So wie Petrus und seine Kollegen gegen alle Erfahrung handelten, als sie sich von Jesus überreden ließen, noch einmal die Netze auszuwerfen, so ist auch der Glaube an »den gekreuzigten Christus« ein Hoffen und Handeln gegen alle Erfahrung — ein Hoffen und Handeln, das freilich dennoch, wie das Beispiel der Fischer am See zeigt, durch Erfahrung bestätigt werden soll. Denn »Gottes Kraft und Gottes Weisheit« erweisen sich am Ende stärker als alle Erfahrungen der Fachleute, die mit ›wissenschaftlicher‹ Zuverlässigkeit erklären können: ›Fische gibt es da schon lange nicht mehr‹. Abraham, der in der alttestamentlichen Lesung 1 Mose 12,1-4a aus seiner Heimat aufbricht, fünfundsiebzig Jahre alt, allein auf das Wort seines Herrn hin in die Fremde und ins Ungewisse zieht, liefert ein weiteres Beispiel für solche Erfahrung mit der Erfahrung.
Die Tagesgebete vermögen heute die Breite und Tiefe dieser Glaubens-Erfahrungen nur unzureichend zum Ausdruck zu bringen: »Öffne uns Ohren und Herzen, dass wir auf deinen Ruf hören und dem nachfolgen, den du gesandt hast«, betet das zweite; doch damit fangen die wunderbaren Erfahrungen, von denen heute zu reden ist, ja erst an.
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 5,1-11
Predigt: 2.Thess 3,1-5
Wochenlied: Preis, Lob und Dank sei Gott, dem Herren (EG 245)
Gott, du bist voller Liebe.
Schau mit deiner Liebe auf uns,
auf unser Land,
auf unsere Stadt (unseren Ort),
auf alle, die für andere da sind.
Gott, du bist voller Liebe.
Schau mit deiner Liebe auf die ganze Welt.
auf die Friedensbemühungen im Heiligen Land,
auf die Menschen in Simbabwe,
auf die Menschen, die vor Krieg und Hunger fliehen,
auf die politisch Verantwortlichen.
Gott, du bist voller Liebe.
Schau mit deiner Liebe auf deine Schöpfung,
auf die Menschen, die unter Naturkatastrophen leiden
in China, in Birma, in den USA,
auf die Kinder, die in Angst vor der Veränderung des Klimas leben.
Schau mit deiner Liebe auf sie alle.
Erfülle sie mit deiner Liebe.
Laß deine Liebe durch ihr Tun und Reden sichtbar werden.
Durch Christus rufen wir dich an: erhöre uns.
Gott, du bist geduldig.
Schau mit deiner Geduld auf unsere Gemeinde,
auf alle, die dein Wort hören.
auf alle, die mit ihrem Handeln für dich Zeugnis ablegen.
Gott, du bist geduldig.
Schau mit deiner Geduld auf die Kirche
auf die Tagung des Rates des Lutherischen Weltbunds in dieser Woche in Tansania,
auf alle Bemühungen für die Einheit deiner Kirche.
Gott, du bist geduldig.
Schau mit deiner Geduld auf die Gemeinden, die bedrängt werden.
Schau auf die Kopten in Ägypten,
auf die Christinnen und Christen in Indonesien.
Schau mit deiner Geduld auf deine ganze Kirche.
Gib ihr Geduld,
damit sie auch in Angst Jesus Christus nachfolgt.
Durch Christus rufen wir dich an: erhöre uns.
Gott, du bist treu.
Schau mit deiner Treue
auf die leidenden Menschen,
auf die Verzweifelten und Betrogenen
auf die Kranken und Sterbenden,
auf die Ausgeschlossenen und Verlassenen,
auf die Trauernden.
Gott, du bist treu.
Schau mit deiner Treue
Auf alle, die sich danach sehnen,
dass das Böse besiegt wird und der Tod nicht mehr herrscht.
Gott, du bist treu.
Schau mit deiner Treue
auf unsere Verstorbenen.
Gott du bist voller Liebe, Geduld und Treue.
Präge dich deiner Schöpfung ein,
damit Liebe, Geduld und Treue alles Leben erfüllt.
Durch Christus rufen wir dich an: erhöre uns.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Auf der Höhe des Jahres halten wir inne,
ewiger Gott.
Unsere Zeit steht in deinen Händen.
Mit Dank schauen wir zurück,
denn deine Gegenwart begleitet uns
auf unserem Weg aus der Dunkelheit.
Mit Hoffen sehen wir dem Kommenden entgegen.
Denn du bist uns nahe,
wenn wir uns dem Licht der Sonne entgegenstrecken.
Auf der Höhe des Jahres halten wir inne,
reicher Gott und bitten dich:
Gib deinen Segen,
laß reifen, worum wir uns in den letzten Wochen und Monaten gemüht haben:
die Ernte auf den Feldern und in den Gärten,
das Lernen in den Schulen,
die Arbeit in allen Häusern,
das Leben in allen Gemeinschaften
sei mit deiner Gegenwart in unserem Tun.
Auf der Höhe des Jahres halten wir inne,
barmherziger Gott und bitten dich:
gib Mut und Gelassenheit für das Kommende.
Begegne den Ängsten,
wenn das Dunkel wieder zunimmt.
Sei mit deiner Liebe gegenwärtig,
wenn Zweifel und Scheitern das Leben überschatten.
Laß dein Licht leuchten, wenn sich die Sonne verbirgt.
Auf der Höhe des Jahres halten wir inne,
heiliger Gott und bitten dich:
öffne die Ohren und Herzen der Menschen für dein Wort.
öffne die Augen der Menschen für die Taten der Liebe.
Mache deine Kirche glaubwürdig, dass sie wie Johannes auf Christus weist.
Vollende, was du begonnen hast und
führe uns von der Höhe des Jahres dir entgegen.
Amen.