Pressemitteilungen 2018

„Nichts muss so bleiben, wie es ist“
Osterbotschaft des Leitenden Bischofs der VELKD - Samstag, 31. März 2018

„Der christliche Glaube ist Osterglaube. Glaube, der sich darauf verlässt, dass nichts so bleiben muss, wie es ist. Dass alles neu werden kann, weil dieser Glaube uns frei macht, anders zu leben“, so der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), in seiner Botschaft zum Osterfest.

Ausgehend von dem geschichtlichen Ereignis der Auferstehung, wie es in der Bibel bezeugt wird, schreibt er: „Auferstehung – das ist auch heute! Da wurde und wird eine Kraft freigesetzt, die die Menschen damals und seitdem bis heute verwandelt, in Bewegung hält, sie neu ausrichtet.“

Auch in einer Welt, in der Trauer und Leid nicht verschwunden seien, in der Krieg und Terror herrschten, entfalte die Botschaft von Kreuz und Auferstehung ihre verändernde Kraft: „Die Dynamik der Auferweckung Jesu bringt die Steine zum Rollen, die die Grabeshöhle verschließen sollten. Energie wird wieder frei, dass wir den Mund auftun und laut werden lassen die Klage, die Wut, die Angst. Und dass wir Gott im Ohr liegen. Nur, wenn die Not konkret ausgesprochen wird vor Gott, kann Befreiung, Überwindung sich zeigen.“

Hinweis: Die Osterbotschaft im Wortlaut finden Sie unter www.velkd.de/velkd/bischof-berichte-predigten-texte.php

Schwerin/Hannover, 28. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Einander verstehen lernen
Christen und Muslime diskutieren theologische Fragen auf der Bischofskonferenz der VELKD - Montag, 19. März 2018

Der theologische Dialog mit dem Islam stand im Mittelpunkt der Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Nürnberg, die am heutigen Montag (19. März 2018) zu Ende geht.

Der theologisch fundierte interreligiöse Dialog müsse aus dem eigenen Selbstverständnis und aus der Mitte der eigenen Botschaft heraus die Verständigung suchen, sagte Professorin Dr. Susanne Heine (Wien) zu Beginn der Klausurtagung. Die eigene Identität werde durch die Begegnung mit anderen nicht gefährdet, sondern könne vielmehr gefestigt werden. „Das Gespräch miteinander dient dem respektvollen Zusammenleben“, so Heine. Das Ziel sei es, „einander kennenzulernen, Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen, einander mit Respekt zu begegnen“.

Professor Dr. Serdar Kurnaz (Hamburg) führte in die Grundlagen und aktuellen Debatten in der islamischen Theologie ein. „Es entsteht in der islamischen Theologie ein Bewusstsein dafür, dass es unterschiedliche theologische Modelle, unterschiedliche hermeneutische Deutungsansätze geben kann und dass diese einander befruchten.“ Er betonte, dass es notwendig sei, sich dieser Vielfalt bewusst zu werden: „Den Islam gibt es nicht.“ Kurnaz und Heine führten aus ihrer Perspektive in zentrale theologische Themen ein und diskutierten miteinander und mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz über Fragen von Offenbarungs- und Schriftverständnis, Inspiration, Hermeneutik und Pluralität.

Es gehe im interreligiösen Dialog keinesfalls darum, Absolutheitsansprüche zu verteidigen, betonten die Vortragenden. „Spirituelle Identität besteht darin, sich seines Glaubens gewiss zu sein“, so Susanne Heine. „Diese Glaubensgewissheit kann niemandem abgesprochen werden.“ Wenn Glauben eine Gewissheit sei und kein angelerntes Wissen, dann könne es im interreligiösen Dialog nicht um Absolutheitsansprüche gehen, sondern vielmehr darum, „sich friedensbringend einzusetzen für das plurale Zusammenleben der Religionen“.

Für eine „neue Humanitätsoffensive aller Religionsgemeinschaften“ plädierte auch der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, in seinem Grußwort im Gottesdienst in der Nürnberger St. Lorenzkirche. Religionsgemeinschaften müssten sich „öffentlich zu Wort melden, wenn die Würde des Menschen, der doch geschaffen ist zum Bilde Gottes, mit Füßen getreten wird. Staatstreue darf nie vor Einsatz für Humanität und Menschenrechte gehen“.

Bei einem Besuch der Mitglieder und Gäste der Bischofskonferenz in der Islamischen Gemeinde Nürnberg e.V. stellte der Arbeitskreis der Muslime in Nürnberg seine Arbeit vor, dessen Ziel es ist, Brücken zu bauen zwischen Muslimen und Mitgliedern anderer Religionen. Neben Themen wie Organisation und Ehrenamt, Körperschaftsstatus, muslimische Seelsorge und muslimischem Religionsunterricht diskutierten Gäste und Gastgeber engagiert über Pluralität innerhalb des Islam.

Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), dankte für die Gastfreundschaft: „Sie haben uns teilhaben lassen an Ihren Glaubenserfahrungen und Ihrer Gemeinschaft. Dadurch haben wir nicht nur etwas über Sie gelernt, sondern auch über uns.“ Es sei keine Frage, dass der Islam zu Deutschland gehöre: „Wir leben miteinander, gehören zueinander und stehen gemeinsam in der Verantwortung für diese Welt.“

Hinweis: Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Nürnberg auch Bischöfinnen und Bischöfe aus Finnland, Georgien, Island, den Niederlanden, Norwegen und der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland als Gäste teil. Die nächste Klausurtagung der Bischofskonferenz findet im März 2019 in Straßburg statt.

Nürnberg/Hannover,
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD
 

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Kirchenliedseminar „Heimat und Fremde“
Ökumenische Tagung vom 19.-22.03.2018 in Loccum - Donnerstag, 15. März 2018

Kirchenlieder schaffen Heimat. Ihre Texte und Melodien klingen vertraut. Bekannte Lieder stiften Gemeinschaft – auch in der Fremde. Zugleich gibt es im geistlichen Lied etwas Fremdes, das uns hinausführt über das, was wir kennen und wissen. Mit dieser Spannung zwischen „Heimat und Fremde“ beschäftigt sich das Kirchenliedseminar, das vom 19.-22. März 2018 in der Evangelischen Akademie Loccum stattfindet.

Ausgehend von grundsätzlichen Überlegungen darüber, wie sich Heimat und Fremde in Kunst und Religion zueinander verhalten, werden in Vortrag, Gespräch und Musik Erkundungen darüber angestellt, welche geistlichen und kulturellen Identitäten die Kirchenlieder pflegen und wo sie über Grenzen hinausführen.

Über Heimat und Befremdung in der Kunst reflektiert der Philosoph Prof. Bernhard Waldenfels (München) im Eröffnungsgespräch mit Dr. Christian Lehnert vom Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD (Leipzig). Der Frage nach Liedern als Beitrag zu Integration oder Assimilation gehen die Liturgiewissenschaftler Dr. Christiane Schäfer und Prof. Dr. Ansgar Franz (beide Mainz) am Beispiel des Liedguts katholischer Heimatvertriebener nach 1945 nach. Musikalische Zwischenspiele mit den Komponisten Sven Helbig (Dresden) und Frank Schwemmer (Berlin) verbinden den Kirchengesang mit der Weite des heutigen Musikempfindens. PD  Dr. Julia Koll (Loccum) beschäftigt sich in einem Vortrag mit den neuen Wochenliedern nach der Neuordnung gottesdienstlicher Lieder und Texte, die am 1. Advent 2018 in Kraft tritt. Im Abschlussgespräch diskutieren der Kulturbeauftragte des Rates der EKD, PD Dr. Johann-Hinrich Claussen, Volker Jaekel (beide Berlin) und Christian Lehnert unter anderem über Kriterien, Auswahl und Qualität dieser Lieder, die den einzelnen Sonntagen im Kirchenjahr zugeordnet sind.

Das Kirchenliedseminar in der Evangelischen Akademie Loccum findet statt in Kooperation mit dem Liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD, dem Kulturbüro des Rates der EKD in Berlin, dem Referat für Gottesdienst und Kirchenmusik im Kirchenamt der EKD, der Universität Hamburg, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Leipzig und dem Verein Kultur-Liturgie-Spiritualität e.V. Mainz.

Hinweis: Das vollständige Programm finden Sie unter: www.velkd.de/leipzig/downloads/Kirchenliedseminar-Loccum-2018.pdf
 

Hannover, 15. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Gottesverständnis in Islam und Christentum
Bischofskonferenz der VELKD diskutiert theologische Fragen - Dienstag, 13. März 2018

Der theologische Dialog mit dem Islam steht im Mittelpunkt der Frühjahrs-Klausurtagung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die vom 17.-19. März 2018 in Nürnberg stattfindet.

„Mit der Diskussion theologischer Themen wie der Frage nach dem Gottes- oder Schriftverständnis leistet die Klausurtagung der Bischofskonferenz einen eigenen und wichtigen Beitrag zum interreligiösen Dialog. Ein vertieftes Verständnis der anderen Religion und zugleich des eigenen Glaubens kann zu einer gelingenden Gemeinschaft in Vielfalt beitragen“, sagt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin).

Prof. em. Dr. Susanne Heine, Professorin für Praktische Theologie und Religionsphilosophie (Wien) und Prof. Dr. Serdar Kurnaz, Juniorprofessor für Islamische Theologie (Hamburg) halten jeweils Vorträge zu den Themen „Bibel und Koran“ und „Gottesverständnis“, um anschließend miteinander und mit den Mitgliedern der Bischofskonferenz ins Gespräch zu kommen. Islamische Seelsorge, Bestattungskultur und Unterweisung sind Themen eines Besuchs der Islamischen Gemeinde Nürnberg e.V. Die Exkursion wird begleitet von Dr. Rainer Oechslen, dem Islambeauftragten der Bayerischen Landeskirche, und Dr. Thomas Amberg, Leiter des Zentrums „Brücke – Köprü“, Zentrum für christlich-islamische Begegnung der Bayerischen Landeskirche in Nürnberg.

Die Predigt im ökumenischen Gottesdienst am Sonntag (18. März 2018) in der Nürnberger St. Lorenz Kirche, der gemeinsam mit der altkatholischen Gemeinde gefeiert wird, hält der Leitende Bischof der VELKD, die Abendmahlsfeier leitet Dr. Matthias Ring, Bischof des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. Der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, hält ein Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst.

Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaberinnen und Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen an der Tagung in Nürnberg auch Bischöfinnen und Bischöfe aus Finnland, Georgien, Island, den Niederlanden, Norwegen und von der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland als Gäste teil.

Hinweis: Pressekontakt während der Klausurtagung, Tel.: 0151-46 10 15 20, Mail: mueller@velkd.de.Hannover

Hannover, 13. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Trauer um Karl Kardinal Lehmann
Leitender Bischof und Catholica-Beauftragter der VELKD würdigen Einsatz für das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums - Sonntag, 11. März 2018

Der Leitende Bischof der VELKD und Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich (Schwerin), hat seine Anteilnahme zum Tod von Karl Kardinal Lehmann ausgedrückt. „Wir reihen uns ein in die große Zahl derer, die den Kardinal in den vergangenen Tagen im Gebet begleitet haben und nun um ihn trauern“, schreibt der Bischof in einem Kondolenzbrief an den Bischof von Mainz, Peter Kohlgraf. „Mit Kardinal Lehmann ist eine der prägenden Persönlichkeiten des Katholizismus in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte von uns gegangen. Seine theologische Klarheit, sein segensreiches öffentliches Auftreten, seine geistliche Präsenz und nicht zuletzt sein überzeugtes Eintreten für die Ökumene im Geist des II. Vatikanischen Konzils werden fehlen. In den Lutherischen Kirchen in Deutschland und darüber hinaus im Lutherischen Weltbund haben wir seinen hervorragenden Einsatz für das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums geschätzt.“

Als Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen, dessen katholischer Vorsitzender er von 1988 an gewesen ist, sowie in Gesprächen zwischen dem Lutherischen Weltbund und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen habe Kardinal Lehmann wesentlich zur wachsenden Verständigung und zur Überwindung des Trennenden unter Katholiken und Lutheranern beigetragen. Als „Mann des Dialogs“ sei sein Interesse an vertiefter Gemeinschaft der Kirchen stets begleitet gewesen von einer Wertschätzung des theologischen Lehrgesprächs. „Durch sein Wirken konnte er ebenso für Beständigkeit kirchlicher Lehre und christlichen Zeugnisses einstehen wie für die Bereitschaft zur Erneuerung“, schreibt der Landesbischof, der auch das öffentliche Eintreten Lehmanns in sozialethischen Fragen würdigte: „Sein klares und zugleich ausgleichendes Wirken leistete einen wesentlichen Beitrag zur Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses in der modernen Gesellschaft.“

Der Catholica-Beauftrage der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) würdigte Kardinal Lehmann als einen „großartigen Theologen und Menschenfreund“. Er sei ein geachteter Lehrer der Theologie und treuer ökumenischer Weggefährte gewesen, „wach im Geist, mutig in Schrift und Rede sowie zugewandt in der persönlichen Begegnung“: „Sein Wirken und sein Leben sind mir und vielen in der evangelischen Kirche Verpflichtung, den Weg in der Ökumene weiterzugehen“, so der Catholica-Beauftragte.

Kardinal Karl Lehmann war von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz und von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist heute im Alter von 81 Jahren verstorben.


Hannover, 11. März 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Ermutigendes Zeichen für gemeinsam gelebten Glauben
Catholica-Beauftragter der VELKD würdigt angekündigte Orientierungshilfe der deutschen Bischofskonferenz zum Abendmahl - Freitag, 23. Februar 2018

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke, begrüßt es, dass die Deutsche Bischofskonferenz einen Schritt hin zu einer gemeinsamen Teilnahme am Abendmahl für konfessionsverbundene Ehepaare angekündigt hat. 

„Es wäre ein sehr ermutigendes Zeichen, wenn es den konfessionsverbundenen Paaren erleichtert wird, ihren christlichen Glauben gemeinsam zu leben – auch durch die gemeinsame Teilnahme am Abendmahl – nicht nur in Todesgefahr. Wenn das angekündigte Dokument darüber Klarheit herstellen wird, dann ist die Entwicklung ein großartiger Schritt“, schreibt der Landesbischof der Schaumburg-Lippischen Landeskirche in einer Stellungnahme.

Es sei „erfreulich und zu begrüßen“, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich auf ein Weitergehen in dieser wichtigen Frage nach dem – ökumenisch gesehen – bedeutsamen Jahr 2017 verständigt habe. Es bleibe aber abzuwarten, wie der genaue Text des angekündigten Dokuments ausfallen werde. Es sei zu hoffen, dass der Schritt deutlich über die jetzt schon bestehenden Möglichkeiten des gemeinsamen Abendmahls hinausgehe.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte auf der Frühjahrstagung der Bischofskonferenz eine Orientierungshilfe angekündigt, die Eheleuten in konfessionsverbindenden Ehen eine gemeinsame Teilnahme am Abendmahl ermöglichen solle. Diese Handreichung werde sich zuallererst an die Seelsorger in den Pfarrgemeinden und Diözesen wenden und solle eine Hilfe für Seelsorger sein, diese Frage jeweils im Einzelfall zu klären. Bisher sind evangelische Christinnen und Christen in der Regel nicht zum Abendmahl in der katholischen Kirche zugelassen.

Hinweis: Die Stellungnahme des Catholica-Beauftragten steht online zur Verfügung.


Hannover, 23. Februar 2018
Henrike Müller
Pressestelle der VELKD

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Leidenschaftlich und streitbar im ökumenischen Dialog
Leitender Bischof würdigt Catholica-Beauftragten Manzke zum 60. Geburtstag - Mittwoch, 14. Februar 2018

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat dem schaumburg-lippischen Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) zu dessen 60. Geburtstag gratuliert.

In seinem Schreiben würdigte Ulrich das „leidenschaftliche Engagement“, das Karl-Hinrich Manzke als Catholica-Beauftragter der VELKD in den ökumenischen Dialog einbringe.

„Sie stehen für einen streitbaren Dialog mit den römisch-katholischen Geschwistern, der auch schwierige Themen nicht ausklammert“, so Bischof Ulrich in seiner Gratulation. Für Manzke sei Ökumene nur dann auf einem guten Weg, wenn auch Irritationen offen angesprochen und konstruktiv bearbeitet würden.

Diese „klare Haltung“, die auf einem tiefen Glauben und der lutherischen Theologie basiert, habe dem Jubilar „hohe Wertschätzung“ eingetragen und mache die Zusammenarbeit mit ihm besonders fruchtbar, betonte der Leitende Bischof.

Der Präsident der Generalsynode, Professor Dr. Dr. Wilfried Hartmann, verband seine Glückwünsche im Namen von Synode und Präsidium mit dem herzlichen Dank für dessen jährliche Berichterstattung zu Catholicafragen: „Bischof Manzkes Berichte beruhen auf seinem intensiven Dialog mit unseren römisch-katholischen Brüdern und Schwestern und seiner sorgfältigen Analyse des Miteinanders“.

Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke wurde im April 2014 von der Kirchenleitung der VELKD zum Catholica-Beauftragten berufen. Als solcher ist er für den Dialog mit der römisch-katholischen Kirche zuständig und legt der Generalsynode alljährlich einen Bericht über die für die Ökumene wichtigen Vorgänge in der Beziehung zur katholischen Kirche vor. Zusätzlich ist Bischof Manzke seit 2011 Beauftragter der EKD für die Seelsorge der Bundespolizei.


Hannover, 14. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft
Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch zu Chancen und Grenzen virtueller Kommunikation aus liturgischer Perspektive - Montag, 5. Februar 2018

Spätestens seit der großen Resonanz auf den so genannten Segensroboter auf der „Weltausstellung Reformation“ 2017 steht die Frage nach den Auswirkungen des digitalen Wandels auf sakrale Rituale im Raum. Kann eine freundliche Maschine den Segen Gottes zusprechen? Braucht es für liturgische Vollzüge die Begegnung von Menschen und die Interaktion von Körpern? Kann sich der ,,Leib Christi" im Gottesdienst maschinell oder auch virtuell verwirklichen?

Diese und andere Fragen thematisiert das diesjährige Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Leipzig. Unter dem Titel „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“ diskutieren von heute an Experten aus Theologie, Philosophie, Literatur- und Kunstwissenschaft sowie aus digitaler und künstlerischer Praxis Chancen und Grenzen des ‚Digitalen‘ in liturgischer Perspektive.

Dabei geht es weniger um die Frage, wie die Kirche die neuen Medien für ihre Gottesdienste oder ihre Kommunikation nutzen kann. „Wir fragen grundsätzlicher: Was bedeutet die Kultur des Digitalen für unsere Wahrnehmung von Gottesdienst, für unser Verständnis grundlegender liturgischer Kategorien?“, erläutert Dr. Alexander Deeg, der Leiter des Instituts und Professor für Praktische Theologie in Leipzig, den Leitgedanken des dreitägigen Symposiums.

Entsprechend weit gespannt ist die thematische Bandbreite der Tagung: Das Spektrum der Vorträge reicht von der theologischen Betrachtung von „Gottesdienst als mediales Geschehen“ über die Erkundung virtueller Kirchenräume und Spielwelten bis zu kunstwissenschaftlichen Untersuchungen etwa zum Verhältnis von darstellenden Kunstformen und neuen Medien oder zu „Gottesdienst im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.

Hinweis: „Liturgie – Körper – Medien. Herausforderungen für den Gottesdienst in der digitalen Gesellschaft“, 22. Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD, 5. – 7. Februar 2018, mehr zum Fachgespräch unter www.velkd.de/leipzig/veranstaltungen.php .


Hannover/Leipzig, 5. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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Lutherische Freundbeobachtungen
VELKD dokumentiert Tagung „Reform im Katholizismus“ - Donnerstag, 1. Februar 2018

Seit gut 500 Jahren ist der Begriff „Reformation“ fast ausschließlich mit den protestantischen Kirchen verknüpft. Anlass genug für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD), diese Zuschreibung zu überprüfen und nach historischen und aktuellen Reform(ations)prozessen in der römisch-katholischen Kirche zu fragen.

Unter der Überschrift „Reform im Katholizismus. Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche“ veranstaltete die VELKD 2016 gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing ein ökumenisch besetztes Symposium. Römisch-katholische und evangelische Theologinnen und Theologen sowie bischöfliche Vertreter beider Konfessionen diskutierten im Horizont des Themas die Ausprägungen konfessioneller Eigen- und Fremdwahrnehmung.

Mit der Publikation des Tagungsbandes in der Reihe „Beihefte zur Ökumenischen Rundschau“ sind die Beiträge nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

„Lutherische Freundbeobachtungen im Dialog“, so beschreibt Professor Dr. Bernd Oberdorfer (Augsburg), der die Dokumentation gemeinsam mit Dr. Oliver Schuegraf, Ökumene-Referent der VELKD, herausgegeben hat, das Leitmotiv der Aufsätze. Nicht „Distanznahme“, sondern teil- und anteilnehmende Beobachtung bestimmt ihren Grundton. Schließlich rede man mit Freunden – und nicht über sie, so Oberdorfer.

Der dialogische Ansatz der Tagung spiegelt sich auch in der Dokumentation wider: Zunächst wird grundsätzlich der Frage nachgegangen, wie die römisch-katholischen Kirche und wie sie Traditionstreue und Veränderung miteinander zu verbinden sucht. Diese Grundsatzfragen werden jeweils aus katholischer und evangelischer Perspektive beleuchtet. In einem zweiten Teil vertiefen ausgewählte Fallstudien die Frage nach Wandlungsprozessen.

Die Beiträge des Bandes stammen von Christine Axt-Piscalar, Michael Beintker, Martin Bräuer, Wanda Deifelt, Peter De Mey, Theodor Dieter, Margarethe Hopf, Tina Huhtanen, Kathryn Johnson, Michael Karger, Dominique-Marcel Kosack, Karl Kardinal Lehmann, Friederike Nüssel, Bernd Oberdorfer, Johanna Rahner, Karlheinz Ruhstorfer, Oliver Schuegraf, Thomas Söding, Magnus Striet, Bertram Stubenrauch, Wolfgang Thönissen, Günther Wassilowsky, Gunther Wenz und Myriam Wijlens.

Hinweis: Traditionstreue und Veränderung in der römisch-katholischen Theologie und Kirche. Beihefte zur Ökumenischen Rundschau, Band 119, im Auftrag der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) herausgegeben von Bernd Oberdorfer und Oliver Schuegraf, 468 Seiten, Leipzig 2018, ISBN 978-3-374-05443-5, 38.00 €. Das Buch ist ausschließlich über den Buchhandel erhältlich. Mehr unter www.velkd.de/reform-im-katholizismus.


Hannover, 1. Februar 2018
Gundolf Holfert
Pressestelle der VELKD

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