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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

19. Sonntag nach Trinitatis

Heile du mich Herr, so werde ich heil (Wochenspruch Jer 17,14): Sündenvergebung und Gesundung, Heil und Heilung sind im heutigen Evangelium, der Geschichte von der Heilung des Gelähmten (Mk 2,1-12), auf eigentümliche Weise miteinander verbunden. Es ist eine sehr drastische Geschichte — das Gedränge der Menge, das Loch im Dach, der Streit mit dem Schriftgelehrten, der plötzliche ›Aufstand‹ des Geheilten, der mit dem Bett unter dem Arm abzieht.

Drastisch sind auch die Ereignisse, die der Erneuerung des Bundesschlusses vorausgehen, von der die alttestamentliche Lesung (2 Mose 34,4-10) erzählt. Das eigentliche »Wunder« (V. 10) besteht auch hier darin, dass Gott seinem Volk Missetat und Sünde vergibt (V. 9). Dass der »alte Mensch« »sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet«, weiß schließlich auch der Schreiber der Epistel (Eph 4,22-32). Seine Weisungen an den »neuen Menschen« sind darum zugleich Ratschläge für ein wirklich ›heiles‹, geheiltes Leben.

»Lehre uns so zu leben, wie du es geboten hast«, formuliert das zweite Tagesgebet mit Bezug auf AT-Lesung und Epistel, und das dritte betont erst recht den Zusammenhang von ›Heil‹ und ›Wohl‹, wie er von den Texten dieses Sonntags thematisiert wird: »Komm mit deiner Wärme, die wohl tut und heilt...«. Es befindet sich dabei durchaus in Übereinstimmung mit dem Eingangspsalm: »Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!«

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mk 2,1-12
Predigt: Mk 1,32-39
Wochenlied: Nun lasst uns Gott, dem Herren, Dank sagen (EG 320)

Fürbitten für den 19. Sonntag nach Trinitatis
(30. Oktober 2011)

Jesus Christus, du Quelle des Lebens,
diese Welt sehnt sich nach Heilung.
Dein Wort verwandelt und befreit.
Christus, wir bitten dich:
Sprich nur ein Wort.

Jesus Christus, du Quelle des Lebens,
die Kranken sehnen sich nach Heilung.
Sieh auf die Verletzten,
die Opfer von Naturkatastrophen,
die Hungernden,
die Flüchtlinge,
die Obdachlosen,
die Verzweifelten und Schwermütigen,
die Hoffnungslosen.
Rühre sie an
Sei ihnen nahe.
Wandele ihr Leid.
Sprich das eine Wort, das heilt.
Christus, wir bitten dich:
Sprich nur ein Wort.

Jesus Christus, du Quelle des Lebens,
diese Welt sehnt sich nach Frieden und Gerechtigkeit.
Sieh auf die Herrschenden in ihrem Entscheiden für das Wohl der Völker.
Sieh auf die Menschen in Libyen und Tunesien
unter ihren neuen Machthabern.
Sieh auch unser Land und alle,
die in ihm Verantwortung tragen.
Verwandele die Herzen der Mächtigen durch dein Wort
und lenke ihre Schritte auf den Weg des Friedens.
Christus, wir bitten dich:
Sprich nur ein Wort.

Jesus Christus, du Quelle des Lebens
deine Gläubigen sehnen sich danach,
dir mutig und glaubwürdig nachzufolgen.
Sieh auf deine Kirche,
auf die kleinen und auf die großen Gemeinden,
auf die Christen, die dich im Verborgenen loben,
und auf die, die in Ängsten leben.
Sieh auf alle, die in deiner Kirche Verantwortung tragen,
auf die Bischöfinnen und Bischöfe,
auf die Synoden und ihre Tagungen in dieser Woche.
Öffne die Herzen aller, die an dich glauben,
für dein heilendes Wort und Sakrament.
Christus, wir bitten dich:
Sprich nur ein Wort.

Jesus Christus, du Quelle des Lebens,
du tröstest und befreist,
du führst uns vom Tod zum Leben.
Nimm dich unserer an,
heile uns, so werden wir heil
heute und alle Tage.
Wir bitten dich:
Sprich nur ein Wort.
Amen

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen