangelischer Kirchen (UEK), Landesbischof Dr. Ulrich Fischer (Karlsruhe), sein Grußwort vor der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) ein. Er übermittelte auch die Grüße des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf). Das Zitat aus der „Leuenberger Konkordie“ sei ein direkter Bezug zum Thema der Vollversammlung: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ „Dass wir in der Gemeinschaft der christlichen Kirchen glaubwürdig Gott um das tägliche Brot bitten und konkret etwas dafür tun, dass alle Menschen täglich empfangen können, was sie brauchen, ist Teil unseres Auftrages, das Evangelium in Einmütigkeit zu bezeugen“, sagte Fischer.

Die „Leuenberger Konkordie“ sei für die EKD mit ihren lutherischen, unierten und reformierten Gliedkirchen eine feste theologische Grundlage. „Wir erfahren, wie wir in Kan-zel- und Abendmahlsgemeinschaft geistlich und theologisch zusammengewachsen sind.“ Die EKD verstehe sich als Kirche, in der die unterschiedlichen Perspektiven reformatorischer Theologie als ein Reichtum ihrer Einheit angesehen würden. Seit 2006 seien die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland (VELKD) und die UEK durch Verträge mit der EKD noch intensiver verbunden, „um so viel Gemeinsamkeit aller Gliedkirchen wie möglich zu erreichen, um die Einmütigkeit unseres Glaubenszeugnisses zu stärken, um profilierte evangelische Präsenz in Gesellschaft und Öffentlichkeit zu ermöglichen, und um die innerevangelische Ökumene zu vertiefen“.

„In unserer vertieften Zusammenarbeit entdecken wir derzeit vor allem, welche geistliche Kraft von den Vorbereitungen für das Reformationsjubiläum 2017 ausgeht“, erläuterte Landesbischof Fischer. In der Vorbereitung auf dieses große Ereignis würden „zentrale Dimensionen der Reformation“ beleuchtet: Bildung, Freiheit, Musik, Toleranz, Politik, Bild und Bibel sowie Eine Welt seien Stichworte der Themenjahre zur Vorbereitung auf das Re-formationsjubiläum 2017. Dabei trete die ökumenische Dimension dieses Reforma-tionsjubiläums immer stärker hervor. „Wir sind nur Teil eines Reformationsgedenkens, das uns mit Ihnen, den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes, in besonderer Weise verbindet. Aber der ökumenische Horizont des Reformationsgedenkens ist viel weiter, denn die Reformation hat die kirchliche Landschaft in aller Welt tief greifend verändert. Das gilt in besonderer Weise auch für unsere römisch-katholischen Geschwister. Das Reformationsgedenken ist ein weltweites ökumenisches Ereignis, das große Potentiale für die Gemeinschaft der weltweiten Kirche Jesu Christi in sich trägt und das uns zu gemeinsamem Zeugnis anregt.“ Gerade im Blick auf das Gedenkjahr 2017 könne das Verständnis von Ökumene in „versöhnter Verschiedenheit“, das die Leuenberger Konkordie entwickelt habe, über sich hinausweisen. „Es kann über den Europäischen Raum hinaus einem Verständnis von Ökumene dienen, in dem die ,communio‘ von Kirchen theologische Differenzen nicht nur klagend hinnimmt, sondern diese auch als belebende Elemente gemeinsamer Suche nach der Wahrheit erkennt. Es gilt den Reichtum und die Schönheit der Kirche als Gottes Werk in ihrer Verschiedenheit zu entdecken.“

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 23. Juli 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Hans Christian Knuth
Langjähriger Bischof der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche wird 70 Jahre alt - Freitag, 3. September 2010

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat in einem Glückwunschschreiben den langjährigen Bischof der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Dr. Hans Christian Knuth, gewürdigt. Knuth wird am 6. September 70 Jahre alt. „In Ihren verschiedenen Tätigkeiten und nicht zuletzt in der Zeit als nordelbischer Bischof und als Leitender Bischof der VELKD haben Sie ein unverwechselbares Profil gewonnen als einer, der seine Amtstätigkeit bis in die praktischen Dinge hinein strikt aus theologischen Motiven entwickelt hat“, schreibt Friedrich. Dabei sei die Theologie Luthers für Knuth „in besonderer Intensität ein steter Maßstab und eine Quelle der Anregung gewesen“. Die VELKD verdanke Hans Christian Knuth viel. Er war von 1999 bis 2005 Leitender Bischof. Zuvor hatte er das Amt des Catholica-Beauftragten der VELKD inne. Von 1981 bis 1985 arbeitete er im Lutherischen Kirchenamt der VELKD als Referent für Theologische Grundsatzfragen. „Ihre Unbeirrbarkeit hat viel zur Stabilität beigetragen. Stets haben Sie die Bedeu¬tung des Bekenntnisses glaubwürdig hervortreten lassen.“ Die stark theologische Konzentration seines Wirkens sei unlängst durch die Ver¬leihung der Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eindrucksvoll unterstrichen worden. „In Ihrer Person verbinden sich theologische Leidenschaft mit einer stets freundlichen und unprätentiösen menschlichen Zugewandtheit. Gerne denke ich an viele schöne Begegnun¬gen mit Ihnen zurück, besonders daran, wie Sie mich vor bald elf Jahren in mein Amt als Landesbischof und vor bald fünf Jahren in das Amt des Leitenden Bischofs eingeführt haben und nicht zuletzt an Ihre Verabschiedung in Schleswig, die ich vornehmen durfte“, schreibt Johannes Friedrich.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 3. September 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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DNK/LWB: „Kein Ökumenischer Winter“
Kardinal Kasper würdigt lutherisch/römisch-katholischen Dialog - Mittwoch, 21. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – „Wir haben in der Ökumene mehr erreicht, als wir uns vorgestellt haben.“ Darauf hat der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper (Rom), hingewiesen. In seinem Grußwort vor der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), in dem er die Grüße von Papst Benedikt XVI. überbrachte, sagte Kasper, es gebe „keinen ökumenischen Winter“. Insbesondere würdigte er den lutherisch/römisch-katholischen Dialog, der 1967 begonnen habe. Die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ aus dem Jahre 1999 sei ein „Meilenstein der Ökumene“ und habe „gute Früchte“ hervorgebracht. Die römisch-katholische Kirche sei „entschlossen“, den Dialog fortzusetzen, zu vertiefen und die offenen Fragen zu bearbeiten. „Wir können es uns nicht mehr leisten, an unseren Differenzen fest zu halten“, so Kasper, wenngleich die tief gehenden, unterschiedlichen Überzeugungen nicht einfach ignoriert werden könnten. Im Blick auf die Herausforderungen in der westlichen Welt warb Walter Kardinal Kasper dafür, „gemeinsam die christlichen Wurzeln zu schützen“.

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 21. Juli 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Alt-Katholiken, EKD und VELKD feiern ökumenisches Jubiläum
25 Jahre „Vereinbarung über eine gegenseitige Einladung zur Teilnahme an der Feier der Eucharistie“ - Montag, 6. September 2010

Das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland (AKD), die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) feiern am 18. September das 25-jährige Bestehen der „Vereinbarung über eine gegenseitige Einladung zur Teilnahme an der Feier der Eucharistie“. Aus Anlass dieses ökumenischen Jubiläums laden AKD, EKD und VELKD gemeinsam zu einem Symposium sowie zu einem Festgottesdienst nach Bonn ein, um das Erreichte zu würdigen und um über künftige Perspektiven ins Gespräch zu kommen.

Nach ersten Lehrgesprächen zwischen Alt-Katholiken und Lutheranern hat eine vom Rat der EKD in Absprache mit der Arnoldshainer Konferenz und der VELKD einerseits und vom Katholischen Bistum der AKD andererseits gebildete Kommission 1985 eine Vereinbarung vorgelegt, durch die die beteiligten Kirchen die Mitglieder der jeweils anderen Kirche zum Abendmahl bzw. zur Eucharistie einladen. Beide Seiten haben diese Vereinbarung gebilligt. Der evangelisch-altkatholische Dialog wurde in den Jahren danach durch die VELKD und die AKD weitergeführt.

In den Räumen der alt-katholischen Pfarrgemeinde St. Cyprian (Adenauerallee 61, Bonn) findet am 18. September um 11.30 Uhr ein von AKD und VELKD verantwortetes Symposium statt. Bei dieser Gelegenheit wird durch die beiden Kopräsidenten der Dialogkommission – Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf (Hannover) und Prof. Dr. Günter Eßer (Bonn) – ein gemeinsam erarbeitetes Papier unter dem Titel „Überlegungen zur Realisierung weiterer Schritte auf dem Weg zur sichtbaren Kirchengemeinschaft“ vorgestellt. Über die Vereinbarung von 1985, das lutherisch/alt-katholische Dokument und die Chancen des ökumenischen Modells „sichtbare Kirchengemeinschaft“ schließt sich ein Gespräch mit Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg) und Dr. Matthijs Ploeger (Amersfort/Niederlande) an.

Um 15.30 Uhr findet - wichtig: ebenfalls in der alt-katholischen Pfarrgemeinde St. Cyprian - ein von EKD und AKD vorbereiteter Festgottesdienst mit Abendmahl statt – mit dem Leitenden Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), der den Vorsitzenden des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), vertritt und dem Bischof der Alt-Katholischen Kirche, Dr. Matthias Ring.

Hinweis: Die Vereinbarung aus dem Jahre 1985 ist im Internet abrufbar *.
Medienvertreterinnen und -vertreter, die an Symposium und Festgottesdienst teilnehmen möchten, akkreditieren sich bitte beim Bischöflichen Ordinariat der AKD, Gregor-Mendel-St. 28, 53115 Bonn, Fax: 0228/23 83 14; Mail: ordinariat@alt-katholisch.de).

http://www.alt-katholisch.de/oekumene/evangelische-kirche.html oder http://www.velkd.de/downloads/Vereinbarung_Eucharistie.pdf.
Ergänzend http://www.ekd.de/presse/Kopie%20von%20pm77a_2005_ekd_altkatholiken.html


  • Pressestelle der EKD 
    Reinhard Mawick
    Pressesprecher
  • Pressestelle der AKD
    Ralph Kirscht
    Ordinariatsrat
  • Pressestelle der VELKD
    Udo Hahn
    Pressesprecher

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Munib Younan
Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land wird 60 Jahre alt - Donnerstag, 16. September 2010

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat dem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL), Dr. Munib A. Younan, zum Geburtstag gratuliert. Younan wird am 18. September 60 Jahre alt. Mit diesen Glück- und Segenswünschen verband sich auch die Gratulation im Namen der Kirchenleitung der VELKD zur Wahl Bischof Younans zum Präsidenten des Lutherischen Weltbundes (LWB) auf der Elften Vollversammlung am 24. Juli 2010 in Stuttgart. Er sei dankbar, schreibt der Leitende Bischof, dass sich Younan für die Leitung der lutherischen Weltgemeinschaft bis zur nächsten Vollversammlung 2017 zur Verfügung gestellt habe. „Der Weltbund steht in den kommenden Jahren vor vielfältigen Herausforderungen und Aufgaben – von seinem diakonischen und humanitären Einsatz für Menschen, die unter Gewalt, Katastrophen und Armut leiden, bis hin zur Klärung von gegensätzlichen Standpunkten in theologischen und ethischen Fragen innerhalb des LWB“, so Friedrich. „Dem Präsidenten des LWB kommt dabei die wichtige Aufgabe zu, durch Besuche und Gespräche mit den Mitgliedskirchen die Gemeinschaft nach innen zu stärken und durch Kontakte zu ökumenischen Partnern wie auch zu säkularen Organisationen den LWB nach außen zu vertreten. Für diese vielfältigen Aufgaben wünsche ich Ihnen Gesundheit, Kraft, Weisheit und Gottesfurcht und sichere Ihnen die Unterstützung der deutschen Mitgliedskirchen des LWB zu.“ Er freue sich, Bischof Younan auf der kommenden Generalsynode der VELKD als ökumenischen Ehrengast begrüßen zu können.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Durch mehr Gerechtigkeit zur Versöhnung
Bischof Munib Younan steht künftig an der Spitze des Lutherischen Weltbundes - ein Portrait - Sonntag, 25. Juli 2010

Dem neu gewählten Präsidenten des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Dr. Munib Younan, wird nachgesagt, er habe viele Gaben. Wer ihm begegnet, kann sich seiner gewinnenden Art, seinem Humor und seiner Rhetorik kaum entziehen. Eines kann der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) aber nicht: unpolitisch sein. Am 18. September 1950 in Jerusalem geboren, stammt Younan aus einer Flüchtlingsfamilie. Das prägt ihn bis heute. Bereits als Kind ist er dem LWB begegnet. Es sei in den fünfziger Jahren gewesen, als er die Martin-Luther-Schule in Jerusalem besuchte und täglich einen Becher Milchschokolade erhielt. Dieser habe die Aufschrift getragen: „Ein Geschenk des Lutherischen Weltbundes.“ Auch das hat Munib Younan geprägt, der vor dem Hintergrund dieser Erfahrung den Bogen von seiner Schulzeit zum Thema der Elften Vollversammlung – „Unser tägliches Brot gib uns heute“ – spannte.

Mit der Arbeit des Weltbundes ist Younan seit 1981 vertraut. Damals gehörte er dem LWB-Jugendkomitee an. Zwei Legislaturperioden arbeitete er bereits im Rat mit, zuletzt fungierte er als einer der fünf Vizepräsidenten. Schon bei den Vollversammlungen 1997 in Hongkong und 2003 in Winnipeg/Kanada fiel immer wieder auch sein Name, wenn es um die Suche nach dem geeigneten Kandidaten für das Präsidentenamt ging. Jetzt, in Stuttgart, war es soweit. Und für den LWB durchaus untypisch, dass er als einziger Bewerber präsentiert wurde. Entsprechend groß fiel die Zustimmung aus: 300 von 360 Delegierten votierten für ihn.

In der mehr als sechzigjährigen Geschichte des 1947 gegründeten LWB ist seine Wahl ein Novum: Erstmals kommt ein Präsident aus Asien – zu dieser Region wird der Nahe Osten auf der Weltkarte des LWB gerechnet. Von den elf bisherigen Präsidenten stammten sechs aus Europa – unter ihnen waren drei Deutsche –, drei US-Amerikaner, ein Lateinamerikaner sowie ein Afrikaner. Diesmal lief also alles auf Munib Younan zu. Dass er in Deutschland gewählt wurde, erfülle ihn mit besonderer Freude, sagte er in seiner Dankesrede nach der Wahl. Schließlich sei seine Kirche das Ergebnis deutscher Missionsarbeit im Heiligen Land. Und traditionell eng sind auch die Beziehungen der ELCJHL nach Deutschland – zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie zur Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Insbesondere mit dem Leitenden Bischof der VELKD und Vorsitzenden des Deutschen Nationalkomitees des LWB, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), verbindet ihn auch eine persönliche Freundschaft. Sie wurzelt in der Zeit, als Friedrich für die EKD als Propst in Jerusalem tätig war, 1985 bis 1991.

Zum 50-jährigen Bestehen der Synode der ELCJHL im vergangenen Jahr würdigte der Leitende Bischof der VELKD unter anderem die sozial-diakonische und pädagogische Arbeit dieser Kirche als Beitrag zum Aufbau einer gerechten und im Frieden lebenden Gesellschaft in Israel und Palästina. Die Lutheraner in der Region leisteten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ökumene im Heiligen Land, sondern auch zur Verständigung von Christen, Juden und Muslimen.

Natürlich ist Munib Younan auch ein „politischer“ Bischof. Das kann gar nicht anders sein. Schließlich lebt er in einer Region, in der Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit Themen des alltäglichen Lebens sind. Seine Rolle ist keine einfache, denn er hat stets zwei Adressaten: die Palästinenser, unter denen die Christen eine Minderheit sind, und den Staat Israel, den er ein ums andere Mal auffordert, politische Lösungen zu suchen, damit Israelis und Palästinenser in Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit zusammenleben können. Israel habe den Schlüssel dazu in der Hand, hört man ihn regelmäßig sagen.

Munib Younan weist immer wieder auf den Einsatz seiner Kirche für eine demokratische Entwicklung und den Aufbau einer Zivilgesellschaft in Palästina hin. Dieses Engagement habe auch das Ziel, einer Radikalisierung entgegen zu wirken, erläutert er. Mit Besorgnis erfüllt ihn der anhaltende Exodus palästinensischer Christen aus dem Heiligen Land. Immer mehr Mitglieder seiner Kirche hätten keine Hoffnung mehr auf Frieden.

Als der Rat des LWB nach mehreren Anläufen endlich 2005 in Bethlehem tagen konnte, rief Younan einmal mehr Israelis und Palästinenser zur Versöhnung durch mehr Gerechtigkeit, Wahrheit und gegenseitige Vergebung auf. Echte Versöhnung könne nur in einer Kultur der Wahrhaftigkeit wachsen und habe ihren Grund in Gerechtigkeit. „Wenn wirkliche Versöhnung zustande kommen soll, müssen wir bereit sein zu vergeben“, so Younan. Vor dem Hintergrund des Konflikts in der Region kritisierte der Bischof, dass sich „die globalisierte Welt rasant zu einer Welt ohne Werte entwickelt“. Es gebe drei wesentliche Elemente, die der Welt fehlten: Friede, Gerechtigkeit und Vergebung. Gott definierten immer weniger Menschen als Mitte ihres Lebens. Bei manchen wirke es, als „wollten sie damit nur so etwas wie göttliches Recht für ihre engstirnigen eigenen Ideologien“ beanspruchen. Im Namen des Friedens und der Sicherheit bete man Waffen, Mauern und den Krieg an. Laut Younan verurteilen die palästinensischen christlichen Kirchen Intoleranz und Extremismus. Sie seien der festen Überzeugung, dass sie berufen sind, eine neue Generation von Gläubigen heranwachsen zu lassen, die danach streben, Gott in anderen Religionen und Kulturen zu entdecken, und die nach gemeinsamen Wertvorstellungen wie Achtung vorallem menschlichen Lebens, gegenseitigem Verständnis, Liebe, Gerechtigkeit, Vergebung und Heilung streben. Im Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern komme der Wahrheit eine herausragende Rolle zu, erklärte Bischof Younan. Beide Völker müssten lernen, die Wahrheit der anderen gelten zu lassen und zu achten, dass auch Anderen Leid zugefügt worden sei. „Wir müssen das Unrecht bekennen, das dem palästinensischen Volk angetan worden ist, und wir müssen bekennen, dass dem israelischen Volk Angst eingeflößt worden ist.” Gegenseitig die Geschichte des Anderen anzuerkennen, sei eine wesentliche Voraussetzung für Heilung und Versöhnung. Er stellte fest, Frieden sei möglich, wenn die Menschen begriffen, dass die Sicherheit Israels von der Freiheit und Gerechtigkeit der Palästinenser abhinge und umgekehrt. Diese wechselseitige Beziehung schaffe „die Voraussetzungen dafür, dass beide Völker in einem unabhängigen, lebensfähigen Staat im Einklang mit den völkerrechtlichen Normen für Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und einer gerechten Verteilung der Ressourcen leben können“, so Younan.
 
Bei der Ratstagung 2005 rief Younan den LWB auf, die Erlöserkirche in Jerusalem als Stätte zu bestimmen, an der einmal im Jahr Christen, Muslime und Juden, Palästinenser und Israelis zusammenkommen und „unablässig beten können, bis ein gerechter Friede und Versöhnung verwirklicht worden sind“. Es könnte gut sein, dass der Bischof als Präsident des LWB diese Initiative erneut ins Gespräch bringt.


Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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Für Sanftmut und Geduld im ökumenischen Dialog
Leitender Bischof der VELKD hält Predigt bei Ökumene-Jubiläum mit Alt-Katholiken - Samstag, 18. September 2010

Bonn/Hannover - Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat die vor 25 Jahren entstandene „Vereinbarung über eine gegenseitige Einladung zur Teilnahme an der Feier der Eucharistie“ zwischen dem Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland (AKD), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der VELKD gewürdigt. Im Festgottesdienst anlässlich dieses ökumenischen Jubiläums in der alt-katholischen Pfarrgemeinde St. Cyprian in Bonn sagte Friedrich, der den Vorsitzenden des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), vertrat, es sei eine Verständigung über die „Grundfesten unseres gemeinsamen Glaubens“ gelungen. In seiner Predigt warb der Leitende Bischof der VELKD für mehr Sanftmut und Geduld im ökumenischen Dialog. Sanftmut werde als „weiche Fähigkeit“ von manchen vermutlich nicht ohne weiteres als nützlich im ökumenischen Dialog betrachtet. Seien hier doch vielmehr Präzision, Klarheit in Gedanken und Sprache, Wahrung der eigenen Identität bei aller Annäherung gefordert. „Entscheidend aber, und das erscheint mir wesentlich, ist aber doch immer der Geist, aus dem heraus ein ökumenischer Dialog geschieht. Denn schließlich ist das Gespräch, bei aller Freude am theologischen Scharfsinn kein Selbstzweck, sondern dient dem tieferen Ziel der Einheit. So betrachtet, ist die Sanftmut als ökumenische Tugend, wenn ich es einmal so pointiert sagen darf, eine große Hilfe“, so Friedrich. „Eben weil sie nicht bei der eigenen Kränkung stehen bleibt und davon absehen lässt, erlittenes Unrecht kleinlich zu vergelten, vielmehr danach trachtet, Schaden zu heilen und wieder gut zu machen. Dadurch bewirkt die Sanftmut, sich dem Anderen mit offenem Herzen immer wieder zuzuwenden.“

Auf dem Weg zur Einheit der Kirchen sei Geduld „ganz wesentlich“. Er wolle damit keineswegs einem passiven Herumsitzen und Zuwarten das Wort reden, sondern davon, wie ein Zustand, der noch nicht so sei, wie er eigentlich sein sollte, aktiv gestaltet werden könne. „Ich weiß sehr wohl, dass sich gelegentlich das Gefühl einschleicht, ganz gerne ,den Bettel hinwerfen‘ zu wollen, gerade, wenn der Weg mühsam wird, steinig, steil und ein Vorwärtskommen nur in kleinen Schritten möglich ist. Wir alle wissen, dass der ökumenische Dialog, der Weg zur Einheit der Kirchen, viel Arbeit macht und auch kräftezehrend ist. Geduld ist hier der lange Atem, eine Haltung, die immer wieder einmal mehr bereit ist zu sagen: ,Auf ein Neues.‘“ Diese Geduld habe auch im Gespräch zwischen AKD, EKD und VELKD bewirkt, „dass wir das Erreichte als Ermutigung und Ansporn für einen weiteren Weg sehen können“.

Hinweis: Dieser Pressemitteilung liegt das Abschlussdokument der bilateralen Gesprächskommission der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und dem Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland bei, das heute ab 11.30 Uhr im Rahmen eines Symposiums in der Pfarrgemeinde St. Cyprian vorgestellt wird. Es trägt den Titel „Überlegungen zur Realisierung weiterer Schritte auf dem Weg zur sichtbaren Kirchengemeinschaft von Alt-Katholischer Kirche in Deutschland und Vereinigter Evangelisch-Lutherischer Kirche Deutschlands“.

Hinweis: Das Abschlussdokument der bilateralen Gesprächskommission der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und dem Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland wird am 18.09.2010 ab 11.30 Uhr im Rahmen eines Symposiums in der Pfarrgemeinde St. Cyprian vorgestellt. Es trägt den Titel „Überlegungen zur Realisierung weiterer Schritte auf dem Weg zur sichtbaren Kirchengemeinschaft von Alt-Katholischer Kirche in Deutschland und Vereinigter Evangelisch-Lutherischer Kirche Deutschlands“.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 18. September 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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DNK/LWB: Sechs Deutsche im Rat des LWB vertreten
Vollversammlung wählt 48-köpfiges Leitungsgremium - Samstag, 24. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat den 48-köpfigen Rat gewählt, der die Geschicke dieses Zusammenschlusses zwischen den Vollversammlungen lenkt. Die lutherischen Kirchen in Deutschland sind erneut mit sechs Personen vertreten: Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg), Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer (Hannover), Superintendentin Martina Berlich (Eisenach), Pröpstin Frauke Eiben (Ratzeburg), Landesbischof Frank O. July (Stuttgart) und Jugenddelegierte Anna-Maria Tetzlaff (Greifswald).

Der Rat, der künftig von Bischof Dr. Munib Younan als neuem Präsidenten des LWB geleitet wird, umfasst 22 Männer und 26 Frauen. 28 Personen sind ordiniert, zwanzig Laien. Unter den Mitgliedern des Rates befinden sich auch zehn Delegierte unter 30 Jahren (so genannte Jugenddelegierte). Der bisherige Weltbund-Präsident, Bischof Mark S. Hanson, gehört ebenfalls dem Rat an.


Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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VELKD würdigt Liturgiewissenschaftliches Institut
Kirchenleitung dankt Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann für 17 Jahre Leitung der Einrichtung - Freitag, 10. September 2010

Die Kirchenleitung tagte am 9./10. September 2010 in Hannover.
Das Kommuniqué im Wortlaut:

Liturgiewissenschaftliches Institut – Abschlussbericht des Leiters
Die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat dem Leiter ihres Liturgiewissenschaftlichen Instituts* an der Universität Leipzig, Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann, für seinen siebzehn Jahre umfassenden Dienst gedankt. Er tritt mit Ablauf des Sommersemesters 2010 in den Ruhestand. Der Aufbau, die Etablierung, Profilierung sowie die hohe Qualität der 1993 gegründeten Einrichtung der VELKD gehen ganz wesentlich auf seine Arbeit zurück. Die Kirchenleitung hat im Gespräch mit Prof. Ratzmann die Aufgabe der liturgischen Aus- und Weiterbildung bekräftigt. Sie nimmt erfreut zur Kenntnis, dass die liturgiewissenschaftliche Forschung und das Fach Liturgik innerhalb der Praktischen Theologie in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich an Gewicht gewonnen und im Rahmen eines gewachsenen Bewusstseins für Ästhetik das Interesse an einer sorgfältigen liturgischen Gestaltung von Gottesdiensten zugenommen hat.

Empirische Studie zur Perikopenordnung
Die Kirchenleitung hat sich durch Prof. Ratzmann und Prof. Dr. Gert Pickel, der in Leipzig Kirchen- und Religionssoziologie lehrt, den Abschlussbericht einer empirischen Studie zur Frage, wie die Ordnung gottesdienstlicher Lesungen und Predigttexte gegenwärtig in der gottesdienstlichen Praxis angenommen und eingeschätzt wird, vorstellen lassen. Im Rahmen dieser Studie hatten die Verantwortlichen von 2.000 repräsentativ ausgewählten Kirchen-gemeinden in den evangelischen Kirchen in Deutschland Gelegenheit, sich differenziert zu ihrem Umgang mit der Perikopenordnung und zu eventuellen Veränderungswünschen zu äußern. Dabei hat sich herausgestellt, dass eine verbindliche Ordnung von Texten in den Gemeinden anerkannt und geschätzt wird, eine Mehrheit aber zugleich behutsame Änderungen der bestehenden Ordnung und ihre Weiterentwicklung befürwortet. Die Kirchenleitung dankt den Professoren Dr. Pickel und Dr. Ratzmann für die Durchführung der Studie. Sie bittet die Gliedkirchen, sich sowohl mit den Ergebnissen der Untersuchung als auch mit der Dokumentation** einer Fachtagung zum Thema zu befassen. Zugleich bittet sie die Gliedkirchen, sich in den Meinungsbildungsprozess einzubringen, der die konzeptionellen Grundentscheidungen der kirchenleitenden Organe für die anstehende Perikopenrevision vorbereitet, zu der VELKD, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Union Evangelischer Kirchen (UEK) gemeinsam das Verfahren eröffnet haben.

Studie zum Thema „Säkularisierung“
Der Kirchenleitung wurde die Studie „Säkularisierung – Eine ökumenische Herausforderung“ präsentiert, die der Ökumenische Studienausschuss der VELKD und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Joachim Track vorgelegt hat. Darin wird u. a. ausgeführt, dass Pauschalthesen, wie die Aussage, dass die Säkularisierung das Ende der Religion heraufführe, sich als ebenso unzutreffend erwiesen haben, wie die These vom Ende des Säkularisierungsprozesses durch die „Revitalisierung“ der Religion und der Religionen. Das Amt der VELKD wird die Studie demnächst veröffentlichen.

*www.velkd.de/leipzig
** „Auf dem Weg zur Perikopenrevision – Dokumentation einer wissenschaftlichen Fachtagung“ (312 Seiten, 17 Euro; ISBN 978-3-9812446-6-3, versand@ekd.de)


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Herausforderungen und Möglichkeiten christlicher Rede von der Sünde
VELKD dokumentiert Klausurtagung ihrer Bischofskonferenz - Montag, 2. August 2010

Hannover – Unter dem Titel „Gegenwärtige Herausforderungen und Möglichkeiten christlicher Rede von der Sünde“ (112 Seiten, 7 Euro, ISBN 978-3-9812446-5-6) hat jetzt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) die Klausurtagung ihrer Bischofskonferenz dokumentiert. Bei dieser Gelegenheit hatte der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), vor einer Verharmlosung, Verniedlichung und Bagatellisierung der Sünde gewarnt. „Sünde und Schuld sind keine Randthemen des Lebens“, sagte er Anfang März in Tutzing. Es habe keinen Sinn, Schuld und Sünde aus dem Wortschatz zu verbannen und umzudeuten. Dies lasse das Problem eher größer werden.

In Vorträgen von PD Dr. Johannes Block (Leipzig), Prof. Dr. Thomas Rentsch (Dresden) und Prof. Dr. Michael Roth (Bonn) wurde aus philosophischer und theologischer Sicht das Thema bearbeitet und der Frage nachgegangen, wie in der christlichen Predigt gegenwärtig angemessen von Sünde gesprochen wird. Der vorgelegte Band dokumentiert die Vorträge sowie die Predigt des Leitenden Bischofs und fasst in einem Beitrag den Diskussionsverlauf der Beratungen zusammen. Herausgeber der Publikation sind Oberkirchenrätin Dr. Mareile Lasogga, Referentin für Theologische Grundsatzfragen der VELKD, und Oberkirchenrat Udo Hahn, Pressesprecher der VELKD.

Hinweis: Die Publikation „Gegenwärtige Herausforderungen und Möglichkeiten christlicher Rede von der Sünde“ kann im Buchhandel oder direkt im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, E-Mail: versand@velkd.de) zum Preis von 7 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Hermann Beste
Langjähriger Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs wird 70 Jahre alt - Mittwoch, 15. September 2010

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat in einem Glückwunschschreiben den langjährigen Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Hermann Beste, gewürdigt. Beste wird am 17. September 70 Jahre alt. Von 2001 bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2007 war er Stellvertreter des Leitenden Bischofs. In der gemeinsamen Arbeit in der VELKD sei die Übereinstimmung in den Sachfragen immer „sehr groß“ gewesen, schreibt Friedrich. Zudem habe er sich darüber gefreut, wie wichtig die VELKD für Hermann Beste gewesen sei und er die Notwendigkeit der VELKD neben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gleichermaßen angesehen habe. Besonders gefallen habe ihm, dass er „immer Ruhe und Überlegenheit, Nachdenklichkeit und Engagement ausgestrahlt und sich mit wertvollen Beiträgen in Sitzungen zu Wort gemeldet“ habe. Auch als Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sei er „froh und dankbar“ für die partnerschaftlichen Beziehungen zur mecklenburgischen Landeskirche. Diese seien von Beginn an mit dem Namen Beste verbunden. Schon sein Vater, Niklot Beste, habe engsten Kontakt nach Bayern gehabt. „Den Erfahrungsaustausch habe ich immer als hilfreich, konstruktiv und weiterführend angesehen – für beide Kirchen.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: DNK und EKD gratulieren neuem Präsidenten des LWB
Einsatz von Bischof Munib Younan für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung gewürdigt - Samstag, 24. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – Ihre herzlichsten Glück- und Segenswünsche haben der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), dem neuen Präsidenten des LWB, Bischof Dr. Munib Younan, übermittelt. „Die lutherische Weltgemeinschaft gewinnt mit Ihnen einen Präsidenten, der sich in langen Jahren des Dienstes als Pfarrer und Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in Ihrem von Konflikten zerrissenen Land eingesetzt hat“, heißt es in dem Glückwunschschreiben von Friedrich. Die evangelischen Kirchen in Deutschland wüssten sich in besonderer Weise dem christlich-jüdischen Dialog und der Fürsprache für das Existenzrecht Israels verpflichtet. „Wir wissen, dass wir in Ihnen einen Partner haben, der – wie wir – in Treue zum Evangelium Wege zur Überwindung von Gewalt und Terror sucht und seinerseits seit vielen Jahren im Bemühen um nachhaltige Konfliktlösungen mit Juden und Muslimen in Israel und Palästina zusammenarbeitet“, schreibt Johannes Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. Man schätze Younan „überdies als einen Kirchenführer, der sich unablässig um die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen aller Konfessionen bemüht, sei es unter den Kirchen der Reformation, sei es mit der römisch-katholischen Kirche, sei es mit den orientalischen und orthodoxen Kirchen im Mittelöstlichen Kirchenrat oder sei es – bisher als Vizepräsident des LWB – in der Gemeinschaft der lutherischen Kirchen weltweit.“ Als Leiter einer Kirche, die in einer Minderheitensituation lebe, die im Herzen des Nahostkonflikts täglich für die Botschaft des Evangeliums einstehe, die in unmittelbarer Nachbarschaft mit Juden und Muslimen ihren Glauben bezeuge in Respekt und Anerkennung des Glaubenszeugnisses der anderen – als Bischof dieser Kirche werde Munib Younan auch als Präsident des LWB „wichtige Impulse setzen für die Wahrnehmung von Kirchen in Minderheitensituationen, für das Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung dort, wo Gewalt und Krieg herrschen, wie auch für das respektvolle Zusammenleben der Religionen und ihr gemeinsames Wirken für eine Welt, in der alle Menschen in Würde leben können“, gab Landesbischof Friedrich seiner Überzeugung Ausdruck und versicherte: „In langjähriger, enger Verbundenheit wünsche ich Ihnen Gottes Segen für Ihr neues Amt. Seien Sie gewiss, dass die lutherischen Schwesterkirchen in Deutschland Sie begleiten und unterstützen werden in der großen und vielfältigen Aufgabe, die vor Ihnen liegt.“

Mit „Freude und Dankbarkeit“ hat der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Schneider, auf die Wahl Younans reagiert. In seiner Glückwunschadresse würdigte er ihn als „Oberhaupt einer kleinen Kirche, die unter schwierigen Bedingungen existiert“. Die neue Position des Bischofs der ELCJHL schaffe „neue Möglichkeiten, aber auch neue Belastungen für ihn, seine Familie und seine Kirche“. Er wünsche ihm in der Wahrnehmung der neuen Aufgabe Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die er nicht ändern könne, den Mut, Dinge zu ändern, die er ändern könne, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Als eine Gemeinschaft von Kirchen, die Lutheraner einschließe, wolle die EKD auch in Zukunft ein „engagierter Partner“ des Bischofs und des LWB sein. Den Weg zur Feier des Reformationsjubiläums 2017 werde man gemeinsam gehen. „Als Partner der ELCJHL werden wir versuchen, Sie bestmöglich zu unterstützen, dass Sie eine stabile Basis haben, um als Präsident des LWB wirkungsvoll zu agieren“, schreibt der EKD-Ratsvorsitzende.


Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 24. Juli 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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„Auf dem Weg zur Perikopenrevision“
EKD, UEK und VELKD veröffentlichen Dokumentation einer wissenschaftlichen Fachtagung - Montag, 13. September 2010

Hannover – Unter dem Titel „Auf dem Weg zur Perikopenrevision“ (312 Seiten, 17 Euro, ISBN 978-3-9812446-6-3) haben jetzt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Union Evangelischer Kirchen (UEK) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) die Dokumentation einer wissenschaftlichen Fachtagung vorgelegt. Diese fand vom 30. April bis 2. Mai 2010 in Wuppertal statt. Mit diesem Fachgespräch von 75 Wissenschaftlern und kirchenleitend Verantwortlichen eröffneten die drei gliedkirchlichen Zusammenschlüsse gemeinsam das Verfahren einer Revision der in den evangelischen Kirchen in Deutschland in Geltung stehenden Perikopenordnung. Eine solche Sichtung, Neuordnung und Ergänzung der für die Predigt und die gottesdienstlichen Lesungen vorgesehenen Bibeltexte ist seit Jahrzehnten in der Diskussion.

„Das nun erneut angestoßene Projekt nutzt die kurzen Wege, die sich aus der organisatorischen Verbindung der drei gliedkirchlichen Zusammenschlüsse unter einem Dach in Hannover ergeben“, heißt es in dem vom Präsidenten des Kirchenamtes der EKD, Dr. Hermann Barth, dem Leiter des Amtes der UEK, Bischof Martin Schindehütte, und dem Leiter des Amtes der VELKD, Dr. Friedrich Hauschildt, unterzeichneten Vorwort. „In gegenseitiger Abstimmung fiel die Entscheidung, die Umrisse einer Perikopenreform zunächst auf einer breit angelegten Konsultation ins Auge zu fassen und zu diskutieren. Diese Konsultation wurde in Kooperation der drei Fachreferate von EKD, VELKD und UEK sowie unter Mitwirkung des Vorsitzenden der Liturgischen Konferenz vorbereitet und durchgeführt. Der Vorbereitungsgruppe gehörten an: Professor Dr. Karl-Heinrich Bieritz (Rostock), OKR Dr. Thies Gundlach (EKD), OKR Dr. Martin Heimbucher (UEK), OKRin Christine Jahn (VELKD), Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck (Bonn) und Pfarrerin Dr. Irene Mildenberger (Leipzig). In gegenseitiger Abstimmung sollen künftig auch die weiteren Schritte auf den Weg zu einer Perikopenrevision getan werden. Die Entscheidungen über Maß, Mittel und Ziel des Revisionsvorhabens werden sich wesentlich auf die Ergebnisse der Wuppertaler Konsultation stützen können. Zu einzelnen Aspekten sind weitere Fachgespräche geplant.“

Mit dieser Dokumentation werden die Beiträge zur Konsultation nun einer interessierten kirchlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit solle dem Revisionsprozess „von vornherein auch ein hohes Maß an Transparenz gegeben werden. Zugleich möchten wir mit dieser Dokumentation das Gespräch über Aufgabe und Aspekte einer Perikopenrevision unter Beteiligten und Interessierten in unserer Kirche intensivieren.“

Hinweis: Die Publikation „Auf dem Weg zur Perikopenrevision“ kann über den Buchhandel erworben sowie direkt beim Kirchenamt der EKD (Herrenhäuser Str. 21, 30419 Hannover, E-Mail: versand@ekd.de) zum Preis von 17 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Lutheraner und Mennoniten versöhnen sich
LWB-Vollversammlung legt Schuldbekenntnis ab - Donnerstag, 22. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – In einem historischen Akt, einem Bußgottesdienst, haben sich der Lutherische Weltbund (LWB) und die Mennonitische Weltkonferenz versöhnt. Vorausgegangen war ein einstimmig gefasstes Schuldbekenntnis der Vollversammlung des LWB gegenüber den Anabaptisten (Wiedertäufer). Der Präsident des LWB, Bischof Mark S. Hanson (USA), sprach in diesem Zusammenhang von einem „beispiellosen Schritt der Wiedergutmachung“. In der Erklärung heißt es, der LWB empfinde „tiefes Bedauern und Schmerz über die Verfolgung der Täufer durch lutherische Obrigkeiten und besonders darüber, dass lutherische Reformatoren diese Verfolgung theologisch unterstützt haben“. Der LWB bekundet „öffentlich sein tiefes Bedauern und seine Betrübnis“. In der Erklärung heißt es weiter: „Im Vertrauen auf Gott, der in Jesus Christus die Welt mit sich versöhnte, bitten wir deshalb Gott und unsere mennonitischen Schwestern und Brüder um Vergebung für das Leiden, das unsere Vorfahren im 16. Jahrhundert den Täufern zugefügt haben, für das Vergessen oder Ignorieren dieser Verfolgung in den folgenden Jahrhunderten und für alle unzutreffenden, irreführenden und verletzenden Darstellungen der Täufer und Mennoniten, die lutherische AutorenInnen bis heute in wissenschaftlicher oder nichtwissenschaftlicher Form verbreitet haben.“

Der historische Hintergrund: Mithilfe theologischer Argumente, wie etwa von Martin Luther und Philip Melanchthon, wurden im 16. Jahrhundert Anabaptisten brutal verfolgt und im Einzelfall auch hingerichtet. Eine Internationale lutherisch-mennonitische Studienkommission hat zwischen 2005 und 2008 die Historie aufgearbeitet. Darauf aufbauend bestätigte der Rat des LWB im Oktober 2009 einstimmig die Bitte um Vergebung. Auch wenn weiterhin bedeutende theologische Unterschiede bestünden, könnten diese nun im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Erbe der Verfolgung in einem neuen Klima untersucht werden.

Das Schuldbekenntnis enthält auch eine Selbstverpflichtung, wonach der LWB dafür Sorge tragen will, „die lutherischen Bekenntnisschriften im Licht der gemeinsam beschriebenen Geschichte von Lutheranern und Mennoniten zu interpretieren; […], dass diese Entscheidung des Lutherischen Weltbundes Einfluss darauf hat, wie die lutherischen Bekenntnisse an den Hochschulen und in anderen Bereichen des kirchlichen Unterrichts gelehrt werden; die Untersuchung von bisher ungelösten Fragen zwischen unseren beiden Traditionen im Geist wechselseitiger Offenheit und Lernbereitschaft fortzuführen, vor allem was die Taufe und das Verhältnis von Christen und Kirche zum Staat betrifft; den gegenwärtigen Konsens, der in den Erfahrungen unserer Kirchen über Jahrhunderte gewonnen worden ist, zu bekräftigen, dass der Gebrauch der Staatsgewalt zum Ausschließen oder Aufzwingen bestimmter religiöser Überzeugungen zu verwerfen ist; uns dafür einzusetzen, dass Religions- und Gewissensfreiheit in den politischen Ordnungen und in den Gesellschaften gewahrt und aufrechterhalten werden; unsere Kirchen und vor allem die Ortsgemeinden anzuspornen, Wege zu suchen, um die Beziehungen zu mennonitischen Gemeinden fortzuführen und zu vertiefen durch gemeinsame Gottesdienste und Bibelstudien, durch gemeinsames humanitäres Engagement und durch gemeinsame Arbeit für den Frieden“.

Für die Mennonitische Weltkonferenz nahm Präsident Danisa Ndlovu (Simbabwe) das Schuldeingeständnis des LWB an: „Im Vertrauen auf Gott, der durch Jesus die Welt mit sich selbst versöhnt hat, haben Sie nicht nur um Vergebung für vergangenes Handeln gebeten, sondern haben in Ihrer Initiative Integrität bewiesen, indem Sie konkrete Verpflichtungen für weiteres Handeln eingegangen sind. Wir sind dankbar für diese Verpflichtungen.“ Im Gegenzug verpflichte sich die Mennonitische Weltgemeinschaft, „die Interpretationen der lutherisch-anabaptistischen Geschichte, die die von der Internationalen lutherisch-mennonitischen Studienkommission gemeinsam formulierte Darstellung der Geschichte ernst nimmt, zu fördern; dafür zu sorgen, dass Ihre Versöhnungsinitiative in den anabaptistisch-mennonitischen Lehren über Lutheraner bekannt und anerkannt wird; die Gespräche zu ungelösten Fragen, die noch zwischen Ihrer und unserer Tradition stehen, in einem Geist gegenseitiger Verwundbarkeit und Offenheit für das Werk des Heiligen Geistes, mit Ihnen fortzusetzen und unsere Mitgliedskirchen, deren einzelne Gemeinden und Institutionen zu ermuntern, im Dienst für die Welt umfassendere Beziehungen und stärkere Zusammenarbeit mit Lutheranern anzustreben“.

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: LWB-Vollversammlung „großartiges Ereignis“
Verantwortliche sehen Gemeinschaft des Lutherischen Weltbundes durch Stuttgarter Treffen gestärkt - Dienstag, 27. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Als „großartiges Ereignis“ für die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat ihr Landesbischof, Frank O. July, die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) bezeichnet. Nach der Stuttgarter Schulderklärung aus dem Jahre 1945 sei die Stadt zum zweiten Mal Schauplatz eines historischen Ereignisses der Versöhnung geworden: Der Lutherische Weltbund hatte im Rahmen seiner Beratungen ein Schuldbekenntnis gegenüber den Mennoniten abgelegt. Auf der Abschlusspressekonferenz gab July der Hoffnung Ausdruck, dass die Impulse der Vollversammlung sowohl in seiner Landeskirche als auch darüber hinaus weiter wirkten. Auf Nachfrage erklärte er, dass mit dem Treffen von fast 360 Delegierten aus 145 Mitgliedskirchen die lutherische Weltgemeinschaft auch in Deutschland Kontur gewonnen habe und der „globale Zusammenhang“ des Christseins deutlich geworden sei. „Wir können ohne die weltweiten Geschwister nicht Kirche sein“, sagte der Landesbischof.
 
Der scheidende Präsident des LWB, Bischof Mark S. Hanson (USA), dankte der württembergischen Landeskirche für die „wunderbare Gastfreundschaft“. Der Weltbund sei auf dieser Vollversammlung als Gemeinschaft stärker zusammengewachsen. Er habe sich nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit den Problemen der Welt beschäftigt und sein Engagement für Gerechtigkeit und Frieden bekräftigt.
 
Der Generalsekretär des LWB, Pfr. Dr. Ishmael Noko, sagte, auch diese Vollversammlung sei ein „Meilenstein“ in der Geschichte des Weltbundes. Wie Hanson, so unterstrich auch er, dass die Gemeinschaft innerhalb des LWB erneuert und gefestigt worden sei. Er hoffe, dass das Gebet der Delegierten für einen anderen Lebensstil, der Lebensqualität für alle Menschen bringe, erhört werde.
 
Die Vollversammlung stand vom 20. bis 27. Juli unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Sie geht am Nachmittag mit einer Plenardebatte zu Ende, in der eine mehrseitige „Botschaft“ verabschiedet werden wird. Im Anschluss daran findet in der Stuttgarter Stiftskirche der Abschlussgottesdienst statt. Darin werden der neue Präsident, Bischof Dr. Munib Younan, sowie der 48-köpfige Rat, der die Geschäfte zwischen den Vollversammlungen führt, in ihre Ämter eingeführt. Im Anschluss an die Vollversammlung trifft sich der Rat zu seiner konstituierenden Sitzung. Auf ihr werden die fünf Vizepräsidenten des LWB gewählt.

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: DNK würdigt Bischof July als neuen LWB-Vizepräsidenten
Landesbischof Friedrich sieht theologische Arbeit des Weltbundes gestärkt - Freitag, 30. Juli 2010

Hannover – Der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat Landesbischof Dr. Frank O. July (Stuttgart) zur Wahl als einer der sieben Vizepräsidenten des LWB gratuliert. Er vertritt die Region Mittel- und Westeuropa. Diese Entscheidung war auf der konstituierenden Sitzung des 48-köpfigen Rates getroffen worden, der zwischen den Vollversammlungen die Geschicke dieses Zusammenschlusses von 145 Mitgliedskirchen lenkt. Vom 20. bis 27. Juli hatte die Elfte Vollversammlung in Stuttgart unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ getagt – auf Einladung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

„Ich freue mich mit Ihnen über diese Entscheidung“, heißt es in dem Gratulationsbrief des DNK-Vorsitzenden. „Der Rat hat mit Ihnen einen kompetenten Theologen aus dem Mutterland der Reformation in das Vizepräsidentenamt gewählt.“ Er sei „besonders dankbar“, schreibt Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist, dass July den Vorsitz des Programmausschusses für Theologie und Studien übernommen habe. „Damit wird die wichtige theologische Arbeit des LWB gestärkt.“ Auch die lutherischen Kirchen in Deutschland profitierten von Julys neuer Position. „Als Vizepräsident sind Sie für das DNK sowie für die VELKD ein entscheidendes Bindeglied zur Arbeit des LWB. In dieser Funktion wollen wir Sie nach Kräften unterstützen.“ Friedrich nutzte die Gelegenheit, Landesbischof July noch einmal auf diesem Wege dafür zu danken, „dass die württembergische Landeskirche ein sympathischer Gastgeber der Vollversammlung war und es an nichts fehlen ließ“.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Mutterland der Reformation wichtig für Lutheraner weltweit
Deutsche Vertreterinnen und Vertreter ziehen positive Bilanz der LWB-Vollversammlung - Dienstag, 27. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Durch die Elfte Vollversammlung hat der Lutherische Weltbund (LWB) in Deutschland seinen Bekanntheitsgrad „deutlich“ gesteigert. Die dreizehn deutschen Mitgliedskirchen des LWB, die das Besuchsprogramm für die mehr als 360 Delegierten aus aller Welt organisierten, „haben gespürt, wie wichtig Deutschland als Mutterland der Reformation für die Lutheraner weltweit ist“, zog der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des LWB, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), als eine positive Bilanz des Treffens. Vom 20. bis 27. Juli tagte die Vollversammlung des Weltbundes in Stuttgart unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Friedrich wertete es als „großes Zeichen“, dass es gelungen zu sein scheine, trotz wahrnehmbarer Differenzen zusammen zu bleiben. „Das Verbindende ist stärker als das Trennende.“ So habe die Frauenordination, die mehr als drei Viertel der 145 Mitgliedskirchen praktizierten, den Zusammenhalt nicht gefährden können. „Ich hoffe, dass dies auch beim Thema Ehe, Familie, Sexualität so bleibt und wir trotz unterschiedlicher Auffassungen zur Homosexualität zusammen bleiben“, sagte Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist.
 
„Besonders beeindruckt“ zeigte sich Friedrich von der Grundsatzrede des künftigen Generalsekretärs des Weltbundes, Pfr. Martin Junge, der zum 1. November 2010 die Nachfolge von Pfr. Dr. Ishmael Noko antreten wird. Junge, der alle vier LWB-Sprachen beherrsche – Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch –, könne so direkt mit allen Mitgliedskirchen kommunizieren. Hinzu kommt, dass er Deutschland kenne. „Dies hilft uns, mit ihm gemeinsam die künftige Zusammenarbeit zu gestalten.“
 
Sowohl der Vorsitzende des DNK/LWB als auch der Landesbischof der gastgebenden Kirche, Frank O. July, würdigten die Versöhnung mit den Mennoniten als „emotionalen Höhepunkt“ der Vollversammlung. In einem historischen Akt legten die Delegierten ein Schuldbekenntnis gegenüber den Anabaptisten (Wiedertäufer) ab. Darin heißt es, der LWB empfinde „tiefes Bedauern und Schmerz über die Verfolgung der Täufer durch lutherische Obrigkeiten und besonders darüber, dass lutherische Reformatoren diese Verfolgung theologisch unterstützt haben“. July, der zusammen mit fünf weiteren deutschen Vertreterinnen und Vertretern künftig dem 48-köpfigen Rat des LWB angehört, sagte, er habe die Gottesdienste im Rahmen der Vollversammlung als „besonders stimmig“ und als Sinnbild einer gewachsenen Gemeinschaft erlebt. Den Einsatz gegen Armut und Unterdrückung sehe er als Ausdruck gelebter Rechtfertigung. „Wer Barmherzigkeit und Gerechtigkeit erfahren hat, setzt sich umso entschiedener dafür ein, dass auch andere Menschen diese Erfahrungen machen können.“
 
Der LWB wird nach den Worten des Landesbischofs der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Deutschland „oft unterschätzt“. Die Vollversammlung habe gezeigt, wie stark er im weltweiten Maßstab wahrgenommen werde. Überdies habe sich vor dem Hintergrund der Beziehungen zu anderen Konfessionen gezeigt, wie wichtig Konfessionalität sei. Er wolle jedoch keiner Rekonfessionalisierung das Wort reden, aber eben auch nicht für ein „Abhobeln der Ecken und Kanten“ plädieren.

Prof. Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg) will sich im Rat des LWB dafür einsetzen, dass die theologische Arbeit ein „wichtiges Standbein“ bleibe. Sie trage zur Kommunikation lutherischer Identität nach innen und außen bei. „Große Aufmerksamkeit“ wolle er bestehenden ökumenischen Dialogen widmen. Das Gespräch mit der römisch-katholischen Kirche zu intensivieren hält Oberdorfer für „wichtig und chancenreich“. Die aus Deutschland kommende Initiative, nach der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ eine „Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl“ in Angriff zu nehmen, sieht er als „verheißungsvoll“ an.
 
Superintendentin Martina Berlich (Eisenach) hat bereits 1984 an einer Vollversammlung des LWB teilgenommen, die damals in Budapest stattfand. „Seither hat sich viel verändert, aber viel ist auch vertraut geblieben.“ Ganz besonders freue sie sich auf die Zusammenarbeit mit dem künftigen Generalsekretär Martin Junge. „Ich bin dankbar, miterleben zu dürfen, wie sich der Lutherische Weltbund im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 positioniert.“ Aufmerksam verfolgte die Superintendentin die inhaltliche Diskussion der Vollversammlung, insbesondere zum Thema Klimawandel. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) habe Klimawandel als Jahresthema 2011 gewählt. Da könne sie die Informationen und Erfahrungen aus der Vollversammlungsdebatte einbringen.
 
Die 24-jährige Theologiestudentin Anna-Maria Tetzlaff (Greifswald) wird künftig als Jugenddelegierte dem Rat angehören. Auch sie will sich verstärkt der Beschäftigung mit dem Klimawandel widmen. Der LWB könne hier durchaus Zeichen setzen, etwa im Blick auf eine klimaneutrale Veranstaltungsplanung. Zugleich sei es wichtig, das Thema Nachhaltigkeit auch theologisch zu durchdringen und sich so als christliche Organisation zu profilieren. „Ich bin im Rat, um die Stimme der Jugend zu verstärken und nicht, um eine Quote zu erfüllen“, zeigt sich Frau Tetzlaff selbstbewusst. Die Vollversammlung habe gezeigt, dass die Stimme junger Menschen gehört werde „und wir etwas bewegen können“.
 
Pröpstin Frauke Eiben (Ratzeburg) zeigte sich von der „Ernsthaftigkeit und Kreativität“ der Jugenddelegierten auf der Vollversammlung beeindruckt. Aber auch die spirituelle Seite des Treffens habe sie als wichtig erlebt. In den Gottesdiensten und Bibelarbeiten sei zu spüren gewesen, „dass wir eine Gemeinschaft sind“. Das „starke Zeugnis“ aus allen Regionen haben sie jeden Morgen „neu berührt“. Im Rat will sie den Themen politische Diakonie, Menschenrechte und Ökumene Aufmerksamkeit schenken.
 
Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer (Hannover) hat sich für die Arbeit im Rat vorgenommen, den Erneuerungsprozess des LWB zu begleiten. Ein wesentliches Ergebnis der Beratungen der Vollversammlung hierzu sei, dass künftig die Regionen gestärkt werden und mehr Verantwortung übernehmen sollen. Zugleich gehe es darum, an der gewachsenen Einheit im Weltbund festzuhalten, da die Gemeinschaft ein „hohes Gut“ sei.


Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Dialogfähig und um Verständigung bemüht
LWB-Generalsekretär Noko tritt am 31. Oktober in den Ruhestand - Samstag, 24. Juli 2010

Wenn der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, die Heimreise von der am 27. Juli zu Ende gehenden Elften Vollversammlung des LWB antreten wird, hat er ein Gepäck-Problem. Wohin mit all den Geschenken – Wein, Jacken, Gewänder und Schals –, die ihm im Rahmen eines festlichen Essens überreicht wurden? Der 31.Oktober 2010 ist Nokos letzter Arbeitstag. Die Vollversammlung ließ es sich deshalb nicht entgehen, den langjährigen Generalsekretär des Weltbundes zu verabschieden. Sichtlich gerührt nahm er die vielen Dankadressen für die geleistete Arbeit an, während auf der Bühne eine Diashow in einer Endlosschleife lief. Sie zeigte zahlreiche Aufnahmen aus dem Leben des Generalsekretärs, ob bei Sitzungen des Rates des LWB, bei internationalen Begegnungen, oder etwa mit Papst Paul II., Palästinenserführer Jassir Arafat sowie dem EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber. Auch Aufnahmen aus dem gewiss spärlichen Privatleben waren zu sehen – beim BBQ oder auf dem Sofa eingeschlafen, mit dem ebenfalls schlafenden Enkelkind im Arm.

Wenn Ishmael Noko abtritt, liegen 28 Jahre im Dienst des Lutherischen Weltbundes hinter ihm. 1982 übernahm er in der LWB-Abteilung für Weltdienst die Leitung des Referates für Flüchtlingsfragen. 1987 wurde er zum Direktor der Abteilung für Kirchliche Zusammenarbeit ernannt, 1990 zum Direktor der neuen LWB-Abteilung für Mission und Entwicklung. Im Jahre 1994 erfolgte die Wahl zum Generalsekretär. 2004 wurde er für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. Frühzeitig hatte er bekannt gegeben, dass er diese Amtszeit nicht ausschöpfen wird.

Am 29. Oktober 1943 in Simbabwe geboren, studierte er Theologie in Südafrika. Nach seiner Ordination 1972 setze er sein Studium in Kanada fort, wo er auch mit einer Dissertation zum Thema „Der Gottesbegriff in der Schwarzen Theologie: Das Verständnis Gottes als Befreier und Versöhner“ promoviert wurde. Ehe er 1982 zum LWB wechselte, lehrte er an der Universität von Botswana.

Unter seiner Leitung hat der Lutherische Weltbund eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. 1994 umfasste der LWB 114 Mitgliedskirchen mit 55 Millionen Gläubigen. Heute zählt er 145 Kirchen mit 70,1 Millionen Mitgliedern. In seiner 16-jährigen Amtszeit fanden drei Vollversammlungen statt: in Hongkong, in Winnipeg/Kanada und jetzt in Stuttgart. Drei Präsidenten hatte er zu dienen: dem Brasilianer Gottfried Brakemeier, dem Deutschen Christian Krause und dem US-Amerikaner Mark S. Hanson. Die Zusammenarbeit mit Krause war sicher am schwierigsten. Der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig wäre beinahe selbst einmal Generalsekretär des LWB geworden und kannte die Organisation aus zahlreichen Funktionen wie kein Zweiter. Überdies interpretierte er das Präsidentenamt neu, indem er wie kaum einer seiner Vorgänger in der Genfer Zentrale präsent war und die Mitgliedskirchen besuchte – eine Aufgabe, die in erster Linie dem Generalsekretär des LWB zukommt, der – unbeschadet der Bedeutung des Präsidenten und der fünf Vizepräsidenten – das Gesicht des LWB ist.

Dessen ungeachtet ist die Liste der Verdienste Nokos lang: Anders als sein Vorgänger, der Norweger Gunnar Staalsett, der die theologische und politische Kontroverse geradezu suchte, zeichnet Noko das Bemühen um Ausgleich aus. So ist es seiner Fähigkeit zur Moderation zu verdanken, dass mancher Streit nicht eskalierte – etwa um die Frauenordination oder um das Thema Homosexualität. Während es in Winnipeg hierzu noch heftige Kontroversen im Plenum gab, scheint Nokos unermüdlicher diplomatischer Einsatz in Stuttgart Früchte zu tragen. Manche Beobachter meinen zwar, dass auch der Zusammenhalt im LWB angesichts der genannten Reizthemen zum Zerreißen gespannt ist, doch scheint Noko so viel Vertrauen zu genießen, dass es auf dieser Vollversammlung nicht zur offenen Kontroverse kommt. Eine Lösung der Streitfragen ist indes nicht in Sicht. Dass man unter dem Dach des LWB aber zusammenbleiben will, darf man getrost als Erfolg von Nokos Anstrengungen werten. 2003 hat sich der LWB den Zusatz „eine Gemeinschaft von Kirchen“ gegeben. Der Communio-Gedanke ist im Deutschen schwer zu übersetzen, da der Begriff „Bund“ bereits einen starken Zusammenhalt signalisiert. Noko ging es stets um mehr: um Verbindlichkeit, dass Entscheidungen auf Weltebene auch für die Mitgliedskirchen verpflichtend sind.

Auf ökumenischer Ebene konnte Noko 1999 die Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ mit der römisch-katholischen Kirche feiern. Das einzige Dokument zwischen Lutheranern und Katholiken, das weltweit rezipiert wurde. Und dem 2006 der Weltrat Methodistischer Kirchen beigetreten ist. Im Dialog mit den orthodoxen Kirchen gibt es zwar (noch) nichts Vergleichbares, doch ist der lutherisch-orthodoxe Dialog auf Weltebene von großem gegenseitigen Vertrauen geprägt, wie auch auf dieser Vollversammlung zu spüren war. Schließlich der vielleicht heimliche Höhepunkt der Stuttgarter Vollversammlung: die Versöhnung mit den Mennoniten bzw. den Anabaptisten (Wiedertäufer). Alle Aktivitäten tragen die Handschrift Nokos: dialogfähig, um Verständigung bemüht, Perspektiven für die Zukunft suchend.

Ishmael Noko hat eine Vorliebe für historische Anspielungen. Das hat er bei seiner Wahl zum Generalsekretär bewiesen, der als erster Schwarzer in der Geschichte des LWB diese Aufgabe übernahm, und sich nicht scheute, den abendländischen Kirchenvater Augustinus als Nordafrikaner für den schwarzen Kontinent zu reklamieren und sich selbstbewusst in dessen Tradition einzureihen. Noko hat auch ein Gespür für das Symbolische: Er wählte den Reformationstag, den 31. Oktober, als Termin für seinen Übertritt in den Ruhestand. Und er hat einen Sinn für das Visionäre: So schlug er vor Jahren vor, das Reformationsjubiläum 2017 in Jerusalem zu feiern – an dem Ort, der nicht nur für die christlichen Kirchen von zentraler Bedeutung ist, sondern neben dem Christentum auch für das Judentum und den Islam. Wie es aussieht, hat diese Perspektive aber wohl keine Aussicht auf Erfüllung.

Der Nachfolger Nokos steht schon bereit: Mit dem chilenischen Pfarrer Martin Junge setzt der LWB einerseits auf Kontinuität. Junge (48) arbeitet bereits seit 2000 für den LWB – als Sekretär für Lateinamerika und die Karibik. In seiner Person betritt der Weltbund aber auch Neuland, denn erstmals ist ein lateinamerikanischer Theologe zum Generalsekretär gewählt worden. Eine Wahl, die der Rat des LWB bereits im Oktober 2009 vornahm. Junge tritt am 1. November sein neues Amt an. Er muss den Weltbund konsolidieren und im Rahmen eines Generationenwechsels in praktisch allen Kirchen den gewachsenen Zusammenhalt festigen – bei angespannter Finanzlage. Die Aussichten, dass ihm dies gelingen könnte, sind gut. Schließlich bringt Martin Junge Qualitäten mit, die auch seinen Vorgänger bereits auszeichneten.

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: LWB verstärkt Engagement gegen Armut
Vollversammlung endet mit „Botschaft“ an Mitgliedskirchen, Regierungen und Wirtschaftsunternehmen - Dienstag, 27. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Mit überwältigender Mehrheit hat die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) eine sieben Seiten umfassende „Botschaft“ angenommen. Das Papier enthält eine Mischung aus Selbstverpflichtungen für die 145 Mitgliedskirchen und Forderungen an Regierungen und Wirtschaftsunternehmen in aller Welt. Im Lichte des Themas der Vollversammlung – „Unser tägliches Brot gib uns heute“ - sprechen sich die Delegierten in der „Botschaft“ dafür aus, dass der LWB u. a. sein Engagement gegen Armut und für Nahrungssicherheit verstärkt, das Bewusstsein für Umweltfragen zu schärfen und nachhaltige Entwicklung zu fördern, sich für den Erlass illegitimer Schulden einzusetzen und der Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen in Kirche und Gesellschaft entgegenzutreten.
 
Über die „Botschaft“ hinaus fasste die Vollversammlung eine Fülle von Beschlüssen, die zum Teil die Themen der „Botschaft“ mit Aufforderungen zu konkretem Handeln ergänzen. So sollen sich Mitgliedskirchen erneut verpflichten, LWB-Richtlinien und Entscheidungen im Blick auf die volle Teilhabe von Frauen am Leben der Kirche sowie in der Gesellschaft umzusetzen. Auch sollten die nötigen kirchenrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Frauen als Ordinierte und Nichtordinierte Leitungspositionen in den Kirchen übernehmen könnten und die Chance bekämen, eine theologische Ausbildung zu erhalten. Zugleich bat die Vollversammlung die Mitgliedskirchen, die keine Frauen ordinierten, die Auswirkungen ihrer Position auf die Frauen zu bedenken, die somit ihrer „gottgegebenen Berufung“ nicht entsprechen könnten. „Der Schmerz dieses Ausschlusses und der Verlust ihrer Gaben bedeuten Leiden und Verlust für die ganze Kirche“, heißt es in einem Beschluss.
 
In einer weiteren Resolution ruft die Vollversammlung die LWB-Mitgliedskirchen auf, sich dafür einzusetzen, dass Frauen, Männer und Kinder davor geschützt werden, Opfer von Menschenhandel zu werden. Die Erklärung wendet sich auch gegen die Kommerzialisierung des menschlichen Körpers in den Medien.
 
Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.
 


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: LWB-Vollversammlung trauert um Opfer von Duisburg
Öffentliche Erklärung bringt tiefes Mitgefühl für Hinterbliebene zum Ausdruck - Montag, 26. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – „Betroffen und schockiert“ hat die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart auf die Nachricht vom Loveparade-Desaster in Duisburg reagiert, bei dem am Samstag 19 Menschen starben und mehr als 500 verletzt wurden. In einer „Öffentlichen Erklärung“ vom 26. Juli bringen die Delegierten ihr „tiefes Mitgefühl“ für die Familien zum Ausdruck, die Angehörige bei dem Unglück verloren haben. In den Gottesdiensten am Sonntag, an denen die Kirchenvertreterinnen und -vertreter aus aller Welt in württembergischen Gemeinden teilgenommen hätten, sei der Opfer, der Hinterbliebenen und der zahlreichen Helfer gedacht worden. Man hoffe, so schließt die Erklärung, dass Konsequenzen aus der Katastrophe gezogen würden, damit sich diese nicht mehr wiederhole.

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Munib Younan neuer Präsident des LWB
Vollversammlung wählt Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land - Samstag, 24. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – Dr. Munib Younan (59), Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, wurde auf der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) am 24. Juli zum neuen Präsidenten dieses Zusammenschlusses von 145 Mitgliedskirchen gewählt, der 70,1 Millionen Gläubige repräsentiert. Er war der einzige Kandidat. Es wurden 360 Stimmzettel abgegeben. Auf Younan entfielen 300 Ja- und 23 Nein-Stimmen. 37 Delegierte enthielten sich. Munib Younan löst Bischof Mark S. Hanson (63) aus den USA ab, der bei der letzten Vollversammlung 2003 in Winnipeg/Kanada das Präsidentenamt übernommen hatte. Seit 1998 ist Younan Bischof der ELCJHL. Er gehörte dem Rat des LWB bereits zwei Legislaturperioden an. 2003 war er zu einem der fünf Vizepräsidenten des Weltbundes gewählt worden.

Bischof Younan hatte sich in seiner Rede vor der Wahl zur Fortsetzung der Arbeitsschwerpunkte des LWB bekannt. „Solange Armut, HIV und AIDS, Unterdrückung und Ungerechtigkeit bestehen, müssen wir eine kämpfende Gemeinschaft sein und dürfen uns nicht damit abfinden, dass die Welt so ist, wie sie ist“, sagte Younan. Im Blick auf die Situation in Israel und Palästina mahnte er eine „politische Lösung“ an, „damit Israelis und Palästinenser in Frieden und Gerechtigkeit zusammenleben können“.

In seiner Rede nach der Wahl dankte Younan für das entgegengebrachte Vertrauen. Und er fügte hinzu: „Dies ist ein besonderer Tag für mich, meine Familie und die Region, aus der ich komme“.


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Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Positive Entwicklung der LWB-Mitgliedsbeiträge
Schatzmeister Peter Stoll mahnt Reformen zum Abbau struktureller Defizite an - Mittwoch, 21. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Auf eine positive Entwicklung der Mitgliedsbeiträge im Lutherischen Weltbund (LWB) hat dessen Schatzmeister Peter Stoll hingewiesen. Diese seien seit der letzten Vollversammlung 2003 in Winnipeg/Kanada von 2,6 Millionen USD auf 3,2 Millionen im Jahre 2009 angestiegen. Grundlage für die Berechnung seien neben den Mitgliederzahlen auch das Bruttonationaleinkommen bzw. der Wohlstand im Land der jeweiligen Mitgliedskirche. Dennoch gebe es „im Norden als auch im Süden“ immer noch Kirchen, die ihre Mitgliedsbeiträge nicht bezahlten, monierte Stoll vor der Vollversammlung. Zwar sei die finanzielle Lage des LWB stabil, doch müssten die Bemühungen verstärkt werden, um sie auch dauerhaft abzusichern. Eine stetige Verbesserung der Mittelbeschaffung sei unerlässlich. Der 1999 gegründete Stiftungsfonds mit einer langfristigen Zielvorstellung von fünfzig Millionen CHF habe Ende 2009 fast zwölf Millionen CHF umfasst. Bis 2017 solle die Zielmarke von zwanzig Millionen erreicht werden.
 
Das Gesamtbudget des LWB betrage jährlich rund einhundert Millionen USD. Die Budgets der Assoziierten Länderprogramme der Abteilung für Weltdienst, die auf etwa zwanzig Millionen USD jährlich kämen, seien darin nicht eingeschlossen. „Die meisten Geldmittel werden von Spendern für konkrete Programme und Projekte zweckbestimmt. Es steht wenig Geld zur Verfügung, das vom Rat oder dem LWB-Stab Programmen frei zugeteilt werden könnte. Das ist für uns eine ständige Herausforderung“, so Stoll. Seiner Analyse zu Folge gibt es in fast allen Abteilungen strukturelle Defizite. Dies gelte in besonderer Weise für die Finanzierung der theologischen und ökumenischen Arbeit des LWB. Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, das Genfer Sekretariat umzugestalten – auf der Basis klarer strategischer Überlegungen. Im Blick auf diesen Restrukturierungsprozess müsse sich der neue Rat eine Reihe von Fragen stellen. Zum Beispiel, ob es sinnvoll wäre, Teile der Sekretariatsarbeit zu dezentralisieren, um mehr Synergien mit den Ressourcen der Mitgliedskirchen in der Region zu erzielen. Zu prüfen sei auch, ob es einen Standort gebe, an dem das Sekretariat oder Teile davon kostengünstiger arbeiten könnten, ohne die Synergien innerhalb des Ökumenischen Zentrums und mit den UN-Organisationen in Genf zu vergessen.
 
Peter Stoll wies darauf hin, dass die Geschichte des LWB als eine „diakonische Bewegung“ begonnen habe. Missionarische Herausforderungen gemeinsam zu meistern, diese theologisch zu reflektieren sowie im ökumenischen Horizont zusammen zu arbeiten, seien allesamt Aspekte, die den LWB bis heute prägten. Im Lichte der Erfüllung dieser Aufgaben habe man festgestellt, „dass wir viel mehr sein können als eine strategische Allianz“ – nämlich eine Gemeinschaft.
 
Das Budget der Elften Vollversammlung in Stuttgart bezifferte Stoll auf 2,3 Millionen USD. „Diese Veranstaltung ist ziemlich teuer. Ich hoffe, dass es dem LWB in Zukunft möglich sein wird, Vollversammlungen mit anderen ökumenischen Organisationen zu koordinieren – das nicht nur, um Kosten zu sparen.“

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Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Lutherische Weltgemeinschaft wächst zusammen
Generalsekretär Noko verweist auf ökumenische Erfolge - Mittwoch, 21. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Der Lutherische Weltbund (LWB) wächst immer stärker zusammen. Darauf hat der Generalsekretär des LWB, Pfr. Dr. Ishmael Noko, hingewiesen. Nach der letzten Vollversammlung hatte sich der Kirchenbund den Zusatz „eine Gemeinschaft von Kirchen“ gegeben, um eine Vertiefung der innerlutherischen Beziehungen unter den 140 Mitgliedskirchen und im Selbstverständnis des LWB zum Ausdruck zu bringen. Vor der Elften Vollversammlung, die bis zum 27. Juli in Stuttgart tagt, sagte Noko, der LWB begreife sich als „inklusive Gemeinschaft“, deren Markenzeichen die „gleichberechtigte Teilhabe an der Mission Gottes“ sei. So seien die Mitgliedskirchen nachdrücklich aufgefordert worden, „angemessene Schritte im Blick auf die Ordination von Frauen zu unternehmen und gegebenenfalls für eine Politik der Gleichstellung zu sorgen“. Zwar hätten die Beschlüsse der Vollversammlung 2003 in Winnipeg/Kanada viel Unterstützung gefunden, in der Nacharbeit in den Kirchen sei mitunter aber nicht viel geschehen. „Dadurch werden wir herausgefordert zu prüfen, ob und in welchem Maße Beschlüsse der Vollversammlung von den Kirchen als moralisch verbindlich angesehen werden“, so Noko. „Wir bekennen, eine Gemeinschaft zu sein, doch in vielen Fällen sieht es so aus, als ob wir noch wie ein Weltbund leben und handeln.“ Allerdings müsse auch „später und partieller Fortschritt“ anerkannt werden. So habe die Siebte Vollversammlung 1984 dazu aufgerufen, bis zur Neunten Vollversammlung für eine Ausgewogenheit zwischen Männern und Frauen als Delegierte zu sorgen. Diese Vision sei jedoch erst in Stuttgart verwirklicht worden.
 
Ausführlich hob Noko die „ökumenischen Erfolge“ der Arbeit des LWB hervor. Dabei erinnerte er an die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die 1999 gemeinsam mit der römisch-katholischen Kirche unterzeichnet wurde und der sich 2006 der Weltrat der Methodistischen Kirchen angeschlossen habe. In besondere Weise würdigte der LWB-Generalsekretär den ehemaligen Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper. „Wo immer er war, hat er auf warmherzige und fruchtbare Weise mit uns Lutheranern zusammengearbeitet, und wir nutzen die Gelegenheit, um ihm für alles, was er geleistet hat, zu danken.“ Bedeutsam seien auch die Dialoge mit Orthodoxen, Anglikanern, Reformierten, Mennoniten und Methodisten.
 
Im Blick auf das Reformationsjubiläum im Jahre 2017 äußerte Noko die Hoffnung, „dass wir einen angemessenen Weg finden, den Jahrestag zu begehen, indem wir das feiern können, was wir erreicht haben durch Überwindung der Verurteilungen der Vergangenheit und durch Sichtbarmachung der Einheit der Kirche, und wo wir danach trachten, gemeinsam die Botschaft der evangelischen Reformation für die ganze Kirche heute zu entdecken.“

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Udo Hahn
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DNK/LWB: Bitte um tägliches Brot ist Zeichen von Würde
Erzbischof von Canterbury hielt Hauptvortrag vor der Vollversammlung des LWB - Donnerstag, 22. Juli 2010

Stuttgart/Hannover – Die Bitte um das tägliche Brot – um materielle oder spirituelle Nahrung – ist nach den Worten des Erzbischofs von Canterbury, Dr. Rowan Williams, ein „Zeichen von Würde“. Sie fordere die Arroganz derer heraus, die denken, dass sie nichts bräuchten, sagte Williams vor der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart. Bis zum 27. Juli beraten mehr als 400 Delegierte aus 145 Mitgliedskirchen unter dem Motto „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Der Erzbischof von Canterbury hielt den Hauptvortrag zum Thema des Treffens. Die vierte Bitte des Vaterunsers „wird somit zu einer Bitte, in der wir Gott bitten, in uns den Sinn für die Menschlichkeit in ihrer Fülle und ihrem Reichtum zu erhalten; uns die zwischenmenschlichen Beziehungen zu geben, die uns als Mensch erhalten, unserer Sterblichkeit und unserer Bedürfnisse bewusst und dennoch überzeugt zu sein, dass wir geliebt werden“, so Williams. Es sei eine Bitte, die die Menschen an ihre Bedürfnisse erinnere. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ernährt werden müssen und dass wir nicht selbst all das erzeugen können, was wir zum Leben und Gedeihen brauchen.“
 
Die Vaterunser-Bitte fordere dazu auf, neben den eigenen Bedürfnissen auch die der Mitmenschen zu erkennen. Dazu gehöre auch, sich im Vertrauen einander zuzuwenden sowie vergeben zu können und Vergebung zu erfahren. Dies sei nur möglich, wenn sich die Kirchen auf ihr Fundament, die Feier des Abendmahls, als „Zentrum unserer christlichen Identität“, besinnen. „Es ist einfach eine Bitte, dass Christus unsere Nahrung ist, so dass aller selbstgenügsame Stolz, die Angst und Verteidigung des Einzelnen, alle gierigen Versuche, auf Kosten unserer Nächsten zu leben, überwunden werden“, führte der Erzbischof aus. „Und die Kirche erklärt klar und mit Überzeugung, dass das Brot für den Hunger der Welt tatsächlich in dem Leib des Herrn gefunden werden kann.“ Ein an diesem Fundament orientiertes Leben müsse Gerechtigkeit, Großzügigkeit und Nächstenliebe verkörpern.

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Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Nächste LWB-Vollversammlung soll 2017 stattfinden
Designierter Generalsekretär Junge plädiert für Reformationsjubiläum in ökumenischer Offenheit - Montag, 26. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Der designierte Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Martin Junge, hat sich dafür ausgesprochen, die nächste Vollversammlung im Jahre 2017 abzuhalten und in die Feierlichkeiten anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation einzubinden. In einer Grundsatzrede vor der Elften Vollversammlung des LWB, die am 27. Juli in Stuttgart endet, trat er dafür ein, das Reformationsjubiläum „in ökumenischer Offenheit“ zu begehen. Martin Junge, chilenischer Theologe und seit 2000 als Sekretär für Lateinamerika und die Karibik in den Diensten des Weltbundes, bekräftigte, dass lutherisch sein heiße, ökumenisch zu sein. Der LWB werde auch in Zukunft einen Beitrag zur ökumenischen Bewegung leisten, mit anderen christlichen Weltgemeinschaften und dem Ökumenischen Rat der Kirchen kooperieren. Dieser Beitrag geschehe aus dem Verständnis „versöhnter Verschiedenheit“ heraus. In den bestehenden Dialogen gehe es darum, weiter Vertrauen aufzubauen, um zu Fortschritten in den bilateralen Beziehungen zu kommen.

Die missionarische Aufgabe, die der LWB erfüllen wolle, müsse als eine ganzheitliche verstanden werden. Diakonie sei das „Herzstück“ der Arbeit des Weltbundes, der 145 Mitgliedskirchen mit 70,1 Millionen Gläubigen repräsentiert. Zu den diakonischen Aktivitäten gehöre aber auch der prophetische Auftrag, die Nöte der Welt anzuprangern.
 
Martin Junge beschrieb den Lutherischen Weltbund als „polyzentrisches Wesen“, das seiner Natur nach viele Zentren habe. Jede Mitgliedskirche habe etwas einzubringen. „Alle sind zugleich Gebende und Empfangende.“ In diesem Zusammenhang warb er für einen „kontextübergreifenden Dialog“ innerhalb des LWB, um zu „echter Nachbarschaft“ zu gelangen, damit nicht jede Mitgliedskirche in ihrem eigenen Kontext gefangen bleibe. In seiner Rede bekannte er sich auch zur Inklusivität als Gestaltungsprinzip der lutherischen Weltgemeinschaft, die die Beteiligung von Frauen und jungen Menschen nicht nur auf dem Papier fordere, sondern auch in der Praxis lebe.
 
Vielfalt innerhalb des Weltluthertums sei für ihn kein Problem, sagte Junge. Er sei für die Verschiedenheit dankbar. Sie entspreche dem biblischen Bild des Leibes und seiner Glieder. In einer Welt, die sich nach Brot, Gerechtigkeit und Frieden sehne, müsse man sich aber der gemeinsamen Basis vergewissern und das gemeinsame Zeugnis stärken. Unter Hinweis auf die Musiktheorie wies Junge darauf hin, dass Misstöne dazugehörten. In der Musik gebe es keine Harmonie ohne Dissonanzen. Dies gelte auch für den LWB. Dieser dürfe nicht auf sich selbst bezogen sein, sondern müsse sich nach außen wenden. Angesichts der Probleme der Welt wundere er sich, dass Milliardenbeiträge zur Rettung von Banken über Nacht bereit gestellt würden, zur Bekämpfung von HIV und AIDS aber nach wie vor Ressourcen fehlten, um sie entscheidend zu bekämpfen. Dass hier mit zweierlei Maß gemessen werde, könne er nicht akzeptieren.

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Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Orthodoxe für Fortsetzung des Dialogs mit Lutheranern
Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel sieht schwierigen Weg zur Einheit - Mittwoch, 21. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Der Verlust der Ehrfurcht vor der Würde des Menschen ist nach Einschätzung des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., ein weltweites Phänomen. Diese Situation sei „völlig inhuman und unakzeptabel“ und stehe im Gegensatz zur biblischen Überlieferung, wonach der Mensch das Ebenbild Gottes sei, sagte er in einem Grußwort vor der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), das von Metropolit Prof. Dr. Gennadios von Sassima verlesen wurde. Der Ökumenische Patriarch beklagte, dass der technologische Fortschritt, der den Menschen in den westlichen Gesellschaften viele Annehmlichkeiten bereite, die anderen Teile der Welt aber noch nicht erreicht habe. Dort litten die Menschen unter anderem an Hunger, Wassermangel, unter Armut, HIV und AIDS, Ungerechtigkeit, einem Mangel an Religionsfreiheit sowie interreligiösen Konflikten und Kriegen.

In seinem Grußwort sprach sich Bartholomäus I. für eine Fortsetzung des lutherisch-orthodoxen Dialogs aus, der 1981 mit dem Lutherischen Weltbund begonnen worden sei. Die orthodoxe Seite wolle die Gespräche „mit Verantwortung und Engagement“ führen. Man müsse sich jedoch bewusst sein, dass der Weg zur erhofften und erwarteten Einheit noch „lang und schwierig“ sein werde.

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Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Aufbruch in zuversichtlicher Hoffnung
LWB-Präsident Bischof Hanson: Weltbund will sich weiter für Versöhnung einsetzen - Mittwoch, 21. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Der Kritik an der von BP verursachten Ölpest im Golf von Mexiko fehlt es nach den Worten des Präsidenten des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Mark S. Hanson (USA), an Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit. Die Empörung und Wut über die Nachlässigkeit und den Leichtsinn, die zu der Katastrophe führten, seien zwar verständlich, doch müssten sich auch die Konsumenten von Erdölprodukten ihrer Verantwortung bewusst sein, sagte Hanson in seinem Bericht vor der Elften Vollversammlung des LWB in Stuttgart. Mitverantwortlich seien auch diejenigen, die in eine Wirtschaft investierten, die große und unumgängliche Anforderungen an die Energieversorgung stellten und als Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung trügen. „Zur ehrlichen Bestandsaufnahme des Geschehenen und Unterlassenen gehört auch ein Eingeständnis unserer eigenen Schuld“, so Hanson.
 
Der Leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika bekräftigte vor den mehr als 400 Delegierten den Auftrag des LWB, sich den Problemen der Welt zuzuwenden und somit zum sozialen Engagement des Weltbundes. Die konkrete soziale Verantwortung, zu der der LWB berufen sei, stelle sich je nach Weltregion unterschiedlich dar. In Indien beispielsweise unterstütze man die Dalits, die angesichts eines von Unterdrückung bestimmten Kastensystems um Befreiung ringen. Im Blick auf Menschen, die mit HIV und AIDS leben müssten, setze sich der LWB für die Achtung ihrer Menschenwürde und den Zugang zu bezahlbarer medizinischer Versorgung ein. An der Seite palästinensischer Christen gehe es darum, einen Beitrag zu leisten, dass diese Menschen ein lebendiges arabisches Christentum erhalten könnten.
 
Generell betonte Hanson, dass der Lutherische Weltbund „in unserer polarisierten Welt, in der der religiöse Extremismus, der der Spaltung das Wort redet, die Oberhand zu haben scheint, auch weiterhin für Versöhnung einsteht“. Im Blick auf das Verhältnis zu anderen Konfessionen unterstrich Hanson die ökumenische Ausrichtung des LWB. „Mögen uns die Jahre bis 2017, dem 500. Jubiläum der fortdauernden lutherischen Reformation, nicht nur dazu dienen, das starke theologische und konfessionelle Fundament zu bekräftigen, das uns als Lutheranern und Lutheranerinnen gemeinsam ist, sondern auch eine Erneuerung unserer Überzeugung bewirken, dass lutherisch zu sein bedeutet, sowohl evangelisch als auch ökumenisch zu sein.“
 
Mark S. Hanson war bei der letzten Vollversammlung 2003 in Winnipeg/Kanada ins Präsidentenamt gewählt worden. In seinem Bericht zog er ein positives Fazit seiner Amtszeit und der Arbeit des Weltbundes. So habe der LWB zum Beispiel Fortschritte im Blick auf seine Selbstverpflichtung erzielt, die Mitgliedskirchen zur Unterstützung der Frauenordination zu ermutigen. Allerdings bleibe bei dem Thema „noch viel zu tun“. Als Hauptherausforderung bezeichnete er den Einsatz für gerechte Lebensverhältnisse in aller Welt und ein Wirtschaften, das Nachhaltigkeit zum obersten Prinzip mache. Von der Vollversammlung, die bis zum 27. Juli tagt und unter dem Motto „Unser tägliches Brot gib uns heute“ steht, erwartet Hanson Impulse für die lutherische Weltgemeinschaft, „dass wir aufbrechen in zuversichtlicher Hoffnung“.

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Udo Hahn
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DNK/LWB: Ohne Kirchen wäre politische Kultur ärmer
Bundesfinanzminister Schäuble vor der Vollversammlung des LWB - Dienstag, 20. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Ohne den Beitrag einzelner Christen und Kirchen wäre die politische Kultur in Deutschland „um vieles ärmer“. Darauf hat Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble (Berlin) aufmerksam gemacht. In seiner Rede im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart sagte er, die Kirchen spielten eine große Rolle in der Sozialarbeit, im Gesundheitswesen und im Bildungsbereich. Zugleich beteiligten sie sich aktiv an praktisch allen wichtigen politischen Prozessen. „Demokratien leben von der Partizipation der Bürger am politischen Prozess, und es freut mich sagen zu können, dass die Kirchen in diesem Sinn zum Leben in unserer Demokratie beitragen“, Schäuble wörtlich, der auch die Grüße der Bundesregierung und von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel überbrachte. Zu den zentralen Elementen, die der Glaube einbringen könne, gehöre der Glaube an Gott. Er bedeute, dass es eine letzte Autorität gebe, der gegenüber die Menschen verantwortlich seien. Gleichzeitig sei es wichtig, dass im Christentum der Glaube an Gott niemals losgelöst sein könne von dem Respekt vor und der Liebe zu den Mitmenschen. Daraus resultiere die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, wie sie im Grundgesetz verankert sei. „Das bedeutet, dass es Dinge gibt, die wir niemals tun oder tolerieren dürfen, wie attraktiv auch immer der durch sie bewirkte politische Vorteil sein mag“, so der Minister. Beispielhaft nannte er das Verbot der Folter. „Ich habe nie verstehen können, wie es in den vergangenen Jahren zu einer ernsthaften Diskussion über dieses Prinzip kommen konnte.“ An diesem Grundsatz dürfe nicht gerüttelt werden, darüber könne es „keine Kompromisse“ geben. Der Glaube an Gott mahne die Menschen, Grenzen für ihr Handeln zu akzeptieren. Ein Gebiet, auf dem diese Notwendigkeit heute besonders deutlich werde, sei das Gebiet der Wirtschaft, der Bereich des Marktes. „Wir müssen deshalb auf eine Reform dieser Systeme hinarbeiten, so dass demokratisch gewählte Regierungen die Möglichkeit haben, im Interesse der Menschen sicher zu stellen, dass der wirtschaftliche Bereich nicht vollkommen losgelöst ist von ethischen und politischen Rücksichtnahmen.“ So gebe es zur Arbeit von IWF, Weltbank, Europäischer Union und den Vereinten Nationen „keine Alternative“.

Im Blick auf das Motto der Vollversammlung – „Unser tägliches Brot gib uns heute“ – sagte Schäuble, wir dürften „niemals eine Welt akzeptieren, in der Hunger immer noch eine Realität für zu viele Menschen darstellt“. Hunger und Unterernährung stellten einen fundamentalen Angriff auf den Wert der menschlichen Person dar.

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Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Christen sollen sich nicht ins Private zurückziehen
LWB-Vollversammlung mit Gottesdienst eröffnet - Dienstag, 20. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - Ein „Rückzug ins Private, um die Sicherheit des Vertrauten zu suchen“ ist für Christen keine Option angesichts der Herausforderungen dieser Welt. Diese Auffassung vertrat der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Mark S. Hanson (USA), in seiner Predigt im Gottesdienst zur Eröffnung der Elften Vollversammlung des LWB in Stuttgart. Vom 20. bis 27. Juli tagen 418 Delegierte aus den 140 Mitgliedskirchen des Weltbundes unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Mit Gästen, Dolmetschern und Journalisten nehmen an der Vollversammlung rund 1.000 Personen teil. Gastgeberin ist die Evangelische Landeskirche in Württemberg.
 
In der Stuttgarter Stiftskirche sagte Hanson, wenn Christen zusammenkommen, solle niemand „wegen ritueller Unreinheit, Geschlecht, gesellschaftlicher Stellung, HIV und AIDS, Armut oder Reichtum, Sprache oder Rasse ausgeschlossen werden“. Es gehe darum, sich als einladende Gemeinschaft zu präsentieren, die Suchende und Bedürftige nicht wegschicke. Hanson erwartet, dass von der Vollversammlung ein „Zeichen der Ermutigung und des Vertrauens in die ungebrochene Kraft der biblischen Botschaft“ ausgeht.
 
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Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Für Frieden und gerechte Verteilung
Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes tagt vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart - Montag, 19. Juli 2010

Stuttgart/Hannover - In einer globalisierten Welt haben die Kirchen die globale Aufgabe, Verantwortung zu übernehmen. Darauf hat Landesbischof Dr. Frank O. July einen Tag vor Beginn der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart hingewiesen. Vor Journalisten sagte July: „Frieden und gerechte Verteilung sind ein Thema, das alle Konfessionen verbindet“. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist Gastgeberin der Vollversammlung, die vom 20. bis 27. Juli unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ steht. Der Präsident des Weltbundes, Bischof Mark S. Hanson (USA), hob hervor, dass die mehr als 400 Delegierten aus 140 Mitgliedskirchen „nicht abstrakt“ über die Brot-Bitte aus dem Vaterunser sprechen werden. Vielmehr brächten sie ihre Erfahrungen mit. „Viele Menschen leiden an Hunger oder sind als HIV-Infizierte marginalisiert.“ Ihnen müsse die besondere Aufmerksamkeit der Christinnen und Christen gelten. Nach den Worten von Bischöfin Dr. Victoria Cortéz Rodríguez (Nicaragua), Vizepräsidentin des LWB für die Region Lateinamerika und die Karibik, gehe es nicht darum, Almosen für die Bedürftigen zu erbitten: „Wenn wir alle zu einer Kirche gehören, müssen auch alle miteinander teilen.“ Es dürfe keine Lutheraner erster und zweiter Klasse geben.
 
Der Generalsekretär des LWB, Pfr. Dr. Ishmael Noko, erinnerte an die Zweite Vollversammlung des Weltbundes, die 1952 in Hannover tagte. Der LWB sei damals einer der großen Akteure gewesen, die internationale Hilfsprogramme verwalteten und auch in Deutschland halfen. Seither hätten sich das Land selbst und Europa stark verändert. Dies gelte auch für die ökumenische Landschaft. Im Blick auf den LWB wies er darauf hin, dass 1952 afrikanische Kirchen lediglich als Besucher teilgenommen hätten und heute das größte Mitgliederwachstum verzeichneten. Auch seien inzwischen junge Menschen und Frauen ganz selbstverständlich an der Arbeit beteiligt.
 
Oberkirchenrat Norbert Denecke, Geschäftsführer des Deutschen Nationalkomitees des LWB, informierte im Rahmen der Pressekonferenz über das Besuchsprogramm der Delegierten, das vom DNK in Zusammenarbeit mit den dreizehn deutschen Mitgliedskirchen des LWB vorbereitet worden sei. Die Vertreterinnen und Vertreter aus allen Kontinenten hätten in den Landeskirchen die Möglichkeit, die Arbeit in den Dörfern und Städten kennenzulernen, aber auch Station in Wittenberg zu machen. Dort seien im Luthergarten (www.luthergarten.de) Baumpflanzaktionen geplant. Bis 2017 entsteht dort ein interaktives Denkmal – ein Park mit 500 Bäumen, der an den 500. Jahrestag der Reformation Martin Luthers erinnert.

Hinweis: Weitere Informationen zur Vollversammlung sind im Internet unter www.lwb-vollversammlung.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Lutherisch in Deutschland
VELKD und DNK/LWB veröffentlichen Textbildband in der Evangelischen Verlagsanstalt - Montag, 19. Juli 2010

Hannover – Der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) und Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München) ist fest davon überzeugt, „dass die lutherische Ausprägung des christlichen Glaubens auch heute eine wichtige Aufgabe hat“. In seinem Geleitwort des jetzt in der Evangelischen Verlagsanstalt (Leipzig) erschienenen Textbildbandes „Lutherisch in Deutschland: Evangelisch – Ökumenisch – Weltoffen“ (96 Seiten, 25 Euro) schreibt er: „Diese markante Glaubensrichtung hat sich nicht verbraucht.“ Er betone dies nicht, um einer Abkapselung das Wort zu reden. „Im Gegenteil: Wir wissen uns verpflichtet, das intensive Gespräch mit anderen Konfessionen zu suchen und das wechselseitige Verstehen hin und her zu fördern.“ In dem Band werden u. a. die deutschen Mitgliedskirchen des LWB vorgestellt, die Arbeitsstrukturen von DNK und VELKD beschrieben sowie erläutert, was lutherisch sein bedeutet. Herausgeber sind der Geschäftsführer des DNK/LWB, Oberkirchenrat Norbert Denecke, und der Pressesprecher der VELKD und des DNK/LWB, Oberkirchenrat Udo Hahn. Die Veröffentlichung dieser Publikation steht im Zusammenhang der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes, die vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart unter dem Motto „Unser tägliches Brot gib uns heute“ tagen wird.

Hinweis: Rezensionsexemplare des Bandes können beim Verlag (www.eva-leipzig.de) angefordert werden.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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VELKD würdigt 60 Jahre Zentralrat der Juden
Jüdische Religiosität bereichert Deutschland - Sonntag, 18. Juli 2010

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat sich erfreut über ein Wiedererstarken des jüdischen Lebens in Deutschland geäußert. Anlässlich der Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland am 19. Juli vor sechzig Jahren sagte Friedrich, er sei „dankbar“, dass der Zentralrat die Entwicklung der Bundesrepublik begleitet habe. 1950 hätten hier zu Lande rund 15.000 Juden gelebt. Inzwischen sei ihr Zahl durch Zuwanderung auf rund 105.000 angewachsen. Damit seien „die Bedeutung, der Charme und der kulturelle Reichtum der jüdischen Religiosität wieder nach Deutschland zurückgekehrt“. Friedrich wörtlich: „Nach den furchtbaren Verbrechen der jüngsten Vergangenheit haben wir Deutschen damit auch die Chance und die Verpflichtung, uns für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland einzusetzen. Der Zentralrat war seinerseits immer bemüht, eine Brücke zu bauen zwischen der historischen Verantwortung und der Gestaltung der gemeinsamen Zukunft.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Leitender Bischof der VELKD bedauert Jepsen-Rücktritt
Hamburger Bischöfin schärfte Blick für Bedürfnisse der Menschen in der Dritten Welt - Samstag, 17. Juli 2010

Hannover - Mit „großem Bedauern“ hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), auf den Rücktritt von Bischöfin Maria Jepsen (Hamburg) reagiert. Ihre Entscheidung, das Bischofsamt aufzugeben, verdiene „höchsten Respekt“. Ihr Verhalten zeige die Bereitschaft zur Verantwortung und bestätige, dass in der evangelischen Kirche bei Missbrauchsfällen Konsequenzen folgten. Zugleich bedauerte er, dass ihr Name in Kommentaren stets in einem Atemzug mit dem wegen persönlicher Übergriffe gegen Schutzbefohlene zurückgetretenen katholischen Bischof Mixa genannt werde. „Beide Rücktritte sind überhaupt nicht miteinander zu vergleichen“, so Friedrich. Die evangelische Kirche verliere mit Frau Jepsen eine Persönlichkeit, die ganz in ihrem Amt aufging und sich durch einen „sehr sensiblen Umgang“ mit den Menschen auszeichnete, denen sie begegnete. Der Leitende Bischof würdigte auch Jepsens Engagement im Lutherischen Weltbund (LWB), dessen Rat sie seit 2003 angehörte. „Sie hat den Blick für die Bedürfnisse der sozial Benachteiligten in Deutschland geschärft und den Menschen in der Dritten Welt bei uns eine Stimme gegeben.“ Schließlich erinnerte Friedrich an ihre Wahl zur ersten lutherischen Bischöfin weltweit. Als erste Frau im Bischofsamt hier zu Lande sei sie auch ein Beweis für die „innovative Kraft des Luthertums in Deutschland“.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Die ersten Christen als Vorbild nehmen
Leitender Bischof führt im Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen des Theologischen Studienseminars neuen Studienleiter ein - Samstag, 17. Juli 2010

Pullach b. München/Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat dazu aufgefordert, sich ein Vorbild an den ersten Christen zu nehmen. Diese hätten „durch ihr Verhalten andere hellhörig gemacht, weil sie sich wohltuend vom Trend abgehoben haben, vom Egoismus, der damals so verbreitet war, wie heute auch“, sagte Friedrich in seiner Predigt im Festgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Theologischen Studienseminars der VELKD in Pullach bei München. Das Verhalten der Christen damals sei authentisch gewesen und habe weniger der Imagepflege gedient. Es komme gerade nicht auf das äußere Erscheinungsbild der Kirche an, sondern auf das, was im Innern der Gemeinschaft geschehe. Entscheidend sei, den Glauben gemeinsam zu leben, am Glauben gemeinsam zu arbeiten, ihn gemeinsam zu erbitten und zu erbeten. Dafür brauche es Räume und Gelegenheiten – wie etwa das Theologische Studienseminar. Der Leitende Bischof wörtlich: „Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir wie die ersten Christen vorbildlich füreinander und miteinander leben, dann werden die Menschen auf uns aufmerksam. Dann wird sich auch ein Weg nach außen bahnen und die Menschen um uns herum interessiert machen und ansprechen. Dann sind die Kirchen wieder Orte der Orientierung, die von der Gesellschaft aufgesucht werden und nach denen gefragt wird. Dann sind wir wie die ersten Christen glaubwürdig, so dass andere für Jesus Christus und den Glauben an ihn begeistert werden.“

In dem Festgottesdienst wurde Pfr. Dr. Rüdiger Gebhardt als neuer Studienleiter durch den Leitenden Bischof eingeführt. Der 41-jährige Theologe, der zuletzt als Pfarrer in Fuldabrück arbeitete, war zum Nachfolger von Pfr. Dr. Matthias Rein berufen worden, der zum 1. August 2009 die Position des Rektors des Theologischen Studienseminars übernommen hatte.

Vor dem Gottesdienst hielt Prof. Dr. Wilfried Härle (Heidelberg) einen Festvortrag unter dem Thema „Leiten durch das Wort – Theologische Herausforderungen und Aufgaben für kirchenleitendes Handeln der Lutherischen Kirche in Gegenwart und Zukunft“. Dabei sagte er, es sei unklar, welche Herausforderungen und Aufgaben sich in der Zukunft den Kirchen stellen würden. „Zwar kenne auch ich die Hochrechnungen und Prognosen zur Bevölkerungs- und Kirchenentwicklung und auf sie sollten wir uns jetzt schon einstellen, aber das sind nicht unbedingt die Herausforderungen und Aufgaben, die sich der Lutherischen Kirche in Zukunft stellen werden. Dass es gut, sogar sehr gut wäre, wenn wir Mittel und Wege fänden, wie Gemeinden wieder wachsen – gegen den Trend und vielleicht irgendwann sogar mit dem Trend –, das ist grundsätzlich richtig. Das kann auch grundsätzlich nie falsch sein, solange es einen kirchlichen Missions- bzw. Sendungsauftrag gibt. Aber vor welche Herausforderungen und Aufgaben wir als Kirche gestellt werden, das können wir erst dann erkennen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Wachheit ist meines Erachtens in dieser Hinsicht wichtiger als Zukunftsplanung“, so Härle. Der zweite, ihm theologisch wichtige Grund für seine Zurückhaltung in Sachen Zukunftsherausforderungen und -aufgaben laute: „Wenn es richtig ist, dass wir als christliche Kirche auf unseren Ursprung hin – und so von unserem Ziel her –unterwegs sind und von daher unsere Orientierung empfangen, dann gilt das gestern ebenso wie heute und morgen. Dann müssen wir das Ziel nicht erst finden, geschweige denn erfinden, sondern es ist uns gegeben und wir müssen ,nur‘ versuchen, es nicht aus dem Blick zu verlieren. Diese Einsicht ist mir deswegen so wichtig, weil ich auch und gerade in Kirchenleitungen immer wieder auf ein Denken stoße, das besagt: Ja, das sagt zwar die Bibel und das sagt unser Bekenntnis, aber wie können wir das angemessen und zeitgemäß weiterentwickeln, so dass es uns heute Orientierung gibt. Ich bin im Ernst davon überzeugt, dass es hinsichtlich des Zieles der Kirche zwar viel zu verstehen, aber grundsätzlich nichts weiterzuentwickeln gibt. Ja, ich halte gerade die Vorstellung, wir müssten das Ziel für kirchenleitendes Handeln erst noch finden, entdecken, vielleicht sogar erfinden, für einen der gefährlichen kirchenleitenden Irrtümer unserer Zeit. Demgegenüber möchte ich gerne in uns das Vertrauen in das stärken, was uns vorgegeben ist. Deshalb begrüße und unterstütze ich es nachdrücklich, dass die Vorbereitung auf die Tätigkeit in einem kirchenleitenden Amt hier in Pullach auch weiterhin primär durch theologische Arbeit geschieht, und ich wäre glücklich, wenn diese Möglichkeit auch anderen, unierten und reformierten Kirchen deutlicher zur Verfügung gestellt und von ihnen stärker genutzt würde.“

Hinweis: Weitere Informationen sind im Internet unter www.velkd-pullach.de abrufbar. Die Angebote des Theologischen Studienseminars wenden sich u. a. an Pfarrerinnen und Pfarrer, besonders auch an Kirchenleitende auf der mittleren Ebene, ebenso an Synodale, in den Gliedkirchen der VELKD und darüber hinaus im weiteren Verbund der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Fokus der Studienarbeit liegt auf theologischer Reflexion aktueller und perspektivischer Fragen von Kirche und Gesellschaft auf der Grundlage lutherischer Theologie und leistet einen spezifischen Beitrag zur Erfüllung kirchlicher Grundaufgaben.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 17. Juli 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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„Pullach“ – ein fester Begriff für die VELKD
Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Theologischen Studienseminars - Freitag, 16. Juli 2010

Pullach b. München/Hannover – Die Bedeutung des Theologischen Studienseminars für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat Bischof Gerhard Ulrich (Kiel) hervorgehoben. In einem schriftlich übermittelten Grußwort zum 50-jährigen Bestehen der VELKD-Einrichtung in Pullach bei München heißt es: „Eine auf die Heilige Schrift gegründete und sich im Horizont der Wissenschaften verantwortende evangelisch-lutherische Theologie wollen wir entwickeln und weitergeben in diesem Studienseminar. Denn so eine zugleich traditionsbewusste wie gegenwartsbezogene Theologie ist grundlegend und unverzichtbar für das Kirchesein überhaupt.“ Ulrich ist Vorsitzender des Beirates des Studienseminars und Stellvertreter des Leitenden Bischofs der VELKD.

Der Erzbischof des Erzbistums München-Freising, Dr. Reinhard Marx, betonte in seinem Grußwort, es sei „auch für die Kirchen notwendig, stärker denn je, der Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden im Haupt- und Ehrenamt große Aufmerksamkeit zu widmen“. Dabei stellten der gesellschaftliche Wandel und die Erwartungen an professionelles Handeln der kirchlichen Vertreter und Vertreterinnen heute neue Anforderungen an solche Einrichtungen der Kirchen. Das Theologische Studienseminar zeige, „dass nur in einem wachen Blick auf die Entwicklungen und Gegebenheiten unserer Zeit, in der Anstrengung der profunden theologischen Reflexion und schließlich in der geistlichen Fundierung unserer Mühen die Qualität kirchlichen Lehrens und Handelns erreicht wird, die uns zu kritischen aber angemessenen Zeitgenossen werden lässt“.

Der Präsident der Generalsynode der VELKD, Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann (Hamburg), sagte in seinem Grußwort, „Pullach“ sei „ein fester Begriff für die VELKD“. Schon vor 50 Jahren, lange bevor Stichworte wie Weiterbildung, Fortbildung und Erwachsenenbildung zu pädagogischen Modewörtern wurden, sei das Seminar seiner Zeit voraus gewesen. Bereits in der Gründungsphase habe es Anregungen gegeben, die Aufgabe nicht auf die eines reinen Predigerseminars zu beschränken. Denn auch heute habe man noch nicht überall verinnerlicht, dass Qualifikationen, die während der Ausbildung erworben wurden, nicht für das ganze Berufsleben ausreichten. Gerade für die zentrale Aufgabe der Verkündigung komme der Fortbildung eine besondere Rolle zu. „Dass die Gründer des Theologischen Studienseminars das erkannt haben, kann nicht genug betont werden.“ Angesichts der neu entflammten Diskussion über die Bedeutung der Bekenntnisse regte Hartmann an zu überlegen, ob nicht zwei Wochen im Theologischen Studienseminar als eine verpflichtende Station im Vikariat aller Gliedkirchen der VELKD festgeschrieben werden sollten. Und was spreche gegen eine vergleichbare Station in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Prädikantinnen und Prädikanten, so der Präsident der Generalsynode. Sinnvoll wäre es auch, die erfolgreichen Kurse für neu mit Leitungsaufgaben betraute Haupt-, Neben- und Ehrenamtliche durch Kurse zur Information über und zur Vorbereitung auf Leitungsaufgaben zu ergänzen, in denen Interessierte erfahren und erproben können, ob solch eine Aufgabe eigentlich ihren Vorstellungen entspricht, und aus denjenigen, die geeignet erscheinen, über die Jahre ein Reservoir möglicher Kandidatinnen und Kandidaten zu bilden. „Rund um die Welt gibt es Beispiele für die erfolgreiche Anwendung solcher Verfahren im Schul- und Verwaltungsbereich.“

Pastorin Regina Holst (Bargteheide), Vertreterin der Pfarrergesamtvertretung der VELKD, wies darauf hin, dass die Zusammenarbeit über Landeskirchengrenzen und Landesgrenzen hinweg immer die Besonderheit des Studienhauses ausgemacht habe – unabhängig davon, dass sich Themen und Arbeitsschwerpunkte über die Jahre hinweg änderten und auch dass Kirchen-, Gemeinde- und Pfarrerbild nicht mehr jenem der 60er Jahre entspricht. „Vermutlich sagen wir Pfarrerinnen und Pfarrern es viel zu selten an die Adresse der VELKD, die für dieses Haus einsteht: Im Namen der Pfarrerschaft ein herzliches Dankeschön für diese herausragende Möglichkeit zu Studium, Vertiefung, Auffrischung und für die Begegnung. Ein herzliches Dankeschön für alles, was sich gut entwickelt hat. Und der große Wunsch, dass dieses Haus mit Umsicht und Weitsicht, Gottvertrauen und Sachverstand auch auf dem Weg in die Zukunft geleitet und weiter entwickelt wird, so dass das heute gefeierte ‚goldene‘ Jubiläum eine gelungene Wegmarke an einem noch langen und gesegneten Weg sein wird.“

Der Erste Bürgermeister der Gemeinde Pullach, Jürgen Westenthanner, sagte, er sei „sehr froh darüber, dass das Theologische Studienseminar der VELKD in unserer – von weltlichen, international tätigen, großen Firmen geprägten – Gemeinde nun schon seit einem halben Jahrhundert ansässig ist“. Die Einrichtung sei für Pullach „eine geistige, kontemplative und kulturelle Bereicherung, auf die wir schon immer sehr stolz sind“. Gerade in Zeiten der Globalisierung und des immer größer werdenden Erfolgs- und Zeitdrucks sei es „besonders wichtig, eine solche traditionelle und doch zeitgemäße, modern ausgerichtete Einrichtung der Bildung, des Austausches und vor allem des Innehaltens bei uns beheimatet zu wissen“.

Der langjährige Präsident des Lutherischen Kirchenamtes der VELKD, Dr. h. c. Friedrich-Otto Scharbau (Preetz), zeichnete ausführlich die Geschichte des Hauses nach, das am 1. November 1960 durch den damaligen Leitenden Bischof Hanns Lilje seiner Bestimmung übergeben worden war. Die Einrichtung diente zunächst den Gliedkirchen der VELKD als Predigerseminar im Rahmen der Vikarsausbildung. Nach umfangreichen Änderungen in der Ausbildung der Gliedkirchen konzentriert sich die Arbeit in Pullach seit Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre auf Fort- und Weiterbildungsangebote.

Bei der Feierstunde am 16. Juli überbrachte auch der Personalchef der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Mitglied der Kirchenleitung der VELKD, Oberkirchenrat Helmut Völkel, Grüße der Landeskirche. Das Jubiläum schließt am 17. Juli mit einem Vortrag von Prof. em. Dr. Dr. h.c. Wilfried Härle (Heidelberg) zum Thema „Leiten durch das Wort – Theologische Herausforderungen und Aufgaben für kirchenleitendes Handeln der Lutherischen Kirche in Gegenwart und in Zukunft“ und einem Festgottesdienst, in dem der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), die Predigt hält.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD gratuliert Altbischof Knuth zur Ehrendoktorwürde
Früherer Leitender Bischof erhält Auszeichnung der Universität Kiel - Dienstag, 6. Juli 2010

Hannover – Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) gratuliert ihrem früheren Leitenden Bischof, Bischof i. R. Dr. Hans Christian Knuth, zur Auszeichnung mit der Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Verleihung findet am 9. Juli 2010 statt. In einem Gratulationsschreiben des Leiters des Amtes der VELKD, Dr. Friedrich Hauschildt, heißt es: „Sie haben auf den verschiedenen Stationen Ihres kirchlichen Wirkens vom Gemeindepastor in Kiel-Hassee bis zum Bischof in Schleswig stets die Dimension der Theologie als Wissenschaft in besonderer Weise zur Geltung kommen lassen. Bei Ihnen hat sich das kirchliche Handeln nicht pragmatisch verselbständigt, sondern ist immer an theologische Einsicht gebunden geblieben, sei es, dass diese das Handeln motiviert, sei es, dass sie das Handeln kritisch in seine Schranken gewiesen hat. Dabei haben Sie die Humanwissenschaften der Gegenwart offen und zugleich kritisch rezipiert. Wir haben es an Ihnen stets mit großer Hochachtung erlebt, wie Ihr Handeln als Leitender Bischof der VELKD aus der Auslegung des biblischen Wortes seinen inneren Maßstab gewonnen hat. Auch in schwierigen Zeiten haben Sie mit Nachdruck an der theologischen Bestimmtheit Ihres Handelns festgehalten. Indem Ihre theologische Einsicht stets an der Theologie Luthers Maß genommen hat, haben Sie dazu beigetragen, dass in der VELKD lutherische Theologie eine lebendige und die Gegenwart deutende Stimme darstellt.“
Es sei erfreulich, dass die Theologische Fakultät in Kiel dieses Wirken mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde nun auch öffentlich gewürdigt habe.

Knuth war von 1999 bis 2005 Leitender Bischof der VELKD, zuvor hatte er das Amt des Catholica-Beauftragten der VELKD inne. Von 1981 bis 1985 arbeitete er im Lutherischen Kirchenamt der VELKD als Referent für Theologische Grundsatzfragen. Von 1991 bis 2008 war er Bischof des Sprengels Schleswig der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Theologisches Studienseminar der VELKD wird 50 Jahre alt
Festakt in Pullach bei München am 16./17. Juli - Montag, 5. Juli 2010

Hannover – Das Theologische Studienseminar der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Pullach bei München feiert sein 50-jähriges Bestehen. Die Angebote dieser Einrichtung, die zunächst Vikare ausbildete, wenden sich heute u. a. an Pfarrerinnen und Pfarrer, besonders auch an Kirchenleitende auf der mittleren Ebene, ebenso an Synodale, in den Gliedkirchen der VELKD und darüber hinaus im weiteren Verbund der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Im Rahmen des Festaktes referiert Prof. em. Dr. Dr. h.c. Wilfried Härle (Heidelberg) zum Thema „Leiten durch das Wort – Theologische Herausforderungen und Aufgaben für kirchenleitendes Handeln der Lutherischen Kirche in Gegenwart und in Zukunft“ sowie Präsident i. R. Dr. h.c. Friedrich-Otto Scharbau und der Rektor des Theologischen Studienseminar, Pfr. Dr. Matthias Rein, reflektieren die 50-jährige Geschichte unter dem Motto „Für die Ausbildung ist schwerlich ein Opfer zu groß“. Grußworte sprechen u. a.  Bischof Gerhard Ulrich (Kiel), Vorsitzender des Beirates des Studienseminars, Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann (Hamburg), Präsident der Generalsynode der VELKD, Erzbischof Reinhard Marx, Römisch-katholisches Erzbistum München-Freising, sowie Oberkirchenrat Helmut Völkel (München), Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Die Predigt im Festgottesdienst in der Ev.-Luth. Jakobuskirche Pullach hält der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München).

Hinweis: Weitere Informationen zum Theologischen Studienseminar sind im Internet unter www.velkd-pullach.de abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD-Studienleiter Gebhardt wird in sein Amt eingeführt
Theologisches Studienseminar in Pullach bildet Pfarrerinnen und Pfarrer fort - Montag, 5. Juli 2010

Hannover – Im Rahmen des Festgottesdienstes anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Theologischen Studienseminars der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Pullach bei München am 17. Juli wird Dr. Rüdiger Gebhardt als neuer Studienleiter eingeführt. Der 41-jährige Theologe, der zuletzt als Pfarrer in Fuldabrück arbeitete, war von der Kirchenleitung zum Nachfolger von Pfr. Dr. Matthias Rein berufen, der zum 1. August 2009 die Position des Rektors dieser Einrichtung übernommen hatte. Gebhardt studierte in Marburg und Tübingen Evangelische Theologie. Er wurde an der Universität Heidelberg zum Dr. theol. mit einer Arbeit zum Thema „Heil als Kommunikationsgeschehen. Studien zu dem in Luthers Rechtfertigungslehre implizierten Wirklichkeitsverständnis“ promoviert. Vor seiner Tätigkeit als Pfarrer in Fuldabrück im Jahre 2000 war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität Heidelberg. Dr. Gebhardt ist bereits seit
1. März 2010 in Pullach tätig.
Die Angebote des Theologischen Studienseminars wenden sich u. a. an Pfarrerinnen und Pfarrer, besonders auch an Kirchenleitende auf der mittleren Ebene, ebenso an Synodale, in den Gliedkirchen der VELKD und darüber hinaus im weiteren Verbund der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Fokus der Studienarbeit liegt auf theologischer Reflexion aktueller und perspektivischer Fragen von Kirche und Gesellschaft auf der Grundlage lutherischer Theologie und leistet einen spezifischen Beitrag zur Erfüllung kirchlicher Grundaufgaben.

Hinweis: Ein Porträtfoto steht unter http://www.velkd.de/downloads/ruediger_gebhardt.JPG  zum Download bereit.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD beschließt Weiterarbeit am „Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen“
„Handreichung zur Segnung beim Umzug in eine neue Wohnung“ zur Erprobung frei gegeben - Freitag, 7. Mai 2010

Die Kirchenleitung tagte am 6./7. Mai 2010 in Hannover.
Das Kommuniqué im Wortlaut:

Handreichung zur Segnung beim Umzug in eine neue Wohnung
Die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat den Entwurf einer Handreichung zu Agende IV, Teilband 2, „Segnung beim Umzug in eine neue Wohnung“ zur Erprobung frei gegeben. Die 56-seitige Publikation* enthält verschiedene liturgische Ordnungen, da die Situation des Wohnungswechsels divergierende Hintergründe, Motivationen und Gestaltungsmöglichkeiten haben kann. U. a. geht es um den Abschied beim Auszug aus gewohnten Räumen, den Einzug in eine neue Wohnung sowie den Umzug ins Alten- oder Pflegeheim. Einsendeschluss für das Stellungnahmeverfahren für Gliedkirchen und Gemeinden ist der 31. Dezember 2011.

Hinweis: Der Entwurf der Handreichung kann im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 438, Fax: 0511/27 96 182, E-Mail: versand@velkd.de) zum Selbstkostenpreis von 2,80 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt bzw. im Internet unter hier kostenlos heruntergeladen werden.

„Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen“
Die Kirchenleitung hat die Weiterarbeit am „Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen“ beschlossen. Die aktuell verfügbare 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage (mit CD-ROM) erschien 2006 im Gütersloher Verlagshaus. Die Kirchenleitung bekräftigt mit diesem Projektauftrag die notwendige Auseinandersetzung mit religiösen Strömungen unserer Zeit aus evangelisch-lutherischerer Perspektive. Das Handbuch richtet sich an Mitarbeitende in Gemeinden, in der Schule sowie in der Erwachsenenbildung, die durch die religiöse und weltanschauliche Pluralität herausgefordert sind. In der Publikation werden Fragen aus der Praxis aufgenommen und jeder Beitrag wird mit einer Stellungnahme und praktischen Ratschlägen abgeschlossen. Die 7. Auflage wird 2013 auf den Markt kommen.

Theologisches Studienseminar Pullach
Die Kirchenleitung hat den Bericht über die Arbeit ihres Theologischen Studienseminars** in Pullach bei München im Jahre 2009 mit Dank zur Kenntnis genommen. Im Gespräch mit dem Rektor, Pfr. Dr. Matthias Rein, würdigte sie, dass sich die Zahl von Kursen, Kursteilnehmern und Gastkursen dieser Fortbildungseinrichtung auf einem guten Niveau stabilisiert hat. Die Einrichtung feiert am 16./17. Juli ihr 50-jähriges Bestehen. Die Angebote wenden sich u. a. an Pfarrerinnen und Pfarrer, besonders auch an Kirchenleitende auf der mittleren Ebene, ebenso an Synodale – in den Gliedkirchen der VELKD und darüber hinaus im weiteren Verbund der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie aus Partnerkirchen im europäischen Ausland. Der Fokus der Studienarbeit liegt auf theologischer Reflexion aktueller und perspektivischer Fragen von Kirche und Gesellschaft auf der Grundlage lutherischer Theologie und leistet einen spezifischen Beitrag zur Erfüllung kirchlicher Grundaufgaben. Zugleich beschloss die Kirchenleitung das Jahresprogramm 2011, das u. a. Kurse zu folgenden Themen bietet: Speziell an Pfarrerinnen und Pfarrer wenden sich Angebote wie „Passion und Ostern verkündigen. Zur Frage nach der Heilsbedeutung des Todes und der Wirklichkeit der Auferstehung Jesu“, „Geschlechtsbewusste Theologie und Gemeindearbeit als gemeinsames Anliegen von Frauen und Männern in der Kirche“, „Angemessen von Gott reden. Unterwegs zu einer elementaren, authentischen und lebensweltbezogenen Theologie“, „Leitung mit spiritueller Kraft – die geistliche Kompetenz im Führungsalltag stärken“ sowie „Pfarrer(in) allein zu Haus. Das Leben im Pfarrhaus neu denken und gestalten“. Kurse wie „Neu in einem kirchlichen Leitungsamt (Dekanat, Superintendentur, Kirchenkreis etc.) – Grundlagen, Selbstverständnis, Rollenfindung, praktische Tipps“ richten sich kirchenleitende Personen der mittleren Ebene, während das Angebot „Von der ,Freiheit eines Christenmenschen‘ zur ,Kirche der Freiheit‘ – Geschichte und Bedeutung eines reformatorischen Grundbegriffs“ für alle Interessierten geeignet ist.

 

* Der genaue Termin der Veröffentlichung wird in einer gesonderten Pressemitteilung bekannt gegeben.
** Weitere Informationen im Internet unter www.velkd.de/Pullach.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD würdigt Kardinal Kasper
Leitender Bischof und Catholica-Beauftragter freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Nachfolger Bischof Koch - Mittwoch, 30. Juni 2010

Hannover – Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat die Verdienste des in den Ruhestand tretenden Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper, gewürdigt. In dem vom Leitenden Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), und vom Catholica-Beauftragten der VELKD, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), unterzeichneten Schreiben heißt es: „Ihr Ruhestand gibt uns die Gelegenheit, Ihnen nochmals unseren herzlichen Dank für Ihr unermüdliches ökumenisches Engagement über viele Jahrzehnte hinweg auszusprechen. Durch Ihre zahlreichen wegweisenden wissenschaftlichen Beiträge zur ökumenischen Theologie und Ihr tatkräftiges Gestalten in ökumenischer Verantwortung haben Sie die Beziehungen zwischen unseren Kirchen maßgeblich geprägt und mitgestaltet. Auch wenn wir ökumenisch noch nicht so weit sind, wie wir uns alle sicherlich manchmal erhoffen oder zumindest erträumen, wären wir ohne Ihren ökumenischen Einsatz als Hochschullehrer, Bischof und schließlich als Kurienkardinal und Präsident des Einheitsrates nicht so weit, wie wir bereits sind.“
 
In ihrem Schreiben wenden sie sich zugleich an den Nachfolger Kaspers, Bischof Kurt Koch, dem sie „Gottes Segen und einen guten Anfang im neuen Amt“ wünschen. „Wir hoffen, dass er sich schnell in die sehr komplexe Materie der ökumenischen Beziehungen des Vatikans einarbeiten wird und uns Lutheranern – so wie Sie – ein guter und verlässlicher Partner sein wird. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Bischof Kurt Koch.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Christen müssen sich für Nahrungssicherheit weltweit einsetzen
DNK/LWB-Vorsitzender Landesbischof Friedrich erwartet von LWB-Vollversammlung, dass sie die „Stimmen der Schwachen“ verstärkt - Montag, 28. Juni 2010

Hannover – Als „zentrale Aufgabe aller Christen“ hat der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), den Einsatz für Nahrungssicherheit bezeichnet. In einem vorab veröffentlichten Interview der „VELKD Informationen“ (Ausgabe vom 5. Juli 2010), wies er darauf hin, dass man sich nicht mit der Zustandsbeschreibung, dass viele Menschen nach wie vor hungerten, abfinden dürfe. In diesem Zusammenhang würdigte er die Arbeit des LWB, der über seinen Weltdienst und die Menschenrechtsarbeit sowohl an der konkreten Armutsbekämpfung als auch an der gesellschaftspolitischen Arbeit zur Bekämpfung von Armut beteiligt sei. Vom 20. bis 27. Juli findet in Stuttgart die Elfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes statt. Sie steht unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“.

Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist, betonte zugleich die individuelle Verantwortung der Menschen: „Jede einzelne Spende wird ebenso dringend gebraucht wie die Überzeugungsarbeit, dass alle Kräfte gebündelt werden müssen, um den Skandal des Hungers und der Armut aus der Welt zu schaffen.“

Auf der Vollversammlung stehen auch Themen wie Klimawandel, illegitime Auslandsverschuldung sowie HIV und AIDS im Mittelpunkt. Hierzu sagte der DNK-Vorsitzende: „Wichtig scheint mir zu sein, dass wir im LWB und in seinen Mitgliedskirchen die Themen gründlich beraten, um uns als Kirchen in die jeweiligen Entscheidungsprozesse einzubringen. Dabei ist es unsere erste Aufgabe, die ,Stimmen der Schwachen‘ zu verstärken.“

Hinweis: Das Interview im vollen Wortlaut - Ausgabe der „VELKD Informationen“ vom 5. Juli 2010 - finden Sie als pdf im Anhang dieser Pressemitteilung oder als Download unter http://www.velkd.de/downloads/Interview_Friedrich.pdf


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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DNK/LWB: Junge Erwachsene bereiten sich in Dresden auf LWB-Vollversammlung vor
Treffen findet vom 11. bis 17. Juli mit mehr als 120 Teilnehmenden statt - Montag, 28. Juni 2010

Dresden/Hannover – Mehr als 120 junge Lutheranerinnen und Lutheraner aus den 140 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) kommen vom 11. bis 17. Juli in Dresden (Deutschland) zusammen, um sich auf die Elfte Vollversammlung des LWB vorzubereiten. Diese findet vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart statt.

Die Jugendvorkonferenz greift das Vollversammlungsthema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ auf. Dabei geht es nicht nur um Nahrungssicherheit, sondern auch um weitreichende gesellschaftliche und religiöse Themen, wie die Bekämpfung von HIV und Aids, illegitime Schulden oder den Klimawandel.

Alle Teilnehmenden der Jugendvorkonferenz werden auch in Stuttgart teilnehmen, entweder als Delegierte oder als Helfer, sogenannte Stewards. Damit die jungen Erwachsenen zwischen dort ihre Anliegen wirkungsvoll vertreten können, bereiten sie sich intensiv vor. „Die Jugendlichen kennen sich bisher nur in ihren Regionen oder über das Internet. Mit der Konferenz sollen sie sich besser kennenlernen, um zusammen eine gewichtige Rolle in Stuttgart spielen zu können“, so Pfr. Roger Schmidt, Jugendreferent beim LWB in Genf (Schweiz). Der LWB strebt in Leitungsgremien eine verbindliche Jugendquote von 20 Prozent an.

Im Mittelpunkt der vorbereitenden Konferenz stehen offene Diskussionsrunden, „Open-Space-Einheiten“, in denen die Teilnehmenden die Themen entwickeln sollen, die aus ihrer Sicht Priorität für den LWB haben müssen. Welche Themen das sind, könne er nicht voraussagen, so Schmidt: „Wir nehmen die jungen Erwachsenen ernst und geben keine Themen vor. Sie sind die Akteure des Prozesses“.

Darüber hinaus finden auch Workshops zum Schreiben von Positionspapieren, zur Entwicklung von Lobbystrategien oder zur Theologie des LWB statt. Auch der LWB-Generalsekretär, Pfr. Dr. Ishmael Noko, und der LWB-Vizepräsident für die Region Afrika, Bischof Dr. Zephania Kameeta von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELKRN), werden an der Konferenz teilnehmen.

Laut Schmidt sei auch genügend Zeit zum Kennenlernen untereinander sowie der Umgebung eingeplant. „Wir haben immerhin Jugendliche aus allen Erdteilen hier. Das muss man nutzen, um eine Gruppe zu werden und Kontakte zu knüpfen.“ Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens veranstaltet ein Rahmenprogramm, das sowohl die gastgebenden Kirche als auch die Region vorstellt. Beim Eröffnungsgottesdienst am 11. Juli wird die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, in der Dreikönigskirche predigen.

Hinweis: Weitere Informationen zur Arbeit des LWB sind unter www.lutheranworld.org abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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VELKD legt im Herbst neuen Evangelischen Erwachsenenkatechismus vor
Kirchenleitung beschloss Fortsetzung des Projekts „Wochengebete“ - Freitag, 18. Juni 2010

Die Kirchenleitung tagte am 17./18. Juni 2010 in Hannover.
Das Kommuniqué im Wortlaut:

Neuer Evangelischer Erwachsenenkatechismus 2010
Die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat das vorgelegte Manuskript für die 8. Auflage des „Evangelischen Erwachsenenkatechismus. suchen – glauben – leben“ (EEK) zustimmend zur Kenntnis genommen und ihrem Katechismusausschuss unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Martin Rothgangel für die bisher geleistete Arbeit gedankt. Die 8., neu bearbeitete und ergänzte Auflage, die sich als „Kursbuch des Glaubens“ versteht, erscheint im Herbst dieses Jahres im Gütersloher Verlagshaus. Das Standardwerk erzielte bislang eine Auflage von mehr als 250.000 Exemplaren. Der EEK will theologisches Grundwissen vermitteln und Orientierung bieten, wie Leben aus dem Glauben gestaltet werden kann. Zudem will er zur Auseinandersetzung mit lebensrelevanten Fragen aus der Perspektive des Glaubens anregen.

Projekt „Wochengebete“ wird fortgesetzt
Die Kirchenleitung hat beschlossen, das Projekt „Wochengebete“ auf der Homepage der VELKD um zwei Jahre zu verlängern. Unter www.velkd.de sind Woche für Woche aktuelle Gebete zu den Sonn- und Feiertagen im Kirchenjahr sowie zu besonderen Anlässen abrufbar. Verantwortet wird das Projekt vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD in Leipzig, in dessen Auftrag Pfarrerin Dr. Katharina Wiefel-Jenner die Gebete erarbeitet.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Evangelisches Gottesdienstbuch im Licht ökumenischer Gottesdienstreform
VELKD dokumentiert Symposium über „Erneuerte Agenden“ zu Ehren von Hans Krech - Mittwoch, 2. Juni 2010

Unter dem Titel „Erneuerte Agenden – Das Evangelische Gottesdienstbuch im Licht ökumenischer Gottesdienstreform“ veröffentlicht die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) jetzt die Vorträge eines Symposiums, das in ihrem Liturgiewissenschaftlichen Institut in Leipzig stattfand. Das 64-seitige Heft ist in der Reihe „Texte aus der VELKD“ Nr. 153/2010 erschienen. Anlass der Veranstaltung war der 65. Geburtstag des langjährigen Gottesdienst- und Liturgiereferenten der VELKD, Oberkirchenrat Hans Krech. Er gehört zu den Wegbereitern des „Evangelischen Gottesdienstbuches“ (EGb) in seiner aktuellen Form. Zudem entwickelte er das Standardwerk „Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen“ mit.

Im Zentrum des Symposiums stand die Frage nach der Position des Evangelischen Gottesdienstbuches im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation gerade auch aus ökumenischer Sicht. Die Publikation dokumentiert die Vorträge von Prof. Dr. Helmut Schwier (Heidelberg), Prof. Dr. Marcel Barnard (Utrecht), Pfarrer Karoly Hafenscher (Budapest), Pfarrerin Dr. Katharina Wiefel-Jenner (Berlin) und Pfarrerin Dr. Irene Mildenberger (Leipzig). Die Laudatio hielt der Leiter des Liturgiewissenschaftlichen Instituts, Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann.

Hinweis: Die Dokumentation „Texte aus der VELKD“ Nr. 153/2010 ist im Internet unter http://www.velkd.de/downloads/100506_Text_153_download.pdf abrufbar bzw. kann kostenlos bestellt werden beim Amt der VELKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 533, Fax: 0511/27 96 182, E-Mail: versand@velkd.de).


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Von der Ich-AG zur Wir-AG
Leitender Bischof der VELKD predigte im Wartburggottesdienst - Samstag, 29. Mai 2010

Zur Besinnung auf das christliche Verständnis von Freiheit hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), aufgerufen. In seiner Predigt im Wartburggottesdienst sagte er am 29. Mai in Eisenach, christliche Freiheit meine nicht einfach eine Loslösung von allen Bindungen, sondern einen Schritt in eine neue Verbindlichkeit. Dies sei etwas ganz anderes, als es moderne Freiheitsphantasien oft versprechen wollen. „Wer unter Freiheit Bindungslosigkeit versteht, wird an sich selbst scheitern, wird von seiner ständigen Sorge um sich selbst zerfressen werden“, so Friedrich. Es sei auch unsinnig, etwa das Fernbleiben vom Gottesdienst mit christlicher, mit evangelischer Freiheit begründen zu wollen. Recht verstandene evangelische Freiheit könne nur in einer tiefen Bindung an Gott wurzeln. „Die Kirche ist der Ort, an dem wir erfahren, dass wir nicht allein sind mit unserem Glauben an Gott, der uns in die Freiheit führt.“ Die Kirche sei auch der Platz, an dem sich die Menschen gegenseitig im Glauben bestärkten. Christliche Freiheit höre an der Kirchentür nicht auf. Ein Glaube, der nicht den Alltag gestalte und verändere, könne sich nicht auf die Bibel oder auf Martin Luther berufen. „Aus christlicher Freiheit heraus können wir uns von der Not der vom Oder-Hochwasser betroffenen polnischen Landarbeiter genauso bewegen lassen wie vom Schicksal der Unwetteropfer in Brandenburg. Weil wir uns mit ihnen verbunden fühlen, werden wir nicht mutlos wegsehen, sondern tun, was in unserer Macht steht“, so der Leitende Bischof wörtlich. Im Alltag komme es auf Freundschaft und Mitmenschlichkeit an, auf Fürsorge und Verantwortung, auf Glaube, Liebe und Hoffnung. Aus der Ich-AG werde die Wir-AG, aus Einsamkeit Nächstenliebe.

Hinweis: Diese Pressemitteilung wird auch von der Pressestelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern verbreitet.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 29. Mai 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Experten empfehlen maßvolle Perikopenrevision
Gottesdienstreferate von EKD, UEK und VELKD veranstalteten Konsultation - Freitag, 7. Mai 2010

Die evangelischen Kirchen in Deutschland sind auf dem Weg zu einer Revision der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte (Perikopenordnung). Die kirchenleitenden Organe der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hatten in nahezu gleichlautenden Beschlüssen eine wissenschaftliche Konsultation zu diesem Thema auf den Weg gebracht, da der erste Schritt zunächst der konzeptionellen Klärung dienen sollte.

Dazu veranstalteten die drei Gottesdienstreferate von EKD, UEK und VELKD mit der Liturgischen Konferenz Deutschlands eine Konsultation, die vom 30. April bis zum 2. Mai in Wuppertal stattfand.

Ihre Aufgabe lag darin, zu erheben, welche Defizite in der geltenden Perikopenordnung gesehen werden, in welcher Hinsicht diese Ordnung verändert, ergänzt und erweitert werden sollte und welche Erfahrungen in früheren Perikopenrevisionen gemacht worden sind. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Praktischen Theologie nahmen an dem Treffen Systematiker/innen, Exegeten/innen und Kirchenmusiker/innen teil, die den innerevangelischen wie den ökumenischen und den christlich-jüdischen Kontext ausleuchteten. Zugleich standen Analysen von bisherigen Reformen und Reformversuche auf dem Programm.

Es ist geplant, die Vorträge der Konsultation zeitnah in einer Dokumentation zugänglich zu machen. Zugleich soll sich eine Fachgruppe mit den Ergebnissen befassen, um das weitere Vorgehen zu bestimmen.

Für Rückfragen stehen die Gottesdienstreferenten der beteiligten kirchlichen Bünde zur Verfügung:
Dr. Thies Gundlach (EKD), Tel.: 0511/27 96-216, email: thies.gundlach@ekd.de
Dr. Martin Heimbucher (UEK), Tel.: 0511/27 96-530, email: martin.heimbucher@ekd.de
Christine Jahn (VELKD), Tel.: 0511/27 96-427, email: jahn@velkd.de


Pressestelle der VELKD
Udo Hahn

Pressestelle der EKD und UEK
Reinhard Mawick   

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 7. Mai 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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„Begegnung und Dialog – das ökumenische Profil der VELKD“
Zweisprachige Orientierungshilfe erschienen - Mittwoch, 5. Mai 2010

Unter dem Titel „Begegnung und Dialog – das ökumenische Profil der VELKD“ hat die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) jetzt eine zweisprachige Broschüre (deutsch/englisch) herausgegeben, die auf 80 Seiten die ökumenischen Grundlagen und Ziele ihrer Arbeit beschreibt. „Entsprechend ihrem verfassungsmäßigen Auftrag ist für die VELKD der Dialog mit anderen Kirchen eine zentrale Verpflichtung“, so der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), in seinem Vorwort. Wie die VELKD ihre ökumenischen Aufgaben wahrnimmt, wird in der Publikation in drei Kapiteln ¬– Theologische Grundlagen und Ziele, Gemeinschaft und Dialoge, Strukturen und Aufgabenbereiche – ausgeführt. Sie wurde von Oberkirchenrat Norbert Denecke, Oberkirchenrätin Dr. Mareile Lasogga, Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf und Oberkirchenrätin Inken Wöhlbrand verfasst. So pflegt die VELKD über ihre Unit Ökumene den interkonfessionellen Dialog und die Beziehungen zu den lutherischen Kirchen in Europa, Afrika, Asien, Nord- und Lateinamerika. Hinzu kommen die enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) sowie die Förderung von ökumenischen Projekten auf nationaler und internationaler Ebene.

Hinweis: „Begegnung und Dialog – das ökumenische Profil der VELKD“ kann im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 429, Fax: 0511/27 96 182, E-Mail: versand@velkd.de) zum Selbstkostenpreis von 2,00 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt bzw. im Internet unter http://www.velkd.de/downloads/Begegnung.pdf kostenlos heruntergeladen werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD auf dem ÖKT
„Kleines Ökumenisches Stundengebet“ in der Dreifaltigkeitskirche geplant - Dienstag, 4. Mai 2010

Vom 12. bis 16. Mai 2010 ist die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München vertreten – und zwar mit einem „Luther-Café“ in Halle A6, Stand A20. Auf ca. 120 qm Standfläche können sich Interessierte bei Kaffee, Tee und Keksen eingehend über das breite Angebot an Aktivitäten und Publikationen der VELKD, ihrer Einrichtungen und Partner informieren. So werden die Veröffentlichungen zu den Themen Gottesdienst, Gemeindepädagogik, Theologie und Ökumene vorgestellt. Eine Auswahl von Broschüren und Flyern steht zur kostenlosen Mitnahme zur Verfügung.

Darüber hinaus stellen sich Einrichtungen und Partner direkt vor: So informieren u. a. das Gemeindekolleg der VELKD über Schulungen und Projekte im Bereich der Gemeindearbeit, das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) über die Aktivitäten im Vorfeld der XI. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im Juli 2010 in Stuttgart und das LWB-Zentrum-Wittenberg etwa über das Projekt „Luthergarten“.

Als Beitrag zu dem Ziel „Gemeinsam Kirche sein“ ist das „Kleine Ökumenische Stundengebet“ vorgesehen, das die VELKD und ihr Liturgiewissenschaftliches Institut in Leipzig in Kooperation mit anderen Partnern aus der Ökumene gestalten werden. Vom 13. bis 15. Mai finden in der Dreifaltigkeitskirche (Pacellistr. 6, Innenstadt) jeweils vier Tagzeitengottesdienste statt: Morgenlob (8.00 Uhr), Mittagsgebet (13.00 Uhr), Abendlob (18.00 Uhr) und Nachtgebet (22.30 Uhr). „Das Modellprojekt möchte Anreiz sein, sich neu auf die Feier des Stundengebets als ,kleinen Gottesdienst zwischendurch‘ einzulassen und praktisch zeigen, wie dies mit bewährten Mitteln, unaufwändig und schlicht im ökumenischen Miteinander zu verwirklichen ist“, begründet Oberkirchenrätin Christine Jahn, Gottesdienst- und Liturgie-Referentin der VELKD, diese Initiative.

Hinweis: Die VELKD finden Sie auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in Halle A6, Stand A20.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Lutherischer Weltbund braucht Regionen
Generalsekretär Ishmael Noko würdigt auch die Rolle des Deutschen Nationalkomitees - Freitag, 30. April 2010

Hannover – Die Bedeutung „regionaler Plattformen“ für die Arbeit des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat sein Generalsekretär, Pfr. Dr. Ishmael Noko (Genf), hervorgehoben. In einem Grußwort in der Sitzung des Deutschen Nationalkomitees des LWB am 29. April in Hannover sagte er: „Gerade wenn es darum geht, die regionale Strategieplanung, den Austausch zwischen den Kirchen und die Arbeit an gemeinsamen Aktivitäten zu intensivieren, habe ich die Treffen zur Vorbereitung der bevorstehenden 11. Vollversammlung als fruchtbares, den Dialog auf Augenhöhe förderndes Instrument erlebt.“ Die 11. Vollversammlung findet vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart statt und steht unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“. In diesem Zusammenhang würdigte Noko auch die Rolle des DNK/LWB, das auf nationaler Ebene die Kräfte wirkungsvoll bündeln helfe.

Der 66-jährige Generalsekretär wird Ende Oktober – nach sechzehn Jahren Tätigkeit für den LWB – in den Ruhestand treten. Der Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München) dankte Noko, dass er insbesondere auch zu den lutherischen Kirchen in Deutschland engen Kontakt pflegte: „Unter ihrer Leitung hat sich der LWB zu einer starken kirchlichen Gemeinschaft entwickelt. Dabei ist es Ihnen gelungen, immer die Balance zu halten zwischen einem LWB als Ort der konfessionellen Selbstvergewisserung und als Brücke in die größere ökumenische Gemeinschaft hinein“, so Friedrich.


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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Ökumenische Uhr ist nicht mehr zurück zu drehen
Catholica-Beauftragter der VELKD fordert Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl - Donnerstag, 29. April 2010

Frankfurt am Main/Hannover – In der Lehre vom Abendmahl liegen zwischen römisch-katholischer Kirche und evangelisch-lutherischen Kirchen keine aktuellen Gegensätze von kirchentrennender Bedeutung vor. Diese Auffassung hat der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), vertreten. „Inhaltlich liegen wir im Abendmahls- bzw. Eucharistieverständnis nicht mehr weit auseinander“, sagte er beim „Frankfurter Konfessionsgespräch“ am 29. April, zu dem er zusammen mit dem Vorsitzenden der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller (Regensburg), eingeladen hatte. Aus lutherischer Sicht wäre es an der Zeit, einen Prozess zu einer Gemeinsamen Erklärung zum Abendmahl bzw. zur Eucharistie in Gang zu setzen – analog der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre, die 1999 in Augsburg feierlich bestätigt wurde, erläuterte Landesbischof Weber. Ein erster Entwurf liege bereits durch den evangelischen Theologieprofessor Gunter Wenz vor. Weber wies darauf hin, dass die Lehre vom Abendmahl in enger Sachbeziehung zur Lehre von der Kirche (Ekklesiologie) und zur Amtstheorie stehe, von der sie sich nicht isolieren lasse. Die zwischen den beiden Kirchen bisher nicht behobenen Differenzen in der Lehre von der Kirche und vom kirchlichen Amt wirkten sich entsprechend auch auf Theorie und Praxis des Abendmahls aus. Dennoch wäre eine Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl weder in theoretischer noch in praktischer Hinsicht überflüssig und vergeblich. Der Catholica-Beauftragte wörtlich: „Für das öffentliche Bewusstsein von Kirche und Gesellschaft wäre es von erheblicher Bedeutung, verbindlich zu erfahren, dass in den dogmatischen Fragen der Abendmahlslehre im engeren Sinn ein differenzierter Konsens besteht.“ Viele Vorurteile und Missverständnisse, die sich auf beiden Seiten hartnäckig hielten, ließen sich dadurch beheben.

Weber hatte sein Impulsreferat unter das Thema „Es hat sich viel getan“ gestellt und die ökumenischen Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche, aber auch zu anderen Kirchen gewürdigt: „Verglichen mit der langen und schmerzvollen Geschichte der kirchlichen Trennungen und Spaltungen ist die Ökumene ein sehr junges Gewächs. Gerade mal seit gut fünfzig Jahren bemühen sich die lutherische und die römisch-katholische Kirche, die Einheit der Kirche Jesu Christi wiederzugewinnen und den Skandal der Trennung zu überwinden. Viel Gutes und Segensreiches ist seitdem bereits erreicht worden und wir haben einen vorzeigbaren Weg miteinander zurückgelegt... Die ökumenische Uhr ist nicht mehr zurück zu drehen, auch wenn sie in den letzten Jahren langsamer voranzuschreiten scheint. Die ökumenische Ungeduld, die wir heute vielerorts erleben, ist gerade ein Kennzeichen und Frucht des Erfolgs der Ökumene. Gerade weil wir einiges erreicht und vieles bearbeitet haben, kommt deutlicher ans Licht, wo noch immer die Differenzen liegen. Gehen wir der Frage nach, wo wir stehen, müssen wir also auch das Trennende offen und in geschwisterlicher Verbundenheit ansprechen.“

Im Blick auf den bevorstehenden Ökumenischen Kirchentag in München beschrieb Landesbischof Weber seine Hoffnung so: „dass er das Erreichte verstetigt und dass das Miteinander selbstverständlicher Teil des jeweiligen Kircheseins wird“.

Hinweis: Der vollständige Wortlaut des Vortrags des Catholica-Beauftragten ist unter http://www.velkd.de/downloads/100429_Weber_Pressekonferenz.pdf abrufbar.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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„Zur Qualität pastoraler Arbeit“
VELKD dokumentiert Konsultation - Dienstag, 27. April 2010

Unter dem Titel „Zur Qualität pastoraler Arbeit“ (198 Seiten, 10 Euro, ISBN 978-3-9812446-4-9) hat jetzt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) die Vorträge einer Konsultation dokumentiert, die im vergangenen Jahr in ihrem Theologischen Studienseminar stattfand.

Im Vorwort des von Mareile Lasogga, Christine Jahn und Udo Hahn herausgegebenen Bandes heißt es: „Diese Veranstaltung bildet eine markante Station auf dem Weg, auf dem die VELKD ihrer Aufgabe nachkommen will, den Reformprozess, der sich gegenwärtig auf verschiedenen Ebenen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und in ihren Landeskirchen vollzieht, konstruktiv zu begleiten. Die thematische Konzentration auf die Frage nach der Qualität speziell des pfarramtlichen Dienstes ergibt sich zum einen aus den genuinen Aufgabenfeldern und Arbeitszielen der VELKD. Diese beziehen sich auf die Verkündigung des Evangeliums in den vielfältigen Formen und Kontexten seiner Kommunikation zwischen Menschen vor Ort. Zum anderen hat sich die Kirchenleitung in der Oktober 2009 zu Ende gehenden Legislaturperiode verstärkt mit den gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen auseinandergesetzt, die gegenwärtig zu vielfach konstatierten Veränderungen im Pfarrerberuf geführt haben, die von einer tiefgreifenden Verunsicherung im pastoralen Selbst- und Rollenverständnis begleitet werden. Vor diesem Hintergrund intendierte die Kirchenleitung, einen Beitrag zu leisten zur Selbstvergewisserung der Pfarrerinnen und Pfarrer in ihrem Dienst und zur Motivation für diesen Dienst.“

Der Band dokumentiert die Vorträge von Johannes Friedrich, Eilert Herms, Christian Frühwald, Jan Hermelink, Thorsten Latzel, Barbara Städtler-Mach, Reinhard Schmidt-Rost, Isolde Karle, Matthias Rein sowie Gerhard Ulrich und fasst den Diskurs der Konsultation in einem Bericht zusammen.

Hinweis: Die Publikation „Zur Qualität pastoraler Arbeit“ kann im Buchhandel oder direkt im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, E-Mail: versand@velkd.de) zum Preis von 10 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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„Bultmann und Luther“
VELKD dokumentiert Symposium für Nachwuchswissenschaftler - Dienstag, 20. April 2010

Hannover – Unter dem Titel „Bultmann und Luther – Lutherrezeption in Exegese und Hermeneutik Rudolf Bultmanns“ (302 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-9812446-3-2) hat jetzt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) die Vorträge eines Symposiums dokumentiert. Anlässlich des 125. Geburtstages Bultmanns im vergangenen Jahr hatte die VELKD Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in ihr Theologisches Studienseminar nach Pullach bei München eingeladen.

Im Vorwort des von Ulrich H. J. Körtner, Christof Landmesser, Mareile Lasogga und Udo Hahn herausgegebenen Band heißt es: „Mit seinen exegetischen und systematisch-theologischen Arbeiten hat Rudolf Bultmann die Theologie wie auch das kirchliche Leben tiefgreifend geprägt. Insbesondere mit seinem Programm der Entmythologisierung des Neuen Testamentes hat er weitreichende Impulse für das Selbstverstehen des christlichen Glaubens unter den Bedingungen der Moderne gegeben, die bis heute theologisch wirksam sind. Das rechte Verständnis seines theologischen Programms erschließt sich jedoch erst, wenn man beachtet, dass Bultmann zeitlebens in der reformatorischen Tradition lutherischer Prägung fest verwurzelt war. Das Hören auf das Wort Gottes, seine Aneignung im persönlich verant-worteten Glauben sowie das rechtfertigungstheologisch begründete Vertrauen in dieses Wort als dem existenziellen wie theologischen Angelpunkt von Glauben und Verstehen waren für Bultmanns Denken konstitutiv. Sie bilden auch den Referenzrahmen, in dem er seine Kritik am mythischen Weltbild der biblischen Texte begründete und einzeichnete... In exegetischer, systematisch-theologischer wie auch homiletischer Perspektive wurde Bultmanns Bemühen, den theologischen Herausforderungen seiner Zeit mit Hilfe einer kritisch-konstruktiven Reformulierung reformatorisch-lutherischer Grundeinsichten zu begegnen, eingehend diskutiert. In dem vorliegenden Tagungsband spiegelt sich daher das breite Spektrum der zentralen Problem- und Themenstellung der Theologie Rudolf Bultmanns. Dabei wird ihr unabgegoltenes heuristisches und hermeneutisches Erschließungspotenzial deutlich, das die Reflexion der christlichen Botschaft und ihre Verkündigung in der Gegenwart befördert.“

Hinweis: Die Publikation „Bultmann und Luther“ kann im Buchhandel oder direkt im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, E-Mail: versand@velkd.de) zum Preis von 15 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Bildung ist Schlüssel für eine intakte Gesellschaft
Leitender Bischof der VELKD würdigt bleibende Bedeutung Philipp Melanchthons - Montag, 19. April 2010

Nürnberg/Hannover – Auf die bleibende Bedeutung Philipp Melanchthons hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hingewiesen. In seinem Festvortrag im Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg am 450. Todestag des Theologen sagte Friedrich, er sehe in dessen Anregungen ein Leitbild auch für die Gegenwart. So sei sein Plädoyer für die Bildung „ganz aktuell“. Heute wisse man mehr denn je, dass Bildung „der Schlüssel für eine intakte Gesellschaft“ sei. „Die sozialen Probleme in unserem Land wie auch in den so genannten Entwicklungsländern lassen sich nur durch qualifizierte und qualifizierende Bildung lösen. Sozialhilfe löst die Probleme nicht. In Bildung muss deshalb investiert werden, und zwar von Anfang an, nicht erst in Universitäten.“ In diesem Zusammenhang sollte bedacht werden, dass Melanchthon nicht nur für Naturwissenschaften, sondern ebenso für Geisteswissenschaften und das Ethos der Gebildeten plädiert habe, also für deren moralische und charakterliche Schulung, für Gewissensbildung und eine dem Ethos verpflichtete Haltung. Nicht erst die Bankenkrise lehre dies als notwendig. „Es geht nicht nur darum, Menschen zu bilden, sondern darum, Menschen zu Menschen zu bilden.“

Melanchthons Denken habe sich immer wieder um die Frage gedreht, wie der gnädige Gott humanere Menschen bekäme. Der Humanismus wie der christliche Glaube forderten und förderten die Wertschätzung der Freiheit und Würde des Individuums. Humanität und Bildung gehörten zusammen. „Wohin eine Gesellschaft kommt, in der die Freiheit und die Würde des einzelnen Menschen nicht zur Bildung gehören, haben uns die nationalsozialistische wie die stalinistische Schreckensherrschaft gezeigt. Es entsteht Barbarei. Menschen werden, wie Melanchthon sagt, zu wilden Tieren. Die Zehn Gebote als Orientierung haben kultur- und religionsübergreifend einen guten Sinn. Das Ziel der Gebote ist nicht das Verbot, sondern das Leben in Wertschätzung des anderen Menschen“, so Friedrich.

Wichtig sei auch, Melanchthons komplementäres Denken von Geistlichem und Weltlichem festzuhalten. „Wo sich Religion als Gegensatz zur bösen Welt versteht, entsteht Fundamentalismus. Wir erleben in unserer Zeit, wohin solches Denken im Christentum, im Islam oder auch im Judentum führt. Da wird Religion zum Kampf gegen die böse Welt und gegen die Andersgläubigen. Aber auch die säkulare Welt, die die Religion für das Böse erklärt, führt zur Selbstüberhöhung, weil sie selbst religiöse Züge annimmt. Beispiele sind der Nationalsozialismus und der Kommunismus, beide überhöhten ihre Ideologie zur Religion. Diesen Verkehrungen entgeht nur, wer – wie Melanchthon – Geistlichem und Weltlichem gleichermaßen je und je sein Recht gibt, auch und gerade in seinem eigenen Leben.“

Bedeutsam sei auch Melanchthons Grundsatz „Zurück zu den Quellen!“. „Wir sind heute schon fast wieder in spätmittelalterlicher Konsummentalität angelangt, die sich alles aus zweiter Hand vorsetzen lässt. Ob die Medien und die neuen Informationstechnologien Dinge objektiv wiedergeben oder selektieren, filtern und manipulieren, kann nur beurteilen, wer sich Kritikfähigkeit erwirbt. Die aber setzt Sachkenntnis und Verständnis für Zusammenhänge voraus. Darum: Studium der Quellen und nicht nur der Berichte über die Quellen! Zu den Quellen zähle ich dabei auch die Bibel. Nicht, was der ,Stern‘ oder der ,Spiegel‘ über Jesus Christus und Themen des Glaubens schreiben, sollte uns leiten“, sagte der Leitende Bischof der VELKD.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Jochen Bohl
Bischof der sächsischen Landeskirche wird 60 Jahre alt - Sonntag, 18. April 2010

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat in einem Glückwunschschreiben den Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl (Dresden), gewürdigt. Bohl wird am 19. April 60 Jahre alt. „Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihr Engagement in der VELKD und für die VELKD – nicht zuletzt für Ihre Bereitschaft, das Amt des Stellvertreters des Leitenden Bischofs für einen bestimmten Zeitraum übernommen zu haben“, schreibt Friedrich. „Sie repräsentieren seit etlichen Jahren eine ostdeutsche, eine sächsische, eine lutherische, eine von diakonischen Erfahrungen geprägte Stimme, in der Sache klar mit reflektierter Leidenschaft“. In den Gremien erlebe er Bohl als „nachdenklichen, nach den richtigen Deutungen und Handlungen fragenden Zeitgenossen“.  „Ich sehe die sächsische Landeskirche unter Ihrer Leitung als einen wichtigen Grundstein der gesamten VELKD. Ich freue mich sehr auf unsere weitere Zusammenarbeit – und darauf, Ihre unverwechselbare Stimme wahrzunehmen.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Fruchtbares Engagement im ökumenischen Dialog
Leitender Bischof der VELKD gratuliert Altbischof Walter Klaiber zum 70. Geburtstag - Freitag, 16. April 2010

In einem Glückwunschschreiben hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), den langjährigen Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland, Walter Klaiber, gewürdigt. Klaiber wird am 17. April 70 Jahre alt. Mit seinem Gruß verbinde er „den Dank für Ihr langjähriges und fruchtbares Engagement im ökumenischen Dialog sowohl auf der wissenschaftlichen als auch der kirchenleitenden Ebene“, so Friedrich. Besonders im Gedächtnis geblieben seien ihm die beiden Begegnungen im vergangenen Jahr – anlässlich der Feier zum 10. Jahrestag der Bestätigung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ in Augsburg sowie die Erstbepflanzung des Luthergartens in Wittenberg. „Dank Ihres Vortrags im Goldenen Saal der Stadt Augsburg wurde nochmals eindrücklich deutlich, welche Bereicherung das Projekt ,Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre‘ durch die Einbeziehung des Weltrates methodistischer Kirchen erfahren hat. Ich hoffe, dass Sie unsere Kirchen auch im neuen Lebensjahr von Ihrer ökumenischen und exegetischen Kompetenz profitieren lassen. Mögen Ihnen dabei viele Begegnungen geschenkt werden, in denen Sie spüren, wie sehr Ihr Einsatz geschätzt wird.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: DNK/LWB und VELKD trauern um Wolf-Dieter Hauschild
Münsteraner Theologe hat die Arbeit der Historischen Kommission nachhaltig geprägt - Donnerstag, 25. März 2010

Hannover – Das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) haben den Tod von Prof. Dr. Wolf-Dieter Hauschild mit Trauer zu Kenntnis genommen. Der Münsteraner Kirchengeschichtler, der zuletzt an der Westfälischen Wilhelms-Universität wirkte, war bereits am vorvergangenen Mittwoch im Alter von 68 Jahren gestorben. Prof. Dr. Hauschild war langjähriges Mitglied der Historischen Kommission des DNK/LWB, die sich dem Ziel verschrieben hat, die weltweite Forschung zum Luthertum in Form von Publikationen und Projekten zu fördern.
Die Historische Kommission und das DNK/LWB gedenken des Verstorbenen mit großer Dankbarkeit. Wolf-Dieter Hauschild war ein Gelehrter von hohem Rang, dessen Forschungen zur Alten Kirche weltweit anerkannt sind. Mit seinem überragendem Fachwissen und seiner noblen Persönlichkeit hat er die Arbeit der Kommission immens bereichert und maßgeblich bestimmt. „Dank seines großen Engagements als Vorsitzender konnte z.B. das umfangreiche Projekt  ‚Profile des Luthertums‘, verwirklicht werden. Die imposante Sammlung von Biographien lutherischer Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zeigt die Vielgestaltigkeit des neuzeitlichen Luthertums und ist in der Öffentlichkeit auf großes Interesse gestoßen“, so der Geschäftsführer der Historischen Kommission, Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf. Das Buch ist in der Reihe „Die Lutherische Kirche – Geschichte und Gestalten“ erschienen, die von der Historischen Kommission verantwortet wird und deren Mitherausgeber Prof. Hauschild war.

 


Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher des DNK/LWB

 

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Segenswünsche zur Einführung des neuen Bischofs der Alt-Katholiken
Leitender Bischof der VELKD überbringt Grüße auch im Namen des amtierenden EKD-Ratsvorsitzenden - Samstag, 20. März 2010

Karlsruhe/Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hat bei der Einführung des neuen Bischofs des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland, Dr. Matthias Ring, auch im Namen des amtierenden Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, Segenswünsche und die Grüße der evangelischen Landeskirchen überbracht. In seinem Segenswort sagte Friedrich am 20. März in Karlsruhe: „Wir freuen uns am heutige Tag mit Ihnen und mit Ihrer Kirche, der wir seit 1985 durch eine Vereinbarung über die gegenseitige Einladung zur Eucharistie geschwisterlich verbunden sind.“ Diese sei mit dem Hinweis begründet worden, dass der Wille Christi darauf ziele, dass die Kirche eine und einig sei. Als Zeichen des Gehorsams gegen den Willen Christi gewähre man sich seither ökumenische Gastbereitschaft. „Für mich hat diese Vereinbarung Modellcharakter. Auch andere Kirchen, die bei der ökumenischen Gastbereitschaft allzu zögerlich sind, könnten sie zum Vorbild nehmen“, so der Leitende Bischof.


Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher der VELKD

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Gesellschaft braucht gemeinsame Werte
Leitender Bischof der VELKD hielt Festvortrag zum 850-jährigen Bestehen Schwerins - Freitag, 19. März 2010

Schwerin – Individualismus, Pluralismus, die Dominanz des Ökonomischen sowie die Beschleunigung aller Lebensprozesse sind nach den Worten des Leitenden Bischofs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), die „großen Herausforderungen“ unserer Zeit. In seinem Festvortrag anlässlich des 850-jährigen Bestehens der Stadt Schwerin sagte er am 19. März: „Die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Probleme sind groß. Die Kirche maßt sich nicht an, für alle Probleme Lösungen zu haben. Das ist auch nicht die Aufgabe der Kirche. Aber in unserer lutherischen Tradition sind Maßstäbe und Einstellungen enthalten, die uns auf unserem Weg durch das 21. Jahrhundert sehr hilfreich sein können.“ Jede gesellschaftliche und politische Ordnung setze Wertvorstellungen voraus, die das Zusammenleben der Menschen tragen. Ohne gemeinsame Werte könne ein Zusammenleben nicht wirklich gelingen. Zu dem Wertehorizont, der das Leben in Deutschland bestimmt habe, gehöre der christliche Glaube, auch wenn manche Zeitgenossen meinten, die Zeit des Christentums, des Luthertums sei vorbei. „Ich bin fest davon überzeugt, dass uns die lutherische Fassung des christlichen Glaubens in die Lage versetzt, den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auf eine gute Weise zu begegnen“ so Friedrich. Diese Tradition enthalte wertvolle Schätze, die aber von jeder Generation neu gehoben werden müssten.

Unser Gemeinwesen brauche auch in Zukunft Menschen, die ihre Freiheit nicht zur Beliebigkeit und zum eigenen  Gewinn gebrauchten, sondern die zum Dienst an der Gemeinschaft, zum Engagement für andere bereit seien. Ein im christlichen Glauben, in lutherischer Spiritualität gegründetes Freiheitsethos könne das 21. Jahrhundert davor bewahren, in einem bloßen Beliebigkeits-Pluralismus zu verfallen.

Für die lutherische Tradition stehe der Gottesdienst im Mittelpunkt, erläuterte der Leitende Bischof. Nicht eine imposante und öffentlichkeitswirksame Hierarchie, nicht eine beeindruckende traditionsreiche Struktur, auch nicht eine in der politischen Öffentlichkeit einflussreiche Kirche stehe im Mittelpunkt, sondern ein immerwährendes und sich immer wieder neu ereignendes Gespräch mit den Zeugnissen des Glaubens, dem biblischen Wort. Der Glaube erwachse, werde lebendig gehalten und korrigiert durch das Gespräch mit der Bibel. Deshalb sei eine behutsame Pflege der gottesdienstlichen und anderen Formen der Begegnung mit dem Wort eine wichtige Aufgabe auch für unsere Zeit.

Friedrich hält die lutherische Ausprägung des christlichen Glaubens für sehr gut geeignet, das Gespräch mit der Moderne zu führen. „Es ist kein Zufall, dass Martin Luther von Beginn der Reformation an, der Bildungsthematik besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat. Mit der so genannten Katechismusfamilie, also verschiedenen Veröffentlichungen, die jeweils die Kenntnis vom christlichen Glauben befördern sollen, hat die VELKD seit Jahrzehnten dazu beigetragen, den religiösen Bildungsstand zu pflegen.“

Der lutherischen Ausprägung des Christentums werde oft vorgeworfen, sie sei kopflastig und individualistisch. Das sei im Kern nicht zutreffend. Der Glaube führe zur Gemeinschaft der Kirche. Wenn die stützende Kraft bürgerlicher Gemeinschaftsformen wie Familie oder Dorfgemeinschaft sich tendenziell abschwächten oder gar ausfielen, dann sei die gemeinschaftsbildende Kraft des Glaubens selbst umso mehr gefragt. „Unsere Kirchengemeinden und kirchlichen Strukturen sind in einem höheren Maße gemeinschaftsfördernd, als es uns selbst häufig klar ist.“ In lutherischen Minderheitskirchen und im Lutherischen Weltbund (LWB) könne  man etwas davon erleben, wie Gemeinschaft auch unter ganz verschiedenen soziokulturellen Bedingungen lebendig sein könne. „Manchmal frage ich mich bei der Rückkehr von Besuchen aus kleinen Kirchen, warum wir eigentlich bei den relativ guten Bedingungen, unter denen  wir leben, oft so verzagt sind.“ Glaube werde nicht zuletzt als Gemeinschaft erfahren und „die lutherische Weltfamilie bildet dafür einen weiten, inspirierenden und beglückenden Horizont“, hob der Leitende Bischof der VELKD hervor.


Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 19. März 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Glaube braucht Bildung
Grußwort des Leitenden Bischofs der VELKD vor der mecklenburgischen Landessynode - Freitag, 19. März 2010

Plau am See/Hannover – „Glaube braucht Wissen und Information, vor allem aber Bildung.“ Darauf hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), aufmerksam gemacht. In seinem Grußwort vor der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs in Plau am See sagte er, es reiche heute nicht aus, den christlichen Glauben einfach unreflektiert weiter zu tragen. Ein solcher Glaube stehe in der Gefahr, in einem kindlichen Stadium stecken zu bleiben und irgendwann zu ersticken. Es reiche aber ebenso wenig aus, in einer – vielleicht seit Generationen zur Gewohnheit gewordenen – Ablehnung des Glaubens zu verharren. „Bildung hat etwas damit zu tun, dass ein Mensch geistigen Werten gegenüber aufgeschlossen ist“, so Friedrich, „ein Gespür dafür entwickelt, durch Vordergründiges hindurch zu schauen und zum Vergeben und Verzeihen bereit wird.“ Martin Luther habe in verschiedenen Hinsichten Bildungsprozesse initiiert: Etwa durch die Übersetzung der Bibel ins Deutsche, so dass viele Menschen unmittelbar dem göttlichen Wort begegnen können. Mit dem Singen von Chorälen würden Gemeindeglieder selbst an der Verkündigung beteiligt. Und in den Schulen sei die Vermittlung von Wissen und Kenntnissen demokratisiert worden. Die Folgen dieser groß angelegten reformatorischen Bildungsinitiative spürten wir bis heute auch in Gesellschaft und Politik. Viele, die diese Entwicklungen für sich in Anspruch nehmen, ahnten jedoch nicht, wo deren Wurzeln liegen.

Die Kirchen befänden sich derzeit in Ost und West in einem tiefgehenden Veränderungsprozess und vor strukturellen Herausforderungen, wie etwa die gemeinsame Arbeit der drei evangelischen Kirchen in Norddeutschland an der Entstehung einer Nordkirche zeige. Es bleibe jedoch auch dabei die zentrale Aufgabe, das befreiende Evangelium von Jesus Christus weiter zu sagen – und zwar so, dass es die Herzen und Gewissen der Menschen erreiche und ihnen Orientierung in ihrem Leben gebe. Der entscheidende Ort sei hierfür nach wie vor die Ortsgemeinde. Speziell der Gottesdienst biete Gelegenheit zu diesem Vermittlungsprozess. Das kirchliche Leben habe bildende Wirkung. Die sorgsame Pflege und Weiterentwicklung der gottesdienstlichen und liturgischen Formen sei eine Aufgabe, die seit Jahrzehnten von der VELKD qualifiziert betrieben werde. Für den Gottesdienst sowie für die gemeindliche Bildungsarbeit biete sie hilfreiches Material an.


Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher der VELKD

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Nordkirche ist VELKD-Kirche
Kirchenleitung sieht keine Grundlage für Doppelmitgliedschaft in UEK und VELKD - Freitag, 19. März 2010

Die Kirchenleitung tagte am 18. und 19. März 2010 in Hannover.
Das Kommuniqué im Wortlaut:

Auf ihrer dritten Tagung der laufenden Amtszeit hat sich die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) im Zusammenhang mit der geplanten Bildung einer evangelisch-lutherischen Kirche im Norden (Nordkirche) mit deren Beziehung zu den gliedkirchlichen Zusammenschlüssen befasst.

Die Kirchenleitung begrüßt die im Fusionsvertrag beschlossene Regelung, dass die zu bildende Nordkirche Mitgliedskirche der VELKD sein wird. Die drei Kirchen, welche die Nordkirche bilden werden, sind von dem in ihnen geltenden Bekenntnisstand her lutherische Kirchen, alle drei Kirchen sind Mitgliedskirchen im Lutherischen Weltbund.

Die pommersche Kirche hat aufgrund ihrer Geschichte auch gewachsene Beziehungen zur UEK, die nicht völlig aufgegeben werden sollen. Nach Überzeugung der Kirchenleitung ist aus grundsätzlichen Erwägungen eine Doppelmitgliedschaft in VELKD und UEK auszuschließen, eine solche würde weder den vertraglichen Vereinbarungen noch den faktisch vorliegenden Verhältnissen gerecht.

Um der besonderen Situation in Pommern Rechnung zu tragen, plädiert die Kirchenleitung der VELKD für einen Vertrag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland mit der UEK, der die Gastmitgliedschaft in der UEK und deren Wahrnehmung durch den künftigen Kirchenkreis Pommern regelt. Als Modell für diesen Vertrag könnte die Vereinbarung zwischen der UEK und dem Reformierten Bund dienen. Die Kirchenleitung bittet den Leitenden Bischof und das Amt der VELKD, sich in entsprechender Weise mit den Kirchenleitungen der an der Fusion beteiligten Kirchen abzustimmen. Die Alternative bestünde nach Meinung der Kirchenleitung in einer Anpassung der Grundordnung der UEK, welche ein Weiterführen der Mitgliedschaft für Pommern ermöglicht.


Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher der VELKD

 

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Leitender Bischof der VELKD für mehr ökumenische Zusammenarbeit
Verständigung über Zielvorstellungen angeregt - Mittwoch, 17. März 2010

Mönchengladbach/Hannover – Für mehr Zusammenarbeit zwischen den Kirchen hat sich der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), ausgesprochen. In einem Vortrag auf Einladung der römisch-katholischen Hauptpfarrkirche in Mönchengladbach sagte Friedrich am 17. März: „Wenn sie zerstritten sind, geben Christen und Kirchen vor der Öffentlichkeit ein jämmerliches, ein nicht überzeugendes Bild ab.“ Wichtiger als spektakuläre Aktionen sei aber, dass man den normalen Alltag der anderen Konfession mit seinen Freuden und Sorgen kenne und teile. Zu den unspektakulären, aber oft zu wenig in den Blick genommenen Aktivitäten rechnet der Leitende Bischof u. a. ökumenische Tauferinnerungsgottesdienste, regelmäßige gegenseitige gottesdienstliche Fürbitte, gemeinsame Fortbildung für Haupt- und Ehrenamtliche, regelmäßigen Kontakt der Pfarrkapitel sowie gemeinsame Projekte in der Diakonie.

Friedrich regte auch eine Verständigung über die ökumenischen Zielvorstellungen an. „Unbestreitbar ist, dass es nicht um eine simple Rückkehrökumene gehen kann.“ Dies habe auch Papst Benedikt XVI. in seinen Schriften immer wieder betont. Derzeitiger Favorit unter den Ökumene-Modellen ist nach Einschätzung des Leitenden Bischofs das Konzept der „Kirchengemeinschaft in versöhnter Verschiedenheit“, das der Lutherische Weltbund (LWB) vorgelegt habe. Hier gehe es darum, „dass wir uns gegenseitig bei aller Verschiedenheit in Amts- und Strukturfragen gegenseitig als Zeugen des gekreuzigten und auferstandenen Herrn anerkennen und uns aufeinander zu entwickeln“. Kontrovers sei, ob erst alle entscheidenden Lehrfragen geklärt sein müssten – so die römische Auffassung –, oder im Vorgriff auf die Lösung schon jetzt Kirchengemeinschaft erklärt werden könne. „Für uns Lutheraner ist hier bereits der Weg das Ziel, nämlich der Wille zur Entwicklung unserer Lehre und unserer Strukturen auf Einheit hin.“

Neben der Verständigung mit der römisch-katholischen Kirche, etwa im Rahmen der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, würdigte Friedrich „erfreuliche Entwicklungen“ auch im Dialog etwa mit Mennoniten, Baptisten und der Alt-Katholischen Kirche. „Ökumene lebt allerdings nicht davon, dass wir immer nur erwarten, dass der andere sich ändert.“ Die entscheidende Frage an beide Seiten sei, ob es tatsächlich eine Bereitschaft gebe, zugunsten einer größeren Einheit von manchem Abschied zu nehmen, so Friedrich.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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velkd.de ab sofort mit Lesepredigten
Homepage bietet auch aktuelle Fürbittengebete und Informationen zum Kirchenjahr - Donnerstag, 11. März 2010

Hannover – Unter www.velkd.de sind künftig auch Predigten zu jedem Sonntag im Kirchenjahr zu finden. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) erweitert mit diesem Service ihr Angebot an Impulsen zur Gestaltung der Sonn- und Feiertage. Neben den bereits abrufbaren Informationen zu den feststehenden Elementen des Gottesdienstes, wie den Angaben des Liturgischen Kalenders und einem aktuellen Fürbittengebet steht ab sofort auch eine Lesepredigt zum jeweiligen Sonntag des Kirchenjahres zum Download zur Verfügung. Sie ist der Reihe „DIE LESEPREDIGT“ entnommen, die im Auftrag der VELKD vom Leiter des Amtes der VELKD, Dr. Friedrich Hauschildt, herausgegeben und im Gütersloher Verlagshaus veröffentlicht wird. Unter der Schriftleitung von Prof. Dr. Klaus Raschzok (Neuendettelsau) finden sich hier Predigten, die von 64 Pfarrern und Pfarrerinnen aus ganz Deutschland verfasst sind. Sie dienen Pfarrerinnen und Pfarrern, Prädikantinnen und Prädikanten sowie Lektorinnen und Lektoren zur Vorbereitung ihres Dienstes und Gemeindegliedern zur Lektüre.

Hinweis: Das neue Angebot der VELKD ist unter http://www.velkd.de/aktuelle-Lesepredigt.php abrufbar. Die Druckfassung „DIE LESEPREDIGT“ (576 Seiten mit CD-ROM, € 44,95) enthält zusätzlich weiterführende Materialien und Arbeitshilfen zum jeweiligen Sonn- und Feiertag. Sie ist ausschließlich über den Buchhandel bzw. direkt beim Gütersloher Verlagshaus (www.gtvh.de) zu beziehen.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD dokumentiert Ost-West-Symposium
Diskussion der Entwicklungen in der evangelischen Kirche nach 1989 - Montag, 8. März 2010

Hannover – Unter dem Titel „Woher wir kommen – wer wir sind!“ veröffentlicht die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) jetzt die Vorträge eines Kurses in ihrem Theologischen Studienseminar in Pullach bei München zum Weg der evangelische Kirche in Ost- und Westdeutschland von 1989 bis 2009. Das 80-seitige Heft ist in der Reihe „Texte aus der VELKD“ Nr. 152/2010 erschienen. Bei diesem Symposium ging es u. a. um Fragen wie diese: Wie sind die Religions- und Kirchenkulturen in Ost und West zu charakterisieren? Was haben ostdeutsche und westdeutsche Kirchen in die gesamtdeutsche Kirche eingebracht? Was bestimmt den Weg der evangelischen Kirche in Deutschland seit 1989? Die Publikation dokumentiert die Vorträge von Prof. Dr. Wolf Krötke, der in Berlin Systematische Theologie lehrte, von Bischof i. R. Dr. Hartmut Löwe, dem früheren Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Gemeinschaft, des früheren Generalsuperintendenten des Sprengels Berlin, Martin-Michael Passauer, der Akademiedirektoren Dr. Michael Haspel (Thüringen) und Klaus-Dieter Kaiser (Mecklenburg-Vorpommern), sowie des Rektors des Theologischen Studienseminars, Dr. Matthias Rein.

Hinweis: Die Dokumentation „Texte aus der VELKD“ Nr. 152/2010 ist im Internet unter http://www.velkd.de/downloads/100222_Texte_152_download.pdf abrufbar bzw. kann kostenlos bestellt werden beim Amt der VELKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 533, Fax: 0511/27 96 182, E-Mail: versand@velkd.de).


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Sünde ist kein Randthema
Leitender Bischof der VELKD: Respekt vor Menschen, die Schuld eingestehen - Sonntag, 28. Februar 2010

Tutzing/Hannover – Vor einer Verharmlosung, Verniedlichung und Bagatellisierung der Sünde hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), gewarnt. „Sünde und Schuld sind keine Randthemen des Lebens“, sagte Friedrich in seiner Predigt in der Christuskirche in Tutzing. Es habe keinen Sinn, Schuld und Sünde aus dem Wortschatz zu verbannen und umzudeuten. Dies lasse das Problem eher größer werden. In Tutzing findet bis zum 2. März die Klausurtagung der Bischofskonferenz der VELKD statt. Sie steht unter dem Thema „Gegenwärtige Herausforderungen und Möglichkeiten christlicher Rede von der Sünde“. Den leitenden Geistlichen sei bewusst, „dass wir auch als Kirche sehr genau darauf schauen müssen, wie wir den Menschen das Thema Sünde und Schuld vermitteln, sprachlich wie inhaltlich, damit es nicht als ein Nebenschauplatz oder ein nachrangiger, nicht ernst zu nehmender Teil des Lebens angesehen wird“. Es stimme ihn „sehr nachdenklich, wenn Verantwortungsträger in der Öffentlichkeit die ,volle Verantwortung‘ für ihr Tun und Handeln übernehmen, jedoch in der Konsequenz nichts verändern und genau so weiter machen, wie zuvor.“ Da keime der Verdacht auf, dass alles Reden nur Lippenbekenntnis und nicht ernst gemeint gewesen sei. Der Leitende Bischof wörtlich: „Dagegen habe ich höchsten Respekt vor Menschen, die ihre Schuld offen eingestehen, wie letzte Woche Margot Käßmann, die nicht versuchen, ihren Fehler unter den Teppich zu kehren, sich herausreden oder andere Menschen oder die Umstände für das eigene Vergehen verantwortlich machen. Nur wer offen und auch offensiv mit den eigenen Fehlern umgeht, wer einsieht, was er verkehrt gemacht hat, kann auch Versöhnung, wahren Frieden mit sich selbst, mit den Menschen und mit Gott erfahren. Fehler unterlaufen uns allen, jeden Tag, mal schwerwiegende, mal weniger tragische, doch entscheidend ist, wie wir mit dieser unserer Schuld umgehen.“

Schuld einzugestehen befreie, so sagte der Leitende Bischof weiter. Bekenntnis von Schuld schaffe die Voraussetzungen für einen Neuanfang, zwischen einzelnen Menschen, zwischen Nationen, zwischen verfeindeten Parteien. Ein offenes Bekenntnis der eigenen Schuld und die Bitte um gegenseitige Verzeihung, verändere Menschen und ermögliche ein ehrliches und offenes Miteinander. Dies sei die Grundvoraussetzung für gegenseitige Versöhnung. Ohne Offenheit und gegenseitige Versöhnung könne es keinen Frieden in der Welt geben. „Diese Versöhnung und Vergebung können wir nicht selbst herstellen. Sie wird uns geschenkt, von Gott durch Jesus Christus. Versöhnung kann es nur geben, wenn zuvor reiner Tisch gemacht wurde, denn diese Versöhnung ist keine billige und damit beliebige Gnade.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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„Alle Achtung! Respekt tut gut“
VELKD veröffentlicht Taschenbuch im Gütersloher Verlagshaus - Montag, 15. Februar 2010

Hannover – Unter dem Titel „Alle Achtung! Respekt tut gut“ veröffentlicht die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) jetzt ein 38-seitiges Taschenbuch im Gütersloher Verlagshaus. „Dieser Band zeigt, dass Respekt das Leben anregender und schöner macht“, schreibt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), im Vorwort zu dieser Publikation. Sie zeige, „dass Respekt tatsächlich vom Himmel fällt. Denn der größte Respekt ist der, den Gott seinen Menschen entgegen bringt – die er, wie die Bibel erzählt, nach seinem Bilde geschaffen und wenig niedriger gemacht hat als sich selbst.“ Respekt bedeute nicht, so Friedrich, alles für gleich gültig zu halten. „Respekt meint, Position zu beziehen und sie mit der anderer ins Gespräch zu bringen. Wer Respekt übt, muss wissen, was ihm oder ihr wichtig ist. Wofür es sich lohnt, persönlich einzustehen und andere dafür im Dialog zu gewinnen.“ U. a. in kurzen Auslegungen biblischer Zitate werde aufgezeigt, was Menschen brauchen: „Respekt vor Eigenarten und vielfältigen Eigenschaften. Respekt vor Herkunft, Traditionen, Kulturen und Religionen – vor Gedanken und Ideen anderer, ihren Ängsten, Sorgen, Hoffnungen und Träumen.

Erarbeitet wurde die Publikation vom Seelsorgeausschuss der VELKD. Herausgeber sind die Vorsitzende des Ausschusses, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (München), der frühere Referent für Gemeindepädagogik im Amt der VELKD, Dekan Dr. Norbert Dennerlein (Neumarkt in der Oberpfalz) sowie Prof. Dr. Kerstin Lammer, die an der Evangelischen Hochschule Freiburg Seelsorge und Pastoralpsychologie lehrt.

Hinweis: Der Band „Alle Achtung! Respekt tut gut“ kann über den Buchhandel bezogen sowie direkt beim Gütersloher Verlagshaus zum Preis von 2,95 Euro bestellt werden. Im Internet steht er unter http://www.velkd.de/downloads/alleachtung.pdf kostenlos zum Download bereit.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: LWB-Vollversammlung soll durch visionären Pragmatismus überzeugen
Delegierte der DNK-Kirchen bereiteten sich auf Treffen in Stuttgart vor - Donnerstag, 11. Februar 2010

Stuttgart/Hannover – „Wenige, aber dafür umsetzbare Beschlüsse“ erwartet der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Dr. h. c. Frank O. July, von der XI. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), die vom 20. bis 27. Juli 2010 in Stuttgart tagt. Beim zweiten und letzten Vorbereitungstreffen der deutschen Delegierten vor der Vollversammlung sagte July, er hoffe auf einen „visionären Pragmatismus“, der zu „zwei, drei konkreten Verabredungen“ führe. Nur so sei eine Nachhaltigkeit der Arbeit des LWB gewährleistet.

Der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), unterstrich bei der Vorbereitungstagung in Stuttgart die Notwendigkeit, den Blick über die Landesgrenzen hinweg zu richten. Die Zusammengehörigkeit im Rahmen der lutherischen Weltfamilie bewahre vor Provinzialismus in Theologie und Spiritualität. „Dass wir als Lutheraner Teil einer weltweiten Kirche sind, zeigt sich am deutlichsten bei der Vollversammlung“, so Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. Vor diesem Hintergrund hoffe er darauf, dass von der Vollversammlung „kräftige Impulse“ auch für die Arbeit der Kirchen in Deutschland ausgehen.

Am Vorbereitungstreffen nahmen auch die Vertreterinnen und Vertreter lutherischer Kirchen in den Niederlanden, Frankreich, Italien, Großbritannien, der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein teil. Auf der Tagung informierte Pfarrerin Dr. Eva-Sibylle Vogel-Mfato, Europa-Referentin des LWB, über den Stand der Planungen sowie den Ablauf der Vollversammlung. Inhaltlich bereiteten sich die Delegierten u. a. zu den Themenschwerpunkten der Vollversammlung vor: „Illegitime Schulden“ und „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Die 13 Mitgliedskirchen des DNK sind mit insgesamt 62 Personen auf der Vollversammlung vertreten. Die Vollversammlung steht unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“. In Stuttgart werden rund 400 Delegierte aus den 140 Mitgliedskirchen erwartet, die rund 68,5 Millionen Gläubige repräsentieren.

Hinweis: Die Liste der Delegierten zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes ist im Internet unter http://www.velkd.de/downloads/Liste_Delegierte_VV_2010.pdf abrufbar.

 


Udo Hahn
Pressesprecher des DNK/LWB

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VELKD startet Erzähl-Wettbewerb „Unser tägliches Brot gib uns heute“
Beiträge sollen Erfahrungen des Mangels sowie geschenkter Fülle beschreiben - Montag, 8. Februar 2010

Hannover – Unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ hat die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) einen Erzähl-Wettbewerb gestartet. Initiiert wurde er von der Generalsynode der VELKD, deren letzte Tagung unter diesem Motto stattfand. Diese Bitte aus dem Vaterunser steht auch im Mittelpunkt der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB), die vom 20. bis 27. Juli in Stuttgart tagt. Zur Begründung dieser Initiative heißt es: „Die Bitte um das tägliche Brot beten Menschen heute in ganz unterschiedlichen Situationen: in der des Überflusses und des Mangels. Für viele Menschen in allen Regionen der Welt – selbst in Deutschland – geht es ausschließlich um die Sicherung ihrer Nahrung und damit des täglichen Überlebens. Brot ist im Vaterunser aber auch als Synonym zu verstehen für unsere Bedürfnisse, die über das Essen und Trinken hinausgehen: Leben in Gemeinschaft untereinander und mit Gott, Solidarität und gegenseitiger Achtung.“ Vor diesem Hintergrund lädt die Generalsynode Gemeinden und Einzelpersonen ein, ihre „Brotgeschichte“ zu erzählen – Erlebnisse und Erfahrungen des Mangels sowie geschenkter Fülle. Einsendeschluss für die Texte, die den Umfang von drei A4-Seiten nicht überschreiten sollen, ist der 15. August 2010. Sie können per E-Mail an brotgeschichten@velkd.de geschickt werden. Weitere Hinweise zum Wettbewerb sowie Beispieltexte sind im Internet unter http://www.velkd.de/brotgeschichten_wettbewerb.php zu finden.

Die drei besten Texte werden bei der nächsten Tagung der Generalsynode am 4. November 2010 in Hannover im Rahmen des Empfangs für die ökumenischen Gäste ausgezeichnet: Der 1. Preis ist eine Reise für zwei Personen zum Besuch des Museums für Brotkultur in Ulm, der 2. Preis ein Warengutschein im Wert von 100 Euro für eine Brotzeit und der 3. Preis ein Exemplar des Bildbandes „Unser tägliches Brot – Rezepte, Gebete und Geschichten zum Recht auf Nahrung“.

Der Jury gehören an: der Präsident der Generalsynode, Prof. Dr. Dr. h. c. Wilfried Hartmann, der Leitende Bischof, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (Mitglied der Generalsynode), die stellv. Geschäftsführerin des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, Oberkirchenrätin Inken Wöhlbrand, sowie die Referentin für Theologische Grundsatzfragen der VELKD, Oberkirchenrätin Dr. Mareile Lasogga.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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DNK/LWB: Gespräche zwischen DNK/LWB und SELK über kirchliche Arbeit in Weißrussland
Das Kommuniqué im Wortlaut: - Freitag, 29. Januar 2010

Auf Einladung des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), vertreten durch OKR Norbert Denecke, und der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), vertreten durch Bischof Hans-Jörg Voigt, fand am 27. Januar 2010, in der Geschäftsstelle des DNK/LWB in Hannover Herrenhausen eine zweite Zusammenkunft der an der kirchlichen Arbeit in Weißrussland beteiligten Kirchen statt.

Neben den Einladenden waren die Evangelisch-Lutherische Kirche in Litauen mit Bischof Mindaugas Sabutis, Vilnius, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland und anderen Staaten (ELKRAS) mit Propst Matthias Zierold, St. Petersburg, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) mit Kirchenrätin Kathrin Skriewe und Pfarrerin Charlotte Kalthoff, sowie Pfarrer Hans Georg Walesch, Klitten, als Zuständiger für die Weißrusslandarbeit der SELK vertreten. Aus Weißrussland selbst war Präses Wladimir Meyerson und Diakon Sergej Heil von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Belarus (SELKRB) und der von der ELKRAS nach Weißrussland entsandte Pfarrvikar Wladimir Tatarnikow angereist. Als Gast wurde Pfarrer Arden Haug von Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA) begrüßt. Der Martin-Luther-Bund wurde durch seinen Generalsekretär Dr. Rainer Stahl repräsentiert.

Im Verlauf der Tagung verständigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein acht Punkte umfassendes Arbeitsergebnis, in dem die nächsten gemeinsamen Schritte beschrieben werden. Die kleine Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche in Weißrussland (SELKRB) erklärte sich bereit, zwei mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten (ELKRAS) verbundenen Gemeinden rechtlichen Schutz und geistliche Heimat zu gewähren. Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Litauen, Mindaugas Sabutis, bekräftigte die Bereitschaft seiner Kirche, die Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Weißrussland leitend und koordinierend zu unterstützen.

OKR Michael Hübner (EKD) regte an, ein Gemeindetreffen in Weißrussland vorzubereiten, um den Zusammenhalt der Gemeinden vor Ort zu stärken. Dieser Vorschlag wurde vom Präses der SELKRB aufgegriffen und im gemeinsamen Gesprächsergebnis festgehalten. Alle Gesprächspartner bekräftigten erneut, mit ihrem Engagement die Einheit der lutherischen Kirche in Weißrussland fördern zu wollen.


Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Leitender Bischof der VELKD würdigt eucharistische Gastbereitschaft mit Alt-Katholiken
Festgottesdienst in Kaufbeuren erinnert an gemeinsame Erklärung vor 25 Jahren - Sonntag, 24. Januar 2010

Kaufbeuren/Hannover – Die „Gegenseitige Einladung zur Teilnahme an der Feier zur Eucharistie“, auf die sich das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und die Arnoldshainer Konferenz (AKf) vor 25 Jahren verständigte, hat „Modellcharakter“ für Übereinkünfte auch mit anderen Kirchen. Darauf hat der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), am 24. Januar in Kaufbeuren hingewiesen. Anlässlich der am 25. März 1985 getroffenen Vereinbarung fand in Kaufbeuren ein gemeinsamer Gottesdienst mit Bischof Joachim Vobbe statt. Im Anschluss sagte Friedrich in einem Vortrag, diese Erklärung könne „durchaus Modell für eine Vereinbarung mit der römisch-katholischen Kirche sein“. Die der Abmachung vorangegangenen Lehrgespräche hätten in der Frage des Abendmahls zwar keine vollständige Übereinstimmung gebracht, „aber sie ergaben doch, dass unsere Kirchen in den Grundfragen des Glaubens ein gemeinsames Zeugnis abgeben können“. „Es musste nicht verhandelt werden, bis eine totale Lehrübereinstimmung erzielt wurde, sondern mit ihrer jeweiligen Lehrüberzeugung unterstellten sich unsere Kirchen dem Einheitsgebot unseres Herrn“, so Friedrich. Einheit dokumentiere sich nicht in der totalen Lehrübereinstimmung, sondern im Einheitswillen, dem die jeweilige Lehrtradition zu dienen habe. Reformatorische oder altkatholische Lehrüberzeugung habe also nicht ihren Wert jeweils in sich, sondern sie bekomme ihren Wert durch den Gehorsam gegenüber dem Gebot Christi, dass seine Kirche einig und eine sei. Dies sei keine Marginalisierung der eigenen Lehrtradition, sondern ihre ökumenische Profilierung.

Die Vereinbarung begründe keine Abendmahlsgemeinschaft zwischen der Altkatholischen Kirche und den evangelischen Kirchen. Dazu hätte es umfassenderer theologischer Klärungen bedurft. Jenseits aller Diskussionen über Interkommunion sei aber die eucharistische Gastbereitschaft eine seelsorgerliche und ekklesiologische Chance (Anm.: Ekklesiologie = Lehre von der Kirche). „Die wurde genutzt“, betonte der Leitende Bischof. Seit 25 Jahren könnten sich die Gemeinden gegenseitig kennenlernen – „ohne Barrieren und Verbote“. Wenn Walter Kardinal Kasper von einer „Ökumene des Lebens“ spreche, dann könne man sagen: „Hier ist zu erfahren, wie sie zustande kommt und auch gelingt. Es ist gelebte Ökumene aus dem gepredigten Evangelium und dem von Christus gestifteten Mahl. Es ist nicht gelebte Ökumene unter Umgehung des Tischs des Herrn.“ Es sei ganz wichtig, dass aus Anlass des Jubiläums publik werde, dass diese Vereinbarung bestehe und was sie bedeute. Nicht zuletzt, damit unsere römisch-katholischen Schwestern und Brüder sehen, was ökumenisch möglich wäre. „Es kann sehr einfach sein, von Konkurrenz zu Gemeinsamkeit zu kommen. Dazu müssen wir nur die Mauern der Abgrenzung niederreißen, die in aller Regel aus Angst errichtet werden“, Johannes Friedrich wörtlich. Ein solcher Schritt sei die Vereinbarung von 1985. „Das Verhältnis zwischen unseren Kirchen ist entspannt, ohne dass eine von beiden ihre Identität verloren hat. Sie ist ein Geschenk für die Menschen und zugleich ein Zeugnis des Gehorsams gegenüber Christus. Von ihr ist nun 25 Jahre Segen ausgegangen. Möge sie auch weiter segensreich sein und unsere Kirchen in immer engere Gemeinschaft führen!“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD gegen Abwertung ökumenischer Lehrgespräche
Kirchenleitung berät Schwerpunkte für neue Amtsperiode - Freitag, 22. Januar 2010

Die Kirchenleitung tagte vom 20. bis 22. Januar 2010 in Neudietendorf bei Erfurt.
Das Kommuniqué im Wortlaut:

Einführung der Kirchenleitung*
Nach ihrer Konstituierung am Rande der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) Ende Oktober in Ulm hat die Kirchenleitung der VELKD im Rahmen einer Klausursitzung ihre inhaltliche Arbeit aufgenommen. Zu Beginn sind die Mitglieder der Kirchenleitung für die bis 2015 dauernde Amtsperiode durch den Leitenden Bischof, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), feierlich in ihr Amt eingeführt worden. Im Mittelpunkt der Beratungen stand u. a. eine erste Verständigung über Arbeitsziele sowie die Einsetzung von Fachausschüssen.

Beratung der Arbeitsgrundlagen
Die VELKD steht für Gemeindenähe und weltweite Ökumene. Die Aktivitäten zeichnen sich durch einen starken Gemeindebezug aus. Ihr Ziel ist es, die Sprachfähigkeit und Eigenverantwortung der Gemeindeglieder zu stärken  und die religiöse Kommunikation zu fördern (etwa mit ihren Publikationen wie dem Evangelischen Erwachsenenkatechismus und seelsorgerlichen Veröffentlichungen sowie durch Agenden). Die ökumenische Arbeit der VELKD ist davon bestimmt, die Arbeit des Lutherischen Weltbundes (LWB) den Landeskirchen, Missionswerken etc. zu vermitteln und umgekehrt die ökumenische Meinungsbildung in den Gliedkirchen zu bündeln und in die Arbeit des LWB einzuspeisen. In der Gemeinschaft des LWB ist die VELKD auch beteiligt an ökumenischen Dialogen mit anderen christlichen Konfessionen. Ihr Handeln orientiert sich am evangelisch-lutherischen Bekenntnis. Die Orientierung der Kirche ergibt sich aus dem Wort, wie es der Kirche in Verkündigung und Lehre entgegentritt und wie sie es weiterzusagen hat. Indem die VELKD das Bekenntnis als theologischen Referenzrahmen betont, wird der Wille erkennbar, ihr Handeln an theologischen Kriterien auszurichten. Die Arbeit der VELKD reicht über die tagespolitischen Herausforderungen hinaus und bezieht sich auf die kontinuierliche Pflege und Weiterentwicklung kirchlichen Lebens und versucht so, die lebensprägende Gegenwartsbedeutung des Evangeliums zu bezeugen. Es geht ihr darum, die tiefen Schätze des christlichen Glaubens immer neu zu heben. Dabei ist ihr das Bekenntnis eine wichtige, Wirklichkeit erschließende und Gemeinschaft stiftende Hilfe. Die Bezugnahme auf dieses Bekenntnis darf jedoch nicht als Zementierung von Gesichtspunkten, Denkweisen und Ausdrucksformen des 16. Jahrhunderts missverstanden werden. Die grundlegenden Weichenstellungen der lutherischen Reformation aufnehmend, erschließt das Bekenntnis gegenwärtige Wirklichkeit und erweist sich darin als fruchtbar. Das lutherische Bekenntnis weist ein in die Spannungsfelder von Bewahrung und Kritik, Freiheit und Verantwortung sowie Gemeinsamkeit und Besonderheit. Dies ermöglicht es, z. B. im interkonfessionellen Gespräch zu neuen Übereinkünften zu kommen – etwa über eucharistische Gastfreundschaft oder Kirchengemeinschaft. Auch kann sich die VELKD auf dieser Basis mutig an dem Vermittlungsprozess von christlicher Wahrheit und gegenwärtigem allgemeinen Wahrheitsbewusstsein beteiligen.

Zu den Schwerpunkten der Arbeit in der laufenden Amtsperiode zählt die Kirchenleitung das Thema „Visitation“. Sie regt in Gemeinden, Werken und Einrichtungen eine intensive Beschäftigung mit der Visitationsstudie* der VELKD an. Mit ihr will die VELKD einen Impuls geben, dieses Instrument verstärkt einzusetzen und so einen Beitrag zur Neuorientierung in der Gemeindeentwicklung leisten.

Gespräch mit dem Catholica-Beauftragten
Zusammen mit dem Catholica-Beauftragten der VELKD, Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), diskutierte die Kirchenleitung Entwicklungen in der römisch-katholischen Kirche und was diese für die Gestaltung des Verhältnisses der Kirchen zueinander bedeuten. Gemeinsam sprechen sich die Kirchenleitung und der Catholica-Beauftragte gegen eine Abwertung der ökumenischen Lehrgespräche aus, die sie als besondere Aufgabe der VELKD ansehen. Sie plädieren zugleich für eine stärkere Verknüpfung zwischen der akademischen Ebene und der Arbeit in den Gemeinden. Beide Ebenen sind zu unterscheiden, dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden, da sie jeweils unverzichtbare Aufgaben haben.

Perikopen-Revision
Die Kirchenleitung bekräftigte in ihrer Sitzung die Notwendigkeit einer Überarbeitung der so genannten Perikopenordnung. Diese umfasst zentrale Texte des Alten und Neuen Testamentes, die in einem Turnus von sechs Jahren Sonntag für Sonntag in den Gottesdiensten als Grundlage der Predigt dienen. Sie würdigte, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) gemeinsam mit der VELKD die Diskussion hierzu aufgenommen haben. Zur Vorbereitung einer Konsultation ist eine empirische Erhebung des gegenwärtigen Umgangs mit der Ordnung der Lese- und Predigttexte und ihrer Einschätzung geplant. Diese repräsentative Untersuchung, an der 2.000 Gemeinden beteiligt werden, wird vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD gemeinsam mit der Universität Leipzig im Auftrag des Kirchenamtes der EKD und des Amtes der VELKD durchgeführt. Diese Studie soll in der ersten Hälfte dieses Jahres durchgeführt werden. Die Kirchenleitung bittet die ausgewählten Gemeinden um ihre Mitarbeit.

*Zusammensetzung der Kirchenleitung unter: http://www.velkd.de/905.php
* http://www.velkd.de/downloads/Studie_Visitation.pdf


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 22. Januar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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VELKD veröffentlicht Dokumentation zum Thema „Familie“
Klausurtagung der Bischofskonferenz befasst sich mit Bedeutung und Wandel dieser elementaren Lebensform - Dienstag, 19. Januar 2010

Hannover – In der Reihe „Texte aus der VELKD“ ist jetzt unter dem Titel „Familie – von der Bedeutung und vom Wandel einer elementaren Lebensform“ die neueste Ausgabe (Nr. 151) erschienen. Sie dokumentiert die Vorträge der Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zum Thema. Neben einem zusammenfassenden Bericht der Tagung, die im vergangenen Jahr in Güstrow stattfand, bietet das 58-seitige Heft die Vorträge von Prof. Dr. Rosemarie Nave-Herz („Die Familie – Ein kulturgeschichtlicher Überblick“), Dr. Jens Kreuter („Die Familie im Licht soziologischer und juristischer Entwicklungen“) sowie von Prof. Dr. Reiner Anselm („Ein evangelisches Verständnis von Familie“).

Ergebnis der Beratungen war u. a. ein gemeinsamer Brief, den die Mitglieder der Bischofskonferenz in ihren Landeskirchen an Erzieherinnen und Erzieher schickten. Darin wurde ihr Engagement in evangelischen Kindertagesstätten gewürdigt und für ihren „engagierten Einsatz“ gedankt. Wörtlich hieß es: „Wir möchten Ihnen dafür danken, dass Sie trotz mancher Widrigkeiten an Ihrer Aufgabe mit Optimismus und Gottvertrauen festhalten.“ Eltern, Kindertagesstätten und Schulen hätten je auf ihre Weise teil an der Verantwortung für Kinder. Diese müssten Anregungen erhalten, damit ihre Wahrnehmung und ihr Verstehen sich weiten könne. Kinder müssten zu sozialem Verhalten angeleitet werden. Und sie bräuchten Geschichten von Gott und der Welt. In dem Brief wurden Erzieherinnen und Erzieher ermutigt, die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde zu pflegen. Andachten und Gottesdienste, die Vernetzung mit Kindergottesdienst, Kinderbibelwoche, einer Kindergruppe oder einem Kinderchor und manches mehr böten dazu Gelegenheiten. Der Bildungsauftrag an den Kindern umfasse neben intellektuellen, praktischen, musischen und sozialen Fähigkeiten nicht zuletzt die Herzensbildung. Und die schließe immer auch ein Hineinwachsen in den Glauben ein. Manche Erzieherinnen und Erzieher fühlten sich hier überfordert. In der Kirchengemeinde, dem regionalen Kirchenbezirk oder der Landeskirche gebe es dazu Möglichkeiten, Unterstützung zu finden.

Hinweis. „Texte aus der VELKD“ Nr. 151 können im Internet unter http://www.velkd.de/1678.php kostenlos heruntergeladen oder beim Amt der VELKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover (versand@velkd.de) bestellt werden.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 19. Januar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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VELKD stellte Visitationsstudie vor
Leitender Bischof sieht neue Aufmerksamkeit für Qualitätssicherung in den Gemeinden - Montag, 11. Januar 2010

München/Hannover – In Gemeinden, Werken und Einrichtungen ist nach den Worten des Leitenden Bischofs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), eine „neue Aufmerksamkeit“ für die Visitation entstanden. Sie sei für die Weiterentwicklung kirchlicher Arbeit als „Instrument der Qualitätssicherung“ unverzichtbar, sagte Friedrich bei der Vorstellung der VELKD-Studie „Die Visitation“ am 11. Januar in München. Es werde seit Martin Luther praktiziert und habe sich „bis auf den heutigen Tag bewährt“. Mit ihrer 90-seitigen Studie wolle die VELKD einen Impuls geben, die Praxis der Visitation zu erneuern und dieses Instrument verstärkt einzusetzen. Die Bereitschaft, die gemeindliche Arbeit auf den Prüfstand zu stellen, sei groß, so der Leitende Bischof. Diese Form der Beratung könne einen „entscheidenden Beitrag zur Neuorientierung in der Gemeindeentwicklung leisten“.

Die vom Theologischen Ausschuss der VELKD im Auftrag der Bischofskonferenz erarbeitete Studie wurde im Rahmen eines Fachgesprächs mit theologischen Experten aus Forschung und Praxis vorgestellt. Es stand unter dem Thema „Die Visitation: zukunftstauglich oder verstaubt?“. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität statt. Im Lichte der Studie diskutierten der Leitende Bischof der VELKD, die Vorsitzende des Theologischen Ausschusses, Prof. Dr. Dorothea Wendebourg (Berlin), Landessuperintendent Dirk Sauermann (Parchim), Prof. Dr. Ulf Liedke (Dresden) und Pfarrerin Verena Übler (München) aktuelle Fragen der Visitationspraxis. Dabei wünschte Johannes Friedrich, dass die Studie in Gemeinden, Pfarrkonventen und Kirchenkreisen „nachhaltig auf Resonanz stößt und sich in den aktuellen Diskussionen um die Zukunft unserer Kirche als wegweisend und zielführend erweisen möge“.

Hinweis: Die Studie „Die Visitation“ ist unter der ISBN 978-3-9812446-2-5 im Buchhandel erhältlich bzw. kann direkt im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, E-Mail: versand@velkd.de) zum Preis von 4 Euro (zzgl. Versandkosten; Staffelpreise auf Anfrage) bestellt werden. Unter http://www.velkd.de/downloads/Studie_Visitation.pdf steht sie zum kostenlosen Download zur Verfügung.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 11. Januar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Leitender Bischof der VELKD führt Rektor des Theologischen Studienseminars ein
Bisheriger Studienleiter Dr. Matthias Rein übernimmt Leitung der VELKD-Einrichtung - Sonntag, 10. Januar 2010

Pullach bei München/Hannover – Pfarrerinnen und Pfarrer sollen mehr Fortbildung wagen. Dafür hat sich der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), ausgesprochen. Er halte Fortbildung für „dringend notwendig“, da es sich um eine „sinnvolle Investition zur Erweiterung der eigenen Kompetenz“ handele, sagte Friedrich am 10. Januar im Festgottesdienst zur Einführung des neuen Rektors des Theologischen Studienseminars der VELKD, Pfarrer Dr. Matthias Rein, in Pullach bei München. Dabei würdigte der Leitende Bischof Reins Verdienste um die Einrichtung. Als Studienleiter habe er seit 2001 das „positive Image“, welches das Theologische Studienseminar in der VELKD und darüber hinaus in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) genieße, durch seine Arbeit entscheidend mitgeprägt. Vor dem Hintergrund dieses Erfahrungsschatzes erwarte er begeisternde Themen sowie spannende und gut besuchte Kurse.

Das Theologische Studienseminar dient der theologischen Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern aus den Gliedkirchen der VELKD, aus Kirchen im weiteren Verbund der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und aus dem Ausland. Die Angebote des Studienseminars wenden sich besonders auch an Kirchenleitende auf der mittleren Ebene, an Synodale, Personalverantwortliche, Kirchenjuristen und Verwaltungsfachleute. Der Schwerpunkt der Studienarbeit liegt auf theologischer Reflexion aktueller und perspektivischer Fragen von Kirche und Gesellschaft auf der Grundlage lutherischer Theologie und leistet einen spezifischen Beitrag zur Erfüllung kirchlicher Grundaufgaben. In Pullach kommen regelmäßig Theologen aus der römisch-katholischen Kirche und aus den evangelisch-lutherischen Kirchen zu gemeinsamer theologischer Studienarbeit zusammen. Vorsitzender des Beirats des Theologischen Studienseminars ist Bischof Gerhard Ulrich (Kiel).

Hinweis: Nähere Informationen zur Arbeit und zum Kursprogramm des Studienseminars finden Sie unter www.velkd.de/172.php. Angaben zu Lebenslauf und Arbeitsschwerpunkten von Matthias Rein sind unter www.velkd.de/pullach/wir_ueber_uns_rein.html abrufbar. Ein Porträtfoto steht  unter http://www.velkd.de/downloads/Rein_Matthias.jpg zum Download bereit.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 10. Januar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Leitender Bischof der VELKD führte Landesbischof Manzke ein
Kirchen können Herausforderungen in der Gesellschaft nur gemeinsam bewältigen - Samstag, 9. Januar 2010

Bückeburg/Hannover – „Die Herausforderungen an die Kirchen sind in unserer Gesellschaft so immens, dass wir sie nur gemeinsam bewältigen können und uns nicht immer weiter voneinander entfernen dürfen.“ Darauf hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), hingewiesen. In der Ökumene sei die VELKD in der Lage, „eine gute Rolle in der Verständigung zu spielen“, sagte Friedrich, der am 9. Januar den neuen Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, Dr. Karl-Hinrich Manzke, in Bückeburg in sein Amt einführte. Zu den Aufgaben eines Landesbischofs gehöre es, alles zu tun, um das friedliche Miteinander der Kirchen zu fördern. Johannes Friedrich wörtlich: „Nicht die Abgrenzung von anderen Kirchen ist heute so sehr nötig, als vielmehr das Gespräch, um zu verstehen zu versuchen: Warum denkt der andere anders als ich? Warum ist sein Kirchenverständnis so ganz anders, dass er meint, andere Verständnisse für defizitär halten zu müssen? Und worin liegt dennoch das Gemeinsame, zum Beispiel im gemeinsamen Verständnis der Rechtfertigungslehre?“ Der Landesbischof habe die Funktion, das Miteinander der Christen durch die Zeiten zu symbolisieren und die Verbindung herzustellen zu den Christen auf der ganzen Welt. „Denn wir leben nicht alleine in unserer Gemeinde oder in unserer Landeskirche oder in der VELKD – wir haben Schwestern und Brüder in der ganzen Welt. Es ist Aufgabe des Bischofs, durch Besuche diese Verbindung deutlich zu machen, insbesondere auch zu den anderen Kirchen des Lutherischen Weltbundes. Diese weltweite Verbindung zu Lutheranern auf der ganzen Welt macht auch uns zu einer Weltkirche.“

Als wichtigste Aufgabe eines Landesbischofs nannte Friedrich den Einsatz für Frieden und Einheit in der eigenen Kirche. Dies könne dann „auch mal auf Kosten der Deutlichkeit und Eindeutigkeit der eigenen Stellungnahme gehen, zu der wir ja ebenso verpflichtet sind, denn wir reden für die gesamte Kirche“. Eine zerstrittene Kirche tue sich schwer, den Menschen unserer Zeit glaubwürdig die Liebe Gottes und den Frieden, der von Gott her kommt, weiterzugeben. Hier seien deshalb auch die weniger angenehmen Pflichten eines Bischofs zu nennen, der sich mit den Konflikten zu beschäftigen habe, die es in einer Kirche gebe.

Karl-Hinrich Manzke (51) war am 23. Juni 2009 von der schaumburg-lippischen Landessynode zum Nachfolger von Landesbischof Jürgen Johannesdotter gewählt worden. Seinen Dienst hat Manzke am 14. Dezember 2009 angetreten. Bei der Einführung assistierte auch die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann (Hannover).


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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VELKD veranstaltet Fachgespräch zum Thema „Visitation“
Studie des Theologischen Ausschusses wird am 11. Januar in München vorgestellt - Montag, 4. Januar 2010

Unter dem Thema „Die Visitation: zukunftstauglich oder verstaubt?“ lädt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) am 11. Januar zu einem Fachgespräch mit theologischen Experten aus Forschung und Praxis nach München ein. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird die Studie „Die Visitation“ vorgestellt. Sie war vom Theologischen Ausschuss im Auftrag der Bischofskonferenz der VELKD erarbeitet worden. Unter der Moderation von Dr. Matthias Rein, Rektor des Theologischen Studienseminars der VELKD in Pullach bei München, diskutieren: der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), die Vorsitzende des Theologischen Ausschusses, Prof. Dr. Dorothea Wendebourg (Berlin), Prof. Dr. Michael Herbst (Greifswald), Landessuperintendent Dirk Sauermann (Parchim), Prof. Dr. Ulf Liedke (Dresden) und Pfarrerin Verena Übler (München).

Die Bischofskonferenz der VELKD hat sich im Rahmen ihrer Klausurtagung im März 2006 mit der Visitation unter den Herausforderungen der Gegenwart beschäftigt. Diese Tagung bildete den Anstoß zu einer weitergehenden Auseinandersetzung mit dem Thema durch den Theologischen Ausschuss der VELKD. Dieser hat in den sechs Jahren der vergangenen Synodalperiode die Visitation in theologisch grundsätzlicher Weise reflektiert und ihren Begründungszusammenhang für die Lehre von der Kirche systematisch rekonstruiert.

Auf ihrer Sitzung im Oktober 2009 hat sich die Bischofskonferenz die Studie mit der Zielperspektive zu eigen gemacht, sie den Gliedkirchen der VELKD zur Ausrichtung ihrer Visitationspraxis anzuempfehlen. Darüber hinaus soll der Text in Gemeinden, Pfarrkonventen und Kirchenkreisen nachhaltig auf Resonanz stoßen.

Im Geleitwort zu der 90-seitigen Publikation schreibt der Leitende Bischof: „Die Visitationspraxis in unseren Landeskirchen, Kirchenkreisen und Gemeinden ist vielfältig. Auch die Einschätzung ihrer Leistungsfähigkeit und Bedeutung für das kirchliche Leben stellt sich bei näherer Betrachtung differenziert dar. Die Visitation erfährt hohe Wertschätzung und wird vielerorts regelmäßig und sorgfältig durchgeführt. Gelegentlich ist jedoch auch zu beobachten, dass Visitation im Vergleich zu anderen kirchenleitenden Instrumenten – und häufig auch in der Konkurrenz mit ihnen – als überholt eingeschätzt wird und ihre besondere Bedeutung aus dem Blick zu geraten droht. Im Zuge von Reformprozessen und Strukturdebatten, Qualitätsmanagement und Gemeindeentwicklung gelangen gegenwärtig zahlreiche Steuerungsmethoden im Rahmen kirchenleitenden Handelns zur Anwendung. Im breiten Spektrum von Gemeindeberatung, Perspektiventwicklung, Supervision oder Personalentwicklungsgesprächen erscheint die Visitation nicht selten als ein Akteur neben anderen. Die damit vollzogene organisationspraktische Zuordnung ist nicht unproblematisch, denn Visitation ist nicht ein Steuerungsinstrument neben anderen, sondern markiert einen ekklesialen Grundvollzug. Visitation ist Wesensausdruck der Kirche. So lautet zusammengefasst die Leitthese, die die vorliegende Studie zu begründen sucht. Die Visitation führt unmittelbar in das Zentrum der Verantwortung für das Leben und die Verkündigung im Geist des Evangeliums. Diese Verantwortung ist allen Christen vor Ort aufgetragen; sie müssen sie jedoch nicht alleine tragen. Denn die Visitation integriert die vielfältigen Formen gemeindlichen Lebens vor Ort in den Zusammenhang der Landeskirche. Sie befördert und stärkt somit die Verbundenheit im Glauben zwischen Einzelgemeinden, Kirchenkreisen, Anstalten und kirchlichen Einrichtungen.“

Hinweis: Das Fachgespräch findet am 11. Januar von 16.00 bis 18.00 Uhr im Hörsaal F 107 der Universität München (Geschwister-Scholl-Platz 1) statt. Die Studie „Die Visitation“ ist ab 12. Januar unter der ISBN 978-3-9812446-2-5 über jede Buchhandlung erhältlich bzw. kann direkt im Amt der VELKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, E-Mail: versand@velkd.de) zum Preis von 4 Euro (zzgl. Versandkosten; Staffelpreise auf Anfrage) bestellt werden. Unter www.velkd.de wird sie ab diesem Datum zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 4. Januar 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet oder nicht mehr erreichbar.

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Für ein weltoffenes Luthertum
Leitender Bischof der VELKD gratuliert Altbischof Christian Krause zum 70. Geburtstag - Montag, 4. Januar 2010

In einem Glückwunschschreiben hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), den früheren Braunschweiger Landesbischof Dr. h. c. Christian Krause gewürdigt. Krause wird am 6. Januar siebzig Jahre alt. „Sie haben in Ihrem Leben in ungewöhnlicher Weise der lutherischen Weltkirche in großer Weite und Intensität an verschiedenen Stellen gedient. Ihre Tätigkeiten u. a. in Tansania, im Lutherischen Kirchenamt, als Braunschweiger Landesbischof, als Präsident des Lutherischen Weltbundes sowie des Luther-Zentrums in Wittenberg sind in guter Erinnerung und stellen eine höchst eindrucksvolle Abfolge von Tätigkeiten dar“, heißt es in dem Brief.

Christian Krause war von 1994 bis 2002 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Von 1997 bis 2003 amtierte er als Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB) und unterzeichnete 1999 in dieser Funktion die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ (GE) zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem LWB. Bis 2005 war er Aufsichtsratsvorsitzender des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) und bis 2007 Präsident des Luther-Zentrums in Wittenberg. Vor seiner Zeit als Landesbischof wirkte Krause von 1985 bis 1994 als Generalsekretär des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT). Davor arbeitete er als Oberkirchenrat bei der VELKD sowie als Leiter des Flüchtlingsdienstes des LWB in Daressalaam (Tansania).

Der Leitende Bischof wörtlich: „Mir scheint, dass Sie vor allem für ein weltoffenes, soziale Probleme wahrnehmendes und andere Kulturen wertschätzendes Luthertum stehen. Ihr Name hat in der Geschichte des Weltluthertums der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen hervorragenden Klang und ist mit der Unterzeichnung der GE untrennbar verknüpft. Damit haben Sie sich große Verdienste erworben und dem Luthertum insgesamt einen unschätzbaren Dienst erwiesen.“


Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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