Pressemitteilung
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Evangelischer Glaube „kein Vitrinenstück“
Bischöfin Maria Jepsen predigte in Hamburger Hauptkirche St. Michaelis – Kritik an Antijudaismus in den Kirchen
Ahrensburg, den 15.10.2006
Der evangelische Glaube ist „kein Vitrinenstück“, das nur an Festtagen hervor geholt wird. Seine Bedeutung entscheidet sich daran, wie Glaube und Lehre in den Alltag umgesetzt werden, so Bischöfin Maria Jepsen in ihrer Predigt in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis am 15. Oktober im Rahmen der
Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). „Der Glaube an Gott und gelebte Frömmigkeit lassen sich nicht auf innerliche Spiritualität und nicht auf Schönwetterzeiten begrenzen, auch nicht auf vertraute Traditionen und Glaubensräume“. In das ökumenische und das interreligiöse Gespräch seien die Kernpunkte lutherischer Theologie – allein durch Glauben, allein durch Gnade, allein durch die Bibel, allein durch Christus – in der Sprache und mit Beispielen unserer Zeit einzubringen. Dabei sei es „das Schwerste, aus dem Glauben eine alltägliche Lebensweise zu machen, ihn sich nicht nur in Herz und Hirn, sondern in Fleisch und Blut übergehen zu lassen und ihn so selbstverständlich zu tragen, wie man in Schuhen unterwegs ist, die man sich morgens anzieht“.
In ihrer Predigt kritisierte die Bischöfin, dass in den Kirchen immer noch Antijudaismus, latent oder offen, tradiert werde. Es sei für sie nicht nachvollziehbar, warum es in den Kirchen Arroganz beziehungsweise Scheu vor der wirklichen Begegnung mit dem jüdischen Glauben gebe, „beispielsweise in der theologischen Ausbildung und Weiterarbeit, in den Bibelstunden, in der Kirchenmusik“. Sie plädierte für eine „vorurteilsfreie theologische Auseinandersetzung“.
Hinweis: Die Predigt von Bischöfin Maria Jepsen kann hier heruntergeladen werden.
Ahrensburg, den 15.10.2006
Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von acht Landeskirchen. Ihr gehören an: Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Thüringen. Die VELKD repräsentiert rund 10,4 Millionen Gemeindeglieder. Leitender Bischof ist Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), Landesbischof Hermann Beste (Schwerin) sein Stellvertreter. Dem Lutherischen Kirchenamt in Hannover steht Präsident Dr. Friedrich Hauschildt vor. Einmal jährlich tagt im Oktober die Generalsynode der VELKD. Dieses Gremium umfasst 62 Vertreter aus den Gliedkirchen der VELKD. An der Spitze der Generalsynode steht als Präsident Richter Dirk Veldtrup (Hannover).
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