"Wir leben in einer Zeit", so Bischof Abromeit, der auch stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) ist, "in der die Menschen Sehnsucht haben nach Orientierung, Verwurzelung, Heimat und Ewigkeit". Es sei auch eine "neue Offenheit für Spiritualität und Religion" wahr zu nehmen, auch wenn die Kirche davon bisher wenig profitiere. Offensichtlich sei die christliche Religion in ihrer protestantischen Gestalt "nicht sonderlich attraktiv für Menschen unserer Kultur". In anderen Regionen und Kulturen dieser Welt sei dies im Blick auf evangelische Kirche anders. Dies hänge auch damit zusammen, dass dort der Glaube als relevant, geschichtlich bewährt und Zukunft eröffnend erfahren werde.
"Nach einer längeren Zeit der gesellschaftlichen Marginalisierung wird auch unsere Kirche wieder als relevant erfahren werden, wenn es ihr gelingt, sich in unserer Kultur als kommunikativ und gemeinschaftsstiftend, Nächstenliebe praktizierend, nicht behördenförmig, sondern personal zugewandt, authentisch, als Expertin für ewiges Leben zu profilieren." Sie werde dies nur, wenn sie gleichzeitig die Bedürfnisse der heutigen Menschen und ihren eigenen Auftrag und ihre Verheißung im Blick behalte. "Die Kirche wird dann zu einer Missionskirche werden, die sich konsequent auf die Menschen hin orientiert, die bisher noch nicht zu ihr gehören", betont Dr. Hans-Jürgen Abromeit. "Ich träume von einer Gemeindekirche, in der Gemeinden Glaube, Liebe und Hoffnung leben."
Hannover, den 25.09.2006
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