Pressemitteilungen 2016

„Sichtbare Einheit der Kirche in lutherischer Perspektive“
„Texte aus der VELKD“ Nr. 176 zur Begrifflichkeit eines ökumenischen Kernziels - Donnerstag, 22. September 2016

Hannover – Seit die ökumenische Bewegung vor mehr als 100 Jahren von der Weltmissionskonferenz in Edinburgh ihren Ausgang nahm, wird in den ökumenischen Dialogdokumenten immer wieder die sichtbare Einheit der Kirche als grundlegendes Ziel benannt. Seither hat die Diskussion darüber, was genau unter „sichtbarer Einheit“ zu verstehen sei, zu zahlreichen Annäherungen, aber noch keiner eindeutigen Definition geführt. Unter dem Titel „Sichtbare Einheit in lutherischer Perspektive“ ist als Ausgabe Nr. 176 der „Texte aus der VELKD“ eine Studie des Ökumenischen Studienausschusses der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und des DNK/LWB erschienen, die unter den Bedingungen lutherischer Theologie zur Begriffsklärung beitragen möchte.

So werden u. a. die Begriffe „Sichtbarkeit“ und „Einheit“ in ihrer ekklesiologischen Bedeutung entfaltet und in der Folge die biblisch-theologischen Grundlagen dargestellt, die für die Frage nach der sichtbaren Einheit maßgeblich sind. Des weiteren untersucht die Studie unterschiedliche, in den ökumenischen Diskursen entwickelte Konzepte der sichtbaren Einheit, ergänzt durch einen geschichtlichen Überblick über Formen und Modi kirchlicher Einheit und Verbundenheit, und mündet abschließend in die Frage „Wie viel Sichtbarkeit ist aus lutherischer Sicht nötig für die Einheit – und welche Sichtbarkeit?“

Aus lutherischer Sicht bedarf es zur kirchlichen Einheit dreier wesentlicher Bedingungen: der Übereinstimmung im Verständnis des Evangeliums und der Sakramente und (in Zuordnung zu beidem) im Verständnis und der (wechselseitigen) Anerkennung des ordinationsgebundenen Amtes, so die Studie. Seien diese Bedingungen gegeben, „ist volle kirchliche Gemeinschaft im Sinne der vom Bekenntnis genannten unitas (‚Einigkeit‘) erreicht. Zwischen ‚Gemeinschaft‘ und ‚Einheit‘ besteht in dieser Perspektive kein Unterschied“.

Die Studie macht deutlich, dass „gesamtchristliche Verbundenheit sich nicht nur im engen Bereich von Amtsstrukturen, theologischer Lehre und liturgisch-sakramentaler Praxis artikuliert, sondern auf allen Ebenen kirchlichen Lebens gestaltet und gepflegt werden kann, auch ohne dass dabei schon volle sichtbare Einheit gegeben sein müsste“. Dies könne etwa in gemeinsamen gottesdienstlichen Feiern, der Bildung von dichten Netzwerken gegenseitiger Information, durch gemeinsames Handeln in Mission, Diakonie und Öffentlichkeit oder wechselseitige Rechenschaft gerade auch in trennenden Fragen seinen Ausdruck finden.

Hinweis: Die Nr. 176 der „Texte aus der VELKD“: „Sichtbare Einheit aus lutherischer Perspektive“ kann unter www.velkd.de/velkd-texte-176-Sichtbare-Einheit heruntergeladen werden. Ein kostenfreies Abonnement der Texte aus der VELKD und der VELKD-Informationen kann über die E-Mailadresse texte-vi@velkd.de bestellt werden.

Hannover, 22. September 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Europa braucht zukunftsorientierte Integration
Leitender Bischof der VELKD beim 30. Friedenstreffen von Sant’Egidio in Assisi - Dienstag, 20. September 2016

Hannover/Assisi – „Europa ist weniger eine geografische, sondern vielmehr eine Wertegemeinschaft“. Darauf hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), heute in einem Podiumsbeitrag zur Zukunft Europas im italienischen Assisi hingewiesen. Dort findet derzeit das 30. Internationale Friedenstreffen der Gemeinschaft von Sant’Egidio statt, bei dem Ulrich heute zum Thema „The Future of Europe. The capacity to Integrate, for Dialogue and to Generate“ spricht.

Europa hat starke christliche Wurzeln, betonte Bischof Ulrich, aber auch viele andere. So wurden antike Philosophie und Kultur durch muslimische und jüdische Gelehrte vermittelt. Ohne die Impulse der Aufklärung gäbe es heute weder Menschenrechte noch politische Freiheit. Als Ergebnis ist geistige Vielfalt in Europa Programm.

Jesus hat gelehrt und gelebt, Fremde und Flüchtlinge als einen Teil von uns selbst anzunehmen Wenn wir uns an ihm orientieren, können wir „Entfremdung und Ausgrenzung“ überwinden, so Ulrich. Als grundlegend für ein zukunftsfähiges europäisches Selbstverständnis nannte er u.a. die Fähigkeit zur Versöhnung, die positive Wahrnehmung kultureller Vielfalt, die Geltung der Menschenrechte und -würde und den Schutz für Verfolgte.

„Wir brauchen einen Prozess der wechselseitigen Integration von Alteingesessenen und Neubürgern“, erläuterte der Leitende Bischof angesichts der globalen Migrationsbewegungen. Christen könnten helfen, diesen Wandel zu gestalten – ermutigt durch Gottes Wort: „Fürchtet Euch nicht! Habt keine Angst vor dem Fremden, dem Wandel, euren eigenen Ängsten!“

In Assisi findet vom 18. bis 20. September 2016 unter der Überschrift „DURST NACH FRIEDEN: Religionen und Kulturen im Dialog“ das 30. Internationale Treffen der Gemeinschaft von Sant’Egidio statt. In diesem Jahr wird das traditionelle Friedensgebet des Treffens im Beisein von Papst Franziskus gehalten, der auch das Wort an alle Teilnehmenden richten wird.

Hinweis: Gerhard Ulrich ist Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD – www.velkd.de) und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche – www.nordkirche.de). Er nimmt als Leitender Bischof der VELKD seit 2013 an den Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio teil. Weitere Informationen finden Sie unter:

Gemeinschaft Sant'Egidio

Hannover, 19. September 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

Beitrag beim Podium im Auditorium Hotel Cenacolo - Santa Maria degli Angeli: Viale Patrono d'Italia
PANEL 26 : THE FUTURE OF EUROPE. The capacity to Integrate, for Dialogue and to Generate (20. September 2016)

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VELKD-Informationen Nr. 151: Die Heilige Schrift als Buch der Kirche?!
Landesbischof Rentzing plädiert für eine kirchengemeinschaftliche Auslegung der Bibel

Hannover – Zu den Grundsätzen der Reformation zählt Martin Luthers Betonung des Schriftprinzips (sola scriptura), das er gegenüber einer hierarchisch organisierten Amtskirche, welche die Deutungshoheit über die biblischen Texte für sich reklamierte, in Stellung brachte.
In der soeben erschienenen Ausgabe Nr. 151 der Online-Publikation „VELKD-Informationen“ setzt sich Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (Dresden) mit der Frage auseinander, inwieweit eine radikale Subjektivierung der Auslegung heiliger Texte dem Gedanken einer Deutung in einer Kirchengemeinschaft möglichweise entgegensteht. „Will man also zu einem gemeinschaftlichen Verstehen und damit zu einer gemeinsamen Auslegung kommen, bedarf es gemeinsamer Kriterien des Verstehens und damit des Auslegens. Und genau dieser Vorgang vollzieht sich in der Kirche“, so Rentzing.

Für die Kolumne „Das Lutherzitat“ hat der Leiter des Theologischen Studienseminars der VELKD, Dr. Detlef Dieckmann-von Bünau eine Passage aus Luthers Tischreden „Ich habe meine Theologie nicht auf einmal gelernt, sondern ich hab immer tiefer und tiefer grübeln müssen ...“ (WA, TR 1, Nr. 352, 146f.) ausgelegt. Unter dem Titel „Die Gnade des Verstehens“ schildert Dieckmann den Prozess des Glaubens als einen der aktiven Aneignung und Reflexion. Denn „Gewissheit ist nichts, was ich ein für alle Mal habe“.

Darüber hinaus gibt diese Ausgabe wie gewohnt anhand der Pressemitteilungen eine Übersicht über vielfältige Themen des zweiten Quartals 2016 wider. Dazu zählen u. a. die LWB-Ratstagung in Wittenberg, die Stellungnahme des Leitenden Bischofs der VELKD zur Abschaffung der Frauenordination in Lettland sowie die Resonanz auf die VELKD-Publikation „Luther lesen“.

Hinweis: Die Nr. 151 der VELKD-Informationen (April bis Juni 2016) kann unter www.velkd.de/velkd-infos-151 heruntergeladen und der E-Mail-Anschrift texte-vi@velkd.de angefordert bzw. kostenfrei abonniert werden. Weitere Informationen auf www.velkd.de.

Hannover, 8. Juli 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Volker Weymann: „Toleranz – kontrovers“
„Texte aus der VELKD“ Nr. 175 zur Geschichte und aktuellen Bedeutung von Toleranz - Donnerstag, 7. Juli 2016

Hannover – Sind Religionen eher Barrieren oder Quellen für Toleranz? Angesichts der anhaltenden Migrations- und Fluchtbewegungen und der damit verbundenen kulturellen und sozialen Herausforderungen für Politik und Gesellschaft gewinnt diese Frage neue Aktualität.

In der neuen Ausgabe 175 der „Texte aus der VELKD“ untersucht Prof. Dr. Volker Weymann (Freiburg) die Integrationskraft der Toleranzidee unter den gegenwärtigen Bedingungen und zeichnet dabei die wechselvolle Geschichte einer „Praxis der Toleranz“ in Europa nach. So habe bereits mit der Reformation ein „konfliktreicher Pluralisierungsprozess“ eingesetzt, der in Anbetracht der religiös motivierten Kriege die Verankerung von Toleranz im Gemeinwesen unabdingbar für ein friedliches Zusammenleben gemacht habe, erläutert der langjährige Rektor des Theologischen Studienseminars der VELKD.

Insbesondere thematisiert Weymann die Toleranzfähigkeit der monotheistischen Religionen. So stelle sich angesichts heutiger Kontroversen unabweisbar die Frage: Sind diese Religionen nicht radikal verzeichnet, wenn in ihnen nur die Wurzeln der Intoleranz gesucht werden? Bieten sie nicht ebenso wichtige Ressourcen der Bildung zur Toleranz? Müsste nicht der Versuch gemacht werden, Strategien der Toleranz aus den Traditionen der Religionen zu entwickeln, anstatt die Forderung der Toleranz gegen die Religionen durchzusetzen?

Hinweis: Die Nr. 175 der „Texte aus der VELKD“: „Toleranz – kontrovers“ kann unter www.velkd.de/velkd-texte-175-Toleranz-kontrovers heruntergeladen werden.

Nutzer von Smartphones können die Dateien über einen QR-Code auf ihr mobiles Endgerät laden. Ein kostenfreies Abonnement der Texte aus der VELKD und der VELKD-Informationen kann über die E-Mailadresse texte-vi@velkd.de bestellt werden.

Hannover, 7. Juli 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Wittenberger Luthergarten an der Andreasbreite fertiggestellt
Bundespräsident Gauck weiht Himmelskreuz ein - Mittwoch, 15. Juni 2016

Wittenberg/Hannover – Bundespräsident Joachim Gauck hat am heutigen Mittwoch, 15. Juni 2016, gemeinsam mit dem Präsidenten und Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB) die Skulptur „Himmelskreuz“ im Luthergarten in Wittenberg feierlich eingeweiht. Begleitet von einem Fanfarenstoß enthüllten Gauck, Younan und Junge die dreifache Kreuzkonstruktion des Kunstwerks aus Aluminium und Edelstahl. Der Luthergarten ist ein lebendiges, wachsendes Reformationsdenkmal anlässlich des 500. Reformationsjubiläums. Es wird gemeinsam vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), vom LWB und der Stadt Wittenberg verantwortet.

Das Kunstwerk „Himmelskreuz“ des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schönauer besteht aus drei übereinander schwebenden Kreuzen. Es ist insgesamt 15 Meter lang, 11 Meter breit und über 4,5 Meter hoch. Umrahmt wird es am Boden von einem Herz und einer Grasfläche in Form von fünf Blütenblättern. Dies alles sind Symbole des Siegels Martin Luthers, der sogenannten Lutherrose, der der zentrale 40 Meter durchmessende Platz im Luthergarten nachempfunden ist. Die Skulptur verbinde die Bodenhaftung mit den gen Himmel wachsenden Bäumen, erläutert der Künstler Schönauer. Sie soll „die eigene Kraft und Verantwortung zur bewussten Mitgestaltung des respektvollen Miteinanders und der lebbareren Zukunft“ stärken.

Auch Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig und Vertreter des Projektförderers Stiftung Lebendige Stadt, stimmte dem zu. Er lobte den Luthergarten als Grünoase, die „die Möglichkeit bietet, die Menschen ein wenig dem Alltag zu entrücken und über das Menschliche hinauszuweisen“. „Der Luthergarten macht die Stadt lebendiger – ganz im Sinne der Stiftung Lebendige Stadt“, so Jung. „Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag zur Gestaltung leisten konnten.“

LWB-Präsident Younan unterstrich die Botschaft des Gesamtkunstwerks Luthergarten. Die Form der Lutherrose „erinnert uns alle, dass wir Gottes Kinder und befreit durch seine Gnade sind“. An Bundespräsident Gauck gewandt sagte Younan: „Wir sind stolz, mit dem Bundespräsidenten gemeinsam auf dem Weg der Reformation zu gehen“.

Der Geschäftsführer des DNK/LWB, OKR Norbert Denecke, sprach abschließend dem Künstler, der Stadt Wittenberg, den Sponsoren und Spendern sowie den ausführenden Firmen Dank und Anerkennung aus. Besonders würdigte er die Firma Aluminium Rheinfelden, die Stiftung Lebendige Stadt, die Evangelische Bank sowie die evangelischen Kirchen der Region, ohne deren finanzielle Unterstützung das Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Die künstlerische Gestaltung der Lutherrose vollendet den Luthergarten an der Andreasbreite. Seit der Erstbepflanzung 2009 wurden hier 292 Bäume von Kirchen aller Konfessionen gepflanzt „als Zeichen der Solidarität, der Verbundenheit und der Versöhnung der Kirchen weltweit“, wie der Landschaftsarchitekt des Luthergartens, Dr. Andreas Kipar, feststellte. An zwei weiteren Standorten in Wittenberg werden die Baumpflanzungen fortgesetzt. Insgesamt sollen 2017 500 Bäume im Luthergarten wachsen. An der Enthüllung wirkten ferner Landesbischof Ulrich, der Vorsitzende des DNK/LWB, LWB-Vizepräsident Dr. h. c. Frank-Otfried July, EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann sowie weitere Personen mit.

Weitere Informationen und O-Töne unter: www.dnk-lwb.de/himmelskreuz.

Wittenberg, 15. Juni 2016
Pressestelle des DNK/LWB

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„Interesse am Anderen, Nächstenliebe und der aufrechte Gang“
Eröffnungsgottesdienst zur Ratstagung des LWB in der Stadtkirche zu Wittenberg - Mittwoch, 15. Juni 2016

Wittenberg/Hannover – Mit einem festlichen Gottesdienst, an dem auch der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Joachim Gauck, teilnahm, wurde am heutigen 15. Juni die Tagung des Rates des Lutherischen Weltbundes (LWB) in der Stadtkirche zu Wittenberg eröffnet. Die Predigt hielt Landesbischof Gerhard Ulrich, Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des LWB.

Ulrich griff „das Wunder einer friedlichen Revolution“ im Jahre 1989 auf, die dann zur deutschen Einheit führte: „Die schärfste ‚Waffe‘, das ist eine, die keine ist: Das Interesse am Anderen, Nächstenliebe und der aufrechte Gang. Menschen begannen, sich zu erheben. Holten sich Würde zurück. Aber sie ermächtigten sich nicht selbst. Kraft und Orientierung ließen sich die Demonstranten in Gottesdiensten zusprechen.“

Diese Ereignisse und „die vielen anderen Neuanfänge, die Wunder der Menschlichkeit, von denen wir in unseren Kirchen berichten können“ legten Zeugnis ab von einem Glauben, „der geerdet ist in Gottes Liebe und darum schon jetzt etwas erfasst von Gottes großem Ziel für die Welt“, nahm Ulrich Bezug auf das Leitthema der Ratstagung. „Dieser Glaube gibt sich nicht zufrieden mit dem, was unsere Augen sehen und mit dem, was wir scheinbar nicht ändern können.“ Er halte nicht still angesichts der Millionen Flüchtlinge auf dieser Welt; er schweige nicht zu der Verfolgung und Bombardierung von Christen und vieler anderer Menschen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Er lasse sich nicht beschwichtigen angesichts vieler Nöte. „Es hilft nur: weg mit den Gründen, die Menschen in die Flucht treibt. Schluss mit Landbesetzungen, Landraub, Ausbeutung, Waffenexporten. Anfangen, aufzuhören, wie er tat, der Sohn Gottes“, forderte der Landesbischof.

Die Kirchengemeinschaft des LWB erinnerte Ulrich daran, dass Gottes Gnade sie nicht nur „von“ etwas, sondern auch „für“ etwas befreit habe. Sie sei befreit ihren Reichtum zu teilen, um Menschen helfen zu können. Auch sei Europa frei seinen Reichtum nicht auf der Armut in anderen Regionen dieser Welt aufzubauen. „Als Freigesprochene Gottes erfahren wir einander als Bereicherung und als Aufgabe zugleich. Das ist noch mehr als Wahlfreiheit.“ Christen seien gerufen, in Freiheit gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. „Wir sind aber ebenso befreit, unser Leben selbstbestimmt zu führen“, so Ulrich weiter. „Weil sie dieses in Anspruch nahmen, sind am vergangenen Sonntag in Orlando viele Menschen brutal getötet und verletzt worden. Wurden Opfer einer Ideologie, die kein Anderssein erträgt. Dagegen stehen wir auf mit der Botschaft Jesu: Liebe ist stärker als der Hass.“

Zum Abschluss des Gottesdienstes begrüßte Bundespräsident Joachim Gauck die Delegierten des LWB „in einem freien Land und in ökumenischer Verbundenheit“.
„Deutschland wäre ohne die Reformation ein anderes Land, ja, es gäbe Deutschland ohne die Reformation so nicht“, erläuterte er die „Nachhaltigkeit und Wirkungskraft“ der Impulse von Martin Luther. Beispielhaft sei dafür die Sprache – Luther übersetzte die Bibel als erstmalig ins Deutsche – und feierte in der Stadtkirche die Messe auf Deutsch: ein Schritt zum „Priestertum aller Gläubigen“. Ihm persönlich bedeute das von Luther neu entdeckte Freiheitsversprechen Gottes besonders viel, so Gauck. „Gott hat die Menschen bedingungslos angenommen. Und das macht den Menschen frei, nicht um sich selbst zu kreisen oder sich abhängig zu machen von kirchlicher Autorität oder irgendeiner weltlichen Macht, sondern frei zu sein, eigenständig zu denken, zu glauben und auch verantwortlich zu handeln.“

Der Bundespräsident dankte dem LWB für „praktische und geistliche Nothilfe“ – aktuell an 1,3 Millionen Flüchtlingen weltweit. Außerdem hob er hervor, dass der LWB „der Einheit der Kirche“ verpflichtet geblieben sei: „Er führt den Dialog mit der Katholischen und der Orthodoxen Kirche ebenso wie mit den Anglikanern, den Reformierten und anderen Christen. Und er betrachtet die Ökumene ebenso als Auftrag wie den interreligiösen Dialog.“

Die Ratstagung des LWB findet vom 15. bis 21. Juni in Wittenberg, Deutschland, statt. Sie ist die erste Veranstaltung in einem Dreischritt zum 500. Reformationsgedenken: beginnend mit der Ratstagung im historischen Wittenberg, wo Martin Luther wirkte und von wo die Reformation ausging, weiter mit einem gemeinsamen lutherisch-katholischen Reformationsgedenken am 31. Oktober 2016 in Lund, Schweden, wo der LWB vor 70 Jahren gegründet wurde, hin zur Vollversammlung in Windhoek, Namibia, die die weltumspannende Dimension der „Reformation als Weltbürgerin“ unterstreicht. Das Leitthema dieser Veranstaltungen lautet „Befreit durch Gottes Gnade“ und wird in den Unterthemen „Erlösung – für Geld nicht zu haben“, „Menschen – für Geld nicht zu haben“, und Schöpfung – für Geld nicht zu haben“ ausgeführt.

Der Rat tagt in der Regel einmal jährlich. Er besteht aus 49 Delegierten aus den LWB-Mitgliedskirchen. Er umfasst sowohl Ordinierte als auch Laien und setzt sich aus 40 Prozent Frauen, 40 Prozent Männern und 20 Prozent jungen Erwachsenen zusammen. Außerdem nehmen Mitarbeitende des Büros der LWB-Kirchengemeinschaft und geladene Gäste an der Tagung teil.

Wittenberg, 15. Juni 2016
Pressestelle des DNK/LWB

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Lutheraner diskutieren ökumenisches Reformationsjubiläum
LWB Pilgerstation in Wittenberg eröffnet - Dienstag, 14. Juni 2016

Wittenberg/Hannover – Mit einer Andacht startete am heutigen Dienstag, 14. Juni 2016, die „LWB Pilgerstation Wittenberg“. Joachim Liebig, Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, und die Coswiger Bürgermeisterin Doris Berlin hießen die Pilger in der St. Nicolai-Kirche in Coswig (Anhalt) willkommen. Weihbischof Hubert Berenbrinker grüßte die Teilnehmenden von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), bevor Bischof Dr. Munib Younan, Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), gemeinsam mit Joachim Liebig die Veranstaltung mit einem Pilgersegen eröffneten.

Unter wehenden Pilgerflaggen verließen daraufhin über 200 Personen aus mehr als 35 Ländern die Coswiger Kirche und machten sich zu Fuß auf den Weg in Richtung Wittenberg. An den zwei Tagen der Pilgerstation werden sich die LWB-Ratsmitglieder, die zu ihrer jährlichen Tagung nach Wittenberg gekommen sind, mit der ökumenischen Dimension des Reformationsjubiläums 2017 auseinandersetzen. Dabei werden sie von lokalen und internationalen Gästen begleitet. Unter ihnen die Generalsekretäre des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) und der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK), Leitende Geistliche aus Deutschland, die Teilnehmenden der Partnerschaftstagung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens sowie Gäste aus In- und Ausland.

Der erste Abschnitt des Pilgerwegs führte am Dienstagmorgen von Coswig auf dem Lutherweg in den Wittenberger Stadtteil Apollensdorf. Dort trafen die Pilger auf dem Sportplatz ein, wo sie von der ersten thematischen Station „Menschen – für Geld nicht zu haben“ empfangen wurden. Diese wurde gestaltet von der LWB-Abteilung für Weltdienst, dem humanitären Arm der Kirchengemeinschaft. An der Station konnten sich die Teilnehmenden in die Situation eines Flüchtlings versetzen und Erfahrungen, Bedürfnisse und Herausforderungen von Geflüchteten am eigenen Leib erleben.

Die zweite Station entlang des Pilgerwegs fand ebenfalls in Apollensdorf statt. Sie stand unter dem Titel „Schöpfung – für Geld nicht zu haben“ und wurde vom evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt gestaltet. Anhand weniger Fragen bestimmten die Pilger ihren ökologischen Fußabdruck. Dabei stellten die meisten fest, dass für ihren Lebensstil die Ressourcen einer Erde nicht ausreichen. Anhand des eigenen Konsumverhaltens, der Mobilität und der Wohnverhältnisse wurden Möglichkeiten für einen nachhaltigen Lebensstil aufgezeigt.

Zielpunkt des Pilgerwegs ist am Nachmittag der Luthergarten an der Andreasbreite in Wittenberg. Dort werden sich die Pilger an der dritten Station, „Erlösung – für Geld nicht zu haben“, mit der Frage des Wohlstandsevangeliums (Prosperity Gospel) auseinandersetzen. Gerade in vielen aufstrebenden Ländern begegnet den LWB-Mitgliedskirchen diese theologische Richtung, die Erfolg und Gnade stärker an das eigene Handeln binden als die lutherische Tradition. Die Station wurde gemeinsam von dem Evangelisch-Lutherischen Missionswerk in Niedersachsen und des Leipziger Missionswerkes gestaltet.
Die LWB Pilgerstation Wittenberg wird vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) im Vorfeld der LWB-Ratstagung in Wittenberg veranstaltet. Neben dem Pilgerweg am heutigen Dienstag stehen für Mittwoch Diskussionsforen auf der Tagesordnung. In drei Gruppen werden die Teilnehmenden die Themen des LWB zum Reformationsjahr 2017 „…für Geld nicht zu haben“ vor dem Hintergrund der Ökumene weiter vertiefen. Kardinal Koch wird eine Arbeitsgruppe zum Thema „Erlösung – für Geld nicht zu haben“ leiten, Generalsekretär Tveit behandelt das Thema „Schöpfung – für Geld nicht zu haben“ und Generalsekretär Ferguson „Menschen – für Geld nicht zu haben“.

Wittenberg, 14. Juni 2016
Pressestelle des DNK/LWB

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Alle wollen „Luther lesen“
Auflage der neuen VELKD-Publikation jetzt bei über 6.000 Exemplaren - Montag, 13. Juni 2016

Hannover – Aufgrund der großen Nachfrage muss die Publikation „Luther lesen“ der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) nachgedruckt werden. Nachdem die Startauflage der Ende April 2016 erschienenen „Sammlung zentraler Luthertexte“ von knapp 1.200 Stück restlos vergriffen ist, mussten jetzt weitere 5.000 Exemplare nachgedruckt werden.

„Dass ‚Luther lesen‘ so schnell in die zweite Runde gehen würde, hat unsere Erwartungen positiv enttäuscht“, erklärte der für die Publikation zuständige Referent im Amt der VELKD, Oberkirchenrat Dr. Georg Raatz. Dies zeige, dass das Kernanliegen des Buches, nämlich die zentralen Schriften Luthers verständlich und lektürefreundlich in einem Band zugänglich zu machen, auf ein breites Interesse stoße.

Die Publikation enthält neben den klassischen Texten wie den „95 Thesen“ und der „Freiheitsschrift“ auch kontrovers diskutierte wie die so genannten „Judenschriften“ Luthers. Konzept des Buches ist es, „alle Facetten von Luther zur Sprache kommen zu lassen, also auch seine Schattenseiten“, so Professor Dr. Martin H. Jung (Osnabrück), der Auswahl und Bearbeitung der Texte übernahm und diese in den jeweiligen historischen Kontext einordnete.

Das Buch eignet sich gleichermaßen für die Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen, den Religionsunterricht und die Erwachsenenbildung wie auch für die private Lektüre.

Um im Vorfeld des Reformationsjubiläums einen möglichst breiten Zugang zu Luthers Werk zu ermöglichen, räumt der Verlag beträchtliche Rabatte für Sammelbestellungen ein. Mehr Informationen zur Publikation und den Rabatten, insbesondere für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, unter www.velkd.de/luther-lesen oder auf diesem Flyer.

Hinweis: „Luther lesen. Die zentralen Texte“, bearbeitet u. kommentiert von Martin H. Jung, Vandenhoeck & Rupprecht, 2016, ISBN 978-3-525-69003-1, gebunden, 213 Seiten, 13,00 EUR. Die Publikation ist über den Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich.

Hannover, 13. Juni 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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„Kein geistlicher Unterschied zwischen Mann und Frau“
Leitender Bischof der VELKD zur Abschaffung der Frauenordination in Lettland - Montag, 6. Juni 2016

Hannover – Am vergangenen Freitag hat die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland (ELKL) mit einer Verfassungsänderung die Frauenordination abgeschafft. Zu diesem Beschluss hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), heute Stellung bezogen.
Sein Statement im Wortlaut:

„Den Beschluss der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland (ELKL), die Ordination von Frauen in das Pfarramt abzuschaffen, nehme ich mit tiefem Bedauern und – ich muss es so deutlich sagen – mit Unverständnis entgegen. Diese Entscheidung kann ich als lutherischer Landesbischof, Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) nicht unkommentiert lassen.

Gerade für Lutheraner in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kann es in geistlicher Hinsicht einen Unterschied zwischen Mann und Frau nicht geben. Alle Christen sind gleich und in gleicher Weise durch die Taufe zu Gliedern der Kirche und zur Priesterschaft berufen: „Was aus der Taufe gekrochen ist, das darf sich rühmen, dass es schon zu Priester, Bischof und Papst geweiht sei“, so Luther in seiner Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“.

Die Begründung der Verfassungsänderung mit der Aussage des Apostels Paulus, wonach Frauen in der Versammlung der Gemeinde zu schweigen und sich unterzuordnen hätten (1. Korinther 14,34), vernachlässigt den Zusammenhang dieses Zitates. Paulus spricht an dieser Stelle eine offizielle Gemeindeversammlung in Korinth an. Es war ein in der damaligen Zeit verbreiteter Rechtsgrundsatz, dass Frauen in öffentlichen Versammlungen zu schweigen hatten.
Paulus folgt dieser Praxis – allerdings nicht aus theologischen Gründen, sondern mit Rücksicht auf die damals gängige kulturelle und rechtliche Ordnung. Heute würde Paulus auch aus solchen Gründen vermutlich genau für das Gegenteil eintreten. Mit der Beachtung der damaligen Rechtsordnung verbindet Paulus jedoch keine grundsätzliche oder gar theologisch begründete Geringschätzung der Frau. Im Gegenteil: Paulus selbst bezeugt, dass Frauen in Gebetsversammlungen und in der entstehenden Kirche ganz gleichberechtigt wie die Männer beten und prophetisch reden konnten und sollten. Beweis dafür sind die vielen Frauen, die Paulus in seinen Briefen als Gemeindemitglieder und Mit-Wirkende erwähnt.
Paulus schätzte Frauen als gleichwertige Verkündigerinnen an seiner Seite. In seinen Briefen werden in diesem Zusammenhang mindestens zwölf Frauen erwähnt, welche an wichtigen Positionen in Verkündigung und Gemeinde standen. Zusammenfassend schreibt Paulus: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus“. (Galater 3,27 f.)

In einem Schreiben vom 29. Juni 2015 an Erzbischof Jānis Vanags und die Kirchenleitung der ELKL habe ich meiner Sorge über den eingeschlagenen Weg Ausdruck verliehen und auf die Belastung hingewiesen, die die Verweigerung der Frauenordination für unsere Beziehungen bedeuten würde. Nicht nur in der Nordkirche, sondern auch im LWB und in der VELKD stehen wir seit Jahrzehnten in vielfältigem Kontakt und kooperativen Bezügen.

Ich halte die Entscheidung der Synode für einen Rückschritt, der die Evangelisch-Lutherische Kirche in Lettland zudem großer Chancen für das Amt von Wort und Sakrament beraubt. Täglich mache ich die Erfahrung: Ohne den wertvollen Dienst, den all unsere weiblichen Ordinierten leisten, wäre unsere Kirche nicht nur deutlich ärmer. Es wäre schier unmöglich, die vielen Aufgaben in den Gemeinden und Einrichtungen zu meistern, wenn wir nicht all diese engagierten und kompetenten Pastorinnen hätten. Zum anderen sehe ich in der Abschaffung der Frauenordination ein fatales Signal an die Kirchengemeinschaft im Lutherischen Weltbund und an den Weltkirchenrat (Ökumenischer Rat der Kirchen - ÖRK).
Ich möchte betonen, dass nach wie vor mein Angebot besteht, über dieses Thema in ein sachliches, geschwisterliches Gespräch mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland zu kommen. Ich sage das auch in dem Wissen, dass die Frauenordination in den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland erst vor 25 Jahren prinzipiell und vollständig eingeführt wurde.“

Hinweis: Gerhard Ulrich ist Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD – www.velkd.de) und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche – www.nordkirche.de) sowie qua Amt Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB – www.dnk-lwb.de).

Hannover, 6. Juni 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Trauer um Siegfried Kasparick
DNK/LWB: „Wir verlieren einen ökumenisch kompetenten Partner und Freund“ - Donnerstag, 2. Juni 2016

Hannover – Mit großer Bestürzung und Trauer hat das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) auf den Tod von Siegfried T. Kasparick reagiert.

„Eine schreckliche Nachricht“ lautete die Reaktion des DNK/LWB-Vorsitzenden Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), der auf einer USA-Reise vom überraschenden Heimgang Kasparicks erfuhr. Das DNK/LWB würdigte den am 31.Mai nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren Verstorbenen auf seiner Sitzung in Hannover als „ökumenisch kompetenten Partner und Freund“, der auf vielen Ebenen mit dem DNK/LWB zusammengearbeitet habe.

So war Kasparick noch bis vor wenigen Wochen an den Vorbereitungen zur Ratstagung des LWB Mitte Juni in Wittenberg beteiligt. Insbesondere die Vorbereitung des Pilgerweges, der in Vorbereitung der Ratstagung von Coswig nach Wittenberg durchgeführt wird, hat der langjährige Propst und Pfarrer der Wittenberger Schlosskirchengemeinde ganz wesentlich mitgestaltet.

Auf der Sitzung des DNK/LWB erinnerte dessen Geschäftsführer, Oberkirchenrat Norbert Denecke, daran, dass „Siegfried Kasparick in intensiver Weise die Arbeit des LWB-Zentrums Wittenberg begleitet und aktiv unterstützt hat“. Eine Psalmlesung und ein Gebet des stellvertretenden Vorsitzenden des DNK/LWB, Landesbischof Dr. h. c. Frank O. July, für den Verstorbenen, dessen Ehefrau und allen Hinterbliebenen beschloss die Zusammenkunft des Gremiums.

Hannover, 2. Juni 2016
Gundolf Holfert
Stellvertretender Pressesprecher

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LWB mit Bundespräsident und ökumenischen Partnern in Wittenberg
Pilgerstation mit Einweihung Himmelskreuz im Luthergarten - Montag, 30. Mai 2016

Hannover – Ein internationaler Höhepunkt der Reformationsfeierlichkeiten findet im Juni 2016 in Wittenberg statt. Am 14. und 15. Juni lädt das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) die Ratsmitglieder des Lutherischen Weltbundes (LWB) gemeinsam mit ökumenischen Partnern zu einer „Pilgerstation Wittenberg“ ein. Ehrengast ist Bundespräsident Joachim Gauck. Er wird am 15. Juni an dem Gottesdienst in der Stadtkirche teilnehmen und die über 200 Teilnehmenden der Pilgerstation und Repräsentanten lutherischer Kirchen weltweit begrüßen. Im Anschluss weiht er mit LWB-Präsident Bischof Dr. Munib Younan und LWB-Generalsekretär Dr. h. c. Martin Junge die Skulptur „Himmelskreuz“ im Zentrum des Luthergartens ein.

Die „Pilgerstation Wittenberg“ eröffnet den achttägigen Besuch des LWB in der Lutherstadt. Die Vertreter der LWB-Mitgliedskirchen werden gemeinsam mit ökumenischen Partnern und internationalen wie lokalen Gästen ein Teilstück des Lutherwegs pilgern und über die ökumenische Dimension des Reformationsjubiläums diskutieren. Vertreten sind dabei insbesondere der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) durch seinen Generalsekretär Dr. Olav Fykse Tveit, die römisch-katholische Kirche durch Kurt Kardinal Koch, den Präsidenten des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, sowie die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen durch ihren Generalsekretär Chris Ferguson.

„Wir freuen uns, dass die internationale ökumenische Gemeinschaft auf dem Weg ins Reformationsjahr 2017 Station in Wittenberg macht“, betont OKR Norbert Denecke, der Geschäftsführer des DNK/LWB. „Mit der Pilgerstation und dem internationalen Projekt Luthergarten unterstreicht der Lutherische Weltbund seine ökumenisch aktive Rolle in der Weltchristenheit“, so Denecke. Der Luthergarten, in dem schon über 300 Kirchen aller Konfessionen Bäume gepflanzt haben, sei ein „einzigartiges Symbol der weltweiten Verbundenheit der Kirchen untereinander und mit Wittenberg“.

Die „Pilgerstation Wittenberg“ findet als Beitrag der gastgebenden Kirchen im Vorfeld der LWB-Ratstagung in der Lutherstadt statt. Sie schließt an die ÖRK-Initiative „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ an.

Eine Presseinladung zur Berichterstattung von der Pilgerstation Wittenberg mit detaillieren Zeiten und Akkreditierungshinweisen folgt in Kürze.

Hinweis: Im Anschluss an die Pilgerstation findet vom 16. Juni bis 21. Juni die Ratstagung des LWB im Stadthaus in Wittenberg statt. Sie steht unter dem Thema „Verwurzelt in Gottes Liebe – ausgerichtet auf Gottes Zukunft”. Auf der Tagesordnung stehen das Reformationsjubiläum 2017, das Ökumenische Reformationsgedenken am 31. Oktober 2016 in Lund, die LWB-Vollversammlung 2017 in Namibia sowie die Beratung weiterer Themen der Kirchengemeinschaft. Weitere Informationen unter www.lutheranworld.org/lwf-council-meeting-2016.


Hannover, 30. Mai 2016
Pressestelle des DNK/LWB

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2017 weltweit gemeinsam Gottesdienst feiern
Ökumenische Gottesdienstordnung von LWB und Vatikan zum Reformationsgedenken online - Donnerstag, 19. Mai 2016

Hannover/Paderborn – Anlässlich des bevorstehenden Reformationsjubiläums hat das ökumenische Projekt „2017 gemeinsam unterwegs“ seine Internetpräsenz neu ausgerichtet.

Im Mittelpunkt des Angebots steht eine neu erarbeitete Liturgie für einen ökumenischen Gottesdienst zum gemeinsamen Reformationsgedenken von evangelischen und römisch-katholischen Christen. Diese steht ab sofort unter der Adresse www.2017gemeinsam.de zur Verfügung. In Form einer digitalen Agende wird die neue Gottesdienstordnung ausführlich vorgestellt. Hinweise und Erläuterungen für Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Predigt-Impulse bekannter Persönlichkeiten aus Kirche, Diakonie und Theologie ergänzen das Angebot.

Die neue Liturgie bildet auch die Grundlage für den ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Veranstaltung zum Reformationsgedenken am 31. Oktober 2016 im schwedischen Lund, die von Papst Franziskus sowie dem Präsidenten und dem Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Dr. Munib A. Younan und Pfarrer Dr. Martin Junge, geleitet wird.

Ebenfalls online abrufbar ist das Dialogdokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“, das die inhaltliche Basis für den Gottesdienst darstellt. Querverweise und Sprungmarken auf der Internetseite unterstützen die intensive und differenzierte Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des katholisch-lutherischen Dialogs.

Die ökumenische Liturgie wurde im Auftrag des Lutherischen Weltbundes und des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen des Vatikans von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe erstellt. Zum ersten Mal in der 500-jährigen Geschichte kann damit ein Reformationsjubiläum in geschwisterlicher Verbundenheit mit ökumenischen Gottesdiensten weltweit gefeiert werden.

„Es gibt viele gute Möglichkeiten, 2017 ökumenisch zu begehen“, erläutert der lutherische Geschäftsführer der Arbeitsgruppe, Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). „Das Besondere an diesem Gottesdienst ist, dass er in allen Teilen der Welt gefeiert wird. Wenn wir ihn in Deutschland feiern, stellen wir uns in die Gemeinschaft mit unseren Geschwistern weltweit“, so Schuegraf.

Sein Gegenüber auf katholischer Seite, PD Dr. Burkhard Neumann vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, ergänzt: „In Deutschland sind ökumenische Gottesdienste Gott sei Dank selbstverständlich. Weltweit sieht dies aber oft anders aus. Vatikan und LWB geben uns mit der Liturgie ein gutes Material an die Hand, verbunden mit der Aufgabe, an diesem Ereignis das Verbindende und nicht das Trennende hervorzuheben“. Dies sei „das Ergebnis unseres vertrauensvollen Dialogs der letzten 50 Jahre“.

Schuegraf und Neumann unterstreichen für beide Kirchen ein Reformationsgedenken, das durch den Dank für das Erreichte, die Anerkennung gegenseitiger Schuld und gemeinsame Verpflichtungen für die Zukunft geprägt sei. 2017 biete eine „großartige Gelegenheit, weltweit die gewachsene Einheit der Christen zu betonen“.

Hinweis: Das Projekt „2017 gemeinsam unterwegs“ wird getragen vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn und vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes in Hannover. Parallel zum Angebot im Internet ist die ökumenische Gottesdienstliturgie zeitgleich beim Bonifatius-Verlag und der Evangelischen Verlagsanstalt erschienen. Sie ist aber auch direkt im Buchhandel unter der ISBN 978-3-89710-672-7 erhältlich.

Weitere Informationen unter www.2017gemeinsam.de.

Hannover, 19. Mai 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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„Mit Leidenschaft auf dem Boden des lutherischen Bekenntnisses“
Lutherischer Synodenpräsident Wilfried Hartmann wird 75 Jahre alt - Montag, 16. Mai 2016

Hannover – Aus Anlass seines 75. Geburtstages am 16. Mai 2016 haben zahlreiche Leitungspersonen der evangelischen Kirchen den Präsidenten der 12. Generalsynode, Professor Dr. Dr. h. c. Wilfried Hartmann (Hamburg) gewürdigt.

So übermittelte u. a. der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), dem Jubilar seine herzlichsten Glück- und Segenswünsche. „Die VELKD kann sich glücklich schätzen, dass Sie ihr nun schon über einen längeren Zeitraum ein großes Maß an Lebenszeit, Kompetenz und Leidenschaft schenken“, heißt es in Ulrichs Gratulationsschreiben.

Hartmann, der in Hamburg vergleichende und internationale Erziehungswissenschaften gelehrt hat und sich seit langem auf verschiedenen Ebenen seiner Heimatkirche engagiert, verstehe seine Tätigkeit als Präsident der Generalsynode und in der Kirchenleitung „bewusst auf dem Hintergrund des Priestertums aller Getauften und Glaubenden“ und wirke im Rahmen des Verbindungsmodells mit großer Klarheit und freundlicher Verbindlichkeit, so Ulrich weiter. „An Ihnen kann man lernen, wie ein klarer und ausdrücklicher Standpunkt auf dem Boden des lutherischen Bekenntnisses sich mit einer wachen Wahrnehmung der Gegenwart und einem entschiedenen praktischen Gestaltungswillen verbindet“, würdigte der Leitende Bischof den Jubilar.

„Ich habe Wilfried Hartmann sowohl als überzeugten, offenen Lutheraner wie auch in der Zusammenarbeit als konstruktiven und verlässlichen Dialogpartner kennen- und schätzen gelernt“, sagte Hartmanns Amtskollegin Dr. Irmgard Schwaetzer, die Präses der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Für die Union Evangelischer Kirchen (UEK) gratulierte die Leiterin des Amtes der UEK, Bischöfin Petra Bosse-Huber.

Hannover, 14. Mai 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Der „ganze Luther“ in einem Band
VELKD-Publikation „Luther lesen“ versammelt die zentralen Schriften des Reformators - Montag, 2. Mai 2016

Hannover – Mit dem Reformationsjubiläum 2017 rückt auch das Werk Martin Luthers verstärkt in den Blick der breiteren Öffentlichkeit. Allerdings ist der Zugang zu dem thematisch vielfältigen und umfangreichen Oeuvre der „Wittenberger Nachtigall“ (Hans Sachs) nicht einfach: Luthers Schriften liegen bisher fast ausschließlich in Ausgaben vor, die nur für Fachleute geeignet sind.

Mit „Luther lesen“ gibt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) nun eine Sammlung zentraler Luthertexte in einem Band heraus, der einen Eindruck vom „ganzen Luther“ vermittelt. Die Auswahl der Schriften und ihre Bearbeitung übernahm Professor Dr. Martin H. Jung (Osnabrück), der mit informativen Einleitungen den jeweiligen historischen Kontext beleuchtet. „Meine Textzusammenstellung bietet wichtige, interessante und für heute relevante Luthertexte“, erläutert Professor Jung.

Neben den „95 Thesen“ oder der „Freiheitsschrift“ werden auch solche nicht ausgespart, „über die häufig gesprochen und kontrovers diskutiert wird, wie die Judenschriften Luthers“. Es gehe darum, „alle Facetten von Luther zur Sprache kommen zu lassen, also auch seine Schattenseiten“, so Jung in seiner Einführung.

Die Textfassungen von „Luther lesen“ beruhen auf Kurt Alands „Luther deutsch“, wurden aber durchweg anhand der Originaltexte überprüft sowie in Sprache und Rechtschreibung angepasst. Ergebnis ist ein sowohl authentischer, als auch leicht lesbarer und gut verständlicher Luther. Das Buch eignet sich gleichermaßen für die Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen, den Religionsunterricht und die Erwachsenenbildung wie auch für die private Lektüre.

Hinweis: „Luther lesen. Die zentralen Texte“, bearbeitet u. kommentiert von Martin H. Jung, Vandenhoeck & Rupprecht, 2016, ISBN 978-3-525-69003-1, gebunden, 213 Seiten, 13,00 EUR. Die Publikation ist über den Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich. Mehr unter www.velkd.de/luther-lesen oder auf diesem Flyer zum Buch.

Hannover, 2. Mai 2016
Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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VELKD-Informationen Nr. 150: „Pluralismus braucht nicht weniger Bekenntnis, sondern mehr!“
Bischof Hans-Jürgen Abromeit über den Wahrheitsbegriff und christlichen Glauben in der postmodernen Gesellschaft - Freitag, 29. April 2016

Hannover – Die Aussage, dass die Menschen im Zeitalter der „Postmoderne“ leben, dürfte heute weithin Zustimmung finden. Mehr noch – deren prägende Merkmale wie etwa die Vielfalt gleichberechtigt nebeneinander bestehender Perspektiven gelten als „Signatur“ westlicher Gesellschaften.

„Wie verhält sich nun der christliche Glaube zu einem solchen auf Pluralität angelegten Bild von der Wirklichkeit und der Gesellschaft?“, fragt in der aktuellen Ausgabe Nr. 150 der „VELKD-Informationen“ Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche. Gerade weil es unter den Bedingungen einer postmodernen Gesellschaft „kein Monopol auf Sinndeutung“ mehr gebe, gelte es aus christlicher Sicht, die Herausforderungen und Chancen des „Verlustes der Zentralperspektive“ anzunehmen. So spricht sich Abromeit in seinem Beitrag dafür aus, die Frohe Botschaft in „kleine Erzählungen“ einzubetten. Dies sei eine zeitgemäße Form von Mission ohne Absolutheitsanspruch im „Modus der Bitte“. Denn „eine plurale Gesellschaft“ sei darauf angelegt, „im Gespräch unterschiedlicher Überzeugungen das Miteinander zu gestalten“, ohne dabei die eigene Überzeugung zu verbergen oder Konflikte zu scheuen, so der Greifswalder Bischof. Im Gegenteil: „Pluralismus braucht nicht weniger Bekenntnis, sondern mehr!“.

Außerdem in dieser Ausgabe: Das „Luther-Zitat“, „denn dass einen Gott zu haben nicht heißen kann, ihn mit Fingern zu ergreifen, in einen Beutel zu stecken oder in eine Truhe einzuschließen, das erkennst du wohl…“, hat Kirchenrat Dr. Claas Cordemann (Hannover), Referent für theologische Grundsatzfragen im Amt der VELKD, ausgelegt.

Die Pressemitteilungen aus dem ersten Quartal 2016 sind ebenso enthalten wie eine Übersicht der zuletzt erschienenen VELKD-Publikationen. Hierzu gehört die neu gestaltete und umfangreich überarbeitete Broschüre „Gute Hoffnung – Jähes Ende“ (www.velkd.de/gute-hoffnung). Die Handreichung erscheint bereits in der 11. Auflage und richtet sich an Eltern, die ihr Baby verloren haben, und alle, die sie unterstützen.

Hinweis: Die Nr. 150 der VELKD-Informationen (Januar bis März 2016) kann unter
www.velkd.de/velkd-infos-150
 heruntergeladen und der E-Mail-Anschrift texte-vi@velkd.de angefordert bzw. kostenfrei abonniert werden. Weitere Informationen auf www.velkd.de.

Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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Zeitgemäße Seelsorge und barmherzige Regelungen
Catholica-Beauftragter der VELKD würdigt päpstliches Schreiben „Die Freude der Liebe“ - Samstag, 9. April 2016

Hannover – In einer ausführlichen Stellungnahme hat der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), das nachsynodale Apostolische Schreiben von Papst Franziskus, „Amoris Laetitia – Die Freude der Liebe“ als ein „in Ton und Haltung bemerkenswertes und erstaunliches“ Dokument gewürdigt.

Das Schreiben, auf dessen angekündigte Veröffentlichung „die römisch-katholische Welt und die Ökumene“ vor dem Hintergrund der intensiven Beschäftigung mit dem Themenkomplex „Ehe, Familie und Sexualität“ mit „großer Spannung“ gewartet haben, enthalte „großes Potential“ – nicht nur, was das ökumenische Gespräch und Miteinander betreffe, sondern insbesondere auch „ für die Vertiefung des Gespräches zwischen den Kirchen über die gemeinsame Urteilsbildung in brennenden ethischen Fragen“, stellt Bischof Manzke fest.

„Papst Franziskus wirbt für Barmherzigkeit im Umgang mit denen, die hinter dem Anspruch eines schriftgemäßen Ehe- und Familienlebens zurückbleiben oder daran scheitern – und er plädiert zugleich dafür, dass die Kirche in Seelsorge und Lehre die Gewissensbildung der Gläubigen stärker als bisher achtet, fördert und einbezieht“, so der Catholica-Beauftragte. Zwar blieben die römisch-katholische Lehre und die Einheit von Lehre und Praxis nach wie vor in Kraft. Jedoch sei es bemerkenswert, dass Papst Franziskus erneut darauf hinweist, dass „nicht alle doktrinellen, moralischen oder pastoralen Diskussionen durch ein lehramtliches Eingreifen entschieden werden müssen“.

„In ihrer Betonung, dass kirchliche Lehre und pastorales Handeln die Gewissensbildung des einzelnen Gläubigen stärker würdigen und achten sollten, und durch die Aufforderung, die Möglichkeiten pastoralen Handelns vor Ort im Rahmen der Lehre viel stärker zu nutzen“, enthalte die Schrift des Papstes eine Fülle von Anregungen und Fingerzeigen für zukünftige Entwicklungen, hebt Bischof Manzke hervor.

Allerdings sei bedauerlich, dass Franziskus‘ Botschaft „frühere Aussagen zu einem erneuerten Verhältnis von zentraler und dezentraler Verantwortung in der römischen Kirche nicht weiter entfaltet. Hier könnten sich ebenfalls fruchtbare ökumenische Perspektiven ergeben.“

Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher

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VELKD-Broschüre für Eltern, die ihr Kind verloren haben
„Gute Hoffnung – jähes Ende“ überarbeitet und neu gestaltet wieder lieferbar - Montag, 14. März 2016

Hannover – Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat die Publikation „Gute Hoffnung – jähes Ende“ neu aufgelegt. Sie wurde von Mitgliedern des Fachkonvents der Seelsorgerinnen und Seelsorger in Kinderkliniken und auf Kinderstationen im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erarbeitet.

Die 94-seitige Broschüre wendet sich an Eltern, die ihr Baby verloren haben, und deren Angehörige sowie alle, die sie begleiten. Erstmals 1996 erschienen, hat „Gute Hoffnung – jähes Ende“ seither einen festen Platz in der seelsorgerlichen Begleitung der Betroffenen. Nun liegt die Handreichung in 11. Auflage vor – völlig neu gestaltet und inhaltlich überarbeitet. So wurden insbesondere die weiterführenden Hinweise auf Hilfsangebote sowie die juristischen und medizinischen Informationen aktualisiert.

„Wir verzeichnen über die Jahre eine kontinuierliche Nachfrage nach der Publikation“, erläutert Oberkirchenrat Dr. Georg Raatz, der zuständige Seelsorge-Referent im Amt der VELKD. Bis heute sind knapp 70.000 Exemplare ausgeliefert worden. Neben betroffenen Eltern bestellen vor allem Gemeinde- sowie Klinikseelsorgerinnen und -seelsorger das Heft. Der Ratgeber bietet den Betroffenen u. a. unterstützende Texte, Begleitung auf dem Trauerweg, aber auch liturgische Texte zur Bestattung sowie Informationen zu weiterführender Literatur.

Hinweis: „Gute Hoffnung – jähes Ende. Eine Hilfe für Eltern, die ihr Baby verloren haben, und alle, die sie unterstützen“, ISBN: 978-3-943201-14-7, 11. Auflage, Hannover, 2016, kann im Amt der VELKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 0511/27 96 491, E-Mail: versand@velkd.de oder unter www.velkd.de/publikationen/publikationen-gemeinde.php?publikation=94&kategorie=2 gegen eine Schutzgebühr von 2,00 Euro pro Exemplar (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.

Hannover, 14. März 2016
Gundolf Holfert
stellvertretender Pressesprecher

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VELKD-Bischofskonferenz in Wittenberg
Leitende Lutheraner und internationale Gäste tagten zum Thema „Reformation und die Eine Welt“ - Donnerstag, 10. März 2016

Hannover/Wittenberg – Auf ihrer Klausurtagung vom 5. bis 8. März in Lutherstadt Wittenberg hat sich die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) mit dem Thema „Die Reformation als Weltbürgerin. Reformation und die Eine Welt“ befasst.

Die Tagung war geprägt von der Begegnung und dem intensiven Austausch mit internationalen Gästen aus den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB). Zu ihnen zählten eine bischöfliche Delegation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT), leitende Geistliche der lutherischen Kirchen in Schweden, Finnland, Dänemark und Tschechien sowie die Teilnehmenden eines aktuellen Seminars des LWB-Zentrums Wittenberg.

Dieser multikulturelle und -nationale Hintergrund bildete auch den Rahmen für die Impulse und Fachreferate (Alex Malasusa, Frank O. July, Claudia Jahnel, Frederick Shoo, Elieshi Mungure, Karl-Wilhelm Niebuhr), die ein weites Themenfeld umfassten. So wurden ausgehend vom LWB-Grundsatzpapier zum Selbstverständnis der lutherischen Communio (Malasusa, July) die interkulturellen Dimensionen einer weltweiten Reformation (Jahnel) thematisiert. Die Präsentation „Von Marangu nach Wittenberg“ (Shoo, Mungure) zeichnete die Geschichte des reformatorischen Aufbruchs der ELCT von 1955 bis heute nach und beschrieb die Herausforderungen, vor denen die tansanischen Lutheraner derzeit stehen.

In der Debatte wurde deutlich, dass Reformation ganzheitliche Veränderung meint (F. Shoo: „From Reformation to Transformation“) und nicht auf lebensweltliche Teilbereiche beschränkt ist. Angesichts existenzieller globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder Sicherung der Lebensgrundlagen sei eine radikale Änderung des menschlichen Handels unerlässlich, um die anvertraute Schöpfung zu schützen und zu bewahren. Das Referat zur „Biblischen Hermeneutik in lutherischer Tradition“ (Niebuhr) stellte am Beispiel der Jonah-Geschichte die Frage „Wie lesen wir als Christen das Alte Testament?“ und rückte so die unterschiedlichen Auslegungstraditionen in den lutherischen Kirchengemeinschaft in den Blick.

Mit einer gemeinsamen Erklärung der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT), welche die Grundlinien der bestehenden Kirchengemeinschaft bekräftigte und die damit verknüpften lutherischen Positionen beschrieb, fand die Tagung ihren Abschluss.

Hinweis: Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) besteht aus 17 Mitgliedern. Ihr gehören die Bischöfe sowie aktuell sechs weitere ordinierte Inhaber eines kirchenleitenden Amtes der VELKD-Gliedkirchen an. Vorsitzender ist der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin). Die Bischofskonferenz tritt zweimal im Jahr zusammen. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, an der Beschlussfassung zu Kirchengesetzen, Agenden und Ordnungen für den Gottesdienst sowie zu Verordnungen mit Gesetzeskraft mitzuwirken.

Gundolf Holfert
stellvertretender Pressesprecher

Klausur Bischofskonferenz 2016 - Teilnehmer 1057,87 kbSeite drucken
Garant für eine tragfähige lutherische Kirche
Würdigungen zum 65. Geburtstag von Gerhard Ulrich - Mittwoch, 9. März 2016

Hannover – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), feiert heute seinen 65. Geburtstag. Der gebürtige Hamburger leitet den Zusammenschluss lutherischer Landeskirchen seit seiner Wahl auf der Tagung der Generalsynode 2011 in Magdeburg.

So würdigt der Präsident der Generalsynode der VELKD, Prof. Dr. Dr. h. c. Wilfried Hartmann, den Jubilar als Garanten für eine tragfähige Kirche lutherischer Prägung. „Sein entschiedener Wille, überkommene Formen und Funktionen nicht um ihrer selbst willen zu bewahren, sondern sie an ihrer Eignung für die Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Aufgaben zu messen, geht einher mit einer tiefen und begründeten Verankerung in der lutherischen Theologie“, so Präsident Hartmann in seiner Gratulationsadresse. Dies erweise sich gerade in den „Prozessen von Veränderung, der sich die VELKD immer wieder stellt,“ als großes Glück und Segen für die VELKD. „So möchte ich ihm im Namen der 12. Generalsynode und ihres Präsidiums sehr herzlich zum Geburtstag gratulieren und großen Dank sagen für seine klare Haltung und sein nicht nachlassendes Engagement.“

Die stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD, Landesbischöfin Ilse Junkermann (Magdeburg), hebt die besondere Qualität hervor, mit der Gerhard Ulrich seine bischöflichen Ämter wahrnimmt. Er fülle seine Leitungsämter „klar in allen inhaltlichen Fragen und zugleich mit einer Haltung geschwisterlicher Liebe“ aus. Er ermutige viele Menschen, indem er vermittelt: „Liebe wagt etwas, traut und mutet den Menschen neue Blicke und neue Schritte zu!“

Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm (München), Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dankt Ulrich in seinem Gratulationsschreiben für seine „ebenso klare wie menschlich behutsame Kirchenleitung, für feinsinnige und ausdrucksstarke Predigten“. Er sei „ein Segen für so viele Menschen“.

Gundolf Holfert
stellvertretender Pressesprecher

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„Die Reformation als Weltbürgerin. Reformation und die Eine Welt“
VELKD-Bischofskonferenz tagt mit internationalen Gästen in Wittenberg - Donnerstag, 3. März 2016

Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) kommt zu ihrer diesjährigen Klausurtagung unter dem Thema
„Die Reformation als Weltbürgerin. Reformation und die Eine Welt“ in der Lutherstadt Wittenberg zusammen. An der Tagung, die vom 5. bis 8. März 2016 stattfindet, nimmt eine bischöfliche Delegation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT) teil. Weitere internationale Gäste kommen u .a. aus den lutherischen Kirchen in Skandinavien und dem Lutherischen Weltbund (LWB) in Genf.

Gastgeberin der nicht öffentlichen Tagung ist die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Landesbischöfin Ilse Junkermann (Magdeburg), die zugleich stellvertretende Bischöfin der VELKD ist, wird am Sonntag, dem 6. März, um 10.00 Uhr in der Stadtkirche zu Wittenberg predigen. An diesem Gottesdienst nehmen auch Studierende des Internationalen Seminars Wittenberg teil.

Thematisch wird die bischöfliche Klausur von vier Arbeitseinheiten geprägt: So werden die beiden Vizepräsidenten des LWB, Bischof Dr. A. Malasusa (ELCT) und Landesbischof Dr. Frank O. July (Stuttgart) in das Grundsatzpapier „Das Selbstverständnis der lutherischen Kirchengemeinschaft“ einführen. Professorin Dr. Claudia Jahnel (Neuendettelsau) wird über „Interkulturelle Zugänge zur Reformation“ sprechen; unter dem Titel „Von Marangu nach Wittenberg“ werden der Leitende Bischof der ELCT, Dr. Frederick Shoo, und Pfarrerin Dr. Elieshi Mungure (LWB) afrikanische Theologie im interkulturellen Dialog vorstellen. Die abschließende Arbeitseinheit zur Frage „Wie lesen wir als Christen das Alte Testament?“ leitet das Referat von Professor Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr (Jena) zur „Biblischen Hermeneutik in lutherischer Tradition am Beispiel von Jonas Psalm“ ein.

Desweiteren stehen Begegnungen mit den Teilnehmern des Internationalen Seminars des LWB-Zentrums Wittenberg auf dem Programm.

Die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) besteht aus 17 Mitgliedern. Ihr gehören die Bischöfe sowie aktuell sechs weitere ordinierte Inhaber eines kirchenleitenden Amtes der VELKD-Gliedkirchen an. Vorsitzender ist der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin). Die Bischofskonferenz tritt zweimal im Jahr zusammen. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, an der Beschlussfassung zu Kirchengesetzen, Agenden und Ordnungen für den Gottesdienst sowie zu Verordnungen mit Gesetzeskraft mitzuwirken.

Gundolf Holfert
stellvertretender Pressesprecher

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„Lust & Last der späten Jahre“
VELKD-Publikation über „Lebenskunst im Angesicht des Alters“ erschienen - Mittwoch, 3. Februar 2016

Hannover – Der demografische Wandel ist längst Realität: In den vergangenen 150 Jahren hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland mehr als verdoppelt. Bereits heute ist etwa jeder Fünfte älter als 65 Jahre. Zur Mitte des Jahrhunderts ist zu erwarten, dass es jeder Dritte sein wird, stellt das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung fest.

Auswirkungen dieser historisch einzigartigen Entwicklung auf unser soziales und kulturelles Leben, aber auch auf die Lebensumstände jeder und jedes Einzelnen sind schon jetzt sichtbar: Noch nie zuvor waren die Grenzen zwischen jung und alt so fließend. Noch nie zuvor waren so viele Menschen fortgeschrittenen Alters in vergleichbarer Weise gesund, aktiv und sozial abgesichert. Dem steht die steigende Zahl an pflegebedürftigen Menschen gegenüber.

Unter dem Titel „Lust & Last der späten Jahre“ legt die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) jetzt eine Publikation vor, die die Herausforderungen und Chancen dieser gesamtgesellschaftlichen „Pioniersituation“ aus christlicher Perspektive in den Blick nimmt. Das Lesebuch, dessen Fokus auf den so genannten „Best Agers“ liegt, will „Denkanstöße und praktische Hinweise geben, die verschiedenen Aspekte des Alters wahrzunehmen und sich ihnen zu stellen“, so die Autoren um die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Als Vorsitzende des VELKD-Seelsorgeausschusses hat sie den Band mit herausgegeben.


Hinweis: „Lust & Last der späten Jahre. Lebenskunst im Angesicht des Alters“, Susanne Breit-Keßler, Kerstin Lammer und Georg Raatz (Hrsg.), Gütersloher Verlagshaus, 2016, ISBN 978-3-579-06204-4, 168 Seiten, 12,99 EUR. Die Publikation ist ausschließlich über den Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich.

Weitere Informationen finden Sie unter www.velkd.de/publikationen/publikationen-gesamtkatalog.php .

Hannover, 3. Februar 2016
Gundolf Holfert
Stellvertretender Pressesprecher

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VELKD-Informationen Nr. 149: „Der Himmel, von dem wir zu erzählen haben“
Andacht von Dr. Horst Gorski auf der Generalsynode der VELKD in Bremen - Dienstag, 26. Januar 2016

Hannover – Im Mittelpunkt der heute erschienenen Ausgabe der VELKD-Informationen steht die 2. Tagung der 12. Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Ihre Beratungen vom 5. bis 7. November 2015 in Bremen standen unter dem thematischen Schwerpunkt „Reformation und die offene Gesellschaft“.
Den Auftakt in dieser Ausgabe der VELKD-Informationen bildet daher ebenso die Andacht des Leiters des Amtes der VELKD, Dr. Horst Gorski, zu Beginn der Bremer Tagung des lutherischen Kirchenparlaments. Eine Sammlung aller Entschließungen und Beschlüsse sowie sämtlicher veröffentlichten Pressemitteilungen dokumentieren die Zusammenkunft.
Das Lutherzitat, „Was mich anbetrifft, so weiß ich, dass mein Vermögen beschränkt ist. Das Gerücht übersteigt fast immer die tatsächliche Leistung“, hat in dieser Ausgabe Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk, die Vizepräsidentin der 12. Generalsynode der VELKD, kommentiert.

Darüber hinaus sind weitere Pressemeldungen u.a. aus den Arbeitsfeldern der VELKD, des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) sowie zu Online-Angeboten der VELKD, wie dem neugestalteten Liturgischen Kalender, abgedruckt. Diese bieten damit einen Überblick über die Aktivitäten in diesem Zeitraum.

Hinweis: Die Nr. 149 der VELKD-Informationen (Oktober 2015 bis Dezember 2015) kann unter www.velkd.de/publikationen/velkd-informationen.php?publikation=389&kategorie=26 heruntergeladen und unter der E-Mail-Anschrift texte-vi@velkd.de angefordert bzw. kostenfrei abonniert werden. Weitere Informationen unter www.velkd.de.

Hannover, 26. Januar 2016
Matthias Freytag
Pastor

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Henning Theißen: „Von neuem Wein und bösen Winzern“
„Texte aus der VELKD“ Nr. 174 zur Hermeneutik des Erprobungsmodells der Perikopenrevision - Dienstag, 26. Januar 2016

Hannover – Am 1. Advent 2015 ist die einjährige Erprobungsphase des Entwurfs einer neuen Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte (Perikopen) zu Ende gegangen. Im Kirchenjahr 2014/2015 hatten alle Interessierten die Möglichkeit, diesen Entwurf zu prüfen. PD Dr. Henning Theißen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systematische Theologie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, hat in der aktuellen Ausgabe Nr. 174 der „Texte aus der VELKD“ die Hermeneutik des Erprobungsmodells der Perikopenrevision untersucht.

In seiner Stellungnahme fragt er nach den Kriterien der Textauswahl, insbesondere der Zuordnung alttestamentlicher Texte zum Sonntagsevangelium. In einem ersten Schritt analysiert er die Figur des sogenannten „Textraumes“, der sich von einem „eindeutigen, womöglich auf die Predigt zentrierten ‚Thema‘ des Gottesdienstes“ abgrenze. Anschließend stellt Theißen diesem das Modell der „Textzeit“ zur Seite. Die Textzeit sei mit der „Annahme verbunden, dass dem Kirchenjahr ein christologischer Plot zugrunde liegt, der zwar keine eindeutige Perikopenordnung vorschreibt, wohl aber klar umrissene Kirchenjahreszeiten zu unterscheiden erlaubt“, so Theißen.

Mit seiner präzisen Analyse vertiefe Henning Theißen die Diskussion um den Entwurf einer neuen Lese- und Predigttextordnung und werfe Fragen auf, die in der Weiterarbeit bedacht werden müssten, betont Oberkirchenrätin Christine Jahn, Geschäftsführerin für die Perikopenrevision und Gottesdienstreferentin im Amt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Fast 40 Jahre nach der letzten Überarbeitung haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Union Evangelischer Kirchen (UEK) und die VELKD beschlossen, die Perikopenordnung behutsam weiterzuentwickeln. So soll der Anteil alttestamentlicher Texte etwa verdoppelt werden. Die Landeskirchen haben die Aufgabe, orientiert an den eingegangenen Rückmeldungen ihre Stellungnahmen zu verfassen. Aus ihnen ergeben sich Leitlinien der Überarbeitung des Entwurfs. Als Termin der Einführung der neuen EKD-weiten Ordnung wird der erste Advent 2018 angestrebt.


Hinweis: Die „Texte aus der VELKD“ Nr. 174 – kann unter der Internetadresse www.velkd.de/publikationen/texte-aus-der-velkd.php?publikation=384&kategorie=22 heruntergeladen werden.

Nutzer von Smartphones können die Dateien über einen QR-Code auf ihr mobiles Endgerät laden.
Ein kostenfreies Abonnement der Texte aus der VELKD und der VELKD-Informationen kann über die E-Mailadresse texte-vi@velkd.de bestellt werden.


Hannover, 26. Januar 2016
Matthias Freytag
Pastor

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„Brückenbauer zwischen wissenschaftlicher Theologie und Kirche“
Ehemaliger Rektor des Theologischen Studienseminars Wenzel Lohff verstorben - Montag, 25. Januar 2016

Hannover – Als einen der „lutherischen Väter der Leuenberger Konkordie“ hat der Leiter des Amtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Dr. Horst Gorski (Hannover), Professor Dr. Dr. Wenzel Lohff gewürdigt, der am 14. Januar im Alter von 90 Jahren gestorben ist.

„Lohff ist ein Brückenbauer zwischen theologischer Wissenschaft und Kirche gewesen, dem die Vereinigte Kirche sehr viel verdankt“, hob Gorski in seinem Kondolenzschreiben an die Witwe des Verstorbenen hervor. Dazu zähle insbesondere die Leitung des Theologischen Studienseminars in Pullach bei München, das er von 1980 bis 1986 inne hatte. Auch die grundlegende Volkskirchenstudie der VELKD von 1977 habe er als Vorsitzender des Theologischen Ausschusses der VELKD maßgeblich geprägt. Dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehörte der Theologe zwischen 1971 und 1979 an.
„Wir gedenken seiner in Respekt und Dankbarkeit für sein Wirken in unserer lutherischen Kirche“, so Gorski abschließend.

Wenzel Lohff wurde 1925 in Bad Oeynhausen geboren. Er studierte in Erlangen Theologie. In München trat er zunächst in den Schuldienst, ehe er an der Universität Hamburg und später in Göttingen Systematische Theologie lehrte. 1980 dann führte ihn sein Weg zur VELKD.

Hannover, 25. Januar 2016
Gundolf Holfert
Stellvertretender Pressesprecher

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„Ökumene Herzensanliegen von Franziskus“
Deutsche Lutheraner begrüßen Teilnahme von Papst Franziskus in Lund - Montag, 25. Januar 2016

Hannover – Als ein „wegweisendes Zeichen für die Ökumene“ begrüßt der LWB-Vizepräsident für die Region Mittel- und Westeuropa, Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July (Stuttgart), die Teilnahme von Papst Franziskus am gemeinsamen Reformationsgedenken des Lutherischen Weltbundes (LWB) und des Päpstlichen Einheitsrats. Seine Beteiligung an der gemeinsam verantworteten Veranstaltung am 31.10.2016 in Lund (Schweden) unterstreiche, wie gut die Beziehungen zwischen Lutheranern und Katholiken sind. „Für 2017 ist uns als Lutherischer Weltbund die ökumenische Perspektive zentral, besonders natürlich mit der römisch-katholischen Kirche“, so July. „Ich freue mich sehr, dass der Papst dies mit seinem wegweisenden Zeichen unterstützt. Es ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg vom Konflikt zur Gemeinschaft.“

Das gemeinsame Reformationsgedenken schließt an die seit 50 Jahren bestehenden Dialoge zwischen LWB und katholischem Einheitsrat an. Der LWB-Präsident, der LWB-Generalsekretär und der Papst werden die Veranstaltung leiten, die auch einen ökumenischen Gottesdienst umfasst. „Der Gottesdienst wird durch Freude und Dank für die Gaben der Reformation geprägt sein“, betont July, „aber er wird auch die Verfehlungen und gegenseitigen Verletzungen nicht verschweigen.“
Die liturgische Ordnung des Gottesdienstes beruht auf der kürzlich veröffentlichten Liturgie für einen ökumenischen Gottesdienst („Common Prayer“). Sie nimmt das jüngste lutherisch-katholische Dialogdokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ auf. „Mit dem Material kann an jedem Ort der Welt ein solcher Gottesdienst wie in Lund gefeiert werden – ob parallel am 31.10.2016 oder an einem anderen Tag“, so Vizepräsident July.

Auch der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), äußerte sich erfreut über die Teilnahme Franziskus‘: „Das unterstreicht, dass die evangelisch-katholische Ökumene ein Herzensanliegen für Papst Franziskus ist. Die Begegnung mit dem Lutherischen Weltbund wird Energie bringen für die weitere ökumenische Annäherung auch über 2017 hinaus“, so Manzke. Mit Blick auf den Gottesdienst sagte er: „Ich hoffe, dass viele evangelische und katholische Gemeinden dem Beispiel folgen, auf lokaler Ebene ökumenische Gottesdienste zu feiern, und damit ihren Willen zu einer engeren Gemeinschaft Ausdruck verleihen.“

Hinweis: Das liturgische Material finden Sie: hier.

Hannover, 25. Januar 2016
Pressestelle des DNK/LWB

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Claas Cordemann als Referent für Theologische Grundsatzfragen eingeführt
- Samstag, 16. Januar 2016

Hannover/Wennigsen – In einem Festgottesdienst ist Pastor Dr. Claas Cordemann als Referent für Theologische Grundsatzfragen im Amt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) offiziell eingeführt worden. Die gottesdienstliche Einführung, die im Rahmen einer Kirchenleitungsklausur stattfand, nahm der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), vor.

In seiner Predigt in der Klosterkirche in Wennigsen/Hannover reflektierte Bischof Ulrich das Ziel theologischen Nachdenkens: „Woran arbeiten wir, wofür sind wir da, in den Kirchengemeinden und Landeskirchen, wir in der VELKD? Doch um über dieses Leben nachzudenken, von der Vernunft Gebrauch zu machen, mit ihr, dem Schein des Himmelslichts, über das Licht, das Gott selbst ist, und dessen Ankunft in der Welt wir zu Weihnachten gefeiert haben, nachzudenken.“ In seiner Ansprache zur Einführung würdigte Ulrich Cordemann als einen Theologen, für den es eine Leidenschaft sei, mit anderen im theologischen Gespräch zu sein. Er habe „stets auf dem Schnittpunkt von kirchlicher Praxis und wissenschaftlicher Theologie gearbeitet“. Insofern sei Cordemann „für das Amt der VELKD besonders gut qualifiziert, weil wir ebenfalls auf der Schnittstelle aller denkbaren Perspektiven arbeiten“, so der Leitende Bischof.

Claas Cordemann (44) hat in Göttingen und Halle evangelische Theologie studiert, u. a. bei Ulrich Barth und Joachim Ringleben. Nach dem ersten theologischen Examen arbeitete er von 2001 bis 2005 als Repetent am Institutum Lutheranum der hannoverschen Landeskirche und wurde 2009 mit einer Arbeit zur Verhältnisbestimmung von Christologie und Humanitätsideal im Werk Johann Gottfried Herders promoviert.
Nach Vikariat, zweitem theologischen Examen und als wissenschaftlicher Mitarbeit am Lehrstuhl für Systematische Theologie in Göttingen trat Cordemann 2009 eine halbe Pastorenstelle in der Johannes-Kirchengemeinde in Ellierode-Hettensen an. Seit 2012 war er zusätzlich als Referent des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister tätig. Claas Cordemann folgt auf Mareile Lasogga, die im Dezember 2015 die Leitung des Konfessionskundlichen Instituts (KI) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bensheim übernommen hat.

Hannover, 16. Januar 2016
Gundolf Holfert
Stellvertretender Pressesprecher

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