Dass dies verborgen ist, dass das Gottesreich in seiner offenbaren, vollendeten Gestalt erst noch erscheinen wird, daran lässt das Evangelium freilich gleichfalls keinen Zweifel. Die anderen Lesetexte des Sonntags stellen stärker individuelle Aspekte in den Mittelpunkt: Die alttestamentliche Lesung aus Hiob 14,16 vergleicht das menschliche Leben mit einer ›Blume‹ und einem ›Schatten‹ und weist so auf seine Endlichkeit und Vergänglichkeit hin.
Aus dem Duktus der Auseinandersetzung um die ›Starken‹ und ›Schwachen‹ in Rom herausgerissen, artikuliert die Epistel Röm 14,7-9 die christliche Hoffnung im Angesicht von Tod und Sterben: »...wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.«
Alle drei Tagesgebete nehmen demgegenüber nachdrücklich auf die das Todesschicksal des Einzelnen übergreifende Reich-Gottes-Hoffnung Bezug: »Diese zerstrittene Welt sehnt sich nach Frieden«, stellt das erste fest. Das zweite betet: »...du weckst in uns die Sehnsucht nach Erneuerung unserer Welt.« Und das dritte weiß: »...du widerstehst dem Unrecht und vertrittst die Sache der Armen und Schutzlosen.«
Als Wochenlied singt man entweder EG 152 (»Wir warten dein, o Gottessohn«), was besser zum Evangelium passt, oder — wie am 24. Sonntag — EG 518.
Für die drei letzten Sonntage des Kirchenjahres hat das Evangelische Gottesdienstbuch eine eigene Präfation, die stärker die individuelle Hoffnung im Angesicht des Endes akzentuiert: »Denn in dir leben und sind wir...« (vgl. aber auch die Texte auf S. 620 und S. 626).
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 17,20-24.(25-30)
Predigt: Lk 11,14-23
Wochenlied: Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152)
Du berührst uns, du ewiger Gott,
und wir können leben.
Du streckst deine Hand aus,
und die Welt wird heil.
Wir bitten dich:
Komm und erbarme dich.
Dein Sohn Jesus Christus hat die Kinder berührt und gesegnet.
Wir bitten dich für das siebenmilliardste Kind dieser Erde
und alle Kinder, die in diesen Tagen geboren werden.
Bewahre sie vor dem Bösen.
Lass sie in Frieden aufwachsen.
Wir bitten dich:
Komm und erbarme dich.
Dein Sohn Jesus Christus hat die Aussätzigen berührt.
Wir bitten dich für die Verachteten und Vernachlässigten.
Reiße die Grenzen ein,
die sie daran hindern, in Würde zu leben.
Wir bitten dich:
Komm und erbarme dich.
Dein Sohn Jesus Christus hat die Kranken berührt und geheilt.
Wir bitten dich für die Kranken.
Gib denen, die pflegen, deine heilenden Kräfte.
Wir bitten dich:
Komm und erbarme dich.
Dein Sohn Jesus Christus hat die Händler aus dem Tempel getrieben.
Wir bitten dich für alle Mächtigen in Politik und Wirtschaft.
Gib ihnen Weisheit,
damit sie ihrer Verantwortung gegenüber unseren Kindern gerecht werden.
Wir bitten dich:
Komm und erbarme dich.
Dein Sohn Jesus Christus hat den Wind berührt
und das Meer zum Schweigen gebracht.
Wir bitten dich für deine Schöpfung.
Begeistere uns Menschen dafür,
sie zu bebauen, ohne sie zu zerstören.
Wir bitten dich:
Komm und erbarme dich.
Dein Sohn Jesus Christus hat die Tochter des Jairus berührt
und sie lebte.
Wir bitten dich für unsere Verstorbenen
und alle, die um sie trauern.
Sei ihnen nahe mit deinem Licht und deinem Leben.
Wir bitten dich:
Komm und erbarme dich.
Dein Sohn Jesus Christus hat seine Jünger berührt und
sie mit dem Heiligen Geist angehaucht.
Wir bitten dich für deine Kirche.
Stärke und ermutige sie,
damit sie dein Wort und
deinen Frieden in die Welt hineinträgt.
Im Vertrauen auf Jesus Christus,
in dessen Namen wir getauft sind,
bitten wir dich:
Komm und erbarme dich.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen