Pressemitteilung
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Religion kein mentaler Restposten einer durchrationalisierten Gesellschaft
Prof. Dr. h. c. Robert Leicht (Hamburg) sprach anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Gemeindekollegs der VELKD in Celle über den Auftrag der Kirche heute – Menschen zu mehr Gottvertrauen ermutigen
Celle/Hannover, den 29.09.2006
„Religion hat nicht der Gesellschaft ihre Wert zu liefern oder nachzuliefern, sondern sie stellt die Werte der Gesellschaft kritisch in Frage.“ Diese These hat der Publizist Prof. Dr. h. c. Robert Leicht (Hamburg) vertreten. In seinem Festvortrag anlässlich des 20-jährigen Bestehens des
Gemeindekollegs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Celle sagte er am 29. September, recht verstandene Religion diene nicht der nützlichen Kompensation von Defiziten einer ansonsten sich nur an Nutzwerten orientierenden Gesellschaft. Ihre Aufgabe sei es nicht, sich mit dem abzufinden, was eine Gesellschaft sich nicht erklären könne, sondern sie unternehme es, die Menschen und die Gesellschaft einander insgesamt zu erklären. Leicht sprach zum Thema „Ort und Auftrag. Die Kirche im Kontext von Gesellschaft und Politik“. Dabei wandte er sich gegen die Vorstellung, Religion sei der „mentale Restposten einer an sich durchrationalisierten Gesellschaft, ein Vademecum für die schwachen Stunden des starken Lebens“. Zum „Kerngeschäft“ der Kirche gehöre es, „das Evangelium allen rein zu predigen und die Sakramente denen zu reichen, die es aufgenommen haben“. Das Evangelium werde allerdings nicht dadurch angemessen gepredigt, dass man es den Leuten lieblos vor den Kopf knalle, so Prof. Leicht. Er habe nichts gegen niedrigschwellige Angebote, „solange dieser Eingang nicht anschließend in einen geistigen Flachbau führt“. Aufgabe der Kirche sei es auch, die Menschen zu mehr Gottvertrauen zu ermutigen. „Gerade in diesem Gottvertrauen können wir dieser gehetzten Welt ein erstaunliches Gegenbild zeigen.“
Celle/Hannover, den 29.09.2006
Hannover,