Pressemitteilungen 2017

Begrüßungsgeschenk für einen guten Start im Pfarramt
Das VELKD-Projekt „Ordinandentasche“ wird fortgeführt und erweitert - Freitag, 21. April 2017

Hannover – Mit einem „Starterpaket für Neuordinierte“, einer reich gefüllten Kuriertasche, begrüßt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) alle neu ordinierten Pfarrer und Pfarrerinnen, Pastoren und Pastorinnen in den VELKD-Gliedkirchen. Damit übermittelt die VELKD den jungen Geistlichen Glück- und Segenswünsche für ihren Dienst und macht zugleich auf ihre Arbeit aufmerksam. Das Begrüßungspaket ist jetzt neu aufgelegt und erweitert worden.

Die erste große Lieferung im Jahr 2017 geht an die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, in der im April 19 Frauen und 10 Männer ordiniert werden. Landesbischöfin Ilse Junkermann, zugleich stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD, freut sich darauf, den zukünftigen Kolleginnen und Kollegen dieses Geschenk überreichen zu können: „Bei den neuen Geschwistern im Amt kommt dieser Willkommensgruß als echtes ‚Herzlich willkommen!‘ an. Sie freuen sich über diese praktische und zugleich theologische Unterstützung. Und ich freue mich auch, denn so bekommen sie einen guten Eindruck, wie die VELKD sie in ihrem Dienst unterstützen kann.“

Die Ordinandentasche, eine graue Kuriertasche mit VELKD-Logo, ist u. a. gefüllt mit Booklets zu Themen lutherischer Theologie, mit dem „Handbuch Weltanschauungen, Religiöse Gemeinschaften, Freikirchen“ sowie mit Kaffeebecher und Kugelschreiber als wichtigen Hilfsmitteln für den pastoralen Alltag. Dabei sind die Produkte nicht nur gestalterisch weiterentwickelt worden – auch das Konzept wurde erweitert: Zukünftig folgen auf dieses erste Geschenk kleinere Sendungen zum ersten und dritten Ordinationsjubiläum.

Das Projekt „VELKD-Starterpaket für Neuordinierte“ wurde 2013 entwickelt, um die Pastoren und Pastorinnen, Pfarrer und Pfarrerinnen in den Gliedkirchen zu begrüßen. 2016 hat die Kirchenleitung das Anschlusskonzept beschlossen und das Projekt um weitere fünf Jahre verlängert. Bisher wurden etwa 310 Taschen verschenkt.

Hinweis: Mehr Informationen zum Theologiestudium und zum Pfarrberuf finden Sie unter www.das-volle-leben.de

Henrike Müller
Pressesprecherin

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Lutherische Theologie im Taschenformat
„Für dich gegeben“ – ein Booklet zur Rechenschaft des Glaubens - Dienstag, 18. April 2017

Hannover – In letzter Zeit sprechen Soziologen häufiger von der „Wiederkehr der Religion“ als gesellschaftlichem Trend. Allerdings erscheint Religion in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Das Spektrum reicht von vielfältigen spirituellen Praktiken über volkskirchliche Frömmigkeit bis hin zu fundamentalistischen Strömungen. Was aber ist eigentlich Religion? Wo liegt der Grund des christlichen Glaubens, welcher Lebensvollzug ist mit dem Glauben verbunden und was ist das Besondere der lutherischen Ausprägung des Christentums? Diesen Fragen geht der Mainzer Theologe Michael Roth in der soeben erschienenen Publikation „Für dich gegeben. Lutherische Theologie“ der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) nach.

Glaube sei nicht nur ein Für-Wahr-Halten von Aussagen „über Gott und die Welt“, schreibt Roth, sondern ein Lebensvollzug, der im Wortsinne auf Gott vertraut. „Der Glaube konfrontiert mich mit der Frage: Wie willst du leben? Was ist dein Trost im Leben und im Sterben?“

Er wolle mit seinem Beitrag „reflektierte Rechenschaft über den Glauben“ aus lutherischer Perspektive geben und zu diesem Thema sprachfähig machen, erläutert Roth, der Systematische Theologie und Sozialethik lehrt. Entsprechend ist das 94-seitige Heft aufgebaut. In drei Abschnitten befasst sich der Autor unter der Überschrift „Glaube als Lebensvollzug“ zunächst mit der Frage nach dem Wesen des Glaubens, im Kapitel „Der Gegenstand des Glaubens“ mit dessen Inhalten, bevor er im Abschnitt „Zur Gegenwart befreit“ das christliche Leben in den Blick nimmt.

Die Publikation „Für dich gegeben“ bildet den Auftakt einer Reihe von fünf Texten im Booklet-Format, die die VELKD im Kontext von „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ herausgibt. Die weiteren Titel widmen sich den Themen Gemeinde, Gottesdienst, Recht und Ökumene. Sie setzen bei aktuellen Fragestellungen an und sind sowohl für Ehrenamtliche in den Gemeinden, Multiplikatoren als auch für alle am Thema Interessierten gedacht.

Hinweis: Das Booklet „Für dich gegeben. Lutherische Theologie“ von Michael Roth, ISBN: 978-3-943201-15-4, Hannover 2017, kann im Amt der VELKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 532, E-Mail: versand@velkd.de oder unter http://www.velkd.de/fuer-dich-gegeben gegen eine Schutzgebühr von 2,00 Euro pro Exemplar (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.

Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Gute Hoffnung – jähes Ende
VELKD-Broschüre für trauernde Eltern erscheint in der 12. Auflage - Dienstag, 11. April 2017

Hannover – Der Tod des eigenen Kindes gehört zu den schmerzlichsten Erfahrungen, die Eltern machen können. Die Broschüre „Gute Hoffnung – jähes Ende“ der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) soll in dieser Krisensituation Orientierung geben und trösten. Das Heft ist nun in der 12. Auflage erschienen und wieder lieferbar.

„Gute Hoffnung – jähes Ende. Eine Hilfe für Eltern, die ihr Baby verloren haben, und alle, die sie unterstützen“ richtet sich an trauernde Eltern und Angehörige. Die Broschüre bietet Sachinformationen, Literaturtipps und Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten ebenso wie Gebete, Trostworte und liturgische Texte zur Bestattung. 

Die Texte wurden von Mitgliedern des Konvents der Seelsorgerinnen und Seelsorger in Kinderkliniken und auf Kinderstationen im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland erarbeitet und zusammengestellt. 1996 ist die Broschüre zum ersten Mal erschienen, seitdem sind rund 74.000 Exemplare ausgeliefert worden. Neben betroffenen Eltern bestellen vor allem Seelsorger und Seelsorgerinnen aus Kirchengemeinden und Kliniken das Heft.

Aufgrund der starken Nachfrage waren die viertausend Exemplare der neu gestalteten Ausgabe, die im März letzten Jahres erschienen war, bereits nach wenigen Monaten vergriffen. Jetzt liegt „Gute Hoffnung – jähes Ende“ in der 12. Auflage vor.

Hinweis: „Gute Hoffnung – jähes Ende. Eine Hilfe für Eltern, die ihr Baby verloren haben, und alle, die sie unterstützen“, ISBN: 978-3-943201-17-8, 12. Auflage, Hannover, 2017, kann im Amt der VELKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 491, E-Mail: versand@velkd.de oder unter www.velkd.de/gute-hoffnung bezogen werden.


11. April 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Ethik, Ökumene, Jazz und Europa: Neuigkeiten aus der VELKD
Texte aus der VELKD Nr. 178 und VELKD-Informationen Nr. 153 erschienen - Donnerstag, 6. April 2017

Hannover – „Gott und die Würde des Menschen“ ist der Titel des Abschlussdokuments der Dritten Bilateralen Arbeitsgruppe der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Deutschen Bischofskonferenz, das jetzt erschienen ist. In der aktuellen Ausgabe der VELKD-Informationen äußert sich Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), Catholica-Beauftragter der VELKD und einer der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, zu diesem bilateralen ökumenischen Prozess. „Das Feld der Gemeinsamkeiten in konkreten ethischen Fragestellungen“ sei „größer als die trennende Dimension“, schreibt der Landesbischof. Wie bei der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre sei man auch hier der Methode des „differenzierten Konsenses“ gefolgt.

Einen weiteren Schwerpunkt in den aktuellen VELKD-Informationen, die die Nachrichten aus den letzten sechs Monaten zusammenfassen, bildet das 21. Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch in Leipzig mit dem Festival „Blue Church – Jazz und Kirche“. Berichte über die Klausurtagung der Bischofskonferenz der VELKD zum Thema „Gemeinde entwickeln – Potenziale erkunden“ sowie Personalnachrichten ergänzen das Themenspektrum.

In der Reihe der Texte aus der VELKD sind die Texte und Entschließungen der 3. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD erschienen, die im November 2016 in Magdeburg zum Oberthema „Europa in Solidarität – evangelisch-lutherische Impulse“ getagt hat.

Hinweis: Die Nr. 178 der „Texte aus der VELKD „Rückblick auf die 3. Tagung der 12. Generalsynode der VELKD vom 3. bis 5. November 2016 in Magdeburg“ kann unter www.velkd.de/velkd-texte-178-generalsynode-2016 heruntergeladen werden. Die aktuellen VELKD-Informationen Nr. 153 stehen unter www.velkd.de/velkd-infos-153 zum Download bereit. Beide Publikationen können per E-Mail an texte-vi@velkd.de angefordert bzw. kostenfrei abonniert werden.
 

6. April 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Ermutigung für Frauen im geistlichen Amt
Vor 25 Jahren wurde Maria Jepsen zur ersten lutherischen Bischöfin gewählt - Freitag, 31. März 2017

Hannover – Vor 25 Jahren wurde Maria Jepsen in Hamburg zur Bischöfin gewählt. Sie war damit die erste Frau im Bischofsamt in Deutschland und die erste evangelisch-lutherische Bischöfin weltweit. Jepsen war zunächst Bischöfin im Sprengel Hamburg, später im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordelbischen Kirche.

„Mit der Wahl von Maria Jepsen wurde erstmals kirchenrechtlich und liturgisch vollzogen, was für uns Lutheraner theologisch begründete Normalität geworden ist: die volle Teilhabe von Frauen am geistlichen Amt und damit auch am Leitungsamt in der Kirche“, sagte der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), anlässlich dieses Jubiläums. „Diese Wahl hat Frauen weltweit ermutigt, in der Kirche leitende Verantwortung zu übernehmen.“

Anerkennend hob er die großen Verdienste Maria Jepsens in der Nordkirche, der VELKD und der weltweiten Ökumene hervor: Ihre klare theologische Positionierung, die auch Konflikte nicht scheute, ihren Einsatz für die Schwachen, ihre profilierte Verkündigung und ihre tiefe Verwurzelung in der Heiligen Schrift, gerade auch in der hebräischen Bibel, als Grundlage und Richtschnur des Lebens und Glaubens.

Maria Jepsen habe sich selbst immer stark gemacht für die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Männern und Frauen in der Kirche, so der Leitende Bischof. „Für uns Lutheraner kann es in geistlicher Hinsicht einen Unterschied zwischen Mann und Frau nicht geben. Denn alle Christen haben für Martin Luther in gleicher Weise durch die Taufe am Priesteramt Christi teil. Die umfassende Teilhabe der Frauen am geistlichen Amt, wie sie der Lutherische Weltbund vertritt, ist also Ausdruck einer vertieften Einsicht in die Theologie Martin Luthers. Unser Auftrag als Lutheraner ist es auch weiterhin, uns für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen am Verkündigungsdienst einzusetzen.“

Nach Angaben des Lutherischen Weltbundes werden in mehr als 80 Prozent der 145 Mitgliedskirchen Frauen ordiniert. Zuletzt hatte die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland die Frauenordination abgeschafft und dadurch entschiedenen Widerspruch unter den lutherischen Kirchen hervorgerufen.

31. März 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Aus dem Fenster blicken, nicht in den Spiegel
Bischofskonferenz der VELKD beschäftigt sich mit Perspektiven der Gemeindeentwicklung - Dienstag, 21. März 2017

Hannover/Goslar – Welche Gemeindeformen sind in der Kirche in Zukunft möglich und nötig? Wie lässt sich die Entwicklung neuer Gemeindeformen theologisch und organisational reflektiert gestalten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) auf ihrer dreitägigen Klausurtagung in Goslar. Grundlage für die Beratungen der rund dreißig Bischöfinnen und Bischöfe sowie kirchenleitender Personen aus dem In- und Ausland waren drei Beiträge aus unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektive.

Maren Lehmann, Professorin für Soziologische Theorie an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen, begab sich mit ihrem Vortrag auf die „Suche nach der verlorenen Gemeinde“. Gemeinde sei immer da: mal offen, mal geschlossen, mal lustvoll, mal aufdringlich. Sie stehe unter den Bedingungen der erhöhten Komplexität der modernen Gesellschaft. Die Voraussetzung für den Umgang mit Gemeinde sei daher das Wahrnehmen dieser Vielschichtigkeit und nicht die Klage über Verfall und Bedeutungsschwund. Da die Komplexität in den Individuen ihren Ort hat, so Lehmann, liege eine Perspektive für die Kirche darin, zeitlich und sozial begrenzte Beteiligungsformen zu ermöglichen und Spannungen auszuhalten. In jedem Fall funktionierten in religiösen Netzwerken Mehrdeutigkeit und Ungewissheit besser als „öde Perfektion“.

Nicht „strukturversessen, sondern auftragsbegeistert“ möge die Kirche sein, sagte Kirchenrechts-Dezernent Dr. Hans-Tjabert Conring (Bielefeld). Das leite sich aus ihren theologischen Grundlagen her: Die „Auftragsorientierung ist ein Verfassungsprinzip zur Überwindung der bürokratischen Lähmung“. Rechtliche Bestimmungen ebenso wie die Verfasstheit der Kirche und ihrer Gemeinden als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ gewährten Freiräume zur Gestaltung des kirchlichen Auftrags. Auch die „geerbte Form“ der Kirche sei kontingent, also unter konkreten historischen und soziologischen Bedingungen entstanden und nicht alternativlos – das könne zu neuen Anfängen und zu einer Vielfalt der Formen befreien.

Konkrete Fragen der Steuerung von Gestaltungsprozessen standen im Mittelpunkt der Arbeitseinheit mit dem Leitungsteam des Gemeindekollegs der VELKD in Neudietendorf, Professor Reiner Knieling und Isabel Hartmann, die mit Methoden aus der Prozess- und Organisationsentwicklung arbeiten und dafür werben, bei allen Prozessen stets eine Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes zu wahren. Es sei wichtig, die „Ausgewogenheit von Freiheit und Form, von Offenheit und Haltepunkten zu wahren, die an den Reichtum der Tradition der evangelisch-lutherischen Kirche anknüpfen“, fasste der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), zusammen. „In Zukunft wird es nicht darum gehen können, statischen Konzepten zu vertrauen, sondern vielmehr Prozesse zu initiieren, zu begleiten und zu fördern.“  

Den Auftrag, der allen Diskussionen und Gestaltungsprozessen zugrunde liegen müsse, hob Dr. Christoph Meyns als Landesbischof der gastgebenden Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig in seiner Predigt in der Marktkirche Goslar hervor: „So wahr es ist, dass wir eine Kirche der Freiheit sind, so führt doch diese Behauptung in die Irre, wenn wir nicht ernst damit machen, dass wir zugleich eine Kirche der Hingabe für den Dienst an unseren Mitmenschen sind.“ Die dafür notwendige Perspektive könne man nur gewinnen, wenn man „aus dem Fenster blickt und nicht in den Spiegel“.


21. März 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Lutherische Identität in Europa: Friedensstifter und Versöhner
Leitender Bischof Ulrich zu Gast auf Internationaler Reformationskonferenz in Riga - Freitag, 17. März 2017

Hannover/Riga – Verantwortung, Freiheit und Bindung an die Bibel – aus diesen Kernelementen lutherischer Existenz folgt ein klarer Auftrag für Frieden und Versöhnung in Europa, davon ist der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin) überzeugt: „Nicht Weltflucht ist es, wozu der Glaube uns anfacht, sondern Weltzuwendung. Die Völker sehnen sich danach, dass wir Zäune niederreißen und die Furcht vor dem Fremden ablegen“, sagte er im Rahmen der Internationalen Interdisziplinären Konferenz „Reformation in der heutigen Welt“ in Riga. In Europa sei Vielfalt von Anfang an Programm – historisch, kulturell, konfessionell und religiös. Gemeinsam mit Professor Wilfried Härle (Heidelberg), Professor Ralfs Kokins (Riga) und dem Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, Jānis Vanags, nahm er am Freitag, 17. März 2017, an der Podiumsdiskussion zum Thema „Wer sind wir? Identitäten und Reformation“ teil.

Mit der Reformation sei wieder deutlich geworden, dass jeder Mensch von Gott seine unantastbare Würde zugesprochen bekommen hat. Dies sei die Wurzel von Gleichberechtigung und christlicher Freiheit, und „dieser Freiheit haben wir in der Kirche Raum zu geben“. Im Blick auf das kontrovers diskutierte Thema der Abschaffung der Frauenordination in Lettland machte Landesbischof Ulrich deutlich, dass es „wegen der von Gott zugesprochenen Würde unabhängig von Geschlecht oder Herkunft nicht nur keinen Grund gibt, Frauen nicht zu ordinieren“, sondern dass es eine „Verletzung der Würde und eine nicht akzeptable Einschränkung der Freiheit eines Christenmenschen“ sei, Frauen die Ordination vorzuenthalten.

Landesbischof Ulrich verwies deutlich auch auf die leidvolle Geschichte Europas im vergangenen Jahrhundert und auf die Schuld, die die Deutschen daran trügen. Er hob zugleich die Rolle der lutherischen Kirchen als Brückenbauer, Versöhner und Friedensstifter hervor – eine Aufgabe, die bis heute aktuell sei: „Europa ist für mich ein Raum der Versöhnung“.

Die Internationale Interdisziplinäre Konferenz „Reformation in der heutigen Welt. 500 Jahre Reformation“ wird von der Universität Lettlands und der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland veranstaltet. Am Wochenende macht auch der Europäische Stationenweg zum Reformationsjubiläum in Riga halt.

Hinweis: Ein Foto vom Leitenden Bischof Gerhard Ulrich in Riga können Sie hier herunterladen.


17. März 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Leitender Bischof gratuliert Pastor Harald Rückert
Rückert wird Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche - Donnerstag, 16. März 2017

Hannover/Hamburg – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat Pastor Harald Rückert zu seiner Wahl zum Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche herzliche Glück- und Segenswünsche ausgesprochen. Rückert ist am 15. März 2017 von der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche gewählt worden, die in Hamburg zu ihrer alle vier Jahre stattfindenden Tagung zusammengekommen ist. Er ist Nachfolger für Bischöfin Rosemarie Wenner, die nach 12 Amtsjahren in den Ruhestand geht.

Bischöfliches Amt zeichne sich nicht durch die Herrschaft über andere aus, sondern durch den Dienst, der sich auch derer bewusst ist, die am Rande der Gesellschaft stehen, schreibt der Leitende Bischof mit Verweis auf die „Erklärung von Lund zum Bischofsamt“ des Lutherischen Weltbundes.   

Mit den Segenswünschen für die „anspruchsvolle, aber auch schöne“ Aufgabe im Bischofsamt verbindet Bischof Ulrich den Dank für das „tiefe ökumenische Engagement“ der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland: „Es ist schön, immer wieder erfahren zu dürfen, dass die Kirchengemeinschaft zwischen unseren Kirchen an vielen Orten tatsächlich mit Leben gefüllt wird und dass unsere Kontakte auf kirchenleitender Ebene ebenfalls vertrauensvoll und von großer Selbstverständlichkeit geprägt sind. Ich freue mich darauf, diesen Stil der ökumenischen Selbstverständlichkeit fortzuführen.“

Die Diensteinführung des Bischofs wird im Abschlussgottesdienst der Zentralkonferenz am Sonntag, 19. März 2017 um 10 Uhr in der Hamburger St. Petri-Kirche stattfinden. Landesbischof Ulrich wirkt als Leitender Bischof der VELKD gemeinsam mit den methodistischen Kollegen im Bischofsamt und Vertretern der Konferenz bei der Einsegnung mit. Im Gottesdienst wird er im Namen der VELKD ein Grußwort sprechen.


16. März 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Zukunft Gemeinde – Potenziale erkunden
Bischofskonferenz der VELKD beschäftigt sich mit Perspektiven von Gemeindeentwicklung - Montag, 13. März 2017

Hannover/Goslar – Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) beschäftigt sich auf ihrer Klausurtagung vom 18.-20. März 2017 mit Perspektiven der Gemeindeentwicklung aus soziologischer, theologischer und kirchenrechtlicher Sicht. Die Beratungen stehen unter der Überschrift „Zukunft Gemeinde – Potenziale erkunden“. Neben den Mitgliedern der Bischofskonferenz nehmen Bischöfinnen und Bischöfe aus dem Baltikum und aus Skandinavien als Gäste teil.

„Die Wahrnehmung kirchengemeindlicher Organisationen und ihr Potenzial für religiöse Kommunikation und für eine vielfältige Mitgliedschaftspraxis stehen im Vordergrund“, sagt Dr. Georg Raatz aus dem Amt der VELKD. „Zudem sollen die geistlichen und öffnenden Dimensionen von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen erkundet werden.“ Der Titel mache deutlich: Es gehe nicht darum, sich von Defiziten leiten und lähmen zu lassen, sondern die Potenziale von Gemeinden als Inspiration zu erkunden.

Unterschiedliche Zugänge eröffnen dabei vielfältige Perspektiven auf das Thema Gemeinde. Soziologin Dr. Maren Lehmann, Professorin an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen, spricht über die „Suche nach der verlorenen Gemeinde“. „Gemeinde neu formen“ lautet der Titel des Vortrags von Dr. Hans-Tjabert Conring, Dezernent für Kirchenrecht im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen. Zum Tagungsthema „Zukunft Gemeinde – Potenziale erkunden“ arbeiten Professor Dr. Reiner Knieling und Isabel Hartmann vom Gemeindekolleg der VELKD in Neudietendorf mit den Teilnehmenden.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig ist Gastgeberin der Tagung. Landesbischof Dr. Christoph Meyns hält die Predigt im Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in der Marktkirche in Goslar. Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke aus Bückeburg spricht im Gottesdienst ein Grußwort im Namen der Bischofskonferenz der VELKD.

Hinweis: Der Bischofskonferenz der VELKD gehören die Bischöfe und Bischöfinnen der sieben Gliedkirchen sowie sechs weitere ordinierte Inhaber eines kirchenleitenden Amtes an. Vorsitzender der Bischofskonferenz ist der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin). Die Bischofskonferenz erörtert theologische Grundsatzfragen der VELKD und ihrer Gliedkirchen, erlässt Empfehlungen zum gottesdienstlichen Leben und geistlichen Amt und wirkt beispielsweise bei der Beschlussfassung über Kirchengesetze und über Ordnungen für den Gottesdienst mit. Mehr Informationen unter www.velkd.de/velkd/bischofskonferenz.php.


13. März 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Luther lesen: Jetzt auch als Hörbuch
Zentrale Luthertexte nun auch für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit zugänglich - Donnerstag, 9. März 2017

Hannover – „Luther lesen“ gibt es jetzt auch als Hörbuch: Das Buch mit zentralen Luthertexten, das von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zum Jubiläumsjahr der Reformation herausgegeben wurde, ist in ungekürzter Fassung als Hörbuch erschienen. „Luther lesen. Das Hörbuch“ bietet mehr als acht Stunden Original-Luthertexte in einer hörerfreundlichen und gut verständlichen Fassung. Damit wird die Publikation auch für Menschen nutzbar, deren Seh- oder Lesefähigkeit eingeschränkt ist. Daneben ist das Hörbuch in der Seniorenarbeit und in der kirchgemeindlichen und schulischen Bildungsarbeit gut einsetzbar.

„Mit diesem Hörbuch werden endlich auch Original-Texte von Martin Luther für Menschen zugänglich gemacht, die Schwarzschrift nicht lesen können“, betont Pfarrerin Barbara Brusius vom Dachverband der evangelischen Blinden- und evangelischen Sehbehindertenseelsorge. Die Möglichkeit, Texte des Reformators nicht nur zu lesen, sondern auch zu hören, habe bisher gefehlt.

Peter Bieringer liest die Texte, die einen repräsentativen Ausschnitt aus Martin Luthers Gesamtwerk zeigen. Aufgenommen wurden zentrale Luthertexte von den 95 Thesen über Predigten und die großen Schriften wie „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ bis hin zu den kontrovers diskutierten Texten Luthers gegen Türken, Juden und den Papst. Die Auswahl der Schriften und ihre Bearbeitung für das Buch „Luther lesen“ hat Professor Martin H. Jung (Osnabrück) übernommen. Seine kurzen inhaltlichen und historischen Einleitungen zu den jeweiligen Texten werden auch in der  Hörfassung mitgelesen. Die Textfassungen des Hörbuchs beruhen auf Kurt Alands „Luther deutsch“ und wurden anhand der Originaltexte überprüft und sprachlich angepasst. Den Hörerinnen und Hörern begegnet in den Texten ein authentischer und gut verständlicher Luther.

Hinweis: „Luther lesen. Die zentralen Texte.“- Das Hörbuch (CD), ausgewählt und eingeleitet von Martin H. Jung, Vandenhoeck & Ruprecht, 2016, ISBN 978-3-525-69004-8, 15,00 EUR. Das Hörbuch ist über den Buchhandel oder direkt beim Verlag auch als Download zu beziehen. Informationen und Hörprobe unter www.velkd.de/luther-lesen-das-hoerbuch. Buch und CD sind im Set für 24,00 EUR erhältlich.
 

9. März 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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Jazz und die Rolle der Improvisation im Gottesdienst
Liturgiewissenschaftliches Fachgespräch und Blue Church Festival zum Verhältnis von Jazz und Liturgie - Dienstag, 7. März 2017

Hannover/Leipzig – Mit den Aufführungen der „Mass“ (Messe) des norwegischen Jazzpianisten Tord Gustavsen vor begeisterten Auditorien in Leipzig und Dresden fand am Sonntag das 21. Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) seinen Abschluss.

Vier Tage lang hatten sich die rund 90 Teilnehmenden der öffentlichen, international besetzten Tagung in Leipzig unter der Überschrift „Improvisation und die Klangfarben des Evangelischen Gottesdienstes“ mit den Möglichkeiten des Zusammenspiels von Jazz und Gottesdienst in Theorie und Praxis beschäftigt.

Die Impulse dazu setzten Fachvorträge ausgewiesener Experten aus theologischer Forschung, gemeindlicher und liturgischer Praxis und Jazz aus dem In- und Ausland, unter ihnen Carol Harrison (Oxford University), Julia Koll (Evangelische Akademie Loccum), Hans-Martin Gutmann (Hamburg), Gotthard Fermor (Universität Bonn) und Jeremy Begbie (Cambridge University, Duke University).

Improvisation setze profunde Kenntnis von Strukturen und den souveränen Umgang mit diesen voraus, in der Musik ebenso wie in der Liturgie – darin waren sich die Vortragenden einig, die je aus ihrer Perspektive das Verhältnis von Jazz und Theologie, von Improvisation und Liturgie beleuchtet haben.

„Wie kann musikalische Improvisation zu einem tieferen Verständnis vom Wirken des Heiligen Geistes beitragen?“ lautete die Leitfrage von Jeremy Begbies Vortrag „The Holy Spirit as Improviser“. Improvisation beruhe immer auf Zusammenspiel von „constraint and contingency“ (Zwang und Kontingenz), so der englische Theologe und klassische Pianist, und machte dies am Konzertflügel exemplarisch hörbar. Improvisation sei eine „Kunst des Augenblicks“, deren zentrales Element die Überraschung, das Staunen sei und bei deren Ausübung Neues aus dem Wechselspiel von „order, disorder and non-order“ entstehe.

„Jazz-Improvisation stellt eine musikalische Bereicherung unserer liturgischen Praxis dar, die uns inspiriert, über liturgische Haltungen nachzudenken“, sagte Privatdozentin Julia Koll von der Evangelischen Akademie Loccum in ihrem Vortrag „Die rituelle Dynamik des Jazz“. Auf dem Weg zu einer „gottesdienstlichen Atmosphärenkunde“ fragte sie danach, wie eine dem Jazz entlehnte Haltung das Verhältnis von Handelnden und Beteiligten, von Liturgen und Gemeinde verändere, wie die musiksprachlichen und textlichen Teile im Gottesdienst zusammenhingen und welchen Beitrag Jazz-Gottesdienste für die Zukunft des gottesdienstlichen Lebens leiten könnten.

Auch Hans-Martin Gutmann, emeritierter Professor für Praktische Theologie und Jazzpianist aus Hamburg, fragte nach der „soziokulturellen Bedeutung von Jazz für die Kirche“ und betonte Improvisation und Interaktion als Kernelemente des Jazz. Beim „Doing Jazz“ gehe es nicht um intellektuelle Einsichten, sondern um Intuition. Dabei bestehe aber Improvisation als „heilsame Unterbrechung“ gerade nicht darin, Ordnungen aufzuheben, sondern im Rückgriff auf die Tradition zu gestalten. Mit stetem Bezug zu den Kirchenvätern und zu Martin Luther beschreibt er Jazz als Grenzüberschreitungen in den Kategorien Raum, Zeit und Körper.

Jazz ermöglicht und erfordert „flow und communitas“ im gegenseitigen Aufeinanderhören –  diesen Gedanken griff Professor Gotthard Fermor aus Bonn auf. In seinem Beitrag „Die Potenziale des Jazz für eine Theologie der Musik“ vertrat er die These, dass „die musikalischen Strukturen im Jazz religionsproduktiv und religionserzeugend wirken“ können. „Die Musik hat als Musik das Potenzial, über sich hinauszuweisen“, sagte er in seinem religions- und kulturgeschichtlichen Beitrag, der auf eine trinitarische Darstellung einer Theologie der Musik zielte. Ohne theologische Grundlegung gehe es nicht, so Fermor: „Unsere Liturgie wird nur so viel vom religiösen Potenzial des Jazz lernen, wie vorher unsere Theologie davon gelernt hat.“

„Am Prinzip der Improvisation führt kein Weg vorbei“, resümierte Christian Lehnert vom Liturgiewissenschaftlichen Institut als Ergebnis der Tagung. Die Erträge des Fachgesprächs sollen in einer Publikation dokumentiert werden, die sowohl die Vorträge als auch Tondokumente enthält.

Hinweis: Weitergehende Informationen zur Tagung sowie Hörproben finden Sie unter www.velkd.de und www.www.velkd-liturgie.de.


7. März 2017
Gundolf Holfert
Stellv. Pressesprecher

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Im Anfang war der Klang
Festival für Jazz und Kirche auf dem 21. Liturgiewissenschaftlichen Fachgespräch eröffnet - Freitag, 3. März 2017

Hannover/Leipzig – „Gottesdienst ist Musik, ist Klang. Und wenn im Anfang das Wort war, dann war im Anfang auch der Klang des Wortes.“ Mit der Beschreibung des Gottesdienstes als Klangphänomen eröffnete Professor Alexander Deeg, Leiter des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), am 2. März das 21. Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch in Leipzig. „Improvisation und die Klangfarben des Evangelischen Gottesdienstes“ ist das Thema der Tagung, an der rund 90 Gäste aus dem In- und Ausland sowie zahlreiche Jazzschaffende teilnehmen. Als Suche nach dem „anderen Klang“ mitten in den Klängen dieser Welt könne man den Gottesdienst beschreiben, so Deeg, der die Gespräche auf der Tagung auch als einen Beitrag zur Diskussion um die Entwicklung einer neuen Gottesdienstordnung für die Evangelische Kirche versteht. 

Christian Lehnert, der wissenschaftliche Geschäftsführer des Instituts, ging in seinem Eröffnungsvotum dem Verhältnis von Improvisation und Festlegung in Gottesdienst und Jazz nach. Feste Formen gewährten ein Mindestmaß an Qualität und Wiedererkennbarkeit, engten aber auch ein. Liturgische Stücke seien aber nicht statisch, sondern „summten“ von jahrhundertelangem gelebten Glauben. So sei „Liturgie nicht zu trennen von der Kunst, im rechten Augenblick der eigenen Kreativität zu folgen“.

Was Liturgie vom Jazz lernen könne? Lange üben, um im richtigen Moment zu improvisieren, sagte auch Jazzmusiker und Komponist Uwe Steinmetz. Und den Blick für das Zusammenspiel: „Improvisation führt in die Gemeinschaft mit anderen.“ Steinmetz, der auf der Projektstelle „Liturgical Jazz“ maßgeblich für die Organisation des Fachgesprächs verantwortlich ist, nannte die Suche nach „Stimmigkeit der Proportionen von gesungenen und gesprochenen Ereignissen im Gottesdienst“ eine der zentralen Aufgaben liturgischer Gestaltung.

Auf dem 21. Liturgiewissenschaftlichen Fachgespräch wechseln sich noch bis Sonntag Fachvorträge, unter anderem vom Hans Martin Gutmann (Hamburg), Gotthard Fermor (Bonn), Jeremy Begbie (Duke, Cambridge) und Carol Harrison (Oxford), mit Workshops, Podiumsdiskussionen und Werkeinführungen ab.

Im Rahmen des Fachgesprächs findet zugleich das Blue-Church-Festival „Jazz und Kirche“ statt. Zu hören sind unter anderem drei Uraufführungen: „Wagnis“, eine Choralsuite zum Reformationsjubiläum; „Eternal, Victorious, Light, A Jazz Passion and Resurrection“ - die Passion Jesu erzählt in den Klangfarben des Jazz; sowie „Mass“ des norwegischen Jazzpianisten Tord Gustavsen.

Hinweis: Das Programm, den Flyer zur Tagung sowie Hörproben finden Sie unter www.velkd.de und www.velkd-liturgie.de.


03. März 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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„Spurenelemente einer Wahlverwandtschaft“
Tagung des VELKD-Liturgie-Instituts macht Beziehungen zwischen Theologie und Jazz hörbar - Freitag, 17. Februar 2017

Hannover/Leipzig – Jazz als religiöse Musik hat eine lange Tradition. So gehören Spirituals und Gospel-Musik zu den Wurzeln des Jazz und zahlreiche Musiker aus den USA wurden in Kirchengemeinden sozialisiert. Mittlerweile rückt auch hierzulande das Genre als Ausdrucksform von Glauben und Spiritualität immer mehr in den Blick. Dabei geht es weniger um eine andere „Verpackung“ für Gottesdienste, sondern darum, das spirituelle Potenzial dieser Musik liturgisch fruchtbar zu machen.

Die Erforschung des möglichen Dialogs zwischen Jazz und Gottesdienst in Theorie und Praxis gab den Anstoß für die Ausrichtung des diesjährigen 21. Liturgischen Fachgesprächs des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Es findet vom 2. bis 5. März 2017 in Form eines öffentlichen, international besetzten Symposiums statt und widmet sich dem Thema unter der Überschrift „Improvisation und die Klangfarben des Evangelischen Gottesdienstes“.

Neben Fachvorträgen renommierter Vertreter von Jazz-Musiktheologie und gemeindlicher Praxis aus dem In- und Ausland werden etwa 100 Sängerinnen und Sänger sowie Jazzmusikerinnen und -musiker in Konzerten und Gottesdiensten das Tagungsthema als „Blue Church Festival“ zum Hör- und Seherlebnis machen.

Flankiert wird die Tagung  mit einer Konzertreihe in Leipzig und Dresden, u. a. mit einer „Jazz Passion“ aus Chicago, einer Orgelimprovisationsnacht, einer Jazz-Vesper der New Yorker Saint Peters Church. Den Anschluss bildet die deutsche Uraufführung der „Messe“ des norwegischen Jazzpianisten Tord Gustavsen am 5. März in der Dresdener Dreikönigskirche.

Ihn interessierten die „Spurenelemente einer Wahlverwandtschaft“ zwischen Jazz und Gottesdienst, schreibt Dr. Johann Hinrich Claussen, der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), im Veranstaltungsprogramm. Diese entfalte sich aber nur „wenn Freiheit herrscht, wenig festgezurrt wird, das eine nicht für das andere benutzt wird, sondern ein freies Spiel beginnt“. Dann kann das Wechselspiel von gottesdienstlicher Tradition und spontanem, d. h. jazzmäßigem Musikschaffen den Dialog zwischen Jazz und Gottesdienst spannend gestalten.

Hinweis: Weitere Informationen bieten Flyer und Programm sowie www.velkd.de und www.liturgiewissenschaft.org.
 

17. Februar 2017
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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„Gott und die Würde des Menschen“
Neue Studie einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Deutscher Bischofskonferenz und VELKD - Mittwoch, 15. Februar 2017

Mit der Studie „Gott und die Würde des Menschen“ liegt das Abschlussergebnis der dritten Bilateralen Arbeitsgruppe (BILAG III) der Deutschen Bischofskonferenz  und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) vor. Die Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg) und Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg) hat sich in einem mehrjährigen Dialogprozess mit Fragen von Anthropologie und ethischer Urteilsbildung beschäftigt.

„Wir sind in unserem langen und intensiven Gesprächsprozess zu dem Ergebnis gekommen, dass es eine grundlegende Übereinstimmung in der Anthropologie und eine breite Gemeinsamkeit in der Ethik gibt. Auch hier gilt: uns eint mehr als uns trennt“, erklärt Bischof Feige, Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Die bestehenden Unterschiede werden in der Studie als ein begrenzter Dissens qualifiziert, der aber die fundamentalen Gemeinsamkeiten nicht aufhebt und nicht von der gemeinsamen Verantwortung zum Schutz der Menschenwürde entbindet.“

Seit 2009 hat sich die dritte Bilaterale Arbeitsgruppe im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz und der Kirchenleitung der VELKD mit dem Thema „Gott und die Würde des Menschen“ befasst. Die Studie zeigt die Gemeinsamkeiten beider Konfessionen in der Anthropologie und der ethischen Urteilsbildung auf. Sie hilft, mögliche Konflikte besser zu verstehen und sachgemäß mit ihnen umzugehen und zeigt, dass trotz einzelner Differenzen in ethischen Fragen ein überzeugendes gemeinsames Eintreten der Kirchen für Menschenwürde möglich ist.

 „Angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten wollen wir auf der Grundlage des biblischen Zeugnisses die gemeinsamen anthropologischen Grundlagen des christlichen Glaubens stark machen“, betont Bischof Manzke, Landesbischof von Schaumburg-Lippe und Catholica-Beauftragter der VELKD. „Ich bin überzeugt, dass die Ausführungen unseres Abschlussberichtes unseren Kirchen neue Impulse geben können, gemeinsam für die Würde des Menschen einzutreten, wo immer sie in Frage gestellt oder gar mit Füßen getreten wird.“

Die Studie wird von der Bilateralen Arbeitsgruppe verantwortet und mit der Veröffentlichung den auftraggebenden Kirchen zur Prüfung vorgelegt. Bischof Feige und Landesbischof Manzke hoffen, dass sie darüber hinaus zu einer breiten Diskussion in Kirche und Gesellschaft anregt.

Seit 1976 führt die VELKD mit der Deutschen Bischofskonferenz Lehrgespräche, um zur Klärung kontroverstheologischer Fragen beizutragen. In den ökumenischen Lehrgesprächen spiegelt sich die intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Lutherischen Weltbund und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen. Die nun erscheinende Studie ist die dritte nach dem Studiendokument „Kirchengemeinschaft in Wort und Sakrament“ (1984) und der Studie „Communio Sanctorum – Die Gemeinschaft der Heiligen“ (2000).

Hintergrund:
Mitglieder der Arbeitsgruppe

Katholische Mitglieder:

  • Bischof Dr. Gerhard Feige (Vorsitzender) (ab 2012)
  • Bischof Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller (Vorsitzender) (bis 2012)
  • Prof. Dr. Johannes Reiter
  • Prof. Dr. Dorothea Sattler
  • Prof. Dr. Thomas Söding
  • Prof. Dr. Wolfgang Thönissen
  • Prof. Dr. Eberhard Tiefensee (bis 2013)
  • Dr. Dorothee Kaes (Geschäftsführerin)

 

Evangelisch-lutherische Mitglieder:

  • Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Vorsitzender) (ab 2015)
  • Landesbischof i.R. Prof. Dr. Friedrich Weber + (Vorsitzender) (bis 2014)
  • Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm (ab 2010)
  • Prof. Dr. Hans-Martin Gutmann (bis 2010)
  • Landespastor Heiko Naß (ab 2010)
  • OKR i.R. Dr. Ernst Öffner (bis 2010)
  • Prof. Dr. Miriam Rose
  • Prof. Dr. Christiane Tietz
  • Prof. Dr. Joachim Track (bis 2013)
  • OKR Dr. Oliver Schuegraf (Geschäftsführer)

 

Hinweise:Die Studie „Gott und die Würde des Menschen“ erscheint Anfang März sowohl im Bonifatius-Verlag Paderborn als auch in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig und kann über den Buchhandel oder direkt bei den Verlagen bezogen werden. Die Statements zur Vorstellung der Studie von Bischof Dr. Gerhard Feige, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke sowie den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Prof. Dr. Miriam Rose (Jena) und Prof. Dr. Wolfgang Thönissen (Paderborn), stehen als Download unter www.dbk.de und www.velkd.de bereit.
 

Hannover, 15. Februar 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

 

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Die Seelsorge als Herausforderung für die Ethik
„Texte aus der VELKD“ Nr. 177 zum Verhältnis von Ethik und seelsorgerlichem Handeln - Donnerstag, 9. Februar 2017

Hannover – Ob im Krankenhaus, in der Gemeinde, im Gefängnis oder buchstäblich im Vorbeilaufen: Seelsorge gilt als kirchliche Kernkompetenz, die sowohl das pastorale Selbstverständnis als auch die Wahrnehmung in Gemeinde und Gesellschaft entscheidend prägt.

Im seelsorgerlichen Gespräch stehen einzelne Menschen in persönlichen Krisensituationen im Mittelpunkt. Konkrete Fragen und Probleme, Sehnsüchte und Ängste, Hoffnungen und Erwartungen prägen die seelsorgerlichen Begegnungen. Welche Rolle spielt in diesen individuellen und vertraulichen Gesprächen die Ethik? Welche Rolle kann sie für konkrete Fragen der Lebensbewältigung spielen? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Seelsorgerinnen und Seelsorger?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich die Ausgabe 177 der „Texte aus der VELKD“ mit dem Titel „Die Seelsorge als Herausforderung für die Ethik“. Vor dem Hintergrund von Erfahrungen aus diakonischer, pastoraler und wissenschaftlicher Praxis thematisieren die Autoren, welchen ethischen Fragestellungen die konkrete seelsorgerliche Praxis begegnet, welche Erwartungen sich daraus an die Ethik ergeben und welche Art von Ethik für die praktische Seelsorge dienlich ist.

Die vorliegenden VELKD-Texte versammeln Beiträge des Workshops „Seelsorge und Ethik“, der im Juni 2016 von der Universität Mainz in Kooperation mit der VELKD veranstaltet wurde.

Hinweis: Die Nr. 177 der „Texte aus der VELKD“: „Die Seelsorge als Herausforderung für die Ethik“ kann unter www.velkd.de/velkd-texte-177-ethik-seelsorge heruntergeladen werden. Ein kostenfreies Abonnement der Texte aus der VELKD und der VELKD-Informationen kann über die E-Mailadresse texte-vi@velkd.de bestellt werden.


Hannover, 9. Februar 2017
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Luther lesen!
Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur diskutieren Luther-Texte in Loccum - Dienstag, 7. Februar 2017

Hannover/Loccum – „Luther lesen!“ Eine gemeinsame Tagung der Evangelischen Akademie Loccum und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) lädt zur Lektüre zentraler Luthertexte ein. Prominente Paten aus Politik, Wirtschaft und Kultur stellen gemeinsam mit theologischen Referenten fünf zentrale Luthertexte vor und fragen im Jubiläumsjahr der Reformation nach ihrer Aktualität.

„Über die Freiheit eines Christenmenschen“ diskutiert der Intendant des Schauspielhauses Hannover, Lars-Ole Walburg, mit Studienleiterin Dr. Christina Costanza vom Theologischen Studienseminar der VELKD in Pullach; Oberbürgermeister Stefan Schostok (Hannover) ist mit Kirchenrat Dr. Martin Teubner (Sachsen) im Gespräch über den Text „Von weltlicher Obrigkeit“. Weitere prominente Gesprächspartner sind Dr. Bettina Jung-Lundberg, Familienrichterin und Direktorin des Amtsgerichts (Alfeld), Hermann Kasten, Vorstandsvorsitzender der VGH Versicherungen (Hannover) und Claudia Spiewak, Programmchefin NDR Info und Chefredakteurin des NDR Hörfunks (Hamburg).

Die fünf Dialoge laden zum Weiterdenken ein: Wie aktuell ist Luther heute? Welche Gedanken erweisen sich bis heute als frisch und inspirierend? An welchen Punkten bieten sie Diskussionsstoff – auch im Blick auf unsere gegenwärtige kirchliche und globale Situation?

Die Predigt im Abendgottesdienst mit Lutherliedern am Samstag, 11. Februar 2017 um 19:30 Uhr in der Stiftskirche Loccum hält die Landessuperintendentin des Sprengels Hannover, Dr. Petra Bahr.

Die Schriften Martin Luthers waren ein entscheidender Impuls für die Reformation. Durch seine Predigten, Flugblätter und Traktate gewann der neue evangelische Glaube allmählich an Kontur. Die Publikation „Luther lesen“ der VELKD, die zum Reformationsjubiläum erschienen ist, versammelt zentrale Texte des Reformators in einer lesefreundlichen Neuausgabe. Die Textsammlung ist auch als Hörbuch erhältlich.

Hinweis: „Luther lesen. Die zentralen Texte“, bearbeitet u. kommentiert von Martin H. Jung, Vandenhoeck & Rupprecht, 2016, ISBN 978-3-525-69003-1, gebunden, 213 Seiten, 13,00 EUR. Die Publikation ist über den Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich. Mehr unter www.velkd.de/luther-lesen.


7. Februar 2017
Henrike Müller
Pressesprecherin

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„Blue Notes“ in der Kirche
Liturgie-Institut der VELKD verbindet konzertanten Jazz und theologisches Fachgespräch - Dienstag, 7. Februar 2017

Hannover/Leipzig – Vom 2. bis 5. März 2017 findet das 21. Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD statt. Unter der Überschrift „Improvisation und die Klangfarben des Evangelischen Gottesdienstes“ lädt das Institut zu einer öffentlichen, viertägigen international besetzten Tagung nach Leipzig ein. Rund 80 Teilnehmende aus 9 Ländern sowie etwa 100 Sängerinnen und Sänger sowie Jazzmusikerinnen und -musiker werden durch Konzerte und Gottesdienste das Tagungsthema als „Blue Church Festival“ zum Klingen bringen.

„Das diesjährige Fachgespräch ist damit international die erste Tagung dieser Art, die sich ausführlich diesem Forschungszweig der Musiktheologie und liturgischen Forschung widmet, und jazzinteressierte Theologen, Leiter gemeindlicher Initiativen für Liturgischen Jazz sowie professionelle, gottesdienstlich engagierte Jazzmusiker zusammenbringt“, erklärt Uwe Steinmetz vom Liturgiewissenschaftlichen Institut, der die Veranstaltung konzeptionell und operativ verantwortet.

So sind auf akademischer Seite Pioniere der deutschen und internationalen akademischen Jazz-Musiktheologie-Forschung vertreten wie etwa Hans Martin Gutmann (Hamburg), Gotthard Fermor (Bonn), Jeremy Begbie (Duke, Cambridge) und Carol Harrison (Oxford). Den Aspekt der gemeindlichen Arbeit mit Jazz von Theologen und Musikerinnen stellen Leitungspersonen profilierter Initiativen aus Deutschland sowie aus Skandinavien, den USA und der Schweiz vor. Ein besonderes Highlight ist die Teilnahme der ältesten Jazz Ministry der Welt, des Pastoren- und Musiker-Teams der New Yorker St. Peters Lutheran Church, die am 4. März eine Jazzvesper im alten Senatssaal der Universität Leipzig feiern werden.

In der Konzertreihe der Tagung sind gleich drei deutsche Uraufführungen zu hören: die „Jazz Passion“ aus Chicago, die „Messe“ des renommierten norwegischen Jazzpianisten Tord Gustavsen, sowie eine Jazzsuite über Choräle der Reformation von Studierenden der Musikhochschulen Hannover und Tübingen zum Reformationsjubiläum.

Ganz im Sinne des modernen Jazz wolle das Fachgespräch Formen der interdisziplinären Kooperation initiieren und etablieren, betont Steinmetz. Ein Beleg dafür sei die Zusammenarbeit mit den Musikhochschulen Dresden und Leipzig, durch die Aufführungen wie „Messe“ und „Jazz Passion“ überhaupt möglich sind, ein anderer die Etablierung weiterer Partnerschaften und Foren, z. B. das Jazz- und Theologie-Netzwerk
BLUE CHURCH.

Für eine Berichterstattung bitten wir Sie, sich über pressestelle@velkd.de anzumelden.

Hinweis: Weitere Informationen bieten Flyer und Programm sowie www.velkd.de und www.liturgiewissenschaft.org.


7. Februar 2017
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Lutherischer Theologe mit weitem Herzen
VELKD trauert um Horst Reller - Donnerstag, 26. Januar 2017

Hannover – Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) trauert um ihren langjährigen Gemeindereferenten Oberkirchenrat i. R. Dr. Horst Reller, der am 17. Januar im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

Der gebürtige Braunschweiger war von 1963 bis zu seiner Pensionierung 1992 im Lutherischen Kirchenamt der VELKD tätig. „Er war ein lutherischer Theologe von großem Ideenreichtum und ebensolcher Beharrlichkeit. Er hat missionarische Impulse gesetzt. Ihm lag daran, Theologie verständlich zu machen. Das hat er mit klarem Profil und großer Weite getan“, würdigte der Leiter des Amtes der VELKD, Dr. Horst Gorski, in seinem Kondolenzschreiben das herausragende Engagement Rellers.

So gehen die beiden Referenzpublikationen „Evangelischer Erwachsenenkatechismus“ und „Handbuch Religiöse Gemeinschaften“ maßgeblich auf seine Initiative zurück. Gleiches gilt für das Gemeindekolleg der VELKD, zu dessen Vätern Reller zählt und dessen Arbeit nach wie vor prägend für die Kultur lutherischer Bildungsarbeit in den Kirchengemeinden ist. Daneben entwickelte er Veranstaltungsreihen wie die deutschlandweit stattfindenden Glaubenskurse zum Gemeindekatechismus. Im Gemeindeausschuss der VELKD erarbeitete Reller die sogenannte „missionarische Doppelstrategie“, die Projekte missionarischen Gemeindeaufbaus als Ineinander von „öffnenden“ und „verdichtenden“ Maßnahmen beschrieb und die bis heute die Arbeit der VELKD prägt.

Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft studierte Horst Reller von 1948 - 1953 Evangelische Theologie in Göttingen, Heidelberg und Basel u. a. bei Gerhard von Rad und Karl Barth. Nachdem er 1956 mit einer kirchengeschichtlichen Arbeit zur Vorreformatorischen und reformatorischen Kirchenverfassung im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel promoviert worden war, trat er 1957 sein Amt als Pfarrer in der Kirchengemeinde Winnigstedt in der braunschweigischen Landeskirche an. 1963 wechselte er ins Lutherische Kirchenamt.

Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Elke Sievers wird stellvertretende Amtsleiterin der VELKD
Kirchenleitung beruft langjährige Finanzreferentin - Dienstag, 24. Januar 2017

Hannover – Die Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat Oberkirchenrätin Elke Sievers zur Referentin für juristische Grundsatzfragen und gleichzeitig zur stellvertretenden Leiterin des Amtes der VELKD berufen. Die 55-jährige Juristin, die derzeit dem Finanzreferat im Amt der VELKD vorsteht, tritt die Nachfolge von Christian Frehrking an, der im Juni 2016 als Präsident des Landeskirchenamtes in die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe wechselte. Die Übernahme der neuen Aufgaben soll voraussichtlich zum 1. Februar 2017 erfolgen.

Oberkirchenrätin Sievers sei aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz und fundierten Kenntnis von Strukturen und rechtlichen Gegebenheiten eine ausgezeichnete Wahl, so der Leiter des Amtes der VELKD, Dr. Horst Gorski.

„Ich danke sehr für das mir entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Sievers anlässlich ihrer Ernennung. Sie freue sich darauf, ihre „Qualifikationen und Erfahrungen auch weiterhin in den Dienst unserer lutherischen Kirche stellen zu können“. Zudem sei es ihr ein Anliegen, an der Weiterentwicklung des gemeinsamen Kirchenamtes von EKD, UEK und VELKD mitzuwirken.

Elke Sievers hat in Hannover Rechtswissenschaften studiert. Nach Referendariat und zweitem juristischen Staatsexamen kam sie 1994 als juristische Referentin ins Lutherische Kirchenamt, das jetzige Amt der VELKD. Hier übernahm sie zunächst Aufgaben in den Bereichen Justiziariat und Personal; seit 2007 fielen zudem der Bereich Haushalt und Finanzen sowie die Aufsicht über die Geschäftsstelle der kirchlichen Gerichte der VELKD in ihre Zuständigkeit. Frau Sievers ist verheiratet und hat eine Tochter.

Hinweis: Ein Porträtfoto von Oberkirchenrätin Elke Sievers steht unter www.velkd.de/downloads/Elke-Sievers.jpg zum Download bereit.

Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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„Wegbereiter der Ökumene“
EKD und VELKD trauern um Theologen Günther Gassmann - Mittwoch, 18. Januar 2017

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) trauern um den Theologen und früheren Präsidenten des Lutherischen Kirchenamts, Günther Gassmann. Gassmann, der das Kirchenamt von 1976 bis 1982 leitete, ist am 11. Januar im Alter von 85 Jahren in Tutzing verstorben.

In seinem Kondolenzschreiben an die Familie würdigte der Leiter des Amtes der VELKD und Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Horst Gorski, den Verstorbenen als „einen Wegbereiter der Ökumene“. Gassmann habe seine Sehnsucht nach der Einheit der Kirche über jedes eigene berufliche Interesse gestellt und Menschen weltweit für dieses Anliegen begeistern können, so Gorski.

Nach seinem Studium in Heidelberg und Oxford und seiner Promotion in Heidelberg war Günther Gassmann zunächst an das Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg berufen worden, bevor er 1976 nach Hannover in das Lutherische Kirchenamt wechselte. Ab 1984 war er Direktor der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf. Internationale Gastprofessuren führten ihn u.a. in die USA, die baltischen Staaten, Südamerika und Italien. Sein ökumenisches Anliegen war dabei stets die weltweite Einheit der christlichen Kirche zu fördern. Bis ins hohe Alter hielt Gassmann Vorlesungen und führte auf der Grundlage seines lutherisch geprägten Glaubens Gespräche mit Vertretern von unterschiedlichen christlichen Konfessionen und Denominationen.

„Damit alle eins sein“, dieses Vermächtnis Jesu aus dem Johannesevangelium (Joh 17,21) habe sich Gassmann auf beeindruckende Weise zu Eigen gemacht und ihm an vielen Orten der Welt Gehör verschafft, so Gorski. „Für diesen bleibenden Dienst an der Einheit der Kirche sind wir zutiefst dankbar.“

Die Trauerfeier für Günther Gassmann findet am heutigen Mittwoch in Tutzing statt.

Pressestelle der VELKD                                          Pressestelle der EKD
Gundolf Holfert                                                        Carsten Splitt

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