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Um das Teilen des Lebensnotwendigen geht es schließlich auch in der Epistel 2 Kor 9,6-15; Thema ist die Kollekte, die Paulus für Jerusalem sammelt, und die Auslegung sollte sich nicht allein auf das Sämann-Gleichnis kaprizieren. Wer sich für das alte Evangelium vom ›reichen Kornbauern‹ (Lk 12,[13-14]15-21) entscheidet, betont damit stärker die Momente der Buße und der endzeitlichen Erwartung, die auf den ersten Blick weniger zu der fröhlichen Stimmung des Erntedanktages zu stimmen scheinen. Doch darf nicht übersehen werden, dass auch die alttestamentliche Lesung im Grunde eine Art Buß- bzw. Umkehrpredigt darstellt.
Alle drei Tagesgebete stellen natürlich den Dank für Gaben Gottes in den Mittelpunkt. In traditioneller Manier redet das erste von den »Früchten des Feldes«. Das zweite bittet um »Einsicht und Klugheit« im Umgang mit den Gaben und spielt damit auf die Geschichte vom ›reichen Kornbauern‹ an. Das dritte weitet den Blick auf die »Fülle« des Lebens schlechthin.
Der Erntedanktag im Herbst — traditionell am Sonntag nach Michaelis (29. September) oder am ersten Sonntag im Oktober begangen — ist einer der wenigen Anlässe, bei denen das Naturjahr unmittelbar in das Kirchenjahr hineinreicht. Die reformatorischen Kirchenordnungen hatten zunächst unterschiedliche Bestimmungen hinsichtlich des Termins getroffen: Manche verbanden den Dank für die Ernte mit Michaelis, andere legten ihn auf den Bartholomäustag (24. August), auf den Sonntag nach Ägidii (1. September) oder nach Martini (11. November). In manchen regionalen Bräuchen wirken diese älteren Termine noch nach.
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 12,(13-14).15-21
Predigt: Lk 12,(13-14).15-21
Wochenlied: Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324)
Danken wollen wir dir, du unser Gott.
Reich machst du uns.
Gutes Wetter hat unsere Ernte reifen lassen.
Unser Wasser ist sauber.
Wir atmen gesunde Luft.
Wir leben in Sicherheit.
Sei nicht nur bei uns freigiebig mit deinen guten Gaben.
Spare nicht mit deiner Hilfe, wo Menschen hungern.
Spare nicht mit deiner Lebenskraft, wo Überschwemmungen das Land verwüstet haben –
auf den Philippinen, in Burkina Faso, in Südbrasilien, auf Samoa, auf Sizilien.
Spare nicht mit deiner Lebenskraft, wo das Wasser verseucht ist.
Spare nicht mit deiner Gerechtigkeit, wo der Zugang zu Wasser bezahlt werden muss.
Spare nicht mit deinem Erbarmen, wo Erdbeben Städte und Dörfer zerstört haben,
auf Sumatra und auf den Tonga-Inseln und stehe den Opfern und den Helfern bei.
Du Herr des Lebens:
Erbarme dich.
Sei nicht nur bei uns freigiebig mit deinen guten Gaben.
Spare nicht mit deiner Hilfe, wo Menschen leiden.
Spare nicht mit deiner Lebenskraft, wo Menschen durch Missernten hungern.
Spare nicht mit deiner Gerechtigkeit, wo Korruption herrscht und Diktatoren sich bereichern.
Spare nicht mit deiner Liebe, wo Kranke gepflegt und Verzweifelte gestützt werden.
Spare nicht mit deinem Trost, wo Menschen trauern.
Du Herr des Lebens:
Erbarme dich.
Sei nicht nur bei uns freigiebig mit deinen guten Gaben.
Spare nicht mit deiner Hilfe überall auf der Welt, wo deine Gemeinde zusammenkommt.
Spare nicht mit deiner Lebenskraft, wo Schwestern und Brüder deine Liebe in Wort und Tat bezeugen.
Spare nicht mit deiner Gerechtigkeit, wo deine Gemeinde verfolgt wird.
Spare nicht mit deiner Gnade, wo sich deine Gemeinde nach Einheit und Vergebung sehnt.
Spare nicht mit deiner Liebe, wo wir dich preisen und dich loben.
Du Herr des Lebens:
Erbarme dich.
Du bist ein reicher Gott.
Wir danken dir für alle guten Gaben,
die du uns anvertraust.
Dein ist alles, was wir sind und haben.
Stärke unser Vertrauen zu dir
durch Jesus Christus, unseren Reichtum und unser Leben.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen