In einer sehr spannungsvollen Entsprechung steht dazu die alttestamentliche Lesung von der — durch Gott in letzter Minute verhinderten! — Opferung Isaaks (1 Mose 22,1-13). Der dem Evangelium entnommene Wochenspruch (Mt 20,28; vgl. Mk 10,45) bindet die drei Texte zusammen: »Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.« Einzig das zweite Tagesgebet spricht dieses Thematik an: »...du hast deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten.« Das dritte Tagesgebet spricht vom Weg Gottes zu uns »durch die Ungerechtigkeiten und das Leiden dieser Welt hindurch« — und bittet dann: »Hilf uns, diesen Weg zu finden«.
Nach der älteren Ordnung begann mit dem Sonntag Judika (»Schaffe mir Recht, o Gott«, Ps 43) die eigentliche Passionszeit: Altarkreuz und -bilder wurden mit Tüchern verhängt (entstanden aus den Hunger- bzw. Fastentüchern, mit denen man seit dem 11. Jh. den Blick auf den Altar versperrte). Das ›Fasten der Augen‹, das man sich auferlegte, sollte ein Zeichen der Buße sein. Neben den Lesungen des Sonntags spricht in besonderer Weise das Wochenlied EG 76 das Passionsthema an: »...dass er für uns geopfert würd, trüg unsrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.«
Liturgische Farbe: violett
Evangelium: Mk 10,35-45
Predigt: 1 Mose 22,1-13
Wochenlied: O Mensch, bewein dein Sünde groß (EG 76)
Du siehst die Angst der Bedrohten,
du siehst die Angst der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer,
vor deinen Augen bleibt nicht verborgen,
wie sie auf Freiheit und Brot hoffen.
Darum greif ein,
gib du ihnen Sicherheit und schärfe die Gewissen derer,
die Sicherheit und Brot geben können.
Wir bitten dich:
Erbarme dich.
Du hörst das Schreien der Opfer von Krieg und Gewalt,
du hörst das Weinen der Menschen an der Elfenbeinküste,
das Weinen in Libyen, in Afghanistan, im Irak, in China.
Du hörst sie, lass du ihren Schmerz in den Ohren der Tyrannen hallen.
Greif ein.
Wir bitten dich:
Erbarme dich.
Du erkennst den Glauben aller Menschen,
du kennst das Vertrauen, dass deine Gemeinde in dich setzt.
Du tröstest alle, die sich mutig zu dir bekennen.
Du bist Zuversicht und Zuflucht für die Deinen.
Behüte sie heute und alle Tage.
So bitten wir dich um Christi willen:
Erbarme dich.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen