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Vom Sonntag her leben - Der Weihnachtsfestkreis - Die Sonntage im Advent

"Kopf hoch": Der 2. Advent

Kopf hoch: Das ist die Glaubens-Haltung, zu der der 2. Sonntag im Advent auffordert. Das »Ende der Geschichte« — und das heißt: das Ende von Unrecht, Gewalt, Leid, Tod — ist nahe. Die Thematik von Wiederkunft Christi und Gericht prägt den Charakter dieses Sonntags. Evangelium ist Lk 21,25-33 (Zeichen des Endes), Epistel Jak 5,7-8 (»Seid geduldig, liebe Brüder, bis der Herr kommt«). Die alttestamentliche Lesung Jes 63,15-16 ist Teil eines Buß- und Bittgebetes des Gottesvolkes, von den gleichen Motiven bestimmt wie der Eingangspsalm, der nach der rettenden Erscheinung Gottes schreit: »Du Hirte Israels, höre, der du dein Volk hütest wie Schafe, erscheine!«

Nicht als bedrohliche Katastrophe, sondern als inständig erflehte, sehnlich erhoffte Erlösung wird in all dem das endliche Kommen Christi geschaut und beschrieben: »Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht« (Wochenspruch, zugleich Kernsatz des Evangeliums).

Das Wochenlied EG 6 nimmt diese freudige Stimmung auf: »Ihr lieben Christen, freut euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn...«, ebenso wie das erste Tagesgebet: »..dass wir bereit sind, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freude zu empfangen.« Während das zweite Tagesgebet den Gerichtsgedanken akzentuiert, nimmt das dritte Gebet ganz stark das Motiv sehnsüchtiger, flehentlicher Erwartung auf: »Damit aus Schreien der Verzweiflung und Angst ein Loblied wachsen kann...«

Liturgische Farbe: violett
Evangelium: Lk 21,25-33
Predigt: Jes 63, 15-16 (17-19a) 19b; 64 1-3
Wochenlied: Ihr lieben Christen, freut euch nun (EG 6)

Gebet für den 2. Advent
(4. Dezember 2011)

Ach, dass du doch eingreifen mögest,
du bist doch unser Gott.
Noch immer bist du für uns da.

Schau herab, du unser Gott
und sieh die Mächtigen.
Greife ein.
Sei du ihr Ratgeber,
denn sie wissen keine Hilfe.
Schau herab,
sieh die Skrupellosen,
sieh die Gewinnmaximierer.
Greif ein,
damit das Brot der Armen nicht weiter vernichtet wird,
damit unsere Kinder eine Zukunft haben.
Komm und sei unser Gott.
Komm und erbarme dich.

Schau herab, du unser Gott
und sieh uns Suchende.
Führe uns auf den Weg zum Leben zurück.
Greife ein.
Die Verzweifelten sehen nur Finsternis.
Die Verletzten vergehen vor Schmerz.
Die Verängstigten finden keinen Mut.
Greif ein,
damit die Trauernden getröstet werden,
damit Hass und Gewalt aufhören,
damit Frieden wird –
bei uns, in aller Welt.
Komm und sei unser Gott.
Komm und erbarme dich.

Schau herab, du unser Gott
und sieh deine leidende Schöpfung.
Stille ihre Sehnsucht.
Greif ein,
damit die Ströme lebendiges Wasser führen,
damit die Luft nicht weiter vergiftet wird,
damit die Erde fruchtbar ist.
Komm und sei unser Gott.
Komm und erbarme dich.

Schau herab, du unser Gott
und sieh auf deine Kirche.
Begeistere sie.
Greife ein,
wenn sie verfolgt wird,
wenn Streit und Missgunst herrschen,
wenn sie dich vergisst.
Greif ein,
damit sie sehnsüchtig auf dich wartet,
damit sie dich verkündigt,
damit sie zum Segen für diese Welt wird.
Komm und sei unser Gott.
Komm und erbarme dich.

Wir hoffen auf dich,
wir glauben an dich,
darum komm und erbarme dich,
um Jesu Christi Willen.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen