Beginn des Impressums
Amt der VELKD    » mehr
Zentrale: 0511/27 96-0   
Herrenhäuser Str. 12
30419 Hannover

Pressestelle
Tel.: 0511/27 96-527/533/526
Fax: 0511/27 96-182
  • ABC
  • Schriftgröße Normal.
  • Schriftgröße Groß.
  • Schriftgröße Größer.
Information in English
Unser Selbstverständnis
Startseite

Was wir glauben

Lutherische Impulse

Lutherisches Verständnis der Heiligen Schrift

Bayerischer Landesbischof Dr. Johannes Friedrich"Ich nenne als Erstes das lutherische Verständnis der Heiligen Schrift. Natürlich bezieht sich jede christliche Glaubensrichtung auf Aussagen der Schrift. Weil für jede Konfession in ihrer Situation eine bestimmte Sichtweise besonders wichtig wurde, prägen unterschiedliche Schwerpunkte und Auslegungskriterien das jeweilige Bibelverständnis. Den lutherischen Reformatoren als ausgewiesenen Bibelwissenschaftlern war diese Pluralität der biblischen Zeugnisse durchaus bewusst. Sie wollten sich deshalb auf das zentrale hermeneutische Grundanliegen beschränken: Die Mitte der Schrift ist nach christlichem Verständnis das Evangelium von Jesus Christus.

Das heißt, alle Zeugnisse des Alten und des Neuen Testaments werden auf das Heil schaffende Kommen Gottes zu den Menschen in Christus bezogen. Sie haben kein eigenständiges Gewicht gegenüber dem, was „Christum treibet“. Keiner anderen biblischen Aussage kommt ein ebensolches Gewicht zu. Das war auch die Sichtweise der altkirchlichen Bekenntnisse und hat sich in ihnen niedergeschlagen. Dieses Schriftverständnis lässt zwar viele Aspekte des Glaubens erkennen, es besagt indessen, dass das Evangelium nicht aus einer Reihe von Aussagen und Wahrheiten besteht, sondern in Christus seine Mitte hat. In ihm erschließt sich die Schrift.

Dieses Schriftverständnis hat ein hohes ökumenisches Potenzial, das die Kirchen gerade heutzutage zur Wahrnehmung ihrer Einheit in Christus brauchen. Es wehrt zugleich alle extremen und einengenden Formen des will diese Erkenntnis als Auslegungsnorm festhalten und für die ganze Kirche fruchtbar machen."