Wichtig ist das geradezu absurde Zahlenverhältnis: Zehntausend Silberzentner gegen hundert Silbergroschen! Das Thema des Sonntags heißt ›Vergebung‹ — wobei zwischen der Vergebung, die wir von Gott erbitten, und der Vergebung, die wir einander gewähren, ein unlöslicher Zusammenhang besteht. Schuldenerlass ist Gottesdienst: Diese Folgerung lässt sich ziehen, liest man das Evangelium im Kontext der alttestamentlichen Lesung (Mi 6,6-8). Gott lässt sich nicht durch Tier- und Menschenopfer ruhig stellen. Er drängt auf eine Änderung des Verhaltens: »Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.« Und Paulus schreibt aus dem Gefängnis an die Gemeinde in Philippi (Epistel Phil 1,3-11): »Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde...«
Das zweite Tagesgebet steht in einer deutlichen Bezug zum Evangelium: »...dass wir einander lieben, wie du uns liebst, einander vergeben, wie du uns vergibst...« Das dritte preist die »erfinderische Liebe« Gottes, der es nicht erträgt, dass einer seiner Menschen verloren geht — Gedanken, die sehr gut zum 3. Sonntag nach Trinitatis passen würden. Der Leitvers zum Eingangspsalm 143 sollte heute das erste und letzte Wort im Gottesdienst behalten: »Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.«
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mt 18,21-35
Predigt: 1.Joh 2,(7-11)12-17
Wochenlied: Herr Jesu, Gnadensonne (EG 404)
Bei dir, Gott, scheint das wahre Licht.
Vor dir weicht die Finsternis.
Du bist Liebe,
bei dir ist Vergebung.
Vor dich bringen wir die ganze Welt.
Erhelle sie mit deinem Licht.
Deine Liebe durchdringe sie.
Erhelle mit deinem Licht die Orte,
an denen Menschen hungern.
Erhelle mit deinem Licht die Orte,
wo Lüge und Gier herrschen
und wo sich der Stärkere mit Gewalt durchsetzt.
Durchdringe die Welt mit deiner Liebe,
damit die Hungernden satt werden,
damit die Wahrheit zu Ehren kommt,
damit die Schwachen leben können.
Dein Licht und deine Liebe suchen wir,
wir bitten dich:
erhöre uns.
Erleuchte
die Mächtigen,
damit sie ihre Macht mit Weisheit ausüben,
die Klugen,
damit sie ihr Wissen zum Wohle deiner Schöpfung anwenden,
die Erwachsenen,
damit sie den Jüngeren zeigen, wie das Böse überwunden wird,
die Kinder,
damit sie die Liebe als Richtschnur für ihren Weg durch deine Welt entdecken.
Dein Licht und deine Liebe suchen wir,
wir bitten dich:
erhöre uns.
Breite dein Licht in deiner Kirche aus,
zeige durch sie,
wie sehr du die Welt liebst.
Erfülle mit deiner Liebe das Leben in den Gemeinden.
Lass deine Kirche eins sein.
Behüte deine Kirche im Irak und in Indien.
Vertreibe die Finsternis aus deiner Kirche.
Lass sie umkehren, wo sie sich von dir entfernt.
Dein Licht und deine Liebe suchen wir,
wir bitten dich:
erhöre uns.
Vertreibe mit deinem Licht die Angst.
Nimm dich derer an, die vor Sorge vergehen.
Sei mit deiner Stärke bei denen,
die anderen helfen,
die andere pflegen,
die sich für ihre Nächsten aufopfern.
Tröste die Trauernden.
Hülle in dein Licht die Verstorbenen ein.
Lass uns Vergebung finden.
Dein Licht und deine Liebe suchen wir,
wir bitten dich:
erhöre uns.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen