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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Österliche Freudenzeit

3. Sonntag nach Ostern: Jubilate

Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist: Bestimmend für den Charakter dieses österlichen Sonntags ist weniger das starke Bild vom Weinstock und den Reben, das im Evangelium Joh 15,1-8 entfaltet wird, als vielmehr der Gedanke der ›neuen Schöpfung‹, wie er im Wochenspruch (2 Kor 5,17) anklingt. Die Erinnerung an die erste Schöpfung am Beginn der Welt (alttestamentliche Lesung ist 1 Mose 1,1-4a.26-31a; 2,1- 4a) darf dabei ebenso wenig fehlen wie der Hinweis auf die Natur, die in diesen Tagen zu neuem Leben erwacht: »Du Schöpfer aller Dinge, wie du die Natur zu neuem Leben erweckst, so willst du auch uns Menschen erneuern und einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen...« (zweites Tagesgebet).

Eine eigenwillige, nicht leicht zu erfassende Verbindung zwischen Schöpfung und Jesusnachfolge stellt das dritte Tagesgebet her: »Gott, du Lebenshauch des Paradieses, dich loben wir. Hauche uns deinen Geist ein, dann können wir unseren Weg gehen, wie du ihn gegangen bist.« In glücklicher Weise vermag das Wochenlied EG 108 den Gedanken des ›Weges‹ mit der Auferstehungsbotschaft zu verbinden: »Mit Freuden zart zu dieser Fahrt...« Auch die Epistel aus 1 Joh 5, 1-4 feiert den Sieg des Glaubens, »der die Welt überwunden hat«. Wie alle Sonntage der Österlichen Freudenzeit (Ausnahme: Rogate) verdankt auch Jubilate seinen Namen der Antiphon zum Eingangspsalm: »Jauchzeit Gott, alle Lande« (Ps 66).

Liturgische Farbe: weiß
Evangelium: Joh 15,1-8
Predigt: Joh 16,16(17-19)20-23a
Wochenlied:  Mit Freuden zart zu dieser Fahrt (EG 108)

Fürbitten für den Sonntag Jubilate
(15. Mai 2011)

Gott, du Schöpfer der Welt,
du unser Friede,
du Atem des Lebens,
du ewige Liebe.Wir danken dir für diesen Tag.
Wir danken dir für diesen Ort,
an dem wir in Sicherheit und Frieden sind.
Wir danken dir für die Menschen, mit denen wir zusammen leben.

Gott, du Schöpfer der Welt,
wir bitten dich für deine bedrohte Schöpfung.
Wir denken vor dir an die durch Strahlung zerstörte Natur,
in Japan, in Tschernobyl, in der Südsee.
Wir denken vor dir an die von Öl verpesteten Gewässer,
im Golf von Mexiko, im Nigerdelta, im Schwarzen Meer.
Verwandle zu Leben, wo wir den Tod riskieren.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Gott, du unser Friede,
wir bitten dich um deinen Frieden.
Wir denken vor dir an die Opfer von Gewalt.
Wir denken vor dir an die Christen in Ägypten.
Schenke dem Zusammenleben von Christen und Muslimen Frieden.
Wir denken vor dir an die Menschen in den zahllosen Kriegsgebieten.
Wo wir Menschen einander nicht trauen,
wo Hass regiert,
da schaffe deinem Frieden Raum.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Gott, du Atem des Lebens,
wir bitten dich um Leben in Fülle.
Vor dir denken wir an die Menschen, die hungern.
Vor dir denken wir an die Flüchtlinge
auf dem Mittelmeer, in Lagern, in Abschiebegefängnissen.
Vor dir denken wir an alle,
die unter unwürdigen Bedingungen arbeiten.
Sorge du für Brot und Wein.
Steh ihnen in ihrer Angst bei,
schenke ihnen Ausdauer und freundliche Helfer und Helferinnen.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Gott, du ewige Liebe,
wir bitten dich um die Zeichen deiner Gegenwart.
Vor dir denken wir an die Jugendlichen,
die in diesen Wochen konfirmiert werden,
an die Getauften und an die Paare, die heiraten.
Vor dir denken wir an deine weltweite Kirche,
an alle, die dein Wort weitersagen und deine Liebe weitergeben.
Du ewige Liebe,
nimm dich unserer Verstorbenen an und tröste die Trauernden.
Dein Leben und deine Liebe erfülle uns.
Dein Friede bestärke uns.
Dein Atem belebe uns
durch Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet  

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen