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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Passionszeit

3. Sonntag der Passionszeit: Okuli

Vor Nachfolge wird gewarnt: Ein harter Text wird uns auch an diesem Sonntag (»Meine Augen sehen stets auf den Herrn«, Ps 25,25 in Verbindung mit Ps 34) als Evangelium zugemutet. Wer Rücksicht nimmt auf Bindungen, die ihn an diverse Vergangenheiten fesseln, »der ist nicht geschickt für das Reich Gottes« (Lk 9,57-62). Der Menschensohn ist ein ›hausloser Geselle‹ (V. 58), und wer ihm folgen will, muss sein ›Haus‹ — samt aller Sicherheit, Ordnung, Wärme, die es bietet — gegebenenfalls rücksichtslos verlassen (V. 61).

Härter ist der Ruf in die Nachfolge selten formuliert worden und man darf sich nicht wundern, dass die Tagesgebete nur sehr verhalten darauf antworten: Das erste bittet für alle, »die gebeugt sind von Schuld und Leid«, das zweite artikuliert »die Angst, allein zu sein« (ohne die bergende Gemeinschaft eines ›Hauses‹?), und das dritte ruft zum Glaubenswagnis »aller Unsicherheit zum Trotz.« Einen Schritt weiter geht die Epistel Eph 5,1-8a, wenn sie die neue ›Hausordnung‹ für die Kinder Gottes formuliert; aber auch hier findet sich die Warnung vor falscher Hausgenossenschaft (V. 7). Was man sich dabei alles einbrocken kann — und was einem Gott unterwegs so alles einbrockt (V. 6!) -, davon erzählt die alttestamentliche Lesung von der Flucht Elias durch die hauslose Wüste (1 Kön 19,1- 8[9-13a]).

Liturgische Farbe: violett
Evangelium: Lk 9,57-62
Predigt: Mk 12,41-44 
Wochenlied: Wenn meine Sünd mich kränken (EG 82) 

Fürbitten für den 3. Sonntag der Passionszeit: Okuli
(27. März 2011)

Gott – du unser Gott!
Es ist so wenig, das wir tun können.
So wenig für die Menschen,
von deren Elend wir nur aus der Ferne erfahren:
in Japan, in Libyen, in Jerusalem, im Sudan;
so wenig für die Menschen,
deren Not wir sehen und für die uns die nötigen Mittel zur Hilfe fehlen:
für die armen Kinder in unserem Land, für die Suchtkranken in unserer Stadt,
für die Ratlosen und Verzweifelten in unserer Gemeinde.
Es ist so wenig, was wir anbieten können:
Für unsere Nächsten, für die Fernen, für dich – du unser Gott.
Wir haben nur unser Vertrauen zu dir – du unser Gott.
Nimm unsere Gebete, barmherziger Gott und
erbarme dich!

Für die Menschen in Japan wünschen wir:
Trost für die Überlebenden,
Erfolg für die Feuerwehrleute, die die Reaktoren sichern,
Geschick für die Techniker,
Tatkraft für alle, die anpacken,
Stärke für alle, die inmitten von Verwüstung helfen,
Ausdauer für alle, die Verwundete pflegen und Verzweifelte aufrichten,
Bewahrung vor tödlicher Strahlung,
das Ende dieses Albtraums.
Nimm unsere Gebete, barmherziger Gott und
erbarme dich!

Für die Menschen in Libyen wünschen wir:
das Ende der Gewalt,
Frieden,
ein Leben frei von Diktatur und tödlichem Hass.
Nimm unsere Gebete, barmherziger Gott und
erbarme dich!

Es ist so wenig, das wir tun können,
für alle, die in diesen Tagen leiden,
die voller Angst sind
und sich nach Gerechtigkeit und Frieden sehnen.
Wir haben nur unsere Hoffnung auf dich – du unser Gott.
Nimm unsere Gebete, barmherziger Gott und
erbarme dich!

Es ist so wenig, das wir anbieten können,
nur du kannst wirklich helfen,
nur du kannst wirklich die Angst nehmen,
nur du hast Worte des Trostes,
nur du hast Worte des Lebens.
Wir haben nur unsere Sehnsucht.
Nimm unsere Gebete, barmherziger Gott und
erbarme dich!

Es ist so wenig – nur unser Glaube.
Es ist so wenig – nur unsere Hoffnung.
Es ist so wenig – nur unsere Liebe zu den Menschen.
Es ist so wenig – nur unsere Liebe zu dir.
Nimm unsere Gebete, barmherziger Gott und
erbarme dich!
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet  

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen