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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

13. Sonntag nach Trinitatis

Wer ist denn mein Nächster? fragt der Schriftgelehrte. Jesus kehrt, wie wir wissen, die Frage um: Für wen bist du Nächster? Die Geschichte vom ›barmherzigen Samariter‹, die heute als Evangelium gelesen wird (Lk 10,25-37), steht mit Recht für Menschlichkeit schlechthin. Und sie steht gegen alle Versuche, anderen Menschen — oder Gruppen anderer Menschen — das Menschsein abzusprechen, sie zu ›entmenschlichen‹, wie dies die Räuber, aber auch Priester und Levit auf ihre Weise tun.

Als Gegentext dazu lässt sich womöglich die Geschichte der beiden Brüder Kain und Abel (alttestamentliche Lesung 1 Mose 4,1-16a) lesen: »Soll ich meines Bruders Hüter sein?« Bemerkenswert ist freilich, dass auch Kain, der Mörder, als Mensch gezeichnet und geschützt wird. Mit Recht stellt der Wochenspruch Mt 25,40 den Bezug zum großen Gleichnis vom Weltgericht her: »Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern...« Er schlägt damit den Bogen zur Epistel 1 Joh 4,7-12, die alle Bruder- und Menschenliebe — und damit auch alle Menschlichkeit und Menschenwürde — in der Liebe Gottes zu uns Menschen gründen lässt: »Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns...«

Das zweite Tagesgebet verweist auf Jesus und bittet: »Lass uns nach seinem Vorbild gütig und barmherzig werden«. Das dritte beginnt sehr poetisch: »Ich suche dich, Gott, am Morgen eines jeden Tages. Ich suche dich mit dem Licht der heller werdenden Sonne«, um dann — offensichtlich mit Bezug auf das Evangelium — fortzufahren: »So will ich lernen, dich zu finden in denen, die neben mir sind...«

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 10,25-37
Predigt: Apg 6,1-7
Wochenlied:  Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ (EG 343)

 

Fürbitten für den 13. Sonntag nach Trinitatis

Mach uns barmherzig, Christus!
Lehre uns Menschen die Werke der Barmherzigkeit!
Erfülle uns mit Liebe und mit Glauben.

Erfülle deine ganze Kirche mit Liebe und mit Glauben,
mache sie glaubwürdig in ihrem Tun.
Wecke sie aus ihrer Sicherheit auf.
Nimm ihr die Sorge um den nächsten Tag und die kommende Zeit.
Berufe Frauen und Männer für den Dienst der Verkündigung
und für den Dienst an den Notleidenden.
Verbinde die Werke der Liebe und die Worte des Glaubens miteinander.
Schenke uns beides, die Liebe und den Glauben.

Wir bitten dich:
Christus, erhöre uns.

Mach uns barmherzig, Christus!
Lehre uns Menschen die Werke der Barmherzigkeit!
Berufe in deiner Gemeinde neue Diakoninnen und Diakone.
Erfülle sie mit deinem Geist
damit sie Kranke, Einsame und Pflegebedürftige besuchen,
damit sie Menschen mit Behinderungen unterstützen,
damit sie die Altgewordenen begleiten,
die Gefangenen nicht vergessen
und den Obdachlosen und Fremden beistehen.
Schenke Ihnen Mut und deinen Beistand.

Wir bitten dich:
Christus, erhöre uns.

Mach uns barmherzig, Christus!
Lehre uns Menschen die Werke der Barmherzigkeit!
Erfülle unsere Welt mit deinem Frieden.
Mach dem Hass und dem Krieg ein Ende:
im Kaukasus, im südlichen Afrika, im Irak, in Afghanistan.
Verbanne die Gier aus dem Denken der Mächtigen,
lass sie Gerechtigkeit und Frieden suchen.
Schenke ihnen Liebe zu deiner Schöpfung,
Respekt vor dem Nächsten
und das Wissen um ihre Verantwortung vor Gott, unserem Schöpfer.

Wir bitten dich:
Christus, erhöre uns.

Mach uns barmherzig, Christus!
Lehre uns Menschen die Werke der Barmherzigkeit!
Erfülle mit deiner Nähe alle, die zu dir gehören.
Sei mit denen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.
Begleite die, die zu uns gehören und unserem Herzen nahe sind.
Du kennst sie mit Namen.
Sei mit deiner Barmherzigkeit bei ihnen.
Hülle unsere Verstorbenen ein in deine ewige Barmherzigkeit.
Lass sie und uns nicht verloren gehen.

Du kennst unsere Bitten, noch bevor wir sie ausgesprochen haben.
Nimm unsere Fürbitte an, Christus und erhöre uns.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet