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Vom Sonntag her leben - Der Weihnachtsfestkreis - Weihnachten

Christnacht

 Licht in der Nacht: Seit der Frühzeit der Kirche kommen Christen zu nächtlichen Gottesdiensten (Vigilien = Nachtwachen) zusammen. Der Brauch knüpft an den kosmischen Wechsel von Hell und Dunkel, Tag und Nacht an und nimmt die darin beschlossenen Bedeutungen auf: Christus ist das Licht, das die Nacht der Sünde, des Todes, der Gottesferne erhellt. »...du lässt diese Nacht erstrahlen im Geheimnis des wahren Lichtes: Christus ist geboren! Erhalte uns in diesem Licht, bis wir einst den unverhüllten Glanz deiner Gottheit schauen«, heißt es im ersten Tagesgebet und das dritte stimmt ein: »In ihm leuchtet deine Liebe auf, strahlend wie ein nie verlöschendes Licht«.

Auch die weihnachtliche Präfation, die hier zum ersten Mal erklingt, nimmt das Bild auf: »Denn Mensch geworden ist er, dein ewiges Wort, in ihm schauen wir das Licht deiner Herrlichkeit.« Wie ein Blitz erhellt das Wort das nächtliche Dunkel: »Als alles still war und ruhte und eben Mitternacht war, fuhr dein mächtiges Wort vom Himmel herab, vom königlichen Thron«, heißt es im Leitvers zum Eingangspsalm, der damit zugleich einen weiteren Aspekt des Festes zum Klingen bringt: Der König aller Könige tritt — im Krippenkind — seine Herrschaft an.

Als Evangelium liest man die Geschichte von der Ankündigung der Geburt Jesu nach Matthäus (1,18-21), gegebenenfalls ergänzt um den Stammbaum Jesu (1,1-17) und die Weissagung des Gott mit uns aus Jes 7,14, die auch Gegenstand der alttestamentlichen Lesung (Jes 7,10-14) ist: »Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.« Die Epistel Röm 1,1-7 ist über V. 3 mit dieser Geschichte verbunden: Christus, geboren »aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch«.

Für katholische Christen ist die mitternächtliche Messe Beginn und zugleich Höhepunkt der Weihnachtsfeier. Die starken Bild- und Erlebnisgehalte, die dem nächtlichen Gottesdienst eignen, tragen dazu dabei, dass auch immer mehr evangelische Gemeinden wieder einen Gottesdienst in der Christnacht begehen.

Liturgische Farbe: weiß
Evangelium: Mt 1,(1-17).18-21.(22-25)
Predigt: Jes 7,10-14
Wochenlied: Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich (EG 27)

Fürbitten in der Heiligen Nacht
(24. Dezember 2011)

Wir beten dich an,
du bist unser Kind, Immanuel.
Lass die Freude dieser Nacht nie enden.
Fülle unser Herz mit Lachen
und unseren Mund mit Gesang.
Gloria

Wir beten dich an,
du bist unsere Zukunft, Immanuel.
Mache die Hoffnung dieser Nacht wahr.
Vertreibe die Angst vor dem Kommenden.
Nimm die Verzweifelten mit auf deinen Weg.
Führe die Traurigen aus der Finsternis heraus.
Ermutige die Schwachen, dass sie dich loben mit ihrem Gesang.
Gloria

Wir beten dich an,
du bist das Schönste, was wir haben, Immanuel.
Sieh auf unsere Kinder.
Hülle sie in deine Liebe ein.
Bewahre sie vor der Heimtücke des Bösen.
Lass sie dich finden.
Begeistere sie, dass auch sie dich loben mit ihrem Gesang.
Gloria

Wir beten dich an,
du bist unser Friede, Immanuel.
Schaffe Versöhnung zwischen allen,
die aneinander schuldig geworden sind.
Zeige den Weg zum Frieden in deinem Heiligen Land.
Zerbrich die Waffen.
Gib den Hungrigen Brot,
so dass dich alle loben mit ihrem Gesang.
Gloria

Wir beten dich an,
du bist das Leben, Immanuel.
Sei in dieser Nacht bei uns.
Erfülle die Dunkelheit mit deinem Licht.
Segne alle, die zu uns gehören.
Verbinde alle, die an dich glauben.
Lass uns gemeinsam mit allen,
die uns im Glauben vorangegangen sind,
einstimmen in den Gesang der Engel.
Gloria

Amen

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen