Die Epistel Apg 2,41a.42-47 erzählt, wie die Geschichte weitergeht, nach Ostern und Pfingsten: »...und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen«. Wieder einmal wird deutlich: Das Christentum tritt als Ess- und Trinkgemeinschaft — als eine Mahlgemeinschaft — in die Geschichte ein, nicht zuerst als eine Lehrveranstaltung oder Diskussionsrunde. Dazu stimmt der Eingangspsalm 107 mit seiner Antiphon: »Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden...« (Ps 22,27).
Der Wochenspruch Eph 2,19 schlägt den Bogen zur Epistel des 2. Sonntags nach Trinitatis, an dem ebenfalls eine Mahlgeschichte im Mittelpunkt steht: Nicht mehr Gäste und Fremdlinge seid ihr, sondern Mitbürger und Hausgenossen. Zweites und drittes Tagesgebet thematisieren Christus als »Brot des Lebens« und geben damit die Richtung für eine mögliche Auslegung der Lesungen an: »Jesus Christus, du stillst unsere Sehnsucht nach Leben, von dir kommt das Brot, das den Hunger vertreibt.«
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Joh 6,1-15
Predigt: 2.Mose 16,2-3.11-18
Wochenlied: Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen (EG 221)
Gott, hilf uns!
So reich hast du diese Welt erschaffen, Gott.
Korn und Wasser gibt es und niemand müsste hungern.
Wachteln und Manna schenkst du in der Wüste.
Milch und Honig fließen,
sogar Wein ist für alle im Überfluss vorhanden.
Gott, hilf uns!
Das Nötige gibst du, Gott
genauso wie den Reichtum.
Und doch verhungern Menschen und Tiere.
Und doch vertrocknen Böden.
Und doch führen Menschen Krieg um Wasser, Brot und Öl.
Gott, hilf uns!
Menschen kämpfen gegen den Hunger.
Sättige sie, so wie du durch Christus
die Hungernden mit Broten und Fischen gesättigt hast.
Sei mit den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft,
lass sie auf dich schauen und nicht auf ihr eigenes Wohl.
Gott, hilf uns!
Menschen kämpfen für ein Leben in Gerechtigkeit.
Gib ihnen deinen Geist,
damit sie wie die erste Gemeinde
das Brot in den Häusern teilen genauso wie dein Wort.
Sei mit allen Hilfsorganisationen.
Segne ihr Tun,
lass ihren Worten Taten folgen.
Gott, hilf uns!
Menschen kämpfen für die Freiheit.
Gib ihnen deine Liebe, so wie du Christus liebst.
Schenke ihnen Geduld,
damit sie Schmerzen und Niederlagen ertragen können.
Sei mit allen Gemeinden, die verfolgt werden.
Segne die Christinnen und Christen in Malaysia.
Gott, hilf uns!
Frauen und Männer kämpfen um Gleichberechtigung.
Gib ihnen Respekt füreinander,
dass sie einander verstehen und einander als deine Ebenbilder erkennen.
Sei mit den Frauen, die unterdrückt und gedemütigt werden.
Sei mit den Frauen und Kindern, die verschleppt
und zur Prostitution gezwungen werden.
Sei mit unseren Kindern,
und laß uns glaubwürdige Vorbilder sein.
Gott, hilf uns!
Christinnen und Christen kämpfen um die Einheit deiner Kirche.
Gib deiner Kirche den Geist, um den Christus dich gebeten hat.
Lass sie in der Vielfalt der Bekenntnisse für dich Zeugnis ablegen.
Sei mit allen Gemeinden,
mit allen, die mit Worten und Taten dein Wort verkündigen.
Sei mit den großen Kirchen, wie hier in Deutschland
und mit den kleinen Kirchen, wie den lutherischen Christinnen und Christen im Kongo.
Gott, hilf uns!
Überall auf der Welt kämpfen Menschen für ein Leben in Würde.
Lass sie im Leidenden dich erkennen.
Gib ihnen Ausdauer und Gelassenheit,
damit sie nicht aufgeben.
Sei mit denen, die andere pflegen,
sei mit denen, die Kranken und Sterbenden beistehen.
Zeige durch sie die Würde, die du allem Leben geschenkt hast.
Laß sie nicht am Sinn ihres Tuns zweifeln
Und tröste sie.
Gott, hilf uns!
Dir vertrauen wir uns an.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet