Pressemitteilungen 2018

Lutherische Stimme in der Vielfalt des Protestantismus
Vor 70 Jahren wurde die VELKD in Eisenach gegründet - Freitag, 6. Juli 2018

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) wird 70. Am 8. Juli 1948 wurde die VELKD in Eisenach gegründet mit dem Ziel, die Einheit und Lehre der lutherischen Kirchen in Deutschland zu stärken und zu fördern.

„Gottesdienst und Liturgie, Ökumene, theologische Grundsatzfragen, Katechismusarbeit und Recht – das sind die zentralen Themen, die die Arbeit der VELKD seit 70 Jahren prägen und auch in Zukunft prägen werden. Innerhalb der Vielfalt des Protestantismus stärkt die VELKD die lutherische Stimme – in großer geschwisterlicher Gemeinschaft mit unierten und reformierten Kirchen und in Gemeinschaft mit den lutherischen Kirchen weltweit“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), anlässlich des Jubiläums.

Gerade in den letzten Jahren seien entscheidende Schritte umgesetzt worden, um die VELKD in die Zukunft zu führen. Das betrifft vor allem die Organisation ihrer Verwaltung, die seit dem 1. Januar Teil des Kirchenamts der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. „Es ist ein guter Weg, den wir miteinander gehen. Die unterschiedlichen Bekenntnisse trennen uns nicht, sie verbinden uns im gemeinsamen Christuszeugnis für unser Land und diese Welt“, so der Leitende Bischof.

Die Kirchenleitung der VELKD würdigte das Jubiläum auf ihrer Sitzung im Juni mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Hans Otte (Hannover). In seinem Vortrag „‚Rechte lutherische Freiheit‘ oder ‚Vom Ansatz her misslungen‘? – 70 Jahre VELKD“ zeichnete der Kirchenhistoriker die Entstehung der VELKD und ihre lange Vorgeschichte nach und verwies mit dem Titel bereits auf die Spannungen, die die VELKD von Anfang an begleitet haben.

Hinweis: unter www.velkd.de/velkd/jubilaeum.php finden Sie Informationen zum 70. Geburtstag der VELKD. Der Festvortrag von Prof. Otte steht unter www.velkd.de/downloads/70-Jahre-VELKD-Vortrag.pdf zum Download bereit.

Hannover, 6. Juli 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Segenswünsche für Altbischof Friedrich
Landesbischof Ulrich gratuliert seinem Vorgänger im Amt des Leitenden Bischofs der VELKD - Dienstag, 19. Juni 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat dem ehemaligen Leitenden Bischof der VELKD, Landesbischof i.R. Dr. Johannes Friedrich (Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern), zu dessen 70. Geburtstag am 20. Juni Glück- und Segenswünsche übermittelt.

„In Ihren Jahren als Leitender Bischof der VELKD sind maßgebliche Prozesse angestoßen worden, die bis heute nachwirken. Es ist Ihnen gelungen, die Verbindung zur EKD zu stärken und zugleich die Bedeutung der VELKD dort hervorzuheben, wo sie ihr besonderes Profil hat – in der Feier des lutherischen Gottesdienstes und der Liturgie, im theologischen Diskurs und in der Weitergabe theologischer Bildung, in der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft“, würdigte Ulrich die Verdienste seines Vorgängers im Amt des Leitenden Bischofs.

Die Ökumene sei für Friedrich, der auch Catholica-Beauftragter der VELKD war, „stets Freude und Verpflichtung zugleich“ gewesen. Es sei ihm gelungen, die Rolle der VELKD innerhalb der lutherischen Weltfamilie und als Gesprächspartner in der Ökumene zu stärken und entscheidende Prozesse voranzubringen: „Das theologische Gespräch ist Ihnen dabei ebenso wichtig gewesen wie die gemeinsame gottesdienstliche Feier und die geistliche Gemeinschaft.“

Ulrich, der im Namen der Bischofskonferenz und der Kirchenleitung der VELKD, im Namen des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) und auch persönlich gratulierte, würdigte Friedrich als „humorvollen, zugewandten, klugen, besonnenen, engagierten Bruder und Freund“, dessen „theologische Klarheit und geistliche Verbindlichkeit“ seinen leitenden Dienst ausgezeichnet hätten.

Dr. Johannes Friedrich war Pfarrer in Nürnberg, Propst in Jerusalem und Dekan in Nürnberg, bevor er 1999 zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt wurde. Von 2000-2005 war er Catholica-Beauftragter der VELKD sowie von 2005-2011 deren Leitender Bischof und Vorsitzender des DNK/LWB.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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„Expeditionen ins Leben“
VELKD veröffentlicht evangelischen Begleiter für Jugendliche - Dienstag, 12. Juni 2018

Mit dem Buch „Expeditionen ins Leben. Entdecken, was wirklich zählt“ legt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) erstmals einen evangelischen Begleiter für Jugendliche vor. Themen wie Freiheit, Erfolg, Aussehen, Pläne, Abschied, Zufall, Risiko werden mit Texten und Bildern, Zitaten, biblischen Bezügen und Anregungen für das eigene Weiterdenken aufgegriffen.

Die besondere Stärke liegt dabei in den konkreten Bezügen zur Lebenswelt Jugendlicher, findet Tobias Petzoldt, der als Dozent für Evangelische Bildungsarbeit mit Jugendlichen an der Evangelischen Hochschule Moritzburg (Sachsen) an dem Buch mitgearbeitet hat. „Das Buch soll jungen Menschen eine Orientierung für ihr Leben anbieten, die in der christlichen Tradition begründet ist“, sagt er. „Hier kann man Anregungen zur Lebensgestaltung finden. Das Expeditionsbuch nimmt die Gottessehnsucht junger Menschen ernst, geht die Fragen mit großer Offenheit an und gibt den alltäglichen Erfahrungen viel Raum“.

Wie bei einer Reise ins Unbekannte können sich Jugendliche mit diesem Buch alleine oder mit anderen auf den Weg machen, um das eigene Leben und das ihrer Mitmenschen zu entdecken. Jedes der acht Kapitel formuliert Forschungsanliegen, lädt zu Experimenten ein, bietet Expeditionsproviant in Form von Texten, Liedern und Bildern. Die Kapitelüberschriften wie „frei verbunden“, endlich lebendig“, „ohnmächtig stark“ oder „erfolgreich gescheitert“ laden dazu ein, sich mit den Mehrdeutigkeiten des Lebens auseinanderzusetzen.

„Mit den Fragen ans Leben ist es manchmal so wie mit einem unbekannten Land, das man wie bei einer Expedition entdeckt: Was erwarte ich eigentlich? Was brauche ich dafür? Was will ich ausprobieren?“, schreibt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich, in seinem Vorwort. Das Buch biete „Proviant auf dem Weg zu einem selbstverantworteten Glauben“.

„Expeditionen ins Leben“ ist gedacht für Jugendliche von der Konfirmandenzeit bis ins junge Erwachsenenalter. Es eignet sich als Inspiration und Werkbuch für Jugendarbeit und Religionsunterricht, als Geschenk zur Konfirmation oder für Teamerinnen und Teamer, als Material für Jugendfreizeiten und andere Bereiche der gemeindepädagogischen Praxis.

Hinweis: Elisabeth Lange, Friedemann Müller, Georg Raatz (Hrsg.): Expeditionen ins Leben. Entdecken, was wirklich zählt, 160 Seiten, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-69008-6, 15,00 Euro. Zu beziehen im Buchhandel oder unter www.v-r.de/de/expeditionen_ins_leben/t-1/1094175/  
Ein Blick ins Buch steht online zur Verfügung.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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„Von frühen Vögeln und alten Bäumen“
VELKD-Booklet mit seelsorglichen Miniaturen zu Sprichwörtern und Redewendungen - Donnerstag, 7. Juni 2018

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, „Hochmut kommt vor dem Fall“ – Sprichwörter und Redewendungen werden von Generation zu Generation weitergetragen und gehören zum alltäglichen Sprachgebrauch. Für die einen sind sie amüsant, für die anderen sind sie altmodisch – und für wieder andere sind sie Ausdruck einer eingeschränkten Weltsicht und Instrumente einer autoritären Erziehung.

Dieser Mehrdeutigkeit gehen die Texte im VELKD-Booklet „Von frühen Vögeln und alten Bäumen“ nach. Die Mitglieder des Seelsorgeausschusses der VELKD (2010-2016) haben 42 Sprichwörter und Redewendungen auf ihre Bedeutung, auf die dahinterliegenden Lebenseinstellungen befragt – und kommen zu mitunter überraschenden Erkenntnissen: „Nicht alles, was einem als zeitlose Wahrheit präsentiert wird, ist es auch“, schreibt Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in ihrem Vorwort. „Manches dient eher der Einschränkung von Kleinen und Großen und will sie letztlich gefügig und gehorsam machen. Dagegen braucht es Widerspruch um des Lebens willen.“

Das illustrierte Booklet eignet sich für die eigene Lektüre, für den Austausch mit anderen und als Inspiration für geistliche Impulse, Andachten und Predigten ebenso wie als Geschenkheft in der kirchengemeindlichen Arbeit.

 

Hinweis: Von frühen Vögeln und alten Bäumen. Seelsorgliche Miniaturen zu Sprichwörtern und Redewendungen, hrsg. von Susanne Breit-Keßler, Kerstin Lammer und Georg Raatz, 72 Seiten, Hannover 2018, ISBN 978-3-943201-22-2
Das Booklet kann im Amtsbereich der VELKD im Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 534, E-Mail: versand@velkd.de oder unter http://www.velkd.de/Von fruehen Voegeln und alten Baeumen gegen eine Schutzgebühr von 3,00 Euro portofrei bestellt werden.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Gottvertrauen und klare Worte
Leitender Bischof der VELKD gratuliert Margot Käßmann zum Geburtstag - Freitag, 1. Juni 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, spricht Reformationsbotschafterin und Landesbischöfin a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann anlässlich ihres am Sonntag (3. Juni) bevorstehenden 60. Geburtstags Glück- und Segenswünsche aus.
In seinem Glückwunschschreiben würdigt er die vielfältigen Gaben, die theologische Kompetenz und den Mut zu klaren Worten, mit denen Käßmann „die erneuernde Kraft des Evangeliums, wie sie in der Reformation wieder ans Tageslicht gebracht wurde“, für Menschen unserer Zeit fruchtbar mache.

„Ihr Dienst, Ihre Predigten, Ihre Texte zeugen von einer großen Zuneigung zur lutherischen Tradition, sie geschehen in Freiheit und Bindung an das Wort Gottes und sind getragen von einem tiefen Gottvertrauen – das wird immer wieder spürbar und hörbar. Darin liegt eine große Stärke, die viele Menschen inspiriert und auch tröstet“, schreibt der Landesbischof.

Ulrich, der im Namen der VELKD, der Nordkirche und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes gratuliert, hebt hervor, dass Margot Käßmann als erste Frau sowohl an der Spitze der hannoverschen Landeskirche als auch als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland tätig war. Für viele Frauen sei dies eine Ermutigung zu ehren- und hauptamtlichem Engagement in der Kirche gewesen.

Hannover
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Andreas Ohlemacher wird Referent für Theologische Grundsatzfragen
Pastor der Hannoverschen Landeskirche folgt auf Claas Cordemann - Montag, 28. Mai 2018

Die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat Pastor Dr. Andreas Ohlemacher zum Referenten für Theologische Grundsatzfragen im Amtsbereich der VELKD berufen. Der 50-jährige Theologe folgt damit auf Dr. Claas Cordemann, der zum 1. März 2018 die Leitung der Fortbildung in den ersten Amtsjahren in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers übernommen hat.

Auch im Gemeindepfarramt hat Andreas Ohlemacher durch Forschung und Lehre die akademische Theologie gepflegt. „Ich bin überzeugt davon, dass eine reflektierte Theologie den fruchtbarsten Grund für Gemeindearbeit und kirchenleitendes Handeln darstellt“, sagt er. Nun freue er sich darauf, das „Gegenwartspotential“ einer Theologie lutherischer Prägung an der Schnittstelle zwischen kirchenleitenden Organen, wissenschaftlicher Theologie und Kirchenge-meinden fruchtbar zu machen.

Ohlemacher, der zurzeit Pastor in den Kirchengemeinden Hedemünden-Oberode und Wiershausen-Lippoldshausen im Kirchenkreis Münden (Südniedersachsen) ist, hat in Göttingen, Oxford und Tübingen Evangelische Theologie, Interkulturelle Didaktik und Germanistik studiert. Nach der Assistenzzeit in München und Göttingen absolvierte er sein Vikariat in Hildesheim und war anschließend Pastor in Friedland und drei weiteren Kirchengemeinden nahe Göttingen. Er wurde im Fach Kirchengeschichte promoviert. Weitere Stationen seines beruflichen Weges waren unter anderem Tätigkeiten als Koordinator eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte in Göttingen.

Andreas Ohlemacher ist verheiratet mit Angelika Ohlemacher. Das Paar hat drei Kinder.

Hinweis: Ein Porträtfoto von Pastor Dr. Andreas Ohlemacher kann hier heruntergeladen werden.

Hannover
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Leben mit offenen Händen
Pfingstbotschaft der stellvertretenden Leitenden Bischöfin der VELKD - Freitag, 18. Mai 2018

Vor dem bevorstehenden Pfingstfest (20./21.05.2018) ruft die stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD und Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann (Magdeburg), dazu auf, im Sinne der Botschaft von Pfingsten „den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ zu verbreiten, um Resignation, Hass und der Eskalation von Konflikten in der Welt entgegenzutreten. „Die Erde braucht den Geist der Feindesliebe, der Unversöhnlichkeit überwindet; den Geist der Freigebigkeit, der davor schützt, alles für sich haben zu wollen und zu horten; den Geist der Anteilnahme, der Mitmenschlichkeit stärkt und kalte Herzen wärmt; den Geist, der sich nach einer gerechten Welt sehnt und dem Ungeist widerspricht, der auf das Recht des Stärkeren setzt; und den Geist der Mitgeschöpflichkeit gegen den Geist der gnadenlosen Ausbeutung; den Geist Jesu Christi.“ Jeder und jede sei beauftragt, in diesem Geist zu leben und diesen Geist auf Erden weiter zu tragen und zu verbreiten.

Der Geist Gottes könne nicht gemacht, sondern nur empfangen werden. Deshalb sei ein Leben mit offenen Händen die Grundhaltung von Christinnen und Christen: „Die offenen Hände erinnern uns: Wir können und wir müssen, ja, wir sollen nicht alles selbst machen. Die Empfangsbereitschaft für Gottesgaben schützt uns vor Selbstüberforderung und vor Selbstüberschätzung. Beides ist übergroß in unserer Welt; führt zu Erschöpfung; führt in unserer Welt zu Kriegen; ja, wir führen die Erde an den Rand der Zerstörung, weil wir meinen, alles in den Griff zu bekommen. Offene Hände und ein Leben mit Gottes Gaben und Gottes Geboten in dieser Welt – das bewahrt uns in Menschlichkeit und Mitgeschöpflichkeit.“ So verändere Gott die Welt: nicht durch Heer oder Kraft, vielmehr durch einen neuen, durch seinen Geist: „Dieser Geist wirkt insbesondere darin, dass das Leben und Zusammenleben gelingt; dass Menschen sich aufrichten und aufrecht einstehen für Gott und seine Gebote, für Gerechtigkeit und Nächstenliebe und Friedlichkeit.“

Der Geist Gottes befähige zu einem mündigen Leben, das eintrete für die Würde aller Menschen und ein Leben in Fülle für alle Geschöpfe: „Christinnen und Christen sollen nicht orientierungslose Opfer aller möglichen Zeitgeistströmungen werden“, so die Landesbischöfin. Selbstbestimmung, Erkenntnisfähigkeit, Mündigkeit seien notwendig für einen überlegten Umgang mit Trends und Zeitgeistströmungen.

Die Pfingstbotschaft ist Teil ihrer Pfingstpredigt, die sie im Festgottesdienst am Pfingstmontag, 21.05.2018, um 10 Uhr in der Kirche zu Altherzberg (Kirchenkreis Bad Liebenwerda) hält.

Hannover,
Henrike Müller, Pressestelle der VELKD

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Neue Taufagende: Erprobung beginnt
Gemeinsamer Entwurf von VELKD und UEK ist online verfügbar - Montag, 7. Mai 2018

Der Entwurf für die neue Taufagende der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) ist erschienen. Mit der neuen Agende, die liturgische Ordnungen für die Taufe sowie Texte, Gebete und Liedvorschläge enthält, reagieren VELKD und UEK auf Veränderungen in der Taufpraxis. Die Agende bietet zwei Grundformen für Taufgottesdienste sowie Material für vielfältige Gestaltungen, zum Beispiel eine Liturgie für Tauffeste oder Texte in leichter Sprache. Die Agende ist online verfügbar und soll zunächst 18 Monate lang erprobt werden.

Seit der Einführung der bisher gültigen Agende für die Taufe Ende der 1980er Jahre in der VELKD und des Taufbuchs der damaligen EKU im Jahr 2000 hat sich die Praxis der Taufe in vielerlei Hinsicht verändert: So gewinnt die Taufe von Kleinkindern oder Jugendlichen größere Bedeutung im Vergleich zur Säuglingstaufe; immer häufiger gibt es Täuflinge, deren Eltern keiner Kirche angehören oder deren Familien Schwierigkeiten haben, Paten zu finden, die Mitglied einer christlichen Kirche sind. Tauffeste oder Taufen außerhalb des Kirchraums erfreuen sich wachsender Beliebtheit; auch kommt es immer häufiger vor, dass Taufgottesdienste auf Englisch gehalten werden.

Diesen Veränderungen trägt der neue Entwurf der Taufagende Rechnung. Er enthält zwei Ordnungen für Taufgottesdienste, von denen einer eine klare rituelle Dramaturgie aufweist, während der andere stärker die konkrete Situation der beteiligten Menschen wahrnimmt. Liturgische Modelle für die Taufe als eigenständigen Gottesdienst oder als Teil des Gemeindegottesdienstes sind in der Agende ebenso berücksichtigt wie Entwürfe für Taufe und Trauung, für die Taufe Jugendlicher, für Tauffeste und anderes. Auch Formulare in englischer Sprache wurden aufgenommen.

Der Entwurf soll in den Glied- bzw. Mitglieds- und Gastkirchen nun 18 Monate lang erprobt werden. Nach einer Überarbeitung des Entwurfs soll die neue gemeinsame Taufagende Band III, Teil 1 der Agende der VELKD (1988) und Band 2 der Agende der Evangelischen Kirche der Union („Taufbuch“, 2000) ersetzen.

Hinweise:
Der vollständige Text des Erprobungsentwurfes sowie der Fragebogen und Informationen zum Rückmeldeverfahren sind auf der Themenseite zur neuen Taufagende veröffentlicht und downloadbar. 

Der Erprobungsentwurf wird an die Kirchengemeinden der Glied- bzw. Mitglieds- und Gastkirchen ausgeliefert und ist nicht als Printprodukt bestellbar.

Als Agenden werden in der Evangelischen Kirche die Bücher bezeichnet, in denen die festen und wechselnden Stücke des Gottesdienstes und der Amtshandlungen (z. B. Taufen, Trauungen, Beerdigungen) aufgeführt sind. Die Agenden bilden den verbindlichen liturgischen Rahmen evangelischer Gottesdienste ab und eröffnen innerhalb dieses Rahmens Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung.    

Hannover
Henrike Müller

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Antisemitismus gefährdet die Demokratie
Lutherische Europäische Kommission Kirche und Judentum gratuliert zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels - Freitag, 4. Mai 2018

Auf ihrer Jahresversammlung in Amsterdam hat die Lutherische Europäische Kommission Kirche und Judentum (LEKKJ) den Bürgerinnen und Bürgern des Staates Israel zum 70. Jahrestag der Staatsgründung gratuliert. Zugleich äußerte sie sich besorgt über die zunehmende Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden in Europa. „Wir sehen mit Sorge den wachsenden – auch israelbezogenen – Antisemitismus, durch den die jüdischen Gemeinden von verschiedenen Seiten bedroht sind. Antisemitismus gefährdet die demokratischen Gesellschaften und ihre Offenheit, Pluralität und Solidarität“, heißt es in einer Erklärung vom 30. April 2018. Begegnungen, Dialog und gemeinsame Aktivitäten trügen dazu bei, „Vorurteile und Ressentiments zu überwinden und Netzwerke zu schaffen, die von Empathie und Solidarität getragen sind“. Deshalb ermuntert die LEKKJ christliche Gemeinden, kontinuierlich Verbundenheit mit jüdischen Gemeinden zu schaffen und zu vertiefen. Dies beinhalte auch, Kontakt zu jüdischen Personen und Institutionen zu suchen und Wege der Zusammenarbeit zu entwickeln. 

In der LEKKJ, die 1976 in Dänemark gegründet wurde, sind Delegierte aus mehr als 20 lutherischen Kirchen Europas vertreten, ständige Gäste sind Vertreter des Lutherischen Weltbundes, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika sowie drei jüdische Gäste aus Deutschland, Schweden und Österreich. Die Geschäftsführung der Kommission liegt bei der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Die Aufgaben der LEKKJ bestehen im Studien-, Erfahrungs- und Informationsaustausch, in gegenseitiger Beratung und in der Förderung gemeinsamer Projekte auf dem Gebiet des christlich-jüdischen Dialogs. Die Kommission kommt auf Einladung eines ihrer Mitglieder jährlich zu einer Arbeitstagung zusammen, um Themen der christlich-jüdischen Beziehungen und einer erneuerten Theologie im Angesicht des Judentums zu beraten.

Henrike Müller
Pressestelle der VELKD
 

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Leidenschaftliches Engagement für die lutherische Kirche
Altpräsident der Generalsynode Dirk Veldtrup feiert 70. Geburtstag - Montag, 23. April 2018

Als beeindruckendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement hat der Präsident der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Professor Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann, seinen Vorgänger im Amt gewürdigt: Dirk Veldtrup, Richter a.D. am Amtsgericht Hannover, wird am 24. April 70 Jahre alt. Von 1985 bis 2008 amtierte er als Präsident der Generalsynode der VELKD, der er bereits seit 1973 als Mitglied angehörte.

Vier Legislaturperioden, fast ein Vierteljahrhundert lang, habe der Jubilar „dem in unseren lutherischen Kirchen so wichtigen Verständnis vom Priestertum aller Getauften Gesicht und Stimme“ gegeben, führt Präsident Hartmann in seinem Gratulationsschreiben aus. Insbesondere die zielorientierte und um Ausgleich bemühte Amtsführung seines Vorgängers, die klar und leidenschaftlich in der Sache, aber nie dominant gewesen sei, habe ihn sehr beeindruckt. Dass Veldtrup die Fülle an Aufgaben neben seinem Vollzeit-Beruf als Richter gemeistert habe, nötige ihm höchsten Respekt ab, so Präsident Hartmann.

In die Amtszeit des „dienstältesten Ehrenamtlichen der Generalsynode“, wie der frühere Leitende Bischof, Dr. Johannes Friedrich, Veldtrup nannte, fallen wichtige Meilensteine, u. a. die Generalsynode 1988 zum Thema „Sterbende begleiten“, die prägend für die Hospizbewegung wurde, die erste gemeinsame Generalsynode von Ost- und Westkirchen 1991 in Königslutter und der Umzug des Lutherischen Kirchenamtes ins EKD-Kirchenamt 2007.

Seine Glückwünsche verband Präsident Hartmann mit der Tageslosung des Geburtstages aus Psalm 36: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.“

Hannover, 23. April 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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„Nichts muss so bleiben, wie es ist“
Osterbotschaft des Leitenden Bischofs der VELKD - Samstag, 31. März 2018

„Der christliche Glaube ist Osterglaube. Glaube, der sich darauf verlässt, dass nichts so bleiben muss, wie es ist. Dass alles neu werden kann, weil dieser Glaube uns frei macht, anders zu leben“, so der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), in seiner Botschaft zum Osterfest.

Ausgehend von dem geschichtlichen Ereignis der Auferstehung, wie es in der Bibel bezeugt wird, schreibt er: „Auferstehung – das ist auch heute! Da wurde und wird eine Kraft freigesetzt, die die Menschen damals und seitdem bis heute verwandelt, in Bewegung hält, sie neu ausrichtet.“

Auch in einer Welt, in der Trauer und Leid nicht verschwunden seien, in der Krieg und Terror herrschten, entfalte die Botschaft von Kreuz und Auferstehung ihre verändernde Kraft: „Die Dynamik der Auferweckung Jesu bringt die Steine zum Rollen, die die Grabeshöhle verschließen sollten. Energie wird wieder frei, dass wir den Mund auftun und laut werden lassen die Klage, die Wut, die Angst. Und dass wir Gott im Ohr liegen. Nur, wenn die Not konkret ausgesprochen wird vor Gott, kann Befreiung, Überwindung sich zeigen.“

Hinweis: Die Osterbotschaft im Wortlaut finden Sie unter www.velkd.de/velkd/bischof-berichte-predigten-texte.php

Schwerin/Hannover, 28. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Einander verstehen lernen
Christen und Muslime diskutieren theologische Fragen auf der Bischofskonferenz der VELKD - Montag, 19. März 2018

Der theologische Dialog mit dem Islam stand im Mittelpunkt der Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Nürnberg, die am heutigen Montag (19. März 2018) zu Ende geht.

Der theologisch fundierte interreligiöse Dialog müsse aus dem eigenen Selbstverständnis und aus der Mitte der eigenen Botschaft heraus die Verständigung suchen, sagte Professorin Dr. Susanne Heine (Wien) zu Beginn der Klausurtagung. Die eigene Identität werde durch die Begegnung mit anderen nicht gefährdet, sondern könne vielmehr gefestigt werden. „Das Gespräch miteinander dient dem respektvollen Zusammenleben“, so Heine. Das Ziel sei es, „einander kennenzulernen, Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen, einander mit Respekt zu begegnen“.

Professor Dr. Serdar Kurnaz (Hamburg) führte in die Grundlagen und aktuellen Debatten in der islamischen Theologie ein. „Es entsteht in der islamischen Theologie ein Bewusstsein dafür, dass es unterschiedliche theologische Modelle, unterschiedliche hermeneutische Deutungsansätze geben kann und dass diese einander befruchten.“ Er betonte, dass es notwendig sei, sich dieser Vielfalt bewusst zu werden: „Den Islam gibt es nicht.“ Kurnaz und Heine führten aus ihrer Perspektive in zentrale theologische Themen ein und diskutierten miteinander und mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz über Fragen von Offenbarungs- und Schriftverständnis, Inspiration, Hermeneutik und Pluralität.

Es gehe im interreligiösen Dialog keinesfalls darum, Absolutheitsansprüche zu verteidigen, betonten die Vortragenden. „Spirituelle Identität besteht darin, sich seines Glaubens gewiss zu sein“, so Susanne Heine. „Diese Glaubensgewissheit kann niemandem abgesprochen werden.“ Wenn Glauben eine Gewissheit sei und kein angelerntes Wissen, dann könne es im interreligiösen Dialog nicht um Absolutheitsansprüche gehen, sondern vielmehr darum, „sich friedensbringend einzusetzen für das plurale Zusammenleben der Religionen“.

Für eine „neue Humanitätsoffensive aller Religionsgemeinschaften“ plädierte auch der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, in seinem Grußwort im Gottesdienst in der Nürnberger St. Lorenzkirche. Religionsgemeinschaften müssten sich „öffentlich zu Wort melden, wenn die Würde des Menschen, der doch geschaffen ist zum Bilde Gottes, mit Füßen getreten wird. Staatstreue darf nie vor Einsatz für Humanität und Menschenrechte gehen“.

Bei einem Besuch der Mitglieder und Gäste der Bischofskonferenz in der Islamischen Gemeinde Nürnberg e.V. stellte der Arbeitskreis der Muslime in Nürnberg seine Arbeit vor, dessen Ziel es ist, Brücken zu bauen zwischen Muslimen und Mitgliedern anderer Religionen. Neben Themen wie Organisation und Ehrenamt, Körperschaftsstatus, muslimische Seelsorge und muslimischem Religionsunterricht diskutierten Gäste und Gastgeber engagiert über Pluralität innerhalb des Islam.

Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), dankte für die Gastfreundschaft: „Sie haben uns teilhaben lassen an Ihren Glaubenserfahrungen und Ihrer Gemeinschaft. Dadurch haben wir nicht nur etwas über Sie gelernt, sondern auch über uns.“ Es sei keine Frage, dass der Islam zu Deutschland gehöre: „Wir leben miteinander, gehören zueinander und stehen gemeinsam in der Verantwortung für diese Welt.“

Hinweis: Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Nürnberg auch Bischöfinnen und Bischöfe aus Finnland, Georgien, Island, den Niederlanden, Norwegen und der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland als Gäste teil. Die nächste Klausurtagung der Bischofskonferenz findet im März 2019 in Straßburg statt.

Nürnberg/Hannover,
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD
 

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Kirchenliedseminar „Heimat und Fremde“
Ökumenische Tagung vom 19.-22.03.2018 in Loccum - Donnerstag, 15. März 2018

Kirchenlieder schaffen Heimat. Ihre Texte und Melodien klingen vertraut. Bekannte Lieder stiften Gemeinschaft – auch in der Fremde. Zugleich gibt es im geistlichen Lied etwas Fremdes, das uns hinausführt über das, was wir kennen und wissen. Mit dieser Spannung zwischen „Heimat und Fremde“ beschäftigt sich das Kirchenliedseminar, das vom 19.-22. März 2018 in der Evangelischen Akademie Loccum stattfindet.

Ausgehend von grundsätzlichen Überlegungen darüber, wie sich Heimat und Fremde in Kunst und Religion zueinander verhalten, werden in Vortrag, Gespräch und Musik Erkundungen darüber angestellt, welche geistlichen und kulturellen Identitäten die Kirchenlieder pflegen und wo sie über Grenzen hinausführen.

Über Heimat und Befremdung in der Kunst reflektiert der Philosoph Prof. Bernhard Waldenfels (München) im Eröffnungsgespräch mit Dr. Christian Lehnert vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD (Leipzig). Der Frage nach Liedern als Beitrag zu Integration oder Assimilation gehen die Liturgiewissenschaftler Dr. Christiane Schäfer und Prof. Dr. Ansgar Franz (beide Mainz) am Beispiel des Liedguts katholischer Heimatvertriebener nach 1945 nach. Musikalische Zwischenspiele mit den Komponisten Sven Helbig (Dresden) und Frank Schwemmer (Berlin) verbinden den Kirchengesang mit der Weite des heutigen Musikempfindens. PD  Dr. Julia Koll (Loccum) beschäftigt sich in einem Vortrag mit den neuen Wochenliedern nach der Neuordnung gottesdienstlicher Lieder und Texte, die am 1. Advent 2018 in Kraft tritt. Im Abschlussgespräch diskutieren der Kulturbeauftragte des Rates der EKD, PD Dr. Johann-Hinrich Claussen, Volker Jaekel (beide Berlin) und Christian Lehnert unter anderem über Kriterien, Auswahl und Qualität dieser Lieder, die den einzelnen Sonntagen im Kirchenjahr zugeordnet sind.

Das Kirchenliedseminar in der Evangelischen Akademie Loccum findet statt in Kooperation mit dem Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD, dem Kulturbüro des Rates der EKD in Berlin, dem Referat für Gottesdienst und Kirchenmusik im Kirchenamt der EKD, der Universität Hamburg, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Leipzig und dem Verein Kultur-Liturgie-Spiritualität e.V. Mainz.

Hinweis: Das vollständige Programm finden Sie unter: www.velkd.de/leipzig/downloads/Kirchenliedseminar-Loccum-2018.pdf
 

Hannover, 15. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Gottesverständnis in Islam und Christentum
Bischofskonferenz der VELKD diskutiert theologische Fragen - Dienstag, 13. März 2018

Der theologische Dialog mit dem Islam steht im Mittelpunkt der Frühjahrs-Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die vom 17.-19. März 2018 in Nürnberg stattfindet.

„Mit der Diskussion theologischer Themen wie der Frage nach dem Gottes- oder Schriftverständnis leistet die Klausurtagung der Bischofskonferenz einen eigenen und wichtigen Beitrag zum interreligiösen Dialog. Ein vertieftes Verständnis der anderen Religion und zugleich des eigenen Glaubens kann zu einer gelingenden Gemeinschaft in Vielfalt beitragen“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin).

Prof. em. Dr. Susanne Heine, Professorin für Praktische Theologie und Religionsphilosophie (Wien) und Prof. Dr. Serdar Kurnaz, Juniorprofessor für Islamische Theologie (Hamburg) halten jeweils Vorträge zu den Themen „Bibel und Koran“ und „Gottesverständnis“, um anschließend miteinander und mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz ins Gespräch zu kommen. Islamische Seelsorge, Bestattungskultur und Unterweisung sind Themen eines Besuchs der Islamischen Gemeinde Nürnberg e.V. Die Exkursion wird begleitet von Dr. Rainer Oechslen, dem Islambeauftragten der Bayerischen Landeskirche, und Dr. Thomas Amberg, Leiter des Zentrums „Brücke – Köprü“, Zentrum für christlich-islamische Begegnung der Bayerischen Landeskirche in Nürnberg.

Die Predigt im ökumenischen Gottesdienst am Sonntag (18. März 2018) in der Nürnberger St. Lorenz Kirche, der gemeinsam mit der altkatholischen Gemeinde gefeiert wird, hält der Leitende Bischof der VELKD, die Abendmahlsfeier leitet Dr. Matthias Ring, Bischof des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. Der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, hält ein Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst.

Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Nürnberg auch Bischöfinnen und Bischöfe aus Finnland, Georgien, Island, den Niederlanden, Norwegen und von der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland als Gäste teil.

Hinweis: Pressekontakt während der Klausurtagung, Tel.: 0151-46 10 15 20, Mail: mueller@velkd.de.Hannover

Hannover, 13. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Trauer um Karl Kardinal Lehmann
Leitender Bischof und Catholica-Beauftragter der VELKD würdigen Einsatz für das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums - Sonntag, 11. März 2018

Der Leitende Bischof der VELKD und Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich (Schwerin), hat seine Anteilnahme zum Tod von Karl Kardinal Lehmann ausgedrückt. „Wir reihen uns ein in die große Zahl derer, die den Kardinal in den vergangenen Tagen im Gebet begleitet haben und nun um ihn trauern“, schreibt der Bischof in einem Kondolenzbrief an den Bischof von Mainz, Peter Kohlgraf. „Mit Kardinal Lehmann ist eine der prägenden Persönlichkeiten des Katholizismus in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte von uns gegangen. Seine theologische Klarheit, sein segensreiches öffentliches Auftreten, seine geistliche Präsenz und nicht zuletzt sein überzeugtes Eintreten für die Ökumene im Geist des II. Vatikanischen Konzils werden fehlen. In den Lutherischen Kirchen in Deutschland und darüber hinaus im Lutherischen Weltbund haben wir seinen hervorragenden Einsatz für das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums geschätzt.“

Als Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen, dessen katholischer Vorsitzender er von 1988 an gewesen ist, sowie in Gesprächen zwischen dem Lutherischen Weltbund und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen habe Kardinal Lehmann wesentlich zur wachsenden Verständigung und zur Überwindung des Trennenden unter Katholiken und Lutheranern beigetragen. Als „Mann des Dialogs“ sei sein Interesse an vertiefter Gemeinschaft der Kirchen stets begleitet gewesen von einer Wertschätzung des theologischen Lehrgesprächs. „Durch sein Wirken konnte er ebenso für Beständigkeit kirchlicher Lehre und christlichen Zeugnisses einstehen wie für die Bereitschaft zur Erneuerung“, schreibt der Landesbischof, der auch das öffentliche Eintreten Lehmanns in sozialethischen Fragen würdigte: „Sein klares und zugleich ausgleichendes Wirken leistete einen wesentlichen Beitrag zur Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses in der modernen Gesellschaft.“

Der Catholica-Beauftrage der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) würdigte Kardinal Lehmann als einen „großartigen Theologen und Menschenfreund“. Er sei ein geachteter Lehrer der Theologie und treuer ökumenischer Weggefährte gewesen, „wach im Geist, mutig in Schrift und Rede sowie zugewandt in der persönlichen Begegnung“: „Sein Wirken und sein Leben sind mir und vielen in der evangelischen Kirche Verpflichtung, den Weg in der Ökumene weiterzugehen“, so der Catholica-Beauftragte.

Kardinal Karl Lehmann war von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz und von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist heute im Alter von 81 Jahren verstorben.


Hannover, 11. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Ermutigendes Zeichen für gemeinsam gelebten Glauben
Catholica-Beauftragter der VELKD würdigt angekündigte Orientierungshilfe der deutschen Bischofskonferenz zum Abendmahl - Freitag, 23. Februar 2018

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, begrüßt es, dass die Deutsche Bischofskonferenz einen Schritt hin zu einer gemeinsamen Teilnahme am Abendmahl für konfessionsverbundene Ehepaare angekündigt hat. 

„Es wäre ein sehr ermutigendes Zeichen, wenn es den konfessionsverbundenen Paaren erleichtert wird, ihren christlichen Glauben gemeinsam zu leben – auch durch die gemeinsame Teilnahme am Abendmahl – nicht nur in Todesgefahr. Wenn das angekündigte Dokument darüber Klarheit herstellen wird, dann ist die Entwicklung ein großartiger Schritt“, schreibt der Landesbischof der Schaumburg-Lippischen Landeskirche in einer Stellungnahme.

Es sei „erfreulich und zu begrüßen“, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich auf ein Weitergehen in dieser wichtigen Frage nach dem – ökumenisch gesehen – bedeutsamen Jahr 2017 verständigt habe. Es bleibe aber abzuwarten, wie der genaue Text des angekündigten Dokuments ausfallen werde. Es sei zu hoffen, dass der Schritt deutlich über die jetzt schon bestehenden Möglichkeiten des gemeinsamen Abendmahls hinausgehe.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte auf der Frühjahrstagung der Bischofskonferenz eine Orientierungshilfe angekündigt, die Eheleuten in konfessionsverbindenden Ehen eine gemeinsame Teilnahme am Abendmahl ermöglichen solle. Diese Handreichung werde sich zuallererst an die Seelsorger in den Pfarrgemeinden und Diözesen wenden und solle eine Hilfe für Seelsorger sein, diese Frage jeweils im Einzelfall zu klären. Bisher sind evangelische Christinnen und Christen in der Regel nicht zum Abendmahl in der katholischen Kirche zugelassen.

Hinweis: Die Stellungnahme des Catholica-Beauftragten steht online zur Verfügung.


Hannover, 23. Februar 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Leidenschaftlich und streitbar im ökumenischen Dialog
Leitender Bischof würdigt Catholica-Beauftragten Manzke zum 60. Geburtstag - Mittwoch, 14. Februar 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat dem schaumburg-lippischen Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) zu dessen 60. Geburtstag gratuliert.

In seinem Schreiben würdigte Ulrich das „leidenschaftliche Engagement“, das Karl-Hinrich Manzke als Catholica-Beauftragter der VELKD in den ökumenischen Dialog einbringe.

„Sie stehen für einen streitbaren Dialog mit den römisch-katholischen Geschwistern, der auch schwierige Themen nicht ausklammert“, so Bischof Ulrich in seiner Gratulation. Für Manzke sei Ökumene nur dann auf einem guten Weg, wenn auch Irritationen offen angesprochen und konstruktiv bearbeitet würden.

Diese „klare Haltung“, die auf einem tiefen Glauben und der lutherischen Theologie basiert, habe dem Jubilar „hohe Wertschätzung“ eingetragen und mache die Zusammenarbeit mit ihm besonders fruchtbar, betonte der Leitende Bischof.

Der Präsident der Generalsynode, Professor Dr. Dr. Wilfried Hartmann, verband seine Glückwünsche im Namen von Synode und Präsidium mit dem herzlichen Dank für dessen jährliche Berichterstattung zu Catholicafragen: „Bischof Manzkes Berichte beruhen auf seinem intensiven Dialog mit unseren römisch-katholischen Brüdern und Schwestern und seiner sorgfältigen Analyse des Miteinanders“.

Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke wurde im April 2014 von der Kirchenleitung der VELKD zum Catholica-Beauftragten berufen. Als solcher ist er für den Dialog mit der römisch-katholischen Kirche zuständig und legt der Generalsynode alljährlich einen Bericht über die für die Ökumene wichtigen Vorgänge in der Beziehung zur katholischen Kirche vor. Zusätzlich ist Bischof Manzke seit 2011 Beauftragter der EKD für die Seelsorge der Bundespolizei.


Hannover, 14. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft
Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch zu Chancen und Grenzen virtueller Kommunikation aus liturgischer Perspektive - Montag, 5. Februar 2018

Spätestens seit der großen Resonanz auf den so genannten Segensroboter auf der „Weltausstellung Reformation“ 2017 steht die Frage nach den Auswirkungen des digitalen Wandels auf sakrale Rituale im Raum. Kann eine freundliche Maschine den Segen Gottes zusprechen? Braucht es für liturgische Vollzüge die Begegnung von Menschen und die Interaktion von Körpern? Kann sich der ,,Leib Christi" im Gottesdienst maschinell oder auch virtuell verwirklichen?

Diese und andere Fragen thematisiert das diesjährige Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Leipzig. Unter dem Titel „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“ diskutieren von heute an Experten aus Theologie, Philosophie, Literatur- und Kunstwissenschaft sowie aus digitaler und künstlerischer Praxis Chancen und Grenzen des ‚Digitalen‘ in liturgischer Perspektive.

Dabei geht es weniger um die Frage, wie die Kirche die neuen Medien für ihre Gottesdienste oder ihre Kommunikation nutzen kann. „Wir fragen grundsätzlicher: Was bedeutet die Kultur des Digitalen für unsere Wahrnehmung von Gottesdienst, für unser Verständnis grundlegender liturgischer Kategorien?“, erläutert Dr. Alexander Deeg, der Leiter des Instituts und Professor für Praktische Theologie in Leipzig, den Leitgedanken des dreitägigen Symposiums.

Entsprechend weit gespannt ist die thematische Bandbreite der Tagung: Das Spektrum der Vorträge reicht von der theologischen Betrachtung von „Gottesdienst als mediales Geschehen“ über die Erkundung virtueller Kirchenräume und Spielwelten bis zu kunstwissenschaftlichen Untersuchungen etwa zum Verhältnis von darstellenden Kunstformen und neuen Medien oder zu „Gottesdienst im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.

Hinweis: „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“, 22. Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD, 5. – 7. Februar 2018, mehr zum Fachgespräch unter www.velkd.de/leipzig/veranstaltungen.php .


Hannover/Leipzig, 5. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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Lutherische Freundbeobachtungen
VELKD dokumentiert Tagung „Reform im Katholizismus“ - Donnerstag, 1. Februar 2018

Seit gut 500 Jahren ist der Begriff „Reformation“ fast ausschließlich mit den protestantischen Kirchen verknüpft. Anlass genug für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD), diese Zuschreibung zu überprüfen und nach historischen und aktuellen Reform(ations)prozessen in der römisch-katholischen Kirche zu fragen.

Unter der Überschrift „Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche“ veranstaltete die VELKD 2016 gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing ein ökumenisch besetztes Symposium. Römisch-katholische und evangelische Theologinnen und Theologen sowie bischöfliche Vertreter beider Konfessionen diskutierten im Horizont des Themas die Ausprägungen konfessioneller Eigen- und Fremdwahrnehmung.

Mit der Publikation des Tagungsbandes in der Reihe „Beihefte zur Ökumenischen Rundschau“ sind die Beiträge nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

„Lutherische Freundbeobachtungen im Dialog“, so beschreibt Professor Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg), der die Dokumentation gemeinsam mit Dr. Oliver Schuegraf, Ökumene-Referent der VELKD, herausgegeben hat, das Leitmotiv der Aufsätze. Nicht „Distanznahme“, sondern teil- und anteilnehmende Beobachtung bestimmt ihren Grundton. Schließlich rede man mit Freunden – und nicht über sie, so Oberdorfer.

Der dialogische Ansatz der Tagung spiegelt sich auch in der Dokumentation wider: Zunächst wird grundsätzlich der Frage nachgegangen, wie die römisch-katholischen Kirche und wie sie Traditionstreue und Veränderung miteinander zu verbinden sucht. Diese Grundsatzfragen werden jeweils aus katholischer und evangelischer Perspektive beleuchtet. In einem zweiten Teil vertiefen ausgewählte Fallstudien die Frage nach Wandlungsprozessen.

Die Beiträge des Bandes stammen von Christine Axt-Piscalar, Michael Beintker, Martin Bräuer, Wanda Deifelt, Peter De Mey, Theodor Dieter, Margarethe Hopf, Tina Huhtanen, Kathryn Johnson, Michael Karger, Dominique-Marcel Kosack, Karl Kardinal Lehmann, Friederike Nüssel, Bernd Oberdorfer, Johanna Rahner, Karlheinz Ruhstorfer, Oliver Schuegraf, Thomas Söding, Magnus Striet, Bertram Stubenrauch, Wolfgang Thönissen, Günther Wassilowsky, Gunther Wenz und Myriam Wijlens.

Hinweis: Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche. Beihefte zur Ökumenischen Rundschau, Band 119, im Auftrag der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) herausgegeben von Bernd Oberdorfer und Oliver Schuegraf, 468 Seiten, Leipzig 2018, ISBN 978-3-374-05443-5, 38.00 €. Das Buch ist ausschließlich über den Buchhandel erhältlich. Mehr unter www.velkd.de/reform-im-katholizismus.


Hannover, 1. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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