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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

23. Sonntag nach Trinitatis

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist! Das hört sich an wie »Jedermann sei untertan der Obrigkeit« (Röm 13,1-7; Predigtperikopenreihe IV), lässt jedoch auch eine deutliche Relativierung ›kaiserlicher‹ Herrschaft erkennen: Dem Herrscher das Geld — Gott aber Gehorsam! Jedenfalls gibt dieser Sonntag mit seinem Evangelium (Evangelium Mt 22,15-22) Gelegenheit, Gott für die gesellschaftliche und staatliche Ordnung als »Ordnung, die das Leben schützt« (drittes Tagesgebet) zu danken.

Dass auch diese Ordnung nicht zu den letzten, sondern den ›vorletzten Dingen‹ gehört, lässt die Epistel (Phil 3,17[18-19]20- 21) erkennen: »Unser Bürgerrecht aber [politeuma steht im Griechischen] ist im Himmel«. Wie spannungsreich sich das Verhältnis gestalten kann, zeigt die alttestamentliche Lesung (1 Mose 18,20-21.22b-33), die von der Fürbitte Abrahams für Sodom erzählt. Unüberhörbar macht sie aber auch deutlich, worin die Aufgabe des Glaubenden insbesondere in solchen ›kritischen‹ (krisis = Gericht) Situationen besteht: Stellvertretend für die ›Stadt‹ — wie immer sie heißen mag — einzutreten und mit Gott um ihre Rettung zu ringen.

Der Wochenspruch aus 1 Tim 6, der zugleich Antiphon zum Eingangspsalm ist, drückt aus, was als letztes Wort über all dem steht: »Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht.«

Da der 23. Sonntag nach Trinitatis nur relativ selten vorkommt — nämlich in den Jahren, in denen Ostern vor dem 3. April liegt -, können seine Texte mit denen des 20. Sonntags nach Trinitatis getauscht werden.

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mt 22,15-22
Predigt: 1.Mose 18,20-21.22b-33
Wochenlied: In dich hab ich gehoffet, Herr (EG 275)

Fürbitten für den 23. Sonntag nach Trinitatis

Du Gott zeigst uns die Wege, die wir gehen sollen.
Deine Wege führen uns zum Leben.
Auf deinen Wegen finden wir Vergebung.
Leite uns auf deine Wege.

Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Wir bitten dich für die Menschen,
die sich auf ihren Wegen verirren,
die das Leben an den falschen Orten suchen,
die sich von der Gier nach Geld und Macht leiten lassen,
die ohne Barmherzigkeit sind.
Lass sie umkehren.
Zeige ihnen den Weg zum Leben.

Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Wir bitten dich für die Menschen,
die unter den Folgen der Finanzkrise leiden,
die von Schulden niedergedrückt werden,
die Angst vor der Zukunft haben,
die ihre Arbeit verlieren,
die obdachlos sind.
Lass sie Trost und Hilfe finden.
Leite sie aus ihrem Elend heraus.

Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Wir bitten dich für die Menschen,
die verfolgt werden und Not leiden,
die Flüchtlinge in den ungezählten Lagern,
die Opfer von Kriegen,
die gequälten christlichen Gemeinden,
die Christinnen und Christen in Mossul im Irak
und in Orissa in Indien.
Sei nicht fern von ihnen,
gehe ihnen voran und führe sie aus ihrer Bedrängnis,
lass sie Schutz und Frieden finden.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Wir bitten dich für deine Schöpfung,
um gesunde Luft,
die gerechte Verteilung des Wassers,
genügend Lebensraum für Mensch und Tier.
Lehre uns Achtsamkeit im Umgang mit deiner Schöpfung.
Erfülle uns mit Respekt vor deinen Gaben.

Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Wir bitten dich für deine Kirche,
lass sie dich suchen,
lass sie dich finden,
lass sie einig sein in dir.

Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Du kennst alle Wege, du kannst alle Not lindern,
dir vertrauen wir uns an.
Leite uns auf deinen Wegen.

Wir bitten dich:
Erhöre uns.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet