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Pressemitteilung

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Innere Erneuerung der Ökumene angemahnt

Catholica-Beauftragter der VELKD, Landesbischof Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), wünscht sich mehr Mut zum gemeinsamen Zeugnis – Ökumenisches Miteinander vor Ort gewürdigt – VELKD will Gespräch mit der Ökumene-Kommission der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz wieder aufnehmen
Hannover, den 05.03.2007

Für eine „innere Erneuerung der Ökumene“ hat sich der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), ausgesprochen. Die Kirchen müssten „zurück zu den biblischen Wurzeln, zur gemeinsamen Feier des Gottes, der sich in seinem Sohn uns Menschen schenkt“, sagte Weber in einem vorab veröffentlichten Interview der „VELKD-Informationen“. Dies gelte nicht nur im Verhältnis der beiden großen Kirchen zueinander, sondern auch im Blick auf die kleineren Kirchen. Ein gewisses Erkalten des ökumenischen Interesses, das der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Walter Kardinal Kasper (Rom), unlängst beklagte, sieht Landesbischof Weber allenfalls auf den „offiziellen Ebenen“. Vor Ort, im Raum der „Ökumene des Lebens“, mag er diesen Eindruck nicht bestätigen. Da geschehe viel, „von gemeinsamen diakonischen Projekten bis hin zu ökumenischen Partnerschaften, Begegnungen auf der Ebene der Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte, gemeinsame Trägerschaften von Stadtteilprojekten für benachteiligte Jugendliche, gemeinsame Nutzung von Gebäuden – fast nichts ist unmöglich“. Der Catholica-Beauftragte wörtlich: „Ich wünsche mir aber noch mehr Mut zum gemeinsamen Zeugnis, das sich in der gemeinsamen Verantwortung und der gemeinsamen Tat Ausdruck verschafft.“

Für das ökumenische Miteinander in Deutschland empfahl er, dass nicht das gemeinsame Handeln begründet und gerechtfertigt werden müsse, sondern das getrennte, „denn glaubwürdig sind Christen – und zwar nicht nur in der Außenperspektive – nur dann, wenn sie in überzeugender Gemeinschaft in der Öffentlichkeit leben“. Auch dürfe man sich nicht einer „Hermeneutik des Verdachts“ hingeben, die das Anderssein der Anderen als Rückzug und Abgrenzung verstehe. Deswegen bleibe die Ökumene angewiesen auf den ernsthaften Dialog und konfessionellen Respekt der Kirchen. Der müsse seiner Überzeugung nach jedoch getragen sein von der wechselseitigen Anerkennung als gleichwertige Gesprächspartner.

Große Hoffnungen setzt Landesbischof Weber auf den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München. Er wünsche sich, dass die Kirchen in den nächsten drei Jahren zu einer echten Weggemeinschaft zusammenwachsen. In das evangelisch-katholische Miteinander sollen auch die Kirchen einbezogen werden, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zusammengeschlossen sind. Hohe Erwartungen hat Weber auch an ein Symposium für jüngere Vertreterinnen und Vertreter der theologischen Wissenschaft, das die VELKD plane. Dieses solle dazu dienen, den Stand der ökumenischen Beziehungen zu vermitteln und miteinander im Diskurs zu behandeln. Zudem beabsichtige die VELKD, das seit 1976 bestehende Lehrgespräch mit der Ökumene-Kommission der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz wieder aufzunehmen. Schließlich habe sich die VELKD für die inhaltliche Arbeit vorgenommen, dass zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 zwischen den Kirchen keine gegenseitigen Verurteilungen beziehungsweise trennenden Gegensätze in Lehre und Leben mehr wirksam sein sollen.

Hannover, den 05.03.2007

Das Interview kann hier (pdf-Datei) heruntergeladen werden.


Hannover,