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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Passionszeit

1. Sonntag der Passionszeit: Invokavit

Versucht wie wir: Die Epistel Hebr 4,14-16 schlägt den Ton an, dem die Texte dieses Sonntags folgen. Der Bogen wird dabei weit geschlagen: Die alttestamentliche Lesung berichtet, wie Mensch und Menschin im Garten Gottes den Verlockungen der Schlange erliegen (1 Mose 3,1-19[20-24]). Gleichsam als Gegengeschichte hierzu erzählt das Evangelium Mt 4,1-11, wie der Menschensohn — nach vierzigtägigem Fasten in der Wüste — den Verlockungen des Bösen widersteht.

Die Bezüge zur Fasten-, Buß- und Taufpraxis, die sich mit der Zeit der Vierzig Tage verbindet, liegen auf der Hand. Wochenspruch (1 Joh 3,8b) und zweites Tagesgebet fordern dazu auf, darüber nachzudenken, worin denn wohl heute »die Werke des Teufels« und »die Macht des Bösen« sich zeigen — vielleicht auch darin, »Entscheidungen aus dem Wege zu gehen«, wie das dritte Tagesgebet meint? Mit gewaltigen Worten und Tönen fordert das erste Wochenlied (EG 362), etwas sanfter das zweite (EG 347) zum Widerstand gegen den »altbösen Feind« und seine List auf.

Seinen Namen Invokavit verdankt dieser Sonntag — das gilt auch für die meisten anderen Sonntage der Passions- und Osterzeit — der Antiphon zum Eingangspsalm: »Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören« (Ps 91). Die Präfation für die Passionszeit thematisiert die Lebenshingabe Jesu. In der Textsammlung zum Evangelischen Gottesdienstbuch findet sich auf S. 618 auch eine eigene Präfation für Invokavit, die das Brotmotiv aus dem Evangelium aufnimmt.

Liturgische Farbe: violett
Evangelium: Mt 4,1-11
Predigt: 1 Mose 3,1-19(20-24)
Wochenlied: Ein feste Burg ist unser Gott (EG 362)

Fürbitten für den 1. Sonntag der Passionszeit: Invokavit
(13. März 2011)

Du Gott unseres Lebens!
Wo wir Gutes wollen, entsteht Böses.
Wo wir das Leben gewinnen wollen, verlieren wir es.
Wir bitten dich:
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Lebens.

Du Gott unseres Lebens,
hilflos schauen wir auf die Nachrichten aus aller Welt.
Tausende fliehen unter Lebensgefahr über das Mittelmeer.
In Pakistan versuchen Menschen voller Hass die Macht an sich zu reißen.
In Ägypten und Tunesien kommen die Menschen nicht zur Ruhe.
Große Teile Japans sind durch Erdbeben und Tsunami verwüstet. Menschen gestorben und die Pazifikregion in Angst.
Wir können nicht helfen, doch Du.
Wir bitten dich:
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Lebens.

Du Gott unseres Lebens,
mit Entsetzen hören wir von den Gräueltaten in Libyen.
Enttäuscht erleben wir, wie machtlos die Weltgemeinschaft ist.
Wir können nicht helfen, doch Du.
Wir bitten dich:
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Lebens.

Du Gott unseres Lebens,
es macht uns zornig,
wenn Christinnen und Christen verfolgt und ermordet werden.
Mit Trauer denken wir an den ermordeten pakistanischen Minister Shahbaz Bhatti
an die ermordeten Kopten in Ägypten,
mit Sorge denken wir an die bedrohten christlichen Gemeinden im Irak,
an die vom Tode bedrohte Asia Bibi.
Wir können nicht helfen, doch Du.
Wir bitten dich:
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Lebens.

Du Gott unseres Lebens,
es macht uns ratlos, wenn unsere Pläne scheitern.
Wir suchen dich und verirren uns doch.
Wir zweifeln an Dir, an unseren Nächsten und an uns selbst,
wenn wir Unrecht erleben und Leid erfahren.
Wir können uns nicht von allein auf den Weg des Lebens machen.
Wir bitten dich:
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Lebens.

Du Gott unseres Lebens,
du rufst uns zur Umkehr.
Segne die Wochen der Passionszeit.
Hilf uns Christus nachzufolgen.
Wir bitten dich:
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Lebens.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen