Für das ökumenische Miteinander in Deutschland empfahl er, dass nicht das gemeinsame Handeln begründet und gerechtfertigt werden müsse, sondern das getrennte, „denn glaubwürdig sind Christen – und zwar nicht nur in der Außenperspektive – nur dann, wenn sie in überzeugender Gemeinschaft in der Öffentlichkeit leben“. Auch dürfe man sich nicht einer „Hermeneutik des Verdachts“ hingeben, die das Anderssein der Anderen als Rückzug und Abgrenzung verstehe. Deswegen bleibe die Ökumene angewiesen auf den ernsthaften Dialog und konfessionellen Respekt der Kirchen. Der müsse seiner Überzeugung nach jedoch getragen sein von der wechselseitigen Anerkennung als gleichwertige Gesprächspartner.
Große Hoffnungen setzt Landesbischof Weber auf den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München. Er wünsche sich, dass die Kirchen in den nächsten drei Jahren zu einer echten Weggemeinschaft zusammenwachsen. In das evangelisch-katholische Miteinander sollen auch die Kirchen einbezogen werden, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zusammengeschlossen sind. Hohe Erwartungen hat Weber auch an ein Symposium für jüngere Vertreterinnen und Vertreter der theologischen Wissenschaft, das die VELKD plane. Dieses solle dazu dienen, den Stand der ökumenischen Beziehungen zu vermitteln und miteinander im Diskurs zu behandeln. Zudem beabsichtige die VELKD, das seit 1976 bestehende Lehrgespräch mit der Ökumene-Kommission der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz wieder aufzunehmen. Schließlich habe sich die VELKD für die inhaltliche Arbeit vorgenommen, dass zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 zwischen den Kirchen keine gegenseitigen Verurteilungen beziehungsweise trennenden Gegensätze in Lehre und Leben mehr wirksam sein sollen.
Hannover, den 05.03.2007
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