Pressemitteilungen 2018

„Kirche für die Religion der Menschen“ und „Gelebte Gemeinschaft“
VELKD-Booklets zu Gemeindepraxis und Ökumene sind erschienen - Mittwoch, 5. Dezember 2018

Mit zwei Publikationen zu ihren Kernthemen Gemeinde und Ökumene erweitert die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ihre Booklet-Reihe: „Kirche für die Religion der Menschen. Leitlinien evangelischer Gemeindepraxis“ von Martin Kumlehn und „Gelebte Gemeinschaft. Ökumene in lutherischer Perspektive“ von Bernd Oberdorfer.

„Gemeinde - was ist das eigentlich?“, fragt Dr. Martin Kumlehn, Pastor und Privatdozent für Praktische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität, in seinem Text. Er gibt einen kurzen Abriss der Entwicklung kirchlicher Gemeinden und plädiert für einen weiten Begriff von kirchlicher Gemeinde im Sinne von „lebendiger Vielfalt, vielfältiger Teilhabe“ und eine „Kirche als Wegbegleiter“: „Zu wünschen ist eine Kirche, die einen mit jedwedem Aktionismus und Betätigungswahn verschont, – aber da ist, wenn man sie braucht“, schreibt Kumlehn.

Die Erkenntnis „Es verbindet uns mehr, als uns trennt“ prägte die Ausrichtung des Reformationsjubiläums 2017. Den Weg zur ökumenischen Gemeinschaft zwischen christlichen Kirchen unterschiedlicher Konfession zeichnet Dr. Bernd Oberdorfer, Professor für Systematische Theologie in Augsburg, im Ökumene-Booklet „Gelebte Gemeinschaft“ nach. Nach einem Überblick über die geschichtlichen Linien im Verhältnis von Vielfalt und Verbundenheit innerhalb des Christentums skizziert er den Neuansatz der ökumenischen Bewegung im 20. Jahrhundert, behandelt Grundfragen der Ökumene und fragt zuletzt nach der Nachhaltigkeit des ökumenischen Aufbruchs.

Hintergrund: Die Booklets zu Gemeinde und Ökumene beschließen die Reihe von fünf Texten im Booklet-Format, die die VELKD anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 initiiert hat. Bisher erschienen sind die Titel zu den Themen Theologie, Gottesdienst und Recht. Sie setzen bei aktuellen Fragestellungen an, bieten theologische Sachinformationen im Taschenformat und sind sowohl für Ehrenamtliche in den Gemeinden, Multiplikatoren als auch für alle am Thema Interessierten gedacht.

Hinweis: Martin Kumlehn, „Kirche für die Religion der Menschen. Leitlinien evangelischer Gemeindepraxis“, hrsg. von Georg Raatz und Gundolf Holfert, ISBN 978-3-943201-18-5, Hannover 2018; Bernd Oberdorfer, „Gelebte Gemeinschaft. Ökumene in lutherischer Perspektive“, hrsg. von Johannes Dieckow und Gundolf Holfert, ISBN 978-3-943201-23-9, Hannover 2018. Beide Booklets können im Amt der VELKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 532, E-Mail: versand@velkd.de oder unter http://www.velkd.de/kirche-fuer-die-religion und http://www.velkd.de/gelebte-gemeinschaft gegen eine Schutzgebühr von 2,00 Euro pro Exemplar bestellt werden.

Hannover, 5. Dezember 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Neue Texte und Lieder für den evangelischen Gottesdienst
Überarbeitete Ordnung wird am 1. Advent mit einem Festgottesdienst in der Wittenberger Schlosskirche eingeführt - Dienstag, 27. November 2018

Mit einem Festgottesdienst in der Schlosskirche in Wittenberg wird am 1. Advent 2018 die neue „Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder“ eingeführt. Sie gilt als Richtschnur für die Lesungen und Predigttexte in den evangelischen Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen.

„Die ‚Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder‘ ist ein Einheitsband des deutschen Protestantismus wie die Lutherbibel und das Gesangbuch“, erläutert der Vorsitzende der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK), Kirchenpräsident Christian Schad. Angeregt durch die revidierte Lutherbibel 2017 und eine stärkere Besinnung auf das Alte Testament seien viele traditionsreiche Texte aufgenommen worden, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.

Bei der Neuordnung wurde rund ein Fünftel der biblischen Texte ausgetauscht: In Zukunft werden in evangelischen Gottesdiensten mehr Texte aus dem Alten Testament zu hören sein, mehr Texte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen. Auch Texte wie das Buch Hiob, die eine große Resonanz in Kunst und Kultur gefunden haben, sind stärker berücksichtigt worden. Bei den vorgeschlagenen Predigttexten gibt es nun eine größere Vielfalt: unterschiedliche Textgattungen wechseln sich ab, erstmals sind auch Psalmen als Predigttexte vorgesehen.

 „Durch die Zusammenstellung der Texte und Lieder erschließt sich der Reichtum der biblischen Tradition noch einmal ganz neu“, so Landesbischof Meister, Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD): „Jeder Sonn- und Festtag hat eine eigene Prägung. Das ist ein Schatz, den wir zur Geltung bringen wollen.“

Landesbischof Meister und Kirchenpräsident Schad halten gemeinsam die Predigt in dem Wittenberger Festgottesdienst. Geleitet wird er von der Direktorin des Evangelischen Predigerseminars Wittenberg, Sabine Kramer.

Größere Veränderungen gibt es auch bei den Liedern der Woche bzw. des Tages: Zu jedem Sonn- und Festtag werden nun zwei Lieder aus unterschiedlichen Epochen vorgeschlagen, darunter etwa ein Drittel zeitgenössische Lieder oder solche, die in den vergangenen Jahrzehnten populär geworden sind. Einige Fest- und Gedenktage sind neu in die Ordnung aufgenommen worden, zum Beispiel der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) und der Tag des Gedenkens an die Novemberpogrome (9. November), aber auch der Martinstag (11. November) und der Nikolaustag (6. Dezember).

Die „Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder“ sieht für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres drei biblische Lesungen und zwei Lieder vor, dazu einen Psalm, einen Halleluja-Vers und einen Spruch des Tages bzw. der Woche; drei weitere biblische Texte vervollständigen die Predigtreihen. Damit hat jeder Sonn- und Feiertag sein eigenes Thema. Die neue Ordnung steht mit dem 1. Advent, dem Beginn des neuen Kirchenjahres, in allen Gemeinden der Gliedkirchen der EKD in Geltung. Sie gilt als verbindlich, jedoch nicht als verpflichtend.

Die Neuordnung ist eine Überarbeitung der bisherigen Ordnung, die seit 1978 galt. Ihre Ursprünge reichen bis ins Mittelalter zurück.

Hinweis: Einen digitalen Kirchenjahres-Kalender finden Sie unter  www.kirchenjahr-evangelisch.de. Hintergrundinformationen  und Arbeitsmaterialien zur neuen Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder stehen ab dem 1. Advent unter www.perikopen-evangelisch.de zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter www.velkd.de/gottesdienst/Lektionar.php.
Die Predigt von Landesbischof Ralf Meister zum Download bereit unter http://www.velkd.de/velkd/bischof_berichte_predigten_texte.php

Hannover, 27. November 2018
Pressestelle der VELKD       Pressestelle der EKD/UEK      
Henrike Müller                   Carsten Splitt                                                                       

 

 

 

 

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Das ganze Kirchenjahr als App
VELKD und Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern aktualisieren gemeinsames Online-Angebot - Dienstag, 20. November 2018

Seit drei Jahren gibt es das liturgische Angebot „kirchenjahr-evangelisch.de” im Internet. Nun haben die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB), die die Webseite gemeinsam betreiben, den digitalen Kirchenjahreskalender um eine App erweitert: „Kirchenjahr evangelisch“ ist ab sofort im AppStore und bei GooglePlay erhältlich.

Die App bietet alle Texte und Lieder nach der neuen „Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder“, die am 1. Advent 2018 eingeführt wird. Dazu bieten drei weitere Rubriken Anregungen und Informationen zu jedem Sonn- und Feiertag: „Die Kernaussage“ fasst das Thema des Tages in einem Satz zusammen; „Das Wesentliche“ bietet eine kurze Auslegung der Texte des Tages; „Glaube im Alltag“ gibt Anregungen zur Gestaltung des Tages und der Woche.  Links führen auf die Online-Version der Luther-Bibel und auf das wöchentliche Fürbittengebet, das auf www.velkd.de veröffentlicht wird. Optional können Push-Nachrichten aktiviert werden, die am Vorabend um 18:00 Uhr an den bevorstehenden Sonn- oder Feiertag erinnern.

Zusätzlich sind Poster und Postkarten zu den Kirchenjahreszeiten erhältlich, die im Schaukasten, im Gottesdienst und in der gemeindlichen Arbeit eingesetzt werden können. Poster und Postkarten können im ersten Jahr bis zum 1. Advent 2019 kostenfrei unter kirchenjahr-evangelisch.de/mitmachen bestellt werden.

Die App „Kirchenjahr evangelisch” richtet sich an Menschen, die haupt- und ehrenamtlich Gottesdienste vorbereiten und gestalten, und an alle, die den Rhythmus des Kirchenjahreslaufs nachvollziehen und bewusst erleben möchten.

Hinweis: Die App „Kirchenjahr evangelisch” ist kostenlos im AppStore oder bei GooglePlay erhältlich. Informations- und Werbematerial sowie Poster und Postkarten erhalten Sie unter www.kirchenjahr-evangelisch.de/mitmachen.

Hannover, 20. November 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Online gedenken am Ewigkeitssonntag: Chatandacht auf trauernetz.de
Verstorbene können in ein digitales Trauerbuch eingetragen werden - Montag, 19. November 2018

Am kommenden Ewigkeitssonntag gedenken evangelische Christen verstorbener Angehöriger und Freunde. Das geschieht in Gemeindegottesdiensten, wenn deren Namen verlesen und Kerzen angezündet werden. Doch auch online ist ein Totengedenken möglich: Am Abend des Ewigkeitssonntags, 25. November 2018, gibt es um 18:00 Uhr eine Chatandacht auf www.trauernetz.de.

Ab sofort ist es möglich, auf trauernetz.de die Namen von Verstorbenen in ein Trauerbuch einzutragen. Während der Online-Andacht am Ewigkeitssonntag werden diese im Chat eingeblendet und im Gebet vor Gott gebracht. Im Anschluss daran beten Chatteilnehmerinnen und -teilnehmer gemeinsam das Vaterunser und bitten Gott um seinen Segen.

Die Online-Andacht ergänzt das gottesdienstliche Angebot der Kirchengemeinden vor Ort. Während dort in der Regel nur die Namen der im zurückliegenden Kirchenjahr verstorbenen Gemeindeglieder genannt werden, hängt das öffentliche Gedenken auf trauernetz.de nicht vom Sterbejahr ab. Angehörige und Freunde können im Chat namentlich auch an Menschen erinnern, die bereits vor längerer Zeit gestorben sind. Das Online-Angebot richtet sich überdies an Trauernde, die an einem Gemeindegottesdienst nicht teilnehmen können, weil sie zum Beispiel weit entfernt vom Wohnort der Verstorbenen leben.

Zusätzlich zur Chatandacht bietet trauernetz.de auch die Möglichkeit, Online-Gedenkseiten für Verstorbene anzulegen. „Unsere Kultur verändert sich, immer mehr Lebensvollzüge verlagern sich ins Internet. Deshalb ist es nur folgerichtig, Totengedenken auch online anzubieten, ob als Chatandacht oder als Gedenkseiten für Verstorbene“, sagt Pfarrer Ralf Peter Reimann, der die Online-Andacht gemeinsam mit seiner Kollegin Pfarrerin Maike Roeber halten wird. „Bereits seit neun Jahren bieten wir am Ewigkeitssonntag eine Chatandacht an. Für einige Menschen ist diese Online-Andacht jedes Jahr ein fester Ort, um an verstorbene Angehörige und Freunde zu erinnern“, ergänzt Maike Roeber.

www.trauernetz.de ist eine Kooperation der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. Informationen auch unter www.velkd.de/gemeinden/trauernetz.php

Hannover, 19. November 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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„Mehr Beteiligung, mehr Ökumene, mehr Vielfalt, mehr Inspiration“
Abschluss der 5. Tagung der 12. Generalsynode - Samstag, 10. November 2018

Mit konkreten Impulsen zur Mitwirkung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), ihren Gliedkirchen und Gremien ist am Samstagmittag die 5. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD beendet worden. „Mehr Beteiligung, mehr Ökumene, mehr Vielfalt, mehr Inspiration“ – so fasst die stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums der Generalsynode, Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk, die abschließenden Beratungen im Plenum zusammen. „Wir brauchen die gesamte Crew, um das Schiff flott zu halten. Dazu gehören natürlich auch Jugendliche und junge Erwachsene.“

Zur konkreten Umsetzung der Empfehlungen im Zusammenhang mit dem Thema der Generalsynode „‘Sage nicht, ich bin zu jung‘ (Jeremia 1, 7) – gemeinsam.ökumenisch.inspirierend“ fassten die Mitglieder der Generalsynode die entsprechenden Beschlüsse: So ergeht der Auftrag an die Kirchenleitung, zu prüfen, wie die Mitwirkungsmöglichkeiten junger Menschen in der Generalsynode bis hin zu einer stimmberechtigten Mitgliedschaft für junge Menschen unter 30 Jahren verbessert werden können. Die Synodalen beauftragen die Kirchenleitung damit, einen breit angelegten langfristigen Prozess zur Sichtbarmachung und Weiterentwicklung einer vielfältigen Gottesdienst- und Beteiligungskultur zu initiieren. Weiterhin fasste die Generalsynode unter anderem Beschlüsse über die finanzielle Förderung ökumenischer internationaler Jugendbegegnungen. Die Ergebnisse der angestoßenen Prozesse sollen auf der Generalsynode 2019 vorgestellt werden.

In der Entschließung zum Catholica-Bericht unterstrichen die Synodalen mit Blick auf die Orientierungshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zum gemeinsamen Kommunionempfang für Paare in konfessionsverbindender Ehe, dass „mit dem vorliegenden Text ein wichtiger Schritt nach vorne“ gemacht worden sei. Die Generalsynode sei „gespannt auf die praktischen Auswirkungen der Orientierungshilfe auf die Bistümer und Pfarreien in Deutschland. Sie ist zugleich interessiert, die Auswirkungen der Orientierungshilfe auf das ökumenische Miteinander und besonders auf die Situation der Paare in konfessionsverbindender Ehe zu erfahren und zu begleiten“.

Zum Bericht des Leitenden Bischofs, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hielten die Synodalen fest: „Angesichts der gesellschaftlichen und weltpolitischen Lage ist die Generalsynode dem Leitenden Bischof dankbar für seine klaren Aussagen zur öffentlichen Verantwortung der Kirchen“. Die Mitglieder der Generalsynode unterstreichen, dass „Nächstenliebe und Rassismus sich ausschließen“ und es nicht vereinbar sei, „den Menschen als Gottes geliebtes Geschöpf zu verstehen und gleichzeitig menschenverachtende Politik zu unterstützen“. Sie dankten Landesbischof Gerhard Ulrich „für seinen herausragenden Einsatz, sein großes Engagement, seine gestalterische Kraft, seine klaren Worte und seine geistliche Präsenz“. Sein gesegneter Dienst erfülle die Generalsynode mit tiefem Respekt und großer Dankbarkeit. Im Gottesdienst am Freitagabend war Landesbischof Gerhard Ulrich als Leitender Bischof der VELKD entpflichtet worden. Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, wurde im Gottesdienst als Leitender Bischof der VELKD eingeführt.

Materialien und Bilder von der Tagung stehen zur Verfügung unter http://www.velkd.de/velkd/12-generalsynode.php.

Würzburg, 10. November 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

 

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Dialog mit Offenheit und Geduld
Catholica-Beauftragter der VELKD hält seinen Bericht vor der Generalsynode und der Vollkonferenz der UEK - Samstag, 10. November 2018

Von einer „neuen Qualität der lutherisch-katholischen Beziehung”, die für die Fortführung des ökumenischen Dialogs fruchtbar gemacht werden müsse, sprach der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), in seinem Bericht vor der Generalsynode der VELKD und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen. Der Dialog müsse sich in Zukunft mit den drängenden Themen Kirche, Eucharistie und Amt beschäftigen und zugleich die geistlichen, diakonischen und seelsorgerlichen Dimensionen der Ökumene nicht aus dem Blick verlieren. „Dass es für diesen Weg Geduld braucht, ist eine Selbstverständlichkeit für die theologische Ökumene”, so Manzke.

Ermutigend sei in diesem Zusammenhang die Begegnung zwischen einer Delegation von VELKD und Vertretern des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes mit Vertretern des Päpstlichen Einheitsrates im Juni 2018. Hier sei deutlich geworden, dass der Einheitsrat eine Bündelung und Rezeption der katholisch-lutherischen Dialogergebnisse zu den Themen Kirche, Abendmahl und Amt vorantreiben möchte. Zudem habe Papst Franziskus in seiner Ansprache an die Mitglieder der Delegation deutlich gemacht, dass es ihm ein Anliegen sei, dass die Kirchen „eine immer konkretere und sichtbare Einheit untereinander“ erreichten. Manzke äußerte sich auch positiv über die Entwicklungen, den Dialog für die innerprotestantische Ökumene zu öffnen: „Mit großer Freude haben wir die Erklärung des Vatikans und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (…) aufgenommen, einen offiziellen Dialog über das Verständnis von Kirche und Kirchengemeinschaft führen zu wollen“.

Als einen „Paradigmenwechsel im seelsorgerlichen Umgang mit den Gläubigen in der katholischen Kirche” bezeichnete Manzke die Orientierungshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zur Frage des gemeinsamen Kommunionempfangs von Ehepaaren in konfessionsverbindenden Ehen, die im Juni nach kontroversen Diskussionen innerhalb der römisch-katholischen Kirche veröffentlicht wurde. „Man wird die in der Orientierungshilfe aufgeschlossene Tür erkennen, wenn man sich klarmacht, dass diese (…) gerade nicht den Zugang zur Eucharistie regelt, sondern vielmehr die Gewissensentscheidung des Einzelnen in den Vordergrund stellt und ihr beinahe alles zutraut.” Die Debatte um den gemeinsamen Kommunionempfang steht für den Catholica-Beauftragten „exemplarisch für die Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung in der Ökumene und zugleich für den Weg des Pontifikats von Papst Franziskus”.

Als einen ökumenischen Meilenstein bezeichnete auch Kirchenpräsident Christian Schad (Speyer) die Erklärung zwischen dem Vatikan und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa: „Die Bedeutung dieses ökumenischen Gesprächs mit dem Gesamtprotestantismus ist m.E. nicht hoch genug einzuschätzen“, sagte der evangelische Vorsitzende des Kontaktgesprächskreises, der seinen Bericht im Auftrag des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland hielt. Schad benannte es als „Gebot der Stunde“, die unterschiedlichen ökumenischen Dialoge konstruktiv aufeinander zu beziehen und miteinander zu vernetzen. Deshalb sei es anzustreben, dass der Dialog zu Kirche, Eucharistie und Amt von Anfang an sowohl die lutherisch-katholische als auch die evangelisch-katholische Perspektive gut miteinander abstimmt. In den komplexen Fragestellungen, mit denen sich der ökumenische Dialog beschäftigt, macht Schad einen ermutigenden neuen Ton aus: „Es geht nicht allein um Erwartungen an die andere Seite, sondern um die eigene Bereitschaft, sich korrigieren, sich verändern, sich wandeln zu lassen. Das geschieht, wenn der theologische Dialog eingebettet ist in Freundschaft, in lebendige vertrauensvolle Kommunikation und in geistliche Erfahrungen miteinander“.  

Hinweis: Die Berichte im Wortlaut stehen zum Download bereit unter: http://www.velkd.de/velkd/12-generalsynode.php#1288.

Würzburg, 10. November 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Mitbestimmung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Kirche stärken
Auftakt zum Schwerpunktthema der Generalsynode der VELKD - Freitag, 9. November 2018

„Habt keine Angst, Jugend zu beteiligen. Habt keine Angst, gewohnte Wege zu verlassen und neue Dinge auszuprobieren und habt keine Angst vor dem Dialog der Generationen und den Lebensideen junger Menschen!“ Julia Braband, Theologiestudentin und Vorsitzende des Vorbereitungsausschusses zum Synodenthema, eröffnete den Thementag auf der 5. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD mit einem deutlichen Aufruf an die Synodalen.

Das Schwerpunktthema der diesjährigen Tagung steht unter dem Motto „‘Sage nicht: Ich bin zu jung‘ (Jer 1,7) – gemeinsam.ökumenisch.inspirierend“ und nimmt die drei Themenbereiche Ökumene, Recht und Gottesdienst mit Impulsen, in Workshops und in den Fachausschüssen der Generalsynode in den Blick. Der Prozess zielt auf weitreichende Veränderungen in der VELKD: Förderung internationaler Jugendbegegnungen; Initiierung eines breit angelegten Prozesses für eine vielfältige Gottesdienstkultur und die Stärkung der Mitbestimmung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Jugendsynodale der Generalsynode sowie in den Landessynoden der Gliedkirchen der VELKD mit allen synodalen Rechten und Pflichten.

Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Mainusch (Hannover), juristisches Mitglied im Vorbereitungsausschuss, stellte in seinem Impuls die unterschiedlichen Modelle in den Verfassungen der VELKD-Gliedkirchen im Blick auf die Beteiligung von Jugendlichen und Jugendsynodalen vor. Diese reichen von Gliedkirchen, deren Verfassung die Beteiligung von jungen Menschen nicht explizit vorsieht, über solche, gemäß deren Verfassung Jugendliche Rederecht, aber kein Stimmrecht haben, bis zu denen, in denen Jugendsynodale mit vollen synodalen Rechten in der Verfassung verankert sind – wie seit 2017 in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und im aktuellen Verfassungsentwurf der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Wie wäre es denn, wenn wir diese Beispiele zum Anlass nehmen würden, eine stärkere Mitbestimmung von Jugendlichen in der VELKD und ihren Gliedkirchen auf den Weg zu bringen und diesen Impuls über den Rahmen der VELKD hinaus auch in die EKD einzutragen?“, schloss Mainusch.

Nachdem sich die Ausschüsse der Generalsynode mit den Beschlussvorschlägen aus den Workshops befasst haben, stehen die Beschlussfassungen am Samstag, 10. November 2018, im Plenum der Generalsynode an.

Hinweis: Die 5. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD findet vom 8.-10. November 2018 in Würzburg statt. Texte und Bilder von der Tagung stehen hier zur Verfügung.

Würzburg, 9. November 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Ralf Meister ist neuer Leitender Bischof der VELKD
Landesbischof der Hannoverschen Landeskirche folgt auf Nordkirchen-Bischof Gerhard Ulrich - Freitag, 9. November 2018

Der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, ist neuer Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Die Mitglieder der Generalsynode der VELKD wählten den 56-Jährigen mit 38 von 45 Stimmen. Meister folgt auf Landesbischof Gerhard Ulrich, der das Amt seit 2011 innehatte und im März 2019 in den Ruhestand tritt. Stellvertretender Leitender Bischof wird der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing; er übernimmt das Amt von Landesbischöfin Ilse Junkermann (Magdeburg). Im Namen der Generalsynode gratulierte Präsident Hartmann und wünschte dem Leitenden Bischof und seinem Stellvertreter Gottes Segen.

Landesbischof Meister dankte für das Vertrauen und sagte anlässlich seiner Wahl: „Ich freue mich sehr, dass ich gerade während der Synode mit dem Thema ‚Sage nicht: Ich bin zu jung (Jeremia 1,7) – gemeinsam.ökumenisch.inspirierend‘ gewählt wurde. Die Beteiligung junger Menschen am kirchlichen Leben und ihre Beheimatung im Glauben sind für mich zentrale und persönlich wichtige Themen. Ich bin gespannt darauf, im neuen Amt die Vielfalt des Protestantismus intensiver kennenzulernen und darin die lutherische Stimme pointiert zu erheben“.

Im Namen der Generalsynode hatte Präsident Hartmann zuvor Bischof Ulrich und Bischöfin Junkermann für ihr Engagement für die VELKD gedankt. Er würdigte den Einsatz der beiden Leitenden Geistlichen für das theologische Profil der VELKD und die Menschen in den Gliedkirchen. Hartmann hob besonders ihre Geduld und den klaren Blick in den Strukturprozessen hervor. Mit langanhaltendem Applaus verabschiedeten sich die Mitglieder der Generalsynode von ihren bisherigen Leitenden Geistlichen.

Im Gottesdienst am Freitag, 9. November 2018, um 18:30 Uhr in der Deutschhauskirche in Würzburg wird der bisherige Leitende Bischof entpflichtet und sein Nachfolger eingeführt. Die Einführung übernimmt Bischof Dr. Abromeit (Greifswald) als dienstältestes Mitglied der Bischofskonferenz.

Der gebürtige Hamburger Ralf Meister ist seit 2011 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und seit 2012 Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Er war zuvor unter anderem Leiter der Redaktion des Evangelischen Rundfunkreferates der norddeutschen Kirchen am Landesfunkhaus Schleswig-Holstein in Kiel, Propst des Kirchenkreises Lübeck in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Generalsuperintendent des Sprengels Berlin in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Der Leitende Bischof ist der erste Geistliche der VELKD. Er hat den Vorsitz in der Kirchenleitung und der Bischofskonferenz und vertritt die VELKD nach außen. Der Leitende Bischof wird von der Generalsynode für drei Jahre gewählt. Die geistlichen Leitungsämter der VELKD sind Ehrenämter und werden von den Amtsträgern in ihrem bischöflichen Amt übernommen.

Hinweis: Ein Pressefoto von Landesbischof Meister können Sie herunterladen unter http://www.velkd.de/images/Ralf-Meister.jpg. Die 5. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD findet vom 8.-10. November 2018 in Würzburg statt. Texte und Bilder von der Tagung stehen hier  zur Verfügung.

Würzburg, 9. November 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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„Bühne frei für die Inhalte!“
Tagung der Generalsynode der VELKD beginnt mit dem Bericht des Leitenden Bischofs - Donnerstag, 8. November 2018

„Bühne frei für die Inhalte!“ Mit diesem Appell hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), seinen Bericht vor der 5. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD begonnen: „Bühne frei für die Inhalte – ein Satz, der uns auf das Selbstverständnis unseres christlichen Glaubens zurückführen soll, der uns an den Grund erinnert, auf dem wir stehen und von dem aus wir unterwegs sind, das Wort der Versöhnung zu predigen“. Christlicher Glaube sei ein „Widerstands-Glaube gegen Fake-News aller Art“. Er „streckt sich aus über diese Welt hinaus, weiß, dass diese Welt, dieses Leben eben nicht aufgeht in dem, was sichtbar, erklärbar, verstehbar ist. (…) Für diesen Glauben die Stimme zu erheben und seine verändernde Kraft zu verkünden, das ist unser Auftrag“.

Dies sei umso wichtiger in einer Zeit, in der das politische und gesellschaftliche Klima sich verändere und der Ton in den Debatten sich verschärfe. „Als Christinnen und Christen erheben wir die Stimme gegen rassistische, antisemitische, menschenversachtende oder gar Nazi-Parolen – weil Nächstenliebe und Rassismus sich ausschließen, weil es eben nicht vereinbar sei, den Menschen als Gottes geliebtes Geschöpf zu verstehen und gleichzeitig menschenverachtende Politik zu unterstützen.“

Als Themen, die aus seiner Sicht auch zukünftig von zentraler Bedeutung für die Arbeit der VELKD seien, nannte Ulrich zunächst die Herausforderung, Orientierung zu geben in einer „globalisierten und sich beschleunigenden Welt” – dazu gehöre es, auch immer wieder Energie zu investieren „in die Fragen des Glaubens und des Lebens, auf die es keine einfachen Antworten geben kann“, weiterhin das theologische Nachdenken darüber, wie sich unter den Bedingungen der Digitalisierung Glauben leben und Kirche gestalten lasse. Zentral sei gerade angesichts des Themas der Generalsynode „‘Sage nicht: Ich bin zu jung‘ (Jeremia 1,7) – gemeinsam.ökumenisch.inspirierend“ die Frage „Wie geben wir das, was uns trägt, weiter an die nächste Generation – in aller Offenheit für die Art und Weise, wie junge Menschen die Welt wahrnehmen und gestalten?“ Wichtig sei es, die Interessen der Menschen in den Gliedkirchen im Blick zu behalten: „Es ist ein breites Spektrum nicht nur von Landschaften, sondern von Mentalitäten, Frömmigkeitsstilen und geistlichen Traditionen, die in der VELKD verbunden sind”.

Ulrich, dessen Amtszeit am morgigen Freitag endet, blickte in seinem Bericht auch zurück auf 7 Jahre im Leitungsamt der VELKD. Eines der zentralen Themen seien die komplexen Strukturprozesse gewesen, die nun zu einem guten Abschluss geführt werden konnten. Die Debatten seien getragen gewesen von der Gewissheit, dass Vielfalt die Voraussetzung für eine gelingende Gemeinschaft in Freiheit sei. Die VELKD, so Ulrich, lebe die Einsicht, „dass theologische Klarheit auch in gemeinsamen Strukturen möglich ist, ja, (…) gerade dann in die Vielfalt des Protestantismus am besten eingebracht werden kann“.

Die Tagung der Generalsynode war zuvor von ihrem Präsidenten, Prof. Dr. Dr. Wilfried Hartmann, eröffnet worden. In seinem Bericht stellte er Schwerpunkte der Arbeit des Präsidiums aus dem vergangenen Jahr dar, darunter die Vorbereitung der aktuellen Tagung der Generalsynode. Bei der Vorbereitung sei es leitend gewesen sei, „die Interessen unserer Kirchen wahrzunehmen und zu berücksichtigen, Impulse zu setzen und der Synode die Möglichkeit zu geben, durch ihre Anregungen die auf das gemeinsame Bekenntnis gestützte Arbeit“ der VELKD zu fördern und zu befruchten.

Hinweise: Den Bericht des Leitenden Bischofs finden Sie unter http://www.velkd.de/velkd/12-generalsynode.php#1288. Die 5. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD findet vom 8.-10. November 2018 in Würzburg statt. Texte und Bilder von der Tagung unter http://www.velkd.de/velkd/12-generalsynode.php.

Würzburg, 8. November 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Jahresprogramm 2019 des Gemeindekollegs erschienen
Aktuelle Ausgabe des Magazins „Kirche in Bewegung“ trägt den Titel „Weisschwarz“ - Freitag, 2. November 2018

Das Jahresprogramm 2019 des Gemeindekollegs der VELKD in Neudietendorf sowie die aktuelle Ausgabe des Gemeindekolleg-Magazins „Kirche in Bewegung“ sind erschienen. Beides ist geprägt von den Veränderungen im Gemeindekolleg: „Unser Team hat sich vergrößert“, schreiben Leiter Prof. Dr. Reiner Knieling und die stellvertretende Leiterin Isabel Hartmann im Geleitwort zum Jahresprogramm: „Fünf Co-Worker haben wir gewonnen. Sie arbeiten temporär und eng vernetzt mit uns im Gemeindekolleg der VELKD zusammen. Verschiedene Kompetenzen und Arbeitsbereiche befruchten sich. Netzwerke wachsen. Gemeinsam entwickeln wir die Arbeit weiter und erweitern das Angebot.“

Das spiegelt sich auch im Jahresprogramm wider: Neben bewährten Angeboten des Gemeindekollegs, die auf das Zusammenwirken von Geist und Prozess setzen, gibt es Veranstaltungen, die Impulse und Erfahrungen der Co-Worker aufnehmen und Einrichtungen vernetzen: Christof Hechtel vom Gottesdienst-Institut in Nürnberg kombiniert in seinem Profil Gemeindeentwicklung mit Gottesdienstberatung; Jasmin Sternkicker (Erfurt) verbindet in ihren Projekten außerkirchliche spirituelle Perspektiven mit der Weiterentwicklung religiöser Sprachfähigkeit. Ulrike Brand-Seiß aus der Nordkirche verbindet geistliche Perspektiven und Gemeindeberatung, Rainer Koch (Hannover) bringt die Erfahrungen von Gemeindeentwicklung und Fresh Expressions mit; die Perspektive von Journalist Daniel Schneider (Löhne) richtet sich auf die kirchlich ungebundenen Menschen unter 40.

Auch das Magazin „Kirche in Bewegung“ trägt in der aktuellen Ausgabe die Handschrift der Co-Worker. „‘Weisschwarz‘ ist ein ungewöhnlicher Titel für ‚Kirche in Bewegung‘“, sagt Prof. Dr. Reiner Knieling. „Er macht neugierig. Die Reduktion auf weiß und schwarz schärft die Aufmerksamkeit, lässt anders hinschauen und ermöglicht überraschende Entdeckungen. Das hilft auch in der Kirchenentwicklung.“ Jasmin Sternkicker schreibt in ihrem Beitrag: „Dort, wo nur schwarz-weiß möglich zu sein scheint, stelle ich mir die göttliche Kraft als das ‚Dazwischen‘ vor.“

Das 1986 gegründete Gemeindekolleg entwickelt und vernetzt Ideen und Impulse zur Gemeindeentwicklung, öffnet Foren für experimentelles Lernen und begleitet Veränderungsprozesse. Die Angebote richten sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kirche.

Hinweis: Die aktuelle Ausgabe von „Kirche in Bewegung“ und das Jahresprogramm 2019 des Gemeindekollegs sind direkt unter www.gemeindekolleg.de abrufbar.

Hannover, 2. November 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Reformation 2018: Verantwortung – Freiheit – Bildung
Botschaften aus der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens - Freitag, 26. Oktober 2018

Was heißt es, evangelisch-lutherisch zu sein? Welche Bedeutung haben die Grundgedanken der Reformation bis heute? Drei Theologen aus der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, einer der sieben Gliedkirchen der VELKD, geben aus Ihrer Perspektive darauf eine kurze Antwort.

Von einem Zukunftsprozess der Evangelischen Jugend in Sachsen berichtet der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing. Jugendliche haben im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 an der Frage gearbeitet, was es heißt, evangelisch-lutherisch zu sein, und Perspektiven für die Jugendarbeit in der sächsischen Landeskirche beschrieben. „Im gesamten Verlauf des Zukunfts­prozesses haben die Akteure immer wieder mit großer Dankbarkeit festgestellt (…), dass sie auf reformatorische Erkenntnisse und daraus gewachsene Glaubenshaltungen und Freiheiten zurückgreifen können. Besonders die Bedeutung der individuellen Glaubens- und Gewissensent­scheidung wurde und wird als eine Errungenschaft der Reformation erkannt und gewürdigt. Sie hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt!“

Dafür, die „grundlegende Bedeutung des christlichen Glaubens bei der Herausbildung der europäischen Identität stark zu machen“, plädiert Dr. Roland Löffler, evangelischer Theologe und Leiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. „Wer Menschen für sich, für den Glauben, für eine bessere und gerechtere Welt, für Vertrauen in Institutionen gewinnen möchte, muss auf sie zugehen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Aber er braucht dafür auch einen Kompass, um in unserer komplizierten Welt auf klarem Kurs zu bleiben. Die Botschaft von Jesus Christus, der Vergebungs­bereitschaft Gottes und Hoffnung auf menschliche und gesellschaftliche Ver­änderbarkeit (…) ist so ein innerer Kompass. Der Reformationstag ist ein guter Zeitpunkt, um zu fragen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind.“

Superintendent Christian Behr aus dem Kirchenkreis Dresden-Mitte beschreibt die Reformation als eine „unvergleichliche Medien- und Bildungsoffensive“. Auch heute bedeutet Reformation für ihn zu einem großen Teil Bildung: Dazu gehöre eine „aufgeklärte und aufklärerische Theologie“, „die in einer aktuellen Sprache (…) den Gemeindegliedern und den Bildungshungrigen unserer Zeit aktuelle Themen ihres Diskurses zur Verfügung stellt“. Dazu gehörten freie evangelische Schulen, Teilhabe am Diskurs im öffentlichen Bildungssektor und die Auseinandersetzung mit Jugendlichen und ihren Fragen. „Mit kreativer, moderner Bildung, mit Diskussionen über unseren Glauben und mit Lust auf Veränderung bleiben wir aus meiner Sicht heute der Reformation treu.“

Die Beiträge im Wortlaut auf www.velkd.de/presse/reformationstag.php

Hannover, 26. Oktober 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Ökumene: Persönliche Begegnungen bleiben unverzichtbar
Abschluss der Reise der Kirchenleitung der VELKD nach Helsinki und Tallinn - Montag, 22. Oktober 2018

„Wir leben in unterschiedlichen Kulturen, sprechen verschiedene Sprachen – und wenn wir miteinander Gottesdienst feiern, beten, singen, auf Gottes Wort hören: dann erleben wir, dass wir eins sind in Christus“, sagte der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich, am Sonntag (21.10.2018) in seiner Predigt im Dom zu Tallinn. Gerade in einem Europa, das auseinanderzudriften drohe, sei es entscheidend, dass Menschen zusammenfänden, „sich über Grenzen und Gegensätze hinweg verständigen und gemeinsam handlungsfähig werden“. Ulrich erinnerte in seiner Predigt an die „singende Revolution“ in Estland und an die Kraft der Musik, die Menschen verbinden und die Welt verändern kann. „Um sich der oft bedrohlichen und scheinbar entmutigenden Realität nicht hinzugeben, um die Kraft des Widerstands wach zu halten, braucht es Vorbilder in der Geschichte und in der Gegenwart.“

Der Leitende Bischof und Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) predigte im Rahmen der Begegnungsreise der Kirchenleitung der VELKD nach Finnland und Estland. In Finnland informierte sich die Delegation zuvor über die Situation der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands, über das neue Curriculum für den Konfirmandenunterricht, über die ökumenischen Beziehungen sowie über aktuelle Strukturprozesse. In einem theologischen Seminar zum lutherisch-katholischen Dialog führten Vertreter der finnischen evangelisch-lutherischen Kirche sowie der römisch-katholischen Kirche in das Dialogdokument „Communion in Growth“ ein, das sich mit Fragen von Kirchenverständnis, Amt und Eucharistie beschäftigt. Die finnische Kommission, die den Text erarbeitet hat, hatte das DNK/LWB um eine Stellungnahme gebeten, die derzeit im Ökumenischen Studienausschuss von VELKD und DNK/LWB erarbeitet wird.

In Estland informierten sich die Mitglieder der Delegation über die wechselvolle Geschichte des Landes sowie die Situation der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, der 11 Prozent der Einwohner angehören und die zugleich die größte Religionsgemeinschaft unter der estnisch sprechenden Bevölkerung darstellt. „Unsere Völker und Kirchen verbindet eine lange Geschichte. Dass wir diese Geschichte in Frieden erleben dürfen, ist ein großes Geschenk und eine bleibende Verpflichtung. Die Kraft des Friedens, aus dem wir leben, sind wir den Menschen und der Welt schuldig“, sagte Bischof Ulrich im Rahmen eines Empfangs mit dem estnischen Erzbischofs Urmas Viilma.

Am Ende der Reise bilanzierte der Leitende Bischof: „Persönliche Begegnungen und theologischer Austausch bleiben auch in Zeiten digital vermittelter Kommunikation unverzichtbar. Einander zuhören, Trennendes aushalten und zugleich erleben, dass der Glaube über alle Grenzen hinweg verbindet – das gelingt am besten in persönlicher Begegnung und ist unverzichtbar für den ökumenischen Dialog.“

Die Predigt im Wortlaut: www.velkd.de/downloads/21102018_Predigt-Ulrich-Tallinn.pdf

Hannover, 22. Oktober 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Entwicklung ist der Schlüssel zum Frieden
Catholica-Beauftragter auf dem 32. Friedenstreffen von Sant’Egidio - Dienstag, 16. Oktober 2018

„Religionen dürfen keinen Anlass mehr geben, um politische oder wirtschaftliche Konflikte zu begründen“. Das hat der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, Dr. Karl-Hinrich Manzke auf dem diesjährigen Friedenstreffen von Sant’Egidio in Bologna angemahnt.

Dies sagte er vor dem Hintergrund, dass noch 2015 als „Hinderungsgründe für eine weitere Entwicklung“ (Bericht zum UN-Armutsgipfel) auch religiöse Einflüsse genannt wurden: So sei die Gleichstellung der Geschlechter in einigen Ländern schwer zu verwirklichen, weil die dortigen Religionen zum Teil die Gleichberechtigung der Geschlechter gar nicht wollten.

Dennoch sei „das Empfinden dafür gewachsen, dass die großen Religionen in ihrer Verpflichtung nicht nachlassen dürfen, […] der friedlichen Entwicklung des Zusammenlebens in der Welt nicht im Wege zu stehen“, stellt Bischof Manzke fest. In der Wertschätzung des Rechts, der Förderung von Erinnerungskultur und der Unterstützung von friedensfördernden Projekten sieht der Catholica-Beauftragte unter anderem einen „Beitrag zur Überwindung von Konflikten“ und für die „gemeinsame Verantwortung der Religionen“.

Es sei jedoch zu kurz gedacht, wenn man meine, dass die Entwicklung von Bildung, wirtschaftlicher Prosperität, politischer Teilhabe und Selbstbestimmung automatisch zu Frieden führe, so Karl-Hinrich Manzke: „Die Bereitschaft zum Frieden braucht noch eine weitere Quelle.“ Das sei die Bereitschaft, „Grenzen zu ertragen und auszuhalten, die wir Menschen nicht überwinden können.“ Darauf deute das Wort Jesu hin: „Euren Frieden lass ich euch – meinen Frieden gebe ich euch, aber nicht wie die Welt ihn gibt.“

Hinweis: Seit Sonntag, 14. Oktober 2018, findet in Bologna das 32. Internationale Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio statt. Die interreligiösen internationalen Friedenstreffen wurden 1986 erstmals in Assisi durchgeführt. Ihr Ziel ist es, den Dialog der Religionen zu fördern und dabei insbesondere das Thema Frieden in den Blick zu nehmen. Das diesjährige Treffen steht unter der Überschrift „Bridges of Peace (Friedensbrücken)“ und dauert noch bis zum 16.10.2018.

Weitere Informationen finden Sie unter https://preghieraperlapace.santegidio.org/pageID/30660/langID/de/tab/30692/BOLOGNA-2018--BR%C3%9CCKEN-DES-FRIEDENS_15-Okt-2018.html bzw. http://www.velkd.de/velkd/catholica-berichte-vortraege-texte.php

Hannover, 16. Oktober 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

 

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Ökumenische Begegnungen in Finnland und Estland
Begegnungsreise der Kirchenleitung der VELKD - Freitag, 12. Oktober 2018

Vom 18.-22. Oktober 2018 reist eine Delegation der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds nach Finnland und Estland. Ziel der Reise sind ökumenische Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern der finnischen und estnischen Kirchen und ein Austausch über theologische und kirchenpolitische Fragen.
„Die Begegnungsreise dient dem Kennenlernen unserer Schwesterkirchen und dem gemeinsamen Gespräch. Wir erleben unmittelbar, dass wir als Lutherische Kirchen in Deutschland Teil einer weltweiten Gemeinschaft sind. Diese Erfahrungen wirken zurück auf die Arbeit vor Ort und helfen, die Dimension der Ökumene stets mit zu bedenken“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin). Mit Estland werde ein Land besucht, das seit seiner Loslösung von der Sowjetunion eine beispielhafte Entwicklung durchgemacht habe. In Finnland seien die ökumenischen Beziehungen der evangelisch-lutherischen Kirche von besonderem Interesse. Mit ihrem Besuch möchte die Kirchenleitung auch einen Beitrag zur Verständigung in Europa leisten, so der Leitende Bischof.
Am Donnerstag, 18.10.2018, steht der Austausch mit Vertretern der Evangelisch-lutherischen Kirche in Finnland über Fragen ökumenischer Bildung, Religionspädagogik und kirchlicher Organisation im Mittelpunkt. Mit einem Abendgebet im Dom von Helsinki und einem gemeinsamen Abendessen endet der Tag. Der zweite Tag (Freitag, 19.10.2018) widmet sich unter anderem dem lutherisch-katholischen Dialog aus deutscher und finnischer Perspektive.
Der Aufenthalt in Tallinn beginnt mit Begegnungen mit Gästen aus der Estnischen Evangelisch-lutherischen Kirche (EELK) (Samstag, 20.10.2018). Am Sonntag hält der Leitende Bischof der VELKD die Predigt im Gottesdienst im Dom von Tallinn. Ebenfalls am Sonntag lädt Erzbischof Urmas Viilma (EELK) die Teilnehmenden der Delegation zu einem Empfang in das Konsistorium.
Die Situation der EELK und aktuelle Fragen aus der VELKD und dem DNK/LWB sind Gegenstand des Austausches am letzten Tag der Reise (22.10.2018).
Pressekontakt: Telefon +49 (0) 151 46 10 15 20, Mail: mueller@velkd.de.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Leitender Bischof der VELKD gratuliert Kristina Kühnbaum-Schmidt
Regionalbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wird neue Landesbischöfin der Nordkirche - Donnerstag, 27. September 2018

Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat Re-gionalbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt anlässlich ihrer Wahl zur Landesbi-schöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland gratuliert. Im Namen der Bischofskonferenz und der Kirchenleitung der VELKD wünschte er seiner Nachfolgerin im bischöflichen Amt Gottes Segen.

„In der heutigen Zeit braucht die Kirche Leitungspersonen, die über theologische Kompetenz, Klarheit in der Leitung, Verbindlichkeit im Umgang mit Menschen und ein Gespür für das richtige Wort zur rechten Zeit verfügen. Mit Ihren vielfälti-gen Qualifikationen, mit Ihrer theologischen Kompetenz und Ihrem Engagement für die Kirche und die Menschen sind Sie hervorragend geeignet für das geistliche Leitungsamt in der Nordkirche“, schreibt der Landesbischof in seinem Glück-wunschschreiben. „Auch als Mitglied der Kirchenleitung der VELKD haben Sie Ihre Leitungskompetenz, Ihr theologisches Profil und Ihre Verantwortung für die Ihnen anvertrauten Menschen gezeigt und zum Wohl der Vereinigten Kirche eingesetzt.“

Regionalbischöfin Kühnbaum-Schmidt bringe zudem Erfahrungen im Leitungs-amt einer fusionierten Landeskirche mit, die ihr auch in der neuen Aufgabe zu-gutekommen würden, so der Leitende Bischof.
Kristina Kühnbaum-Schmidt wurde in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig ordiniert und ist seit 2013 Regionalbischöfin im Propstsprengel Meinigen-Suhl in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Seit 2015 gehört sie der Kirchenleitung der VELKD an. Am Donnerstag (27. September) ist sie von der Landessynode der Nordkirche zur Nachfolgerin von Landesbischof Gerhard Ulrich gewählt worden, der im März 2019 in den Ruhestand tritt.

Hannover, 27. September 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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„Blue Church“: Improvisation als gottesdienstliche Klangfarbe
VELKD-Dokumentation zum Dialog zwischen Jazz und Kirche - Mittwoch, 5. September 2018

Müssen sich ritualisierte Abläufe und spontane Gestaltung im Gottesdienst zwangsläufig ausschließen? Wie kann man die rituelle Dynamik evangelischer Gottesdienste fördern und so Raum für Überraschendes, Unerwartetes schaffen? Könnte Improvisation, also die Gestaltung des Moments aus der konkreten Situation heraus, wie sie im Jazz grundlegend ist, ein Mittel sein, Texte und Rede im Gottesdienst zu vertiefen, Stimmungen zu verdichten und so die Verkündigung befruchten?      

Diese und andere Fragen thematisieren jazzbegeisterte Theologen und religiös inspirierte Musiker in dem Band „Blue Church. Improvisation als Klangfarbe des Evangelischen Gottesdienstes“ des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der soeben erschienen ist.

In Essays und Werkstattberichten untersuchen die Autorinnen und Autoren, darunter Hans Martin Gutmann (Hamburg), Gotthard Fermor (Bonn) und Carol Harrison (Oxford), das gestalterische Potential des Jazz für die Klangfarben und Atmosphären von Liturgien aus musiktheologischer, soziokultureller und musikpsychologischer Sicht.

„Die Veröffentlichung repräsentiert den internationalen Forschungsstand und will Anstöße geben, motivieren und anregen zur Fortsetzung und Vertiefung“, erklärt Uwe Steinmetz, der den Band gemeinsam mit dem Leiter des Liturgiewissenschaftlichen Instituts, Professor Dr. Alexander Deeg, herausgegeben hat. „Der Dialog zwischen Liturgiewissenschaftlern und Praktikern des liturgischen Wortes und des improvisierten Klanges hat auch das grundsätzliche Nachdenken darüber angeregt, wie evangelische Gottesdienste in den kommenden Jahrzehnten klingen können,“ ergänzt Deeg. Als Herausgeber wünsche er sich, „dass nach der Reformationsdekade derartige Dialogräume vermehrt in evangelischen Kirchen Deutschlands entstehen können“, so Steinmetz abschließend.

Die Publikation dokumentiert das 21. Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch, zum dem das Institut im März 2017 nach Leipzig eingeladen hatte. Flankiert wurde die viertägige Veranstaltung durch das „Blue Church-Festival“, das das Thema der Tagung praktisch anschaulich und hörbar machte. Die Beiträge des Bandes sind in Deutsch und Englisch verfasst. Ein passwortgeschützer Link führt zu online verfügbaren Musik- und Notenbeispielen.

Hinweis: Uwe Steinmetz, Alexander Deeg (Hrsg.): Blue Church. Improvisation als Klangfarbe des Evangelischen Gottesdienstes“, Beiträge zu Liturgie und Spiritualität, Bd. 31, 314 Seiten, Leipzig 2018, ISBN 978-3374-05441-1, 40,00 Euro. Zu beziehen im Buchhandel oder unter https://www.eva-leipzig.de

Hannover, 5. September 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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Glückwunsch für Altbischof Wilckens zum 90. Geburtstag
Leitender Bischof würdigt Einsatz „für eine erkennbare evangelisch-lutherische Kirche“ - Freitag, 3. August 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich (Schwerin), hat dem emeritierten Professor für Neues Testament und Bischof i. R. Dr. Ulrich Wilckens zu dessen 90. Geburtstag am kommenden Sonntag Glück- und Segenswünsche ausgesprochen.
In seinem Gratulationsschreiben würdigte Ulrich die vielfältigen Verdienste des Jubilars in Theologie und Kirche, seinen entschiedenen Einsatz „für eine an der Schrift ausgerichtete, erkennbare evangelisch-lutherische Kirche“ sowie sein Engagement auch in politischen und sozialen Fragen.
Von 1982 bis 1991 war Wilckens Catholica-Beauftragter der VELKD. „In dieser Funktion haben Sie Entscheidendes beigetragen zur Überwindung der Trennung zwischen den Konfessionen; haben Ihr leidenschaftliches ökumenisches Engagement – nicht zuletzt erkennbar an persönlichen Freundschaften, die über Konfessionsgrenzen hinweg gewachsen sind – zum Wohl der VELKD eingesetzt. In der Bischofskonferenz haben wir Sie stets als Bruder mit einem erkennbaren evangelisch-lutherischen Profil erlebt, der aus klarer theologischer Position heraus auch den Diskurs nicht gescheut hat. Dank sei Ihnen für all Ihr Wirken“, schreibt der Leitende Bischof.
Im April hatte die Nordkirche das Wirken von Bischof i. R. Wilckens als Professor für das Neue Testament, als Wissenschaftler und als Bischof des Sprengels Holstein-Lübeck bereits im Rahmen eines Symposiums gewürdigt.
Ulrich Wilckens war nach dem Studium der evangelischen Theologie in Heidelberg und Tübingen und Lehrtätigkeit in Marburg Professor für Neues Testament an der Kirchlichen Hochschule Berlin und Professor für Neues Testament am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg. Als Bischof des Sprengels Holstein-Lübeck in der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (1981-1991) gehörte er der Bischofskonferenz der VELKD an und hatte von 1982-1991 das Amt des Catholica-Beauftragten inne. Prof. em. Dr. Ulrich Wilckens lebt und arbeitet in Lübeck.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD
 

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Theologische Bildung – erfrischend vielfältig
Neues Kursprogramm des Theologischen Studienseminars Pullach - Freitag, 27. Juli 2018

Das neue Kursprogramm des Theologischen Studienseminars der VELKD in Pullach für das Jahr 2019 ist erschienen. Die 18 Studienkurse richten sich vor allem an Pfarrerinnen und Pfarrer, Personen im kirchenleitenden Amt, an Prädikantinnen und Prädikanten und religionspädagogische Mitarbeitende. Auch ein Kurs für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker wird 2019 angeboten. Die Anmeldung zu den Kursen ist ab sofort online möglich.

„Im Zentrum unserer Studienkurse steht die vertiefte Arbeit an biblischen und anderen theologischen Themen, die wir im Kontext von religiösen Phänomenen und gesellschaftlichen Fragestellungen diskutieren. Wir geben einer Atmosphäre Raum, die von Neugier und Wertschätzung für neue Sichtweisen geprägt ist“, beschreibt Rektor Dr. Detlef Dieckmann die Kultur der Pullacher Studienkurse. „Die Chance der Studienkurse besteht für die Teilnehmenden darin, die Studienzeit für die eigene theologische Reflexion und den Austausch über die Grenzen der Landeskirchen hinweg zu nutzen.“

„Psalmen singen und auslegen“, „Text und Textil“, „Weisheitliche Theologie und Lebenskunst“ oder „Lyrik und religiöse Rede“ sind einige Beispiele aus dem Kurs­-programm. Mit Themen wie „Führen und Leiten in evangelischer Perspektive“, „Öffentliche Theologie“ oder „Neu im ephoralen Amt“ richtet sich ein Teil der Studenkurse gezielt an ordinierte oder ehrenamtliche Kirchenleitende.

„Die Vielfalt der Themen ist uns bei der Programmgestaltung und der Durchführung der Kurse ebenso wichtig wie die Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven“, sagt Studienleiterin Dr. Christina Costanza. „Deshalb haben wir für die Studienkurse im nächsten Jahr einige neue Kooperationspartner gewonnen, wie zum Beispiel das Zentrum für Genderfragen der EKD oder die Ernst-Troeltsch-Gesellschaft“.

Die ein- bis zweiwöchigen Studienkurse im Theologischen Studienseminar seien als kompaktes „Studium auf Zeit“ zu verstehen, so Dieckmann. Dazu würden renommierte Referentinnen und Referenten aus dem akademischen und kirchlichen Bereich gewonnen.

Das theologische Studienseminar der VELKD liegt in Pullach im Isartal vor den Toren Münchens. Die 28 Gästezimmer im 2016 sanierten Haus können von Ende Juli bis Mitte September auch privat gemietet werden.

Hinweis: Anmeldungen zu den Kursen und Buchungen für Privataufenthalte unter www.theologisches-studienseminar.de .
 

Hannover, 27. Juli 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Lutherische Stimme in der Vielfalt des Protestantismus
Vor 70 Jahren wurde die VELKD in Eisenach gegründet - Freitag, 6. Juli 2018

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) wird 70. Am 8. Juli 1948 wurde die VELKD in Eisenach gegründet mit dem Ziel, die Einheit und Lehre der lutherischen Kirchen in Deutschland zu stärken und zu fördern.

„Gottesdienst und Liturgie, Ökumene, theologische Grundsatzfragen, Katechismusarbeit und Recht – das sind die zentralen Themen, die die Arbeit der VELKD seit 70 Jahren prägen und auch in Zukunft prägen werden. Innerhalb der Vielfalt des Protestantismus stärkt die VELKD die lutherische Stimme – in großer geschwisterlicher Gemeinschaft mit unierten und reformierten Kirchen und in Gemeinschaft mit den lutherischen Kirchen weltweit“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), anlässlich des Jubiläums.

Gerade in den letzten Jahren seien entscheidende Schritte umgesetzt worden, um die VELKD in die Zukunft zu führen. Das betrifft vor allem die Organisation ihrer Verwaltung, die seit dem 1. Januar Teil des Kirchenamts der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. „Es ist ein guter Weg, den wir miteinander gehen. Die unterschiedlichen Bekenntnisse trennen uns nicht, sie verbinden uns im gemeinsamen Christuszeugnis für unser Land und diese Welt“, so der Leitende Bischof.

Die Kirchenleitung der VELKD würdigte das Jubiläum auf ihrer Sitzung im Juni mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Hans Otte (Hannover). In seinem Vortrag „‚Rechte lutherische Freiheit‘ oder ‚Vom Ansatz her misslungen‘? – 70 Jahre VELKD“ zeichnete der Kirchenhistoriker die Entstehung der VELKD und ihre lange Vorgeschichte nach und verwies mit dem Titel bereits auf die Spannungen, die die VELKD von Anfang an begleitet haben.

Hinweis: unter www.velkd.de/velkd/jubilaeum.php finden Sie Informationen zum 70. Geburtstag der VELKD. Der Festvortrag von Prof. Otte steht unter www.velkd.de/downloads/70-Jahre-VELKD-Vortrag.pdf zum Download bereit.

Hannover, 6. Juli 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Segenswünsche für Altbischof Friedrich
Landesbischof Ulrich gratuliert seinem Vorgänger im Amt des Leitenden Bischofs der VELKD - Dienstag, 19. Juni 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat dem ehemaligen Leitenden Bischof der VELKD, Landesbischof i.R. Dr. Johannes Friedrich (Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern), zu dessen 70. Geburtstag am 20. Juni Glück- und Segenswünsche übermittelt.

„In Ihren Jahren als Leitender Bischof der VELKD sind maßgebliche Prozesse angestoßen worden, die bis heute nachwirken. Es ist Ihnen gelungen, die Verbindung zur EKD zu stärken und zugleich die Bedeutung der VELKD dort hervorzuheben, wo sie ihr besonderes Profil hat – in der Feier des lutherischen Gottesdienstes und der Liturgie, im theologischen Diskurs und in der Weitergabe theologischer Bildung, in der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft“, würdigte Ulrich die Verdienste seines Vorgängers im Amt des Leitenden Bischofs.

Die Ökumene sei für Friedrich, der auch Catholica-Beauftragter der VELKD war, „stets Freude und Verpflichtung zugleich“ gewesen. Es sei ihm gelungen, die Rolle der VELKD innerhalb der lutherischen Weltfamilie und als Gesprächspartner in der Ökumene zu stärken und entscheidende Prozesse voranzubringen: „Das theologische Gespräch ist Ihnen dabei ebenso wichtig gewesen wie die gemeinsame gottesdienstliche Feier und die geistliche Gemeinschaft.“

Ulrich, der im Namen der Bischofskonferenz und der Kirchenleitung der VELKD, im Namen des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) und auch persönlich gratulierte, würdigte Friedrich als „humorvollen, zugewandten, klugen, besonnenen, engagierten Bruder und Freund“, dessen „theologische Klarheit und geistliche Verbindlichkeit“ seinen leitenden Dienst ausgezeichnet hätten.

Dr. Johannes Friedrich war Pfarrer in Nürnberg, Propst in Jerusalem und Dekan in Nürnberg, bevor er 1999 zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt wurde. Von 2000-2005 war er Catholica-Beauftragter der VELKD sowie von 2005-2011 deren Leitender Bischof und Vorsitzender des DNK/LWB.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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„Expeditionen ins Leben“
VELKD veröffentlicht evangelischen Begleiter für Jugendliche - Dienstag, 12. Juni 2018

Mit dem Buch „Expeditionen ins Leben. Entdecken, was wirklich zählt“ legt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) erstmals einen evangelischen Begleiter für Jugendliche vor. Themen wie Freiheit, Erfolg, Aussehen, Pläne, Abschied, Zufall, Risiko werden mit Texten und Bildern, Zitaten, biblischen Bezügen und Anregungen für das eigene Weiterdenken aufgegriffen.

Die besondere Stärke liegt dabei in den konkreten Bezügen zur Lebenswelt Jugendlicher, findet Tobias Petzoldt, der als Dozent für Evangelische Bildungsarbeit mit Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule Moritzburg (Sachsen) an dem Buch mitgearbeitet hat. „Das Buch soll jungen Menschen eine Orientierung für ihr Leben anbieten, die in der christlichen Tradition begründet ist“, sagt er. „Hier kann man Anregungen zur Lebensgestaltung finden. Das Expeditionsbuch nimmt die Gottessehnsucht junger Menschen ernst, geht die Fragen mit großer Offenheit an und gibt den alltäglichen Erfahrungen viel Raum“.

Wie bei einer Reise ins Unbekannte können sich Jugendliche mit diesem Buch alleine oder mit anderen auf den Weg machen, um das eigene Leben und das ihrer Mitmenschen zu entdecken. Jedes der acht Kapitel formuliert Forschungsanliegen, lädt zu Experimenten ein, bietet Expeditionsproviant in Form von Texten, Liedern und Bildern. Die Kapitelüberschriften wie „frei verbunden“, endlich lebendig“, „ohnmächtig stark“ oder „erfolgreich gescheitert“ laden dazu ein, sich mit den Mehrdeutigkeiten des Lebens auseinanderzusetzen.

„Mit den Fragen ans Leben ist es manchmal so wie mit einem unbekannten Land, das man wie bei einer Expedition entdeckt: Was erwarte ich eigentlich? Was brauche ich dafür? Was will ich ausprobieren?“, schreibt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich, in seinem Vorwort. Das Buch biete „Proviant auf dem Weg zu einem selbstverantworteten Glauben“.

„Expeditionen ins Leben“ ist gedacht für Jugendliche von der Konfirmandenzeit bis ins junge Erwachsenenalter. Es eignet sich als Inspiration und Werkbuch für Jugendarbeit und Religionsunterricht, als Geschenk zur Konfirmation oder für Teamerinnen und Teamer, als Material für Jugendfreizeiten und andere Bereiche der gemeindepädagogischen Praxis.

Hinweis: Elisabeth Lange, Friedemann Müller, Georg Raatz (Hrsg.): Expeditionen ins Leben. Entdecken, was wirklich zählt, 160 Seiten, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-69008-6, 15,00 Euro. Zu beziehen im Buchhandel oder unter www.v-r.de/de/expeditionen_ins_leben/t-1/1094175/  
Ein Blick ins Buch steht online zur Verfügung.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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„Von frühen Vögeln und alten Bäumen“
VELKD-Booklet mit seelsorglichen Miniaturen zu Sprichwörtern und Redewendungen - Donnerstag, 7. Juni 2018

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, „Hochmut kommt vor dem Fall“ – Sprichwörter und Redewendungen werden von Generation zu Generation weitergetragen und gehören zum alltäglichen Sprachgebrauch. Für die einen sind sie amüsant, für die anderen sind sie altmodisch – und für wieder andere sind sie Ausdruck einer eingeschränkten Weltsicht und Instrumente einer autoritären Erziehung.

Dieser Mehrdeutigkeit gehen die Texte im VELKD-Booklet „Von frühen Vögeln und alten Bäumen“ nach. Die Mitglieder des Seelsorgeausschusses der VELKD (2010-2016) haben 42 Sprichwörter und Redewendungen auf ihre Bedeutung, auf die dahinterliegenden Lebenseinstellungen befragt – und kommen zu mitunter überraschenden Erkenntnissen: „Nicht alles, was einem als zeitlose Wahrheit präsentiert wird, ist es auch“, schreibt Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in ihrem Vorwort. „Manches dient eher der Einschränkung von Kleinen und Großen und will sie letztlich gefügig und gehorsam machen. Dagegen braucht es Widerspruch um des Lebens willen.“

Das illustrierte Booklet eignet sich für die eigene Lektüre, für den Austausch mit anderen und als Inspiration für geistliche Impulse, Andachten und Predigten ebenso wie als Geschenkheft in der kirchengemeindlichen Arbeit.

 

Hinweis: Von frühen Vögeln und alten Bäumen. Seelsorgliche Miniaturen zu Sprichwörtern und Redewendungen, hrsg. von Susanne Breit-Keßler, Kerstin Lammer und Georg Raatz, 72 Seiten, Hannover 2018, ISBN 978-3-943201-22-2
Das Booklet kann im Amtsbereich der VELKD im Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 534, E-Mail: versand@velkd.de oder unter http://www.velkd.de/Von fruehen Voegeln und alten Baeumen gegen eine Schutzgebühr von 3,00 Euro portofrei bestellt werden.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Gottvertrauen und klare Worte
Leitender Bischof der VELKD gratuliert Margot Käßmann zum Geburtstag - Freitag, 1. Juni 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, spricht Reformationsbotschafterin und Landesbischöfin a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann anlässlich ihres am Sonntag (3. Juni) bevorstehenden 60. Geburtstags Glück- und Segenswünsche aus.
In seinem Glückwunschschreiben würdigt er die vielfältigen Gaben, die theologische Kompetenz und den Mut zu klaren Worten, mit denen Käßmann „die erneuernde Kraft des Evangeliums, wie sie in der Reformation wieder ans Tageslicht gebracht wurde“, für Menschen unserer Zeit fruchtbar mache.

„Ihr Dienst, Ihre Predigten, Ihre Texte zeugen von einer großen Zuneigung zur lutherischen Tradition, sie geschehen in Freiheit und Bindung an das Wort Gottes und sind getragen von einem tiefen Gottvertrauen – das wird immer wieder spürbar und hörbar. Darin liegt eine große Stärke, die viele Menschen inspiriert und auch tröstet“, schreibt der Landesbischof.

Ulrich, der im Namen der VELKD, der Nordkirche und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes gratuliert, hebt hervor, dass Margot Käßmann als erste Frau sowohl an der Spitze der hannoverschen Landeskirche als auch als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland tätig war. Für viele Frauen sei dies eine Ermutigung zu ehren- und hauptamtlichem Engagement in der Kirche gewesen.

Hannover
Henrike Müller
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Andreas Ohlemacher wird Referent für Theologische Grundsatzfragen
Pastor der Hannoverschen Landeskirche folgt auf Claas Cordemann - Montag, 28. Mai 2018

Die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat Pastor Dr. Andreas Ohlemacher zum Referenten für Theologische Grundsatzfragen im Amtsbereich der VELKD berufen. Der 50-jährige Theologe folgt damit auf Dr. Claas Cordemann, der zum 1. März 2018 die Leitung der Fortbildung in den ersten Amtsjahren in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers übernommen hat.

Auch im Gemeindepfarramt hat Andreas Ohlemacher durch Forschung und Lehre die akademische Theologie gepflegt. „Ich bin überzeugt davon, dass eine reflektierte Theologie den fruchtbarsten Grund für Gemeindearbeit und kirchenleitendes Handeln darstellt“, sagt er. Nun freue er sich darauf, das „Gegenwartspotential“ einer Theologie lutherischer Prägung an der Schnittstelle zwischen kirchenleitenden Organen, wissenschaftlicher Theologie und Kirchenge-meinden fruchtbar zu machen.

Ohlemacher, der zurzeit Pastor in den Kirchengemeinden Hedemünden-Oberode und Wiershausen-Lippoldshausen im Kirchenkreis Münden (Südniedersachsen) ist, hat in Göttingen, Oxford und Tübingen Evangelische Theologie, Interkulturelle Didaktik und Germanistik studiert. Nach der Assistenzzeit in München und Göttingen absolvierte er sein Vikariat in Hildesheim und war anschließend Pastor in Friedland und drei weiteren Kirchengemeinden nahe Göttingen. Er wurde im Fach Kirchengeschichte promoviert. Weitere Stationen seines beruflichen Weges waren unter anderem Tätigkeiten als Koordinator eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte in Göttingen.

Andreas Ohlemacher ist verheiratet mit Angelika Ohlemacher. Das Paar hat drei Kinder.

Hinweis: Ein Porträtfoto von Pastor Dr. Andreas Ohlemacher kann hier heruntergeladen werden.

Hannover
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Leben mit offenen Händen
Pfingstbotschaft der stellvertretenden Leitenden Bischöfin der VELKD - Freitag, 18. Mai 2018

Vor dem bevorstehenden Pfingstfest (20./21.05.2018) ruft die stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD und Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann (Magdeburg), dazu auf, im Sinne der Botschaft von Pfingsten „den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ zu verbreiten, um Resignation, Hass und der Eskalation von Konflikten in der Welt entgegenzutreten. „Die Erde braucht den Geist der Feindesliebe, der Unversöhnlichkeit überwindet; den Geist der Freigebigkeit, der davor schützt, alles für sich haben zu wollen und zu horten; den Geist der Anteilnahme, der Mitmenschlichkeit stärkt und kalte Herzen wärmt; den Geist, der sich nach einer gerechten Welt sehnt und dem Ungeist widerspricht, der auf das Recht des Stärkeren setzt; und den Geist der Mitgeschöpflichkeit gegen den Geist der gnadenlosen Ausbeutung; den Geist Jesu Christi.“ Jeder und jede sei beauftragt, in diesem Geist zu leben und diesen Geist auf Erden weiter zu tragen und zu verbreiten.

Der Geist Gottes könne nicht gemacht, sondern nur empfangen werden. Deshalb sei ein Leben mit offenen Händen die Grundhaltung von Christinnen und Christen: „Die offenen Hände erinnern uns: Wir können und wir müssen, ja, wir sollen nicht alles selbst machen. Die Empfangsbereitschaft für Gottesgaben schützt uns vor Selbstüberforderung und vor Selbstüberschätzung. Beides ist übergroß in unserer Welt; führt zu Erschöpfung; führt in unserer Welt zu Kriegen; ja, wir führen die Erde an den Rand der Zerstörung, weil wir meinen, alles in den Griff zu bekommen. Offene Hände und ein Leben mit Gottes Gaben und Gottes Geboten in dieser Welt – das bewahrt uns in Menschlichkeit und Mitgeschöpflichkeit.“ So verändere Gott die Welt: nicht durch Heer oder Kraft, vielmehr durch einen neuen, durch seinen Geist: „Dieser Geist wirkt insbesondere darin, dass das Leben und Zusammenleben gelingt; dass Menschen sich aufrichten und aufrecht einstehen für Gott und seine Gebote, für Gerechtigkeit und Nächstenliebe und Friedlichkeit.“

Der Geist Gottes befähige zu einem mündigen Leben, das eintrete für die Würde aller Menschen und ein Leben in Fülle für alle Geschöpfe: „Christinnen und Christen sollen nicht orientierungslose Opfer aller möglichen Zeitgeistströmungen werden“, so die Landesbischöfin. Selbstbestimmung, Erkenntnisfähigkeit, Mündigkeit seien notwendig für einen überlegten Umgang mit Trends und Zeitgeistströmungen.

Die Pfingstbotschaft ist Teil ihrer Pfingstpredigt, die sie im Festgottesdienst am Pfingstmontag, 21.05.2018, um 10 Uhr in der Kirche zu Altherzberg (Kirchenkreis Bad Liebenwerda) hält.

Hannover,
Henrike Müller, Pressestelle der VELKD

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Neue Taufagende: Erprobung beginnt
Gemeinsamer Entwurf von VELKD und UEK ist online verfügbar - Montag, 7. Mai 2018

Der Entwurf für die neue Taufagende der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) ist erschienen. Mit der neuen Agende, die liturgische Ordnungen für die Taufe sowie Texte, Gebete und Liedvorschläge enthält, reagieren VELKD und UEK auf Veränderungen in der Taufpraxis. Die Agende bietet zwei Grundformen für Taufgottesdienste sowie Material für vielfältige Gestaltungen, zum Beispiel eine Liturgie für Tauffeste oder Texte in leichter Sprache. Die Agende ist online verfügbar und soll zunächst 18 Monate lang erprobt werden.

Seit der Einführung der bisher gültigen Agende für die Taufe Ende der 1980er Jahre in der VELKD und des Taufbuchs der damaligen EKU im Jahr 2000 hat sich die Praxis der Taufe in vielerlei Hinsicht verändert: So gewinnt die Taufe von Kleinkindern oder Jugendlichen größere Bedeutung im Vergleich zur Säuglingstaufe; immer häufiger gibt es Täuflinge, deren Eltern keiner Kirche angehören oder deren Familien Schwierigkeiten haben, Paten zu finden, die Mitglied einer christlichen Kirche sind. Tauffeste oder Taufen außerhalb des Kirchraums erfreuen sich wachsender Beliebtheit; auch kommt es immer häufiger vor, dass Taufgottesdienste auf Englisch gehalten werden.

Diesen Veränderungen trägt der neue Entwurf der Taufagende Rechnung. Er enthält zwei Ordnungen für Taufgottesdienste, von denen einer eine klare rituelle Dramaturgie aufweist, während der andere stärker die konkrete Situation der beteiligten Menschen wahrnimmt. Liturgische Modelle für die Taufe als eigenständigen Gottesdienst oder als Teil des Gemeindegottesdienstes sind in der Agende ebenso berücksichtigt wie Entwürfe für Taufe und Trauung, für die Taufe Jugendlicher, für Tauffeste und anderes. Auch Formulare in englischer Sprache wurden aufgenommen.

Der Entwurf soll in den Glied- bzw. Mitglieds- und Gastkirchen nun 18 Monate lang erprobt werden. Nach einer Überarbeitung des Entwurfs soll die neue gemeinsame Taufagende Band III, Teil 1 der Agende der VELKD (1988) und Band 2 der Agende der Evangelischen Kirche der Union („Taufbuch“, 2000) ersetzen.

Hinweise:
Der vollständige Text des Erprobungsentwurfes sowie der Fragebogen und Informationen zum Rückmeldeverfahren sind auf der Themenseite zur neuen Taufagende veröffentlicht und downloadbar. 

Der Erprobungsentwurf wird an die Kirchengemeinden der Glied- bzw. Mitglieds- und Gastkirchen ausgeliefert und ist nicht als Printprodukt bestellbar.

Als Agenden werden in der Evangelischen Kirche die Bücher bezeichnet, in denen die festen und wechselnden Stücke des Gottesdienstes und der Amtshandlungen (z. B. Taufen, Trauungen, Beerdigungen) aufgeführt sind. Die Agenden bilden den verbindlichen liturgischen Rahmen evangelischer Gottesdienste ab und eröffnen innerhalb dieses Rahmens Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung.    

Hannover
Henrike Müller

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Antisemitismus gefährdet die Demokratie
Lutherische Europäische Kommission Kirche und Judentum gratuliert zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels - Freitag, 4. Mai 2018

Auf ihrer Jahresversammlung in Amsterdam hat die Lutherische Europäische Kommission Kirche und Judentum (LEKKJ) den Bürgerinnen und Bürgern des Staates Israel zum 70. Jahrestag der Staatsgründung gratuliert. Zugleich äußerte sie sich besorgt über die zunehmende Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden in Europa. „Wir sehen mit Sorge den wachsenden – auch israelbezogenen – Antisemitismus, durch den die jüdischen Gemeinden von verschiedenen Seiten bedroht sind. Antisemitismus gefährdet die demokratischen Gesellschaften und ihre Offenheit, Pluralität und Solidarität“, heißt es in einer Erklärung vom 30. April 2018. Begegnungen, Dialog und gemeinsame Aktivitäten trügen dazu bei, „Vorurteile und Ressentiments zu überwinden und Netzwerke zu schaffen, die von Empathie und Solidarität getragen sind“. Deshalb ermuntert die LEKKJ christliche Gemeinden, kontinuierlich Verbundenheit mit jüdischen Gemeinden zu schaffen und zu vertiefen. Dies beinhalte auch, Kontakt zu jüdischen Personen und Institutionen zu suchen und Wege der Zusammenarbeit zu entwickeln. 

In der LEKKJ, die 1976 in Dänemark gegründet wurde, sind Delegierte aus mehr als 20 lutherischen Kirchen Europas vertreten, ständige Gäste sind Vertreter des Lutherischen Weltbundes, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika sowie drei jüdische Gäste aus Deutschland, Schweden und Österreich. Die Geschäftsführung der Kommission liegt bei der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Die Aufgaben der LEKKJ bestehen im Studien-, Erfahrungs- und Informationsaustausch, in gegenseitiger Beratung und in der Förderung gemeinsamer Projekte auf dem Gebiet des christlich-jüdischen Dialogs. Die Kommission kommt auf Einladung eines ihrer Mitglieder jährlich zu einer Arbeitstagung zusammen, um Themen der christlich-jüdischen Beziehungen und einer erneuerten Theologie im Angesicht des Judentums zu beraten.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD
 

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Leidenschaftliches Engagement für die lutherische Kirche
Altpräsident der Generalsynode Dirk Veldtrup feiert 70. Geburtstag - Montag, 23. April 2018

Als beeindruckendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement hat der Präsident der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Professor Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann, seinen Vorgänger im Amt gewürdigt: Dirk Veldtrup, Richter a.D. am Amtsgericht Hannover, wird am 24. April 70 Jahre alt. Von 1985 bis 2008 amtierte er als Präsident der Generalsynode der VELKD, der er bereits seit 1973 als Mitglied angehörte.

Vier Legislaturperioden, fast ein Vierteljahrhundert lang, habe der Jubilar „dem in unseren lutherischen Kirchen so wichtigen Verständnis vom Priestertum aller Getauften Gesicht und Stimme“ gegeben, führt Präsident Hartmann in seinem Gratulationsschreiben aus. Insbesondere die zielorientierte und um Ausgleich bemühte Amtsführung seines Vorgängers, die klar und leidenschaftlich in der Sache, aber nie dominant gewesen sei, habe ihn sehr beeindruckt. Dass Veldtrup die Fülle an Aufgaben neben seinem Vollzeit-Beruf als Richter gemeistert habe, nötige ihm höchsten Respekt ab, so Präsident Hartmann.

In die Amtszeit des „dienstältesten Ehrenamtlichen der Generalsynode“, wie der frühere Leitende Bischof, Dr. Johannes Friedrich, Veldtrup nannte, fallen wichtige Meilensteine, u. a. die Generalsynode 1988 zum Thema „Sterbende begleiten“, die prägend für die Hospizbewegung wurde, die erste gemeinsame Generalsynode von Ost- und Westkirchen 1991 in Königslutter und der Umzug des Lutherischen Kirchenamtes ins EKD-Kirchenamt 2007.

Seine Glückwünsche verband Präsident Hartmann mit der Tageslosung des Geburtstages aus Psalm 36: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.“

Hannover, 23. April 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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„Nichts muss so bleiben, wie es ist“
Osterbotschaft des Leitenden Bischofs der VELKD - Samstag, 31. März 2018

„Der christliche Glaube ist Osterglaube. Glaube, der sich darauf verlässt, dass nichts so bleiben muss, wie es ist. Dass alles neu werden kann, weil dieser Glaube uns frei macht, anders zu leben“, so der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), in seiner Botschaft zum Osterfest.

Ausgehend von dem geschichtlichen Ereignis der Auferstehung, wie es in der Bibel bezeugt wird, schreibt er: „Auferstehung – das ist auch heute! Da wurde und wird eine Kraft freigesetzt, die die Menschen damals und seitdem bis heute verwandelt, in Bewegung hält, sie neu ausrichtet.“

Auch in einer Welt, in der Trauer und Leid nicht verschwunden seien, in der Krieg und Terror herrschten, entfalte die Botschaft von Kreuz und Auferstehung ihre verändernde Kraft: „Die Dynamik der Auferweckung Jesu bringt die Steine zum Rollen, die die Grabeshöhle verschließen sollten. Energie wird wieder frei, dass wir den Mund auftun und laut werden lassen die Klage, die Wut, die Angst. Und dass wir Gott im Ohr liegen. Nur, wenn die Not konkret ausgesprochen wird vor Gott, kann Befreiung, Überwindung sich zeigen.“

Hinweis: Die Osterbotschaft im Wortlaut finden Sie unter www.velkd.de/velkd/bischof-berichte-predigten-texte.php

Schwerin/Hannover, 28. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Einander verstehen lernen
Christen und Muslime diskutieren theologische Fragen auf der Bischofskonferenz der VELKD - Montag, 19. März 2018

Der theologische Dialog mit dem Islam stand im Mittelpunkt der Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Nürnberg, die am heutigen Montag (19. März 2018) zu Ende geht.

Der theologisch fundierte interreligiöse Dialog müsse aus dem eigenen Selbstverständnis und aus der Mitte der eigenen Botschaft heraus die Verständigung suchen, sagte Professorin Dr. Susanne Heine (Wien) zu Beginn der Klausurtagung. Die eigene Identität werde durch die Begegnung mit anderen nicht gefährdet, sondern könne vielmehr gefestigt werden. „Das Gespräch miteinander dient dem respektvollen Zusammenleben“, so Heine. Das Ziel sei es, „einander kennenzulernen, Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen, einander mit Respekt zu begegnen“.

Professor Dr. Serdar Kurnaz (Hamburg) führte in die Grundlagen und aktuellen Debatten in der islamischen Theologie ein. „Es entsteht in der islamischen Theologie ein Bewusstsein dafür, dass es unterschiedliche theologische Modelle, unterschiedliche hermeneutische Deutungsansätze geben kann und dass diese einander befruchten.“ Er betonte, dass es notwendig sei, sich dieser Vielfalt bewusst zu werden: „Den Islam gibt es nicht.“ Kurnaz und Heine führten aus ihrer Perspektive in zentrale theologische Themen ein und diskutierten miteinander und mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz über Fragen von Offenbarungs- und Schriftverständnis, Inspiration, Hermeneutik und Pluralität.

Es gehe im interreligiösen Dialog keinesfalls darum, Absolutheitsansprüche zu verteidigen, betonten die Vortragenden. „Spirituelle Identität besteht darin, sich seines Glaubens gewiss zu sein“, so Susanne Heine. „Diese Glaubensgewissheit kann niemandem abgesprochen werden.“ Wenn Glauben eine Gewissheit sei und kein angelerntes Wissen, dann könne es im interreligiösen Dialog nicht um Absolutheitsansprüche gehen, sondern vielmehr darum, „sich friedensbringend einzusetzen für das plurale Zusammenleben der Religionen“.

Für eine „neue Humanitätsoffensive aller Religionsgemeinschaften“ plädierte auch der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, in seinem Grußwort im Gottesdienst in der Nürnberger St. Lorenzkirche. Religionsgemeinschaften müssten sich „öffentlich zu Wort melden, wenn die Würde des Menschen, der doch geschaffen ist zum Bilde Gottes, mit Füßen getreten wird. Staatstreue darf nie vor Einsatz für Humanität und Menschenrechte gehen“.

Bei einem Besuch der Mitglieder und Gäste der Bischofskonferenz in der Islamischen Gemeinde Nürnberg e.V. stellte der Arbeitskreis der Muslime in Nürnberg seine Arbeit vor, dessen Ziel es ist, Brücken zu bauen zwischen Muslimen und Mitgliedern anderer Religionen. Neben Themen wie Organisation und Ehrenamt, Körperschaftsstatus, muslimische Seelsorge und muslimischem Religionsunterricht diskutierten Gäste und Gastgeber engagiert über Pluralität innerhalb des Islam.

Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), dankte für die Gastfreundschaft: „Sie haben uns teilhaben lassen an Ihren Glaubenserfahrungen und Ihrer Gemeinschaft. Dadurch haben wir nicht nur etwas über Sie gelernt, sondern auch über uns.“ Es sei keine Frage, dass der Islam zu Deutschland gehöre: „Wir leben miteinander, gehören zueinander und stehen gemeinsam in der Verantwortung für diese Welt.“

Hinweis: Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Nürnberg auch Bischöfinnen und Bischöfe aus Finnland, Georgien, Island, den Niederlanden, Norwegen und der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland als Gäste teil. Die nächste Klausurtagung der Bischofskonferenz findet im März 2019 in Straßburg statt.

Nürnberg/Hannover,
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD
 

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Kirchenliedseminar „Heimat und Fremde“
Ökumenische Tagung vom 19.-22.03.2018 in Loccum - Donnerstag, 15. März 2018

Kirchenlieder schaffen Heimat. Ihre Texte und Melodien klingen vertraut. Bekannte Lieder stiften Gemeinschaft – auch in der Fremde. Zugleich gibt es im geistlichen Lied etwas Fremdes, das uns hinausführt über das, was wir kennen und wissen. Mit dieser Spannung zwischen „Heimat und Fremde“ beschäftigt sich das Kirchenliedseminar, das vom 19.-22. März 2018 in der Evangelischen Akademie Loccum stattfindet.

Ausgehend von grundsätzlichen Überlegungen darüber, wie sich Heimat und Fremde in Kunst und Religion zueinander verhalten, werden in Vortrag, Gespräch und Musik Erkundungen darüber angestellt, welche geistlichen und kulturellen Identitäten die Kirchenlieder pflegen und wo sie über Grenzen hinausführen.

Über Heimat und Befremdung in der Kunst reflektiert der Philosoph Prof. Bernhard Waldenfels (München) im Eröffnungsgespräch mit Dr. Christian Lehnert vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD (Leipzig). Der Frage nach Liedern als Beitrag zu Integration oder Assimilation gehen die Liturgiewissenschaftler Dr. Christiane Schäfer und Prof. Dr. Ansgar Franz (beide Mainz) am Beispiel des Liedguts katholischer Heimatvertriebener nach 1945 nach. Musikalische Zwischenspiele mit den Komponisten Sven Helbig (Dresden) und Frank Schwemmer (Berlin) verbinden den Kirchengesang mit der Weite des heutigen Musikempfindens. PD  Dr. Julia Koll (Loccum) beschäftigt sich in einem Vortrag mit den neuen Wochenliedern nach der Neuordnung gottesdienstlicher Lieder und Texte, die am 1. Advent 2018 in Kraft tritt. Im Abschlussgespräch diskutieren der Kulturbeauftragte des Rates der EKD, PD Dr. Johann-Hinrich Claussen, Volker Jaekel (beide Berlin) und Christian Lehnert unter anderem über Kriterien, Auswahl und Qualität dieser Lieder, die den einzelnen Sonntagen im Kirchenjahr zugeordnet sind.

Das Kirchenliedseminar in der Evangelischen Akademie Loccum findet statt in Kooperation mit dem Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD, dem Kulturbüro des Rates der EKD in Berlin, dem Referat für Gottesdienst und Kirchenmusik im Kirchenamt der EKD, der Universität Hamburg, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Leipzig und dem Verein Kultur-Liturgie-Spiritualität e.V. Mainz.

Hinweis: Das vollständige Programm finden Sie unter: www.velkd.de/leipzig/downloads/Kirchenliedseminar-Loccum-2018.pdf
 

Hannover, 15. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Gottesverständnis in Islam und Christentum
Bischofskonferenz der VELKD diskutiert theologische Fragen - Dienstag, 13. März 2018

Der theologische Dialog mit dem Islam steht im Mittelpunkt der Frühjahrs-Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die vom 17.-19. März 2018 in Nürnberg stattfindet.

„Mit der Diskussion theologischer Themen wie der Frage nach dem Gottes- oder Schriftverständnis leistet die Klausurtagung der Bischofskonferenz einen eigenen und wichtigen Beitrag zum interreligiösen Dialog. Ein vertieftes Verständnis der anderen Religion und zugleich des eigenen Glaubens kann zu einer gelingenden Gemeinschaft in Vielfalt beitragen“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin).

Prof. em. Dr. Susanne Heine, Professorin für Praktische Theologie und Religionsphilosophie (Wien) und Prof. Dr. Serdar Kurnaz, Juniorprofessor für Islamische Theologie (Hamburg) halten jeweils Vorträge zu den Themen „Bibel und Koran“ und „Gottesverständnis“, um anschließend miteinander und mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz ins Gespräch zu kommen. Islamische Seelsorge, Bestattungskultur und Unterweisung sind Themen eines Besuchs der Islamischen Gemeinde Nürnberg e.V. Die Exkursion wird begleitet von Dr. Rainer Oechslen, dem Islambeauftragten der Bayerischen Landeskirche, und Dr. Thomas Amberg, Leiter des Zentrums „Brücke – Köprü“, Zentrum für christlich-islamische Begegnung der Bayerischen Landeskirche in Nürnberg.

Die Predigt im ökumenischen Gottesdienst am Sonntag (18. März 2018) in der Nürnberger St. Lorenz Kirche, der gemeinsam mit der altkatholischen Gemeinde gefeiert wird, hält der Leitende Bischof der VELKD, die Abendmahlsfeier leitet Dr. Matthias Ring, Bischof des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. Der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, hält ein Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst.

Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Nürnberg auch Bischöfinnen und Bischöfe aus Finnland, Georgien, Island, den Niederlanden, Norwegen und von der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland als Gäste teil.

Hinweis: Pressekontakt während der Klausurtagung, Tel.: 0151-46 10 15 20, Mail: mueller@velkd.de.Hannover

Hannover, 13. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Trauer um Karl Kardinal Lehmann
Leitender Bischof und Catholica-Beauftragter der VELKD würdigen Einsatz für das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums - Sonntag, 11. März 2018

Der Leitende Bischof der VELKD und Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich (Schwerin), hat seine Anteilnahme zum Tod von Karl Kardinal Lehmann ausgedrückt. „Wir reihen uns ein in die große Zahl derer, die den Kardinal in den vergangenen Tagen im Gebet begleitet haben und nun um ihn trauern“, schreibt der Bischof in einem Kondolenzbrief an den Bischof von Mainz, Peter Kohlgraf. „Mit Kardinal Lehmann ist eine der prägenden Persönlichkeiten des Katholizismus in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte von uns gegangen. Seine theologische Klarheit, sein segensreiches öffentliches Auftreten, seine geistliche Präsenz und nicht zuletzt sein überzeugtes Eintreten für die Ökumene im Geist des II. Vatikanischen Konzils werden fehlen. In den Lutherischen Kirchen in Deutschland und darüber hinaus im Lutherischen Weltbund haben wir seinen hervorragenden Einsatz für das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums geschätzt.“

Als Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen, dessen katholischer Vorsitzender er von 1988 an gewesen ist, sowie in Gesprächen zwischen dem Lutherischen Weltbund und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen habe Kardinal Lehmann wesentlich zur wachsenden Verständigung und zur Überwindung des Trennenden unter Katholiken und Lutheranern beigetragen. Als „Mann des Dialogs“ sei sein Interesse an vertiefter Gemeinschaft der Kirchen stets begleitet gewesen von einer Wertschätzung des theologischen Lehrgesprächs. „Durch sein Wirken konnte er ebenso für Beständigkeit kirchlicher Lehre und christlichen Zeugnisses einstehen wie für die Bereitschaft zur Erneuerung“, schreibt der Landesbischof, der auch das öffentliche Eintreten Lehmanns in sozialethischen Fragen würdigte: „Sein klares und zugleich ausgleichendes Wirken leistete einen wesentlichen Beitrag zur Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses in der modernen Gesellschaft.“

Der Catholica-Beauftrage der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) würdigte Kardinal Lehmann als einen „großartigen Theologen und Menschenfreund“. Er sei ein geachteter Lehrer der Theologie und treuer ökumenischer Weggefährte gewesen, „wach im Geist, mutig in Schrift und Rede sowie zugewandt in der persönlichen Begegnung“: „Sein Wirken und sein Leben sind mir und vielen in der evangelischen Kirche Verpflichtung, den Weg in der Ökumene weiterzugehen“, so der Catholica-Beauftragte.

Kardinal Karl Lehmann war von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz und von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist heute im Alter von 81 Jahren verstorben.


Hannover, 11. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Ermutigendes Zeichen für gemeinsam gelebten Glauben
Catholica-Beauftragter der VELKD würdigt angekündigte Orientierungshilfe der deutschen Bischofskonferenz zum Abendmahl - Freitag, 23. Februar 2018

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, begrüßt es, dass die Deutsche Bischofskonferenz einen Schritt hin zu einer gemeinsamen Teilnahme am Abendmahl für konfessionsverbundene Ehepaare angekündigt hat. 

„Es wäre ein sehr ermutigendes Zeichen, wenn es den konfessionsverbundenen Paaren erleichtert wird, ihren christlichen Glauben gemeinsam zu leben – auch durch die gemeinsame Teilnahme am Abendmahl – nicht nur in Todesgefahr. Wenn das angekündigte Dokument darüber Klarheit herstellen wird, dann ist die Entwicklung ein großartiger Schritt“, schreibt der Landesbischof der Schaumburg-Lippischen Landeskirche in einer Stellungnahme.

Es sei „erfreulich und zu begrüßen“, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich auf ein Weitergehen in dieser wichtigen Frage nach dem – ökumenisch gesehen – bedeutsamen Jahr 2017 verständigt habe. Es bleibe aber abzuwarten, wie der genaue Text des angekündigten Dokuments ausfallen werde. Es sei zu hoffen, dass der Schritt deutlich über die jetzt schon bestehenden Möglichkeiten des gemeinsamen Abendmahls hinausgehe.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte auf der Frühjahrstagung der Bischofskonferenz eine Orientierungshilfe angekündigt, die Eheleuten in konfessionsverbindenden Ehen eine gemeinsame Teilnahme am Abendmahl ermöglichen solle. Diese Handreichung werde sich zuallererst an die Seelsorger in den Pfarrgemeinden und Diözesen wenden und solle eine Hilfe für Seelsorger sein, diese Frage jeweils im Einzelfall zu klären. Bisher sind evangelische Christinnen und Christen in der Regel nicht zum Abendmahl in der katholischen Kirche zugelassen.

Hinweis: Die Stellungnahme des Catholica-Beauftragten steht online zur Verfügung.


Hannover, 23. Februar 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Leidenschaftlich und streitbar im ökumenischen Dialog
Leitender Bischof würdigt Catholica-Beauftragten Manzke zum 60. Geburtstag - Mittwoch, 14. Februar 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat dem schaumburg-lippischen Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) zu dessen 60. Geburtstag gratuliert.

In seinem Schreiben würdigte Ulrich das „leidenschaftliche Engagement“, das Karl-Hinrich Manzke als Catholica-Beauftragter der VELKD in den ökumenischen Dialog einbringe.

„Sie stehen für einen streitbaren Dialog mit den römisch-katholischen Geschwistern, der auch schwierige Themen nicht ausklammert“, so Bischof Ulrich in seiner Gratulation. Für Manzke sei Ökumene nur dann auf einem guten Weg, wenn auch Irritationen offen angesprochen und konstruktiv bearbeitet würden.

Diese „klare Haltung“, die auf einem tiefen Glauben und der lutherischen Theologie basiert, habe dem Jubilar „hohe Wertschätzung“ eingetragen und mache die Zusammenarbeit mit ihm besonders fruchtbar, betonte der Leitende Bischof.

Der Präsident der Generalsynode, Professor Dr. Dr. Wilfried Hartmann, verband seine Glückwünsche im Namen von Synode und Präsidium mit dem herzlichen Dank für dessen jährliche Berichterstattung zu Catholicafragen: „Bischof Manzkes Berichte beruhen auf seinem intensiven Dialog mit unseren römisch-katholischen Brüdern und Schwestern und seiner sorgfältigen Analyse des Miteinanders“.

Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke wurde im April 2014 von der Kirchenleitung der VELKD zum Catholica-Beauftragten berufen. Als solcher ist er für den Dialog mit der römisch-katholischen Kirche zuständig und legt der Generalsynode alljährlich einen Bericht über die für die Ökumene wichtigen Vorgänge in der Beziehung zur katholischen Kirche vor. Zusätzlich ist Bischof Manzke seit 2011 Beauftragter der EKD für die Seelsorge der Bundespolizei.


Hannover, 14. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft
Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch zu Chancen und Grenzen virtueller Kommunikation aus liturgischer Perspektive - Montag, 5. Februar 2018

Spätestens seit der großen Resonanz auf den so genannten Segensroboter auf der „Weltausstellung Reformation“ 2017 steht die Frage nach den Auswirkungen des digitalen Wandels auf sakrale Rituale im Raum. Kann eine freundliche Maschine den Segen Gottes zusprechen? Braucht es für liturgische Vollzüge die Begegnung von Menschen und die Interaktion von Körpern? Kann sich der ,,Leib Christi" im Gottesdienst maschinell oder auch virtuell verwirklichen?

Diese und andere Fragen thematisiert das diesjährige Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Leipzig. Unter dem Titel „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“ diskutieren von heute an Experten aus Theologie, Philosophie, Literatur- und Kunstwissenschaft sowie aus digitaler und künstlerischer Praxis Chancen und Grenzen des ‚Digitalen‘ in liturgischer Perspektive.

Dabei geht es weniger um die Frage, wie die Kirche die neuen Medien für ihre Gottesdienste oder ihre Kommunikation nutzen kann. „Wir fragen grundsätzlicher: Was bedeutet die Kultur des Digitalen für unsere Wahrnehmung von Gottesdienst, für unser Verständnis grundlegender liturgischer Kategorien?“, erläutert Dr. Alexander Deeg, der Leiter des Instituts und Professor für Praktische Theologie in Leipzig, den Leitgedanken des dreitägigen Symposiums.

Entsprechend weit gespannt ist die thematische Bandbreite der Tagung: Das Spektrum der Vorträge reicht von der theologischen Betrachtung von „Gottesdienst als mediales Geschehen“ über die Erkundung virtueller Kirchenräume und Spielwelten bis zu kunstwissenschaftlichen Untersuchungen etwa zum Verhältnis von darstellenden Kunstformen und neuen Medien oder zu „Gottesdienst im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.

Hinweis: „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“, 22. Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD, 5. – 7. Februar 2018, mehr zum Fachgespräch unter www.velkd.de/leipzig/veranstaltungen.php .


Hannover/Leipzig, 5. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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Lutherische Freundbeobachtungen
VELKD dokumentiert Tagung „Reform im Katholizismus“ - Donnerstag, 1. Februar 2018

Seit gut 500 Jahren ist der Begriff „Reformation“ fast ausschließlich mit den protestantischen Kirchen verknüpft. Anlass genug für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD), diese Zuschreibung zu überprüfen und nach historischen und aktuellen Reform(ations)prozessen in der römisch-katholischen Kirche zu fragen.

Unter der Überschrift „Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche“ veranstaltete die VELKD 2016 gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing ein ökumenisch besetztes Symposium. Römisch-katholische und evangelische Theologinnen und Theologen sowie bischöfliche Vertreter beider Konfessionen diskutierten im Horizont des Themas die Ausprägungen konfessioneller Eigen- und Fremdwahrnehmung.

Mit der Publikation des Tagungsbandes in der Reihe „Beihefte zur Ökumenischen Rundschau“ sind die Beiträge nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

„Lutherische Freundbeobachtungen im Dialog“, so beschreibt Professor Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg), der die Dokumentation gemeinsam mit Dr. Oliver Schuegraf, Ökumene-Referent der VELKD, herausgegeben hat, das Leitmotiv der Aufsätze. Nicht „Distanznahme“, sondern teil- und anteilnehmende Beobachtung bestimmt ihren Grundton. Schließlich rede man mit Freunden – und nicht über sie, so Oberdorfer.

Der dialogische Ansatz der Tagung spiegelt sich auch in der Dokumentation wider: Zunächst wird grundsätzlich der Frage nachgegangen, wie die römisch-katholischen Kirche und wie sie Traditionstreue und Veränderung miteinander zu verbinden sucht. Diese Grundsatzfragen werden jeweils aus katholischer und evangelischer Perspektive beleuchtet. In einem zweiten Teil vertiefen ausgewählte Fallstudien die Frage nach Wandlungsprozessen.

Die Beiträge des Bandes stammen von Christine Axt-Piscalar, Michael Beintker, Martin Bräuer, Wanda Deifelt, Peter De Mey, Theodor Dieter, Margarethe Hopf, Tina Huhtanen, Kathryn Johnson, Michael Karger, Dominique-Marcel Kosack, Karl Kardinal Lehmann, Friederike Nüssel, Bernd Oberdorfer, Johanna Rahner, Karlheinz Ruhstorfer, Oliver Schuegraf, Thomas Söding, Magnus Striet, Bertram Stubenrauch, Wolfgang Thönissen, Günther Wassilowsky, Gunther Wenz und Myriam Wijlens.

Hinweis: Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche. Beihefte zur Ökumenischen Rundschau, Band 119, im Auftrag der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) herausgegeben von Bernd Oberdorfer und Oliver Schuegraf, 468 Seiten, Leipzig 2018, ISBN 978-3-374-05443-5, 38.00 €. Das Buch ist ausschließlich über den Buchhandel erhältlich. Mehr unter www.velkd.de/reform-im-katholizismus.


Hannover, 1. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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