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Pressemitteilung

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"Ich träume von einer Gemeindekirche"

Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) im vorab veröffentlichten Beitrag der "VELKD-Informationen": Die Kirche ist in den Herzen und Köpfen der Mehrheit der Menschen in Ostdeutschland nach wie vor marginalisiert – Zugleich besteht die Sehnsucht nach Orientierung, Verwurzelung, Heimat und Ewigkeit
Hannover, den 25.09.2006

Hannover – "Die Kirche ist in den Herzen und Köpfen der Mehrheit der Menschen in Ostdeutschland nach wie vor marginalisiert und mit Ressentiment belegt." Darauf hat der Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), aufmerksam gemacht. In einem vorab veröffentlichten Beitrag der "VELKD-Informationen" (Ausgabe vom 26. September) schreibt Abromeit, der Inhalt, wofür die Kirche stehe, der Glaube an Gott und Jesus Christus, werde "als Ausdruck einer vergangenen Zeit, ja als zum Teil sogar gefährliches Interpretament einer auf Macht und Einfluss bedachten, rückwärts gewandten gesellschaftlichen Gruppe verstanden". Gewiss könne man darauf hinweisen, dass "solche, durch jahrzehntelange Indoktrination bewirkten ideologischen Restbestände im Schwinden begriffen sind und die geistige Lage dabei ist, sich zu wandeln". Hinzu komme, dass einflussreiche gesellschaftliche Kreise – Gewerkschaften, Unternehmer, Parteien, Bürgerbewegungen, Landesregierungen und politisch Verantwortliche auf der lokalen Ebene – "den positiven Einfluss von Glaube und Kirche auf das Entstehen von Solidarität, einer Atmosphäre der Mitmenschlichkeit, die Bildung von Werten überhaupt und – besonders aktuell – die Bekämpfung von Rassismus sehr wohl zu schätzen" wüssten.

"Wir leben in einer Zeit", so Bischof Abromeit, der auch stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) ist, "in der die Menschen Sehnsucht haben nach Orientierung, Verwurzelung, Heimat und Ewigkeit". Es sei auch eine "neue Offenheit für Spiritualität und Religion" wahr zu nehmen, auch wenn die Kirche davon bisher wenig profitiere. Offensichtlich sei die christliche Religion in ihrer protestantischen Gestalt "nicht sonderlich attraktiv für Menschen unserer Kultur". In anderen Regionen und Kulturen dieser Welt sei dies im Blick auf evangelische Kirche anders. Dies hänge auch damit zusammen, dass dort der Glaube als relevant, geschichtlich bewährt und Zukunft eröffnend erfahren werde.

"Nach einer längeren Zeit der gesellschaftlichen Marginalisierung wird auch unsere Kirche wieder als relevant erfahren werden, wenn es ihr gelingt, sich in unserer Kultur als kommunikativ und gemeinschaftsstiftend, Nächstenliebe praktizierend, nicht behördenförmig, sondern personal zugewandt, authentisch, als Expertin für ewiges Leben zu profilieren." Sie werde dies nur, wenn sie gleichzeitig die Bedürfnisse der heutigen Menschen und ihren eigenen Auftrag und ihre Verheißung im Blick behalte. "Die Kirche wird dann zu einer Missionskirche werden, die sich konsequent auf die Menschen hin orientiert, die bisher noch nicht zu ihr gehören", betont Dr. Hans-Jürgen Abromeit. "Ich träume von einer Gemeindekirche, in der Gemeinden Glaube, Liebe und Hoffnung leben."

Hannover, den 25.09.2006

Hinweis: Der volle Wortlaut des Beitrags kann in der Pressestelle der VELKD (Tel.: 0511/62 61 236, E-Mail: referatXI (ät) velkd.de) angefordert bzw. im Internet unter http://www.velkd.de herunter geladen werden.


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