Ursprungsort der liturgischen Dreifaltigkeitsfrömmigkeit und eines eigenen Festes waren vermutlich benediktinische Klöster. Im Jahre 1334 wurde das Fest von Papst Johannes XII. für die ganze Kirche verbindlich eingeführt und später auch von den Reformatoren beibehalten. Durch seine jetzige Stellung im Kirchenjahr kann es als thematische Bündelung jener heilsgeschichtlichen Ereignisse verstanden werden, die Gegenstand der großen Feste und Festzeiten des Kirchenjahres sind. Es setzt gleichsam den dogmatischen Schlusspunkt unter Weihnachten (Werk des Vaters), Ostern (Werk des Sohnes) und Pfingsten (Werk des Geistes).
In ähnlicher Weise deutet auch die Präfation den Sinn des Festes: »Du, Gott, hast uns erschaffen durch dein lebendiges Wort, du hast uns erlöst durch Leben, Tod und Auferstehung deines Sohnes und durch den Heiligen Geist in die Gemeinschaft der Heiligen berufen.« Auch die Tagesgebete knüpfen hier an: »Großer Gott, du hast Himmel und Erde erschaffen ... Du bist unter uns gewesen in Gestalt eines Menschen ... Dein Geist wohnt in uns und hält uns lebendig« (drittes Gebet).
Die Lesetexte für Trinitatis zeigen freilich die Schwierigkeit, das Trinitätsdogma aus biblischen Texten zu begründen. Das Evangelium Joh 3,1-8(9-15) erzählt von dem nächtlichen Besuch des Nikodemus bei Jesus. In dem Gespräch zwischen beiden geht es im Grunde um ein pfingstliches Thema: »Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.«
Die Epistel Röm 11,(32)33-36 preist die Unergründlichkeit und Tiefe Gottes. Die alttestamentliche Lesung Jes 6,1-13 berichtet die Tempelvision des Propheten und überliefert das ›Dreimalheilig‹, das die Serafim vor dem Throne Gottes singen — Bekenntnis zur Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes, vor dem alles Geschaffene, auch der Mensch, ›vergeht‹ (V. 5). Die liturgische Farbe an Trinitatis ist weiß.