Die Gemeinschaft der VELKD hat sich nach den Worten ihres Leitenden Bischofs vor allem auf drei Feldern herausgebildet: Sie habe sich in besonderer Weise der Pflege und Kräftigung des unmittelbaren Gemeindelebens verschrieben, etwa durch die Arbeit des Gemeindekollegs in Celle, durch den Erwachsenen- und Kinderkatechismus sowie durch eine Publikation zur Trauerbegleitung. "Gerade in der gegenwärtigen Zeit, in der so viel über geeignete Strukturen nachgedacht werden muss, ist es besonders wichtig, das unmittelbare Gemeindeleben selbst zu fördern und zu kräftigen", so Friedrich. Darüber hinaus hob er die gemeinsame Basis des Bekenntnisses hervor. "Es ist ein hohes Gut, dass uns in der lutherischen Weltgemeinschaft bereits eine Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft verbindet – was ansonsten in der Ökumene bei weitem nicht überall der Fall ist." Auf der Basis solch eines klaren Bekenntnisses sei dann auch eine wachsende Gemeinschaft mit anderen Konfessionen möglich. Schließlich bildeten die Gliedkirchen der VELKD auf einigen wichtigen Feldern auch eine Rechtsgemeinschaft, pflegten und entwickelten bestimmte Rechtsgebiete wie das Pfarrerrecht gemeinsam. "Wir reden nicht nur über die größere Gemeinschaft, sondern wir sind es auch."
In Deutschland gebe es – anders als in anderen Ländern – eine enge Gemeinschaft aller evangelischen Landeskirchen, der lutherischen, der reformierten und der unierten: in der EKD. "Wir werden in Zukunft noch näher zusammenrücken." Und an die Adresse der württembergischen Landessynode gerichtet, sagte der Leitende Bischof der VELKD: "Vielleicht ergibt sich bei Ihnen im Laufe der Zeit, in der wir diese neue Zusammenarbeit zwischen VELKD und EKD praktizieren, dann auch der Wunsch, als Vollmitglied der VELKD beizutreten. Wir würden uns darüber sehr freuen." Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist über ihre Mitgliedschaft im DNK/LWB mit den lutherischen Kirchen in Deutschland verbunden und arbeitet in einer Reihe von Gremien der VELKD mit. 2010 wird in Stuttgart die nächste Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes stattfinden.
Hannover, den 14.07.2006