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VELKD: Eine Kirche - Wie wird die VELKD geleitet? - Generalsynode - Rückblick auf die Generalsynode 2006 - Pressemeldungen

"Selbstverständliche christliche Grundierung der Gesellschaft schwindet"

Privatdozentin Pfarrerin Dr. Uta Pohl-Patalong (Hamburg) vor der Generalsynode der VELKD: Evangelische Kirche leidet unter Finanzkrise und Bedeutungsverlust – Plädoyer für Änderung kirchlicher Organisationsformen

In Deutschland schwindet die bisher „selbstverständliche christliche Grundierung der Gesellschaft“. Darauf hat die Hamburger Privatdozentin Dr. Uta Pohl-Patalong vor der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die vom 14. bis 18. Oktober in Ahrensburg tagt, hingewiesen. Der Traditionsabbruch sei in Ostdeutschland viel stärker ausgeprägt als in Westdeutschland, aber auch in den alten Bundesländern inzwischen überdeutlich. „Konnte man früher von verbreiteten christlichen Grundhaltungen ausgehen, auch wenn Menschen nicht am kirchlichen Leben teilnahmen, wird heute immer deutlicher, dass christlicher Glaube auch eine Frage christlicher Bildung ist, die immer weniger selbstverständlich in den Familien und Schulen geleistet wird.“ Damit wird nach Meinung der Theologin, die derzeit in Kiel den Lehrstuhl für Praktische Theologie vertritt, der Kontakt zur Institution Kirche entscheidender für die Frage von Glauben und Gottesbeziehung, als dies in früheren Jahrzehnten der Fall gewesen sei.. Die Kirche müsse noch stärker daran interessiert sein, dass die Menschen in Kontakt mit ihr lebten.

Pfarrerin Pohl-Patalong referierte zu Beginn der Generalsynode zum Schwerpunktthema der Beratungen: „Versammelt in Christi Namen – Gemeinde neu denken“. Dabei sieht die Privatdozentin die evangelische sowohl in einer Finanz- als auch in einer Relevanzkrise. Sie plädiert für eine Änderung kirchlicher Organisationsformen. Diese seien „nicht sakrosankt“, sondern müssten auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden. Neben einer Stärkung der geistlichen und missionarischen von Pfarrerinnen und Pfarrern plädiert sie auch für eine Aufwertung der ehrenamtlichen Arbeit in der Kirche.

Hinweis: Das Referat von Pfarrerin Dr. Uta Pohl-Patalong kann hier heruntergeladen werden.
Ahrensburg, den 14.10.2006

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von acht Landeskirchen. Ihr gehören an: Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaum¬burg-Lippe und Thüringen. Die VELKD repräsentiert rund 10,4 Millionen Gemeindeglieder. Leitender Bischof ist Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), Landesbischof Hermann Beste (Schwerin) sein Stellvertreter. Dem Lutherischen Kirchenamt in Hannover steht Präsident Dr. Friedrich Hauschildt vor. Einmal jährlich tagt im Oktober die Generalsynode der VELKD. Dieses Gremium umfasst 62 Vertreter aus den Gliedkirchen der VELKD. An der Spitze der Generalsynode steht als Präsident Richter Dirk Veldtrup (Hannover).