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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

9. Sonntag nach Trinitatis

Denn wer da hat, dem wird viel gegeben: Dass das nun nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch noch im Reich Gottes so sein soll, macht zunächst verdrießlich. Das Evangelium ›von den anvertrauten Zentnern‹ (Mt 25,14-30) hat freilich eine andere Pointe. Negativfigur ist der Knecht, der seinen Zentner im Acker sicher verbirgt:
Verlustängste, überzogenes Sicherheitsdenken, Risikoscheu, Besitzstandswahrung sind der Gnadengabe Gottes gegenüber nicht angemessen. All das versperrt den Zugang zum Reich.

So bekennt sich denn auch Paulus in der Epistel Phil 3,7-11(12-14) zur Umwertung all seiner Lebenswerte: Dreck ist ihm alles, was er bisher als ›Gewinn‹ auf der Habenseite seines Lebens verbuchte, und für »die Gerechtigkeit ... die durch den Glauben an Christus kommt«, leert er gerne alle seine Konten. Angst hat auch der Prophet Jeremia (alttestamentliche Lesung Jer 1,4-10), als ihn der Ruf seines Gottes ereilt; ahnt er doch, was ihn erwartet. Auch hier werden Lebenspläne und -werte umgestoßen. Doch die Gabe ist groß: »Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche...«

Gut bringt die Dinge das dritte Tagesgebet auf den Punkt: »Schenkender Gott, in einer Welt, die gebaut ist auf Gewinn und Verlust, haben wir Angst, wir könnten verlieren. Mache uns Mut, dass wir mit dir rechnen.« Ja, so lässt sich auch über die ›anvertrauten Zentner‹ predigen.

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mt 25,14-30
Predigt: Phil 3,7-11(12-14)

Atuelle Lesepredigt

Wochenlied: Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun (EG 497)

Wochengebet I für den 9. Sonntag nach Trinitatis
(1. August 2010)

Du reicher Gott,
du hast uns unser Leben anvertraut.
Von deinen Gaben leben wir.
Mit Dank bringen wir unser Leben,
unsere Nöte und unsere Hoffnungen vor dich.
Wir bitten dich:
Erbarme dich in deiner großen Liebe.

Du liebender Gott,
mit Erschrecken und Trauer sehen wir auf die Katastrophe von Duisburg.
Wir bitten dich für die Toten,
wir bitten dich für die Verletzten,
für die Überlebenden und Trauernden,
die Helferinnen und Helfer.
Wir bitten dich:
Erbarme dich in deiner großen Liebe.

Wir bitten dich für alle Opfer von Katastrophen,
für die vielen Opfer von Gewalt und Krieg,
für die Menschen in Afghanistan,
für die Menschen in allen Kriegsgebieten dieser Welt.
Du liebender Gott, du bist unser Friede,
schaffe deinem Frieden Raum.
Wir bitten dich:
Erbarme dich in deiner großen Liebe.

Du liebender Gott,
du vertraust uns deine Schöpfung an.
Wir bitten dich um Gerechtigkeit,
damit alle satt werden.
Gib den Mächtigen Besonnenheit im Umgang mit deinen Gaben,
damit die Meere sauber,
die Luft rein,
die Erde fruchtbar seien.
Du liebender Gott,
du hast deine Welt wunderbar geschaffen.
Wir bitten dich:
Erbarme dich in deiner großen Liebe.

Du liebender Gott,
wir danken dir für deine weltweite Kirche.
Wir bitten dich für den neuen Präsidenten des Lutherischen Weltbundes, Bischof Younan und die Gemeinden in Palästina.
Stärke das Verbindende in deiner Kirche und schenke deinen Heiligen Geist.
Wir bitten dich für alle Christinnen und Christen,
die um ihres Glaubens willen verfolgt werden,
für die Gemeinden in Pakistan, in Ägypten, in China.
Du liebender Gott,
du hast uns den Glauben an deinen Sohn Jesus Christus anvertraut.
Wir bitten dich:
Erbarme dich in deiner großen Liebe.
Heute und alle Tage unseres Lebens.
Amen.


Wochengebet II für den 9. Sonntag nach Trinitatis
(1. August 2010)

Alles kommt von dir, du gütiger Gott.
Dein ist alles, was wir sind und haben.
So bringen wir deine Welt vor dich
und bitten dich:
Komm deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die ihren Arbeitsplatz verloren haben
und die ihr Zuhause verloren haben.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die in Angst leben
und bei denen,
die alle Hoffnungen aufgegeben haben.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die diese Welt zum Besseren führen wollen
und bei denen,
die sich für das Wohl ihrer Nächsten einsetzen.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die verletzt wurden und unter Gewalt leiden,
sei bei den Angehörigen von Corinna aus Eilenburg
und allen, die sich um Entführte oder Vermisste sorgen.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die auf der Flucht sind und
bei denen,
die in Kriegsgebieten um ihr Leben fürchten.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die auf Reisen sind und Erholung suchen
und bei denen,
die zu Hause bleiben müssen.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die Macht in dieser Welt haben
und bei denen,
die über Krieg und Frieden,
Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung
entscheiden.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die dein Wort verkündigen
und bei denen, die wegen ihres Glaubens an dich
verfolgt werden.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!

Sei mit deiner Hilfe bei denen,
die deinen Willen tun
in unserer Stadt und in unserem Land.
Sei bei uns und bei allen,
die uns nahe und lieb sind.

Dein ist alles, was wir sind und haben.
So bitten wir dich um Jesu Christi willen.
Komm – deinen Kindern zu Hilfe!
Amen.


Gebet in der Urlaubszeit

Du schenkst uns den Sommer, gütiger Gott.
Eine Zeit der Ruhe und Erholung,
eine Zeit voller Wärme und Licht.

Wir bitten dich in dieser sommerlichen Zeit
für alle Menschen, die in diesen Tagen im Urlaub sind:
für die Familien, die nun Zeit füreinander haben,
für die Paare, die nun zusammen sein können,
für die Alleinstehenden, die auf der Suche nach Gemeinschaft sind.
Öffne sie füreinander und für gute Begegnungen.
Wir bitten dich: höre uns.

Wir bitten dich in dieser sommerlichen Zeit
für alle Menschen, die in diesen Tagen Erholung suchen:
für die Erschöpften und für die Ausgebrannten.
Lass sie zur Ruhe kommen und neue Kräfte finden.
Wir bitten dich: höre uns.

Wir bitten dich in dieser sommerlichen Zeit
für alle Menschen, die in diesen Tagen in Not sind:
für die Familien, die kein Geld haben, um zu verreisen,
für die Kinder, die ohne Begleitung und Hilfe sich selbst überlassen sind,
für die Arbeitslosen und Armen.
Überlass sie nicht der Hoffnungslosigkeit.
Mach sie stark im Vertrauen auf deine Nähe.
Wir bitten dich: höre uns.

Wir bitten dich in dieser sommerlichen Zeit
für alle, die auf Reisen sind:
behüte sie und lass sie heil zurückkehren.
Nimm dich aller Unfallopfer und Verletzten an.
Wir bitten dich: höre uns.

Du schenkst uns den Sommer, gütiger Gott.
Sei in dieser sommerlichen Zeit mit deiner Gnade und Barmherzigkeit
um uns und in uns,
durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen