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Der Braunschweiger Landesbischof monierte, dass die letzte Veröffentlichung der römisch-katholischen Glaubenskongregation – „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre von der Kirche“ – „ärgerlich und traurig“ mache. „Ärgerlich, weil dadurch, dass uns immer wieder gesagt wird, wir seien aus der Sicht Roms keine Kirche, immer wieder auch Wunden aufgerissen werden und Abkühlung entsteht.“ So ein Dokument wirke wie eine „kalte Dusche“. Traurig mache der Text aus folgenden Gründen: „Zum einen, weil sich die römisch-katholische Kirche damit selbst isoliert.“ Indem die eigene Sicht absolut gesetzt und damit die notwendig anzuerkennende Perspektivität geisteswissenschaftlicher Aussagen negiert werde, verabschiede sich der Vatikan aus dem Kreis ernst zu nehmender wissenschaftlicher Theologie. Zum anderen, weil solche Dokumente – „wahrscheinlich bewusst und gewollt – vor allem auf die wachsende Zahl in den eigenen Reihen zielen, die ökumenisch voran wollen, vor allem in den Gemeinden“. Unabhängig von der ausgelösten Verärgerung sollten wir „das Unsrige dafür tun, das Klima durch den Text der Glaubenskongregation nicht weiter abkühlen zu lassen“, empfahl der Catholica-Beauftragte.
In seinem Bericht forderte er dazu auf, die Ökumene in der Ausbildung künftiger evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Lehrerinnen und Lehrer „gleichsam als eine Selbstverständlichkeit“ zu integrieren. „Es darf nicht sein, dass unsere Fachleute für Religion mit lediglich zufälligem ökumenischem Wissen ins Pfarr- oder Lehramt kommen.“
Weber informierte die Generalsynode, dass der Vorsitzender der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Karl Kardinal Lehmann, inzwischen offiziell mitgeteilt habe, dass die DBK der Einsetzung einer dritten Bilateralen Arbeitsgruppe mit der VELKD zugestimmt habe. Nach Auffassung des Catholica-Beauftragten seien die lutherischen Kirchen wegen ihres klaren konfessionellen Profils die vor allem gesuchten Gesprächspartner der römisch-katholischen Kirche. In einem Vorgespräch seien bereits mögliche Themenschwerpunkte erörtert worden. Dabei habe sich gezeigt, dass die bisher in den ökumenischen Dialogen praktizierte Methode des differenzierten Konsenses ihre Zeit gehabt habe. Er plädiere dafür, nach anderen Formen oder Wegen des Dialogs zu suchen, die mehr Aussicht auf Erfolg hätten als die Methoden der vergangenen Jahrzehnte.
Der Bericht des Catholica-Beauftragten kann hier (pdf-Format) abgerufen werden.