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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Österliche Freudenzeit

Christi Himmelfahrt

Erhöht von der Erde (vgl. den Wochenspruch Joh 12,32): Die Botschaft des Himmelfahrtsfestes spricht von Abschied, aber auch von Nähe — Jesus trennt sich vom engen Kreis der Jünger, um an der Seite Gottes allen Menschen nahe zu sein. Das dritte Tagesgebet setzt dies fast schon in der Weise einer Kurzpredigt in Worte und Bilder um: »Jesus Christus: Der Himmel steht offen - du zeigst uns die Erde. Du bist bei Gott - du bist uns nah. Du hältst Himmel und Erde in deinen Händen - du hältst auch uns. Dir sei Ehre.«

Das zweite Gebet betont stärker die Verborgenheit Christi, ohne auf den Gedanken der ›Nähe‹ zu verzichten: »Unseren Augen bist du verborgen. Darum bitten wir dich: Hilf uns darauf zu vertrauen, dass du uns allzeit nahe bist...«. Die Himmelfahrtspräfation, die das Evangelischen Gottesdienstbuch auf S. 620 bietet, betont den herrscherlichen Aspekt: »Du hast ihm alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden...« Mit fröhlichen Bildern feiert der Eingangspsalm 47 die Thronbesteigung Gottes, durch die beiden Antiphonen auf die Erhöhung Christi gedeutet: »Ihr Völker alle, klatscht in die Hände...«

Epistel (Apg 1,3-4[5-7]8-11) und Evangelium (Lk 24,[44- 49]50-53) erzählen die Geschichte von der Himmelfahrt Jesu, wobei die unterschiedlichen Nuancen aufmerksam zur Kenntnis zu nehmen sind. Alttestamentliche Lesung ist die Geschichte von der Einweihung des Tempels durch Salomo (1 Kön 8,22-24.26-28). Motiviert vermutlich durch V. 27 (»Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen«), ist dies eine schwierige, wenig überzeugende Wahl.

In der frühen Kirche war das Gedächtnis der Himmelfahrt Christi zunächst eng mit der Osterfeier verbunden. Erst im 4. Jh. — ein frühes Zeugnis hierfür ist eine Predigt des Bischofs Chrysostomus von Jerusalem aus dem Jahre 386 — begann man damit den 40. Tag nach Ostern entsprechend der Zeitangabe des Lukas als Tag der Himmelfahrt Christi zu begehen.

Liturgische Farbe: weiß
Evangelium: Lk 24,[44-49].50-53
Predigt: Offb 1,4-8
Wochenlied:
Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g'fahren bist (EG 121)

Aktuelle Lesepredigt

Fürbitten für den Tag der Himmelfahrt Christi
(17. Mai 2012)

Christus, du Auferstandener und Erhöhter -
Sende deinen Geist.

Wir bitten dich:
verwandele uns durch deinen Geist.
Lass uns nicht ratlos vor den Problemen dieser Welt kapitulieren.
Mache uns zu deinen Zeugen.
Stärke uns im Widerstand gegen die Mächte des Hasses.
Ermutige uns zum Protest gegen die Mächte des Todes.
Christus, du Lebendiger -
Sende deinen Geist.

Wir bitten dich:
Verwandele die Mächtigen durch deinen Geist.
Lass sie dem Wohl der Menschen dienen.
Gib ihnen Respekt vor der Arbeit der Menschen.
Gib ihnen Verständnis für die Sorgen der Menschen.
Lenke ihre Herzen, Frieden zu schaffen.
Lenke ihre Entscheidungen, damit Gerechtigkeit einkehrt.
Christus, du Frieden der Welt –
Sende deinen Geist.

Wir bitten dich:
Beende durch deinen Geist die Not.
Schaffe Frieden für die Menschen in Syrien.
Schütze die Christen in Nigeria.
Tröste alle, die vor Trümmern stehen.
Heile die Verwundeten und Kranken.
Heile die Wunden der Schöpfung.
Christus, du Barmherziger –
Sende deinen Geist.

Wir bitten dich:
Verwandele deine Kirche durch deinen Geist.
Eine sie in ihrem Zeugnis für dich.
Lass sie gemeinsam auf dich blicken.
Segne die Täuflinge und Konfirmanden.
Begleite uns.
Christus, du Hoffnung der Welt -
Sende deinen Geist!
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen