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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

14. Sonntag nach Trinitatis

Wo sind aber die neun? Schon wieder steht ein Samariter im Mittelpunkt des Evangeliums (Lk 17,11-19). Diesmal ist es seine ›Dankbarkeit‹, die ihn zum Glaubens- und Lebensvorbild werden lässt. Während die neun anderen Aussätzigen nach ihrer Heilung rasch zur ›Normalität‹ des Lebens zurückkehren — ein ganz typisches Verhalten -, benimmt er sich in jeder Weise ›atypisch‹. Dass ihm allein wirklich ›geholfen‹ ist, zeigt, dass die Geschichte noch eine andere Ebene jenseits von Gesundheit, Wohlergehen und normalem Leben kennt. In welcher Beziehung hierzu die alttestamentliche Lesung von Jakobs Traum (1 Mose 28,10- 19a) steht, bleibt dem Einfallsreichtum des Lesers überlassen.

Es mag sein, dass der Stein, den der heimatlose Flüchtling zur Erinnerung an die nächtliche Gotteserscheinung errichtet, zugleich als Brücke zum Evangelium vom dankbaren Samariter fungiert. Auch die Konsonanz von Evangelium und Epistel (Röm 8,[12-13]14-17) ist nicht auf den ersten Blick einsichtig. Dass der Samariter sich vom Geist Gottes, nicht vom Geist der ›Normalität‹ treiben lässt und in seiner Dankbarkeit zugleich seiner Gotteskindschaft Ausdruck gibt, mag auch hier als Brücke dienen. Ist dem so, dann trifft das dritte Tagesgebet ziemlich genau den springenden Punkt, der die drei Texte miteinander verbindet: »Es gibt zu viel, das uns in Atem hält. Hilf uns, dass wir Sehende und Hörende werden für deine heilende Botschaft der Liebe...«

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 17,11-19
Predigt: Mk 1,40-45
Wochenlied: Von Gott will ich nicht lassen (EG 365)

Fürbitten für den 14. Sonntag nach Trinitatis
(25. September 2011)

Gnädiger Gott,
du erbarmst dich derer,
die keine andere Hilfe haben.
Höre uns, gnädiger und barmherziger Gott,
komm mit deiner heilenden Nähe.

Wir danken dir
für die Menschen,
denen das Ergehen anderer nicht gleichgültig ist,
für die, die andere pflegen und unterstützen,
für die, die Frieden stiften und Versöhnung bringen.
Wir bitten dichfür die Ausgestoßenen,
für die, die nicht dazugehören und doch
sehnsüchtig sind, an den Gütern des Lebens teilzuhaben,
für die Verachteten,
für die, die übersehen werden,
weil sie zu klein, zu arm, zu machtlos sind.
Höre uns, gnädiger und barmherziger Gott,
komm zu ihnen mit deiner heilenden Nähe.

Wir danken dir
für den Segen, den du reichlich gibst,
für das Gut, das in unseren Händen zum täglichen Brot wird.
Wir bitten dichfür die Mächtigen,
für die, die Entscheidungen über das Leben anderer treffen,
für die Händler an den Börsen und Banken,
für die politischen und militärischen Führer in aller Welt,
für die, die Einfluss haben, auf die Meinung anderer.
Höre uns, gnädiger und barmherziger Gott,
komm zu ihnen mit deiner heilenden Nähe.

Wir danken dirfür deine Schöpfung,
für die Orte von wunderbarer Schönheit,
für die Meere,
für die Berge,
für jeden Ort, an dem wir deine Gegenwart spüren.
Wir bitten dich
für die Dürregebiete und alle, die dort leben,
für die von Stürmen verwüsteten
und von Fluten zerstörten Landstriche
und alle, die dort leben,
für die verstrahlten und verpesteten Gebiete
und alle, die diese Gegenden nicht verlassen können.
Höre uns, gnädiger und barmherziger Gott,
komm zu ihnen mit deiner heilenden Nähe.

Wir danken dir
für dein Wort und das Geheimnis des Glaubens,
für die Gemeinschaft in dir,
für deine Kirche.
Wir bitten dich für die Bischöfe und Bischöfinnen,
für alle, die das Evangelium weitertragen,
für alle, die sich in ihrem Glauben
an Jesus Christus nicht schonen.
Wir bitten dich für unsere Gemeinde und
alle, die uns anvertraut sind.
Höre uns, gnädiger und barmherziger Gott,
komm zu ihnen mit deiner heilenden Nähe.

Durch Jesus Christus rufen wir dich an.
Amen.

Erntedank-Gebet 2011

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen