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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

20. Sonntag nach Trinitatis

Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden: Der 20. Sonntag nach Trinitatis ist gleichsam der Ehe- und Familiensonntag des Kirchenjahres. Das Evangelium Mk 10,2-9(10-16) erzählt nicht nur davon, wie Jesus die Fangfrage der Pharisäer zur Ehescheidung beantwortet, sondern auch — in der längeren Fassung — davon, wie er die Kinder segnet. Die Epistel 1 Thess 4,1-8 macht darüber hinaus deutlich, dass »gierige Lust« (V. 5) nicht nur das Verhältnis der Geschlechter, sondern auch das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben schlechthin zu belasten und zu zerstören imstande ist:

»Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel«. Die alttestamentliche Lesung (1 Mose 8,18-22) dehnt das auf die gesamte Schöpfung aus: Zusammen mit allem Getier verlässt Noah mit seiner Frau, seinen Söhnen und deren Frauen die Arche und baut Gott einen Altar auf der neu gewonnenen Erde. Zugleich wird deutlich, dass alle irdische — natürliche wie gesellschaftlich-kulturelle — Ordnung auf der verlässlichen, ordnenden, schützenden Zusage Gottes beruht: »Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.«

Dazu stimmt der Eingangspsalm 19, wenn er die Ordnungen Gottes nacheinander als »vollkommen«, »gewiss«, »richtig« und »lauter« preist. Das zweite Tagesgebet fasst wohl besonders Ehe und Familie in den Blick, wenn es um Erneuerung für »die Kraft unserer Liebe« bittet. Dass wir in Entscheidungs- und Krisensituationen »mutige Schritte wagen«, ist Anliegen des dritten.

Die Texte dieses Sonntags können auch mit denen des 23. Sonntags nach Trinitatis getauscht werden.

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mk 10,2-9.(10-16)
Predigt: 1 Thess 4,1-8
Wochenlied
: Wohl denen, die da wandeln (EG 295)

Fürbitten für den 20. Sonntag nach Trinitatis
am 17. Oktober 2010

Du Gott der Liebe,
aus deinen Händen empfangen wir unser Leben.
Du schenkst uns Menschen,
die zu uns gehören.
Wir danken dir für alle gelingenden Beziehungen,
für Liebe, Respekt, Fürsorge und Hilfe, die wir erfahren.
Mache auch uns fähig,
unsere Nächsten zu lieben,
diejenigen zu respektieren, die uns fremd sind
und zu helfen, wo Not herrscht.
Wir bitten dich:
Komm mit deinem Geist und schenke neues Leben!

Du Quelle des Lebens,
du rettest und hilfst in der Not.
Wir danken dir für die Rettung der Bergleute in Chile,
wir danken dir, wenn du uns in Gefahren behütest.
Erbarme dich aller,
die gefangen und verschleppt sind,
beschütze die Flüchtlinge,
schaffe Gerechtigkeit,
damit auch die Armen satt werden.
Wir bitten dich:
Komm mit deinem Geist und schenke neues Leben!

Du Friedensbringer,
dein Friede ist größer als unsere menschliche Sehnsucht.
Wir danken dir für den Mut aller,
die auf Gewalt verzichten
und dem Hass nicht erliegen.
Lehre die Mächtigen durch deinen heiligen Geist,
dass sie die ihnen anvertrauten Menschen achten
und für das Wohl aller sorgen.
Stärke die Friedensstifter.
Wir bitten dich:
Komm mit deinem Geist und schenke neues Leben!

Du lebendiges Wort,
du richtest auf und machst lebendig,
du berufst uns, deine Kirche zu sein.
Wir danken dir für unsere Gemeinde,
für die Jungen, die nach dir fragen,
für die Alten, die dir vertrauen,
für die Schwestern und Brüder in aller Welt.
Du lässt uns nicht allein.
Du überlässt uns nicht dem Tod.
Sei bei den Kranken, nimm dich der Sterbenden an,
tröste die Trauernden.
Im Vertrauen auf Jesus Christus, der den Tod überwunden hat,
bitten wir dich:
Komm mit deinem Geist und schenke neues Leben!
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen