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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

16. Sonntag nach Trinitatis

Wir sind Protestleute gegen den Tod! So hat es Christoph Blumhardt einst formuliert, und Kurt Marti hat es unter anderem in einem Lazarus-Gedicht aufgenommen: unhöflich ruft friede der friede ist in den friedlosen todhof: »lazarus komm heraus!« In keiner anderen Geschichte geht der, der »die Auferstehung und das Leben« ist, so grimmig (V. 33 und 38) gegen den Tod an wie im Evangelium dieses Sonntags (Joh 11,1[2]3.17- 27[41-45]).

Die Epistel 2 Tim 1,7-10 passt gut zu diesen österlichen Tönen; nicht nur, weil sie Christus als den verkündet, »der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat«, sondern auch, weil sie dem »Geist der Furcht« Widerstand leistet, der Tod und Verwesung verbreitet, wo man ihn gewähren lässt. »O Tod, wo ist dein Stachel nun«, singt das Wochenlied EG 133.

Eher moderat — und daher für Beerdigungsansprachen gut geeignet — preist die alttestamentliche Lesung aus Klgl 3,22-26.31-32 die täglich sich erneuernde Güte, Barmherzigkeit und Treue Gottes, die keinen auf ewig in den Tod verstößt (dazu singe man dann das zweite Wochenlied EG 364). »Gott des Lebens, du hast Christus von den Toten auferweckt und uns das ewige Leben erschlossen«: Was das zweite Tagesgebet in überlieferter Glaubenssprache ausdrückt, fasst das dritte in Bilder, die an das Evangelium anknüpfen, ohne die Radikalität seiner Auseinandersetzung mit dem Tod zu erreichen. »Begleite uns heraus aus verschlossenen Räumen, dass wir die Weite deiner Welt wahrnehmen und den Atem des Lebens entdecken...«

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Joh 11,1.(2).3.17-27.41-45
Predigt: Hebr 10,35-36(37-38)39
Wochenlied:  O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113)

Fürbitten für den 16. Sonntag nach Trinitatis

Du Gott des Lebens.
Du bist bei uns,
du sprichst uns an.
In der Bedrängnis schenkst du uns Raum.
Dich bitten wir:
Höre uns!

Vor dir denken wir
an die Menschen, die bedroht werden,
von Stürmen und Überflutungen,
von Krieg und Gewalt,
von Hunger und bitterer Armut.
Wir bitten dich um Hilfe für sie.
Sei bei ihnen.
Sprich du sie an.
Schenke ihnen Zuversicht.
Belohne sie mit dem Leben.

Dich bitten wir:
Höre uns!

Vor dir denken wir
an die Menschen, die Macht über andere haben,
an die Menschen, die sich für ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden einsetzen,
an die Menschen, die deine Schöpfung erforschen,
an alle, helfen wollen,
an alle, die ihre Kräfte und ihr Vermögen hergeben,
damit andere leben können.
Wir bitten dich für sie um Geduld.
Öffne ihre Herzen.
Schenke ihnen Ausdauer und Gelassenheit.
Lass sie deinen Willen tun.

Dich bitten wir:
Höre uns!

Vor dir denken wir
an deine Kirche,
an die Gemeinden in aller Welt,
an die Christinnen und Christen in Indien und in China,
an alle, die dein Wort verkünden,
an die Leitungen deiner Kirche,
an die geistlichen und diakonischen Gemeinschaften.
Wir bitten dich für sie.
Stärke ihren Glauben.
Schenke ihnen Standhaftigkeit.
Lass sie Einheit in dir finden.
Zeige dich deiner Kirche, damit sie nicht zurückweicht.

Dich bitten wir:
Höre uns!

Vor dir denken wir
an unsere Kranken.
Lindere ihre Schmerzen,
schenke Heilung.
Vor dir denken wir an alle,
die zu uns gehören und uns lieb sind.
Komme denen zu Hilfe, die dich darum bitten.
Lass unsere Verstorbenen deine Verheißung schauen.
Schenke uns allen dein neues Leben.

Dich bitten wir:
Höre uns!
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Gebet für einen Einschulungsgottesdienst