Das Wochenlied EG 147 nimmt das Bild vom ›neuen Jerusalem‹ auf: »Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt...« und verbindet es mit dem Jungfrauen-Gleichnis, das als Evangelium gelesen wird (Mt 25,1-13). Unter all den Endzeit-Jubel mischen sich hier wieder ernste, mahnende Töne: Ein großes Fest ist angesagt — es wäre töricht, es aus Bequemlichkeit, Trägheit, Ignoranz, Eigensinn, Kurzsicht zu verpassen. Der Wochenspruch aus Lk 12,35 fasst dies bildhaft in die Mahnung: »Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.«
Auf das »himmlische Fest des Lebens« hofft das erste Tagesgebet, das zweite träumt von der neuen Schöpfung, »in der Liebe und Gerechtigkeit wohnen auf ewig«, und das dritte kreist um das Thema Zeit und Ewigkeit. Voll großer Hoffnungsbilder ist auch der Eingangspsalm 126 (»Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird«) mit seiner Antiphon aus Jes 35,10a: »Die Erlösten des Herrn werden wiederkommen...«
Nach dem Willen des Ev. Gottesdienstbuches soll dort, wo es üblich ist, das Gedächtnis der Entschlafenen in einem eigenen Früh-, Predigt- oder Vespergottesdienst begangen werden (vgl. dazu das Proprium ›Gedenktag der Entschlafenen‹ S. 484f.), es soll aber die Texte des Ewigkeitssonntags keineswegs verdrängen. Dass diese sehr wohl geeignet sind, auch die Erwartungen, Klagen, Ängste, Hoffnungen, Fragen aufzunehmen, die sich mit dem ›Totensonntag‹ verbinden, dürfte deutlich geworden sein. Den hatte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen durch Kabinettsordre vom 17.11.1816 zum Gedenken an die in den Befreiungskriegen Gefallenen eingeführt.
Von anderen Landeskirchen übernommen, gewann das ›Totenfest‹ zum Abschluss des Kirchenjahres — in gewisser Weise evangelisches Gegenstück zur Feier von ›Allerseelen‹ (2. 11.) in der katholischen Kirche — rasch große Popularität. In ihm kommt ein tiefes menschliches Bedürfnis zum Ausdruck, das bei der Begehung des ›Ewigkeitssonntages‹ keineswegs vernachlässigt werden darf.
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mt 25,1-13
Predigt: Lk 12,42-48
Wochenlied: Wachet auf, ruft uns die Stimme (EG 147)
Ewiger, du Gott des Lebens,
aus deinen Händen haben wir unser Leben empfangen.
Du erwartest uns,
wenn wir in deinen Schoss zurückkehren werden.
Dich bitten wir für unsere Verstorbenen.
(Vor deinem Angesicht rufen wir ihre Namen aus)
Lass sie schauen, was sie geglaubt haben.
Lass ihnen das ewige Licht leuchten.
Bewirte sie bei deinem ewigen Freudenmahl,
das du uns durch Jesus Christus, deinen Sohn, bereitest.
Kyrie eleison – Herr erbarme dich.
Ewiger, du Gott des Lebens,
du vertreibst die Schatten des Todes.
Dich bitten wir um Hoffnung für die Trauernden.
Schenke ihnen den Blick für deine Zukunft.
Öffne ihre Herzen,
damit dein gutes Wort sie tröstet.
Kyrie eleison – Herr erbarme dich.
Ewiger, du Gott des Lebens,
du willst, dass allen Menschen geholfen wird.
Dich bitten wir um Brot für die Hungernden.
Erbarme dich der Flüchtlinge in Dadaab.
Nimm die Last von den Schultern der Verschuldeten.
Bewahre unsere Kinder vor den Folgen unserer Verfehlungen.
Kyrie eleison – Herr erbarme dich.
Ewiger, du Gott des Lebens,
du erfüllst die Herzen der Menschen mit Liebe.
Dich bitten wir um Liebe zum Leben für alle Regierenden.
Wecke in ihnen die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit.
Stärke sie in ihrem guten Tun.
Falle den Gierigen und Gewalttätigen in den Arm.
Kyrie eleison – Herr erbarme dich.
Ewiger, du Gott des Lebens,
du bist der Herr deiner Kirche.
Dich bitten wir um Glauben und Treue für deine Gemeinde.
Bewahre sie in Not.
Segne ihr Tun.
Leite die Bischöfe und Bischöfinnen und alle, die in ihr Dienst tun.
Rüste sie aus mit den Gaben deines Geistes.
Kyrie eleison – Herr erbarme dich.
Ewiger, du Gott des Lebens,
Du erwartest uns.
Du willst, dass wir dich suchen.
Du Ewiger, du findest uns,
noch ehe wir nach dir fragen.
Segne uns.
Sei mit uns heute und alle Tage
und wenn sich unsere Tage vollenden.
Amen
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen