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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Österliche Freudenzeit

6. Sonntag nach Ostern: Exaudi

Wenn aber der Tröster kommen wird: Die Jünger, daran lässt das Abschiedswort Jesu keinen Zweifel, das heute als Evangelium gelesen wird (Joh 15,26-16,4), haben allen Trost nötig. Von Verstoßung und Verfolgung ist da die Rede, gar vom Tod. Am ehesten wird noch das zweite Tagesgebet diesen bangen und doch ermutigenden Tönen gerecht: »...du bist siegreich emporgestiegen über alle Himmel: Lass uns nicht unsicher und hilflos zurück«.

Die Gemeinde, die eben noch die Erhöhung Christi gefeiert hat, sieht sich mit den Todesmächten konfrontiert, die diese Welt regieren. »Heilger Geist, du Tröster mein, hoch vom Himmel uns erschein«, singt das Wochenlied EG 128, um dann fortzufahren: »Komm, Vater der armen Herd, komm mit deinen Gaben wert, und erleucht auf dieser Erd«. Dazu stimmt der Eingangspsalm, dessen Antiphon dem Sonntag wiederum den Namen gegeben hat: »Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe« (Ps 27).

Der Sonntag zwischen Himmelfahrt und Pfingsten steht im Zeichen des Abschieds und der Verheißung des Geistes. Die Epistel Eph 3,14-21 preist die Liebe Christi, die alle Erkenntnis übertrifft, und stellt den Glaubenden die Teilhabe an der »ganzen Gottesfülle« in Aussicht. Sie steht so in einer sehr engen Beziehung zur alttestamentlichen Lesung Jer 31,31-34, die den »neuen Bund« verheißt, in Herz und Sinn des Volkes geschrieben.

Liturgische Farbe: weiß
Evangelium: Joh 15,26-16,4
Predigt: Joh 7,37-39
Wochenlied: Heilger Geist, du Tröster mein (EG 128)

Fürbitten für den Sonntag Exaudi
(5. Juni 2011)

Jesus Christus,
du unerschöpfliche Quelle,
du stillst unseren Durst nach Leben.
Dich rufen wir an:
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.

Jesus Christus,
dein Frieden verwandelt die Welt.
Sei mit deinem Frieden dort,
wo Krieg herrscht.
Wir nennen dir Afghanistan, Pakistan, Irak, Libyen,
die Elfenbeinküste, Jemen.
Mache die Sehnsucht nach deinem Frieden größer
als den Hass und als die Angst vor der Gewalt.
Begeistere die Friedensstifter
und bewahre sie davor, zu resignieren.
Dich rufen wir an:
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.

Jesus Christus,
du schaust mit Barmherzigkeit auf die Armen.
Bewege die Herzen der Mächtigen,
sich der Armen zu erbarmen.
Wir nennen dir die Flüchtlinge in ihren Booten, in den Aufnahmelagern,
in den Abschiebegefängnissen.
Wir nennen dir die Opfer der Naturkatastrophen
in Japan, in Missouri, in Haiti.
Du schaust mit Liebe auf die Schwachen.
Erbarme dich der Kranken.
Wir nennen dir die Ehec-Kranken
und alle, die Angst davor haben, sich anzustecken.
Dich rufen wir an:
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.

Jesus Christus,
du berufst uns, dir nachzufolgen.
Du preist die selig, die dein Wort hören und danach handeln.
Segne deine Gemeinde.
Wir nennen dir alle, die am Kirchentag in Dresden teilgenommen haben
und nun auf dem Heimweg sind.
Bewahre sie und
lass die Eindrücke aus Dresden zum Gewinn für ihren Alltag werden.
Du willst, dass alle, die an dich glauben, eins sind.
Stärke die ökumenische Zusammenarbeit. 
Dich rufen wir an:
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.

Jesus Christus,
du bist von den Toten auferstanden.
Erbarme dich unserer Verstorbenen
und tröste die, die um sie trauern.
Dein Rat leitet uns,
deine Liebe schützt uns.
Leite und schütze alle,
die zu uns gehören und uns anvertraut sind.
Du lässt uns nicht allein.
Sei mit uns heute und alle Tage.
Dich rufen wir an:
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet  

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen