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Vom Sonntag her leben - Der Weihnachtsfestkreis - Weihnachten

1. Sonntag nach Epiphanias

Auf die Sonntage zwischen Epiphanias und dem Beginn des Osterfestkreises fällt noch das Licht des Erscheinungsfestes, so dass man in gewisser Weise von einer geprägten ›Epiphaniaszeit‹ sprechen kann. Ihre Zahl ist abhängig vom Osterdatum. Liegt Ostern sehr früh — zum Beispiel am 22. März — kann sich ihre Zahl bis auf einen Sonntag verringern. Der sechste und letzte Sonntag nach Epiphanias wird als Tag der Verklärung Christi immer nach einem eigenen Formular begangen. Die liturgische Farbe ist — bis auf den letzten Sonntag, der als Christusfest die weiße Farbe hat — grün.

Am Sonntag nach dem 6. Januar begeht die katholische Kirche das Fest der Taufe des Herrn. Auch das Evangelische Gottesdienstbuch stellt an diesem Tag die Taufe Jesu in den Mittelpunkt. Evangelium ist Mt 3,13-17, das früher als zweite evangelische Lesung dem Epiphaniasfest zugeordnet war. Die alttestamentliche Lesung, das Gottesknechtlied aus Jes 42,1-4(5-9), schlägt die Brücke vom Evangelium zu den Verheißungen des ersten Bundes: »Siehe, das ist mein Knecht — ich halte ihn — und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.« Die Epistel Röm 12,1-3(4-8) lässt sich auf dem Hintergrund des Evangeliums als Mahnung an die Christen verstehen, die Taufe in der Erneuerung des Sinns zu bewähren.

Alle drei Tagesgebete nehmen das Taufthema auf; erstes und zweites Gebet stellen eine Beziehung zwischen der Sohnschaft Jesu und der Gotteskindschaft der Getauften her, auch das dritte akzentuiert den Gedanken der Nachfolge: »Mit Wasser getauft, mit dem Geist gesegnet, mit deiner Stimme berufen: Dass wir auf ihn hören und ihm folgen ...« Der festliche Charakter dieses Sonntags wird auch dadurch unterstrichen, dass das Evangelischen Gottesdienstbuch ihm eine eigene Präfation zuordnet: »In seiner Taufe ist er zu uns getreten als Bruder, uns vom ewigen Tode zu erlösen« (S. 622).