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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

2. Sonntag nach Trinitatis

Das Boot ist noch lange nicht voll: Der Knecht, der im Auftrag des Gastgebers die ungebetenen Gäste zum Festmahl gebeten hat, formuliert mit diesem Satz — »Es ist aber noch Raum da« (V. 22) — die zentrale Aussage des Sonntagsevangeliums (Lk 14,[15]16-24). Dass am Tisch Gottes und in seinem Reich ›Raum‹ ist für Arme, Verkrüppelte, Blinde, Lahme, auch für die auf den Straßen und an den Zäunen, steht im Zentrum der Verkündigung Jesu. In der alttestamentlichen Lesung Jes 55,1-3b(3c-5) wird das ebenso konkret wie drastisch entfaltet: »Die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!«

Die Epistel Eph 2,17-22 verleiht dem gleichsam eine ›rechtliche‹ Basis: Aus Gästen werden Mitbürger, aus Fremdlingen werden Hausgenossen. Nein, das Boot der Kirche ist noch lange nicht voll. Wieder ist es das zweite Tagesgebet, das diese Motive aufnimmt, sie zugleich auf uns ›ungebetene Gäste‹ bezieht: »Wir danken dir, dass wir ein Zuhause finden in deiner Kirche ... schenk uns Gemeinschaft an deinem Tisch...« Noch deutlicher ist der Eingangspsalm auf diese Botschaft bezogen: »Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass wir Menschenkinder Zuflucht haben unter dem Schatten deiner Flügel. Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses...« (Ps 36). Die vorgeschlagenen Wochenlieder EG 250 und 363 nehmen die Botschaft des Sonntagsevangeliums auf ihre Weise auf, und man sollte sie, soweit möglich, im Gottesdienst beide singen.

 

Wochengebet für den 2. Sonntag nach Trinitatis

Treuer Gott,
Du lädst uns ein.
Du sprichst mit uns.

Wir bitten dich für alle,
die dein Wort hören und weitersagen.
Wir bitten dich für alle,
die heute gemeinsam beten und dich loben:
für die Kirchen in aller Welt.
Wir bitten dich für alle,
die dein Evangelium verkündigen:
für die Frauen und Männer, die ohne Gefahr von Dir predigen können,
für die Männer und Frauen, die verfolgt werden, weil sie dich bezeugen.
Wir bitten dich für alle,
die dein Wort zur Tat werden lassen,
für die Diakone, Katechetinnen, Missionare,
für die geistlichen und diakonischen Gemeinschaften in aller Welt.

Begleite sie, wenn sie müde und schwach werden.
Zeige ihnen deine Liebe, damit sie in ihrem Zeugnis dir ähnlich werden.
Öffne unsere Augen für die Taten, die du durch sie tust.

Du lädst uns ein und bist uns treu, unser Gott. So bitten wir dich: Erhöre uns.

Barmherziger Gott.
Du lädst uns ein.
Du schenkst ein Zuhause.

Wir bitten dich für alle,
die ihr Zuhause verloren haben.
Wir bitten dich für alle,
die vor Gewalt und Haß flüchten:
besonders für die Menschen im südlichen Afrika.
Wir bitten dich für alle,
die verfolgt werden und ihre Heimat aufgeben:
besonders für die Christinnen und Christen im Irak.
Wir bitten dich alle Opfer von Naturkatastrophen:
besonders für die Menschen in China und Birma.

Begleite sie auf ihren Wegen voller Angst.
Zeige ihnen Wege zu neuer Geborgenheit.
Öffne unsere Herzen für ihre Not.

Du lädst uns ein und bist barmherzig, unser Gott. So bitten wir dich: Erhöre uns.

Gütiger Gott.
Du lädst uns ein.
Du deckst uns den Tisch.

Wir bitten dich für alle,
die vor leeren Tischen sitzen,
besonders für die Hungrigen in unserem Land und in aller Welt.
Wir bitten dich für alle,
die anderen in Not oder Angst helfen,
besonders für die Frauen und Männer, die andere pflegen.
Wir bitten dich für alle,
die einsam sind,
besonders für die an Leib und Seele kranken,
für die Sterbenden.

Begleite sie auf der Suche nach einem Platz im Leben.
Zeige ihnen Wege zu neuer Gemeinschaft.
Öffne unsere Hände, um den Hunger zu lindern.

Du lädst uns ein und bist gütig, unser Gott. So bitten wir dich: Erhöre uns.

An deinem Tisch werden wir satt.
An deinem Tisch haben wir Gemeinschaft.
An deinem Tisch finden wir Frieden.
Laß uns alle deine Einladung hören und ihr folgen durch Jesus Christus, in dem du uns Gemeinschaft und Frieden schenkst.

Amen

Einführende Informationen zum Wochengebet