Der 3. Sonntag nach Trinitatis steht im Zeichen des Rettung des ›Verlorenen‹. In den Lesungen begegnen uns nicht nur die beiden verlorenen Söhne, sondern auch das verlorene Schaf, der verlorene Groschen (Lk 15,3-10), der verlorene Oberzöllner Zachäus (Lk 19,1-10), das verlorene Volk (Hes 18,1-4.21-24-30-32) — wobei die alttestamentliche Lesung zugleich eindringlich uns Gottlose einzeln zur Umkehr auffordert; denn auf die sauren Trauben, die unsere Väter gegessen haben, können wir uns nicht länger berufen. Und die Epistel 1 Tim 1,12-17 bringt das alles sozusagen auf den christologischen Begriff: Jesus Christus ist gekommen, »um die Sünder selig zu machen«.
Recht überzeugend fasst das diesmal das dritte Tagesgebet in Worte: »Jesus Christus, du freust dich über das Verlorene, das du wiederfindest. Wir lassen uns anstecken von dieser Freude, wir lassen uns einladen zu deinem Fest«. In großen Bildern redet der Eingangspsalm von der gleichen Sache: »So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein« (Ps 103).
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 15,1-7.(8-10)
Predigt: Hes 18,1-4.21-24.30-32
Wochenlied: Allein zu dir, Herr Jesu Christ (EG 232)
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
Laß Frieden unser Leben bestimmen und
sei mit deinem Frieden, Gott, wo wir uns versündigen.
Sei mit denen, die hungern.
Sei mit denen, die weltweit unter den Folgen einer verfehlten Politik leiden.
Sei mit denen, die von der Teilhabe am Leben ausgeschlossen sind.
Sei mit denen, die einander nicht verstehen.
Sei mit deiner leidenden Schöpfung.
Sei mit deinem Frieden, Gott, in uns.
So bitten wir dich:
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
Laß Recht und Gerechtigkeit unser Leben bestimmen und
sorge du, Gott, für Recht und Gerechtigkeit, wo wir versagen.
Sorge für die Menschen, die für gerechte Lebensverhältnisse in unserer Stadt und in unserem Land arbeiten.
Sorge für die Menschen, die sich in unserer Gesellschaft und in aller Welt dem Unrecht widersetzen.
Sorge für die, denen das Unrecht die Hoffnung raubt.
Sorge für die Kirche Jesu Christi weltweit.
Sorge für die Gemeinden, die verfolgt werden und in Angst leben.
Sorge für die Christinnen und Christen aller Konfessionen in der Türkei.
Sorge mit deinem Recht und deiner Gerechtigkeit, Gott, für uns.
So bitten wir dich:
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
Laß deinen Ruf zur Umkehr unser Leben bestimmen und
greif ein, Gott, wo wir selbst zur Umkehr nicht fähig sind.
Greif ein, wo wir ohnmächtig zuschauen müssen:
wenn Haß und Gewalt ausbrechen.
Greif ein, wo wir nicht weiter wissen:
bei den Traurigen und Verletzten.
Greif ein, wo wir nur stumm sind:
Bei den Verzweifelten.
Greif ein, wo wir hilflos sind:
bei denen, die auch heute noch vom Unglück bei Eschede betroffen sind.
Greif ein, wo wir dem Tod begegnen.
bei den Sterbenden und den Trauernden.
Sorge mit deinem ewigen Leben, Gott, für uns und deine ganze Welt.
So bitten wir dich:
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
Laß unsere Herzen neu werden, du unser Gott,
und erneuere unseren Geist,
damit wir umkehren und leben.
So bitten wir dich durch Christus.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet