Die Epistel 2 Tim 1,7-10 passt gut zu diesen österlichen Tönen; nicht nur, weil sie Christus als den verkündet, »der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat«, sondern auch, weil sie dem »Geist der Furcht« Widerstand leistet, der Tod und Verwesung verbreitet, wo man ihn gewähren lässt. »O Tod, wo ist dein Stachel nun«, singt das Wochenlied EG 113.
Eher moderat — und daher für Beerdigungsansprachen gut geeignet — preist die alttestamentliche Lesung aus Klgl 3,22-26.31-32 die täglich sich erneuernde Güte, Barmherzigkeit und Treue Gottes, die keinen auf ewig in den Tod verstößt (dazu singe man dann das zweite Wochenlied EG 364). »Gott des Lebens, du hast Christus von den Toten auferweckt und uns das ewige Leben erschlossen«: Was das zweite Tagesgebet in überlieferter Glaubenssprache ausdrückt, fasst das dritte in Bilder, die an das Evangelium anknüpfen, ohne die Radikalität seiner Auseinandersetzung mit dem Tod zu erreichen. »Begleite uns heraus aus verschlossenen Räumen, dass wir die Weite deiner Welt wahrnehmen und den Atem des Lebens entdecken...«
Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Joh 11,1.(2).3.17-27.41-45
Predigt: Klgl 3,22-26.31f.
Wochenlied: O Tod, wo ist dein Stachel nun (EG 113)
Gütiger Gott,
wir danken dir,
denn du hältst uns und
bewahrst uns.
Deine Treue ist größer als unser Versagen.
Groß ist deine Barmherzigkeit,
darum höre unser Beten.
Gütiger Gott,
täglich erleben wir,
wie die Mächtigen vom Frieden reden und ihn verraten.
Du weißt, wo Krieg herrscht,
du weißt, wo Hass regiert,
du weißt, wo Gewaltherrscher ihre Macht missbrauchen.
Komm mit deiner Menschenfreundlichkeit.
Groß ist deine Barmherzigkeit,
darum höre unser Beten.
Gütiger Gott,
täglich erleben wir,
wie Not und Elend nicht aufhören wollen.
Du weißt, wo Menschen wie Sklaven gehalten werden.
Du weißt, wo Schwache missbraucht werden.
Du weißt, wo Schulden und Hunger die Armen niederdrücken.
Komm mit deiner Gerechtigkeit.
Groß ist deine Barmherzigkeit,
darum höre unser Beten.
Gütiger Gott,
täglich erfahren wir,
wie deine Schöpfung seufzt.
Du weißt, wo die Flüsse und Meere vergiftet werden.
Du weißt, wo Verstrahlung alles Leben tötet.
Du weißt, wo Wälder gerodet werden
und das Saatgut manipuliert wird.
Komm mit deiner starken Kraft.
Groß ist deine Barmherzigkeit,
darum höre unser Beten.
Gütiger Gott,
täglich erfahren wir,
wie der Tod nach dem Leben greift.
Du kennst die Kranken und fühlst ihre Schmerzen.
Du kennst die Sterbenden und erlebst ihre Angst.
Du kennst die Trauernden und empfindest ihre Trauer.
Du kennst die Verzweifelten und spürst ihre Not.
Du kennst die Hoffnungslosen und erträgst ihr Dunkel.
Komm mit deinem Leben.
Groß ist deine Barmherzigkeit,
darum höre unser Beten.
Gütiger Gott,
täglich vertrauen wir dir.
Täglich strecken wir uns nach dir aus.
Du kennst die Deinen.
Du kennst deine Kirche.
Du kennst unseren Glauben.
Komm mit deiner Hilfe.
Groß ist deine Barmherzigkeit,
darum höre unser Beten
durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Herrn.
Amen.
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